Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Montag, 7. August 2000 - Lakselv (Norwegen) - 16. Tag - 2630 km von Zuhause entfernt
Heute haben wir einen sehr schönen und sehr gemütlichen freien Tag verbracht.
Es begann schon am Morgen beim Frühstück. Evelyn, die gute Seele des Hauses, war überhaupt nicht anwesend, sodass Mama plötzlich die Initiative ergriff und mit dem vollbesetzten Frühstückswagen aus der Küche kam. Ich hatte so meine Bedenken, aber die wurden einfach nicht beachtet. Nicht nur, dass Mama den Wagen herbrachte, nein, sie schleppte nach kurzer Zeit auch noch Kaffee aus der Küche. Ein Schweizer Pärchen machte sich über den Rest unseres Frühstückes her - ob die überhaupt etwas bezahlt haben, geht uns nichts an.
Nach dem Frühstück fuhren wir in die Stadt nach Lakselv einkaufen. Mama holte für unseren heutigen Faultag ein paar Sachen zu essen: Brot, Wurst, Bananen und Getränke - wie immer. Gegen 11.00 Uhr dann lagen wir endlich am jugendherbergseigenen See und aalten uns auf dem kleinen Steg in der Sonne. Mama und ich (ich unter lautem Protestgeheul) stachen in den eiskalten See. Nach dem Bad pflegte ich meine abgefrorenen Finger. Unterdessen verjagte Papa mit Mamas nassem Badeanzug (denkt euch euren Teil !!) alle möglichen stechenden und nicht stechenden Viecher. Er hatte die Träger bis 16.30 Uhr um einen halben Meter verlängert.
In dieser Zeit waren Mama und ich einige Male im See und entschieden uns schließlich dafür, mit dem Kanu ein wenig über den See zu paddeln. Einmal wären wir fast gekentert - was sicherlich eher an meinen außergewöhnlich „geschickten“ Paddelbewegungen lag („Weshalb drehen wir uns plötzlich im Kreis?“). Auf jeden Fall konnte Mama besser paddeln als ich.
Hier hat sich die Schule bei Opa bewährt. Papa hatte zunächst seinen Kampf mit dem Fotoapparat auszufechten, bevor er uns auf Zelluloid bannen konnte - ihm musste erst mal per Zuruf klar gemacht werden, dass das Objektiv ausgefahren werden muss!
Später gingen wir dann in die Sauna, nachdem wir zwei außerordentlich sympathische (Ironie, gell!) Deutsche getroffen hatten.
Insgesamt haben wir hier sehr viele Italiener gesehen. Mama lechzt nach was Deutschem zum Lesen, vor lauter Elend liest sie uns gleich landeskundliche Informationen von der Karte vor.
Morgen haben wir eine sehr lange Etappe nach Narvik vor uns und gehen wieder einmal recht früh schlafen, um Mama zu schonen.
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| Blick auf den See |
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| Blick von See auf den Steg |


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