Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 1. Mai 2026

Testweise Bombenstimmung

... herrschte eben am (neuen) Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. Ich war viel zu früh und lief ein bisschen in der Gegend herum, als plötzlich ein Polizist mit Absperrband in meine Richtung kam; ich lief schnell noch durch den Räumungsbereich durch (hihi) und stellte mich dann knapp außerhalb der Absperrung erstmal hin und beobachtete das Ganze.

Kaum war die Absperrung erfolgt, kam - hupend - ein rotes Bundespolizei-Fahrzeug angefahren, aus dem eine Frau und ein Mann stiegen. Sie packten ein Gerät und eine Platte aus, die Platte wurde hinter den Koffer gestellt, das Gerät in einigem Abstand davor - das war wohl eine Art mobiles Röntgengerät, denn anschließend wurden die Platten in Augenschein genommen.

Nachdem Entwarnung gegeben worden war (die Arbeiter am Flughafen, die da an der Sperrgepäckentgegennahme standen, mussten ja auch alle aus dem Sperrbereich raus), öffnete der Polizist den Koffer - und ganz offenbar war das nur ein Test, denn da war außer einem komischen Gerät nix drin im Koffer ...

Der Wecker heute Morgen klingelte um 4.45 Uhr, und wir waren so früh - kurz vor 6 Uhr - unterwegs, dass ich in Freiburg den Bordstein im Parkhaus, aber eben auch den früheren ICE mitnahm. Ich setzte mich auf einen ab Mannheim besetzten Platz, denn ich wollte in Mannheim umsteigen; das klappte auch trotz ein paar Minuten Verspätung, auch wenn auf dem Bahnsteig unzählige Menschen sich mir laaaaaangsamgehend in den Weg stellten.

Auch im Anschlusszug nach Frankfurt erwischte ich einen (ab Frankfurt reservierten) Platz und kam also am Ende ganz entspannt an, auch wenn ich fast nicht aus dem Zug herauskam, weil zwei so Helden schon durch die andere Tür eingestiegen waren und schon in den Gang liefen. Joa, mussten sie halt mit einem leichten Rempler leben ...

Aus dem Gang vom Fernbahnhof in Richtung Terminal führt jetzt ein Gang geradeaus (früher wäre man da gegen eine Wand gelaufen) und zum neuen Skyline-Bahnsteig, der direkt zum Terminal 3 durchfährt. Da kam ich auch gleich mit, am Zweier steigen noch einige Leute aus und ein, und schließlich kam ich am Dreier an.

Das Ding ist echt schick, sehr geräumig, und weil das noch im Pilotbetrieb ist, ist auch noch seeeehr wenig los. Ich konnte schon gut vier Stunden vor Abflug einchecken; ich war kein Idiot, weil ich nicht online einchecken konnte. Die (sehr freundliche!) Check-in-Tante meinte, dass schon aufgrund der neuseeländischen Einreisegenehmigung der Web-Check-in alle viere von sich strecken würde, aber der Check-in ging insgesamt überraschend schnell. Auch an der Sicherheitskontrolle war nix - ich ließ aufforderungsgemäß Flüssigkeiten und elektronische Geräte im Rucksack und wurde - für mich wirklich völlig überraschend - nicht zur Nachkontrolle rausgezogen ... Da hatte das Terminal 3 schon mein Herz gewonnen ...

Auch die Ausreise ging (natürlich) fix, auch wenn sich da keiner dran traute, obwohl alles auf Grün stand, und schon war ich ausgereist.

Ich habe jetzt doch Fensterplätze bekommen (siehe: Check-in-Tante, sehr freundliche), da will ich nicht so viel essen, bevor es in den Flieger geht, also sitze ich jetzt hier sehr gemütlich an einem leeren Gate (J1, da muss ich mich noch dran gewöhnen in Frankfurt ...) und wackle dann in gut zwei Stunden zu meinem Gate J5. Vielleicht erkunde ich gleich noch ein bisschen den J-Finger weiter, vielleicht wage ich mich auch noch zur Skyline, aber da müsste ich wahrscheinlich noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle auf dem Rückweg (weil ich aus dem unsauberen Terminal 2 Non-Schengen kommen könnte), das will ich natürlich nicht ... Das mache ich mal, wenn ich ohne großes Gepäck in Frankfurt ankomme ...

Eben habe ich noch meine Einreisekarte für China elektronisch ausgefüllt und mir eine Gaststätte herausgesucht, in der ich essen möchte, nachdem ich mein Gepäck im Hotel abgeliefert habe; das ist zwar mitten im hochtouristischen Bereich Shanghais, aber das ist mir (vielleicht) wurscht ... (Alternativ fahre ich in den Finanzdistrikt, da ist auch ein hochgelobtes Restaurant.) Den Bund werde ich mir wahrscheinlich - mal wieder - anschauen, diesmal nicht wie 2016 auf englischsprachige Teestubenverkäufer reinfallen (hoffe ich!) und dann noch ein kleines bisschen in Shanghai herumgammeln, bevor ich zurück zum Hotel fahre.

Darüber berichte ich dann aber morgen (oder spätestens übermorgen!).

Fotos vom Flughafen:

Nur damit klar ist, von wo ich abfliege

Im Ankunftsbereich

Verdächtiger Koffer

Abflugbereich

Klappt noch nicht alles, aber passt schon

Eingangsbereich

Mein Koffer (unten rechts) wollte auch mal im Blog erscheinen ...

Donnerstag, 30. April 2026

In sieben Stunden klingelt der Wecker

... und dann geht es in die Südsee!

Es fühlt sich alles noch ziemlich unwirklich an, auch weil die letzten Tage auf der Arbeit nicht ganz unintensiv waren.

Ich bin gestern Abend schon in den Schwarzwald gefahren, weil ich heute notfalls hätte open end machen wollen; natürlich waren gleich zweimal Personen im Gleis, erst ohne Personenschaden, später dann mit ... Auf diese Weise verpasste ich die letzte Bahn hoch in den Schwarzwald; meine Ma holte mich dankenswerterweise in Freiburg ab. Nach dem Erlebnis war es noch besser, dass ich schon gestern angereist bin, sonst hätte ich heute Nacht nur ganz wenig Schlaf gehabt (viel wird es auch so nicht sein, um 5 Uhr klingelt der Wecker, und den Kampf des SC Freiburg um den Einzug ins Europapokalfinale will ich schon noch sehen - geht ja schonmal gut los, menno! Aber jetzt steht's 1:1 ...).

In den letzten Tagen bin ich nicht so wahnsinnig viel gereist, letztes Wochenende war ich zuletzt im Schwarzwald und traf mich mit einigen alten Schulfreunden (und einem heutigen Kollegen) - das war auch sehr, sehr schön und wird nächstes Jahr hoffentlich wieder gemacht ...

Morgen also geht es sehr früh - um 6 Uhr wollen wir fahren - in Richtung Freiburg. Ich hatte eigentlich einen ICE im Auge, der von Freiburg zum Frankfurter Flughafen durchfahren sollte, aber den hat die Bahn anscheinend wieder einmal verschwinden lassen ... So muss ich etwas früher als geplant in Freiburg sein und auch noch in Mannheim zwischen zwei angeblich ziemlich vollen Zügen umsteigen, aber das kriege ich schon hin ...

Einchecken konnte ich für meinen Flug noch nicht, also werde ich schön mit der Flughafenbahn vom Fernbahnhof zum neuen Terminal 3 fahren und zum Check-in watscheln. Mein Koffer ist recht schwer, aber den sehe ich ja erst (und hoffentlich wirklich!) in Auckland wieder; ich habe auch eine kleinere Tasche (im Koffer) dabei, vielleicht nutze ich die als Gepäckstück und lasse den großen Koffer für mindestens einen der beiden "Ausflüge" im Flughafenhotel in Auckland stehen.

Jetzt geht es morgen erst einmal um 14.30 Uhr mit China Eastern in Richtung Shanghai; dort komme ich am Samstag Morgen um 7.15 Uhr chinesischer Zeit (1.15 Uhr deutscher Zeit) an. In der Shanghaier Metro kann man angeblich contactless, also mit Dranhalten der Karte bzw. des Handys, bezahlen, sodass ich erst einmal ein paar Stationen zu meinem Hotel fahren und dort meinen Rucksack abgeben werde. Danach werde ich mich ein paar Stunden ins Getümmel in Shanghai werfen, bevor ich gegen 14 Uhr zurück zum Hotel fahre und dort ein paar Stunden pennen und danach duschen will.

So gegen 21 Uhr oder so werde ich dann auch schon wieder auschecken und zum Flughafen fahren, denn der Flieger nach Auckland geht um 0.15 Uhr (19.15 Uhr deutscher Zeit noch am Samstag). In Auckland lande ich um 15.45 Uhr neuseeländischer Zeit am Sonntag (5.45 Uhr deutscher Zeit) und lasse mich nach der Einreise mit dem Shuttlebus ins Hotel fahren.

Am Montag geht es dann - nach mutmaßlich kurzer Nacht - um 6.55 Uhr (20.55 Uhr deutscher Zeit am Sonntag Abend) in Richtung Tonga weiter.

Ich bin sehr am Überlegen, ob ich mir für Vanuatu (6.-10. Mai) ein Auto miete, weil mein Hotel etwas außerhalb ist und in Vanuatu anscheinend nicht viel mit öffentlichem Nahverkehr ist. Da schlafe ich aber noch eine Nacht drüber - nicht, dass ich schon genug Zeit gehabt hätte, darüber zu schlafen ...

(Und Anthony Taylor verpfeift schon wieder eine deutsche Mannschaft ... Zum Glück ist der Atubolu davor!)

Nach dem Tonga-Vanuatu-Ausflug komme ich dann - die genaue Streckenführung mit Zeiten und so folgt jeweils ein, zwei Tage vor dem Segment, das kann sich ja eh keiner merken - am 10. Mai wieder zurück nach Auckland, schlafe in meinem Flughafenhotel eine weitere Nacht und fliege am 11. Mai weiter auf die Cookinseln; von dort komme ich am 15. Mai frühmorgens wieder, schlafe noch einmal zwei Nächte (einschließlich der angebrochenen Nacht der Rückkehr) in Auckland (dann auch mit Ausflug in die Stadt!) und fliege am 16. Mai abends von Auckland zurück, um am 18. Mai morgens in Frankfurt zu landen ...

Montag, 20. April 2026

Völlig geplättet

... war ich von Mühldorf, das muss ich schon sagen - und das, obwohl es dunkel war, als ich da um 1 Uhr über den Stadtplatz marschierte, denn es ist so schön dort. Ich muss ja gestehen, ich hatte von Mühldorf noch nicht wirklich gehört, aber das erinnerte mich in vielem an Siena in der Toskana, vielleicht auch an Zamość in Polen mit seinem bunten Marktplatz, richtig, richtig schön!

Das Umsteigen in Simbach funktionierte problemlos, auch weil der Zug schon recht früh kam, und in Mühldorf stieg ich aus. Ich folgte der Beschilderung in die Stadtmitte, lief einen Berg runter (von dem ich ahnte, dass ich ihn später wieder hoch müsste ...) und kam, durch das Münchner Tor spazierend, in die Altstadt.

Dort trank ich noch in einer schönen Kneipe zwei Bier, bis ich mich, nachdem ich sehr freundlich rausgeschmissen wurde, tatsächlich auf dem Stadtplatz umschaute. Mir blieb fast der Mund offen stehen, denn die farbige Vielfalt dieser Fassaden konnte man auch im Dunkeln gut erkennen - da muss ich nochmal im Hellen hin, unbedingt!

Ich stapfte die Treppenstufen wieder hoch zum Bahnhof, vertrieb mir noch mit einer Serie ein bisschen die Zeit und stieg um 3.15 Uhr in den Schienenersatzverkehr nach München ein. Plötzlich war es 5.10 Uhr, ich hatte fast die ganze Fahrt gepennt und wurde aus dem Bus entlassen.

Mit der S-Bahn ging es von München Ost zum Hauptbahnhof, mein ICE nach Hannover kam auch recht früh, ich saß bequem (und schlief im ICE tatsächlich nicht mehr) und lande gegen halb elf in Hannover und war um 12 Uhr im Bett.

Um 16 Uhr war ich wieder wach, schaute noch das Freiburg-Spiel, hatte Heißhunger auf Pasta und bestellte solche ins Haus und war danach aber bald wieder im Bett ...

Das war ein ereignisreiches, wenn auch leider fußballerisch wenig ertragreiches Wochenende (bis auf Freiburg!) - und trotzdem habe ich das Gefühl, nicht völlig übermüdet zu sein. Alles gut also!

Mühldorf - Stadtplatz I

Mühldorf - Stadtplatz II

Mühldorf - Münchner Tor

Stadion in Ried

Kaiserschmarrn

Über den Inn war es nach Braunau gegangen, als ich aus ...

... Simbach kam.

Blunzelgröstel - gebratene Blutwurst mit Bratkartoffeln und Krautsalat

Maibaum stand schon in ...

... Markt Schwaben

Samstag, 18. April 2026

Dass ich von einer "schweren Geburt" schreiben würde

..., hatte ich den Leutchen, mit denen ich nach Serbien reise, schon im Chat angekündigt, und dann muss ich das natürlich auch machen.

Das Ganze hatte sich ja über Wochen hingezogen, weil wir uns nicht richtig über Zeitraum und Zielort ausgekäst gekriegt haben, ich reise mit allen vier das erste Mal, da mussten wir uns erst ein bisschen ..., äh, finden ...

Jetzt haben wir uns aber gefunden, und also wird es am 12. Juni morgens von Hannover mit einem Air-Serbia-Flieger nach Belgrad gehen. Dort kommen wir am Vormittag an, werden ab 14 Uhr unsere Apartments in der Altstadt beziehen - und dann gucken wir mal, was sich in Belgrad so getan hat ... Es ist ja schon wieder acht Jahre her, dass ich mit Nina dort war - ich bin sehr sicher, dass sich da viel verändert hat, und ich bin schon sehr gespannt darauf, das zu erkunden ...

Am 15. Juni geht es am Nachmittag von Belgrad zurück nach Hannover, wo wir um 20 Uhr ankommen - das nennt man optimale Ausnutzung von zwei Urlaubstagen ...

Ich freue mich schon so sehr auf die Reise mit den vier Leutchen - und ich bin schon sehr gespannt, wie das mit uns klappt, aber ich bin zuversichtlich ...

12.11 Uhr, auf dem Weg von Markt Schwaben nach Mühldorf(Oberbay)

Jetzt aber bin ich auf dem Weg nach Ried im Innkreis, wo die deutschen Fußballerinnen heute Abend um 18 Uhr um die Qualifikation für die WM nächstes Jahr spielen.

Ich war gestern Abend sehr früh im Bett, so gegen 19 Uhr, und guckte heute Morgen um 3.58 Uhr auf mein Handy. Das war fast genau pünktlich, denn um 4 Uhr sollte der Handywecker runtergehen (und um 4.10 Uhr der auf dem anderen Handy ...). Ich duschte, zog mich an, packte für den Fall, dass ich doch irgendwo übernachte, zumindest Unterwäsche und Zahnbürste ein, und fuhr dann mit der Stadtbahn zum Hauptbahnhof, wo ich ein Pizzateilchen frühstückte (und da war um 5 Uhr schon eine Menge los!).

Der ICE von Hannover nach München stand schon da, ich setzte mich, setzte mich bald um, weil die Reservierungsanzeigen erst spät eingeschaltet worden waren, war putzmunter (wirklich!) und fuhr also die gesamte Strecke durch - es war recht gutes Wetter, sodass ich ab und zu sogar mal nach draußen schaute ...

In München kam ich wenige Minuten verspätet an, suchte und fand die Schließfächer, schloss aber meinen Rucksack nicht ein, weil ich nicht einsah, für mein Rucksackchen ein großes Schließfach zu nehmen, nur weil die Bahn es nicht gebacken kriegt, die kleinen Schließfächer, die teilweise schon seit Wochen belegt sein müssen, zu räumen ... (Und angeblich soll man am Stadion seine Taschen auch abgeben dürfen ...)

Ich nahm die S-Bahn nach Markt Schwaben eins früher, verpasste aber - erwartet - den früheren Anschluss nach Mühldorf und hatte nun eine Dreiviertelstunde Zeit, um Markt Schwaben zumindest ein bisschen zu erkunden: Joa, das Schloss hatte ich mir pompöser vorgestellt, und das Eis, das ich um 11 Uhr verspeiste, war auch okay, aber wiederum auch nicht das beste, das ich jetzt gegessen habe.

Nun sitze ich entspannt in der Regionalbahn nach Mühldorf, müsste dort meinen Anschluss nach Simbach und dort meinen Anschluss nach Ried kriegen, sodass ich gegen 14.30 Uhr dort und gegen 15 Uhr in einer Gaststätte sein sollte. Ich bin gespannt, wie viele der Besucher im ausverkauften Stadion Österreicher und viele Deutsche sein werden ...

Das wird heute also wahrscheinlich ein Liveblog, vielleicht noch mit einem Eintrag heute Nachmittag, heute Abend/Nacht kommt sicherlich auch noch der eine oder andere Eintrag, aber das schauen wir dann in Ruhe ...

13.25 Uhr, in Mühldorf, im 60-Sitzer nach Ried im Innkreis, der um 13.48 Uhr abfährt

Jo, offenbar haben sowohl die ÖBB als auch die DB (für die Heimreise) nicht daran gedacht, dass bei einem Fußball-Länderspiel - inzwischen auch der Frauen - ein paar Leute kommen - ich kam gerade in Mühldorf an und sah, dass meine Verbindung schon eine halbe Stunde vor Abfahrt hier ankommt. Ich war gerade am Gleis, als so ein einzelner verlorener ÖBB-Waggon angezuckelt kam - Zugführer und Schaffnerin sprachen gerade mit uns (bisher sind nur eine Familie und ich im Zug, jetzt kommen gerade die nächsten) und meinten, dass sie mal gucken, ob die ÖBB und DB da noch etwas organisiert kriegen ...

Ich bin sehr gespannt, wie voll der Zug jetzt noch wird (ich tippe: um die Zeit noch nicht so ganz arg voll) und wie das dann heute Abend funktionieren soll, denn dieser 60-Sitzer wird möglicherweise nicht ganz ausreichen, höhö ...

21.41 Uhr, in Ried im Innkreis, jetzt im Zug in Richtung Simbach (Deutschland)

Nun, das Fußballspiel war eine einzige Katastrophe - Österreich spielte im Rahmen seiner Möglichkeiten, die Deutschen waren richtig schlecht, am Ende stand ein 0:0 und eine (verdiente) rote Karte für Deutschland. Ein schwerer Rückfall in längst (2023) vergangene Zeiten - jetzt halt gegen Norwegen gewinnen, höhö ...

Ansonsten war in Ried zunächst die Zombie-Apokalypse ausgebrochen - kein Mensch auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt außer den (großzügig) zwei Handvoll Deutschland-Fans, die im Zug gewesen waren ...

Als ich ins Stadtzentrum kam, war es ein wenig voller, aber im (großartigen) Restaurant Weberbräu waren die Deutschen so in der Überzahl, dass vier Österreicher in Trikots erstmal fragten: "Österreich unerwünscht?" So schlimm war es nicht, dafür war das Essen echt lecker: Ich aß Blunz'ngröstl, gebratene Blutwurst mit Bratkartoffeln und Kümmel-Krautsalat, ein bisschen salzig, aber sonst sehr gut, und dann einen wunderbaren (relativ brotigen) Kaiserschmarrn. Dazu gab es ein paar sehr leckere Biere, das hat mir wirklich gut gefallen.

Danach lief ich zum Stadion, wollte am Einlass meinen Rucksack abgeben, aber der Ordnerin waren meine Flaschen, meine Wurfgeschosse (neihein!) und alles andere in meinem (im Übrigen viel zu großen) Rucksack scheißegal, sie zeigte mir "psssst" an und winkte mich durch ...

Die Atmosphäre war - wie immer bei den Frauen - ganz wunderbar, keine blöden Sprüche, obwohl um mich herum nur Österreicher saßen; meinen Hut, den ich vor Verzweiflung einmal in die Reihe vor mir schleuderte, bekam ich postwendend freundlicherweise zurück - es ist einmal immer wieder schön, dass die ganzen Vollidioten von den Männern den Spielen der Frauen fernbleiben ...

Nach dem Spiel fiel ich (Samstag Abend um 20 Uhr!) als Erster (!!!) in eine ganz wunderbare Bar ein, der Chef und ich kamen ins Gespräch über die Gastronomie nach Corona, alles blöd, aber die Biere waren lecker.

Ich brach dann aber doch auf in der Hoffnung, dass nicht zu viele Menschen zurück in Richtung Braunau/Simbach wollten - joa, der Zug ist nicht ganz, aber ziemlich leer, alles bestens, und die Familie von der Hinfahrt war auch wieder da ...

In Mühldorf habe ich jetzt drei, dreieinhalb Stunden Aufenthalt, die werde ich hoffentlich gewinnbringend einsetzen, dann geht es zurück nach München und dann nach Hannover in mein Bettchen.

Das war ein schöner Ausflug, trotz des furchtbaren Spiels - es kann am 5. Juni in Köln nur besser werden.

Alles Weitere morgen.

Samstag, 11. April 2026

37 Sekunden

... betrug der Abstand heute zwischen der Mail der neuseeländischen Einwanderungsbehörde, dass mein Antrag auf die Einreisegenehmigung eingegangen sei, und der Mail mit der Bewilligung - so mag ich das ...

Während die Einreisegenehmigung als solche mit 8,50 Euro bezahlbar ist, zieht die Umweltgebühr mit 50 Euro dann doch ordentlich, aber hey, wenn man ein paar tausend Euro ausgibt für einen Urlaub, sollten 58,50 Euro für die Einreisegenehmigung den Kohl auch nicht mehr fett machen - und ich nehme ja die Leistungen der neuseeländischen Grenzpolizisten gleich dreimal in Anspruch - bei der Ankunft aus Shanghai am 3. Mai, bei der Rückkehr aus Vanuatu am 11. Mai und schließlich bei der Rückkehr von den Cookinseln am 15. Mai ...

Das Boarding in Addis Abeba war ein bisschen langwierig (und außerdem hatten sie die Europaflüge auf die Busgates geschoben, und da war gerammelt voll; vorher hatte ein Chinese neben mir dermaßen laut telefoniert, dass ich dachte, der hat sie nicht mehr alle ...), aber Lohn des Ganzen war, dass die auch nicht ganz schmale Kamerunerin neben mir und ich einen freien Mittelplatz hatten.

Ich schlief sogar ein kleines bisschen, und die Landung in Mailand am Dienstag Morgen war leicht verspätet. In Mailand war dann ein Fluggast zu viel an Bord geblieben, was zu Betriebsamkeit führte - am Ende kamen wir, hoffentlich mit der korrekten Passagierzahl, ein bisschen verspätet los, aber immer noch fast pünktlich in Zürich an und wurden mit Bussen gleich zum B-Terminal gefahren.

An der Einreisekontrolle traute sich keiner an die elektronische Schleuse, erst nach mir kamen dann alle hinterher.

Mein Handy tat nicht, was ich sollte, also wurde meine Studienfreundin in Halle akquiriert, auf dass sie meiner Mutter Bescheid sage, dass sie losfahren könne - das klappte (danke noch einmal nach Halle!). Um kurz nach zehn Uhr waren wir in Bonndorf - und ich arbeitete sogar bis 17 Uhr, bis der Abend in der nahegelegenen Gastronomie ordnungsgemäß beendet wurde.

In den letzten Tagen habe ich Story mit der kurzzeitigen Festnahme mit großer Begeisterung erzählt. Zelebriere ich das ein bisschen? Ja, klar! Aber lustig ist die Story - jetzt, wo alles gutgegangen ist - auf alle Fälle, und die werde ich noch ein bisschen öfter erzählen ...

Insgesamt war das in Ouagadougou trotzdem ein sehr entspannter Urlaub, auch und gerade weil ich nicht so viel Erkundung betrieben habe wie normal: Ich habe viel geschlafen, ich hab viel geruht, das war aber auch okay so.

Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich an dem Freitag Morgen nicht um 7 Uhr bei dieser Zeremonie war (bei der ich sowieso nicht hätte fotografieren dürfen); ein bisschen ärgere ich mich, dass ich am Samstag Abend nicht irgendwo hin bin mit Livemusik (am Sonntag war es dann ein bisschen spät, um noch die Nacht durchzumachen kurz vor dem Rückflug), aber das war mit dem Ausflug ins Regierungsviertel sowieso schon ein aufregender Tag gewesen, und ein bisschen bedaure ich, dass ich gefühlt gar kein einheimisches Essen probiert habe - ja, der capitaine ist ein einheimischer Fisch, aber sonst war das viel westliches Essen, kein und kein foufou, und Zunge kannte ich an sich auch schon (auch wenn ich die Zubereitung am Sonntag Abend ungewohnt und klasse fand). Vielleicht sind meine ganz experimentierfreudigen Zeiten in Garküchen in Afrika ein bisschen vorbei, vielleicht bin ich da ein bisschen (zu) vorsichtig geworden, so soll es nicht sein, zumal ich gestern beim Mittagessen noch viele Storys von komischem Essen erzählen konnte - und aus Burkina Faso halt so gar nicht ... Das ändere ich wieder, jedenfalls dort, wo ich das Gefühl habe, dass die hygienischen Bedingungen meinen Magen nicht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ausräumen, vielleicht schon in Shanghai.

Ansonsten war das in Burkina Faso mit den "normalen" Menschen (nicht mit den Sicherheitsorganen im Regierungsviertel!) alles sehr entspannt; Sprachbarriere ja, aber auch das ging mit Händen und Füßen, meinem bisschen Französisch und (meist besserem) Englisch der Burkiner. Das Hemd, das ich gekauft habe, und die Maske haben ebenso Mutters Gefallen gefunden wie die ausklappbare Tasche, die ich für sie als Souvenir erstanden habe. Ja, dieses Land ist nix für Afrika-Anfänger, aber auch eher nur deswegen, weil die Sicherheitslage halt erstmal knifflig klingt, denn Essen und Trinken und Hotels gibt es gerade in Ouagadougou auch für westliche Erwartungshaltung, und das mit diesem Elektro-Uber-Verschnitt klappte in 50 % der Fälle (wenn auch mit afrikanischer Zeitvorstellung), das wird doch alles ...

Nächste Woche bin ich nur am Mittwoch kurz im Schwarzwald, weil ich Dienstag und Donnerstag Termine in Hannover habe. Am Samstag nächster Woche werde ich dann sehr wahrscheinlich sehr früh in Hannover abfahren, damit ich pünktlich in Ried im Innkreis bin, um die deutschen Frauen vielleicht schon bei der WM-Qualifikation zu bejubeln (wenn alles gut läuft); und dann geht es über Nacht - mit längerem Nachtaufenthalt in München - wieder zurück nach Hannover ...

Die Ozeanientour ist damit einreisetechnisch auch gebongt; hoffen wir, dass die Fluggesellschaften da unten zumindest für den Mai noch genug Sprit haben, aber da bin ich noch recht zuversichtlich ...

Ein paar Fotos habe ich noch von der Burkina-Faso-Reise:

Über die Alpen

Flughafen Niamey

... mit vielen Welternährungsprogramm-Fliegern (World Food Programme)

Anflug auf Niamey mit Blick auf den Niger

Abschied aus Ouagadougou

Montag, 6. April 2026

Sehr eng, aber nicht unorganisiert

... war es auf dem Flughafen in Ouagadougou, auch weil ungefähr vier Flüge gleichzeitig eincheckten auf einer Fläche von vielleicht 150 Quadratmetern - und die Ausreise- sowie die Sicherheitskontrolle hatten sie da auch noch reingequetscht.

Ich bin auf halber Strecke des Heimweges, denn ich sitze in Addis Abeba - und bin ein bisschen müde, weil ich schon eine gute Stunde vor dem Wecker wach war. Eine so richtig großartige Idee war es auch nicht, zwei Cocktails am Abend vor dem Heimflug zu trinken, aber ich hatte genug Zeit, um in Ruhe meine Sachen zu packen, nochmal zu schauen, ob ich alles habe, und dann aufzubrechen.

Mein Taxifahrer stand schon da, heute Morgen war um 6.30 Uhr auch noch nicht so brutal viel los, und so waren wir ziemlich schnell am Flughafen. Ich tauschte noch mein übrigens Geld zurück zu einem ganz fairen Kurs, und so habe ich 25 Euro, die ich daheim verwenden kann, und keine 17.000 Franc mehr, die ich so schnell womöglich nicht verwenden kann.

Dann warf ich mich in die erste Kontrolle, stand danach erst falsch (nämlich schon in der Ausreisekontrolle), aber ich wollte mein Köfferchen tatsächlich einchecken (702 ist schon wieder abenteuerlustig ...). Das klappte, ich bekam auch eine physische Bordkarte, was gut war, weil da wild draufgestempelt und -gezeichnet wurde, auch wenn ich zwischendurch nicht sicher war, ob das eine gute Idee war, denn der Rucksack war ganz schön schwer, jetzt, da ich ihn nicht auf dem Köfferchen herumfahren konnte ...

In Addis ist er jedenfalls schon einmal angekommen, Ethiopian schafft es - anders als manche europäische Airline, ähem, KLM -, die Dinger live zu tracken. Das heißt nicht, dass das Umladen immer klappt, überhaupt nicht, aber zumindest zeigen die besser an, wo das Gepäck ist!

Ich stellte mich in die erste Schlange, die sich als Ausreiseschlange entpuppte, dort wurden mein Pass (wieder auf die Seite mit den amtlichen - eigentlich deutschen - Vermerken ...) und meine Bordkarte ausgestempelt, danach stellte ich mich in die nächste Schlange für die Sicherheitskontrolle. Die Schleuse piepte (ich hatte den Gürtel vergessen), aber das interessierte niemanden, also lief ich durch.

Ich fuhr - ich weiß nicht, ob ich das offiziell durfte - die Rolltreppe hoch, ein Aufseher fragte mich was, ich lächelte und nickte und lief weiter - zum Duty-Free-Shop. Dahinter war eine schöne, leere Bar, da trank ich eine Cola, die Toilette war auch wunderbar - das war klasse da oben ... (Ich glaube, offiziell war das Wartebereich für den Air-Burkina-Flug, aber ernsthaft kontrolliert wurde das nicht, und ich habe ja konsumiert).

Das Boarding sollte um 9.05 Uhr anfangen, um kurz vor neun fuhr ich herunter - da war schon leer am Gate! Am Ende war es der drittletzte Bus, in den ich noch sprang - der allerletzte Bus kam schließlich mit einem einzigen Passagier an! Ich hatte nichts falsch gemacht, ich hätte sogar noch bis 9.35 Uhr Zeit gehabt, aber erstmal hatte ich mich ein bisschen erschreckt ...

Platz 51B war besetzt, 51C nicht, aber der Typ neben mir machte keine Anstalten, sich auf den C-Sitz zu sitzen, damit wir es bequemer hätten. Schade, aber es wäre ja wahrscheinlich eh nur der 40-Minuten-Hüpfer nach Niamey gewesen, von daher beließ ich es dabei. Wir kamen überpünktlich in Niamey an, der Flieger wurde voller, aber nicht zuuuuu voll, und als es jetzt "all on board" hieß, fragte ich ihn meinem radebrechten Französisch, ob er nicht auf den C-Sitz wolle. Das tat er dann, und das war für uns beide angenehmer ...

So ließen sich die etwas über fünf Stunden Flug sehr gut überstehen, wir flogen über Nigeria, ein kurzes Stück Kamerun, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik und Südsudan und landeten hier in Addis um kurz vor 20 Uhr Ortszeit (mein Handy hatte unterwegs geschwächelt und noch die falsche Zeit angezeigt ...). 

Dass der Flughafen hier es immer noch nicht hinbekommt, diese bekloppten Wannen bei der Sicherheitskontrolle vernünftig zurückzuspielen, ist mir unbegreiflich, aber trotzdem war ich einigermaßen schnell durch ...

Jetzt sitze ich im allgemeinen Gate-Bereich, in zwei Stunden ist Boarding und dann geht es wieder mit Zwischenstopp in Mailand zurück nach Zürich.

Das Internet hier schwächelt ein bisschen, daher keine Fotos. Die kommen morgen oder übermorgen, aber werden nicht so wahnsinnig ergiebig sein, nur beim Landeanflug auf Niamey habe ich heute noch einigermaßen schöne Fotos vom Fluss gemacht ...

Sonntag, 5. April 2026

Я же не русский!

Nein, liebe (mutmaßlich) libanesische Supermarktinhaberfamilie, Russe bin ich doch auch nicht, das wäre ja womöglich noch furchtbarer als US-Amerikaner, dann könnte ich ja noch weniger reisen ...

Ich habe mich heute Morgen ein bisschen geärgert, weil ich eigentlich gestern zu einem Live-Musik-Abend hätte gehen sollen und müssen und wahrscheinlich auch können, aber nach den Ereignissen des gestrigen Tages hatte ich dann doch irgendwie keine rechte Lust mehr, und das Abendessen hier im Hotel war mit Tagliatelle mit Minze(!) und Fleischbällchen auch sehr lecker.

Ich guckte noch nach, ob heute was wäre, da ist auch eine Art Festival, bei der vornehmlich Künstlerinnen auftreten, aber das ist ein bisschen weiter weg, und ich weiß nicht, ob die Beschreibung auf den Facebook-Seite genau genug ist, dass ich das dann am Ende auch finde. Noch mehr dagegen sprach, dass ich nirgends gefunden habe, wann das Programm heute denn losgeht.

Also guckte ich mir heute Morgen zwei Bars/Kneipen/Gastropubs/wie auch immer aus, bei denen ich las, dass es da öfter Live-Musik gäbe - vielleicht würden die am Sonntag Mittag/Nachmittag schon was machen? Vielleicht, hoffentlich?

Also ließ ich mir sehr viel Zeit mit dem Aufstehen und Duschen und verließ erst gegen 11 Uhr mein völlig adäquates Hotel. Die Rezeption war zu, sodass ich noch nicht abklären konnte, wie genau das mit dem Zahlen funktioniert, aber das kriege ich gleich noch hin.

Ich verließ den Hotelhof - und war erstmal ein bisschen perplex. Ja, mein Händler war noch da, das ist ein Fixum hier in der Gegend, aber sonst war so gut wie komplett tote Hose auf der Straße. Ja, ein quietschendes Fahrrad wackelte mal vorbei, vielleicht auch das eine oder andere Auto, aber das war kein Vergleich zu gestern und erst recht nicht zu Freitag. Das hatte ich so nicht erwartet.

Ich lief ein paar Meter, denn ich hatte einen Friedhof entdeckt und wollte den mal in Augenschein nehmen. Ich kam an einer Art Lagerfeuer vorbei (da war es noch wärmer als ohnehin schon), aber der Friedhof war verrammelt und zu. Hm, schade ... Ich lief um den (soweit ich es sah) christlichen Friedhof einmal herum, fand zwar eine kostenpflichtige Toilette (die Männer pinkeln ja bekanntermaßen einfach gegen eine Mauer oder in einen kleinen Kanal), aber keinen Eingang und zog von dannen.

Ich machte noch einen kleinen Umweg zum Grand Marché und dann zur Großen Moschee, da war der erste Verkäufer (von Gürteln), der mir wirklich nachlief, ansonsten ist das hier alles ganz angenehm, der wurde auch abgewimmelt, und ich lief ein Stückchen bis zur Ecobank, denn ich wollte noch ein bisschen Geld abheben, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Von da lief ich ein bisschen weiter nach Süden, bis auf einfiel, dass ich mal eine (gehobenere, französische) Bäckerei in Augenschein nehmen wollte, die aber auch Mittagessen anbieten soll. Das sah schon sehr okay aus, aber ich wollte ja gucken, ob meine beiden Pubs offen haben und vielleicht schon Live-Musik läuft.

Von da entdeckte ich die Zentralmoschee der Sunniten ein paar Schritte weiter südlich, marschierte auch noch zu der hin, schoss ein Foto, wurde ausnahmsweise nicht verhaftet, und lief dann in Richtung der Bar "De Niro", die angeblich 24 Stunden offen haben sollte.

Joa, "24 Stunden" bedeutet hier "ab 17 Uhr, und montags geschlossen", aber schön aussehen tat die Bar. Ich marschierte weiter, entdeckte noch eher zufällig ein hochgelobtes dezidiert "afrikanisches" Restaurant - auch zu ... Die Bar im Einkaufszentrum hatte auch zu, kaum verwunderlich, das Einkaufszentrum war zu.

Ich weiß nicht, ob das jeden Sonntag hier so ist (was mich für ein mehrheitlich muslimisches Land fast wundern würde) oder ob es am Ostersonntag liegt (frohe Ostern übrigens allen, die das feiern!), aber irgendwie war alles zu, auch die zweite Kneipe, die ich anstrebte: Auch da stand ich vor verrammelter Tür. Hmpf.

So langsam bekam ich richtig Durst (ich hatte zwar eine angebrochene Flasche Wasser aus dem Zimmer mitgenommen, aber die war schon am Friedhof leer) und lief zu dem libanesischen Supermarkt neben dem "De Niro"; dort kaufte ich - als Russe getarnt - Mangosaft und Cola, verzehrte die gierig und fand schließlich Asyl in einer französischen Kleinkette, die ich auf dem Hinweg schon gesehen hatte.

Das Schawarma war lecker, und angesichts der Tatsache, dass hier offenbar doch einige Libanesen leben, geht das fast ja schon als "lokale Küche" durch, aber einmal so was typisch Burkinisches hätte ich ja doch mal essen wollen ... Wenigstens gab es Bissap, Hibiskusblütensaft, der war lecker (und gar nicht mal so billig) - und zum Nachtisch aß ich Fettuccine mit dreierlei Schokolade. Ja, liebe Leserin, lieber Leser, so habe ich auch geschaut, aber tatsächlich bekam ich keine Pasta mit Schokolade, sondern Pfannkuchenstreifen, die wie Nudeln aussahen, mit Schokolade - dass das saulecker war, muss ich wahrscheinlich nicht betonen.

Auch dieser Ober freute sich sehr über sein Trinkgeld, dann entschied ich mich, doch noch nach Hause zu laufen und - es war jetzt echt heiß bei 39 Grad - ein paar Stunden in der Kühle des Zimmers zu verbringen, bevor ich wahrscheinlich doch noch einmal zur De-Niro-Bar laufe.

Der Alternativtitel heute wäre "Robert de Niro's waiting" (von Bananarama) gewesen, und das "talking Italia", das ich immer hinterhergedichtet habe, stimmt tatsächlich fast (es heißt "talking Italian"). Es ist jedenfalls textgenauer als das bekannte "niemand kann da bezahle", das aus "mi manca da spezzare" in Neks Lied "Laura non c’è" gemacht wird. "Agathe Bauer"/"I've got the power" ("The Power" von SNAP!) und "Anneliese Braun"/"All the leaves are brown" ("California Dreamin'" von The Mamas and The Papas) gehören auch in die Kategorie. Wie? Flüssigkeitsmangel? Ich? I wo!

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So, eben in der Kühle des Hotelzimmers habe ich auch die Eintrittskarte für die Hockey-WM in Wavre, Belgien, für den 15. August gebucht - um 11.30 Uhr spielen die deutschen Frauen gegen Schottland, um 14 Uhr die deutschen Männer gegen Malaysia, und danach kommen noch um 17.30 Uhr Argentinien-USA bei den Frauen und um 21 Uhr Belgien-Frankreich bei den Männern, das wird ein voller Hockeytag.

Ich habe eine Karte auf der südöstlichen Stirnseite des Stadions gebucht (hoffe ich; aber die Längsseiten waren schon alle ausverkauft ...), sodass ich hoffentlich nicht zuuu viel Sonne abkriege. Vier Hockey-WM-Spiele, das wird gut.

Im Moment denke ich, dass ich am Freitag Abend aus Hannover nach Lüttich fahre, am Samstag Morgen von Lüttich nach Wavre (das liegt etwa 25 Kilometer südöstlich von Brüssel) und am Abend wieder zurück und schließlich am Sonntag Mittag wieder nach Hannover. Ein Hotel in Lüttich (oder sonstwo unterwegs) muss ich aber noch buchen ...

Das wird meine zweite Männer-Hockey-WM (nach der 2010er-WM in Indien) und die erste Frauen-WM sowie das dritte Hockey-Großereignis (nach der Indien-WM und der gemeinsamen Männer-/Frauen-EM in Mönchengladbach 2023), das ich besuche ...

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Jo, nach dem gemütlichen Nachmittag im Zimmer machte ich mich um 17 Uhr auf und ging zuerst an der Rezeption vorbei. Ich fragte, ob ich morgen um 6.15 Uhr bezahlen könne und man mir für 6.30 Uhr ein Taxi bestellen könne. Letzteres wurde bejaht, ich solle die Leute beim Frühstück bitten, mir ein Taxi zu bestellen, Ersteres wurde mit der Bitte beantwortet, doch jetzt zu zahlen.

Das machte ich, und ich will wirklich, wirklich hoffen, dass das einfach ein Denkfehler war, dass der Rezeptionist mir fünf statt vier Nächte abrechnen wollte. Ich hatte das schon gesehen, dass das komisch aussah, der Gesamtpreis war auch ein bisschen zu hoch, sodass ich das anmerkte und er zumindest peinlich berührt tat. Wie gesagt: Ich hoffe wirklich so sehr, dass das keine versuchte Abzocke, sondern einfach ein echter Fehler war ...

Ich lief bei immer noch 38 Grad die Viertelstunde zum "De Niro" - und tatsächlich, es war offen. Immerhin. Live-Musik gab es heute nicht, ohnehin habe ich den Eindruck, dass ich ein paar Sachen hier verpasst habe, aber vielleicht komme ich in ruhigeren Zeiten nochmal hierher, wenn die Polizisten und Soldaten auch etwas weniger nervös sind, denn - abgesehen von denen - hat es mir hier ziemlich gut gefallen ...

Ich entschied mich für Fassbier und - nach langer Suche - für die Rinderzunge in Soße. Die Bedienung, die übrigens einigermaßen gut Englisch sprach, kam nach längerer Zeit wieder und meinte, dass es keine Rinderzunge mehr gäbe, dafür Nierchen oder Hühnermagen. Jetzt war mir fast alles egal und ich entschied mich für den Hühnermagen, nur um am Ende doch die anscheinend sehr wohl noch vorhandene Rinderzunge zu kriegen.

Die Zunge war als Geschnetzeltes angerichtet, mit ein bisschen Gemüse, dazu Attiéké, einer couscousartigen Beilage aus fermentiertem Maniok, und einer scharfen Soße. Liebe Leute, das war richtig lecker, das Rezept kriegt meine Ma und wenn sie Lust hast, kann sie das sehr gerne mal nachkochen ...

Ich trank - um kurz vor 21 Uhr waren es immer noch 32 Grad, ich saß ganz entspannt draußen, ein paar Viecher um mich herum - zwei Cocktails, dann war ich aber - nach ein paar Bier vorher - auch einigermaßen bedient. Das war schön dort, das muss ich sagen ...

LetsGo wollte heute wieder nicht so wie ich, sodass ich den Buchungsversuch nach einigen Minuten abbrach und - unter den virtuellen Augen von zwei Freundinnen, die, wenn ich mich nach einer halben Stunde nicht gemeldet hätte, Alarm schlagen sollten - nach Hause lief. Das war komplett unproblematisch (meine "russische" Körperform ist da sicherlich nicht unhilfreich) und gegen 21.20 Uhr war ich daheim.

Der Wecker geht um 5.30 Uhr (7.30 Uhr deutscher Zeit), also ab in die Heia jetzt. Schön war's hier, alles in allem, aber jetzt freue ich mich - wie glücklicherweise fast immer am Ende einer Reise - auch auf Deutschland.

Ein paar Fotos gibt es auch:

 

Hibiskusblütensaft (Bissap)

Fettuccine mit dreierlei Schokolade

Rinderzunge mit Attiéké

Nachts im De Niro