Unterwegs nach Land 206
Ich berichte von meinen Reisen, um alle 206 Staaten und 50 abhängigen Gebiete der Erde (meiner Zählung) zu betreten. Aktueller Stand: 172+1 besuchte Länder und 18 besuchte abhängige Gebiete.
Nächste Reisen: 4.-6.9. Istanbul +++ 24.-27.12. Kairo/Gizeh +++ 15.-17.1.2027 Rom
Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.
Donnerstag, 3. September 2026
120 Mal Fährefahren
Sonntag, 30. August 2026
Irgendwie uninspiriert
... bin ich heute zum Blogschreiben, gucken wir mal, was das wird ...
Das Aufstehen heute Morgen war, sagen wir, ein bissel mühsam, aber so gegen 7.45 Uhr waren wir ausgehbereit. Wir ließen den Schlüssel im Schloss stecken und liefen mit Sack und Pack zum Hafen. Dort drapierte ich meine Ma mitsamt Gepäck auf eine Bank und lief die fünf bis zehn Minuten zum Auto. Mit selbigem fuhr ich zu genannter Bank, sammelte meine Ma ein, und danach ging um 8.09 Uhr die wilde Luzi los in Richtung Slowenien.
Die Slowenen kontrollieren nicht bei der Einreise (sehr löblich!), sodass wir schon um 8.30 Uhr das zweite Land des heutigen Tages erreichten.
Google Maps führte mich früher als gedacht in Richtung Italien, sodass wir unmittelbar vor der Grenze noch kurz in Slowenien tankten (fast 50 Cent günstiger auf den Liter als in Italien!); nach Passieren der Grenze um 8.58 Uhr wurden wir von der Autobahn abgeleitet. Signore Salvini will sich offenbar nicht nachsagen lassen, hinsichtlich der Zerstörung Europas hinter Herrn Dobrindt zurückzubleiben, sodass wir alle an gelangweilten italienischen Grenzern vorbeifuhren, die niemanden herauswinkten, und anschließend wieder auf die Autobahn fuhren. So traurig ...
Auf wunderbaren italienischen Sträßchen ging es in Richtung Görz, das auf Italienisch Gorizia und auf Slowenisch Gorica heißt; dort ging es erneut über die Grenze nach Slowenien und nach wenigen Kilometern in Richtung der Strada di Osimo. Gerade noch rechtzeitig hielten wir auf slowenischem Gebiet, sodass meine Ma die Strecke fahren konnte, während ich fotografierte. Da stand zwar ein Schild, dass man nicht fotografieren dürfe, aber das bezog sich offenbar auf diese altertümlichen Fotoapparate, sodass meine Handykamera nicht gemeint sein konnte.
Endlich sah ich heute ein paar Grenzsteine, Italien wird auch ganz ordnungsgemäß angezeigt, auch wenn hier nie eine Grenzkontrolle auf dem Weg aus Slowenien (bzw. damals Jugoslawien) nach Slowenien (Jugoslawien) über italienisches Gebiet stattfand.
Wir erwischten die scharfe Kurve zurück in Richtung Italien irgendwie nicht, sodass wir noch ein Stück weiter durch Slowenien fuhren, und das war das Beste, was uns passieren konnte: Die Blicke auf die toskanöse Landschaft waren fantastisch, das Städtchen Šmartno, das wir nur kurz passierten, sah fantastisch aus, da könnte man nochmal mit etwas mehr Zeit hinfahren ...
Der Grenzübertritt nach Italien war hier in der Pampa unproblematisch, auch hier wurde ein Grenzstein gesichtet - juchhe!
Während in Kroatien manche Städtchen gerade in der Nähe von Umag auch auf Italienisch beschildert waren, gab es hier in Italien nun Schilder auf Italienisch und einer anderen Sprache. Zunächst dachte ich, dass das Ladinisch sei, aber das spricht man wohl weiter nördlich - tatsächlich handelte es sich höchstwahrscheinlich um die furlanische Sprache, die man auch Friualisch nennt. Das Ganze sieht im Schriftbild aus wie das uneheliche Kind von Italienisch und Rumänisch und wird wohl von ca. 600.000 Menschen gesprochen.
Irgendwo dort in der Gegend um Udine mussten wir beide mal ums Eck, aber das erwies sich als kompliziert. Am Ende landeten wir in einem (im katholischen Italien am Sonntag geöffneten!) Spar-Supermarkt, kauften dort Wasser und Cola, erbettelten den Schlüssel für die Kundentoilette und waren danach glücklich ...
An Udine vorbei ging es in Richtung Tolmezzo und von dort - gelegentlich fluchte ich über zu langsame Deutsche vor uns - durch die wunderschönen Dolomiten in Richtung der Pustertaler Staatsstraße.
Ab Innichen waren wir auf bekanntem Terrain unterwegs, zuletzt war ich ja zu Olympia hier gewesen; heute waren die Straßen wesentlich freier und daher bequemer zu fahren, und so kamen wir - wir hatten nicht gefrühstückt und waren jetzt auch spät dran fürs Mittagessen - gefühlt recht schnell zur Brennerautobahn.
Auf diese fuhren wir auf und machten an der letzten Raststätte in Südtirol noch Station. Dort hatte ich mich im Februar schon fast wohlgefühlt (soweit man sich auf einer Raststätte wohlfühlen kann), aber ich glaube, meine Ma konnte das nachvollziehen.
Wir speisten ein nicht ganz billiges, aber sehr leckeres Delizioso-Sandwich, das das Beste aus Südtirol (Speck) und dem Rest Italiens (Mozzarella, Olivenciabatta) vereinigte. Das hätte uns bestimmt auch sehr gut geschmeckt, wenn wir nicht einen Bärenhunger gehabt hätten, aber so war es ganz besonders großartig.
Nun ging es über den Brenner, der überraschend entspannt war (natürlich mit einigermaßen viel Verkehr, aber nicht so viel Stau wie von mir - ehrlich gesagt - befürchtet). Um 16.06 Uhr waren wir in Österreich, und ich muss schon sagen, die österreichische Autobahn mit dieser Flex-Spur, die ist schon klasse. Wenn die Italiener das mit Kennzeichenerkennung und automatischer Abbuchung auch einführen würden, wäre da wirklich sehr viel gewonnen, gerade weil die Mautstationen in Italien immer so ein Nadelöhr sind ...
Gefühlt waren wir schnell in Innsbruck, gefühlt waren wir schnell am Arlberg und gefühlten waren wir schnell in Feldkirch, wo wir an unserer altbekannten Tankstelle noch volltankten, ehe es nach Liechtenstein ging, wo wir um 18.42 Uhr ankamen. In Ruggell parkten wir wie üblich kurz gegenüber der Feuerwehr, sodass ich auch auf liechtensteinischem Gebiet stand; unmittelbar danach ging es über den Rhein in die Schweiz, in der wir um 18.48 Uhr ankamen.
Während in Italien und auch teilweise in Österreich die Geschwindigkeitsbegrenzungen lächerlich niedrig sind und dementsprechend weitgehend als unverbindliche Empfehlungen ignoriert werden, war das in der Schweiz ganz anders: Wenn da 100 steht, fährt man halt 100 und nicht 120 mit Lichthupe - schön!
Die Autobahn von Winterthur nach Schaffhausen wird bestimmt auch bald mal fertig (2028 heißt es), aber auch ohne Vollausbau kamen wir gut voran. Von Schaffhausen ging es schließlich nach Schleitheim, um 20.24 Uhr über die Grenze ins Vaterland, und so gegen 20.40 Uhr waren wir daheim.
Der sehr erfolgreiche Tag mit sieben Ländern, das sehr erfolgreiche Wochenende mit zwei Exklaven, einer Transitstraße und mehreren Grenzsteinen, nicht zuletzt etwa 1.840 Kilometern, geht damit zu Ende, das ist eine echt ordentliche Ausbeute ... Und die nächsten Reisen stehen ja schon an - in fünf Tagen fliege ich nach Istanbul. Juchhe!
Womöglich fällt mir in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Story ein; die liefere ich dann nach, spätestens, wenn ich am Donnerstag im Zug von der bevorstehenden Istanbul-Reise schwärme ...
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| Belohnungsbier heute Abend |
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| In den Dolomiten |
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| Italienisch-slowenischer Grenzstein |
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| Ende der Strada di Osimo |
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| Strada di Osimo |
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| Anfang der Strada di Osimo |
Samstag, 29. August 2026
Wie in Lausheim
Das war meine Vorwarnung an meine Mutter, dass die Enklave in Brezovica wahrscheinlich so spektakulär sein würde, denn - ohne den Stühlingern zu nahezutreten zu wollen - soooo spannend ist Lausheim wirklich nicht.
Irgendwie war es keine so geniale Idee gewesen, auf nüchternen Magen drei Bier zu trinken, denn heute Morgen hatte ich ein klitzekleines bisschen Kopfweh. Die Dusche tat Wunder, und noch mehr Wunder tat das großartige Frühstück in unserem wirklich großartigen Hotel, mit jeder Menge Rührei und Lachs und Grapefruit-Saft und Espresso, das war richtig, richtig gut …
Nach dem guten Frühstück fuhr ich schon einmal Tanken, und meine Ma überquerte kurz darauf die fünfspurige Straße, um zu mir zu stoßen.
Danach ging es - mit viel Stau, leider - in Richtung Tauerntunnel und von dort zum Karawankentunnel. Die Beschilderung am Karawankentunnel war absolut verbesserungsfähig (und das ist jetzt die Altersmilde nach ein paar Bier in Umag intus, sonst hätte ich deutlich deftigere Vokabeln verwendet): Normalerweise ist ganz links die Flex-Spur für die Vorbereiteten (wie mich), die sich bei der österreichischen Autobahngesellschaft angemeldet haben und direkt durch die Mautstelle durchfahren können. Am Karawankentunnel gilt das aber nicht (da ist jede Spur Flex), sodass wir völlig unnötig im Stau auf der linken Spur standen - echt nicht so großartig. Als ich das dann endlich einsah und auf die Mittelspuren wechselte, ging zwar die Flex-Bezahlung schnell voran, aber hinter der Mautstelle war trotzdem brutaler Stau, weil die von sechs Spuren (!) auf eine verengten, da die eine Röhre saniert wird - ganz großartig, denn so verloren wir mindestens eine Dreiviertelstunde bis Stunde ...
Als wir dann in Slowenien waren, ging es einigermaßen voran, auch wenn keine alte Sau die vermeintlich (aber nur vermeintlich) für Lkws reservierte Kriechspur benutzte; so fuhr ich an etlichen Helden vorbei, die auf der Mittelspur ausharrten ... Tja ...
Ein kleines Stückchen fuhren wir durch Ljubljana, und die erste Raststätte, die wir aufsuchen wollten, war so gerammelt voll, dass wir weiterfuhren. Kurz vor der Abfahrt von der Autobahn hielten wir aber dann doch, tranken einen Kaffee (ja, auch ich trank einen Espresso), wobei die Toilettengebühr komplett gegengerechnet wurde (vorbildlich!), und in Novo Mesto ging es von der Autobahn herunter.
Google Maps wollte uns mit der Kirche ums Dorf leiten; als ich das bereinigt hatte, waren wir plötzlich viel schneller am avisierten Ziel. Und das war großartig, gerade weil man so überhaupt gar nix sah: keinen Grenzstein, nicht einmal eine Vermarkungsmarkierung, gar nicht ....
Wir kamen ja aus Slowenien und hielten kurz auf kroatischem Gebiet; ab hier fuhr meine Mutter, weil ich auf Google Maps und Openstreetmap verfolgen wollte, wo genau wir gerade waren. Wir hielten direkt vor einer kleinen Kapelle, die großteils in Slowenien, aber auch ein bisschen in Kroatien stand; ich identifizierte die Änderung im Straßenbelag als Grenze zwischen Kroatien und Slowenien - dementsprechend wurden dort Fotos gemacht. Ich führte meine Mutter falsch, sodass wir kurzzeitig im nicht-exklavischen Kroatien waren; dort drehten wir um und fuhren wieder zurück.
Wir bogen an der Kapelle nach rechts ab, meine Ma fuhr über immer enger werdende Straßen in Richtung Kroatien. Die Schranke an dem Feldweg war oben, sodass wir einfach weiterfuhren, auf kroatischem Gebiet kam uns ein Traktor entgegen, sodass wir auf den Rasen ausweichen mussten, danach ging es weiter den Berg hoch - meine Ma konnte kaum sehen, wo wir hinmussten, weil ich Ochse den Fahrersitz so weiter heruntergedrückt hatte, dass sie kaum übers Lenkrad gucken konnte, aber ich versicherte ihr, dass ich schon brüllen würde, wenn jemand käme ...
Schließlich kamen wir - auf kroatischem Gebiet, mitten im Wald - auf eine größere Straße, fuhren diese entlang, kamen an einer offiziellen slowenischen Grenzübergangsstelle vorbei, die aber verwaist war, und dahinter parkten wir.
Ich lief auf die kleine Straße dort, direkt vors Tor einer Einfahrt, denn diese Einfahrt war wohl schon Gebiet der zweiten kroatischen Exklave, ich lief weiter auf der Straße, die gehört angeblich auch zu Kroatien, das alles, bis ich einigermaßen sicher war, dass ich auch in der zweiten kroatischen Exklave ordnungsgemäß eingereist war. Juchhe - alle Ziele des heutigen Tages erreicht!
Wir fuhren weiter, noch einmal durch die unumstrittene kroatische Exklave, dort wechselten wir auch wieder den Fahrersitz, und anschließend fuhren wir über Novo Mesto und Ljubljana zurück. Insgesamt wäre das für jeden normalen Menschen wahrscheinlich ein bisschen enttäuschend gewesen, weil wir nicht einmal einen Grenzstein gesehen haben, aber mit Openstreetmap und Google Maps wusste ich stets, wo wir waren, und dass ich in den Exklaven war - das war sehr euphorisierend! Wie? Was? Ruhe dahinten!
Nach gefühlt 30 Grenzübertritten in 20 Minuten, einschließlich komischer Feldwege und Ausweichen ins Gras, war es nun auf der slowenischen Autobahn - meistens, aber das war mir nach dem Enklavenerlebnis wurscht - ein Vergnügen zu fahren, außer wenn irgendwelche Slowenen meinen Kofferraum besichtigen wollten, weil ich nur die zulässige Höchstgeschwindigkeit fuhr - kurz: Ich regte mich öfter ziemlich auf ...
Kurz vor Koper verließen wir die slowenische Autobahn, fuhren noch ein Stück über die slowenische Landstraße, überquerten ungehindert die kroatische Grenze und kamen so gegen 17.15 Uhr in Umag an. Ich parkte auf dem offiziellen (kostenfreien!) Parkplatz; wir luden das Auto aus und latschten mit Rollkoffer und restlichem Gepäck die zehn Minuten zu unserer Unterkunft mitten in der Altstadt.
Nach WhatsApp-Rücksprache mit der angegebenen Telefonnummer klingelte ich, uns wurde geöffnet, Mutter ist mit der Bude - gerade im Vergleich zur Nacht zuvor - nicht soooo glücklich gewesen, zumal sie eine steile Treppe hoch musste, aber am Ende war sie, glaube ich, auch einigermaßen einverstanden mit der Unterkunft.
Ich guckte mich kurz um, lief die 50 Meter zum (Stein-)Strand, ging zurück ins Zimmer, holte meine Badehose und lief in altem Hemd, Badehose und Adiletten zum Strand. Ich sah, dass es rechts einen Rollstuhlzugang gab, aber den Rest des Ganzen erzähle ich im Stile eines Sportreporters:
Im Rahmen des internationalen Judoländerkampfes kam es heute im kroatischen Umag zum Finalkampf zwischen der kroatischen Lokalmatadorin, der Rollstuhlrampe, und dem deutschen Herausforderer EBBJena. Nach einem vorsichtigen Beginn, in dem sich der Herausforderer langsam gegen die Rollstuhlrampe vortastete, lockte die Rollstuhlrampe diesen auf den schlüpfrigen, abschüssigen Teil der Matte. Der Herausforderer stellte noch fest, dass die Rampe glitschiiiiiiiii ..., da hatte die Rampe ihren Heimvorteil genutzt und einen Fußfeger angesetzt. Der Herausforderer lag käferartig auf dem Rücken und hatte also mit einem Ippon verloren. Dem Herausforderer war es wurscht, denn er krabbelte unter dem Applaus der zahlreich anwesenden Zuschauer weiter in Richtung Meer und genoss den Schwimm im Mittelmeer.
Auf dem Weg aus dem Wasser forderte die Lokalmatadorin den Urlauber zum Rückkampf heraus, doch diesmal konnte der Deutsche den Kampf mit der Kroatin trotz einiger Wackler unentschieden halten.
Der Herausforderer trug nach eigener Aussage nur einige wenige Schürfwunden davon, die von der mütterlichen Sanitäterin versorgt wurden.
Nach dem Lecken der Wunden und der Dusche verließen meine Ma und ich unsere Bude und machten einen ganz kurzen Spaziergang durch die Altstadt von Umag. Am Ende landeten wir - wenig überraschend - in einer Kneipe mit Terrasse mit Blick aufs Mittelmeer; dort saßen wir sehr gut und aßen Pulpo und Thunfischsteak ...
Es gab das eine oder andere Mutter-Sohn-Scharmützel, aber der Abend kann so schlecht nicht gewesen sein, denn am Ende wackelten wir ganz gemütlich zurück zu unserer Bude. Jetzt sitzen wir in der Kneipe direkt neben der Haustür, haben noch den letzten Cocktail genossen und gehen gleich ins Bett.
Wir freuen uns schon auf den morgigen Sieben-Länder-Tag - gute Nacht!
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| Mutmaßliche Grenze zwischen Slowenien (vorne) und Kroatien (hinten) |
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| Kapelle (großteils in Slowenien, kleiner Teil in Kroatien) |
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| Grenzbrücke zwischen Slowenien und Kroatien |
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| Mitten im Wald im Grenzgebiet (da kam kein Traktor mehr entgegen) |
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| Willkommen in Kroatien |
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| Ortsausgang slowenisches Brezovica |
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| Hafen von Umag |
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| Am Steinstrand von Umag |
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| Campanile von Umag |
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| Pulpo zum Abendessen |
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| Thunfischsteak zum Abendessen |
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| Der Mond |
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| Getränke zum Abendessen (Auswahl) |
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| Umag |
Freitag, 28. August 2026
"Net so verwässert"
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| Stiegl Pils |
Donnerstag, 27. August 2026
Ein Herzensprojekt und "vorwärts in die Vergangenheit"
Das ist die Bilanz der letzten Abende, an denen ich mit der künstlichen Intelligenz (in dem Fall meistens dem Copilot) ausgeheckt habe, was man so in meinem Blog-und-Länderzählungs-Kosmos noch so anstellen könnte (und nein, ich habe auch soziale Kontakte, gestern zum Beispiel war ich mit einer Kollegin und einem Ex-Kollegen unterwegs, aber lassen wir das), und ich will natürlich der werten Leserin und dem werten Leser nicht vorhalten, was sich dahinter verbirgt.
Fangen wir mit dem noch nicht so ausgegorenen Projekt an, nämlich dem "vorwärts in die Vergangenheit" (weil das Herzensprojekt wahrscheinlich ein bisschen mehr Platz in Anspruch nehmen wird, da bin ich am Ende womöglich erschöpft - oder schon in Freiburg angekommen, denn im Zug dorthin sitze ich gerade): Den Blog habe ich ja im Sommer 2009 angefangen zu schreiben, als ich mit Marcel nach Aserbaidschan und wieder zurück (teils mit meiner Ma gefahren bin). Die Aserbaidschan-Reise war ja aber nicht die erste Reise meines Lebens, und auch nicht die erste bekloppte.
Davor gab es an verrückte(re)n Reisen mindestens
- die erste Fünf-Länder-Tour 1998 mit meiner Ma über Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande,
- die erste Mittelosteuropareise 1999 mit meinen Eltern über Slowenien, Kroatien, Ungarn, die Slowakei, Tschechien und Polen,
- die Ostseeumrundung 2000 mit meinen Eltern über Polen, die russische Oblast Kaliningrad, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark,
- die große Balkantour 2004 mit meinen Eltern über Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, das damals noch zum Staat Serbien und Montenegro gehörende Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, einen kurzen Einreiseversuch in die Türkei, über Bulgarien, Rumänien, Serbien und Ungarn,
- die Interrailtour 2004 mit ebendem Studienfreund, mit dem ich 2009 den Blog eröffnet habe, über Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, wieder Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Italien und die Schweiz,
- die kleine Balkantour 2005 mit meinen Eltern über Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina nach Montenegro und wieder zurück,
- die Karpatentour 2008 mit meiner Ma über Polen, die Ukraine, Moldau, Rumänien, Ungarn und die Slowakei,
- die Kosovotour 2008 mit meiner Ma über Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Ungarn, die Slowakei und Österreich,
- die Nordamerikatour 2009 mit Studienfreunden von New York über die Niagarafälle, Toronto und Detroit nach Chicago, von dort über Washington und Philadelphia wieder zurück nach New York,
- die Südasientour 2009 nach Indien, Nepal und Dubai,
Auch für nächstes Jahr haben meine Ma und jetzt schon zwei Ausfahrten im Auge: Dass es irgendwann nächstes Jahr nach Međurečje, die bosnische Exklave in Serbien, gehen soll, wird nur den Leser, der noch völlig grün hinter den Ohren ist, überraschen, aber der Copilot hat mich (zurecht) darauf hingewiesen (wir haben in den letzten Wochen viel herumgespielt, indem ich bestimmte Suchworte in die Blogsuche eingegeben habe und den Copilot dann habe analysieren lassen), dass ich den Grenzstein am deutsch-österreichisch-tschechischen Dreiländereck schon seit mindestens sechs Jahren vernachlässige. Ich hatte ihm schon 2020 meinen baldigen Besuch versprochen; daraufhin zog meine Ma mich fast durchs Telefon, sodass mir nichts übrig blieb als den Ausflug abzusagen, aber 2027 will ich das gerne wiederholen - und zufällig liegt Budweis, die nach Pilsen wahrscheinlich berühmteste tschechische Bierstadt, direkt in der Nähe. Sowas muss man doch ausnutzen!
Liebe Leserin, lieber Leser, ich schreibe in den letzten Wochen ziemlich viel von der künstlichen Intelligenz, vom Copilot, von Gemini, wie sie alle heißen. Natürlich ist das inzwischen schon ein wichtiges Hilfsmittel für die Reiseplanung, und es ist auch ein Hilfsmittel, um Tippfehler und faktische Fehler und offenkundigen Quark abzufangen, aber meine Blogeinträge schreibe ich auch in Zukunft selbst. Ja, als Sparringspartner nutze ich die KI zunehmend, das stimmt, aber was im Blog erscheint, bestimme ich immer noch selbst, da müsst ihr keine Sorge haben ...
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So, jetzt kommen wir aber nach über 1.200 Worten Einleitung zum Herzensprojekt, das ich schon seit vielen Jahren immer mal machen wollte, aber nie wusste, wie ich da starten soll:
Wer in die Titelzeile schaut, wird sehen, dass dort (im Moment) "Unterwegs nach Land 206" steht. Den Titel habe ich in den letzten 17 Jahren ab und zu mal geändert, aber nicht einmal überraschend häufig und öfter mehr oder weniger nach Bauchgefühl.
Natürlich habe ich - seit 2008, wie der Copilot und ich eruiert haben - eine Länderdefinition, die sich 2008/09 konsolidiert hat und seither ziemlich konsistent geblieben ist. Es hat mich aber - gefühlt schon immer, höhö - interessiert, wie sich die Anzahl der Länder, die ich - nach heutiger Definition - zählen würde, in den Jahren seit meiner Geburt verändert hat.
Kurz zur Einordnung, auch wenn das auf der Sonderseite rechts "Wieso zähle ich 206 Länder?" im Detail erklärt ist:
Ein Territorium ist dann für mich ein Land, wenn es
- ein UN-Mitgliedstaat ist,
- in der - und jetzt wird es mathematisch - abgeschlossenen Hülle der von UN-Mitgliedstaaten anerkannten Staaten liegt, also wenn es eine Kette von Anerkennungen gibt, die bei einem UN-Mitgliedstaaten beginnt und bei dem betreffenden Territorium endet (also etwa ein Land, das von einem Land anerkannt wird, das von einem Land anerkannt wird, das von einem UN-Mitgliedstaat anerkannt wird),
- im Sinne der Montevideo-Konvention unabhängig ist, unabhängig sein will, seine eigenen Einreisekontrollen hat und (seit gestern ist das explizit definiert, zuvor nur implizit) diesen Status für mindestens ein Jahr seit der Erklärung ihrer Unabhängigkeit aufrechterhalten hat, oder
- ein Gebiet ist, das wegen eines multilateralen Vertrags nicht der Souveränität irgendeines Staates unterliegt. (Letzteres trifft - auf der Erde - seit meiner Geburt nur auf Antarktika zu.)
- Fangen wir mal mit dem vermeintlich Einfachen an: Die Cookinseln wurden ein "sonstiger Staat". Bei den Cookinseln muss man ein bisschen willkürlich seine Staatwerdung festlegen, weil sie sich ja nach wie vor in freier Assoziierung mit Neuseeland befinden. Ich habe als Datum jetzt den Zeitpunkt genommen, an dem Neuseeland formal den Cookinseln erlaubt hat, eigenständige Außenbeziehungen zu führen, und das war laut Wikipedia der 6. April 1991.
- Die ersten Zerfallserscheinungen Jugoslawiens manifestierten sich ebenfalls im Jahr 1991, und zwar durch die (unter anderem von Deutschland sehr früh anerkannte) Unabhängigkeit von Slowenien, Kroatien und Mazedonien. Diese traten zwar noch nicht in diesem Jahr den Vereinten Nationen bei, aber kamen als drei sonstige Staaten in die Zählung hinzu.
- Auch die Sowjetunion zerfiel im Jahr 1991 in ihre 15 Teilrepubliken. Da aber neben der Sowjetunion selbst auch die Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine eigene Sitze in den Vereinten Nationen hatten (und diese auch behielten), kamen nur zwölf neue Staaten hinzu. Die baltischen Staaten traten noch 1991 den Vereinten Nationen bei, die übrigen noch nicht.
- Zudem traten neben den Marshallinseln und Mikronesien auch Nord- und Südkorea den Vereinten Nationen bei; nach dem Ende des Kalten Krieges konnten sich die beiden verfeindeten Staaten - so wie einst 1973 die Bundesrepublik und die DDR - auf einen gemeinsamen UNO-Beitritt einigen.
- Am 29. September 2022 anerkannte Russland noch zusätzlich die vermeintlich unabhängigen Staaten Cherson und Saporischschja, sodass ich hier für eine Nacht bei 211 Ländern (193 UNO, 16 sonstige anerkannte, Somaliland, Antarktika) gelandet wäre.
- Am 30. September 2022 traten diese angeblich unabhängigen Staaten (ebenso wie Donezk und Luhansk) Russland bei und verloren ihre Unabhängigkeit, sodass ich wieder bei 207 Ländern landete.
- Diese Abänderung (von im Blog 209 bzw. theoretisch korrekten 211 Ländern) auf 207 Länder (193 UNO, zwölf sonstige anerkannte, Somaliland, Antarktika) wurde dann am 2. Oktober 2022 auch im Blog nachvollzogen; damit endete auch das Jahr 2022.
Sonntag, 23. August 2026
Ein sympathischer Schwobeseggel
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| Lecker Fischbrötchen (Makrele, l., und Matjes) |
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| Aida auf der Elbe |
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| Elbe von der Fähre |
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| Nördlichster Punkt in Deutschland dieses Jahr |
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| Voll war das Stadion mit 3.005 Zuschauern wirklich nicht ... |
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| Aber dafür gab's einen Regenbogen |
Samstag, 22. August 2026
Cuxhaven ist keine Exklave
Auf dieser Seite beschreibe ich die bestehenden europäischen Enklaven und Exklaven sowie die außereuropäischen Enklaven und Exklaven, die ich in meinem Leben besucht habe.
Dabei ist eine Enklave im Staat A ein Gebiet eines fremden Staates B, das vollständig vom Staat A umgeben ist. Eine Exklave des Staates C hingegen ist ein Teilgebiet von C, zu dem der (Land-)Zugang aus dem Hauptgebiet des Staates C nur über Gebiet von fremden Staaten möglich ist.
Der Einschub "(Land-)" fängt an, den Unterschied in der Definition einer Exklave im engeren und im weiteren Sinne zu definieren. Im Folgenden nenne ich ein Teilgebiet eine Exklave, wenn
- das Teilgebiet vollständig von fremdem Hoheitsgebiet (inkl. Hoheitsgewässer) umgeben ist oder
- das Teilgebiet über Land vom Hauptgebiet grundsätzlich erreichbar ist, aber dabei nur über fremdes Hoheitsgebiet.
Enklave bzw. Exklave werden zum einen aus Sicht des umschließenden Staates bzw. des umschlossenen Gebietes beschrieben: Büsingen ist also eine Enklave in der Schweiz, aber eine deutsche Exklave, denn es ist deutsches (Teil-)Gebiet, das vollständig von der Schweiz umgeben ist.
Zum anderen ist nicht jede Enklave gleichzeitig eine Exklave und umgekehrt: San Marino ist beispielsweise eine Enklave in Italien, aber da es sich um das vollständige Staatsgebiet handelt, ist es keine Exklave (weil kein Teilgebiet).
Die malawische Insel Likoma im Malawisee etwa ist eine malawische Exklave und eine Enklave in Mosambik, weil sie zwar über Land gar nicht erreicht werden kann (es ist ja eine Insel), aber vollständig von fremdem (mosambikanischem) Hoheitsgebiet umgeben ist.
Das Kaliningrader Gebiet hingegen ist eine russische Exklave, aber keine Enklave, da es nicht vollständig vom Gebiet eines fremden Staates umgeben ist. Und es ist auch nur deswegen eine Exklave, weil es zwar über Land von Moskau aus erreicht werden kann, aber nur über fremdes Hoheitsgebiet.
Umgekehrt ist Französisch-Guayana keine französische Exklave nach meiner Definition, weil es erstens nicht von fremdem Hoheitsgebiet vollständig umgeben ist, zweitens aber vom französischen Mutterland aus schon gar nicht über Land erreicht werden kann.
Das macht immer wieder Spaß, eigene Definitionen so zu bauen, dass sie zu meinem Sprachgebrauch passen, aber so müsste es ungefähr hinhauen. (Verbesserungsvorschläge werden aber gerne genommen ...)
Was gibt es denn jetzt für Enklaven und Exklaven? Ich gehe sie in der (ungefähren) Reihenfolge meines Besuchs durch, aber gliedere sie auch thematisch, gucken wir mal, was das wird:
Die unabhängigen Staaten
Es gibt genau drei unabhängige Staaten, die vollständig von einem anderen Staat umgeben sind und damit Enklaven in diesen anderen Staaten sind, und natürlich war ich in allen drei schon. Das sind San Marino und die Vatikanstadt (beide 1998 erstmals besucht, beides Enklaven in Italien) sowie Lesotho (2010 besucht, Enklave in Südafrika).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Exklaven-Definition 1998, im zarten Alter von 15 Jahren, noch nicht so scharf gewesen wäre wie oben, aber was eine Enklave ist, wusste ich wahrscheinlich schon, als ich mit meinen Eltern an der italienischen Adria Urlaub machte. Dem Besuch in Rom mitsamt der Vatikanstadt folgte - auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin - der Besuch in San Marino. Ja, da stand das zwölfte besuchte Land im Vordergrund, nicht die Eigenschaft als Enklave, aber das macht ja nix - der Tatbestand war erfüllt.
Dementsprechend war völlig klar, dass 2010 während der WM-Reise nach Südafrika auch Lesotho besucht werden muss, zumal das sehr praktisch fast auf dem Weg nach Durban zum Australien-Spiel lag. Die Story, wie wir kurz anhielten, plötzlich ein paar Kinder aus dem Feld neugierig auf uns zukamen und schnellstens mit Malbüchern von der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen ausgerüstet wurden, habe ich damals anscheinend gar nicht erzählt - Schande auf mein Haupt! Jedenfalls war am 13. Juni 2010 dieser selbstgestellte Spezialauftrag, alle souveränen Enklavenstaaten zu besuchen, schon erfüllt, bevor ich so richtig wusste, dass er überhaupt existiert ...
Ehemalige Sowjetunion
Auf dem früheren Gebiet der Sowjetunion gibt es etliche Exklaven und Enklaven, und während die während der Sowjetzeit relativ bedeutungslos waren, wurden sie mit der Unabhängigkeit der Sowjetrepubliken umso virulenter.
Im Fergana-Tal zwischen Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan gibt es mehrere Enklaven, von denen ich aber noch keine einzige besucht habe, auch weil das Fergana-Tal nicht als der sicherste Ort der Welt gilt (und die Grenzsituation trägt sicherlich auch ihr Scherflein dazu bei).
Auch noch nicht war ich in Sankowo-Medweschje, das ist ein ehemaliger kleiner russischer Weiler, umgeben von Belarus und damit zumindest in Europa - und dort werde ich so schnell auch nicht hinkommen, nicht nur wegen Russland und Belarus, sondern vor allem, weil das Örtchen unbewohnt ist, nachdem es durch die radioaktive Wolke aus Tschernobyl verstrahlt wurde.
Der Nordteil des früheren Ostpreußen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dem sowjetischen Staat einverleibt, und innerhalb dessen als Oblast Kaliningrad der Russischen Sowjetrepublik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb dieses Gebiet bei Russland - und wurde von meinen Eltern und mir im Rahmen unserer Ostseeumrundung im Jahr 2000 auch besucht. Das war unsere erste richtige Osteuropaerfahrung, und sie war für mich schon beeindruckend, so mit richtig scharfen Grenzen, mit dem Gasthaus, das im Umbau war, woraufhin wir ins nächstbeste Hotel verfrachtet wurden, in dem wir vorsorglich schon eingecheckt hatten (was für ein Zufall!), mit den ganz furchtbaren Straßen, mit dem Bernsteinsammeln am Ostseestrand.
Jo, und zwischen Armenien und Aserbaidschan gibt es (völkerrechtlich) etliche Exklaven, die aber im Rahmen der diversen Grenzscharmützel zwischen den beiden Staaten faktisch bereinigt wurden - völkerrechtlich bleiben es Enklaven, praktisch werden sie vom jeweiligen Besatzer wie das umgebende Gebiet behandelt. Während meiner Reisen durch Armenien 2013 und 2024 kam ich ja durch einige völkerrechtlich aserbaidschanische Gebiete, in denen man gar nicht merkte, dass man Armenien verlassen haben soll, und eines dieser Gebiete ist eine Enklave, die heißt auf Aserbaidschanisch Kərki und auf Armenisch Tigranaschen. Jo, und dort bin ich 2013 auf dem Weg nach Bergkarabach und 2024 auf dem Weg zum Sevansee durchgefahren - war auch beeindruckend, gerade weil die Umgehungsstraße ziemlich gut ist - und die Straße im Ort katastrophal ...
Belgien
Belgien ist dafür, dass es ein so kleines Land ist, an einer weit überproportional hohen Anzahl an Enklaven und Exklaven beteiligt.
Das berühmteste Beispiel (wenn Enklaven-/Exklavensituationen berühmt sein können) ist sicherlich Baarle-Hertog/Baarle-Nassau, wo sich Belgien und die Niederlande so ineinander verkeilt haben, dass die Grenzen durch Häuser und Wohnzimmer gehen. Insgesamt gibt es dort, wenn man dem Wikipedia-Artikel glauben darf, 30 Enklaven inkl. Gegenenklaven (also eine Enklave in einer Enklave), und natürlich war ich dort schon, unter anderem mit meiner Ma.
Fünf weitere Enklaven in Belgien steuert Deutschland bei, denn die Trasse der Vennbahn ist belgisches Staatsgebiet; jenseits der Vennbahn gibt es aber einige deutsche Örtchen (in einem Fall ist das ein einzelnes Grundstück), und diese sind Exklaven der Bundesrepublik. In jeder einzelnen dieser fünf Exklaven war ich schon, und wenn es bedeutete, auf dem kleinen Grundstück über den Bach zu springen und mich zwischen Baum und Grenzstein zu quetschen. Umzäunt war da nix, also war es kein Hausfriedensbruch, höhö ...
Schweiz
Auch die Schweiz hat zwei Enklaven, und die deutsche Exklave Büsingen hat meine spezielle Sammelleidenschaft für dieses Thema (und definitiv auch für Grenzsteine) entfacht (mein Vater war nach seinem Schlaganfall 2001 zur Reha, und auf dem Weg zu ihm musste ich durch Büsingen ...). Büsingen ist Schweizer Zolleinschlussgebiet, gehört also zollrechtlich zur Schweiz; deswegen gibt es da auch keine Zollkontrollen zwischen Büsingen und der Schweiz.
Die andere Enklave in der Schweiz heißt Campione d'Italia, ist - wenig überraschend - italienisches Staatsgebiet und im Jahr 2020 auch durch meine Anwesenheit geadelt worden. Sonst war es damals trotz der Lage am Luganersee irgendwie ein bisschen trostlos, fand ich, nachdem das Casino pleitegegangen war ...
Spanien
Da fällt mir auf, dass auch Spanien ein paar Exklaven besitzt (selbst nach meiner Definition), und zwar eine, die gleichzeitig Enklave in Frankreich ist und Llívia heißt. Dieses Örtchen besuchten wir 2023 im Rahmen der kleinen Andorra-Reise, nachdem mir die Existenz dieser Enklave in den Pyrenäen gerade noch rechtzeitig zur Reiseplanung aufgefallen war (da wurde auch leckeres Essen gekauft, dieses mit einem Messer aus dem französischen Supermarkt geschnitten und dann in Frankreich verspeist).
Aber auch Ceuta ist, wenn man meine Definition fast ad absurdum weiterführt, eine spanische Exklave. Französisch-Guayana ist keine französische Exklave, weil man über Land nicht aus dem Mutterland dorthin kommt, und nach Ceuta fährt man auch immer mit der Fähre oder fliegt mit dem Hubschrauber (hihi), aber man könnte theoretisch auch über Land hinkommen, eben von Madrid aus durch (zum Beispiel) Frankreich, Deutschland, Polen, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Syrien, Israel, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko. Wie, das macht keiner? Ach ne?! Trotzdem erfüllt Ceuta (wie im Übrigen auch Melilla) die Definition - hier hatte keiner davon gesprochen, dass man auf dem gleichen Kontinent bleiben muss, wenn man über Land unterwegs ist ...
Ex-Jugoslawien
Aber auch auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien gibt es zwei Gebiete, in denen es Enklaven gibt. Brezovica Žumberačka und Brezovica pri Metliki stehen ja jetzt mit meiner Ma an; hier haben sich auch die Katasterämter in die Haare bekommen, was zu mindestens einer, vielleicht auch einer zweiten kroatischen Exklave geführt hat.
Und der bosnische Weiler Međurečje, der von serbischem Staatsgebiet umgeben ist, fehlt mir auch noch - da komme ich schon auch noch irgendwann hin, und wenn ich einen Urlaubstag für den Roadtrip opfern muss ...
Restliche Welt
Auch im Rest der Welt gibt es Enklaven und Exklaven, Alaska ist sicherlich die größte (Exklave) davon, jedenfalls nach meiner Definition. Die USA haben aber auch noch einige weitere Exklaven (Point Roberts dürfte nach Alaska eine der bekannteren sein), bei denen man Teile des US-Gebiets auf dem Landweg nur über Kanada erreichen kann. Auch in den südamerikanischen Flüssen gibt es - wie im Malawisee - ab und zu die Situation, dass eine Insel zu Land A (meist Argentinien) gehört, diese aber vollständig von Hoheitsgewässern eines anderen Landes umgeben ist.
Cabinda ist eine angolanische Exklave, da zwischen den beiden Gebieten noch ein Stückchen der Demokratischen Republik Kongo liegt.
Indien und Bangladesch haben ihre riesige Anzahl von gegenseitigen En-/Exklaven (da gab es sogar eine dritter Ordnung - also eine Enklave in einer Enklave in einer Enklave) vertraglich weitgehend bereinigt, da gibt es nur noch eine Enklave.
Oman hat auch ein paar Exklaven, in die man über Land nur durch Gebiet der Vereinigten Arabischen Emirate kommt, da gibt es sogar eine Enklave zweiter Ordnung, also emiratisches Gebiet umschlossen von omanischem Gebiet umschlossen von emiratischem Gebiet.
Auf Zypern gibt es einige Ortschaften (und ein Kraftwerk!), die zur Republik Zypern gehören, aber vom Gebiet der Souveränen Basen umgeben sind, und ich könnte mich ohrfeigen, dass wir die 2011, als wir mit dem Auto in Zypern unterwegs waren, nicht einfach mal alle mitgenommen haben, aber damals war mein Enklavenradar noch nicht so feinjustiert. Schade, schade ...
Jo, und Osttimor hat auch noch ein Gebiet, in das man über Land nur über indonesisches Gebiet kommt.
Liebe Leserin, lieber Leser, man sieht schon, ein bisschen was steht auch in der Hinsicht noch auf der Bucket List ...
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| Blick vom Deich auf Elbmündung und Kugelbake |



























