Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 11. Oktober 2026

Der Wiizemersteg und das Wikipedia-Denkmal

... waren diese Woche meine Reiseziele, um die Zwei-Wochen-Herausforderung aufrechtzuerhalten - jetzt bin ich auf dem Heimweg aus Frankfurt (Oder): Das war ein wunderbares Wochenende ...

Letzte Woche Donnerstag war ich in den Schwarzwald gefahren, weil wir am Wochenende noch meinen Geburtstag nachfeiern wollten - auch das fand ich eine gelungene Veranstaltung, diesmal nicht in der Bonndorfer Gastronomie, sondern in der benachbarten Weltstadt Ühlingen-Birkendorf. (Die Bonndorfer Gastronomie kann sich aber nicht beklagen, denn am Freitag Abend nach meiner Ankunft sind wir mit den Nachbarn im Schnitzer sehr schön versackt, herrlich ... Und das Arbeiten am Feiertag klappte dann doch auch überraschend gut!)

Am Montag war so wunderbares Wetter, dass ich schon um kurz vor 17 Uhr Feierabend machte und an den Wiizemersteg fuhr. Ich lief über die Grenze und setzte mich auf Schweizer Seite auf eine Bank. Die Sonne schien mir ins Gesicht, es war noch einmal richtig warm, das war sehr, sehr schön ...

Am Dienstag Abend fuhr ich dann schon wieder zurück nach Hannover, und am Freitag Abend ging es zu den Freunden in Halle, bei denen ich wieder einmal ein bisschen am Familienleben teilnehmen konnte. Der Bub spielte am Samstag Basketball und legte einen Diego-Maradona-1986-gegen-England-Gedächtnis-Korbleger über das halbe Feld hin (großer Jubel!) - und danach waren wir in einer spanischen Kette, von der ich sonst nicht so begeistert bin, aber diesmal war ich hochzufrieden mit den Tapas ...

Am Abend besprachen meine Studienkollegin und ich mit ihrem Mann die 15-Länder-Tour, die sie und ich zusammen mit zweien der drei Kinder für das Frühjahr 2027 geplant hatten. So richtig begeistert war der Kindervater nicht und brachte sachliche Argumente vor, die schwer zu widerlegen waren. Der Typ ist einfach viel zu wenig reiseverrückt, das geht doch nicht!

Heute brach ich dann aber - meine Verrücktheit siegte über die Vernunft - schon einigermaßen früh (und noch vor den Palatschinke!) auf, um mal kurz nach Słubice in Polen, über die Grenze aus Frankfurt (Oder), zu fahren - denn so müsste ich erst am 25. Oktober - auf dem Heimweg aus dem Schwarzwald nach Hannover - wieder eine Staatsgrenze überqueren, in dem Fall zweckmäßigerweise bei der Rückfahrt über den Badischen Bahnhof in Basel. Gesagt, getan, zumal Wilma, der Datenschutz-Mops, den ich auf der Arbeit beim Datenschutz-Memory gewonnen hatte (der Rekord steht immer noch!), noch nie in Polen gewesen war ...

Die Wauwine wurde vor dem Wikipedia-Denkmal in Słubice abgelichtet, und nach der Rückkehr nach Frankfurt (Oder) ging es - der Busfahrer war verspätet abgefahren - im Laufschritt zurück zur Regionalbahn nach Berlin, die ich aber noch erwischte ...

Jo, und morgen geht es wieder los mit der Arbeit nach diesem schönen und entspannten Wochenende ...

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Auf der Karte oben sind nun Palau (für den März) und Venezuela (für den Juli) orange, das heißt unter ernsthafter Überlegung. Naja, ehrlich gesagt: Ich bin mit der Planung - intellektuell und emotional - schon ziemlich weit ...

Vielleicht verkürzen wir Hongkong und Taipeh/Taiwan ein bisschen, weil meine Ma etwas Sorge zu haben scheint, dass ich sie durch diese Großstädte scheuche, vielleicht verlängern wir Palau sogar ein bisschen, das gucken wir mal - aber nach einer kurzen Schrecksekunde vorletzte Woche bin ich (und ich glaube, ist auch meine Ma) schon wieder deutlich zuversichtlicher, dass das mit der großen Geburtstagsreise was wird.

Die Südamerika-Reise ist - bis auf ihr Herzstück, das WM-Spiel oder die WM-Spiele in Brasilien - schon fast gebongt (vorbehaltlich der Zustimmung von Chef und Kolleginnen und Kollegen - falls die das hier lesen: schöne Grüße) - es hat mich letzte Woche schon gejuckt, irgendwas Kleines schonmal zu buchen, etwa die Ankerflugreise Punta Arenas - Falklands - Punta Arenas ... Mal gucken, wenn alles gut läuft, buche ich das vielleicht schon nächste Woche - das wäre doch was, oder?!

Ich habe jedenfalls in den letzten Tagen schon einmal nach Hotels geschaut und auch etwa in Cayenne und in Caracas durchaus schöne gefunden; auch in Punta Arenas habe ich etwas im Auge und in Stanley auf den Falklands ebenfalls (selbst wenn dort angesichts der Preise auch ein bisschen Tränen im Auge sind, aber irgendwie müssen die den vergleichsweise günstigen Flug ja auch ausgleichen ...).

Ich muss mal schauen, ob ich je nach Spielort(en) der deutschen Mannschaft Bogotá/Caracas noch zwischen zwei deutsche Spiele schiebe, aber das hängt halt alles von der Auslosung am 11. Dezember ab. Sobald feststeht, wo die deutsche Mannschaft spielt, würde ich da - wenn jefe und collegas mitspielen - vielleicht schon anfangen zu buchen ...

Und auch für die Neufundlandreise gibt es neue Entwicklungen zu berichten: Ich habe neulich mit dem Copilot (der KI von Microsoft) gechattet, und da haben wir ausgeheckt, dass man sich vielleicht - neben St. John's mit dem östlichsten Punkt Kanadas, der Avalon-Halbinsel und Saint-Pierre und Miquelon - auch noch ein bisschen weiter über die Insel trauen könnte. Der Gros-Morne-Nationalpark ist ein ganzes Stück zu fahren, aber Nina und ich sind ja schon auf den Färöer sehr gerne Auto gefahren ... Als ich mir anschaute, wo der Gros-Morne-Nationalpark liegt, fiel mir auf, dass man von dort aus auch einen kleinen Ausflug noch weiter in den Norden von Neufundland machen könnte - und womöglich sogar rüber nach Québec übersetzen könnte.

Bisher habe ich es ja so gehalten, dass ich pro Kanada-Reise genau eine Provinz besucht habe (2009 Ontario und 2012 British Columbia, und jetzt für 2027 war ja die Provinz Neufundland und Labrador - das ist eine gemeinsame Provinz! - angedacht), aber wenn man schonmal in der Nähe - naja, in der Nähe - von Québec ist, könnte man das ja auch mitnehmen, zumal die Fahrt dort hoch auf Google Maps nicht furchtbar aussieht.

Die KI meinte dann, dass man mit ein paar Tagen mehr das schon besser ins Auge fassen könnte, und als ich heute im Gespräch mit Nina feststellte, dass sie vom 4. August an Urlaub beantragt hat (abgesprochen war eigentlich der Samstag, der 7. August), betrachtete ich das als Zeichen, dass man vielleicht doch zehn Tage planen könnte ... Verrückt? Wer? Ich? Neihein, wenn, dann Nina und ich!

Auch hierzu werden Chef, Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Tagen befragt - und am 21. November treffen Nina und ich uns in Wiesbaden zur Planungssitzung. Wer weiß, vielleicht kann da auch schon eine Flugbuchung vermeldet werden?!

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Der Retro-Blog zur Nordlandreise geht auf die Zielgerade - heute gibt es keinen neuen Eintrag, weil ich diesen aktuellen Blogartikel geschrieben habe, aber seit dem letzten aktuellen Blog gab es etliche Einträge:

7. August 2000 - Ruhetag in Lakselv
8. August 2000 - Fahrt von Lakselv nach Narvik
9. August 2000 - Fahrt von Narvik nach Mo i Rana
10. August 2000 - Fahrt von Mo i Rana nach Trondheim
11. August 2000 - Aufenthaltstag in Trondheim
12. August 2000 - Fahrt von Trondheim nach Lillehammer
13. August 2000 - Aufenthaltstag in Lillehammer
14. August 2000 - Fahrt von Lillehammer nach Bergen
15. August 2000 - Aufenthaltstag in Bergen
16. August 2000 - Fahrt von Bergen nach Oslo
17. August 2000 - Aufenthaltstag in Oslo

Wenn nicht noch etwas Schwerwiegendes passiert (etwa ein spontaner Ausflug nach Timbuktu, da würde mein Chef aber gucken, hihi ...), wird am kommenden Freitag im Retro-Blog die glückliche Heimkehr nach Bonndorf im Jahr 2000 gefeiert ...

Und am darauffolgenden Wochenende (23./24. Oktober) könnte es dann schon weitergehen mit ... einer weiteren Retro-Serie. Höhö, ich spoilere jetzt hier doch nicht!

Meistfotografierter Wiizemersteg aller Zeiten

Schweizer Bank - gute Aussichten

Tapas in Halle

Currywurst mit Brötchen (und Brausewerbung, falls man sie übersieht)

Der junge Hund und die Wikipedia

Dienstag, 29. September 2026

Geschenke zum Verreisen

... habe ich am Samstag erhalten, und ich habe mich richtig über jedes einzelne von ihnen gefreut.

Ich war entschlossen, ein paar Freunde/Kollegen zum Brunch einzuladen, doch die ließen es sich nicht nehmen, mich noch reicher zu beschenken - das war nicht der Sinn der Sache, ganz und gar nicht, aber gefreut habe ich mich sehr, und über jedes der Geschenke werde ich ausführlich berichten im Laufe der nächsten Wochen und Monate.

Das erste Geschenk war ein Gutschein für eine Fahrt nach Helgoland – da war ich schon in Honduras und in Hammerfest, aber auf Helgoland war ich noch nie. Ich lag den beiden Freunden aus Cuxhaven schon den ganzen Sommer in den Ohren, dass ich gern mal mit ihnen dorthin wollte - dementsprechend freue ich mich nicht nur auf das Wochenende mit den zweien (das ist immer gut), sondern auch darauf, die einzige deutsche Hochseeinsel endlich einmal zu besuchen - und Schiffchen gefahren wird dabei auch noch: Besser geht es ja fast nicht ...

Das zweite Geschenk ist ein Gutschein für ein Spiel der Recken aus Hannover/Burgdorf: In den Handballsport bin ich erst hier in Hannover so richtig eingeführt worden, klar, Olympia und WM und EM habe ich schon vorher geguckt, aber diese breite Verankerung, die der Handball hier in der Ecke und auch gerade im Kreise der Kollegen hat, macht es einfacher und manchmal sogar erforderlich, auch die Handball-Bundesliga zumindest halbwegs zu verfolgen, und noch besser ist es natürlich, wenn man live und vor Ort dabei ist (und noch jemand Handballkundiges dabei hat!). Auf dieses Spiel freut sich nicht nur, aber auch der Masochist in mir, denn vom Klatschen werden mir wieder die Hände wehtun ...

Das dritte Geschenk, das ich erhalten habe, war ein Buch. Schon die erste Seite überraschte mich, weil ich zwar wusste, dass Madame gut zeichnen kann, aber ich wusste nicht, dass sie so gut zeichnen kann (das war eine Zeichnung von Wilma in Belgrad, die fast fotorealistisch war – unglaublich). Danach musste ich erst einmal das Konzept des Ganzen verstehen, aber das finde ich unglaublich spannend, schon allein, weil zwar die Künstliche Intelligenz verwendet wurde, um meinen Blog zu durchforsten, die Fragen aber (und auch die späteren Antworten von mir) handschriftlich erfolgen sollen (wenn die Leutchen meine Handschrift lesen können, höhö) …

Ich bin schon sehr gespannt darauf, sicher nicht beim Handball und wahrscheinlich nicht auf der Fahrt nach Helgoland, aber an irgendeinem Flughafen oder in einem Flugzeug, die Fragen aus dem Reisebuch zu beantworten – und ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir die Antworten dann zusammen diskutieren … Die erste Runde wird definitiv auf mich gehen (den konnte ich nicht lassen …)!

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Am letzten Mittwoch war ich, bevor am Donnerstag die Freunde aus Cuxhaven kamen und bevor die aktuelle, erwartungsgemäß intensive Arbeitswoche anfing, noch kurz in den Niederlanden – dazu setzte ich mich wieder in den ICE nach Bad Bentheim, stieg dort um in die Bimmelbahn nach Oldenzaal, lungerte dort eine halbe Stunde am kleinen Bahnhof herum und stieg dann in den Gegenzug ein. Mit dem fuhr ich bis Rheine und dort wieder in den ICE aus Amsterdam – am Ende war ich um 23 Uhr zuhause und hatte meine Zwei-Wochen-Serie wieder auf Null gesetzt. Alles wunderbar … Diese Verbindung könnte mein „Wiizemersteg des Nordens“ werden, die Verbindung, mit der ich relativ fix aus Hannover eine Staatsgrenze überquert kriege, wenn es notwendig wird, notfalls auch mal mit einer kleinen Abendtour. Ich hatte die Verbindung nach Bad Bentheim und die Weiterreise in die Niederlande irgendwie als länger eingeschätzt und dementsprechend nicht so intensiv in Betracht gezogen, aber in Wirklichkeit ist man in sechs, sieben Stunden von Haustür zu Haustür und noch vor Mitternacht im Bett …

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Gestern und heute Abend habe ich den Feierabend genutzt, um mal ein bisschen intensiver in die Reiseplanung für Südamerika 2027 einzusteigen. Im Juni/Juli 2027 findet ja die Fußball-WM der Frauen in Brasilien statt, und das könnte eine schöne Gelegenheit sein, mal wieder durch Südamerika zu reisen. Ich befragte also ausführlich den Copilot zu möglichen Planungen (Caracas mir aus Sicherheitsgründen ausreden zu wollen hat er schon lange aufgegeben …) – und im Moment klingt das Folgende für mich relativ rund.

Ich würde irgendwo in Deutschland oder aber in Zürich starten und – höchstwahrscheinlich – über Paris nach Cayenne in Französisch-Guayana fliegen. Das wäre mein 19. abhängiges Gebiet, auch wenn es ein vollwertiger Bestandteil der Französischen Republik ist (das Schengener Abkommen gilt allerdings nicht). Von dort aus würde ich gerne über Land – wahrscheinlich in zwei Tagesetappen – nach Oiapoque an der französisch-brasilianischen Grenze (allein das klingt doch schon großartig, „französisch-brasilianische Grenze“ …) und von dort in einer langen Etappe nach Macapá in Brasilien reisen. Das geht wohl mindestens im Jeep, vielleicht auch im Bus, das würde ich mir dann vor Ort ansehen oder in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Reise.

Macapá liegt an der Amazonas-Mündung, von dort kann man mit der Fähre über mehr oder weniger den offenen Atlantik nach Belém fahren oder aber mit dem Flugzeug in den Rest Brasiliens reisen.

Je nach Spielort bzw. den Spielorten der deutschen Frauen würde ich dann wahrscheinlich wild in Brasilien herumreisen – die Auslosung ist erst am 11. Dezember, erst dann kann ich in die mittelgenaue Planung einsteigen, aber ich bin echt froh, dass in den letzten zwei Tagen aus den ominösen Gedankenspielen (naja, sooo ominös waren sie nun auch wieder nicht, aber trotzdem) ein schon etwas durchdachterer Plan geworden ist (mit, nunja, knapp 40.000 Flugkilometer, damit ich auch schön das Reisebuch befüllen kann, nur deswegen!).

Von Brasilien aus – wo auch immer das letzte Spiel sein mag, das ich besuche – würde ich dann, und das ist der Clou von heute Abend, nach Bogotá in Kolumbien fliegen wollen. Von dort kommt man einigermaßen günstig nach Caracas und wieder zurück; wenn Caracas bzw. Venezuela (das wäre planmäßig dann mein 174. Land) bis Sommer dann irgendwie doch wieder komisch würde, könnte man die Teiletappe im Notfall in den Wind schießen und ein paar schöne Tage in Bogotá verbringen (hätte dann aber natürlich Venezuela verloren). Zudem bräuchte ich für die angedachten zwei Tage in Caracas kein großes Gepäck und würde das dann irgendwo in Bogotá im Hotel einschließen wollen.

Von Bogotá würde es dann in jedem Fall nach Santiago de Chile und von dort weiter nach Punta Arenas gehen, denn von dort geht einmal wöchentlich – aktuell samstags – der Flieger auf die Falklands, mein 20. abhängiges Gebiet. Da würde ich dann notgedrungen eben die ganze Woche bleiben (drei Tage würden wahrscheinlich auch schon reichen, aber so viele Flüge gibbet halt nich) und mir die Pinguine und die Gedenksteine an den Falkland-Krieg anschauen und vielleicht auch einmal ein bisschen die Seele baumeln lassen (Wie bitte, auch die Pubs von Stanley durchtesten? Ruhe dahinten!).

Nach der Rückkehr nach Punta Arenas (oder, wenn sich das zeitlich besser ausgeht, im Zweifel auch davor) würde ich – das hat mich gestern und heute schon so’n bisschen gejuckt – gerne mit der 32-Stunden-Fähre nach Puerto Williams auf der Insel Navarino – noch südlich von Feuerland (!) – reisen und von dort zurück nach Punta Arenas und Santiago fliegen, um von da die Rückreise nach Europa anzutreten.

Das Ganze hätte halt den Charme, dass ich nicht nur zwei neue abhängige Gebiete und – mit deutlichem Abstand – den südlichsten Punkt meines Lebens besucht, sondern mit dem 174. Land namens Venezuela auch alle unabhängigen Staaten Südamerikas gesehen hätte. Südamerika wäre daher der erste (!) Kontinent, bei dem mir das gelingt. In Nordamerika fehlt noch Haiti, in Europa noch Südossetien und in Antarktika, öhm, eben Antarktika, aber completo habe ich noch keinen Kontinent, das wird höchste Zeit.

Jetzt müssen nur noch Chef und Kolleginnen und Kollegen mitspielen, wenn ich da gefühlt vier Wochen unterwegs sein will, aber die sind Kummer mit mir jedenfalls gewöhnt.

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Wer in die Titelzeile schaut, sieht, dass ich aktuell bei 172 besuchten Ländern (plus Niger) stehe, wo ist denn, wenn Venezuela (siehe oben) die 174 wäre, die 173 hin? Nun, das 173. Land hofft immer noch die Republik Palau zu werden, im März. Jetzt müssen wir mal gucken, ob wir das alles hinkriegen, im suboptimalen Fall müssten wir umplanen, aber ich bin noch immer sehr hoffnungsfroh, dass meine Ma und ich am 19. März 2027 irgendwo in Palau in See stechen …

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Entsprechend dem Beschluss Nr. 1 des Blogautorenkollektivs vom 18. September 2026 (einstimmig, 1:0) erfolgt heute keine Veröffentlichung eines Retro-Blog-Eintrages. Der Link auf die Nordlandreise 2000 oben rechts in der Spezialseitenleiste gilt immer noch, und in den letzten Tagen konnten die Leserinnen und Leser folgende spannenden Geschichten (und Kommentare) lesen:

30. Juli 2000 – Fahrt von Tallinn nach Helsinki (Finnland)

31. Juli 2000 – Aufenthaltstag in Helsinki

1. August 2000 – Fahrt von Helsinki nach Lapinlahti

2. und 3. August 2000 – Aufenthaltstag in Lapinlahti

4. August 2000 – Fahrt von Lapinlahti nach Rovaniemi

5. August 2000 – Fahrt von Rovaniemi nach Lakselv (Norwegen)

6. August 2000 – Ausflug ans Nordkapp und nach Hammerfest

Auch die übrigen Entwürfe wachsen und gedeihen, inzwischen hat mir der Copilot einen Veröffentlichungsplan bis 2028 (!) ausgespuckt, mal sehen, wann der letzte Retro-Eintrag das Licht des Blogs erblickt …

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Wie passend, dass der 100. Eintrag dieses Jahres nicht nur die Geburtstagreise meiner Ma (Palau), sondern auch meinen Geburtstag beschreibt - da kommt man ja aus dem Feiern gar nicht mehr heraus ...

Sonntag, 20. September 2026

"Vorteil Germany"

So sagten die Schiedsrichter das gestern immer an - beim Davis-Cup scheint es so zu sein, dass der Spielstand grundsätzlich zuerst mehr oder weniger in der Landessprache und dann auf Englisch genannt wird. 

Das sorgte bei den Schiedsrichtern für kaum verständliche Ansagen, sodass ich erst verstand, dass die Zuschauer bitte die Plätze schnell einnehmen mögen, als sie das Ganze noch einmal auf Englisch wiederholten, aber "funfzehn - dreisig" hat man schon verstanden ... Und fürs Bemühen gibt es definitiv eine Eins!

Ich hatte von vorgestern auf gestern schlecht geschlafen, wahrscheinlich führten die Kriegspommes noch Rückzugsgefechte in meinen Eingeweiden, aber das größere Problem war, dass ich so zügig zum Bahnhof hechtete, dass ich vergaß, ausreichend zu trinken und ausreichend Getränke mitzunehmen.

Ich hatte gestern nicht meinen beinahe mit meinem Körper zusammengewachsenen Rucksack dabei (den hätte ich nicht in die Arena mitnehmen dürfen, weil zu groß), sondern nur einen Jutebeutel, und da drin hatte ich nur die eine 0,5-l-Flasche, die ich in die Arena würde mitnehmen dürfen.

Der ICE nach Bielefeld fuhr leidlich pünktlich, ebenso wie der Bus nach Halle (Westf.). Ja, ich bin einer von IHNEN!

In Halle stieg ich eins vor dem Bahnhof aus, weil ich noch einen kleinen Bummel durch das 20.000-Einwohner-Städtchen machen wollte - und ich war positiv überrascht, da gibt es doch das eine oder andere hübsche Fachwerkhaus, das kann man sich durchaus mal anschauen.

Ich kaufte mir noch eine Spezi und marschierte dann zur Arena, die aber erst um 12 Uhr öffnen sollte - die Schlange war jedoch um 11.45 Uhr schon ziemlich lang. Ich stellte mich ans Ende der Schlange, anders als manche andere Menschen, Jung wie Alt, die vom Parkplatz kamen und einfach in die Schlange rückten. Wenn mir die Generation der 70-Jährigen nochmal was von Anstand erzählen will, erzähle ich denen von gestern - unglaublich ... (Und nein, die sahen nicht so gebrechlich aus, dass sie zusammengeklappt wären, wenn sie sich hinten eingereiht hätten.)

Der Einlass auf das Arenagelände klappte angenehm zügig, das muss ich loben, eine größere Versicherung verteilte eifrig Kappen (die nahm ich natürlich auch mit), dann aß ich eine Bratwurst, ein Fischbrötchen und trank eine niedrige einstellige Anzahl von Bieren sowie eine weitere Spezi.

Ich hätte noch einmal auf die Toilette gehen sollen, denn nachdem ich die Stufen in den Oberrang hochgestiegen war, stellte ich fest, dass es da oben keine sanitären Einrichtungen gab. Hmpf. Ich entschied mich nach zehn Minuten an meinem Platz, noch einmal abzusteigen, zumal die Treppenhäuser für meinen Block zunächst noch gesperrt waren und ich mich durch gefühlt ein Viertel des Umlaufs kämpfen musste, um überhaupt zu einem Mundloch zu kommen.

Das Publikum war eindeutig "tennisig", die Atmosphäre war ganz anders als bei einem Fußballspiel, irgendwie waren die Leute, wie soll ich sagen, schicker, viele ältere Leute waren dabei (auch solche, die sich nicht vordrängeln, selbst wenn es so ein Hallodri am Fischbrötchenstand auch noch einmal versuchte, bevor er von der eigenen Familie zurückgepfiffen wurde ...), und bei den Aufschlägen und während der Ballwechsel war a Ruh: Die Arena war nicht voll, 11.500 Menschen passen angeblich rein, 8.000 waren wohl da, aber so schlagartig, wie die still wurden, wenn die Spieler (beider Mannschaften!) zum Aufschlag ansetzten, das war echt beeindruckend.

Zwischen den Ballwechseln aber war da durchaus Stimmung, das fand ich schon schick, mir taten am Ende die Hände vom Klatschen richtiggehend weh; ein paar Kinder riefen immer mal wieder "Let's go, Zverev, let's go" (für meinen Geschmack kam das immer einen Ticken zu spät, aber die Halle ließ es sich nicht nehmen, immer noch zweimal rhythmisch zu klatschen danach).

Vor dem ersten Match hatte es noch einen offiziellen Hinweis des Weltverbandes gegeben, so nach dem Motto, dass es zwar okay, wenn die Menge beim Davis-Cup partisan, also parteiisch, sei, aber fair müsse es schon sein, und das klappte auch wirklich sehr gut ...

Dass Alexander Zverev seine Partie relativ souverän gewann, auch wenn der junge Kroate echt gut war, und dass Daniel Altmaier seine Partie relativ deutlich verlor, obwohl er im ersten Satz sogar das erste Break gemacht hatte, kann man in den Nachrichten nachlesen; es stand also nach dem ersten Tag 1:1, heute kommen nochmal ein Doppel und zwei weitere Einzel.

Aber ein paar Sachen sind mir aufgefallen, und die will ich zum Besten geben:

Es gibt noch Linienrichter, aber da wird auch schon so weit rationalisiert, dass der Linienrichter, der beim Aufschlag auf die richtige Länge achten muss, nach jedem zweiten Aufschlagspiel von der einen Platzhälfte zur anderen rüberlatschen muss, und im Tiebreak nach jedem zweiten Punkt.

Um den ganzen Platz herum waren je vier Handtuchhalter verteilt, und für jedes Land gab es jeweils einen - darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber bei der Vorstellung, dass man versehentlich den Schweiß vom Gegner in sein Gesicht schmiert, schüttelt es mich noch heute ... Pfui!

Die Mundlöcher von den Aufgängen in die Halle werden nur während der Seitenwechselpausen geöffnet, und wer den Seitenwechsel verpasst, muss am Mundloch stehend warten bis zum nächsten Seitenwechsel. Erst dann dürfen die Leutchen (und zwar "quickly, please!") zu ihren Plätzen huschen ...

Und das eine Ballmädchen zupfte sich nach jedem Lauf ihre Kappe zurecht, nach jedem!

Insgesamt fand ich die Organisation der Ballkinder aber echt spannend zu sehen - so rollen die Netz-Ballkinder die Bälle bewusst hinter die Kinder, die dem Aufschläger gerade die Bälle angeben, damit die angebenden Kinder nicht gestört werden und trotzdem, nachdem der Aufschläger abgenickt hat, schnell die Bälle aufnehmen können. Und notfalls gibt auch ein Netz-Ballkind den Ball an, wenn den anderen Kindern die Bälle ausgegangen sind oder der Aufschläger halt ihn anguckt - das funktioniert echt klasse ...

Nach dem Ende des zweiten Matches sah ich, dass die Bahn nach Bielefeld, die ich eigentlich schon abgeschrieben hatte, verspätet war, sodass ich sie doch noch erwischen konnte, also machte ich mich auf zum Bahnhof in der Nähe der Halle. Trotz großen Andrangs erwischte ich noch einen Sitzplatz, den ich bis Bielefeld nicht wieder hergab (es muss ja einen Vorteil haben, einer von IHNEN zu sein).

(Wie, ich dürfte gar nicht erwähnen, dass ich zu IHNEN gehöre, also zu denen, die behaupten, dass es Bielefeld gebe, obwohl das gar nicht stimmt? Dass ich so die Bielefeld-Verschwörung ad absurdum führe? Ach, papperlapapp!)

In Bielefeld erwischte ich einen verspäteten ICE nach Hannover, der nochmal mehr Verspätung auflud, weil er in Bielefeld wartete, weil in Wunstorf, kurz vor Hannover, angeblich Betrunkene im Gleis waren, aber insgesamt war ich doch überraschend früh, gegen 21 Uhr, daheim - und ging zügig ins Bett ...

Fotos von gestern (danach geht es mit heute weiter!)

Keine Erdbeeren wie in Wimbledon - nur Bratwurst und Bier ...

Netzmesser und Platzwischer

Hymnen

Zverev schlägt auf

Nochmal Hymnen, jetzt mit Arena

Davis-Cup!

Halle (Westf.), vom Lindenplatz

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Heute Morgen war ich dann überraschend früh ausgeschlafen und ging entspannt duschen. Ich fuhr zum Bahnhof und erwischte einen früheren ICE, aus dem ich in Gelsenkirchen aussteigen und von dort mit der Regionalbahn weiter nach Oberhausen fahren sollte.

Da ich mit dem Gastgeber ausgemacht hatte, dass er mich so gegen 12 Uhr in Oberhausen am Hauptbahnhof abholt, hatte ich ein bisschen Zeit, um mich beim Umsteigen noch ein wenig in Gelsenkirchen umzuschauen ...

Ich hätte es besser gelassen ...

Nun bin ich aus bonusfamiliären Gründen der Stadt Gelsenkirchen schon ganz grundsätzlich in herzlicher Abneigung verbunden (heja BVB - Schlacke 05 und so ...), aber Gelsenkirchen ist trotzdem furchtbar. Ja, okay, es hat geregnet, aber das machte es nur noch schlimmer ...

Bei der Männer-Fußball-EM 2024 hatten alle Austragungsstädte im offiziellen Logo ein Wahrzeichen: die Frankfurter ihren Römer, die Kölner ihren Dom und die Berliner das Brandenburger Tor. Für Gelsenkirchen war das Musiktheater Bestandteil des Logos, und weil mir das gar nix sagte, fuhr ich heute einfach mal hin ...

Die Busfahrt klappte recht gut, aber es ging halt auch an echt unschönen Stellen vorbei. Die Georgskirche, an der wir abbogen, war sogar noch recht ansehnlich - aber als wir am Musiktheater ankamen, dachte ich nur: "Leute, ehrlich?!"

Mag sein, dass das Ding innen schön ist und die Musik bzw. das Theater drinnen ganz toll, aber von draußen ist jedes Sparkassengebäude fast schöner anzusehen ... Und sowas ist Wahrzeichen?

Ja, die Farbgestaltung (blau-weiß) tut ihr Übriges zu dem negativen Eindruck, aber mir blieb nichts anderes übrig, als schleunigst den Rückzug nach Oberhausen anzutreten. Wenigstens funktioniert die Stadtbahn ganz gut, auch wenn die Synchronisierung mit Google Maps unterirdisch war (aber daran ist vielleicht Gelsenkirchen nicht zwingend allein schuld).

Ich nahm den ICE nach Offenburg (!), stieg aber nach elf Minuten Fahrt in Oberhausen aus und wurde abgeholt.

Die Feier war ganz großartig, sehr, sehr freundliche Menschen diese Ruhrgebietler - das hat richtig Spaß gemacht.

Jetzt sitze ich im ICE zurück nach Hannover (das Gastgebertaxi hat mich nach Duisburg gefahren, damit ich den Zug noch erwische ...) und freue mich über das sehr gelungene Wochenende, zumal die Deutschen auch noch im Davis-Cup gewonnen haben ...

Dokumentation des Grauens (peinlicherweise hält mein Zug jetzt gerade in Gelsenkirchen - Ironie des Schicksals):

Musiktheater Gelsenkirchen

... in ganzer, frontaler, öhm, "Schönheit" ...
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Ich bin noch ein wenig am Experimentieren, wie ich das mit dem Retro-Blog am besten handhabe. Ich habe jetzt rechts in der Sonderseiten-Liste ganz oben neben dem aktuellen Blogeintrag auf die Reise verlinkt. Über den Link kommt man also auf die Nordland-Reise, jedenfalls solange, bis eine neue Retro-Serie beginnt und der Link hierauf den Link auf die Nordland-Reise ersetzt. (Der Link klappt auch über die mobile Version, aber da muss man auf "Verschieben" klicken, dann öffnet sich ein Drop-down-Menü, dessen oberster Punkt wiederum der Link auf die Retro-Serie ist ...)

Ich habe auch überlegt, ob ich den Retro-Blog zunächst unter aktuellem Datum veröffentliche und erst nach Abschluss einer Serie ins richtige Jahr (im Falle der Nordlandreise ins Jahr 2000) umziehe, aber dann kommen sich aktuelle und Retro-Einträge in die Quere, das finde ich auch nicht so großartig.

Gucken wir mal, wie diese Lösung funktioniert - wohlmeinende Kommentare, Hinweise und Vorschläge nehme ich gerne entgegen.

Sei es, wie es sei, seit dem Blog am Freitagabend ist nur - gestern - der Eintrag vom 29. Juli 2000 hinzugekommen:

29. Juli 2000 - Fahrt von Jurmala nach Tallinn (Estland)

Die Nordlandreise steht textlich offenkundig schon, danach kommen - in noch offener Reihenfolge - die China-Studienreise 2001, die Große Balkantour 2004 und die Kleine Balkantour 2005 mit meinen Eltern und die Interrail-Tour 2004 mit Marcel. Das sind die wichtigsten Reisen, zu denen ich zeitgenössische tagesgenaue Original-Aufzeichnungen habe; diese muss ich nur noch - soweit möglich - bebildern ...

Und inzwischen habe ich auch angefangen, frühere Reisen, zu denen ich keine Tagebücher von damals habe, zu dokumentieren als - so bezeichnet es der Copilot - Erinnerungsanker (also als Stichwortsammlung). Für zwei Reisen (Gibraltar 1998 und Marrakesch 1999) gibt es sogar schon Blogartikelentwürfe, die recht weit fortgeschritten sind. Für die größeren Reisen (Mittelosteuropa/Pfingsttour 1999, Karpatentour 2008, Kosovotour 2008/09, Nordamerikatour 2009, vielleicht auch Indien/Nepal 2009) muss ich erst noch recherchieren und danach zusammenschreiben - ich bin selbst gespannt, wie viele Erinnerungen ich da rekonstruieren kann, aber da bin ich zuversichtlich, die eine oder andere schöne Story zustandezukriegen.

Die Verlängerung des Blogs in die Vergangenheit könnte also wirklich was werden, zumal meine Ein-Frau-Focus Group definitiv keine Einwände erhoben hat ...

Freitag, 18. September 2026

Kriegspommes und eine Bami-Scheibe

Das war heute mein Abendessen in Hengelo in den Niederlanden - und es war echt sehr lecker (und auch lekker)!

Trotz eines sehr intensiven Arbeitstages machte ich trotzdem einigermaßen früh Schluss und fuhr mit einem ziemlich vollen ICE bis nach Bad Bentheim. Dort stieg ich, weil die BC100 im ICE nicht bis nach Hengelo gilt, das Deutschlandticket (das in der BC100) integriert ist, in der Regionalbahn aber sehr wohl, in ebendiese Regionalbahn um. Eigentlich wollte ich nur nach Oldenzaal, aber da ich dort nicht entspannt etwas zu essen bekommen hätte, blieb ich doch bis Hengelo im Zug, denn dort war das Stadtzentrum in wenigen Minuten Fußweg zu erreichen.

Als ich in Hengelo ausstieg, stolperte ich aus dem Bahnhof direkt auf den Jahrmarkt. Ich widerstand der Versuchung, einmal in der Drehschiffschaukel mitzufahren, und steuerte schnurstracks auf die zuvor ausgeguckte Kneipe zu. Dort verstand ich das Konzept nicht so richtig, weil man durchaus auch am "Kiosk" Essen bestellen und dann dort vor Ort essen kann. Das kapierte ich aber erst, als ich schon da saß und auf mein Essen (zum Mitnehmen) wartete. Das dauerte ein bisschen, sodass ich es - fast - bereute, kein Bierchen bestellt zu haben, aber das ist auch mal völlig okay so …

Friet oorlog also, "Pommes Krieg" oder "Kriegspommes", sind Pommes mit Mayo, Zwiebeln und einer Erdnusssoße - und am Ende sieht das alles, wenn man es richtig macht, auf dem Teller aus, als ob ein Krieg stattgefunden hätte. Eine bamischijf dagegen ist ein, wie Gemini es ausdrückte, Produkt der niederländisch-indonesischen Fusionsküche, denn das sind indonesische Bami-Nudeln, die in eine typisch niederländische bulettenartige Hülle frittiert werden.

Ich nahm das Paket also mit, weil ich es eigentlich am Bahnhof essen wollte, um notfalls noch mit einer halben bamischijf in der Hand in den Zug springen zu können, sah dann aber, dass ich noch genug Zeit hatte, um das Ganze auf einer Bank mitten auf dem Jahrmarkt zu verzehren.

Es waren wirklich auffällig viele Kleinkinder in Hengelo unterwegs, die ließen mich aber in Ruhe und ich sie, während ich die sehr ordentliche Portion verspeiste. Die Kriegspommes waren völlig okay und mit der Erdnusssoße durchaus interessant, die Bami-Scheibe fand ich aber richtig, richtig lecker - die Kombination aus Nudeln, ein bisschen scharf, und der Panade außenherum war echt klasse. Das esse ich wieder, wenn ich in den Niederlanden bin.

Nach exakt einer Stunde und 28 Minuten in den Niederlanden (deutlich länger als heute Morgen geplant) war ich nun auf dem Weg nach Rheine, denn der ICE, den ich in Bad Bentheim erwischen wollte, fiel aus und der Ersatz-ICE fuhr erst ab Rheine. Es war so ein bisschen unklar, ob der ICE, der da ohne Zielanzeige stand, tatsächlich unserer sei - nach ein paar Minuten Warten draußen war's mir zu blöd und ich setzte mich rein. Siehe da: Es ist mein Zug, und ich bin zuversichtlich, so gegen 22 Uhr in Hannover aufzuschlagen.

Morgen geht es dann zum Davis-Cup nach Halle (Westf.), da freue ich mich schon richtig drauf. Ich hab mir auch spontan noch einen (generischen) Deutschlandschal bestellt; der wurde mir wenig überraschend nicht geklaut, obwohl der Amazon-Bote das Paket auf den Briefkasten stellte. Ich hasse es ja wie die Pest, mit einem - z. B. - Fußballschal zum Handball oder Hockey zu gehen, ich hasse es auch, mit einem Männer-Fußballtrikot zu einem Frauen-Fußballspiel zu gehen, aber dieser ganz billige (im wahrsten Sinne des Wortes) Deutschlandschal ohne Sportartbezug, der gefällt mir ...

Und am Sonntag geht es dann noch einmal auf Fahrt, ins Ruhrgebiet, da bin ich zu einer Taufe eingeladen.

Da ich heute einen aktuellen Eintrag geschrieben habe, gibt es - das habe ich jetzt so beschlossen mit 1:0 Stimmen im Blogautorenausschuss - keinen Retro-Blogeintrag. Dementsprechend sind nur folgende zwei Einträge hinzugekommen:

27. Juli 2000 - Aufenthaltstag in Lesnoje (Russland)
28. Juli 2000 - Fahrt von Lesnoje über Litauen nach Jurmala (Lettland)

Auch diese beiden Einträge sind über den Sprung in den Juli 2000 zu erreichen:


Bamischijf

Bamischijf oben und friet oorlog unten, noch in halbwegs geordneter Formation


Dienstag, 15. September 2026

Spontan nach Halle

... fahre ich ja nicht sooo selten, aber da geht es meist um Halle (Saale). Nach Halle (Westf.) fahre ich dagegen am Samstag zum ersten Mal: Ich hatte erst vor ein paar Tagen festgestellt, dass am Samstag und Sonntag die deutschen Tennis-Männer ihre Davis-Cup-Qualifikation gegen Kroatien spielen, und heute habe ich mir noch eine Karte für durchaus bezahlbare 42 Euro besorgt. Ich sitze zwar hinter dem Platz, aber wenigstens erspare ich mir so das typische Hin- und Herdrehen des Kopfes und habe stets den ganzen Platz im Blick ...

Ich bin sehr gespannt auf die Stimmung beim Davis-Cup, auch wenn ich keinen Vergleich habe, wie es normalerweise bei Tennisturnieren zugeht, weil ich noch keines besucht habe bisher. Aber auch das kann man ja nachholen, wenn mir das am Samstag gefällt.

Ich werde die ersten beiden Einzel sehen, und Stand jetzt ist noch nicht klar, ob Alexander Zverev für Deutschland mitspielen wird oder nicht - am Ende ist mir das aber fast wurscht, denn wenn Deutschland spielt, spielt Deutschland ...

Nun "erfordert" es meine Zwei-Wochen-Herausforderung ja, dass ich bis Montag mal wieder eine Staatsgrenze überquere. Eigentlich hatte ich - ich bin am Sonntag im Ruhrgebiet zu einer Taufe eingeladen - vor, dafür den Samstag zu verwenden. Das klappt jetzt aber halt nicht, und ich hatte mir schon überlegt, dass ich dann eben am Freitag Abend in Richtung Frankfurt (Oder) fahre und dort über die Grenze hüpfe.

Irgendwie hatte ich die Entfernung nach Bad Bentheim überschätzt und dafür die Häufigkeit der Verbindungen in die Niederlande unterschätzt, denn das kann man durchaus mal nach Feierabend machen. So werde ich also am Freitag voraussichtlich so gegen 16 Uhr in Richtung Niederlande fahren, in Oldenzaal oder Hengelo aus der Regionalbahn aussteigen, in die Gegenbahn einsteigen und wieder zurück nach Hannover zuckeln. Hier sollte ich gegen 22 Uhr wieder ankommen. 

Eine ähnliche Pendelei mache ich am Samstag, denn es sind nur eineinhalb Stunden nach Halle (Westf.), das hatte ich mir irgendwie auch langwieriger vorgestellt ...

Und auch am Sonntag werde ich von Hannover aus zur Taufe fahren und anschließend wieder zurück, so jedenfalls mein Plan heute. Auf diese Weise spare ich mir zwei Übernachtungen und habe dann fast schon wieder die Gelage von Sonntag und gestern drin, die ich mir gegönnt hatte: zunächst am Sonntag zwischen meinen beiden Wahldiensten (und das war nötig, weil ich bis kurz nach 23 Uhr im Dienste der Demokratie unterwegs war und als Schriftführer noch die Niederschriften der Kommunalwahlen zum Wahlamt gebracht hatte) bei lecker Steak in der List und gestern beim neu eröffneten Vietnamesen bei mir um die Ecke. Beide Male sehr gut, gestern mit dem "weiteren Kollegen" - darüber mokiert er sich immer so schön -, das war ganz wunderbar ...

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In den letzten Tagen sind auch schon mehr Einträge in der - wie ich sie jetzt nenne - Retro-Blog-Serie zur Nordlandreise 2000 erschienen, und zwar die ersten Etappen aus dem Schwarzwald bis nach Kaliningrad (oder, wie ich es damals nannte: Königsberg):

23. Juli 2000 - Fahrt von Bonndorf nach Bremsdorf (Brandenburg)
24. Juli 2000 - Fahrt von Bremsdorf nach Danzig (Polen)
25. Juli 2000 - Aufenthaltstag in Danzig
26. Juli 2000 - Fahrt von Danzig nach Lesnoje (Russland)

Mit dem Klick auf den folgenden Link kommt man auf alle bisher veröffentlichten Artikel für Juli 2000:

Freitag, 11. September 2026

Saure-Gurken-Zeit

... ist bei mir ja immer so zwischen September und Dezember, weil es da auf der Arbeit sehr intensiv wird. Klar, ab und zu kommt mal so 'ne Bangladesch-Reise um die Ecke, aber das ist eher selten. Viel häufiger gibt es im dritten Tertial Planungsposts - und ich hoffe, dass ich auch den einen oder anderen Buchungspost veröffentlichen kann (Palau zum Beispiel, gell, Mutter?).

Nun empfinde ich keinen Zwang, Content für die Leserinnen und Leser zu erzeugen, denn dieses Ding hier ist mindestens so sehr Reisetagebuch für mich wie es Reisebericht für diejenigen Menschen in meiner Familie, unter meinen Freunden und Bekannten (und vielleicht dem einen oder anderen Unbekannten, der hier reinstolpert und womöglich hängengeblieben ist) ist, die mitbekommen wollen, was ich so auf Tour anstelle ...

Aber in der Zeit, in der ich wenig Echtzeit-Reisen mache, kann ich ja das Schöne mit dem Nützlichen verbinden, denn ich habe für die Nordlandtour im Jahr 2000 die Aufbereitung für diesen Blog fast abgeschlossen. Nur noch kleinere Textstellen müssen begutachtet werden, und vielleicht kommt das eine oder andere Foto dazu, das ich in den nächsten Tagen noch aus dem analogen Reisetagebuch fotografieren und hier in den Blog einbauen will. Das wiederum ist aber nicht der (Haupt-)Grund, wieso ich gerade im natürlich wieder verspäteten Zug in den Schwarzwald sitze, aber ein kleines bisschen Freude, dieses erste Teilprojekt jetzt beginnen und in einigen Wochen abschließen zu können, ist schon dabei ... Auf diese Weise sichere ich nicht nur den Inhalt auf einer einzigen Plattform, sondern kann vielleicht auch dem einen oder anderen Menschen eine kleine Freude machen, wenn er liest, wie wir damals angefangen haben, die Reise-Komfortzone zu verlassen und uns ins Abenteuer zu stürzen. 

Ich werde voraussichtlich alle ein bis zwei Tage einen der 32 Tagebucheinträge aus der Reise, die meine Mutter, meinen Vater und mich vom 23. Juli bis zum 22. August 2000 durch Polen, die russische Oblast Kaliningrad, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark wieder zurück nach Hause führte, veröffentlichen.

Dieses erste Teilprojekt "Nordlandreise 2000" (auch bekannt als "Ostseeumrundung 2000") basiert auf den tatsächlichen, zeitgenössischen Tagebucheinträgen, die meine Eltern und ich abends zusammengeschustert haben, aber es könnten auch weitere Teilprojekte kommen, bei denen ich mich nur aus heutiger Sicht an damalige Reisen erinnere; auch das soll dazu dienen, das gesammelte Reisearchiv möglichst an einer Stelle zu haben (in der Hoffnung, dass Blogspot nicht irgendwann mal die Grätsche macht ...).

Heute geht es mit dem Eintrag vom Vorabend der Abreise, also dem Eintrag vom 22. Juli 2000, los. Die Einträge kann man finden, indem man rechts auf der Jahresleiste auf das Jahr 2000 klickt; ich werde aber dann, wenn es sich ergibt und ich doch mal einen Blogeintrag schreibe, auf die seit dem letzten Blogeintrag veröffentlichten Tagebucheinträge verlinken ...

Fangen wir also an:


Viel Freude beim Lesen!

Sonntag, 6. September 2026

Sattgefahren

... habe ich mich heute auf der Fähre, ich habe sogar gelegentlich auf der Fähre aufs Handy geschaut, weil ich wieder so wunderbar viel auf dieser wunderbaren Fähre saß und so großartig viel von Istanbul und vom Bosporus gesehen habe - es war großartig!

Heute Morgen wurde erst einmal ausgeschlafen, ich hatte - fahrlässig, wie ich war - keinen Wecker gestellt, war aber trotzdem kurz vor acht Uhr wach. Ich stand auf, duschte und ging hoch zum Frühstück. Diesmal blieb ich drinnen, nicht wegen der Möwen (jedenfalls nicht primär), sondern weil die Tische draußen alle belegt aussahen. Ich aß wieder ein paar Börek und ein Ei, dazu Brot, heute fand ich auch, wo die Säfte standen, das Hotel war einfach, aber wunderbar, kann schon sein, dass ich wieder hierherkomme (aber nicht mit älteren Menschen, denn die Wendeltreppe ist immer noch nicht so schön ...).

Ich checkte aus und stellte meinen Rucksack an die Rezeption, dann lief ich runter zur Fähre (wie ein richtiger Istanbuler über rote Ampeln!), erwischte noch eine nach Karaköy und setzte mich an Deck. Wie immer war der Blick auf Istanbul, auf Sultanahmet, auf den asiatischen Teil, auf Galata ganz toll - ach Freunde, guckt es euch doch selbst an!

In Karaköy latschte ich - auf Umwegen, den Straßenübergang, an dem ich das Auto fast umgerannt hätte, haben sie mit einem Zaun abgesperrt, da werden noch ein paar Ochsen wie ich in Autos gerannt sein - zur Talstation des Tünel und fuhr mit der zweitältesten U-Bahn der Welt hoch zur İstiklal Caddesi. Fast wäre ich mit der nostalgischen Straßenbahn gefahren, stattdessen folgte ich dem Rat der Google-KI und wollte mit der Metro ins Geschäftsviertel fahren. Da die nächste Metro dorthin aber erst in 15 Minuten kam, die in die Gegenrichtig aber gerade einfuhr, fuhr ich mit dieser meiner Metro entgegen.

Dabei fuhr ich über das kurze offene Stück übers Goldene Horn, und ich muss sagen, das ist neben der Metro in Sydney mit Blick auf die Hafenbrücke einer der großartigen Metroausblicke der Welt - so, so schön! (Nicht so schön waren die Leutchen, die laut Latino-Musik anhatten; die Türkin mir gegenüber, ihr Freund und ich grinsten uns nur schief an ...)

An der (einen) Universität stieg ich aus und gleich wieder in die Gegenmetro ein; wieder ging es übers Goldene Horn und diesmal landete ich in Levent.

Jo, Geschäftsviertel gut und schön, aber Wolkenkratzer habe ich schon bedeutendere gesehen, und mehr auf einem Fleck. Da hielt es mich dementsprechend nicht lange, sondern ich fuhr mit dem Bus (!) in Richtung Beşiktaş. Nach kurzem Suchen fand ich - von der anderen Seite als gestern - wieder die Fährstation, musste aber noch ein Stück nach links, denn ich wollte nach Üsküdar.

Ich erwischte noch eine etwas frühere Fähre, fuhr vielleicht zehn Minuten mit großartigem Blick auf die Brücke und landete in Üsküdar. Wieder stieg ich in den (vollen) Bus um, denn ich wollte nach - und den Namen dieses Stadtviertels kann ich mir ums Verrecken nicht merken - Kuzguncuk. Während der Fahrt drehte ich mich (ich hatte einen Stehplatz) um, denn ich wollte auf den Bosporus gucken - fast verpasste ich deswegen auch meinen Ausstieg.

Ich lief die ganz wunderbare Straße vom Bosporus hinauf, eine sehr schöne Allee, ein Kneipchen am anderen, kaum Ausländer - herrlich!

Jetzt hatte ich aber doch ein Hüngerchen, und die Google-KI hatte mich in ein Fischlokal am Bosporus gejagt. So richtig sagte mir das aber nicht zu, die Karte erschien unvollständig, und da wollte ich nicht unbedingt Lehrgeld bezahlen, auch wenn der Blick auf die Brücke sicher großartig war.

Stattdessen geriet ich in eine sehr gut bewertete, kleine Gaststätte im ersten Stock, die Chefin begrüßte mich in sehr gutem Englisch (!), meinte aber, dass das Essen noch fünf bis zehn Minuten brauche - keine Sorge, gute Frau, ich bin im Urlaub ...

Jemand brachte schließlich das Essen, und sie erläuterte mich bei jedem der gut zehn vorbereiteten Gerichte, was das war. Ich wählte drei aus, trank dazu Beyoğlu-Cola und -Ginger Ale, bei dem der Clou ist, dass die Flasche aussieht wie der Galataturm ...

Das Essen bestand (laut Google-KI) aus
  • Enginar - eine mit Kartoffeln und sonstigem Gemüse gefüllte Artischoke, kalt, okay, aber nicht fantastomanisch,
  • Karni Yarik - eine mit Hackfleisch gefüllte Auberginenhälfte, aber nicht gebraten, sondern weich geschmort - sehr, sehr lecker, und schließlich
  • Etli Tas Kebabı - Rindfleiusch mit Kartoffeln in einer Tomatensauce, und das, meine Damen und Herren, war ganz, ganz großartig ...
Da hat es mir richtig gut gefallen und richtig gut geschmeckt, ich habe nicht zu wenig bezahlt, aber das war mir völlig egal, denn ich fand es da echt gemütlich ...

Ich fuhr mit dem Bus zurück nach Üsküdar, und die nächste Fähre von dort ging nach Aşiyan, die nahm ich, denn so fuhr ich ein schönes Stück auf dem Bosporus (Fährefahren gefällt mir, gell?!). Beim Einsteigen setzte der Muezzin ein, und Fährefahren über den Bosporus, während der Muezzin ruft, das ist doch Istanbul in Reinform - herrlich! Nach einer halbstündigen Fahrt ging ich an Land und stieg gleich wieder ein, denn ich wollte jetzt doch noch aufs Goldene Horn.

Neben mir setzten sich ein Österreicher und sein türkischer Freund hin, und als wir abfuhren, stutzten sie, weil wir in Richtung Stadt fuhren - sie wollten eigentlich weiter den Bosporus hoch und waren einfach ins falsche Schiff eingestiegen ... Jo ...

Die Fahrt von Üsküdar über den Bosporus und das Goldene Horn hoch war - wie sollte es anders sein - großartig, und an der Endstation in Eyüp stieg ich aus. Überraschenderweise stieg ich nicht sofort wieder ein, denn eine halbe Stunde später fuhr eine Fähre direkt nach Kadıköy, und die wollte ich nehmen, denn so musste ich nicht mehr irgendwo umsteigen.

Die Zeit nutzte ich, um einen kleinen Spaziergang durch das spürbar konservative Eyüp zu machen. Ich lief zur dortigen Moschee, die wohl zu den bedeutendsten des Islam zählt, da war viel los, ich lief noch ein bisschen durch den Stadtteil, ehe ich wieder zur Fähre musste.

Die letzten 50 Minuten Fährfahrt in Istanbul standen an, und wohlbehalten kam ich in Kadıköy an. Ich ging zum Hotel, holte mein Gepäck und lief dann in eine von der Google-KI empfohlene Fischgaststätte. Dort aß ich einen ganz wunderbaren Spieß mit Brasse, trank dazu Bierchen und Rakı, aß noch Katmer, einen leckeren Nachtisch, und ging schließlich geraden Schrittes zur Metro.

Die fuhr ordnungsgemäß, die Sicherheitskontrollen am Eingang zum Flughafen und am Eingang zu den Gates überstand ich problemlos, die Passkontrolle ebenfalls - und jetzt sitze ich in der Nähe der Gates neben Türkinnen und Türken, die nicht nüchterner sind als ich, würde ich wetten ...

Um 22.25 Uhr türkischer Zeit (21.25 Uhr deutscher Zeit) soll mein Flieger gehen, um 0.40 Uhr sollen wir in Hannover landen, und dann werde ich mich irgendwie nach Hause durchschlagen, notfalls mit einem Uber.

Das war ein wunderbarer zweiter Tag in Istanbul - ich habe eben auf der Fähre schon die Abschiedsstrophe meiner Ode an Istanbul angestimmt. Ich bin ziemlich sicher, dass ich wiederkomme ... (Und jetzt ist gleich der Akku alle ...)

Kadıköy ist kein Geheimtipp mehr

Brassenspieß

Ortaköy und Brücke

Essen in Kuzguncuk

Kuzguncuk 

Kuzguncuk 

Erste Brücke und Bosporus

Levent

Nostalgische Straßenbahn 


Samstag, 5. September 2026

'n bisschen eskaliert

... ist mein Frühschoppen heute auf der Galatabrücke möglicherweise, aber nur ein klitzekleines bisschen. Was willste machen? Die Musik war gut, die Ober waren freundlich und nicht einmal unbedingt auf Beschiss aus, ich konnte auf den Bosporus und auf die Fähren und auf viele, viele Menschen gucken, die da unten entlangliefen, irgendwann wurde ich gewahr, dass es dort auch Fischdöner, also Balık ekmek, gibt, und zwar zu einem für dort und insbesondere im Vergleich zum teuren Bier sehr akzeptablen Preis, jo, und dann kam eins zum anderen ...

Der Flug war sehr entspannt, die Schweiztürkin (?) neben mir rutschte kurz vor dem Start um 21.24 Uhr Schweizer Zeit auf den freien C-Platz, sodass der Mittelplatz frei war, ich guckte zweieinhalb Serienepisoden und schaute auf das nächtliche Belgrad, bevor wir um 0.43 Uhr Ortszeit (23.43 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Freitag) in Istanbul landeten. Wir fuhren ein bisschen auf dem Flughafen herum, kamen dann aber am Finger zu stehen, die Einreise ging einigermaßen zügig, auch wenn mein Grenzer natürlich wieder der Allerlangsamste war und bei meinem Vordermann sogar den Führerschein sehen wollte (!). Entsprechend genervt-geschäftsmäßig war ich unterwegs, er dann auch, und irgendwann hatte ich meinen Stempel im Pass und zog von dannen.

Eigentlich hatte die Metro um 1.30 Uhr schon aufgegeben, als ich so gegen 1.21 Uhr durch den Zoll war, aber am Schluss schaffte ich es doch mit einigen Minuten Puffer, weil ich die Länge des Weges etwas überschätzt hatte und weil meine Kollegin, der ich meine Istanbulkart mitgegeben hatte, als die im Frühjahr hier war, noch ein bisschen was übriggelassen hatte. Wenn ich da noch an den Geldautomaten gemusst hätte, um die aufzuladen, wäre es sehr knapp geworden.

Die knapp einstündige Metrofahrt nach Kadıköy überstand ich im Honigkuchenpferd-Status, nicht nur, weil ich die Metro geschafft hatte, sondern weil ich endlich wieder in Istanbul war. Als ich an der Endhaltestelle ausstieg und den (falschen) Ausgang nahm, endete ich am Fährhafen mit Blick auf die nächtlichen Schiffe und den nächtlichen asiatischen Bahnhof - und war glücklich ...

Auch um 2.30 Uhr war in Kadıköy noch jede Menge los, eine Männergruppe sang an einem kleinen Platz hemmungslos schief ein Ständchen, und in meinem Hotel war auch noch jemand da. Mein Zimmer im dritten Stock ist okay, nicht herausragend, aber für zwei Nächte reicht es bestens, insbesondere wegen der Existenz eines abnehmbaren Duschkopfs und einer Klimaanlage ...

Ich stellte den Wecker auf 7.30 Uhr, kuschelte noch bis 8 Uhr und ging dann duschen. Das Frühstück gibt es auf der Dachterrasse, und ich setzte mich nach draußen, auch wenn ich keinen Hut aufhatte (aber ich war schon eingeschmiert).

Ich war sofort ans Buffet gegangen, stellte aber am Tisch fest, dass ich Besteck (und Tee) vergessen hatte, und lief noch einmal rein. Als ich zurückkam, waren irgendwie weniger Pommes auf meinem Teller als vorher - die Frau am Nebentisch grinste mich an, entpuppte sich als Deutschtürkin und meinte, eine Möwe habe mir die Pommes geklaut ... Sowas auch!

Beim zweiten Gang zum Buffet (aber erst da) fiel mir der Aushang ins Auge, dass man sein Essen genau deswegen nicht unbeaufsichtigt lassen möge, aber da war es halt schon zu spät.

Das Frühstück war türkisch, mit Ei und Börek und diesem wunderbaren Spaghetti-Käse, den ich sowieso immer gerne in der Türkei esse, und Tee, das schmeckte sehr lecker, da komme ich wieder morgen früh ...

Jetzt aber ging ich - mit Zwischenstopp im Zimmer, um meinen leeren (Tages-)Rucksack zu holen - schnurstracks zur Fähre. Die große Fähre um 9 Uhr hatte ich gerade verpasst, aber die kleine Fähre um 9.10 Uhr erwischte ich entspannt. Und es war wie immer: Als ich auf der Fähre saß, setzte schlagartig Entspannung ein - herrlich!

Wir fuhren pünktlich ab und tuckerten ganz gemütlich die 20 Minuten in Richtung Europa, am asiatischen Bahnhof vorbei, den Blick auf die Blaue Moschee und die (eingerüstete) Hagia Sophia genoss ich ebenso wie den auf den Topkapı-Palast und den Galataturm und den Bosporus überhaupt - immer wieder so, so schön!

Wir fuhren unter der Galatabrücke durch, ich entschied mich spontan, in Karaköy auszusteigen, und lief zur Straßenbahn. Die erwischte ich, aber sie zeigte nur Eminönü an. Es gab ungewöhnlich viele Ansagen in der Bahn, und anders als sonst, wenn die Bahn nur nach Eminönü fährt, stand nicht schon der weiterführende Zug bereit ... Als dem Verhalten der Mitreisenden schloss ich (und eine englischsprachige Guidin meinte das auch zu ihrer Truppe), dass es irgendeine Streckenstörung gebe - also machte ich mich auf Schusters Rappen auf den weiteren Weg - ich wollte zur Hagia Sophia.

Ich lief ein bisschen querstraßein, und das war eine gute Entscheidung, weil ich in (schöne) Ecken kam, in denen gewesen zu sein ich mich nicht erinnern kann; touristisch, ja, klar, aber schon au schön, wie man im Schwarzwald sagt. (Achso: Dass ich gestern schrieb, "meine Mutter fahre zu", sorgte für Rückfragen - das ist wohl ein Alemannismus [das Wort gibt es wirklich], denn wenn meine Mutter zufährt, heißt das, dass sie losfährt. Vielleicht hatten sie doch recht in Hannover, dass sie an meinem "Guten Morgen" erkennen konnten, dass ich nicht von dort stamme, obwohl ich auf mein Hochdeutsch eigentlich einigermaßen große Stücke halte ...).

In Gülhane stieß ich bei meinem Abenteuerspaziergang aber auf die Straßenbahngleise und lief danach den altbekannten Weg hoch zu Hagia Sophia und Blauer Moschee. Ich ging in beide nicht rein (es war heiß!), sondern lief zu in Richtung des Großen Basars. Eigentlich wollte ich wie immer zum Hof der Süleymaniye-Moschee, aber in den Basar wollte ich doch kurz rein - zum Dank verwirrte er mich, und ich lief zur falschen Seite wieder raus, sodass ich, um zur Süleymaniye zu kommen, noch einmal ums Karrée laufen musste.

Den Blick von der Süleymaniye-Moschee fand ich wie immer ganz herausragend schön, auch weil ich fantastisches Wetter erwischt hatte (abgesehen davon, dass ich schwitzte wie ein Biber). Im Gegensatz zu den beiden Amerikanerinnen vor mir wusste ich, dass ich bergab wollte (die wollte zum Großen Basar und liefen falsch), ein Müllauto sorgte für Verkehrschaos (und ich trug womöglich ein bisschen dazu bei, weil ich eifrig im Weg herumlief, aber ich wollte halt den Berg runter), am Ende verlief ich mich, aber da ich hier meine tolle eSIM habe, konnte ich mich über Google Maps wieder orientieren.

Ich ging kurz in den Gewürzbasar, der Typ aus Schwäbisch Gmünd war heute nicht da, ich wollte aber eh nix kaufen, also ging ich runter in Richtung Eminönü und kaufte unterwegs ein Simit. Normalerweise teile ich das brüderlich mit den Möwen, aber erstens hatten die mir heute Morgen schon mein Essen geklaut, und zweitens entschied ich mich, vorsätzlich in eine Touristenfalle zu laufen.

Ich setzte mich nämlich in eine der Kneipen auf der Galatabrücke - und genoss den Blick auf den Bosporus und die Fähren und überhaupt. Bier ist in Istanbul immer teuer, da besonders, aber mir war es für meinen Frühschoppen (es war 11.30 Uhr) ziemlich wurscht. Der Ober klärte mich sogar auf, dass sie zwei Karten haben: eine mit zwei Biergrößen (0,3 l und 0,5 l) und eine zweite mit drei Biergrößen (zusätzlich noch 0,7 l). Die Preisgestaltung ist abenteuerlich, denn der Unterschied zwischen 0,3 l und 0,5 l ist gering, der zwischen 0,5 l und 0,7 l riesig, so riesig, dass es teurer pro Volumeneinheit ist, das ganz große Bier zu bestellen als das kleine; in jedem Fall hätte er meine Bestellung "groß" (in Bezug auf die erste Karte) als "groß" in Bezug auf die zweite Karte auslegen können (in betrügerischer Absicht, und ich unterstelle, dass das da auch gelegentlich passiert), aber heute waren die da alle lieb - zunächst (okay, der Spannungsbogen ist ein bissel viel, aber bissel ist okay) ...

Jetzt saß ich da und konnte nicht anders, Gott helfe mir. Das erste Bier war richtig, richtig lecker, und an der Ordnungszahl kann man erkennen, dass auch ein zweites Bier (öhm, mindestens) konsumiert wurde. Es war aber auch zu spannend, da zu sitzen und den Menschen (durchaus auch etliche Türken!) zuzugucken, wie sie da in der Gegend herumliefen.

Der arme Anquatscher war ziemlich erfolglos, einmal grinste ich ihn auch schief an, er grinste noch schiefer zurück, aber in so eine Touristenfalle gehen halt nicht so viele Menschen. Wobei ich das "Touristenfalle" schon relativieren muss, denn auf einmal legten sie einen Beizettel zur Speisekarte auf, nachdem es Balık Ekmek gab, und das kam so rechtzeitig, dass ich zusätzlich noch eine Cola bestellen konnte. (Wie? Auch noch ein Bier? Fake News!)

Auch die beiden türkischen Freundinnen oder Schwestern, die hereingekommen waren, die eine mit ihrem Sohn, tranken ein Bier und aßen Fischdöner, aber als sie aufbrachen, stellte ich mit Erschrecken fest, dass sie ihre Biere gar nicht ausgetrunken hatten. Wo gibt's denn sowas? Naja, okay, vielleicht war das auch der Schreck gewesen, weil plötzlich eine Angelleine von einem der Angler oben auf der Brücke sich in unser Lokal verirrte und da festhing. Der Köder muss sehr knapp an den dreien vorbeigeflogen sein. Nun, die Leine wurde mit einem Feuerzeug durchtrennt (Strafe muss sein) und dann wieder freigelassen.

Ich hatte im Gewürzbasar ein Foto gemacht und in den Status gestellt, und das Bild weckte bei einem der Kollegen von der 2020er-Reise Erinnerungen an ebendiese Tour und an unsere eine Kollegin, die auch mit dabei war und Anfang dieses Jahres völlig überraschend gestorben war. Wenn jemand gesagt hätte, dass ich noch ein Bier auf sie trinken müsste, wäre sie das gewesen - und ich fand es da halt auch echt gemütlich ...

Am Ende wollte ich zahlen, und dann passierte etwas, wo ich wieder nicht weiß, ob die Herrschaften einen echten Fehler gemacht haben, unfähig waren, Schlawiner oder Betrüger, denn auf meiner Rechnung standen fünf Bier, eine Cola und zwei Fischdöner (ja, ich hatte nach dem ersten Hüngerchen noch eins und brauchte ja ein bisschen Grundlage und die sahen wirklich sehr gut aus; dafür verzichte ich heute Abend auch auf eine Vorspeise oder so ...).

Nun war mir der ältere, schnauzbärtige Ober eigentlich sehr sympathisch (so sympathisch, dass ich überlege, ob ich in die Reihe der Schnauze aufnehme - Schnauz I und II waren ja in Griechenland auf der großen Balkantour 2004, Schnauz III in Zypern 2011 gewesen; andererseits war bei allen bisherigen Schnauzen meine Ma mit dabei, von der muss ich mir jedenfalls Genehmigung einholen ...), und die Beanstandung wurde auch sofort akzeptiert, sodass Schnauz [IV, unter Vorbehalt] dann auch ein ordentliches Trinkgeld bekam und auf die Frage, ob ich morgen wiederkäme, auch kein festes Nein. Gucken wir mal.

Jo, danach schleppte ich mich auf die Fähre nach Üsküdar, genoss die Überfahrt, stellte dort fest, dass die Fähre aufs Goldene Horn, die ich eigentlich nehme wollte, erst in einer Dreiviertelstunde fahren würde, fuhr stattdessen nach Beşiktaş, genoss die Fährfahrt, kaufte mir da noch ein Simit, futterte es (allein) auf, weil da auch nicht alle paar Minuten was weiter nach Kadıköy fuhr, schließlich aber fuhr die Fähre, wenig überraschend genoss ich auch diese Fährfahrt (herrlich!) und kam dann in Kadıköy an ungewohnter Stelle an (die Fähre Beşiktaş-Kadıköy mit dieser Gesellschaft hatte ich wahrscheinlich noch gar nie genommen ...). Achso: Und auch hier - wie oft in Istanbul - sah ich oft Freundinnen, von denen die eine Kopftuch und die andere kein Kopftuch, aber dafür ein Trägertop trug, scheint hier zu funktionieren, irgendwie.

Ich lief einen unbekannten Weg hoch, auch viele, viele schöne Kneipen - und begegnete vielen Fußballfans: Heute Abend spielt Fenerbahçe gegen Beşiktaş, was ich natürlich erst heute Morgen geschnallt habe. Als eines der großen Stadtderbys ist das Spiel natürlich ausverkauft, und ich brauchte auch erstmal ein bisschen Pause, sodass ich mich jetzt dagegen entschieden habe, auf dem Schwarzmarkt noch an Karten kommen zu wollen ...

Ich ging stattdessen in meine Bude, erholte mich ein bisschen, hörte noch ein bisschen Bundesligaradio (das geht ja auch außerhalb Deutschlands bzw. des EWR) und gehe jetzt gleich noch gemütlich zum Hamsi (oder zumindest da in die Nähe). Ich glaubte, heute Abend Appetit auf ein bisschen Fleisch zu haben, den Fischdöner und mich verbindet ja so ein bisschen eine Hassliebe, ich mag ihn sehr, aber der Salat da drauf und manchmal vielleicht auch der Fisch mögen meinen Magen nicht immer ganz so sehr - mir geht es gut, alles bestens, aber vielleicht musste es heute Abend nicht schon wieder Fisch sein ... (Wie, am Bier soll's liegen? Kann ja gar nicht.)

Als es dunkel wurde, verließ ich meine Bude und entschied mich, erst einmal noch eine Nachtfährenfahrt zu machen (letzte Nacht war ich zu spät dran, und morgen muss ich dann schon am Flughafen sein). Ich lief also runter nach Kadıköy, stieg auf die (verspätete) Fähre nach Karaköy und Eminönü, blieb einfach auf der Fähre und fuhr wieder zurück. Das Lichtermeer von Istanbul ist halt einfach immer schön ...

Ich hätte fast einen Hähnchen-Döner verspeist, lief hoch zum Hamsi, hatte aber immer noch keinen richtigen Hunger und traf am Ende die einzig richtige Entscheidung ... Wie? Zum Hamsi? Neihein, ich lief zu Migros, kaufte da etwas zu trinken für die Nacht, holte mir noch ein Eis auf die Hand und bin jetzt schon im Zimmer und gehe einigermaßen zeitig ins Bett ...

Das war ein schöner Tag. Gute Nacht!

Wieso sind die Fotos denn auf einmal, nach Jahren, in der richtigen Reihenfolge?!

Fressgass in Europa

Wilma vor Blauer Moschee

Hagia Sophia (eingerüstet)

Blick vom Hof der Süleymaniye-Moschee

Gewürzbasar

Simit, für mich allein

Efes, auch für mich allein

Fischdöner

Hitchcock was hier

Mädchenturm

Istanbul by night

Galatabrücke und Süleymaniye-Moschee