Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Donnerstag, 17. August 2000 - Oslo (Norwegen) - 26. Tag - 1355 km von Zuhause entfernt
Heute haben wir die wahrscheinlich letzte Städtetour unserer Reise gemacht.
Nach dem (wie immer viel zu frühem) Aufstehen und gutem Frühstück wollten wir zunächst zum Holmenkollen. Da wir diesen aber nicht so schnell fanden und plötzlich beim Vigeland-Park vorbeikamen, haben wir diesen aufgesucht und die dortigen Skulpturen besichtigt. Mama war sehr angetan, ich muss zu meiner Schande gestehen, für die Bildhauerei nur wenig übrig zu haben. Dennoch, der Monolith und der Springbrunnen waren auch für mich nicht uninteressant. Danach fuhren wir ins Museumsviertel und gingen zuerst ins Wikingerschiffmuseum. Das war schon eher was für mich. Es ist beeindruckend, dass die über 1000 Jahre alten Schiffe teilweise noch so gut erhalten geborgen werden konnten. Ins Kon-Tiki-Museum wollte Mama unbedingt. Es war wirklich sehr interessant zu sehen, wie Thor Heyerdahl seine ganze Expeditionen gemacht hat. Mama war ja von Kindheit an von diesem Entdecker fasziniert gewesen. Schließlich folgte der Ausflug zum Holmenkollen. Während Papa und Mama unten Kuchen aßen, besichtigte ich das Skimuseum (nicht so prickelnd, wenn man als Nicht-Skifahrer keinen Bezug dazu hat) und den Sprungturm. Nachdem Papa von der Aussicht geschwärmt, muss ich sagen, dass sie wirklich toll ist, auch wenn das erhebende Gefühl kleiner war als gedacht. Keine tausend Pferde würden Mama das hochbringen, sagt sie. Die Stufen war auch sehr anstrengend (trotz Fahrstuhl). Nach einer kurzen Stadtrundfahrt zum Bahnhof (Zeitung kaufen) fuhren wir in das Lokal in der Nähe der Jugendherberge, in dem wir schon gestern waren und aßen dort zu Abend. Mama bekam wieder ihren Liter - jeweils Garnelen und Bier. Papa aß nur ein Smørbröd und ich gebratenen Lachs. Bei Antritt der Rückfahrt trafen wir noch ein sympathisches norddeutsches Ehepaar aus Rendsburg, dem wir zur JH vorausfuhren. Jetzt ist es sieben, wir liegen seit eineinhalb Stunden im Bett und lesen.
Das Wetter ist auch sehr interessant: Heute Morgen war der Himmel grau, doch es kam gutes Wetter und innerhalb von zehn Minuten heute Mittag hat sich das Wetter in einen regelrechten Gewittersturm mit Donnergrollen verwandelt.
Morgen geht es über Schweden und die große Brücke über den Øresund weiter nach Dänemark, wo wir unsere letzte Station in Helsingør machen werden.
Kommentar 2026:
Ich erinnere mich bis heute an die Holztreppen im Sprungturm, durch die man mehrere Stockwerke nach unten hindurchschauen konnte. Gruselig ...
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