Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Donnerstag, 3. August 2000 – Lapinlahti (Finnland) – 12. Tag – 2085 km von Zuhause entfernt
Heute war das Wetter etwas besser als gestern, wir haben deswegen etwas mehr gemacht als am vergangenen Tag.
Nachdem jedoch am Morgen das Wetter nicht so gut erschien, sind wir nach Kuopio auf den Markt gefahren. Dort haben Mama und Papa die Kaufhalle (Kauppahalli) unsicher gemacht, während ich nach deutschen Zeitungen Ausschau hielt.
Das einzige Stück deutsche Sprache, das mir in die Hände fiel, war eine Bildzeitung vom vergangenen Samstag (29. Juli!) - die Bildzeitung habe ich dann doch nicht gekauft.
Obwohl wir nicht auf dem Laufenden sind, wissen wir durch Telefonanrufe, dass die Welt noch nicht untergegangen ist.
Danach haben wir auf dem Marktplatz wieder kleine Sardinen gegessen und Eis gegessen, nachdem Mama Erbsen gekauft und bei einem Mädchen in Erfahrung gebracht hatte (sie kam vom Stand nicht weg, da der Vater seine Tochter immer wieder aufforderte, Deutsch zu sprechen), dass die Finnen offenbar ab der 5. Klasse Deutsch (ab der 3. Englisch) lernen.
Komischerweise trafen wir auch wieder die Leute, die gestern mit uns in der Sauna waren, in der 60 km entfernten Stadt - die Welt ist hier wirklich winzig.
Nach gelungener Rückfahrt war das Wetter etwas besser geworden, sodass Mama und ich glaubten, in See stechen zu können. Das Wasser im See war aber a...kalt und außerdem hing einem nach dem Bad eine Schlickschicht auf der Haut, was nicht sonderlich angenehm war.
Gott sei Dank konnte ich duschen und schließlich mit Mutter und Vatter in die Sauna bzw. ins Schwimmbad gehen.
Dort trafen wir eine gebürtige Deutsche, die seit vielen Jahren in Schweden mit ihrem Mann lebt, die beklagte, dass die Finnen so wenig Fremdsprachen sprechen. Nach so vielen Jahren schwäbelte sie aber immer noch. Sie war auf Anhieb sehr sympathisch und deswegen spendierte Mama den beiden je ein Kirschwasser.
Es sind weitgereiste Leute, die die ganze Welt kennen und viele Sprachen sprechen.
Wir haben uns heute wieder selbst verköstigt, weil wir so einen schönen großen Kühlschrank haben und so gerne einkaufen gegangen sind - zum Zeitvertreib.
Wir gehen auch heute wieder früh ins Bett, weil wir morgen früh wieder [spätestens fünf Uhr] aufbrechen wollen (bzw. wollen das Mama und Papa), weil wir ja einen Besuch beim Weihnachtsmann am Polarkreis vorhaben.
Ich bin - trotz fehlender eckiger Klammer - fast sicher, dass ich von meinen Eltern zu solchen Sätzen wie "Es sind weitgereiste Leute, die die ganze Welt kennen und viele Sprachen sprechen." genötigt worden bin ...
Und es ist für mich Nachrichten-Junkie nicht mehr vorstellbar, dass ich mehrere Wochen ohne ständige Verfügbarkeit von Nachrichten überlebt haben soll. Unfassbar!
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| Echte Begeisterung ... |

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