Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Freitag, 18. August 2000 - Helsingør (Dänemark) - 27. Tag - 959 km von Zuhause entfernt
Die Fahrt heute war anstrengend, aber auch sehr beeindruckend.
Nach viel zu frühem Start meiner Meinung nach frühstückten wir unsere Lunchpakete auf einem Parkplatz bereits in Schweden, nachdem wir unsere letzten norwegischen Kronen vertankt hatten. Schweden erschien uns ziemlich anders als Norwegen, sowohl topografisch wie auch architektonisch. Vom Strand in Falkenberg, an den Mama unbedingt gewollt hatte, waren wir nicht restlos begeistert. In Schweden gaben wir keinen Pfennig aus, abgesehen von der Gebühr für die Benutzung der Brücke über den Øresund (60 DM). Die Aussicht war es wirklich wert und die Brücke ist wirklich auch als Bauwerk meisterhaft. Für Mama war es sehr beeindruckend, da sie noch vor zwei Jahren von der schwedischen Seite aus den Bau beobachtet hatte. Mama hatte wieder einmal Probleme mit dem Benzin und bekam Schweißausbrüche, obwohl Papa und ich ihr gut zuredeten und genau berechneten, dass das Benzin ausreichen würde. Wir kamen an unserem Zielort schon um 13.00 Uhr an und konnten gleich einchecken. Das Zimmer ist zweckmäßig, nicht das beste, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Papa freut sich besonders über unser privates Klo. Schließlich machten wir einen Ausflug in die Stadt und suchten dort deutsche Zeitungen, die wir nicht fanden. Darüber frustriert und mit Spiegel, Sportbild und Herald Tribune (für mich als Zeitungsersatz) bewaffnet fuhren wir ins Hostel zurück und genossen noch ein wenig den Strand, den wir bereits am Nachmittag erkundet und für sehr gut befunden hatten.
Was wir morgen machen, steht noch nicht fest; wir lassen uns vom Wetter leiten, das auch heute wieder wechselhaft war; möglicherweise fahre ich morgen nach Kopenhagen.
Kommentar 2026:
Dieser Tag war für meine Mutter traumatisch - ich glaube, sie hatte wirklich und ernsthaft Sorge, dass uns unterwegs das Benzin ausgeht. Ich bin recht sicher, dass sie sich vor ihrem inneren Auge schon vorstellte, wie sie meinen Vater und mich Benzin holen jagt und wütend neben dem Auto wartet ... Und wenn heute irgendwann mal die Benzinlampe im Auto angeht, bekomme ich diese Story immer noch zu hören.










