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| Lecker Fischbrötchen (Makrele, l., und Matjes) |
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| Aida auf der Elbe |
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| Elbe von der Fähre |
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| Nördlichster Punkt in Deutschland dieses Jahr |
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| Voll war das Stadion mit 3.005 Zuschauern wirklich nicht ... |
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| Aber dafür gab's einen Regenbogen |
Ich berichte von meinen Reisen, um alle 206 Staaten und 50 abhängigen Gebiete der Erde (meiner Zählung) zu betreten. Aktueller Stand: 172+1 besuchte Länder und 18 besuchte abhängige Gebiete.
Nächste Reisen: 28.-30.8. Grödig (Österreich), Brezovica (Slowenien/Kroatien), Umag (Kroatien) +++ 4.-6.9. Istanbul +++ 24.-27.12. Kairo/Gizeh +++ 15.-17.1.2027 Rom
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| Nördlichster Punkt in Deutschland dieses Jahr |
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| Aber dafür gab's einen Regenbogen |
Auf dieser Seite beschreibe ich die bestehenden europäischen Enklaven und Exklaven sowie die außereuropäischen Enklaven und Exklaven, die ich in meinem Leben besucht habe.
Dabei ist eine Enklave im Staat A ein Gebiet eines fremden Staates B, das vollständig vom Staat A umgeben ist. Eine Exklave des Staates C hingegen ist ein Teilgebiet von C, zu dem der (Land-)Zugang aus dem Hauptgebiet des Staates C nur über Gebiet von fremden Staaten möglich ist.
Der Einschub "(Land-)" fängt an, den Unterschied in der Definition einer Exklave im engeren und im weiteren Sinne zu definieren. Im Folgenden nenne ich ein Teilgebiet eine Exklave, wenn
Enklave bzw. Exklave werden zum einen aus Sicht des umschließenden Staates bzw. des umschlossenen Gebietes beschrieben: Büsingen ist also eine Enklave in der Schweiz, aber eine deutsche Exklave, denn es ist deutsches (Teil-)Gebiet, das vollständig von der Schweiz umgeben ist.
Zum anderen ist nicht jede Enklave gleichzeitig eine Exklave und umgekehrt: San Marino ist beispielsweise eine Enklave in Italien, aber da es sich um das vollständige Staatsgebiet handelt, ist es keine Exklave (weil kein Teilgebiet).
Die malawische Insel Likoma im Malawisee etwa ist eine malawische Exklave und eine Enklave in Mosambik, weil sie zwar über Land gar nicht erreicht werden kann (es ist ja eine Insel), aber vollständig von fremdem (mosambikanischem) Hoheitsgebiet umgeben ist.
Das Kaliningrader Gebiet hingegen ist eine russische Exklave, aber keine Enklave, da es nicht vollständig vom Gebiet eines fremden Staates umgeben ist. Und es ist auch nur deswegen eine Exklave, weil es zwar über Land von Moskau aus erreicht werden kann, aber nur über fremdes Hoheitsgebiet.
Umgekehrt ist Französisch-Guayana keine französische Exklave nach meiner Definition, weil es erstens nicht von fremdem Hoheitsgebiet vollständig umgeben ist, zweitens aber vom französischen Mutterland aus schon gar nicht über Land erreicht werden kann.
Das macht immer wieder Spaß, eigene Definitionen so zu bauen, dass sie zu meinem Sprachgebrauch passen, aber so müsste es ungefähr hinhauen. (Verbesserungsvorschläge werden aber gerne genommen ...)
Was gibt es denn jetzt für Enklaven und Exklaven? Ich gehe sie in der (ungefähren) Reihenfolge meines Besuchs durch, aber gliedere sie auch thematisch, gucken wir mal, was das wird:
Die unabhängigen Staaten
Es gibt genau drei unabhängige Staaten, die vollständig von einem anderen Staat umgeben sind und damit Enklaven in diesen anderen Staaten sind, und natürlich war ich in allen drei schon. Das sind San Marino und die Vatikanstadt (beide 1998 erstmals besucht, beides Enklaven in Italien) sowie Lesotho (2010 besucht, Enklave in Südafrika).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Exklaven-Definition 1998, im zarten Alter von 15 Jahren, noch nicht so scharf gewesen wäre wie oben, aber was eine Enklave ist, wusste ich wahrscheinlich schon, als ich mit meinen Eltern an der italienischen Adria Urlaub machte. Dem Besuch in Rom mitsamt der Vatikanstadt folgte - auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin - der Besuch in San Marino. Ja, da stand das zwölfte besuchte Land im Vordergrund, nicht die Eigenschaft als Enklave, aber das macht ja nix - der Tatbestand war erfüllt.
Dementsprechend war völlig klar, dass 2010 während der WM-Reise nach Südafrika auch Lesotho besucht werden muss, zumal das sehr praktisch fast auf dem Weg nach Durban zum Australien-Spiel lag. Die Story, wie wir kurz anhielten, plötzlich ein paar Kinder aus dem Feld neugierig auf uns zukamen und schnellstens mit Malbüchern von der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen ausgerüstet wurden, habe ich damals anscheinend gar nicht erzählt - Schande auf mein Haupt! Jedenfalls war am 13. Juni 2010 dieser selbstgestellte Spezialauftrag, alle souveränen Enklavenstaaten zu besuchen, schon erfüllt, bevor ich so richtig wusste, dass er überhaupt existiert ...
Ehemalige Sowjetunion
Auf dem früheren Gebiet der Sowjetunion gibt es etliche Exklaven und Enklaven, und während die während der Sowjetzeit relativ bedeutungslos waren, wurden sie mit der Unabhängigkeit der Sowjetrepubliken umso virulenter.
Im Fergana-Tal zwischen Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan gibt es mehrere Enklaven, von denen ich aber noch keine einzige besucht habe, auch weil das Fergana-Tal nicht als der sicherste Ort der Welt gilt (und die Grenzsituation trägt sicherlich auch ihr Scherflein dazu bei).
Auch noch nicht war ich in Sankowo-Medweschje, das ist ein ehemaliger kleiner russischer Weiler, umgeben von Belarus und damit zumindest in Europa - und dort werde ich so schnell auch nicht hinkommen, nicht nur wegen Russland und Belarus, sondern vor allem, weil das Örtchen unbewohnt ist, nachdem es durch die radioaktive Wolke aus Tschernobyl verstrahlt wurde.
Der Nordteil des früheren Ostpreußen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dem sowjetischen Staat einverleibt, und innerhalb dessen als Oblast Kaliningrad der Russischen Sowjetrepublik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb dieses Gebiet bei Russland - und wurde von meinen Eltern und mir im Rahmen unserer Ostseeumrundung im Jahr 2000 auch besucht. Das war unsere erste richtige Osteuropaerfahrung, und sie war für mich schon beeindruckend, so mit richtig scharfen Grenzen, mit dem Gasthaus, das im Umbau war, woraufhin wir ins nächstbeste Hotel verfrachtet wurden, in dem wir vorsorglich schon eingecheckt hatten (was für ein Zufall!), mit den ganz furchtbaren Straßen, mit dem Bernsteinsammeln am Ostseestrand.
Jo, und zwischen Armenien und Aserbaidschan gibt es (völkerrechtlich) etliche Exklaven, die aber im Rahmen der diversen Grenzscharmützel zwischen den beiden Staaten faktisch bereinigt wurden - völkerrechtlich bleiben es Enklaven, praktisch werden sie vom jeweiligen Besatzer wie das umgebende Gebiet behandelt. Während meiner Reisen durch Armenien 2013 und 2024 kam ich ja durch einige völkerrechtlich aserbaidschanische Gebiete, in denen man gar nicht merkte, dass man Armenien verlassen haben soll, und eines dieser Gebiete ist eine Enklave, die heißt auf Aserbaidschanisch Kərki und auf Armenisch Tigranaschen. Jo, und dort bin ich 2013 auf dem Weg nach Bergkarabach und 2024 auf dem Weg zum Sevansee durchgefahren - war auch beeindruckend, gerade weil die Umgehungsstraße ziemlich gut ist - und die Straße im Ort katastrophal ...
Belgien
Belgien ist dafür, dass es ein so kleines Land ist, an einer weit überproportional hohen Anzahl an Enklaven und Exklaven beteiligt.
Das berühmteste Beispiel (wenn Enklaven-/Exklavensituationen berühmt sein können) ist sicherlich Baarle-Hertog/Baarle-Nassau, wo sich Belgien und die Niederlande so ineinander verkeilt haben, dass die Grenzen durch Häuser und Wohnzimmer gehen. Insgesamt gibt es dort, wenn man dem Wikipedia-Artikel glauben darf, 30 Enklaven inkl. Gegenenklaven (also eine Enklave in einer Enklave), und natürlich war ich dort schon, unter anderem mit meiner Ma.
Fünf weitere Enklaven in Belgien steuert Deutschland bei, denn die Trasse der Vennbahn ist belgisches Staatsgebiet; jenseits der Vennbahn gibt es aber einige deutsche Örtchen (in einem Fall ist das ein einzelnes Grundstück), und diese sind Exklaven der Bundesrepublik. In jeder einzelnen dieser fünf Exklaven war ich schon, und wenn es bedeutete, auf dem kleinen Grundstück über den Bach zu springen und mich zwischen Baum und Grenzstein zu quetschen. Umzäunt war da nix, also war es kein Hausfriedensbruch, höhö ...
Schweiz
Auch die Schweiz hat zwei Enklaven, und die deutsche Exklave Büsingen hat meine spezielle Sammelleidenschaft für dieses Thema (und definitiv auch für Grenzsteine) entfacht (mein Vater war nach seinem Schlaganfall 2001 zur Reha, und auf dem Weg zu ihm musste ich durch Büsingen ...). Büsingen ist Schweizer Zolleinschlussgebiet, gehört also zollrechtlich zur Schweiz; deswegen gibt es da auch keine Zollkontrollen zwischen Büsingen und der Schweiz.
Die andere Enklave in der Schweiz heißt Campione d'Italia, ist - wenig überraschend - italienisches Staatsgebiet und im Jahr 2020 auch durch meine Anwesenheit geadelt worden. Sonst war es damals trotz der Lage am Luganersee irgendwie ein bisschen trostlos, fand ich, nachdem das Casino pleitegegangen war ...
Spanien
Da fällt mir auf, dass auch Spanien ein paar Exklaven besitzt (selbst nach meiner Definition), und zwar eine, die gleichzeitig Enklave in Frankreich ist und Llívia heißt. Dieses Örtchen besuchten wir 2023 im Rahmen der kleinen Andorra-Reise, nachdem mir die Existenz dieser Enklave in den Pyrenäen gerade noch rechtzeitig zur Reiseplanung aufgefallen war (da wurde auch leckeres Essen gekauft, dieses mit einem Messer aus dem französischen Supermarkt geschnitten und dann in Frankreich verspeist).
Aber auch Ceuta ist, wenn man meine Definition fast ad absurdum weiterführt, eine spanische Exklave. Französisch-Guayana ist keine französische Exklave, weil man über Land nicht aus dem Mutterland dorthin kommt, und nach Ceuta fährt man auch immer mit der Fähre oder fliegt mit dem Hubschrauber (hihi), aber man könnte theoretisch auch über Land hinkommen, eben von Madrid aus durch (zum Beispiel) Frankreich, Deutschland, Polen, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Syrien, Israel, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko. Wie, das macht keiner? Ach ne?! Trotzdem erfüllt Ceuta (wie im Übrigen auch Melilla) die Definition - hier hatte keiner davon gesprochen, dass man auf dem gleichen Kontinent bleiben muss, wenn man über Land unterwegs ist ...
Ex-Jugoslawien
Aber auch auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien gibt es zwei Gebiete, in denen es Enklaven gibt. Brezovica Žumberačka und Brezovica pri Metliki stehen ja jetzt mit meiner Ma an; hier haben sich auch die Katasterämter in die Haare bekommen, was zu mindestens einer, vielleicht auch einer zweiten kroatischen Exklave geführt hat.
Und der bosnische Weiler Međurečje, der von serbischem Staatsgebiet umgeben ist, fehlt mir auch noch - da komme ich schon auch noch irgendwann hin, und wenn ich einen Urlaubstag für den Roadtrip opfern muss ...
Restliche Welt
Auch im Rest der Welt gibt es Enklaven und Exklaven, Alaska ist sicherlich die größte (Exklave) davon, jedenfalls nach meiner Definition. Die USA haben aber auch noch einige weitere Exklaven (Point Roberts dürfte nach Alaska eine der bekannteren sein), bei denen man Teile des US-Gebiets auf dem Landweg nur über Kanada erreichen kann. Auch in den südamerikanischen Flüssen gibt es - wie im Malawisee - ab und zu die Situation, dass eine Insel zu Land A (meist Argentinien) gehört, diese aber vollständig von Hoheitsgewässern eines anderen Landes umgeben ist.
Cabinda ist eine angolanische Exklave, da zwischen den beiden Gebieten noch ein Stückchen der Demokratischen Republik Kongo liegt.
Indien und Bangladesch haben ihre riesige Anzahl von gegenseitigen En-/Exklaven (da gab es sogar eine dritter Ordnung - also eine Enklave in einer Enklave in einer Enklave) vertraglich weitgehend bereinigt, da gibt es nur noch eine Enklave.
Oman hat auch ein paar Exklaven, in die man über Land nur durch Gebiet der Vereinigten Arabischen Emirate kommt, da gibt es sogar eine Enklave zweiter Ordnung, also emiratisches Gebiet umschlossen von omanischem Gebiet umschlossen von emiratischem Gebiet.
Auf Zypern gibt es einige Ortschaften (und ein Kraftwerk!), die zur Republik Zypern gehören, aber vom Gebiet der Souveränen Basen umgeben sind, und ich könnte mich ohrfeigen, dass wir die 2011, als wir mit dem Auto in Zypern unterwegs waren, nicht einfach mal alle mitgenommen haben, aber damals war mein Enklavenradar noch nicht so feinjustiert. Schade, schade ...
Jo, und Osttimor hat auch noch ein Gebiet, in das man über Land nur über indonesisches Gebiet kommt.
Liebe Leserin, lieber Leser, man sieht schon, ein bisschen was steht auch in der Hinsicht noch auf der Bucket List ...
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| Blick vom Deich auf Elbmündung und Kugelbake |
So sprach die junge Dame hinter mir, die zwar von Feldhockey - offenbar aus eigener Erfahrung - deutlich mehr Ahnung hatte als ihr Vater (oder ich), aber bei Redewendungen nicht ganz so textsicher war. So richtig zusammengekriegt habe ich das aber auch nicht, dass viele Hunde des Hasen Tod sind, da ist es grad egal, ob's wirklich ein Hase oder eher ein Karnickel ist ...
Ohnehin ist Sprache hier in Belgien ein großes Thema: Im Zug wird nicht etwa zweisprachig (Französisch/Niederländisch) oder gar dreisprachig (mit Englisch) angezeigt, sondern nur und ausschließlich die Sprache der Region, in der man sich befindet - und heute sprang die Anzeige tatsächlich fünf Sekunden nach Überquerung der flämisch-wallonischen Grenze von Niederländisch bzw. Flämisch auf Französisch um. Auf der Rückfahrt waren sie zu früh, und die Schaffnerin sprach ihr (niederländisch gefärbtes) Merci auch auf dem falschen Gebiet aus, denn da waren wir schon wieder in Flandern ... Ich werde sie nicht anzeigen, aber das hat es hier anscheinend schon gegeben in Belgien, dass man die Schaffner verpfiffen hat, weil sie zweisprachig statt einsprachig gegrüßt (!) haben ...
Das führt dann auch dazu, dass sich die beiden Sprachgruppen offenbar mehr oder weniger stillschweigend darauf geeinigt haben, "Belgium", also die englische Form, anzufeuern, damit es zwischen "Belgique" und "België" nicht auch noch einen Konflikt gibt ... Und wir denken, wir haben Probleme.
So, fangen wir aber mal ausnahmsweise chronologisch an, also am Anfang: Ich war unfallfrei in meine Bude gekommen, ein schöner Homestay, ich wohne im zweiten Stock in einem wirklich wunderbaren Zimmer, der Wasserdruck im Duschkopf könnte etwas stärker sein, aber ich will nicht meckern, denn ich genieße die anscheinend frisch eingebaute Klimaanlage sehr, die mich gestern Abend hier begrüßt hatte - herrlich! Auch ansonsten gefällt es mir hier sehr gut, selbst meine Ma hätte angesichts der Vielzahl an Haken zum Klamottenaufhängen nichts zu meckern, das ist richtig schick.
Geschlafen habe ich trotzdem nicht sehr gut, aber als mein Wecker um 7.30 Uhr runterging, war das alles noch erträglich. Ich duschte, zog mich an und brach auf zum Bahnhof. Unterwegs kaufte ich etwas zu trinken, fand aber keine Sonnencreme im Spar, also lief ich weiter. Am Bahnhof entschied ich mich, dass ich viel zu früh war, also lief ich in Richtung einer Drogerie, die um 9 Uhr öffnen sollte. Es war 8.45 Uhr, die Essensläden im Bahnhof hatten mir nicht so richtig zugesagt, also frühstückte ich bei McDonald's (das war gar nicht einmal so schlecht ...).
Um 9 Uhr stand ich bei der Drogerie auf der Matte, aber da war zu. Hmpf. Ich lief zur anderen Filiale, schaute, da stand was von 9.30 Uhr. Ich stand eine halbe Stunde in der Gegend rum, stellte fest, dass ich beim Optiker neben der Filiale auf die Uhrzeiten geschaut hatte, und ging zur richtigen Tür. Ich hatte schon vorher irgendwo gelesen, dass die Tür nicht abgeschlossen sei, sondern nur zu, sodass ich, als die Tür nicht aufging, fester dagegendrückte. Nein, die Polizei wurde nicht gerufen, aber die Tür schien mir zu zu sein ...
Da fiel mir ein, dass der 15. August doch so'n komisches Datum ist - joa, Mariä Himmelfahrt, das ist hier in Belgien Feiertag - da hätte ich lange auf die Drogerieöffnung warten können. Hmpf.
Ich schaute in einem zweiten Laden nach, die hatten auch nix, aber ich kaufte ein Wasser, das ich dann vor dem nächsten Laden (den ich vergessen hatte) wieder hektisch leertrinken musste - im Carrefour gab es Sonnencreme, aber wirklich unverschämt teuer, sodass ich mich entschied, es darauf ankommen zu lassen, zumal sowieso bewölkter Himmel angesagt war. (Die Spannung kann ich rausnehmen: Ich sehe nicht wie ein Hummer aus, alles gut ...)
Jetzt aber lief ich wirklich zum Bahnhof, buchte auf dem Weg noch meine Fahrkarte über die App der belgischen Bahn, fand und bestieg den Zug - und saß hinter einer Traube von Schottinnen, die wenig überraschend das gleiche Ziel hatten (und am Abend wieder mit mir zurück nach Löwen fuhren ...).
In Basse-Wavre stiegen wir nach einer knappen halben Stunde Fahrt aus, die Schotten liefen allesamt in die falsche Richtung, ich in die richtige, aber kurz darauf hörte ich sie hinter mir.
Punkt 10.30 Uhr stand ich am Einlass, um 10.30 Uhr sollte das Stadion geöffnet werden, aber das verzögerte sich um ein paar Minuten - es sollte nicht die einzige Verzögerung des Tages bleiben. Unmittelbar vor mir kriegte es einer nicht gebacken, die richtige Eintrittskarte vorzuzeigen, bei mir klappte alles - und dann ging das Drama los.
Liebe belgische Organisatoren, ihr könnt doch nicht allen Ernstes, wenn Deutschland (!) gegen Schottland (!!) als erstes Spiel des Tages stattfindet, nur 40 % der Essens- und vor allem Getränkestände aufmachen! Das geht doch nicht!
Entsprechend bildeten sich vor und vor allem nach dem Spiel beinahe kilometerlange Schlangen (ich würde niemals übertreiben), ich verzichtete aufs Mittagessen und aß dann später belgische Fritten (lecker) mit Frikandel, einer Art belgischen Wurst, die mit Frikadelle so gar nichts zu tun hat (wie ich nach der Bestellung feststellte). Überlebt habe ich bisher. Daumen drücken!
Nun denn, auch der Beginn des Deutschlandspiels verzögerte sich um wenige Minuten, was aber nicht an dem Volunteer lag, der beim hektischen Versuch, jemandem seinen Sitzplatz zu zeigen, fast gegen das Gerüst des Mundlochs gerannt wäre, und auch nicht an der Sprinkleranlage, die plötzlich auslöste, was die deutschen Spielerinnen zu einem Gekreische veranlasste (die hatten übrigens auch einen Fußball dabei, sodass ich erst dachte, ich hätte mich in der Sportart vertan ...).
Insgesamt, und das will ich an der Stelle dann doch anbringen, fand ich die Organisation echt nicht so großartig: Klar, fünf Minuten Verzögerung hier, fünf Minuten da sind normalerweise kein Beinbruch, aber gerade am Abend bei der (gar nicht einmal soooo schlechten) "Eröffnungsfeier" wurde ich nervös, weil ich ja meinen letzten Zug noch erwischen wollte nach dem Spiel. Auch das seeeehr späte Öffnen der Essens- und Getränkestände, das späte Öffnen des Souvenirladens, diese offenkundig behelfsmäßige Absperrung zwischen Stadion und Medienzentrum, wo man sich unter der Absperrung durchducken musste, um zurück zu seinem Sitzplatz zu kommen, ja, auch das Fehlen der Seife im Seifenspender (am ersten Tag der WM!), das war alles nicht so ganz super, aber das WLAN für die Werbepartner, das haben sie hingekriegt wie die Großen ...
Hockey - und damit kommen wir zum eigentlichen Thema des Tages -, Hockey war super: Die deutschen Frauen gewannen letztlich ungefährdet mit 3:0 gegen Schottland, die deutschen Männer danach noch ungefährdeter mit 5:1 gegen Malaysia - die lustigste Szene in dem Spiel war, als ein deutscher Spieler zum Auswechseln lief und aus Versehen noch einen Pass zugespielt bekam, den er erstmal weiterleiten musste, bevor er das Spielfeld verließ.
Zwischen den Spielen hätte ich mir locker Autogramme holen können von den Spielerinnen und den Spielern, wenn ich sie denn richtig gekannt hätte, denn die liefen da halt alle zwischen Medienzentrum und Stadion durch diesen mehr oder weniger abgesperrten Korridor durch. Ja, mag schon sein, dass dieses Familiäre das Schöne am Feldhockey ist, aber bei einer WM darf's halt dann organisatorisch schon auch WM-Charakter haben ...
Nach dem Männerspiel hatten dann so langsam auch mehr Stände offen, ich kaufte mir ein WM-Käppi, insgesamt richtig viel getrunken habe ich heute nicht, weil mir die Schlangen einfach zu lang waren, so lang, dass ich mir die 0,25-l-Flasche Cola mit Wasser aus dem Wasserhahn auffüllte, um wenigstens etwas zu getrunken zu haben neben meinem einen kleinen Bierchen ...
Man merkte so richtig, dass die Fangruppen entsprechend den Spielpaarungen wechselten: Während des Deutschland-Schottland-Spiels sah man - neben den unvermeidlichen Deutschen - auch wirklich etliche Schotten, beim Deutschland-Malaysia-Spiel winkte die eine Malaysierin eifrig ihre Fahne, plötzlich kamen argentinische Messi-Trikot-Träger (über sowas - falsche Sportart und falsches Geschlecht - rege ich mich ja immer sehr gerne künstlich auf ...) zu Hauf ins Stadion, weil die Argentinierinnen gegen die US-Amerikanerinnen spielten - und gleichzeitig wurden es immer mehr Belgier, als es in Richtung des großen Finales, des Spiels der belgischen Männer gegen Frankreich ging.
Die einzige Konstante blieb ich, auf Platz 29 in Reihe 20, ich war immer da. Ich sang zweimal die deutsche Hymne mit, die schottische auch und folgte auch dem Text der US-amerikanischen. Ich grinste viermal über das ferngesteuerte Postautochen, das den Spielball aufs Feld brachte. Ich chattete öfter mit Gemini und machte mich noch regelfester (und ich war regelfester als die meisten Belgier um mich herum, die auch bei dem einen Schuss ins Tor jubelten, der von außerhalb des Kreises kam und daher nicht zählte), ich bewunderte den belgischen Teenager vor mir, der aussah wie der uneheliche Sohn eines Bekannten (oder vielmehr: wie dessen Version mit 17, die ins Jahr 2026 eine Zeitreise gemacht hat), ich verweigerte mich konsequent allen Klatschaufforderungen der Organisatoren auch während der Eröffnungsfeier, aber die La Ola, die machte ich mit.
Als die Eröffnungsfeier, die gar nicht soooo schlecht war, aber meines Erachtens auch nicht unbedingt hätte sein müssen, um war, war Feuer in der Bude. Nach dem überraschenden 1:1 der favorisierten Argentinierinnen gegen die USA war auch hier eine Überraschung drin, denn Frankreich führte zweimal. Die beiden belgischen Ausgleiche und ganz besonders der Siegtreffer wurden frenetisch (und ich meine: frenetisch) bejubelt, das war emotional ganz definitiv ein Höhepunkt, gerade weil ich nach den beiden deutschen Spielen dann irgendwie ziemlich früh auch schon ein bisschen durch war.
An der Hitze lag es nicht wirklich, an der Sonne schon gar nicht, denn ich hatte beim Kartenbuchen ja wirklich klugerweise die Tribüne gemacht, die während fast des gesamten Tages im Schatten lag; daher geht es mir trotz fehlender Sonnencreme wirklich gut heute Abend.
Nach der Rückkehr nach Löwen überlegte ich, ob ich noch in eine Studentenkneipe hier am Alten Markt gehe, aber das war mir ein bisschen weit, daher kaufte ich etliche Getränke im Spätshop, süffle jetzt mein Stella Artois und schaue morgen, wie ich mich nach Deutschland durchschlage. Das wird schon klappen.
Denken werde ich an den einsamen Ersatztorwart, der die Ausrüstung für die Strafecken (bei denen einige Feldspieler zusätzliche Schutzkleidung anziehen) während der Halbzeit ganz allein über den Platz zog, und an angetrunkenen Belgier, der die Trompetensequenz, auf die hin die Belgier immer "olé" riefen, nachgrölen wollte. Ein paar haben sogar verstanden, was er meinte, und riefen "olé".
Gute Nacht!
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| Löwen I |
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| Löwen II |
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| Am Stadion (Flaggen in französischsprachiger Reihenfolge) |
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| Schottinnen waren da |
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| Fritten mit Frikandel |
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| Eröffnungsfeier |
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| Postauto, das den Ball gebracht hat |
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| Einsamer Ersatztorwart auf dem Weg zum anderen Tor |
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| Jubel nach dem belgischen Sieg |
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| Teuer, aber kein Desaster! |
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| Bei diesem Blick auf die Freiheitsbrücke hatte ich ... |
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| ... Frühstück heute Morgen |
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| Gedenkveranstaltung auf dem Heldenplatz |
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| Mondinstallation |
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| Heldenplatz in seiner ganzen Schönheit (das rote Ding ist wegen des Formel-1-Rennens am Wochenende) |