Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 30. Juli 2000

Nordlandreise 2000 - 30. Juli 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Sonntag, 30. Juli 2000 - Helsinki (Finnland) - 8. Tag - 1742 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir per Fähre von Tallinn nach Helsinki übergesetzt. Nach einem guten Frühstück in Tallinn mit allem Komfort mussten wir zunächst den Hafen suchen. Als wir ihn schließlich gefunden hatten, ging es aber ohne Probleme durch den Zoll und aufs Schiff. Auf dem Schiff konnte man zwar nicht an Deck, dafür aber war es möglich, durch eine Glasscheibe auf die Brücke zu sehen. Auf dem Schiff, das trotz seiner 689 Plätze relativ klein wirkte (diese Kapazität wurde kaum zur Hälfte ausgenutzt), waren wie in einem Flugzeug Sitzreihen angebracht und wir reisten komfortabel. Nach der Ankunft in Helsinki fanden wir sofort unser Quartier, obwohl es schwierig war, aufgrund der vielen Einbahnstraßen dorthin zu gelangen. Da es aber in dieser Jugendherberge kein privates WC / Dusche gab, wollten wir bei der anderen Jugendherberge hier in Helsinki nachfragen. Als wir diese aber nach einstündiger Stadtrundfahrt (sehr schön) nicht fanden, weil die Finnen das Olympiagelände nirgendwo ausschildern, entschieden wir uns doch, im „Eurohostel“ zu wohnen:

Papa: „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

Wir können von den tollen Hotels der vergangenen Woche zehren, Papa bedauert nur, dass er nicht mindestens viermal täglich geduscht hat (allerdings haben wir bei den nächsten Stellen sehr häufig eigene Badezimmer). Danach gingen wir in ein Pub direkt am Hafengelände, um das heutige Formel-Eins-Rennen auf dem Hockenheimring zu sehen, aber nach dem Aus von „Schumi“ in der ersten Runde war auch die Luft raus. Beim nächsten Rennen in zwei Wochen werden wir in Trondheim, und da kein Norweger in der Formel eins mitfährt, wird es wahrscheinlich keine besonders prickelnde Stimmung dort geben (anders als ich es hier vermutet habe und beim Start kurz aufgeblitzt ist). Bei unserer Stadtrundfahrt haben wir ein schönes Lokal direkt am Meer gesehen, was wir zum verspäteten Mittag-Abend-Essen aufsuchten. Die Preise sind wie überall hier gesalzen, was insbesondere nach der billigen ersten Woche erst einmal auf den Magen schlug, obwohl wir es uns doch sehr haben schmecken lassen: Papa Lachs, Mama und ich Weißfisch mit Beilage aus Kartoffelpüree und Räucherhering. Das Eis kostete gut fünf D-Mark pro Kugel, war aber ausgezeichnet. Danach fuhren wir ins Stadtzentrum an den kleinen Ausflugsboothafen, von dem aus man auch die großen Fährschiffe gut beobachten kann. Dort fütterte Papa Vögel, wir riefen zu Hause und unterhielten uns, während Leute beguckten. Papa liegt jetzt schon im Bett und wird heute und morgen Nacht wahrscheinlich des Öfteren seinen Drang in der Damentoilette befriedigen, da die Herrentoilette recht weit weg ist und wir kein Waschbecken im Zimmer haben. Hier ist die Uhr eine Stunde vorgestellt (13 Uhr OEZ hier statt 12 Uhr MEZ). In Danzig und in den baltischen Staaten war bereits unsere MEZ (da sich diese Staaten an die EU annähern wollen), während im Königsberger Gebiet, das ja weiter westlich ist als das Baltikum, noch die OEZ gilt. Apropos EU: Man sieht, dass die EU-Gelder beim Straßenbau im Baltikum doch nicht ganz zum Fenster heraus geworfen sind.

Heute sind wir fast an der Zollkontrolle vorbeigefahren, der Zöllner spurtete hinter uns her und hat uns zum Glück ohne Warnschuss noch erwischt. Das haben wir nur der Rasse und Klasse unserer Mutter zu verdanken.

Kommentar 2026:

"Rasse und Klasse unserer Mutter"? Wo sind die eckigen Klammern, wenn sie mal braucht?

Vater füttert Vögel

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