Meine Länder

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Freitag, 20. März 2026

Panik auf der Brücke

... brach heute aus, und man konnte genau erkennen, wer Tourist ist und wer Einheimischer. Wir waren gerade nichtsahnend auf die Pontonbrücke in der Hafeneinfahrt in Willemstad geschlendert, als die Sirene zu heulen anfing und sich die Tore zur Brücke schlossen, während noch jede Menge Menschen jenseits des Tores waren (auch wir; die Aufsichtspersonen kommen bestimmt tagtäglich aus dem Lachen nicht heraus, wenn die Leute da mit erschrockenen Gesichtern durch die Gegend wetzen). Die meisten Leute (auch wir) bewegten uns sehr zügig (auch bekannt als "rannten") in Richtung Eingang, während die Curaçaoer noch ganz gemütlich ihren Weg fortsetzten. Ein, zwei Minuten später ging das Tor wieder auf, sodass alle von der Brücke konnten, während ich meinen Augen kaum traute, als ich wahrnahm, dass die Brücke sich zur Seite bewegt. Joa, die wurde tatsächlich zur Seite aus dem Weg geklappt, sodass Minuten später ein Schlepper mitsamt geschlepptem Schiff die Hafeneinfahrt passieren konnte. Danach wurde die Brücke wieder zurückgedreht, dann konnten alle wieder drüberlaufen - sowas hatte ich auch noch nicht gesehen ...

Das Ausschlafen heute Morgen war herrlich, aber trotzdem waren wir schon um kurz nach 7 Uhr auf. Wir machten uns fertig (ich habe mir gestern dann doch ein bisschen Sonnenbrand - aber ganz mehrheitlich nur an einem Bein - geholt) und gingen herunter an unseren Meereseinstieg. Wir liefen also am Pool die Treppe herunter, einmal ums Eck, durch die meerseitige Türe, dann die Holztreppe herunter und schließlich an der Leiter ins durchaus angenehm kühle Nass.

Herrlich!

Wir schwammen ein bisschen raus, ich tauchte einmal drei, dreieinhalb Meter zum Boden, das war ganz wunderbar und sooooo schön!

Danach duschten wir und fuhren zu dem Restaurant, bei dem wir Dienstag Abend schon fast zu Abend gegessen hätten (wir waren aber nicht sicher, ob es das ist, weil da ein anderer Name dranstand) - dort parkten wir und aßen ein sehr leckeres (wenn auch nicht fantastomisch-genial-phänomenales, sondern nur sehr leckeres) Frühstück. Dort reservierten wir auch für heute Abend einen Tisch, weil man das durchaus fußläufig von unserer Unterkunft erreichen kann, und fuhren schließlich von dannen.

Nun starteten wir durch in Richtung Willemstad, fuhren aber diesmal einen anderen Weg, und aus irgendeinem Grund hatte ich die ganzen Kakteen, die hier den Straßenrand säumen, noch gar nicht so richtig wahrgenommen: Das sind aber wahnsinnig viele!

In Willemstad strebte ich einen Parkplatz mit Blick auf die Promenade an, fand auch einen, aber dort kann man die Parkgebühren nur mit einheimischem Münzgeld (hatte ich nicht) oder einer speziellen Parkkarte (hatte ich auch nicht) bezahlen, nicht mit Kreditkarte (komplett sinnlos!).

Also entschieden wir uns, dass meine Ma aussteigt und ich das Auto auf einem kostenfreien Parkplatz etwas außerhalb abstelle (fünf, sieben, zehn Minuten Fußweg, kein Problem). Gesagt, getan, es ist immer schön, dass hier ein bisschen ein Wind geht, aber sehr warm ist es halt trotzdem, sodass ich schon wieder anfing zu schwitzen.

Wir machten Fotos von der Brücke und der Promenade, dann heulte die Sirene, und wegen der Hitze machte wir auch nach dem Zurückklappen keinen Gang mehr auf die andere Seite, sondern gingen zum Auto zurück.

Mutter hatte Appetit auf Eis, sah auch eine Eisdiele, und während wir sowieso immer machen, was sie will, war das heute ganz besonders der Fall (zumal ich gegen leckeres Eis nun wirklich auch nichts einzuwenden habe): Wir aßen Eis als Hauptspeise und danach Eis als Nachtisch, das war sehr lecker, und danach waren wir ob unseres wunderbaren Mittagessens auch satt.

Es ging zurück zum Auto, noch einmal über die Königin-Wilhelmina-Brücke mit atemberaubender Aussicht auf die Hafeneinfahrt, ich drehte aber unmittelbar nach der Brücke und wir fuhren heim.

Hier machten wir es uns gemütlich, ich ging noch einmal schwimmen, duschte noch einmal und schließlich landeten wir pünktlich - ich hatte Muttern hingefahren, dann das Auto versorgt, und zurück liefen wir gemütlich - in unserer Abendessengaststätte.

Die Getränkeauswahl (an Cocktails nur Piña Colada, weil nur Rum da war; an Bier nur ein niederländisches Bier, nichts Lokales) war eher nicht so grandios, dafür war das Essen super: Meine Ma aß Tintenfischringe und Garnelen in Knoblauch, und ich verspeiste Kabritu stobá, Zicklein in einer leckeren Soße mit Kochbananen und frittierter Polenta (das nennt man hier Funchi). Das war alles wirklich hervorragend lecker, aber wir waren auch satt. Nachtisch wurde jetzt keiner mehr verzehrt, das Heineken gefiel uns auch nicht so recht, also machten wir uns schon früh wieder auf den Weg zurück nach Hause.

Meine Ma ist schon im Bett, ich schreibe jetzt noch (offenbar) Blog, aber dann geht es auch relativ früh (im Moment ist es 21.07 Uhr) ins Bett ...

Ich hatte ja Hoffnung, dass unsere Koffer zur Feier des Tages hier ankommen würde, und tatsächlich bekam ich eine Mail - allerdings aus Georgetown. Seufz. Dort sind die Koffer inzwischen angekommen, die Tante wollte mich wohl auch erreichen, aber ich habe keinen Anruf in Abwesenheit erhalten, keine Ahnung, was da schieflief (und ich hatte nicht immer den Flugmodus drin!). Abgesprochen mit KLM war natürlich, dass die Koffer nicht an unseren ursprünglichen Zielort Georgetown, sondern an unseren aktuellen Aufenthaltsort Curaçao gebracht werden, aber joa, sagen wir so: KLM werde ich nach dieser Erfahrung definitiv nicht weiterempfehlen ...

Wenn ich die Dame in Georgetown richtig verstanden habe, will sie unser Gepäck mit dem nächsten KLM-Flug zurück nach Amsterdam schicken, und dort soll es nach Curaçao verladen werden. Jo, der nächste KLM-Flug ist aber am Samstag, also käme das Gepäck am Sonntag hier an. Wir allerdings fliegen schon am Samstag wieder zurück nach Amsterdam bzw. Zürich, sodass wir unserem Gepäck fast über dem Atlantik begegnen würden ...

Mal gucken, ob das klappt, um was ich die Dame gebeten habe, nämlich dass sie unser Gepäck jetzt gleich nach Zürich verschicken lässt, denn dann käme es womöglich zeitgleich mit uns an ... Es ist echt zum Mäusemelken, aber jetzt ist es uns auch schon fast wurscht.

Morgen jedenfalls machen wir noch einmal einen gemütlichen Tag hier und dann geht es am Samstag über Nacht nach Amsterdam und schließlich am Sonntagmittag nach Zürich. Der Abend wird - so oder so - in der heimischen Gastronomie enden, wenn nicht noch etwas Grundsätzliches schiefgeht, und dann war es das auch schon wieder mit Süd- und Nordamerika ...

Fotos aus Willemstad und vom Abendessen haben wir heute natürlich auch im Angebot, und weil wir von KLM lernen, ist wieder alles durcheinander:

Abendessen Kabritu stobá heute in der Nähe

Die Brücke ist echt abgedreht

Königin-Wilhelmina-Brücke

Hafenpromenade von Willemstad

Pontonbrücke (vor Panik)

Kakteen im Norden von Curaçao

Joa, so'n Angeberbild muss auch noch mit auf den Blog

Donnerstag, 19. März 2026

Zum Flughafen gelaufen

 ... bin ich heute Abend in Aruba, weil ich zu blöd gewesen war, mir den Fahrplan des Flughafenbusses zu merken oder - noch besser - herunterzuladen, obwohl ich an mehreren Stellen freies WLAN hatte; und dann hatte ich einen Bus abfahren lassen, der mich hingebracht hätte, weil ich die Busnummer falsch in Erinnerung hatte. Auch das war verhäfelt in diesem so verhäfelten Urlaub, aber im Großen und Ganzen war heute für mich ein schöner Ausflugstag.

Dieser hatte allerdings nicht so schön begonnen, nämlich mit dem schon angekündigten Wecker um 3.25 Uhr. Die Abfahrtszeit 4 Uhr hielt ich trotzdem ein, und es ging über menschenleere Straßen in Richtung Flughafen. Dort stellte ich das Auto schon am Ankunftsbereich ab (zahlte dafür am Ende elf Euro für den Tag, das lasse ich mir gefallen, dafür, dass ich am Schluss fünfzig Schritte vom Zollausgang zum Auto hatte) und wanderte gemütlich zum eiskalt temperierten Check-in-Bereich.

Dort stellte ich mich in die Schlange, hätte ich gar nicht gemusst, denn in Curaçao kann man mit mobiler Bordkarte an Bord gehen (anders als in Aruba am Abend). Die Ausreise ging heute bei der Grenzerin, die ganz überrascht war, dass ich sie in der hiesigen Sprache, Papiamento, grüßte ("bon dia" kriege ich aber gerade noch hin), die Sicherheitskontrolle war auch noch leer, aber irgendeine Verzögerung gab es trotzdem, denn wir kamen erst um 6.53 Uhr in die Luft, und das, obwohl das bei heute Morgen 14 Fluggästen in der kleinen Twin Otter wirklich schnell ging mit dem Boarden.

Bei dem Ding guckt man den Piloten bei der Arbeit zu, weil es zum Cockpit nur einen Durchgang gibt, nicht einmal eine Tür; ich fand es total spannend, mal wirklich zu hören, wie die Checkliste abgearbeitet wird, das Ding ist im Flug ohrenbetäubend laut, es war klasse.

Nach etwa 35 Minuten Flug kamen wir in Aruba an, die Einreise ging auch fix, aber ich hatte nur großes (US-)Geld und musste das, so entschied ich mich schließlich, erstmal klein machen. Also kaufte ich ein Wasser und eine Cola am Flughafen und hatte jetzt Kleingeld für den Bus. Allein: Der fuhr mir vor der Nase weg.

Mir blieb nix übrig, als mich an die Straße zu stellen, als ein Minibus aufblinkte - er hielt an, ich fragte den Fahrer, ob er nach Oranjestad führe, das tat er, also stieg ich ein. Auch hier war es gar kein Problem, mit US-Dollar zu zahlen (obwohl Aruba eine eigene Währung hat), und so kam ich in der Wilhelminastraat raus.

Von da lief ich ein paar Schritte zu Hafen und hörte plötzlich die niederländische Nationalhymne. Nanu, was ist denn hier los? Es stellte sich heraus, dass heute Flaggentag war, und zwar sogar ein besonderer, denn vor 50 Jahren wurde die Flagge Arubas erstmals gehisst. (Hinzu kommt, dass Aruba seit 40 Jahren eigenständiger Teil des Königreichs der Niederlande ist.)

Achso, ja, passt hier: Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal geschrieben habe, aber das Königreich der Niederlande besteht aus vier formal gleichberechtigten Teilen, nämlich den Niederlanden (großteils in Europa) und den karibischen landen (Ländern) Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Bei den Niederlanden schreibe ich "großteils in Europa", weil drei kleinere karibische Inseln, nämlich Bonaire, Saba und Sint Eustatius, formal zu den Niederlanden (als Teilstaat des Königreichs) gehören. Jo, und in allen vier Ländern des Königreichs war ich seit heute - juchhe!

Ich guckte kurz den Feierlichkeiten zu, kam dann - auf Spanisch! - ins Gespräch mit Tony, der mir die Unterschiede zwischen den Menschen aus Aruba und aus Curaçao erläutern wollte - am Ende waren wir der gemeinsamen Ansicht, dass man das Leben genießen sollte -, dann lief ich ein paar Schritte zum Busbahnhof.

So langsam wurde mir klar, dass Feiertag ist, denn das Busbüro war geschlossen; daher konnte ich auch keine Tageskarte kaufen. Dementsprechend fuhren die Busse auch nach dem ausgedünnten Wochenendfahrplan, aber - nach dem Einkauf von Aruba-Souvenirs, auch um mehr Kleingeld zu haben - erwischte ich direkt einen Bus zum Arashi Beach. Dort wollte ich hin.

Wir fuhren am Eagle Beach und am Palm Beach vorbei, unglaublich weißer Sand, unfassbar schön - und dann war ich fast ein wenig enttäuscht, weil nach Norden hin die Strände rauer, felsiger, steiniger wurden ... Ich bereute fast, nicht schon früher ausgestiegen zu sein, als ich am - schon zu relativ früher Morgenstunde - proppenvollen Arashi Beach ankam: Ich bereute nicht mehr ...

So wie Aruba stellt man sich die Karibik vor, und da oben war es richtig hübsch. Nach einem Missverständnis zwischen Bedienung und mir aß ich mein Frühstück aus Pastechi (Teigtaschen mit, in meinem Fall, Fleischfüllung) und Orangenschaft, bevor ich - um mich herum wurden schon um 9.30 Uhr Cocktails verzehrt! - an das Bier aus Aruba namens Balashi herantraute: Jo, kann man trinken, das Mango Balashi muss aber nicht unbedingt sein.

Ich zahlte, stellte meinen Rucksack auf einen Stehtisch, hoffte, dass er nicht geklaut würde (wurde er nicht) und stieg in die türkisen, aber gar nicht so brutal warmen Fluten: Es war herrlich, endlich, endlich im Meer zu schwimmen und mich von den Wellen dahintreiben zu lassen.

Nach ein paar Minuten war aber auch wieder gut, ich entstieg den Fluten, ließ mich lufttrocknen - und ging wieder in die Bar. Hier trank ich Cola, versuchte, die leeren Becher und die leeren Dosen vor dem Wind zu bewahren, das ging regelmäßig in die Hose, ich aß noch einen Fischburger mit einer Art Mais-Pommes, das isst man hier wohl öfter, und brach dann mit dem 13.30-Uhr-Bus auf.

Ich fuhr bis zum Eagle Beach, schaute aber, dass ich mir nicht vollends die Beine verbrenne und stolperte erst einmal in eine - auf Google furchtbar schlecht bewertete - Bar. So schlimm fand ich die jetzt, ehrlich gesagt, nicht einmal, der Blick auf den schneeweißen Strand war toll, auch die Toilette war sehr ordentlich - vielleicht kann das Essen nix, aber das habe ich da nicht probiert.

Ich zog weiter, in die dritte und letzte Strandbar des Tages, auch da war es schön, auch da war es warm und windig, sodass ich mich in den Schatten verzog und den lieben Gott einen guten Mann sein ließ. Kostenfreies WLAN gab es da auch, das passte, und um 16.45 Uhr wollte ich den Bus zum Busbahnhof kriegen. Das passte gut, ich setzte mich am Busbahnhof auf eine Bank, verwechselte dann die L2 und die L2A, sodass ich die L2 fahren ließ (weil ich dachte, nur die L2A führe zum Flughafen), und bekam zunehmend Sorge, dass es jetzt knapp werden könnte, wenn ich nicht jetzt loslaufe zum Flughafen.

Ich wechselte die Flipflops in meine festeren Schuhe um, lief mit meiner gestern gekauften orangefarbenen Curaçao-Badehose durch Oranjestad (und wurde von zwei Niederländern gefeiert ...), zunächst durch die Innenstadt, dann durch ein eher Wohnviertel. Auf dem Cricket-Feld (oder so) wurde der Nationalfeiertag begangen, und nach einer guten Stunde Wanderung kam ich - verschwitzt wie ein Biber - am Flughafen an.

Der Check-in (ich brauchte ja eine physische Bordkarte) klappte gut, die Ausreise und die Sicherheitskontrolle waren auch kein Problem, und so saß ich schließlich am Gate A. Ein - ich glaube - relativ hohes politisches Tier (ich konnte den Mann aber nicht identifizieren) war heute Morgen schon mit mir nach Aruba geflogen (mutmaßlich zu den Feierlichkeiten) und flog auch jetzt wieder zurück, diesmal ging es im Dunkeln die etwa 35 Minuten zurück nach Curaçao, und heute Abend kamen wir sogar früher weg und dementsprechend früh an.

Ich durfte - schlussendlich - auch wieder durch die elektronische Einreise und war schon sehr fix komplett durch Zoll und alles durch. Leider, denn unsere Koffer standen nicht in der Gegend herum, und bei der Gepäckermittlung war sonst auch keiner mehr zu sehen ...

Ich fuhr also - in Badehose und verschwitztem Hemd - nach Hause in unsere schöne Unterkunft, und morgen (nein, jetzt schon heute!) wird dieser Tag gefeiert wie immer, ganz egal, ob unser Gepäck kommt oder nicht!

Meine Ma war derweil hier in ebendieser Unterkunft, ging auch einmal schwimmen und war zufrieden, auch wenn sie meinte, dass die Wellen relativ stark gewesen seien. Das muss ich morgen früh mal mit ihr erkunden ...

Wie erwartet auch heute nichts zum Fazit für Guyana, dafür aber ein paar Fotos von heute:

Kleiner Mitgenießer

... am Eagle Beach

Arashi Beach ist auch schön

Bierkunde musste auch sein

Feierlichkeiten I

Feierlichkeiten II

Blick ins Cockpit

... und in die Kabine

In Curaçao durfte ich Fotos machen, in Aruba nicht ...

Mittwoch, 18. März 2026

Komplett unfähig (bis auf die Frau in Curaçao)

... sind die alle bei KLM, joa, und die Frau heute in Curaçao gehört ja gar nicht zu KLM, höhö, also doch alle komplett unfähig (naja, vielleicht außer den Pilotinnen und Piloten und den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, hoffentlich) ...

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser, so sie nicht komplett unfähig sind (und das wird keine und keiner sein!), werden schon aus dieser Einleitung erkannt haben, dass unsere Koffer immer noch nicht bei uns sind - sondern laut der Dame hier in Curaçao, die sich hervorragend um uns gekümmert hat, doch in Georgetown gelandet, obwohl mir die Typen von KLM mehrfach versichert haben, dass sie das in der Akte geändert hätten ... Das ist ein absoluter Saftladen, KLM, ganz ehrlich!

Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis die Freunde in Georgetown den Koffer jetzt wieder auf die Reise schicken, wahrscheinlich zurück nach Panama und dann - vielleicht, hoffentlich, irgendwann - nach Curaçao, sodass wir ihn abholen könnten.

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Das Aufstehen heute Nacht war nicht ganz so einfach, ich trödelte auch ein bisschen und musste mich dann beeilen, dass ich pünktlich um 0 Uhr fertig war. Die Rezeptionistin nahm die Zimmerkarte in Empfang, das Taxi stand schon da - und so ging es auf die nächtliche Tour in Richtung Flughafen. Auf der Straße war für diese Uhrzeit die Hölle los, wir brauchten die gute Stunde zum Flughafen wirklich.

Guyana war mal britisch, und das merkt man daran, dass es viele Schlangen gibt. Das ist völlig okay. Bekloppt wird es, wenn es keine Schlange gibt und man sich trotzdem in die Schlange stellen musste - ich hatte online eingecheckt, bekam aber keine Bordkarte, weil Copa Dokumente verifizieren musste - das ist okay. Nicht okay war, dass wir, als wir uns zum Web-Check-in gehen wollten, von einer übermotivierten Tante abgewiesen wurden, weil wir uns in die falsche (jeweils nicht existierende) Schlange gestellt hatten - die Web-Check-in-Schlange wäre zwei Felder weiter links gewesen, da stand natürlich aber gar nix dran, es war zum Mäusemelken, weil das mal wieder - wie am Samstag bei KLM - völlig sinnbefreite Prinzipienreiterei war. Schließlich war mir das zu blöd, wir stellten uns in die normale Schlange, weil wir eh Zeit hatten, ließen uns den Quatsch nochmal "erklären" und wurden zur Strafe bei der Bordkartenkontrolle auch wieder dazu gedrängt, uns in eine nicht existierende Schlange zu stellen. Boah, ey ...

Die Ausreise und die Sicherheitskontrollen gingen einigermaßen zügig, wir kauften noch einige wenige Souvenirs; zum Foodcourt muss man durch die Tür zum Gate 4 laufen, auch das verstehe, wer will, aber da oben gab es sogar Burger King ...

Wir gaben noch ein bisschen von den übrigbleibenden Guyana-Dollar aus (den Rest versuchten wir in Panama noch zu tauschen - erfolglos), dann ging das Boarding auch schon los.

Die dreieinhalb Stunden (!) von Georgetown nach Panama überstanden wir größtenteils schlafend, und in Panama mussten wir zum Glück durch keine Sicherheitskontrolle, sodass wir da massig Zeit hatten und uns schon ans Gate setzen konnten (das stand auch schon frühzeitig fest, kein so'n Blödsinn wie in Europa zunehmend, dass das Gate erst kurz vor Boarding bekanntgegeben wird, damit die Flughäfen schön Geld an den Menschen verdienen können ...).

(Copa macht etwas sehr Vernünftiges, finde ich, denn sie sagen an, dass man nach der Landung die Fensterläden runterziehen soll; dadurch heizt sich die Maschine nicht auf, man muss sie dementsprechend nicht so brutal herunterkühlen, kleine Maßnahme, große Wirkung - klasse!)

Das Boarding nach Curaçao ging fix, dann standen wir aber noch bis zur eigentlichen Abflugzeit in Panama auf dem Vorfeld herum und landeten nach eineinhalbstündigem Flug unbeschadet in meinem 17. abhängigen Gebiet.

Die Einreise ging sehr fix am Automaten (danke, liebe Curaçaoer), dann nahm das Kofferdrama seinen Lauf - und nach dem (vorläufigen) Ende der Geschichte liefen wir - unter Hilfestelle der Autovermietungskonkurrenz - zum Shuttleservice unseres Vermieters. Es ging zehn Minuten in Richtung Willemstad, dann bekamen wir unseren VW Polo und mit dem zuckelten wir erst einmal wieder zurück zum Flughafen, denn dort hatte ich WLAN, um einen Treffpunkt mit unserer Vermieterin auszumachen.

Wir einigten uns darauf, uns bei einem großen französischen Supermarkt zu treffen, das klappte schlussendlich, auch wenn wir in dem Einkaufsmarkt am Ende nur zwei Paar Flipflops erstehen konnten. Die Bezahlung klappte auch (auch wenn hier viele Maschinen nur mit US-Dollar funktionieren, nicht mit den hiesigen Gulden) - und so konnten wir aufbrechen und uns an der größten (und vollsten) Strandpromenade der Insel vielleicht doch noch mit Badebekleidung einzudecken versuchen.

Das klappte bei unseren Größen nicht so ganz gut, weil wir halt keine jungen Mädchen sind, ein Niederländer wollte 250 Euro für einen Badeanzug und ein Strandkleid haben, so viel wollten wir KLM nun auch wieder nicht in Rechnung stellen, aber am Ende kauften wir im Souvenirladen gegenüber für etwa 100 Dollar Klamotten ein. Mal gucken, wie sich KLM da anstellt ...

Danach ging es nach Westpunt in unsere Unterkunft - und da fing das Drama kurzzeitig schon wieder an: Unsere Vermieterin hatte vor lauter freundlichem Geplänkel die wesentlichen Informationen zu den Zugangscodes vergessen - und ich hatte keine Netz mehr, um sie zu lesen ... Ein kurzer Tobsuchtsanfall von mir folgte, der wurde von ihr peinlicherweise per Kamera verfolgt, dann schaltete ich halt kurz das Datenroaming doch an für teuer Geld, so hatte ich die Informationen.

Ich hatte so sehr gehofft, dass das Ding hier so ist wie erhofft - und das klappte wenigstens. Das Zimmer ist klasse, der Blick aufs Meer ist klasse, und nachdem wir den Zugang zum Steg durch den Fels hindurch gefunden hatten, erschien der zwar wacklig, aber auch klasse.

Wir entschieden uns gegen das Schwimmen, weil wir Hunger und Durst hatten und auch noch für morgen einkaufen wollten, denn morgen fliege ich ja mal kurz nach Aruba, während meine liebe Ma den ersten richtigen Erholungstag dieser dann doch anstrengenden Reise einlegen kann (und zu allem Überfluss fuhr ich auch noch - wie ich fand - normal, was sie aber definitiv nicht so sah ...).

Wir kauften im Minimarket eine Viertelstunde entfernt Wasser und Bier und Bananenchips und Shampoo zum Klamottenwaschen (eine Waschmaschine gibt es hier nicht), nahmen dann die zweite Essensoption wahr und aßen sehr, sehr gut zu Abend - meine Ma aß einen Salat mit Shrimps, ich aß Surf & Surf, also Fisch mit Shrimps, das war echt lecker - und da ich noch ein bisschen fahren musste, wurde es wirklich nur ein klitzekleines Bierchen bei mir, das bis zum Aufbruch längst verdunstet war.

Es ging zwei Kilometer heim, eben habe ich noch für morgen eingecheckt und die Einreiseanmeldung für Aruba beantragt und bekommen, die für Curaçao kann ich noch nicht aktualisieren, vermutlich, weil ich noch nicht ausgereist bin, aber das mache ich dann eben unterwegs.

Um 3.25 Uhr klingelt der Wecker, um 4 Uhr will ich unterwegs sein, um 5 Uhr am Flughafen, damit ich um 6.10 Uhr pünktlich boarden kann und wir um 6.35 Uhr loslegen. Der Flug dauert eine halbe Stunde, um 7.05 Uhr bin ich also in Aruba, da werde ich mich ein wenig umschauen, vielleicht mal schwimmen gehen (endlich!), ein bisschen Bus fahren und mir einfach einen gemütlichen Tag machen, bevor es um 20.25 Uhr zurückgeht, ich hoffentlich um 21 Uhr in Curaçao bin, sicherlich nochmal nach unseren Koffern fragen werde und dann hoffentlich so gegen 22.30 Uhr wieder bei meiner Ma bin ...

Auch heute noch kein erstes Zwischenfazit für Guyana, morgen wahrscheinlich auch nicht, aber übermorgen könnte es vielleicht was werden ...

Fotos:

  
Blick vom Balkon

Katze zum (oder beim?) Abendessen

Montag, 16. März 2026

Ein Urlaubstag mit scharfem Essen

... war das heute, und es war ein wunderbarer Urlaubstag.

Ich habe mitten in unserer Nacht noch mit KLM geschrieben, und die haben mir bestätigt, dass unsere Bitte, die Koffer nach Curaçao zu bugsieren, in der Akte hinterlegt worden sei; gucken wir mal ...

Nach dem Schriftverkehr schlief ich drei, vier Stunden wie ein Baby - herrlich! Wir kamen heute erst spät aus dem Zimmer, frühstückten wieder lecker und machten uns dann - Mutter läuft wie ein Döppken ohne ihre Handtasche, denn die ist in meinem Rucksack - wieder auf in Richtung Stabroek Market.

Wir liefen einen anderen Weg - and what a difference a day makes! Gestern war da noch alles behäbig und leer, und heute war alles - Verkehr, Menschen - deutlichst mehr. Manche Straße bekamen wir kaum überquert, bis wir uns eingegroovt hatten, aber dann klappte das auch ganz gut (zumal die Guyaner zwar schnell, aber rücksichtsvoll fahren).

Wir schauten uns die Märkte um den Stabroek Market und schließlich den letzteren selbst an. Auch heute fühlten wir uns überall sehr sicher, das muss ich wirklich sagen, was auch an der zurückhaltend-neugierigen Art der Menschen hier liegt. Der Market, jo, ist halt ein Markt, da gibt es von Stoffen über Essen bis hin zu Haushaltswaren fast alles, was das Herz begehrt.

Meiner Ma waren das - in der Hitze - zu viele Menschen, sodass wir uns zügig wieder nach draußen begaben und uns auf den - heißen, aber (deswegen?) menschenleeren - Vorplatz des Marktes setzten. Dort hatte ich auch einigermaßen WLAN und suchte nach einer Kneipe in der Nähe, fand aber nur eine mit 3,2 oder so bei Google bewertete "Sports Bar".

Bei einem meiner Spaziergänge, um gutes WLAN abzugreifen, sah ich, dass diese Bar direkt gegenüber war und wollte sie in Augenschein nehmen. Damit meine Ma keine Panik kriegt, wenn ich plötzlich weg bin, wollte ich ihr über die 80 Meter Entfernung per Zeichensprache andeuten, dass sie sitzenbleiben soll, während ich mal nachschauen gehe. So richtig verstanden haben wir uns nicht, aber sie blieb sitzen, ich ging.

Ich fand erst spät heraus, dass diese Bar in der ersten Etage war, als ich dann oben war, drehte ich gleich wieder um, denn der Blick über den Platz und den Verkehr vor dem Stabroek Market war super, es war da oben - alle Fenster waren offen und die Ventilatoren an - auch schön kühl, da wollte ich meine Ma dazuholen.

Jo, und da oben saßen wir, unterhielten uns über Gott und die Welt, die Bierpreise waren sehr akzeptabel (1,30 Euro für ein 275-ml-Fläschchen), sodass wir es uns dort gutgehen ließen (manche Kollegin wird da wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ...). Ab und zu wurden Wasser oder Cola dazugeschüttet, und irgendwann hatten wir ein Hüngerchen.

Dort essen wollten wir aber nicht, aber ich tat ein Bistro auf, zu dem wir uns - jetzt wollte Mutter doch nicht mehr so weit laufen, völlig nachvollziehbarerweise - ein Taxi gönnten. Für sieben Minuten Fahrt zahlten wir vier Euro, viel zu viel, aber bei der Taximafia ging es nicht anders, und am Ende ist das ja auch noch erträglich.

Dieses Bistro war ein Schickimicki-Laden mit betont teilnahmslosen Kellnerinnen, aber schön aussehen tat es, also setzten wir uns, obwohl wir in die letzte Ecke neben der Küche verfrachtet wurden. Auch hier wurde noch ein Bierchen getrunken, und angesichts der Preise und des Schickimicki-Gefühls waren wir sicher, dass die Portionen eher klein sein würden ... Wir bestellten also drei "Bistro Bites", nämlich Chicken Wings, Fish Fingers und Schweinefleischstücken in jamaikanischer Jerk-Soße - und als das kam, wussten wir, dass wir uns verrechnet hatten, denn die Portionen waren sehr ordentlich ...

Noch wichtiger aber: Sie waren sehr, sehr lecker ... (So lecker, dass wir keine Fotos gemacht haben, sorry!) Zu den Fish Fingers hatten wir scharfe Soße bestellt, und die war wirklich scharf, die Chicken Wings waren auch gut gewürzt, und diese Jerk-Soße ist ja sowieso spicy. Wir kämpften, wir besiegten die Portionen, aber danach brauchten wir definitiv noch ein Bierchen. Danach aber hatten wir genug für heute, zahlten insgesamt knapp 50 Euro (Guyana ist nicht wirklich billig, und schon gar nicht dort, wo Ausländer hingehen) und wackelten die sieben Minuten zurück in unser Hotel.

Jetzt ist es kurz vor 18 Uhr, meine Ma ist schon im Bett, ich gehe gleich, um 23 Uhr geht der Wecker, damit wir um 0 Uhr zum Flughafen fahren können. Ich hoffe, dass wir bis dahin eine (weitere) Information haben, wo unser Gepäck gerade unterwegs ist, damit wir uns entweder in Georgetown ins Gewimmel stürzen müssen oder aber gemütlich bis Curaçao warten, dass idealerweise unser Gepäck genau mit unserem Flieger ankommt ...

In Curaçao werde ich mir dann hoffentlich auch mal Zeit nehmen, in aller Ruhe von Guyana zu schreiben, von den interessanten Menschen, vom Fahrstil, von den Straßen und Wegen, das kommt gerade etwas zu kurz, aber meist bin ich nach dem Tag so fertig (es ist nämlich heiß!), dass ich an viele Dinge im ersten Moment gar nicht mehr denke.

Ein paar Fotos haben wir aber heute (und gestern) gemacht:

Rathaus von Georgetown

Guyana-Curry von gestern Abend

Stabroek Market heute

Blick von der Bar auf den Stabroek Market

Blick von unserer Bank auf dem Vorplatz (hinten rechts das Parlament)

Sportsbar ...

Spaziergang und Spazierfahrt

... haben wir heute gemacht, das war ein relativ entspannter Tag (wenn KLM nicht wäre ...).

Wir haben beide nicht so brutal gut geschlafen, aber die mehr oder weniger durchgemachte Nacht ließ uns beide etliche Stunden die Augen zumachen. Gegen 5.30 Uhr waren wir aber wach, duschten, zwängten uns in die Klamotten, die unter der Klimaanlage gelegen hatten und sich einigermaßen frisch anfühlten, und gingen zum Frühstück.

Das wiederum war ziemlich lecker, wenn auch teilweise ungewöhnlich: Neben Brötchen und Rührei gab es auch Fisch in Tomatensauce und Rindfleisch in scharfer Soße, beides sehr lecker, und die Papayas, die es hinterher gab, sowieso. Nur bei der Suche nach einem Gefäß für den Saft stellte ich mich besonders deppert an, sodass der Koch, der das alles beaufsichtigte, fast die Augen verdrehte - jo, nach seinem Hinweis habe ich die Gläser dann auch gefunden.

Wir verließen unser Hotel und marschierten weiträumig in Richtung Demerara; den ersten Stopp legten wir bei dem chinesischen Baumarkt ein, denn bei dem erhofften wir uns (zutreffend), einen Steckdosenadapter kaufen zu können, denn mein Rechnerakku war schon fast leer. Das hätte geklappt, wenn ich denn guyanisches Bargeld gehabt hätte; das hatte ich nicht, also marschierten wir erstmal weiter zur Bank. Dort konnte ich - im zweiten Anlauf - Geld abheben. Ich ließ meine Ma zurück, ging über einen kleinen Markt zurück zum Baumarkt und erstand dann für 1,67 Euro einen wunderbaren Adapter mit mehreren Anschlüssen.

Nachdem ich meine Ma wieder eingesammelt hatte, machten wir einen Spaziergang an der St. George's Cathedral vorbei (da war entweder gerade Gottesdienst oder Probe dafür), ließen das Nationalmuseum rechts liegen (war eh zu) und steuerten auf den Stabroek Market zu. Auch wenn das Marktgebäude heute geschlossen war, ist der Bau sehr markant (wenn auch von Verfall nicht frei) - und davor war auch heute viel los, gerade weil da auch die ganzen Minibusse abfahren.

Wir setzten uns erstmal auf einen kleinen Platz, auf dem man sogar WLAN bekam. Das nutzten wir für Anrufe in die Heimat und für die Kommunikation mit KLM, denn unsere Koffer sind inzwischen (wohl) in Panama-Stadt angekommen. Sie sollten morgen Abend mit dem Copa-Flieger nach Georgetown kommen, was aber ziemlich bescheuert ist, denn mit ebendiesem Flugzeug fliegen wir eine gute Stunde später nach Panama!

Das hatte ich KLM auch gesagt, yadda, yadda, yadda, jetzt haben sie wenigstens in den Systemen (hoffentlich!) hinterlegt, dass wir das Ding einfach nur in Curaçao am Flughafen abholen wollen; kein Transfer nach Georgetown, keiner zur Unterkunft dort (weil die keine feste Rezeption haben), mal sehen, was das wird, ich berichte ...

Das Problem bei KLM ist, dass die Freunde nicht (richtig) lesen zu können scheinen: Ich hatte für meine Ma für den (knappen) Umstieg in Amsterdam einen fahrbaren Untersatz beantragt, weil sie ja durchaus gut laufen kann (das hat man heute gesehen), aber eben nicht mehr so gut auf Zeit schnell laufen kann. Und ich hatte keine Lust, dass meine Ma in Amsterdam am Flughafen einen Herzinfarkt hat, weil sie, um den Flieger zu erwischen, schnell hinter mir herrennen muss. Das habe ich genau so auch KLM geschrieben, nur um die Antwort zu bekommen, dass sie uns für die gesamte Verbindung (inkl. Abflug und Ankunft) - und auch für den Rückflug - einen Rollstuhl organisiert haben. Nun denn, da habe ich jetzt auch wirklich kein schlechtes Gewissen, für Amsterdam hatte ich einen Grund, für den Rest nicht unbedingt, zumal ich gar nicht will, dass meine Ma sich in den Rollstühlen wohlfühlt, die soll schon wetzen, außer es ist wirklich knapp, aber wenn KLM halt auch da schon nicht lesen konnte, dann ist es eben so. Und dass man wesentlich schneller durch die ganzen Kontrollen kommt, ist auch kein Hinderungsgrund, das in Anspruch zu nehmen.

Nach dem ganzen Organisieren auf dem Platz (eine Person fasste noch freundschaftlich, aber - für mich - unerwartet meine Ma an, sodass ich anscheinend so böse schaute, dass sie Reißaus nahm, obwohl meine Ma meinte, sie hätten sich schon zugewinkt gehabt) fand ich in dem WLAN dort eine Übersicht über die Minibuslinien. Wir suchten uns eine längere, nicht zu lange Fahrt aus (eine Stunde nach Mahaica), suchten und fanden die "Haltestelle" für den Minibus und setzten uns - nach der Frage nach dem Preis: 300 Guyana-Dollar, etwa 1,25 Euro - in den Minibus. Nach vielleicht 20 Minuten waren genug Leute dabei, sodass wir losfuhren.

Meine Ma hatte wieder Todesängste in dem Gefährt, weil die - jedenfalls für die mitteleuropäische Autofahrerin - verflixt rabiat fahren, mit geringem Abstand und einem Affenzahn.

In Mahaica stiegen wir an der "Endhaltestelle" aus und suchten nach einer Kneipe. Nach einigen erfolglosen Versuchen fragten wir nach und wurden in eine Burger-Kette geschickt; tatsächlich gab es dort aber Bier, und zwar in nicht geringer Auswahl. Dort gönnten wir uns das eine (und vielleicht das andere, oder so) Wegbier, bevor wir nach kurzem Einkauf von Wasser und Kokoswasser zurück zur "Endhaltestelle" gingen.

Eine ältere Dame erbarmte sich unserer, weil das gar nicht so unmissverständlich geregelt ist, weil manchmal Minibusse der Linie 44 auch nur eine Teilstrecke in Richtung Georgetown fahren. Am Ende landeten wir in einem der richtigen Minibusse, der fuhr auch nicht wesentlich weniger aggressiv - aber schlussendlich kamen wir nur eine Querstraße von unserer Unterkunft entfernt zum Stehen, wir stiegen aus (so mussten wir nicht in die Stadt und von da mit dem Taxi heim) und wackelten nach Hause.

Dort genossen wir die Klimaanlage und das Bett, aber nach zwei, drei Stunden machten wir uns fertig und gingen wieder ins Nachbarhotel zum Essen. Entsprechend der Wikivoyage-Einschätzung "splurge", also "wenn man sich was gönnen will", aßen wir Jakobsmuscheln und Garnelen und ein traditionalles guyanisches Curry, tranken dazu Cocktails und Bier, und sind jetzt eben wieder in unser Zimmer gewackelt.

Das Zimmer haben wir jetzt auch für nächste Nacht verlängert; da brechen wir zwar um Mitternacht zum Flughafen auf, aber die Möglichkeiten zu duschen und noch ein paar Stunden zu schlafen, das ist es uns wert. Jetzt gucken wir, was das morgen und übermorgen mit KLM wird - ich glaube erst, dass wir die Koffer kriegen, wenn wir sie haben.

Jetzt aber unter die Dusche und dann ins Bett!

Stabroek Market von außen

St. George's Cathedral

Lecker El-Dorado-Rum von gestern

Metemgee von gestern

Sonntag, 15. März 2026

"Wenigstens Lippenstift habe ich dabei."

Das war die lakonische Aussage meiner Ma, nachdem sie bzw. wir beide uns damit abgefunden hatten, dass wir jetzt eh nix machen können, nachdem KLM unser (eigentlich Hand-)Gepäck in Amsterdam vergraben hat. Sehr, sehr ärgerlich, aber da müssen wir jetzt durch ...

Meine Ma holte mich gestern (Freitag) Abend in Rottweil ab, und natürlich ging es in den Schnitzer. Es wurde alkoholfreies Colaweizen verzehrt, danach ging es kurz nach Hause - und ich ging noch zwei Stündchen ins Bettchen.

Kurz nach zwei Uhr fuhren wir ab, das Navi machte um den Zürcher Flughafen herum komische Sachen, aber am Ende standen wir gut am Parkhaus - dachten wir jedenfalls, denn: Fehlermeldung!

Der freundliche Shuttlebusfahrer kam an und meinte, wir hätten wohl den Außenparkplatz gebucht, da hätten wir - am großen Werbeplakat des Anbieters vorbei, seufz - noch 200 Meter geradeaus fahren müssen. Dort konnten wir die Schranke überwinden, passte.

Am Flughafen trafen wir noch Freunde, die nach Ägypten flogen, beim Check-in wurden wir genötigt, das Handgepäckköfferchen aufzugeben (obwohl KLM schriftlich nur eine "Bitte" geäußert hatte, Saftladen!), obwohl wir darauf hinwiesen, dass wir eine knappe Verbindung hätten und der nächste KLM-Flug erst am Dienstag ginge. Die Check-in-Tante blieb - im Nachhinein könnte man meinen, fast böswillig - stur - die Köfferchen waren weg ...

Wir trafen uns nach der Sicherheitskontrolle noch mit den Freunden zum Morgengetränk, dann machten auch wir uns auf zu unserem Gate.

Der Flug war ereignislos, wir kamen praktisch pünktlich an, und mit unseren Vorbereitungen waren wir auch pünktlich - nach der Ausreise - am Gate. Ich verfolgte unser Gepäck, sah, dass es noch nicht eingeladen war (das war zu dem Zeitpunkt aber okay, weil wir noch nicht geboardet hatten), und dann gingen wir an Bord.

Ich schaute einen Film (Zoomania), spielte Monopoly und Trivial Pursuit, nickte ab und zu weg, das Essen war lecker, und nach achteinhalb Stunden Flug kamen wir in Barbados an. Nur wenige der Chinesen um uns herum verließ den Flieger, dafür viele der Touristen, und für diese kamen abreisende Touristen in den Flieger.

Nach einer weiteren Stunde Flug kamen wir in Georgetown an - und das Unglück nahm seinen Lauf. Die Einreise ging fix, die Koffer waren nicht da, die Formulare dagegen schon vorbereitet (Amsterdam hatte offenbar den Gepäckservice schon vorgewarnt), und so fuhren wir "no bags" (Fahrer) die gute Stunde auf einer recht guten, aber in Umbau befindlichen Straße vom Flughafen nach Georgetown hinein.

Schon auf der Fahrt waren wir ganz angetan von Guyana, da liegt nicht so viel Müll am Straßenrand herum (ein Grundstückseigentümer hatte aber sehr deutlich ein Plakat "Don't piss in front of my f*cking property" - "Piss gefälligst nicht auf mein verficktes Grundstück" ausgehängt), und auch wenn unser Fahrer in der Stadt gerne mal mit 80 Sachen unterwegs war, kamen wir in einem Stück zu unserem schönen Hotel (der fehlende abnehmbare Duschkopf ist das einzige Manko ...).

Dort blieben wir aber nicht lang, liefen rüber in das andere Hotel, dort teilten wir uns Metemgee, einen Eintopf aus - laut Wikipedia - Wurzelgemüse, Kochbananen, Kokosmilch und Klößen, der in der afrikanischen und amerindianischen Küche angesiedelt sei.

Dazu wurden einheimische Biere und ein Rum verköstigt, das war sehr lecker dort, da gefiel es uns (ebenso wie in unserem hübschen Hotel).

Jetzt ist aber der Ofen aus, morgen müssen wir einen Adapter kaufen (meiner ist natürlich im Koffer) und dann schauen, dass KLM uns den Koffer am besten gleich nach Curaçao bugsiert, weil sie uns beim nächsten Flug am Dienstag Abend nach Georgetown nicht mehr hier antreffen würden.

Jo, und zu dem allem passt, dass mein Ausflug morgen wegen der schlechten Landepiste am Kaieteur-Wasserfall auch abgeblasen wurde - sehr schade ...

Aber wir werden uns halt dann morgen zusammen Georgetown anschauen, das sieht ganz interessant aus, muss ich sagen ...

Mein 167. Land ist besucht - juchhe, wenigstens das hat geklappt.

So, over und Ende, ich gehe noch kurz duschen und dann endlich ins Bett ...

Fotos wollen heute nicht, wären aber eh nur vom Essen und vom Rum gewesen ...

Freitag, 13. März 2026

Es gibt wirklich wesentlich schlimmere Dienstreisen

... als nach Regensburg, vor allem, wenn man am Abend noch einen kleinen Stadtspaziergang machen kann.

Nach einem Workshop ging es gestern vom Hotel aus ein Stündchen durch die Altstadt von Regensburg, die "nördlichste Stadt Italiens", weil es dort - ähnlich wie in San Gimignano in der Toskana (das ich bei der Hochzeit vor zwei Jahren leider verpennt habe) - etliche Geschlechtertürme gibt. Diese Dinger, die die Reichen im mittelalterlichen Regensburg bauen ließen, sind in der oberen Hälfte tatsächlich leer, aber dafür sehr hübsch anzusehen, und angeblich gibt es von einst 60 dieser Türme heute immer noch deren zwanzig.

Auch der Regensburger Dom, stilistisch der kleine Bruder des Kölner Doms, ist sehr ansehnlich, und auch das Alte Rathaus, in dem in der Endphase des Heiligen Römischen Reichs der Immerwährende Reichstag tagte, sind sehr schick, wie die ganze - von allerlei Studenten bevölkerte - Altstadt insgesamt.

Nach dem Abendessen machten ein paar von uns noch einen kleinen Verdauungsspaziergang und liefen über die Steinerne Brücke (die leider zu hell beleuchtet ist, als dass man im Dunkeln noch die Skyline von Regensburg fotografieren könnte), danach ein Stück an der Donau entlang und über den Eisernen Steg wieder zurück zu unserem Hotel.

Das war eine kurze Stippvisite in diese wunderschöne kleine Großstadt, da könnte man durchaus nochmal privat hin (ich war vor Jahrzehnten mal zum Fußball in Regensburg, als ich den ruhmreichen FC Carl Zeiss Jena unterstützte, aber an so wahnsinnig viel konnte ich mich nicht mehr erinnern).

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Ich bin jetzt auf dem Weg in den Schwarzwald, wenn alles gut läuft, könnte man noch ein alkoholfreies Colaweizen oder zwei im Schnitzer konsumieren. Wahrscheinlich machen meine Ma und ich heute Nacht eh durch, weil wir aus diversen Gründen schon um kurz nach vier Uhr am Flughafen sein sollten.

Um 6.50 geht unser Flieger in Zürich; um 8.25 Uhr kommen wir in Amsterdam an. Wir haben einen relativ knappen Umstieg, denn um 9.40 Uhr geht es schon weiter. Wir machen um 13.40 Uhr Ortszeit (18.40 Uhr deutscher Zeit) eine Zwischenlandung auf Barbados, das wir um 15.10 Uhr Ortszeit (20.10 Uhr deutscher Zeit) schon wieder verlassen. Eineinhalb Stunden später, um 16.40 Uhr Ortszeit (21.40 Uhr), landen wir schließlich in meinem 167. Land (und dem, wenn ich richtig zähle, 95. Land meiner Ma). Wir werden am Flughafen abgeholt und zum Hotel kutschiert, dann gehen wir vielleicht noch auf ein Ankunftsgetränk in die Innenstadt.

Am nächsten Vormittag schließlich werde ich um 11.30 Uhr im Hotel abgeholt, dann geht es zum kleineren, stadtnahen Flughafen von Georgetown und von da mit dem Zwölfsitzer zu den Kaieteur-Fällen.

Ich hatte ja verhältnismäßig spät - nachdem wir uns ausgekäst hatten, ob meine Ma mit an die Fälle fliegt oder nicht (die Antwort ist "nein") - noch einen Ausflug an zwei Wasserfälle, den Kaieteur- und den Orinduik-Fall, buchen wollen, aber relativ schnell die Antwort bekommen, dass aktuell die Flüge eher ausgebucht seien ...

Vorgestern fragte ich nochmal nach und bekam die Antwort, dass es nur für den Kaieteur-Wasserfall noch Plätze gebe, und einen von diesen buchte ich schließlich einigermaßen kurzentschlossen. Das wird ein teurer Halbtagsausflug, aber ich hoffe, dass der Wasserfall auch zu Beginn der Trockenzeit noch ein bisschen majestätisch ist.

Um 12 Uhr also werden wir am Flughafen eintrudeln und einchecken, zwischen 13 Uhr und 13.30 Uhr soll es auf den einstündigen Flug zum Flughafen in der Nähe der Fälle. Schon der Flug soll ganz hübsch sein, und wenn die Bilder auf Google nicht lügen, werde ich das nicht heftigst bereuen ... Nach zwei Stunden am Kaietuer geht es dann aber auch schon wieder zurück, sodass ich pünktlich zum Abendessen wahrscheinlich wieder im Hotel sein werde.

Berichten soll ich? Na gut, mache ich, versprochen!

Achso: Ich erzähle gerade die Story vom gähnend leeren Lidl-Parkplatz in Griechenland, auf dem meine Ma sich nicht für einen Parkplatz entscheiden konnte und schließlich quer auf drei Parkplätzen stand ... So ging es mir auch mit der Überschrift des letzten Blogeintrages: Das muss natürlich entweder "Einer dieser legendären Schnitzer-Abende" oder aber "Eine dieser legendären Schnitzer-Nächte" sein; wenn ich mich nicht entscheiden kann, kommt halt so ein Prachtexemplar von Mistüberschrift wie am Dienstag herum. Und als Monument meiner Unfähigkeit lasse ich das jetzt so stehen wie andere Tippfehler ...

Jetzt aber noch ein paar Impressionen aus Regensburg:

Patrizierhaus I

Patrizierhaus II

Rathausturm

Steinerne Brücke

Donaupanorama

Turm II

Dom

Das ist noch das beste Skyline-Bild

Eiserner Steg