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Samstag, 31. Januar 2026

"Teilstrecke fällt aus"

8.00 Uhr, noch im Hauptbahnhof von Halle, aber schon in der S-Bahn nach Leipzig

Das fängt ja alles gut an - betrifft aber zum Glück die spätere Verbindung, die ich wegen der knappen Umsteigezeit in Dresden-Neustadt ohnehin sehr skeptisch betrachtet hatte. Dementsprechend bin ich eine knappe Stunde früher aufgestanden und nehme jetzt die S-Bahn nach Leipzig. Bei Nahverkehrszügen habe ich inzwischen eher die Hoffnung, dass das mit der Pünktlichkeit einigermaßen klappt, denn für den Umstieg in Leipzig habe ich auch nur zehn Minuten Zeit.

Dann aber habe ich in Dresden Hbf mehr als eine halbe Stunde, und wenn ich schon in Dresden-Neustadt umsteigen würde, dann sogar fast eine ganze Stunde - das sollte reichen, um die Bahn nach Görlitz bzw. Zgorzelec zu erwischen.

Der heutige Plan sieht vor, ins polnische Görlitz, nach Zgorzelec, durchzufahren (das darf ich mit dem Deutschlandticket) und von dort zurück über die Neiße und vorbei am Meridianstein (der 15. Längengrad östlicher Länge geht durch Görlitz) zurück zum Bahnhof im deutschen Görlitz zu wandern. Da der Meridianstein nicht genau auf dem 15. Längengrad liegt, will ich auch den tatsächlichen 15. Längengrad eruieren, da hilft mir ja regelmäßig meine schöne Handy-App.

Danach geht es - wieder (doppelt) über polnisches Gebiet, aber vielleicht springe ich in Krzewina Zgorzelecka ausnahmsweise nicht aus dem Zug und wieder rein, mal gucken, obwohl, wegen der Tradition ...? - über Zittau nach Ebersbach(Sachs), wo ich wieder zum tschechischen Grenzstein latsche, anschließend durch den (tschechichen) Fugauer Zipfel ohne Halt durchfahre und dann wieder nach Halle aufbreche.

Das wird heute also auch wieder ein bisschen Liveblog; in Zgorzelec war ich noch nie richtig (außer mal kurz auf der Altstadtbrücke von Görlitz aus), an diesem Meridianstein auch nicht, da mache ich auch Fotos - und in Zgorzelec erreiche ich dann heute auch den vorerst östlichsten Punkt dieses Jahres, das ist auch gut ...

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9.11 Uhr, kurz hinter Riesa im ICE von Leipzig nach Dresden

Inzwischen führe die ursprünglich geplante Verbindung wieder, aber trotzdem wäre die Ankunft in Görlitz um eine Stunde verspätet ...

Ich habe eben noch das Mietauto für meine Ma und mich auf Curaçao gebucht; es ist ein bisschen blöd, dass wir schon um kurz nach Mittag landen, aber vier Tage später erst um kurz vor 18 Uhr fliegen, sodass ich jetzt gewissermaßen für fünf Tage buchen musste. Der Urlaub wird sowieso kein billiges Vergnügen, und mit dem Mietauto sind wir auf Curaçao wenigstens flexibel, zumal ich ja sowieso noch zum Flughafen muss, um nach Aruba zu fliegen, von daher wird das schon passen ...

Der ICE ist sehr angenehm leer, und ich fahre die gesamte Relation, denn der fährt nur von Leipzig Hbf über Dresden-Neustadt nach Dresden Hbf, sowas habe ich auch noch nicht soooo oft gemacht, aber das ist wahrscheinlich der Zug, der dann von Dresden nach Wiesbaden oder so fährt und heute Morgen eingesetzt wird. Sei's drum, es ist warm, es ist leer, es ist gemütlich ... Mal gucken, ob das in den Bimmelbahnen, die ich den größten Teil des Tages heute fahre, auch so sein wird.

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10.26 Uhr, kurz hinter Dresden Hbf im trilex von Dresden nach Zgorzelec

Das ist jetzt also einer der "einzelnen" Regionalexpresse, die von Dresden nicht nur nach Görlitz, sondern sogar noch das Stück über die Neiße nach Zgorzelec fahren.

In Dresden bin ich noch kurz in die DB-Lounge, die es dort - wider Erwarten - doch gibt, trank dort eine heiße Schokolade und ein bisschen Spezi, auf dass ich wach für die nächsten Etappen bin, aß schließlich noch ein vorzügliches überbackenes Hachéeküchlein im kleinen Brotlaib (naja, okay, einen Cheeseburger bei Burger King ...), kaufte noch ein bisschen was zu trinken und freue mich jetzt auf die Fahrt in Richtung Osten ...

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13.02 Uhr, am Bahnhof in Görlitz

Ach Freunde, wie schön ist es doch, durch die Welt zu reisen - und wenn es nur die vergleichsweise nahen Ecken sind!

Die Fahrt in Richtung Osten war wunderbar - so verschneit habe ich Sachsen noch nie gesehen, unglaublich!

In Görlitz stiegen die meisten Leute aus, und die, die mit nach Zgorzelec fuhren, hatten fast ausnahmslos ein kleines Wägelchen dabei - ich vermute, zum Einkaufen. Eine der Ausnahmen (moi) guckte bei der Überquerung der Neiße (11.52 Uhr) und damit beim Grenzübertritt aus dem Fenster, kurz danach wurde erstmals der 15. Längengrad überquert (also schon in Polen).

Ich folgte der Prozession der Wägelchenzieher in Richtung Innenstadt, erreichte um 12.04 Uhr bei 15° 0,541' ö. L. den östlichsten Punkt des bisherigen Jahres und bog dann über den Europaplatz, vorbei am Kulturpalast, ein in Richtung Heimweg nach Deutschland. Auf der Grenzbrücke, benannt nach Papst Johannes Paul II., konnte ich jedenfalls keine richtige Grenzmarkierung erkennen (die mag aber auch unter dem Schnee verschwunden sein), und den 15. Längengrad überlatschte ich, weil der direkt an den Hoheitsschildern liegt und ich Letztere erstmal begaffen musste ...

Es könnten Horden bösartiger Menschen nach Deutschland einreisen, solange sie nur zu Fuß kommen, denn der Bundespolizei sind Fußgänger herzlich wurscht, egal, ob sie kurz vor dem Stützpunkt von Dobrindts Schergen umdrehen und zurück nach Polen gehen (weil sie den 15. Längengrad verpasst haben) oder kurz vor dem Stützpunkt in Richtung Stadtpark stiftengehen, um den Meridianstein zu begutachten, der gar nicht wirklich auf dem Meridian liegt!!

Der "Meridianstein" liegt bei handygemessenen 14° 59,886' ö. L., da muss ich gleich mal ausrechnen (mit Cosinus und so!), wie weit er vom richtigen 15. Meridian abweicht. (Und nein, auch die Wikipedia gibt die gleiche Position an, mein Handy hat sich also nicht vertan!)

Jetzt marschierte ich aber an der Bundespolizei vorbei (die wollte trotz dem ganzen verdächtigen Verhalten immer noch nix von mir) und ging in Richtung Bahnhof zurück, an dem ich jetzt sitze und auf den Zug nach Zittau warte. Mal gucken, ob ich in Krzewina Zgorzelecka traditionsgemäß raus- und wieder raushüpfe, das wird wesentlich von der Anzahl der Umsitzenden abhängen, die mir potenziell (und hochwahrscheinlich!) den Vogel zeigen könnten ...

Mal gucken, ob Fotos jetzt schon gleich passen:

"Meridianstein" mit Beweis der Falschheit

Grenze mit Kulturpalast im Hintergrund

Papst-Johannes-Paul-II.-Brücke

Schöne Fassaden des alten Görlitz auch in Polen

Schilderwald

Kulturpalast

Ankunft in Zgorzelec

Östlichster Punkt heute

Überquerung der Neiße

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15.35 Uhr, im Regionalexpress von Ebersbach nach Dresden

So, jetzt war ich auch in Tschechien - und zwar zweimal, juchhe!

Aber fangen wir erst noch einmal in Görlitz an. Der Zug nach Zittau war leicht verspätet, daher waren wir erst um 13.36 Uhr in Polen. Es waren viel zu viele Menschen um mich herum (auch wenn ich einen Vierer für mich allein hatte), als dass ich mich - ohne Not, ich war ja schon mit den Füßen auf polnischem Boden gewesen - getraut hätte, mich komplett zum Affen zu machen und aus dem Zug raus- und wieder reinzuspringen. Daher blieb ich sitzen ...

Die Fahrt entlang der Neiße finde ich immer wieder total schön, um 13.45 Uhr fuhren wir für 18,8 Sekunden (handgestoppt) nochmal nach Deutschland, waren um 13.46 Uhr in Polen und um 13.47 Uhr endgültig wieder in Deutschland.

Den Umstieg in Zittau erwischte ich trotz der Verspätung in Görlitz problemlos, und in Ebersbach kam ich pünktlich an ...

Der Hund, der mich in Ebersbach normalerweise immer anbellt, bellte heute nicht (ich hoffe, mit dem ist alles in Ordnung!), und so kam ich unangebellt in Tschechien an. Ich erkundete einen Supermarkt in Grenznähe, den ich bisher jedenfalls noch nicht wahrgenommen hatte, kaufte aber nix ein und lief dann geruhsam wieder zurück zur Grenze und zum Bahnhof.

In Dresden habe ich gleich wieder längeren Aufenthalt und kann noch etwas zu mir nehmen; mein IC nach Halle fällt aus, sodass ich mich wieder über Leipzig mit Regional- und S-Bahnen durchschlagen muss.

Achso: Der Meridianstein ist etwa 130 Meter zu weit westlich - Saftladen! Aber ich vermute, dass man den 1961, als er aufgestellt wurde, nicht an die richtige Position stellen wollte, weil er sonst zu nah an den Grenzeinrichtungen der DDR gewesen wäre ...

Da war ich schon öfter, ich weiß

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17.04 Uhr, im Regionalexpress von Dresden nach Leipzig

Joa, wir waren pünktlich in Dresden, ich verstehe immer nicht so ganz genau, was die Zugbegleiter machen wollen, wenn jemand wirklich meine BC100 (oder mein Deutschlandticket) klaut und dann vorgibt, keinen Ausweis dabeizuhaben, aber die Dame verstand nicht einmal genau, worauf ich hinauswollte.

Am Dresdner Hauptbahnhof aß ich noch spät zu Mittag/früh zu Abend, gucke jetzt noch ein bisschen Fußball und freue mich auf den gemütlichen Abschluss des Abends in Halle, bevor es morgen dann auch wieder mit der Eisenbahn in Richtung Hannover geht.

Das war ein wunderbarer Ausflugstag, das hat mir echt gut gefallen ...

Ende für heute, der nächste Blogeintrag ist nicht weit, spätestens nächsten Freitag aus Italien, denke ich ...

Sonntag, 25. Januar 2026

Viel im Ungefähren

9.13 Uhr, im ICE zwischen Hannover und Hagen

... ist dieses Jahr noch, aber die heutige Reise ans belgisch-deutsch-niederländische Dreiländereck findet gerade statt. Der Plan ist, in Aachen bis zur Haltestelle Reutershag zu fahren und sich dann auf deutschem Gebiet an den Dreiländergrenzstein anzunähern, um gleichzeitig nach Belgien und die Niederlande einzureisen (vielleicht mit einem Bocksprung über den Grenzstein? - meine Sportlehrer kriegen gerade Herzrasen ...). Mal gucken, wie das funktioniert - wenigstens ist es heute hell ... Wobei mein Zug schon wieder Verspätung hat - aber den westlichsten Punkt des Jahres erreiche ich damit ziemlich sicher ...

Das heute wird also wieder ein Liveblog mit (wahrscheinlich) nur zwei Teilen, dem jetzt und dem auf der Heimfahrt, aber da es bis Köln (wo ich umsteige) jezt noch gut zwei Stunden sind, kann ich schonmal über die vergangenen und geplanten Reisen berichten.

Am Mittwoch und Donnerstag nach dem letzten Blogeintrag, also am 14. bzw. 15. Januar, war ich in Hamburg zum Fischbrötchen essen. Leider war meine Stammfischbrötchenbude im Umbau (was sie auf ihrer Homepage gerne auch hätten ansagen können), also musste ich dann doch zum Schickimicki-Typen am Hamburger Hauptbahnhof gehen; die Fischbrötchen waren aber auch echt lecker ...

Am Tag darauf gab es vor und nach meinem üblichen Kanzleramt-Reichstag-Brandenburger-Tor-Spaziergang eine Currywurst; war auch lecker ...

Nach dem Wochenende bei Freunden in Halle fuhr ich erst am Donnerstag Morgen zurück in den Schwarzwald. Ich mag es nicht so, im Zug zu arbeiten, aber da ging es nicht anders, zumal ich am Abend in Freiburg zum Fußball eingeladen war ... Der Ablauf der Zwei-Wochen-Frist kam bedrohlich nahe, sodass ich - ich hatte eh noch Zeit - einen kurzen Abstecher nach Basel machte, dort eine Rivella kaufte (klar) und schließlich nach Freiburg fuhr.

Dort schloss ich mein Gepäck am Hauptbahnhof ein (das ging wenigstens, obwohl sonst massive Sicherheitsmaßnahmen waren), fuhr zum Stadion - und wir waren so früh da, dass wir fast ohne Verspätung ins Stadion kamen. Diese Lounge ist schon schick, das Spiel war vom Typ Arbeitssieg, aber auch ein 1:0 bringt drei Punkte, sodass wir zufrieden das Stadion verließen.

Jo, und gestern schließlich ging es wieder nach Hannover, denn die kommende Woche arbeite ich im Büro.

Jetzt bin ich also auf dem Weg nach Aachen, nächstes Wochenende mache ich - von Halle aus - einen Samstagsausflug nach Polen (vielleicht sogar mit Grenzübertritt in Görlitz, in jedem Fall aber in Krzewina Zgorzelecka auf der Neiße-Bahnstrecke) und Tschechien (mit Grenzsteinwanderung in Ebersbach und Durchfahrung des Fugauer Zipfels).

In der ersten Februarwoche kommen womöglich Freunde in den Schwarzwald, ehe es dann endlich zum olympischen Eishockeyturnier geht.

Am Sonntag, dem 8. Februar, geht es zurück nach Deutschland - und wahrscheinlich fahre ich dann von Schaffhausen oder so gleich nach Hannover durch. Am 10. Februar nämlich - das habe ich gestern gebucht - gehe ich zum DFB-Pokal-Viertelfinale der Berliner Hertha gegen den SC Freiburg. Im Olympiastadion war ich schon lange nicht mehr, da freue ich mich richtig drauf.

Mal gucken, ob ich noch den Zug zurück nach Hannover erwische (ohne Verlängerung wahrscheinlich schon ...) oder spontan in Berlin übernachte; da schlafe ich noch ein bisschen drüber ...

Nach dem folgenden Wochenende mit Cortina-Curling und Antholz-Biathlon steht ein Wochenende in Wiesbaden auf dem Programm - und entweder an dem oder am folgenden Wochenende ein Ausflug nach Luxemburg.

Die Karten für das Norwegen-Deutschland-Spiel habe ich auch endlich buchen können - ich Dussel habe mich nur verklickt und Platz 21 und 23 gekauft ... Naja, mit dem Menschen auf Platz 22 werden wir uns schon geeinigt kriegen, dass wir tauschen. Oh Mann!

Das Visum für Burkina Faso werde ich bald mal beantragen müssen, damit ich da auf der sicheren Seite bin (hoffentlich) - und das geht zum Glück elektronisch, sodass ich dem Saftladen von Post nicht wieder meinen Pass anvertrauen muss ...

Was ich im Mai mache, wird zunehmend unsicher, aber meine gesamte Reiseplanung nach Ostern hängt und fällt ein bisschen mit dem anderen (weltweiten) Saftladen namens FIFA.

"Ab dem 5. Februar" bekäme ich Nachricht, wenn ich meine Kartenbestellung erfolgreich wäre (erfahrungsgemäß sehe ich das noch früher, nämlich bei der Abbuchung des Ticketpreises von meiner Kreditkarte) - und dann kann ich in die Planung einsteigen.

Diese Falsch-herum-Anreise wird immer reizvoller - ich habe vorgestern mal so eine Beispielreise gemacht: Da würde ich von Berlin nach Budapest und von dort über Peking nach Taipei fliegen. Nach ein paar Tagen dort ginge es über Manila nach Palau (neues Land!) und einige Schnorcheltage später über Manila zurück nach Taipei. Mit einem 24-stündigen Zwischenstopp in Hongkong könnte es über die Datumsgrenze nach Vancouver gehen und von dort mit einem Inlandsflug nach Toronto zum Fußball. Am Ende ginge es über Dublin nach Hamburg und von dort nach Hause.

Billig ist natürlich anders, aber mit vielen Weltstädten wäre das schon eine schöne Reise, glaube ich. Dass die tatsächliche Reise dann genau so aussieht, halte ich für zweifelhaft, gerade weil ich ja alle Segmente einzeln buchen würde. Auch die Dauer (ich hatte jetzt drei Wochen im Auge) muss ich noch mit Chef/Kollegen und Kunden absprechen, aber grundsätzlich hört sich das schon ganz gut an.

Wenn ich diese Reise buche, wird es dann auch finanziell etwas schwieriger, vorher im Mai noch eine größere Tour zu machen - außer, ich mache jetzt endlich mal bald meine Steuererklärung ... Wie gesagt: Vieles ist noch im Ungefähren, aber ab dem 5. oder 7. oder 10. Februar wird da viel passieren, denke ich ...

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18.21 Uhr, zwischen Wuppertal und Hagen

So, das war ein wunderbarer Tag!

Die Anreise ging natürlich in die Hose, in Köln kam ich mit fast einer Stunde Verspätung an, bekam dort aber noch die Regionalbahn, die ich eigentlich nicht mehr hätte kriegen sollen, auch weil wir kurzfristig am gleichen Bahnsteig wie diese Bahn ankamen.

In Aachen gurkten wir natürlich auch wieder in der Gegend herum, der Busfahrer hatte die Ruhe weg, auch als der niederländische Bus vor uns liegen blieb - am Ende war ich mit fünf Minuten Verspätung an der Haltestelle Reutershag.

Die Wanderung hoch zum Grenzstein war entspannt, auch weil es ziemlich stetig bergauf ging, da bin ich ja traditionell entspannter als bei kurzen, steilen Anstiegen. Es gab einige Ausblicke auf Aachen und Vaals, dann ging es durch den Wald. Es gibt keinen richtigen Weg direkt zum Grenzstein, aber in dem Wald spielte eine Familie Verstecken, da latschte ich durch - und stand, naja, nicht plötzlich, am belgisch-deutsch-niederländischen Dreiländergrenzstein.

Zwei Grüppchen machten vor mir Fotos, dann war ich dran mit Selfie-Machen, mein Hand-auf-Grenzstein-Foto ist überraschend was geworden, auch weil die Grenzlinien, die von dem Grenzstein ausgehen, gut erwischt habe.

Traditionell aß ich im belgischen Sektor Pommes, heute mit Majo und Currysauce und Zwiebeln - das war brutal lecker! Ein Dreiländerbier wurde dazu konsumiert, dann brach ich auf, vorbei an Grenzsteinen, erreichte auf niederländischem Gebiet noch den westlichsten Punkt, den ich bisher dieses Jahr besucht habe, und erwischte noch völlig entspannt den Bus in Richtung Innenstadt.

Die Umstiege in Aachen-Rothe Erde, Köln und Wuppertal waren problemlos (auch weil ich in Köln noch ein bisschen im warmen Zug sitzen blieb und erst kurz vor Abfahrt dieses und Einfahrt meines neuen Zuges ausstieg), jetzt sitze ich im ICE nach Hannover und hoffe, noch vor Kick-off des ersten NFL-Spiels heute Abend daheim zu sein.

Falls nicht noch grandios was schiefgeht, war es dann für heute mit dem Blog. Schönen Abend!

Höchster Punkt der Niederlande, unweit des Dreiländergrenzsteins

Grenzsteinweg

Alter Grenzstein

Traditionelles Dreiländereckmahl mit Dreiländerbier und belgischen Fritten

Links Deutschland, rechts Belgien, links unten die Niederlande - und meine Hand in allen drei Ländern

Montag, 12. Januar 2026

Noch keine Karte, aber Flug und Hotel

... habe ich heute gebucht - juchhe!

Am 6. März fliege ich abends um 20.25 Uhr von Zürich nach Kopenhagen und habe dort 45 Minuten Umsteigezeit, um den Flug um 23 Uhr nach Stavanger zu erwischen. Dort komme ich planmäßig am 7. März um 0.10 Uhr an - und das wird die erste spannende Aktion werden, ob ich tatsächlich erst am 7. März oder schon am 6. März lande, denn in dem Moment, in dem ich norwegischen Boden berühre, gelte ich ja innerhalb des Schengen-Raumes als eingereist.

Ich muss schauen, dass ich mich ein wenig beeile, denn um 0.45 Uhr geht der letzte Bus in die Innenstadt. In selbiger wohne ich, und ich hoffe, dass ich so gegen halb zwei oder so im Bett bin.

Am nächsten Tag treffe ich mich - einen kleinen Stadtspaziergang wird es in der viertgrößten Stadt Norwegens wahrscheinlich geben - mit meinem alten Quasi-Studienfreund, den ich 2011 nach Bergen gebracht und zuletzt 2013 dort besucht habe (er war zwischendurch ein, zwei Mal in Deutschland und hat mich kurz besucht). Der offizielle Grund dieser Reise ist aber natürlich das WM-Quali-Spiel der deutschen Fußball-Frauen - und ich hoffe, dass ich, sobald es Karten gibt, für uns auch zwei Karten abgestaubt kriege ...

Ich vermute, dass es vor und jedenfalls nach dem Spiel noch zum Konsum von (teuren) Hefekaltschalen kommen wird, muss ich am nächsten Tag doch erst um 13.30 Uhr wieder zurückfliegen. In Kopenhagen bin um 14.40 Uhr, um 17.55 Uhr geht es weiter, sodass ich um 19.40 Uhr wieder in Zürich ankomme und wieder (wie auf der Hinreise) das Mamataxi bemühen darf.

Ich freue mich soooo sehr, den Guten mal wieder zu sehen!

Durch das Umsteigen in Dänemark muss ich auch nicht unbedingt die Monster-Gewalttour nach Dänemark und in der gleichen Nacht in Richtung Polen/Tschechien machen, sondern es reicht, wenn ich die Nur-Gewalttour nach Polen und Tschechien am 31. Januar mache - das ist mir auch ganz recht ...

So ganz langsam nimmt das Reisejahr 2026 doch Form an - aber es gibt noch immer 28 Urlaubstage (und vier Brückentage) zu verplanen, wobei ich ja durchaus schon die eine oder andere Idee habe (Kanada, wenn das mit der WM-Karte klappt - oder mit Nina; Westafrika mit drei neuen Länder oder Ostafrika mit drei neuen Ländern wären durchaus denkbar, womöglich aber auch was Größeres in die Südsee, mal sehen ...).

Sonntag, 11. Januar 2026

Noch mehr Olympia

... habe ich heute gebucht, denn an dem Sonntag nach den Curling-Partien in Cortina ist in Antholz noch Biathlon angesagt.

Ich schrieb gerade mit einer Freundin, die Biathlon schaute, während ich das Re-live des nächtlichen NFL-Playoff-Spiels guckte (sehr empfehlenswert, übrigens!), als ich so erwähnte, dass ich schon lange nicht mehr so richtig Biathlon schaue und auch gar nicht auf die Idee gekommen sei, nach Karten für Antholz zu gucken. Das war um 11.44 Uhr.

Um 11.46 Uhr hatte ich eruiert, dass es noch Karten gibt, die Freundin empfahl mir das Buchen, um 12.04 Uhr hatte auch meine Ma kein Veto eingelegt, um 12.33 Uhr (zwischendurch musste ich das wirklich spannende Footballspiel gucken, während mein WLAN zu Hause herumspann) fluchte ich, dass das mit dem Buchen nicht klappen würde, aber um 12.38 Uhr war meine Unterkunft in einem Seitental in Südtirol und um 12.41 Uhr auch die Stehplatzkarte am Schießstand gebucht.

Am 13. Februar, dem Freitag, fahre ich nun - wie schon länger geplant - aus dem Schwarzwald in Richtung Innsbruck und übernachte kurz vor der Landeshauptstadt Tirols. Am 14. Februar geht es dann nach Toblach, dort parke ich das Auto und fahre mit dem Shuttlebus nach Cortina zum Curling. Am Abend geht es nach Weitental, da ist mein (bezahlbares) Hotel - in Antholz selbst wurden Preise ab (!) 600 Euro aufgerufen ...

Schließlich geht es am 15. Februar morgens nach Antholz, eine lange Unterhose wird eingepackt und angezogen; wie ich da parke und zum Biathlonstadion komme, muss ich noch gucken, aber das Ganze geht bis 15, 16 Uhr - und danach geht es fünf Stunden zurück in den Schwarzwald (womöglich mit Zwischenstopp in Liechtenstein, damit ich da auch mal war dieses Jahr) ..

Das werden dann drei Sportarten (Eishockey, Curling, Biathlon) nach den zweien in Paris (Fußball und doppelt Handball) - das wird hoffentlich gut!

Nach dem Buchungsprozess und dem Ende des Footballspiels wanderte ich in Richtung Innenstadt bis zur Markthalle, stieg dort in die inzwischen wieder rudimentär fahrenden Stadtbahn zum Hauptbahnhof, trank mich in der DB-Lounge sitt (das Wort muss man nochmal ins Gedächtnis rufen!) und traf mich dann mit einem Kollegen zum Abendessen. Danach ging es mit der Stadtbahn direkt nach Hause, denn während des Abendessens wurde die Strecke bis zu mir (und noch weiter) freigegeben.

Jetzt sitze ich in meiner Bude, gucke Football und gehe gleich ins Bett ...

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Gestern habe ich in Grenzach-Wyhlen den südlichsten, in Köln den westlichsten und in Wunstorf kurz vor Hannover den nördlichsten Punkt des bisherigen Jahres besucht.

Nach viel Herumgeplane habe ich jetzt die Dänemark-Polen-Tschechien-Tour auf den 30./31. Januar und die Luxemburg-Belgien-Niederlande-Tour auf den 28. Februar gelegt; daran wird sich womöglich noch was ändern, aber das scheint mir jetzt ein gutes Gleichgewicht zwischen verrückten Touren (an den Samstagen) und Erholung (an den Sonntagen) zu sein. Womöglich ist sogar mein Bruder endlich mal zufrieden mit mir, höhö ...

Samstag, 10. Januar 2026

Snowpiercer

12.16 Uhr, zwischen Erzingen und Baden
... heißen ein Film und eine Fernsehserie, in der ein Zug nach einer globalen Klimakatastrophe durch die verschneite Welt fährt. Ganz so schlimm wird es hoffentlich heute nicht, aber ich bin gespannt, wann ich wo und wie ankomme ...

Ziel ist jedenfalls meine Bude in Hannover, und weil das ja zu einfach wäre, bin ich noch immer am Überlegen, ob ich in Aachen einen kleinen Zwischenstopp mache und von dort nach Belgien und in die Niederlande fahre - oder wandere ...

Der Start ging jedenfalls schon einmal gründlich in die Hose, weil mein Bus, der um 10.40 Uhr in Bonndorf abfahren sollte, einfach nicht kam. Eine junge Frau bot mir an, dass ihr Stiefvater, der sie nach Schluchsee bringen würde, mich auch mitnehmen würde, aber irgendwie hätte mir das dann auch nicht mehr wirklich in den Kram gepasst, sodass ich nach kurzer Bedenkzeit absagte, weil ich ab Schluchsee das irgendwie auch nicht mehr geschafft hätte ...

Gleichzeitig machte mir meine Zwei-Wochen-Challenge-Planung ein bisschen Sorge, denn wenn das schon mit dem Bus in Bonndorf nicht klappen würde und ich daher nicht sicher sein konnte, dass das mit Aachen überhaupt klappt, und weil ich nächstes Wochenende schon mitten in Deutschland verplant bin, hätte das eng werden können.

So wurde dann doch das Mamataxi angefordert, auf dass mich selbiges nach Erzingen fahren möge - denn über Basel würde ich noch den angepeilten ICE erwischen.

Über die verschneite Obere Alp ging es nach Erzingen (zurück fährt meine Ma über die Bundesstraße über Stühlingen, das ist besser), und weil wir da zu früh waren, lief ich dort schon einmal über die nahegelegene Grenze zur Schweiz. Der deutsche Zöllner guckte auf dem Rückweg ein bisschen komisch aus seinem Kabuff, aber so habe ich definitiv Staats- (und auch Zoll-)Grenze überquert - gerade Letzteres ist bei dem knapperen Umstieg in Basel nicht ganz gesichert. Und so komme ich nicht in Definitionsprobleme ...

Jetzt war ich also schon in der Schweiz, komme gleich nochmal mindestens staatsrechtlich in die Schweiz, habe noch die Chance auf Belgien und die Niederlande, komme gleich an meinen südlichsten Punkt dieses Jahr in Grenzach-Wyhlen und kann hoffentlich heute Nacht in Ruhe Football gucken und dann morgen in Hannover ausschlafen. Klingt doch nach einem Plan, oder? Oder?!

Und wenn alle Stricke reißen, komme ich auch ohne Aachen nach Hannover, denke ich, denn so langsam fahren die Züge ja wieder an ...

Ich werde berichten, liebe Leserin, lieber Leser - Daumen drücken und mitfiebern ist angesagt ...

Zurück im Vaterland nach kurzem Ausflug ...

... über den Erzinger Zoll

Das ist ein Grenzstein, aber der wurde in diesem Blog schon dokumentiert

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13.39 Uhr, zwischen Basel und Freiburg
Das war eine Punktlandung - ich hatte nicht gedacht, dass schon der Anschluss in Basel ein Problem werden würde, aber plötzlich standen wir in Waldshut deutlich länger als geplant, weil noch etwas an der Strecke repariert werden musste. Seufz.

Zwischenzeitlich drohte es richtig knapp zu werden mit dem Anschluss, aber trotz des Stillstands noch kurz vor Basel kamen wir fünf Minuten vor Abfahrt des ICE an. Ich mit Koffer treppab, treppauf, da fuhr der Zug gerade ein - ich lief noch ein Stück nach hinten und bekam einen Tisch am Vierer ... Kaum saß ich, fuhren wir ab - wenn man immer wüsste, dass das genau so kommt, würde ich das öfter nehmen ...

Mein angepeilter ICE heute Nacht von Köln nach Hannover fällt aus (so eine Überraschung), aber jetzt kann ich mir bis mindestens Mannheim (15.22 Uhr), eigentlich sogar bis Köln überlegen (17.20 Uhr), ob ich verrückt bin und das mit Aachen/Belgien/Niederlande trotzdem versuche oder aber gleich nach Hannover durchfahre.

Meine Kollegin sagt mir, dass die Busse immer noch nicht fahren im Umland von Hannover, und die Stadtbahnen fuhren bis zumindest 13 Uhr nur im Tunnel, mal gucken, wie ich nach Hause komme (und wann), aber irgendwie wird das klappen.

Und ob ich Football nun daheim oder unterwegs gucke, ist auch fast egal.

Ich bin wirklich selbst gespannt, was ich mache - und ich werde berichten ...

Achso, eben kamen ein deutscher und ein Schweizer Grenzer durch den Zug und haben gemeinsam Europa kaputtgemacht - immerhin ... Seufz!

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17.02 Uhr, Siegburg/Bonn
Jetzt stehen wir erstmal unplanmäßig wegen einer Weichenstörung - mal gucken,wie lange ... In Köln hätte ich nach bisheriger Planung 38 Minuten zum Umsteigen (und Kofferwegstellen) ... Aha, jetzt geht es weiter ...

Wenn das so funktioniert, könnte ich glatt wirklich nach Aachen fahren ...

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17.35 Uhr, kurz vor Köln Hbf
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich bin vernünftig ... Ich bleibe jetzt in Köln im Zug sitzen und schaue, dass ich über Osnabrück einigermaßen unfallfrei nach Hannover komme. Dann kann ich gemütlich im Bett Football gucken und bei Bedarf auch schon früher einschlafen ...

Wenn ich keinen Koffer dabeigehabt hätte, hätte ich mich wahrscheinlich ins Abenteuer geworfen, aber so ist das nicht nur mit dem Einschließen, sondern vor allem mit den fünf nächtlichen Regionalexpressen, in die ich jeweils umsteigen müsste, mühsam ...

Vielleicht bin ich morgen verrückt, wenn da wieder was fährt (vor allem, falls ich doch früher schlafe), aber die Rekordzeit, alle Nachbarländer zu besuchen (dazu müsste ich vor dem 25. Januar alle schaffen), kriege ich sowieso nicht mehr gebrochen dieses Jahr wegen Krankheit und Wetter, da muss ich jetzt nicht auf Biegen und Brechen durch einen unbekannten Wald zum Grenzstein marschieren.

Tagsüber, an einem der nächsten Wochenenden - gut möglich, aber heute nicht ...

Eine Auslandsreise war's heute dann ja doch, immerhin, da war ich ja so klug, mir die Schweiz zu sichern, und ich berichte auch, wie ich wann in Hannover ankomme - aber die Hauptentscheidung heute Abend ist jetzt zugunsten des Heimfahrens gefahren ...

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19.50 Uhr, in Münster
So, den frühen Anschluss in Osnabrück kriege ich wahrscheinlich nicht, weil die Regionalbahn natürlich pünktlich fährt, wenn man sie einmal verspätet bräuchte ... Die nachfolgende Regionalbahn ist dagegen eine halbe Stunde verspätet, sodass ich mich ungefähr eineinhalb Stunden in Osnabrück herumdrücken werde, mal gucken, ob da noch was offen hat (für den Spanier, den ich da neulich entdeckt habe, ist es wahrscheinlich ein bisschen knapp - schade!) ...

Noch bin ich aber recht hoffnungsfroh, noch relativ früh in der Nacht in Hannover anzukommen - vom Hauptbahnhof wird es dann aber wahrscheinlich ein Uber werden, mal schauen, ob da was fährt ... 

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20.52 Uhr, auf dem Weg nach Rheine
Aber das ist doch die falsche Richtung!

Ist es, aber ich weil ich den Anschluss nach Hannover knapp verpasst hatte, wollte ich nicht so ewig mit Koffer in Osnabrück herumirren, also entschied ich mich, meinem Zug entgegenzufahren und in Ibbenbüren auf diesen aufzuspringen.

Gesagt, getan, ich saß gerade im Zug und fuhren in Osnabrück-Altstadt aus, als die Anzeige kam, dass der Zug schon viel früher wendet und nicht mehr fährt (auch nicht ab Osnabrück!) ...

Jetzt fahre ich halt bis Rheine und steige dort in einen Zug ein, der mich wieder in Richtung Osnabrück bringt - mal gucken, was das wird. Aktuell geplante Ankunftszeit in Hannover Hbf: 23.50 Uhr ...

Weiter Daumen drücken! 

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21.30 Uhr, wieder zurück nach Osnabrück
Das wurde mir dann doch ein bisschen zu heiß, gerade weil der Gegenzug noch nicht mit einer tatsächlichen Abfahrtszeit angezeigt wurde ... Ich bin jetzt doch in Ibbenbüren ausgestiegen und gleich wieder in Osnabrück - da steige ich wahrscheinlich in den Zug ein, der aus Rheine kommt (inzwischen wird nämlich da auch eine tatsächliche Abfahrtszeit angezeigt), aber falls der überraschend doch ausfällt, strande ich lieber in Osnabrück als in Ibbenbüren oder in Rheine ...

Es bleibt spannend - verloren haben ich durch dieses Scharmützel übrigens nix, von Osnabrück fährt - ausweislich der Bahn-App - sonst nix; denn dann hätte ich diese Verbindung ja genommen ...

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22.14 Uhr, zwischen Osnabrück und Löhne(Westf)
Die Bahn hat auch Nerven, an so einem Tag eine Fahrgastbefragung durchzuführen ... Wenigstens war die Frau sehr freundlich - jetzt jedenfalls sitze ich im hoffentlich vorletzten Zug des Tages nach Löhne in Westfalen.

Dort habe ich nach aktuellem Stand neun Minuten zum Umsteigen nach Hannover, und eine Stunde später sollte ich gegen 23.50 Uhr in Hannover sein.

Wie ich in Hannover nach Hause käme, wollte die Dame noch wissen. Ich antwortete, dass das eine gute Frage sei ...

Erstmal nach Hannover kommen, muss aber das Tagesziel lauten - da konnten wir beide zustimmen. Es wird - hoffe ich ...

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22.51 Uhr, zwischen Löhne und Hannover
Sodele, jetzt bin ich hoffentlich im letzten Zug des Tages - ich gucke Football, alles gut, und beim Bürgerkönig kriege ich bestimmt auch noch was zu essen in Hannover.

Das hat jetzt hier alles recht gut geklappt bisher, ich will's ja nicht beschreien, aber wenn heute Nacht was fährt, scheint es jetzt im Moment einigermaßen pünktlich zu sein ...

Ich habe jetzt ein Hüngerchen, die Kohlrabi mit Dip waren ein leckeres Mittagessen, aber die Nacht ist ja noch jung ...

Einen letzten Eintrag gibt es - hoffentlich - aus meiner Bude, und dann sehen wir mal, was wir anstellen, wenn wir morgen ausgeschlafen haben ...

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0.40 Uhr, in meiner Bude
Juchhe, ich bin daheim!

Wir kamen ein bisschen verspätet in Hannover an, der Bürgerkönig hatte schon zu, also wurden zwei Pizzazungen vertilgt.

Das Uber kam sehr schnell, auch wenn der sehr freundliche und sehr gesprächige Fahrer diese kamerunische Unsitte an den Tag legte und nochmal anrief, um den Treffpunkt abzustimmen ...

Er fuhr über die recht gut geräumten Hauptstraßen und die brutal ungeräumten Nebenstraßen sehr souverän, so richtig verstehe ich nicht, wo das Problem ist für die Stadtbahn, aber ich bin auch kein Stadtbahnexperte.

Jetzt bin ich jedenfalls zuhause, gucke noch Football und schlafe morgen aus ... Dann sehen wir weiter, aber ich vermute, ich mache morgen genau nix ...

Gute Nacht!

Sonntag, 4. Januar 2026

Nicht so gut ins neue Jahr gestartet

... bin ich am 1. Januar, sodass meine geplanten Touren am 1., 3. und 4. Januar ausgefallen sind bzw. arg verkürzt wurden. Jetzt bin ich aber auf dem Weg nach Hannover, allerdings über Salzburg, mal sehen, was das wird - lesetechnisch wird das heute aller Voraussicht nach ein Liveblog, aber erstmal rekapituliere ich die letzten Tage ...

31. Dezember
Der Flug von Istanbul nach Stuttgart war eigentlich ganz gut, einmal hat es ein bisschen gewackelt gehabt (aber das war, glaube ich, schon auf dem Ercan-Istanbul-Flug, wenn ich jetzt so darüber nachdenke), ich guckte ein bisschen Serien (bei diesen ganzen Superman-Ablegern bin ich inzwischen komplett raus, wie ich festgestellt habe), ich aß Pasta - und wir landeten sehr pünktlich.

Die Ankunft des Flugzeuges muss für die Bundespolizei eine echte Überraschung gewesen sein, denn die elektronische Einreisekontrolle wurde erst aufgemacht, als sich schon längst Schlangen gebildet hatten - sowas finde ich immer wieder unfassbar - zumal es für die Bundespolizisten ja auch einfacher ist, wenn das alles elektronisch läuft für die EU-/Schengen-Bürger, und sie sich daher auch schneller wieder ihrer derzeitigen Hauptbeschäftigung widmen können, nämlich der Belästigung der Einreisenden an den Schengen-Binnengrenzen ...

Im Gegensatz zur Bundespolizei war die Gepäckabfertigung auf Trab, denn unser Gepäck kam sehr schnell - so schnell, dass wir, wenn wir uns jetzt beeilen würden, vielleicht noch die Chance auf den Wiizemersteg hätten und damit die unregelmäßige Tradition, das neue Jahr mit einem Fuss (!) in der Schweiz und einem Fuß in Deutschland zu beginnen, etwas regelmäßiger machen könnten.

Der Zoll belästigte uns erwartungswidrig nicht (naja, nein, okay, der deutsche Zoll an den Flughäfen ist ja meist wirklich vernünftig), und dann sprinteten wir fast schon zum Auto. Ich latschte erstmal genüsslich in Hundekacke und entfernte die notdürftig von der Schuhsohle, dann machte die Ausfahrt am Parkhaus blöd, weil der QR-Code nicht gelesen wurde (am anderen QR-Code-Leser ging es dann), aber danach waren wir schließlich unterwegs mit voraussichtlicher Ankunft um 0.03 Uhr am Wiizemersteg.

Ich fuhr auf gut geräumter und gestreuter Autobahn, die insgesamt leer, aber nicht so leer war wie 2011, als wir von Berlin nach Jena fuhren, mit konstant 140 Sachen in Richtung Süden, die Baustellen waren offenbar schon einkalkuliert, und langsam, aber sicher fiel die Ankunftsanzeige noch in den 31. Dezember hinein.

Am Ende kamen wir um 23.58 Uhr oder so am Wiizemersteg an, das Selfie mit Muttern war laut Telefon von 23.59 Uhr und 48 Sekunden entstanden, und also standen wir um Mitternacht auf dem Wiizemersteg (diesmal ohne Prosecco, aber das ist wurscht) und umarmten uns auf ein gutes neues Jahr.

Dieses gute neue Jahr wünsche ich auch den Leserinnen und Lesern an dieser Stelle!

Blick aus dem Flieger auf Bosporus und die drei Brücken
Wiizemersteg (von Schweizer Seite ...)

1. Januar
Ab da ging es nur noch bergab. Ich verspürte schon im Auto den Drang, eine Toilette aufzusuchen, und dem kam ich nach, als wir in Bonndorf angekommen waren. Wir gingen noch in den Schnitzer, verließen diesen aber noch einem Bier wieder, weil es mir rapide schlechter ging - und die Neujahrsnacht 2026 gehört zu den furchtbarsten in meinem Leben, und wenn man die (äußerst, äußerst wenigen, höhö) Nächte herauszählt, in denen ich einfach - das wird man mal so brutal sagen müssen - zu viel gesoffen hatte, dann war das womöglich die schlimmste.

Um 5.30 Uhr schlief ich dann plötzlich vor Erschöpfung ein, und als ich um 12.30 Uhr oder so aufwachte, ging es mir überraschend deutlich besser.

Ich weiß nicht, was das war, ich habe ja die Pasta im Flieger im Verdacht, Turkish Airlines aber (die habe ich angeschrieben) hatte keine anderen Fälle und meinte auch, dass eine Lebensmittelvergiftung eher zwischen 12 Stunden und fünf Tage dauere, bis sie zum Vorschein käme. Sei's drum, war nicht schön ...

Dementsprechend fiel die Frankreich-Österreich-Tour, die ich im Auge gehabt hatte für den Neujahrstag, ins Wasser, weil ich mich erst einmal erholte.

Auch der für den 2. Januar geplante Beginn der Übernacht-Tour nach Aachen (mit Belgien und den Niederlande), Luxemburg und nach Dänemark wurde abgesagt, damit ich wenigstens dieses Wochenende vernünftigen Schlaf habe.

Gestern aber, am 3. Januar, ging es mir schon wieder wesentlich besser, sodass ich mich auf nach Breisach machte, auf dass ich die Rheinbrücke überqueren und nach Frankreich gehen würde.

Ich fuhr mit dem Bus nach Neustadt, von dort nach Freiburg und setzte mich schließlich in die S-Bahn nach Breisach. Aufgrund eines Kupplungsdefektes wurde die Zugreihenfolge aber geändert - ohne gute Durchsage (mag auch sein, dass ich sie aufgrund der Kopfhörer auf meinem Ohr überhört habe ...), sodass ich plötzlich im falschen Zugteil nach Endingen saß.

Am Klinikum stieg ich - zügig laufend - in den anderen Zugteil um, sodass ich schließlich gut in Breisach ankam und in Richtung Frankreich lief. Am Rhein zog es ganz schön, obwohl es offiziell Plusgrade waren (naja, ein Plusgrad ...), da habe ich jetzt das erste Mal gespürt, dass meine Haarpracht früher dann doch ganz gut geschützt hat ...

Ich betrat französischen Mutterboden - als drittes Land dieses Jahr -, wurde auf dem Heimweg überraschenderweise nicht von der Bundespolizei belästigt und hatte jetzt so viel Zeit, weil ich den früheren Bus nach Bonndorf knapp verpassen würde, die aber nur alle zwei Stunden fahren, dass ich mich entschied, noch an den Badischen Bahnhof in Basel zu fahren und mir die erste Rivella des Jahres zu kaufen.

Gesagt, getan, ich reiste zunächst staats-, dann auch zollrechtlich in die Schweiz ein (zum zweiten Mal dieses Jahr), erwarb die originale Rivella und fuhr dann zurück nach Freiburg. Sowohl im ICE von Freiburg nach Basel als auch im ECE von Basel nach Freiburg wurden wir von Kindern gut "unterhalten" (teilweise sogar im Ruheabteil, sowas verstehe ich halt wirklich nicht), aber da wurden halt die Kopfhörer auf laut gestellt, passt schon ...

In Freiburg sprang ich in meine S-Bahn und wollte die Rivella wegbringen, was auch funktionierte. Was nicht funktionierte, war das laufende Wasser am Waschbecken der Zugtoilette. Die zweite Toilette im Zug war gesperrt, also stieg ich aus, um mir im Gegenzug zumindest die Hände zu waschen; der fuhr aber in dieser Sekunde ab. Also lief ich zum nächsten Gleis, da fuhr eine S-Bahn in Richtung Seebrugg, die fuhr aber auch bald ab. Das war mir egal, weil die Richtung ja stimmte, konnte mir dort - im zweiten Versuch - endlich die Hände waschen - und stieg dann in Titisee in den richtigen Zug nach Neustadt um.

Das mit dem Bus klappte dann auch, und nach Fußball- und Dartsgucken ging ich dann ins Bett.

Auf dem französischen Kopf der Julius-Leber-Brücke

4. Januar, 10.01 Uhr, zwischen Donaueschingen und Ulm
Ich hatte ja überlegt, ob ich heute Nacht Football gucke, hatte mir aber keinen Wecker gestellt und wachte auch erst um kurz vor sieben Uhr auf. Dann kam ich auf die Idee, dass ich doch nochmal schauen könnte, ob ich heute doch nach Hannover komme und vielleicht noch Salzburg mitnehmen könnte.

Das würde klappen, wenn ich jetzt duschen ginge und meine Ma mich dann nach Döggingen bringen würde, wo ich auf den Zug nach Donaueschingen aufspringen würde.

Ich duschte, meine Ma war zum Glück auch schon wach, und so verließen wir gegen 8.15 Uhr das Haus. Natürlich waren wir - trotz winterlicher Verkehrsverhältnisse - viel zu früh in Döggingen, aber kurz vor Ankunft des Zuges stieg ich aus dem Auto aus. Meine Ma fuhr heim, ich stieg in den Zug.

Der Umstieg in Donaueschingen klappte gut, der Anschluss nach Ulm stand schon da, ich fand einen Platz am Tisch und hoffe jetzt, dass mit den Anschlüssen in Ulm und München alles gut klappt, damit ich schließlich in Salzburg, wo ich planmäßig nur 14 Minuten zum Umsteigen habe, gut den Eurocity zurück nach München und dort den ICE nach Hannover erwische, sodass ich heute gegen 23 Uhr in meiner Bude wäre ...

Darüber berichte ich aber im Zuge des heutigen Liveblogs ...

Schnappschuss heute aus dem Zug

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4. Januar, 12.13 Uhr, zwischen Ulm und Augsburg
Joa, das war gerade mal wieder eng: Der Zug war in Donaueschingen mit fünf Minuten Verspätung losgefahren, und das wurden auf den teilweise einspurigen Strecken, bei denen immer wieder auf einen entgegenkommenden Zug gewartet werden musste, immer mehr: Am Schluss hatte ich rechnerisch vier Minuten Umsteigezeit in Ulm.

Es wäre normalerweise nicht schlimm gewesen, wenn ich den 12.02-Uhr-ICE verpasst hätte, weil eine halbe Stunde später noch ein ICE gefahren wäre, mit dem ich in München wieder den ursprünglichen Anschluss nach Salzburg erwischt hätte; der wurde auch bis kurz vor Ulm als pünktlich angezeigt.

Als wir aber um 11.58 Uhr in Ulm einfuhren, war der spätere ICE plötzlich auch als um eine Viertelstunde verspätet angezeigt - und dann hätte es für den Anschluss in München nicht mehr gereicht. Also sputete ich mich doch, erwischte noch den schon bereitstehenden 12.02-Uhr-ICE nach München und gucke jetzt halt, dass ich in München was zu essen kriege, denn so langsam habe ich ein Frühstück-Mittagessen-Hüngerchen, obwohl ich gestern ein sehr ordentliches Abendessen hatte ...

Mal gucken, ob die planmäßig 14 Minuten in Salzburg zum Umsteigen reichen; sonst hätte ich auch da schon einen Plan B, keine Sorge ...

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4. Januar, 13.51 Uhr, zwischen München und Rosenheim
So, ich habe mich spontan umentschieden und fahre nicht nach Salzburg (denn dort war ich schon mit der Bahncard 100), sondern nach Kufstein. Das ist auch in Österreich (das war ja Sinn des ganzen Umweges heute), da war ich noch nicht, da fahre ich am Inn entlang, das wird schön, hoffe ich ...

Einziges Manko ist, dass mein östlichster Punkt dieses Jahr dann noch immer in Deutschland liegen wird, nämlich in Kiefersfelden, wo die Bahnlinie kurz vor Österreich nach Südwesten abbiegt. Aber das wird nicht der östlichste Punkt dieses Jahr bleiben, da bin ich recht sicher ...

Ich habe eben in München zwei "Fehler" gemacht. Der erste Fehler war, dass ich nicht in den Railjet der ÖBB nach Kufstein eingestiegen bin, der nach Bologna fährt, denn mit dem wäre ich eine halbe Stunde früher in Kufstein gewesen, nachdem ich extra noch beim Reisezentrum nachgefragt hatte, ob ich mit der Bahncard 100 auch den Railjet benutzen darf (für die Rückfahrt). Und danach habe ich ein Brötchen mit "Fleischkäse" bestellt; da das ja hier Leberkäse heißt, hast der Typ mich nicht verstanden und mir ein Brötchen mit Käsekrainer verkauft. Das habe ich erst zu spät gemerkt, aber am Ende war's mir so auch recht ... Und ein Fle..., äh, Leberkäsebrötchen kriege ich auf dem Rückweg sicherlich auch noch ...

Achso, und mit Kufstein statt Salzburg bin ich - wenn alles gutgeht - sogar eine Stunde früher in Hannover. Das kann auch nicht schaden ... 

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4. Januar, 15.30 Uhr, zwischen Kufstein und Rosenheim, schon wieder in Deutschland
Jo, das war ein kurzer, halbstündiger Abstecher nach Kufstein - aber der hat sich gelohnt! Bei Kaiserwetter konnte ich ein bisschen vom Inn, von der Festung Kufstein - und durch schlecht geputzte Fenster, deswegen auch keine Fotos davon - von den (Vor-)Alpen sehen.

Während der Fahrt nach Kufstein stiegen noch zwei von der Bundespolizei ein; wenn die nicht gerade Europa kaputtmachen, scheinen das sogar ganz normale Menschen zu sein, wenn man sie so ein bisschen belauscht ...

In Kufstein machte ich dann einen kleinen Spaziergang über den Inn in die Altstadt, in der überall sehr charmant mit "Besitzstörungsklagen" gedroht wird, die aber ansonsten einen schönen ersten Eindruck macht. Ich war versucht, einen Glühwein zu trinken, nahm dann aber doch Abstand und machte mich dann doch schon einigermaßen bald auf zurück zum Bahnhof.

Dort war ich in der Lage - noch an einem schönen Papier-Wagenreihungsaushang -, den besten Einstieg zu eruieren (pssst, nicht verraten: An den Enden des Zuges ist meist noch ein bisschen Platz.) - und, guck an, ich bekam noch einen Platz mit freiem Nebensitz für mich ...

Wir sind gleich in Rosenheim, bisher haben weder die Bundespolizei noch der Schaffner sich blicken lassen - in München habe ich fast eine Stunde Zeit, die ich womöglich nutzen werde, um mal auf den Marienplatz zu fahren und dort eine Bayern-Flagge oder so anzuzünden ... Wie? Keine gute Idee? Och menno, nix darf man mehr! Aber auch darüber werde ich berichten, wenn ich im ICE nach Hannover sitze.

Impressionen aus Kufstein:







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4. Januar, 17.36 Uhr, zwischen München und Nürnberg

Sowohl die Bundespolizei als auch die Schaffnerschaft ward nicht gesehen, aber kurz nach der Ankunft in Deutschland lud der Zug, der pünktlich aus Bologna angekommen war, natürlich Verspätung auf.

Mir fiel zu spät ein, dass ich auch schon in München-Ost hätte aussteigen können/sollen, weil ich ja sowieso zum zwischen Ost und Hauptbahnhof gelegenen Marienplatz wollte, aber als es mir einfiel, waren die Türen schon wieder zu ... Nun denn, ich irrte am Hauptbahnhof herum, weil die Beschilderung zur S-Bahn dort zwischen verwirrend und besch...eiden ist, aber am Ende fand ich den S-Bahnsteig und fuhr zum Marienplatz.

Naja, was soll ich sagen? Sooooo hässlich ist München nun auch wieder nicht. Die Rathäuser und die Frauenkirche sind schon ganz ansehnlich, und dass es überall Maronen gibt wie in Istanbul, muss auch ein gutes Zeichen sein. Am Bayern Store, der das gute Gesamtbild natürlich gleich wieder sehr wesentlich beeinträchtigt hat, habe ich mich zurückhalten können und nichts angezündet, sonst hätten Dobrindts ..., ach, ne, der ist ja nicht zuständig ..., dann Herrmanns Schergen gleich wieder was zu tun gehabt.

Ich lief noch in Richtung Karlsplatz (Stachus), bevor ich dort wieder in der S-Bahn verschwand und zum Hauptbahnhof zurückfuhr. Dort trank ich in der Lounge noch was, bekam aber keinen Sitzplatz und ging dann recht früh zum Gleis. Das war gar nicht so schlecht, denn so habe ich jetzt im BahnBonus-Bereich einen guten Sitzplatz am Vierer bekommen, vis-à-vis sitzt einer, das passt schon ...

Um 21.32 Uhr bin ich planmäßig in Hannover und dann womöglich schon so gegen 22 Uhr im Bett, das hat sich dann voll gelohnt heute ... War ein schöner Ausflug!

Impressionen aus Minga:







Mittwoch, 31. Dezember 2025

Einfach gemacht

Vor dem Check-in in Ercan, 12.26 Uhr Ortszeit (11.26 Uhr deutscher Zeit)

… hat es uns Nordzypern heute Morgen mit dem Abschiednehmen, denn es nieselte den ganzen Morgen hindurch.

Gestern Abend habe ich wirklich vergessen, Blog zu schreiben, aber wirklich ergiebig wäre es auch nicht gewesen, weil wir nach dem Frühstück zurück ins Zimmer sind. Meine Ma las und guckte Filme, ich machte was für mein Geld, und um 16 Uhr gingen wir gemütlich zum Abendessen. Wir probierten mal die Chicken Tenders als Vorspeise, danach gab es Pizza und Köfte, war beides - wie immer im Restaurant - ganz okay, geschmacklich und auch preislich, aber auch keine Sterne-Küche.

Unsere Leutchen im Service waren aber immer sehr lieb gewesen, also wurden sie mit Handschlag verabschiedet, und auch gestern waren wir früh im Bett.

Ich träumte mal wieder ganz grandiosen Mist, meine Ma war auch früh wach (der Wecker, der noch von der Hinreise auf 1 Uhr gestellt war und also mitten in der Nacht bimmelte, war auch nicht so hilfreich für sie), wir räumten die Bude noch ein bisschen auf und gingen dann gaaaanz gemütlich frühstücken. War es gestern alles ein bisschen hektisch gewesen, hatten wir heute viiiiiel Zeit, frühstückten wieder lecker und ausgiebig - und bliesen dann wegen Regen den Abschiedsspaziergang ans relativ aufgewühlte Meer ab.

Wir fuhren in aller Ruhe zurück zum Flughafen, stellten das Auto viel zu früh auf den Rental-Car-Parkplatz und trinken jetzt hier für 8 Euro (pro Schnauz, wohlgemerkt) ein Bierchen, da wir noch nicht einchecken können und ich noch türkisches Geld loswerden wollte.

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Am Gate in Istanbul, 18.56 Uhr Ortszeit (16.56 Uhr deutscher Zeit)

Der Check-in ging schnell, wir reisten relativ früh aus und setzten uns an unser Gate am - in der Nebensaison - leeren Flughafen von Ercan. Unser Flug war ziemlich leer, sodass erst vergleichsweise spät geboardet wurde - pünktlich weg kamen wir trotzdem.

Nach nicht einmal eineinhalb Stunden Flug - und einem tollen Blick auf Flügel vorbei auf alle drei Brücken über den Bosporus - landeten wir in Istanbul.

Da wir ein Inlandsgate anfuhren, mussten wir mit dem Bus zum Terminal und dort - anders als auf dem Hinweg - in die Sicherheitskontrolle. Auch in Istanbul gibt es die Unsitte, das Gate sehr spät anzuzeigen, wenn es online schon längst verfügbar ist. Mit dem online ist das aber in der Türkei so eine Sache, weil Herr Erdoğan immer genau wissen will, wer die Meinungsfreiheit in Anspruch nimmt und man deswegen sich so einen Code holen muss. Ganz besonders blöd wird es, wenn diese Maschinen nicht richtig funktionieren - und so Helden einem erklären wollen, wie man seinen Pass durch den Maschinenleser zieht ...

Das alles endete in einem kleinen Scharmützel zwischen Mutter und Sohn, aber inzwischen vertragen wir uns wieder ...

Jetzt sitzen wir trotz des langen Fußweges pünktlich am Gate und gucken mal, wann wir hier abfliegen und in Stuttgart und schließlich im Schwarzwald ankommen. Aber das ist eine Geschichte für morgen.

Guten Rutsch!

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Fazit für Zypern und für das Jahr, schon in Ercan geschrieben

(Nord-)Zypern hat uns - wieder einmal - richtig gut gefallen. Ich habe zwar fast jede Nacht bescheiden geschlafen, aber da kann ja das Land nix für. Wir haben gut gegessen und gut getrunken, ich war sogar einmal im (saukalten!) Meer schwimmen, wir haben es uns richtig gutgehen lassen in unserem (bis aufs WLAN, aber das wurde ja auch rechtzeitig behoben) wunderbaren Apartment mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern, in denen sich Mutter und Sohn nicht in die Quere kamen …

Die Ausflüge auf die Karpaz-Halbinsel, nach Nikosia (mit Ausflug nach Südzypern) und auch nach Famagusta/in die britischen Souveränen Basen waren ganz entspannt und schön, auch wenn es meiner Ma immer lieber war, wenn wir im Hellen nach Hause kamen, weil sie sonst ein bisschen hyperaktiv wurde auf ihrem Beifahrersitz, wenn uns auf der von uns aus rechten Straßenseite "plötzlich" Autos entgegenkamen. Unsere Karre hatte auch schon fast 250.000 Kilometer auf dem Tacho, aber das tat mir Schaltmuffel ganz gut, denn mit dem Ding konnte ich auch im dritten Gang anfahren (jedenfalls auf der Ebene), wenn ich das Zurückschalten vergesse hatte.

Unsere Anlage war jahreszeitbedingt ziemlich leer, aber ich glaube, selbst im Sommer verlaufen sich die Menschenmengen hier einigermaßen, weil die wirklich groß ist - mit Pool und Wasser-Park und großem Strandabschnitt. So waren da gefühlt mehr Hunde und Katzen als Menschen, und Mutter freundete sich natürlich mit Mauz und Wauz sehr schnell an.

Doch, Zypern hatte uns ja schon 2011 gut gefallen und auch jetzt 2025 - die Wiederkehr wird hiermit formal angedroht.

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So, der Blogeintrag an Silvester ist ja fast schon traditionell auch ein Moment, um Bilanz über das ablaufende Jahr zu ziehen.

Statistisch waren das 35 Länder und vier abhängige Gebiete (Gibraltar, Hongkong, Macau und die Souveränen Basen), die ich in diesem Jahr besucht habe, davon fünf neue Länder (Komoren, Kamerun, Papua-Neuguinea, Burundi und Malawi) und zwei neuen abhängigen Gebieten (nämlich Hongkong und Macau). Hinzu kam Ceuta mit eigenständigen Einreisebedingungen, sodass ich das spanische Städtchen in Afrika gesondert in meiner Länderliste führe (allerdings ohne Nummerierung).

Das Jahr fing - unregelmäßige "Traditionen" liebe ich ja besonders - auf dem Wiizemersteg an, bevor ich am Neujahrstag nach Österreich fuhr. Das Wochenende darauf wurden die Niederlande, Belgien und Luxemburg, sieben Tage später Polen und Tschechien besucht. An den folgenden zwei Wochenenden besuchte ich Frankreich und Dänemark und hatte schon am 25. Tag des Jahres alle neun Nachbarländer besucht.

In Herning, Dänemark wurde Handball geschaut, am Wochenende darauf in Bukarest Rugby. Wieder eine Woche später schaute ich den unglücklichen deutschen Rugby-Männern wieder zu, dieses Mal in Lissabon. Auch das Heimspiel in Kassel ging verloren, sodass es in den Niederlanden die letzte Chance für die WM-Quali gab - auch die wurde nicht genutzt. Schade!

Im März ging es über Mutters Geburtstag auf die Komoren, das war wirklich Abenteuerstrandurlaub vom Feinsten.

Am 29. März waren Mutter und Sohn am Luganer See zu Mittag essen, Sohn holte sich da einen brutalen Sonnenbrand, so sonnig und warm war es auf der Alpensüdseite.

Im April war ich in Südspanien unterwegs und nach Ceuta, Marokko, Gibraltar, Sevilla und den Camino del Rey mit. Am 19. April, dem Ostersamstag, folgte die völlig verrückte Zwölf-Länder-Tour mit meiner Ma von Huningue im Elsass über Kroatien bis nach Südpolen - das war bekloppt, aber am Ende sehr, sehr befriedigend.

Kamerun hat mir mit jedem Tag mehr gefallen, und an den Abend mit meinen drei Jungs in der Cantine in Yaoundé denke ich ebenso gerne zurück wie an die Abende mit den beiden Deutschen und ihren Frauen am Strand von Kribi, das war überraschend erholsam - und trotzdem Afrika pur.

Im Mai fuhr ich nach Dänemark und danach zum nördlichsten Punkt Deutschlands, bevor es Ende Mai über Finnland in die große weite Welt ging: nach Hongkong, nach Macau, nach Shenzhen, nach Papua-Neuguinea, nach Cairns und Sydney (mitsamt Panzer im Stadtverkehr) und schließlich nach Manila, bevor wir die finnischen Wälder bis fast zur russischen Grenze unsicher machten.

Im Juni ging es zum östlichsten Punkt Deutschlands und kurz über die Grenze nach Polen, bevor im Juli mehrere Reisen zur Fußball-EM der Frauen in die Schweiz auf dem Programm standen. Das Viertelfinale gegen Frankreich wurde aber in Füssen verfolgt, nachdem ich die sportliche Höchstleistung (und das meine ich wirklich unironisch!) vollbracht hatte, zum südlichsten Punkt Deutschlands am Grenzstein 147 aufzusteigen. Die Auffahrt mitsamt Aufstieg auf den letzten Metern zur Zugspitze war nicht minder nervenaufreibend, für meine Mutter fast noch mehr als für mich ... 

Im August folgte die Katar-Burundi-Tansania-Malawi-Tour mit abenteuerlicher Busfahrt von Bujumbura nach Kigoma und wunderbar entspannten Tagen am Malawisee. Mit Sheriff, dem Oberkellner von der Lodge am See, der inzwischen auf einer Safari-Lodge arbeitet, schreibe ich noch heute von Zeit zu Zeit.

Kein Jahr wäre vollständig ohne einen Besuch in Istanbul, und der fand Ende August mit der Gastronomie-Truppe aus meinem Heimatort statt - meine Ma und ich glauben, den dreien hat es gefallen.

Danach wurde es berufsbedingt etwas ruhiger, es gab viele Grenzübertritte am heißgeliebten Wiizemersteg, einen Kurztrip nach Zagreb und jetzt die Reise nach Zypern.

135 Blogeinträge sind neuer Rekord (wenn auch nur knapp, 2022 waren es 132) - und nächstes Jahr geht es mit Olympia (zweimal - Mailand und Cortina), mit Guyana und Curaçao (und Aruba!) und mit Burkina Faso gleich wieder weiter.

Vielleicht klappt das mit Kanada, zur WM oder etwas später mit Nina nach Neufundland, ein paar Länder in Afrika fehlen noch, Hockey-WM ist auch in Nachbarländern - und das Große Ägyptische Museum ist endlich offen und wäre ja etwas für Weihnachten nächstes Jahr. Oder?