Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 10. Mai 2026

Mal gucken, was das wird ...

7.15 Uhr am Flughafen von Port Vila, Vanuatu (22.15 Uhr am Samstag deutscher Zeit)

So, heute gibt es einen Liveblog, jedenfalls dann, wenn ich in Honiara und in Brisbane auch nur ein bisschen Zeit habe und am Gate sitzen kann (und nicht von der Security rennend in den Flieger reinstürzen muss). (Und ich hoffe, die werten Leserinnen und Leser haben den Nachklapp von gestern gelesen, der lohnt sich, sagen Kenner ...)

Der Abend gestern war noch schön, ich kam noch kurz mit meinen Nachbarn, einem Pärchen von den Cookinseln, ins Gespräch, bezahlte (allein 20 Euro Kreditkartengebühr, weil die hier im Südpazifik mehr oder weniger selbstverständlich ein paar Prozent draufschlagen ...) und ging nochmal an meinen vorgestern erst entdeckten Stammplatz mit Blick auf den Sternenhimmel - wieder anders, wieder herrlich!

Die Nacht war kurz, aber ich kam pünktlich um 5.30 Uhr weg. Es war erst am Dämmern, aber da die ersten Kilometer bekanntermaßen unproblematisch waren, passte das für mich. Ich musste noch tanken, das klappte problemlos, auch mit der Aufteilung von Bargeld (meinem Restgeld) und Kreditkarte.

Ich war sogar schon um 6.15 Uhr am Flughafen, stellte das Auto ab; da war noch keiner (der kam dann erst um 6.30 Uhr; das war eigentlich auch so abgesprochen, aber da ich früher da war, warf ich dann den Schlüssel in den Key drop-off ein). Das war auch nicht verkehrt so, weil die Schlange am Check-in zwar nicht lang war, aber sehr langsam voranging, weil ständig Business-Class-Passagiere oder solche, die sich dafür hielten, an der Schlange vorbeilatschten ...

Am Ende war das Durchchecken meines Gepäcks natürlich alles kein Problem (also technisch - wir gucken mal, wie das mit den knäpplichen Umstiegen passt). In Honiara muss ich mir noch die Bordkarten für die Anschlussflüge holen; ich hoffe, das geht zügig, denn ich habe nur 50 Minuten zum Umsteigen ...

Das wird heute ein bisschen ein Ritt auf der Rasierklinge, aber das wird schon klappen, hoffe ich ...

Jetzt geht es erst einmal mit der Air-Niugini-Maschine (dass ich innerhalb eines Jahres dreimal mit denen fliege, hätte ich auch nicht erwartet vor ein paar Jahren ...), die nach Port Moresby fliegt, nach Honiara, denn an diesem Zwischenstopp auf den Salomonen steige ich dann in meinen Flieger nach Brisbane um.

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11.39 Uhr salomonischer Zeit, wir sind gerade in Honiara gestartet

"Mal gucken, was das wird", war das Motto des heutigen Tages - jo, es wurde unerwartet ein neues Land! Juchhe! Ein bisschen verschwitzt bin ich, vom Gerenne und so, aber jetzt, wo ich im Flugzeug sitze, ist mir das völlig wurscht.

Erst einmal muss ich noch einmal kurz zurück nach Vanuatu - ich weiß nicht, was die gedacht haben, was ich dabei habe bei der Sicherheitskontrolle, die haben mir sämtliche elektronischen Geräte auseinandergenommen, sowas hatte ich noch nie. Also, nicht wortwörtlich "auseinandergenommen", aber ich musste wirklich alles auspacken und selbst mein Badge von der Arbeit, das ich im Rucksack habe, weil ich nicht wusste, ob ich direkt nach der Ankunft in Deutschland nach Essen fahre, wurde beäugt ... Das war alles sehr freundlich und entspannt, aber ein bisschen grinsen musste ich dann doch.

Der Flug war völlig entspannt, ich hätte eine Dreierreihe für mich allein gehabt, wenn nicht der Chinese vom Mittelplatz vor mir sich dann auf meinen C-Platz gesetzt hätte; der störte aber nicht wirklich, zumal er bereitwillig Platz machte, als ich ihn in Honiara rausscheuchte (mein Flieger ging weiter nach Port Moresby, er anscheinend auch). Das Unterhaltungssystem von Air Niugini ist gar nicht mal so verkehrt; dass man auf sein eigenes Endgerät Daten spielt, ist ja inzwischen fast üblich, aber da konnte man sogar die Wikipedia und Wikivoyage abrufen. Allerdings war bei der Wikipedia Olaf Scholz erst seit 148 Tagen Bundeskanzler, das war also ein Stand vom ersten Halbjahr 2022, nicht direkt online ...

Jo, in Honiara auf der Insel Guadalcanal, die Menschen, die sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik ein bisschen auskennen, als Ort erbitterter Kämpfe etwas sagen dürfte, stieg ich - nach der Fast-Vollbremsung des Fliegers, so lang ist die Landebahn hier anscheinend nicht - dann ziemlich zügig aus und kam als Erster ins Flughafengebäude (der Flug war eh leer gewesen und bestimmt die Hälfte flog weiter nach Port Moresby); leider war vor mir ein anderer Flieger gelandet, und die Transitpassagiere müssen auch (das hatte mir aber keiner gesagt ...) durch die Einreisekontrolle. Jo, zu allem Überfluss hatte ich zwar extra nachgefragt, ob ich beim Transit eine Einreisekarte ausfüllen müsse, das wurde verneint, aber ich vermute, die Stewardess meinte, ich würde im Flieger sitzenbleiben und nach Port Moresby weiterfliegen. Also rotzte ich die schnell besorgte Einreisekarte gerade so rechtzeitig voll, bis ich endlich dran war. (Interessierte natürlich keine alte Sau, was ich da hingekritzelt hatte.)

Dann kamen der Passleser und mein Pass nicht übereinander, sodass der Grenzer erst noch alles von Hand eintippen musste. Leute, ich habe doch keine Zeit! Allerdings bekam ich einen Stempel in den Pass, dass ich bis morgen in den Salomonen bleiben dürfte. Das reicht für mich, da ich den Boden berührt habe und offiziell eingereist war - damit zählen die Salomonen für mich als 171. Land. Juchhe! (Das ist jetzt das zweite "Ghana-Ereignis": Klar habe ich von Ghana - damals mit meiner Ma auf dem Weg an die Elfenbeinküste - und nun von den Salomonen gar nichts gesehen - bis auf die Freundlichkeit der Check-in-Menschen und die Lässigkeit der Grenzer -, aber bei Ländern mit offiziell erfolgter Einreise bin ich sehr formalistisch. Ich hatte ja theoretisch das volle Recht, mich vom Flughafen zu entfernen - zumindest für den einen Tag, den sie mir in den Pass gestempelt haben -, also war ich auf den Salomonen und somit in meinem 171. Land. Wiederkommen will ich trotzdem mal, logisch!)

Ich durfte durch die schnelle Zollreihe, lief, weil der Zöllner sich missverständlich ausdrückte, in einen gesperrten Bereich rein, bis er sich korrigierte und meinte, ich müsse auf die Straße und zum Abfluggebäude. Boah, Leute! (Die waren alle superlieb, aber das war doch alles megaknapp, Mann!) (Sorry, da kam gerade das Essen ...)

Also bewegte ich mich auf öffentliches Gelände und lief die paar Schritte rüber zum Abfluggebäude, in der Hoffnung, da einen Tranfer Desk zu finden - ich brauchte ja noch meine Bordkarten ...

Joa, Pustekuchen - das war nur ein kleiner Flughafen, da gab es keinen Transfer Desk, zumal ich ja (wieder) im öffentlichen Bereich war. Argh, auch beim Check-in war eine Schlange von ein paar Leuten, aber die löste sich zum Glück schnell auf. Die Check-in-Dame, der ich meinen Pass in die Hand drückte, zog bei meiner bestätigenden Antwort auf die Frage, ob ich auf den in 20 Minuten planmäßig ablegenden Brisbane-Flug wolle, allenfalls kaum merklich die Augenbraue, aber da konnte ich jetzt wirklich nichts dafür, dass das so knapp würde. Wenn Solomon so einen knappen Anschluss verkauft, müssen sie mit so etwas eben auch rechnen.

Ich hatte schon beim Warten in der Check-in-Schlange die Ausreisekarte wieder hingerotzt; ich bekam meine Bordkarten und auch die Aussage, dass mein Gepäck unterwegs sei und nach Auckland durchgecheckt werde. Nun denn, gucken wir mal ...

Bei der Sicherheitskontrolle war natürlich auch eine Schlange, und die ließen sich auch alle Zeit - ich war gerade dran, als sie eine zweite Schlange aufmachten. Man soll es nicht glauben, aber meine Dreiviertelhose rutscht ohne Gürtel, und also stellte ich mich nach dem Durchsprinten der Sicherheitskontrolle (da guckte mal wieder kein hin) und dem Mitnehmen aller Gegenstände aus der Kontrolle erstmal die Hose haltend in die Ausreiseschlange. Inzwischen kam der zweite "Final Call" für meinen Flug, der Grenzer meinte auch, dass ich jetzt wohl der Letzte sei, stempelte mich aus (während ich den Gürtel meiner Hose schloss) und ich rannte zum Gate.

Die Gate-Tante war total lieb, meinte, ich solle mir Zeit lassen (soviel zum "Final Call") und dann lief ich hysterisch-ungläubig grinsend, dass das doch noch geklappt haben sollte, zur Treppe und in Richtung Flugzeug. Bums, da lag ich fast auf der Nase, weil ich eine Stufe verfehlt hatte ... Ich konnte mich aber gerade noch abfangen, grinste die Flugbegleiterin an, die mich beobachtet hatte, und betrat den ziemlich leeren Flieger. Ich guckte den einen oder anderen um Entschuldigung heischend an, aber da kamen noch ein paar Leute nach mir ...

Jetzt sitze ich hier sehr entspannt in meiner eigenen Dreierreihe und tippe schon einmal diese Zeilen (das hat jetzt mehr als eine Dreiviertelstunde gedauert, seit ich anfing zu schreiben ...).

Staatsoberhaupt der Salomonen ist Charles III., und damit fehlt mir nur noch ein einziges solches Commonwealth Realm, dessen Monarch der Mensch ist, der auch auf dem britischen Thron sitzt. Dieses fehlende Land ist Tuvalu, und auch das steht natürlich noch auf dem Speiseplan. Auch von den weiter gefassten Commonwealth-Ländern (die keineswegs alle Charles als König haben) fehlen nur noch fünf, neben Tuvalu nämlich Gabun, Kiribati, Nauru und Nigeria. Auch werde ich jetzt morgen mit den Cookinseln offenbar mein 172. Land bereisen und damit fünf Sechstel der von mir gezählten 206 Länder (171 ⅔) besucht haben - das wird doch alles so langsam! In Ozeanien ist die Hälfte jetzt geschafft, von 16 Ländern, die ich hier zähle, habe ich acht (Australien, Fidschi, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Samoa, Tonga und Vanuatu), die Cookinseln werden also das neunte Land. Auch fehlen jetzt noch 30 UN-Mitgliedstaaten, denn die Salomonen sind das 163. solche Land, das ich besucht habe. Und die Salomonen sind die erste Eintagsfliege seit Papua-Neuguinea letztes Jahr bzw. Aruba dieses Jahr, je nachdem, ob man Aruba  mitzählt oder nicht ...

Ich muss gestehen, ich habe wirklich und ernsthaft nicht damit liebäugelt und schon gar nicht gerechnet, dass ich hier einreisen muss (oder darf, hihi?), denn die 50 Minuten Umsteigezeit schienen mir schon mit normalem Transit relativ knapp. Nun ist es aber so gekommen (mit viel Gerenne, wobei ich doch für meine Verhältnisse überraschend ruhig geblieben bin), da bin ich ganz gewiss nicht böse drüber - sehr, sehr cool ...

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13.44 Uhr, am Weiterfluggate in Brisbane

Jo, der weitere Verlauf des Flugs war auch sehr entspannt, und auch wenn in Brisbane 75 Minuten Minimum Connection Time sind, hätten hier und heute auch 15 gelangt - ich lief vom Flieger praktisch direkt in die Sicherheitskontrolle rein, da waren drei Mann vor mir - für mich immer wieder überraschend ging mein Rucksack mit Flüssigkeiten und Rechner und so drin durch (da haben sie inzwischen wesentlich die Technik verbessert!). Und jetzt sitze ich schon völlig entspannt am Gate - alles bestens ...

Um 14.50 Uhr (6.50 Uhr deutscher Zeit) geht es hier in Brisbane weiter, um 20.05 Uhr (10.05 Uhr deutscher Zeit) werde ich planmäßig in Neuseeland landen und dann gucke ich mal, wann ich im Hotel ins Bett falle ... Morgen werde ich ausschlafen, mein Flieger auf die Cookinseln geht erst um 15 Uhr, sodass ich so gegen 12 Uhr am Flughafen sein will. Das ist zum Leben (sprich: in die Stadt fahren) zu wenig, also schlafe ich einfach mal aus (falls ich das hinkriege ...).

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21.04 Uhr, in der Bar in meinem Flughafenhotel

Wir boardeten in Brisbane ziemlich früh, und wenn das 50 Leute im Flieger waren, war das viel - ich hatte wieder eine Dreierreihe für mich allein. Der Pilot oder die Pilotin (es war eine Frau und ein Mann) hatten es eilig, denn wir setzten schon zwanzig Minuten vorfristig zurück und starteten um 14.43 Uhr ... Dementsprechend waren wir - nach angesagten 2:50 h Flug und zwei Stunden Zeitverschiebung - um 19.30 Uhr in Auckland und um zwanzig vor acht am Gate, 25 Minuten zu früh ...

Die Einreise war wieder völlig ausgestorben, ich war in zehn Sekunden bei der Biosecurity durch und war als Erster am Gepäckband. Ich war da, meine Tasche aber - ehrlich gesagt erwarteterweise - nicht ... Ich ging zur Gepäckermittlung, die Tante guckte nochmal am Band nach, ob die Tasche vielleicht doch da sei (war sie natürlich nicht, du Heldin!), dann bearbeitete sie den Fall. (Der Business-Class-Mensch, der seit Honiara mit mir mitgeflogen war, hatte sein Gepäck; ich vermute also, dass das Gepäck schon in Honiara nicht mitgekommen ist ...)

Da ich aber glücklicherweise vorgebaut hatte und mein Restgepäck hier in Auckland gelassen und mir eine Badehose ins Handgepäck gepackt hatte, ist das alles überhaupt nicht dramatisch. Ich hoffe halt nur, dass das Zeug bis Samstag da ist, wenn ich zurückfliegen will ... Das müsste Solomon Airlines ja hoffentlich hinkriegen.

Ich lief also durch die gähnend leere Zoll/Biosecurity-Kontrolle, die freuten sich alle, dass noch jemand kam, dann erwischte ich zum Glück noch den leicht verspäteten Shuttle-Bus zum Hotel, checkte hier ein, bekam meinen großen Koffer (mit dem fliege ich jetzt halt dann morgen, zum Glück hatte ich - am Sinn dieser Übung hatte ich zwischenzeitlich gezweifelt - einen großen Koffer gebucht) zurück (den hat das Hotel wenigstens nicht vergraben!), war kurz auf dem Zimmer und sitze jetzt hier bei einem verdienten (wie ich finde) teuren Bierchen in der Hotel-Bar ...

Das Hotel auf den Cookinseln hat sich immer noch nicht gemeldet; ich reise da jetzt einfach hin, fahre notfalls mit dem Taxi und klingle Sturm ... Ich verstehe das alles nicht, wieso man auf E-Mails und SMS nicht reagieren kann, aber gucken wir mal, was das wird ... Ich habe jetzt Booking mal dazugezogen, vielleicht können die helfen - das sehen wir dann ...

Aber das (Tasche und fehlende Hotelerreichbarkeit) ist mir heute erstmal alles wurscht - ich war in meinem 171. Land - ernsthaft komplett unerwartet! Darauf trinke ich vielleicht noch ein zweites Bier, denn morgen kann/muss ich ausschlafen ... Das Hotel hier fühlt sich nämlich schon beim zweiten Aufenthalt fast ein bisschen wie "daheim" an - klar, das ist ein Flughafenhotel, das ist maximal unpersönlich, aber wohl fühle ich mich hier irgendwie trotzdem, auch weil halt alles funktioniert, das ist schon klasse so ...

Sonnenuntergang im Flieger

Anflug auf Auckland

Küste südlich von Brisbane

Brisbane

Flughafen Brisbane

Das ist der Air-Niugini-Flieger nach Honiara aus meinem Flieger nach Brisbane

Anflug auf Honiara auf Guadalcanal, Salomonen

Samstag, 9. Mai 2026

Überfressen mit Tuluks am "Ch-something beach"

... habe ich mich heute, aber mit Tuluks, diesen himmlischen Cassava-Taschen mit Hackfleisch drin, muss man sich überfressen - die sind sooooo lecker. Naja, vielleicht waren die Bananen- und Taro-Chips sowie die Nangai-Nüsse und die Bananen auch teilschuld, aber wenn man am letzten Tag auf dem Markt ist und sich durch die Landesküche futtern will, dann muss man halt auch mal aufs Abendessen verzichte (das tue ich heute nämlich wahrscheinlich) bzw. durch ein Bierchen ersetzen ...

Der Sternenhimmel gestern war atemberaubend - das Kreuz des Südens hatte ich ja schon gepostet, aber danach setzte ich mich an den Ausguck, der nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht (und da gefühlt noch mehr) fantastisch ist - und guckte einfach in den Himmel. Meine Sky-App ist gut und schön, aber wenn du da sitzt und kaum Lichtverschmutzung hast, das ist schon grandios, auch weil die Augen sich nach einiger Zeit an das Dunkle gewöhnen und du noch mehr Sterne siehst (Nein, lag nicht am Bier! Ruhe dahinten!). Das mache ich heute Abend zum Abschluss vielleicht auch noch mal ...

Abschluss ist leider das passende Stichwort, denn morgen geht es ja (leider) von Vanuatu wieder weg. Hier hätte ich noch einen Tag oder fünfundzwanzig bleiben können, ich hatte mich so langsam eingegroovt, aber ich glaube, da hätte mein Chef gewisse Einwände (und meine Kolleginnen und Kollegen hoffentlich auch), jedenfalls bei den 25 Tagen ...

Mal gucken, was das mit dem Drei-Verbindungen-Flug morgen wird, ich bin sehr gespannt und werde berichten; bisher konnte ich nur für den Flug von hier auf die Salomonen einchecken (das ist ein Flug, den ich offiziell auch mit Solomon Airlines fliege wie die beiden anderen Flüge von den Salomonen nach Brisbane und von dort nach Auckland, der aber tatsächlich von Air Niugini aus Papua-Neuguinea durchgeführt wird), aber das kläre ich hoffentlich morgen alles am Check-in-Schalter, wenn ich da so gegen 6.30 Uhr aufschlage ...

Ich ging heute Morgen erst einmal schwimmen und traute mich endlich (es war Flut), von der Sprungplattform ins Meer zu hüpfen (eineinhalb Meter, keine Sorge); unter wir war drei Meter Wasser, das reichte ganz gut ... Herrlich!

Danach ging es noch einmal nach Port Vila, denn dieses Tuluk hat es mir - im Gegensatz zum Laplap - wirklich angetan (boah, mein Bauch spannt - Ruhe dahinten!). Ich parkte wieder für meine 70 Cent direkt vor dem Markt und ging rein. Die Mamas (die nennt man wirklich so!!), die Laplap und Tuluk verkaufen, waren wieder da, und ich glaube, ich ging wieder zu der von gestern, auch wenn die leicht woanders stand als gestern. Ich nahm erstmal zwei und verspeiste die genüsslich mit Blick auf den Hafen - herrlich!!

Ich wusch mir die Hände - das ist nämlich mit den gedünsteten Bananenblättern, die das Cassava im Zaum halten, ein bisschen eine Sauerei - und stiefelte noch ein bisschen über den Markt. Da gab es Stachelannonen und Avacados und alles Mögliche, aber ohne Messer zur Hand wollte ich mir das nicht unbedingt kaufen, also hielt ich Abstand. Die Bananen sahen gut aus, die Bananenchips wollte ich unbedingt probieren, bei Taro- und Maniok-Chips wollte ich eine Auswahl treffen, und als ich die Nangai-Nüsse sah und feststellte, dass es die hauptsächlich in Vanuatu gibt, konnte ich die natürlich auch nicht unprobiert lassen.

Jo, und die nächsten zwei Tuluk wollte ich mit an den Strand nehmen, so als Mittagssnack ...

Ich fuhr aus Port Vila raus (inzwischen kenne ich mich da fast aus, auch wenn Google einen immer wieder eine altersschwache Treppe hoch- bzw. runterjagen will mit dem Auto ...) und in Richtung meiner Unterkunft; die ließ ich aber rechts liegen und fuhr fünf Kilometer weiter zum auf Google ungelogen "Ch-something beach" zu fahren (da hat sich wohl jemand den erfragten Namen nicht merken können, anstehen tut es nirgends). An dem war ich gestern vorbeigetuckert, den hatte ich da schon für gut befunden, jetzt guckte ich ihn mir nochmal an und fuhr auf den Parkplatz, an dessen Einfahrt ein Eintrittsgeld von 700 VUV (ziemlich genau 5 Euro) verlangt wurde.

Ich fuhr auf einen Parkplatz und ging zum Strand, schon in der leisen Hoffnung, dass da keiner zum Kassieren sei, als mich von der Seite ein Mann ansprach, der da wohl die ganze Zeit gesessen hatte - und an dem ich einfach vorbeigefahren war ... Jo, der wollte kassieren, bekam sein Geld (aber nur für eine Person, auch wenn er meinte, ich wäre zu mehrt - so dick bin ich nun auch wieder nicht, Bürschle!) und dann hatte ich diesen kleinen Südsee-Traumstrand (zunächst) für mich ganz allein!!!

Ich stieg in dieses wunderbare türkise Wasser, der Boden war ziemlich sandig mit ein bisschen Korallen drin, das war ganz, ganz herrlich! Ich entstieg den Fluten, holte mein Zeug, verdrückte unter anderem natürlich meine zwei Tuluks, aber auch einen Großteil der anderen Einkaufsware und guckte den zwischenzeitlich hinzugestoßenen Dorfkindern (drei Jungs, ein Mädchen) zu, wie die im Wasser herumplantschten.

Das war soooo entspannt, auch wenn ein Bänkchen (im Schatten) noch besser gewesen wäre, aber so saß ich einigermaßen bequem auf einem Baumstamm - dachte ich. Beim Aufstehen stellte ich fest, dass mir die Beine ganz schön eingeschlafen waren, stolperte ein bisschen vor mir her, bis sie wieder aufgewacht waren und ging dann noch einmal ins Wasser, ehe ich mich verabschiedete und die fünf Minuten zurück in meine Bude fuhr.

Die Chefin hat anscheinend nicht so viele Gäste, die Tuluk mögen, weil sie mir - nachdem sie meinen Müll entgegengenommen hatte, den ich eigentlich im Zimmer entsorgen wollte - gleich anbot, dass sie eine ihre Angestellten losschicken könne, mir was Lokales zu essen zu holen im nächsten Dorf. Ich dankte und orakelte (offenbar zutreffend), dass ich nicht wisse, ob ich heute Abend überhaupt etwas essen wolle ...

Danach verzog ich mich in mein Zimmer (sie drückte mir natürlich gleich ein Bier in die Hand ...), habe gerade eben noch schon einmal vorgepackt (damit ich morgen nicht um 5 Uhr noch alles zusammenfahren muss), werde gleich noch einmal schwimmen (aber nicht schnorcheln) gehen und dann den Abend bei einem Bierchen oder zwei mit Blick auf das Meer und die Sterne ausklingen lassen ...

Trööt, trööt, trööt - bevor morgen um 4.15 Uhr der Wecker geht, sodass ich um 5.30 Uhr hier wegkomme und um 6.30 Uhr mein Auto abgeben kann.

Inschallah, so sagt der Araber, so Gott will, fliege ich morgen um 8.30 Uhr (23.30 Uhr Samstag deutscher Zeit) hier in Port Vila ab und lande um 10.30 Uhr (1.30 Uhr deutscher Zeit) in Honiara, Salomonen. Das wird mein Land Nr. 170+2, also nach Niger mein zweites aktuell nur im Transit besuchtes Land, denn die 50 Minuten Umsteigezeit werden kaum zum Einreisen langen ... 

Um 11.20 Uhr (2.20 Uhr) geht es nämlich - jetzt wirklich mit einem Solomon-Airlines-Flieger - weiter, diesmal nach Brisbane in Australien. Dort komme ich um 13.35 Uhr (5.35 Uhr) an und habe auch kaum Zeit zum Umsteigen, geschweige denn zum Einreisen (auch wenn ich vorsorglich das kostenfreie australische Visum beantragt haben).

Um 14.50 Uhr (6.50 Uhr) geht es nämlich schon wieder weiter, und um 20.05 Uhr Ortszeit (10.05 Uhr deutscher Zeit) werde ich in Auckland landen. Wesentlich vor 23 Uhr werde ich nicht im Hotel sein, aber das ist okay, denn übermorgen kann ich ausschlafen, weil der Flieger auf die Cookinseln erst um 15.10 Uhr geht, aber das ist dann die Story für morgen ... (Hoffe ich!!!)

Da bin ich reingehüpft heute Morgen ...

Jetzt guckt doch nicht alle so, das ist wirklich extrem lecker!

Südsee as Südsee can?

Und noch ein bisschen aus der Serie "Unterwegs in Vanuatu"

Nachklapp (mache ich nicht gerne, aber heute muss):

Als ich zurückkam, lag auf meinem Bett ein Stapel Wäsche - definitiv nicht von mir. Ich ging zur Chefin und sagte ihr das, sie meinte, gleich käme jemand und hole das ab. Kurz darauf kam die peinlich berühmte Wäschereichefin (oder so) und holte die Sachen ab.

Als ich eben vom Schwimmen kam, fiel mir in meiner "Einfahrt" auf, dass da noch etwas lag. Es stellte sich als roter Tanga (glaube ich ...) heraus, der der Wäschereichefin wohl beim Bugsieren der Wäsche heruntergefallen war. Nun stand ich da - naja, was sollte ich machen? Ich ging zur Rezeption, musste schon im Anmarsch lachen, wie ich Ochse da so ein zartes Kleidungsstück in Signalfarbe durch die Gegend trug, den Damen an der Bar ging es genauso, aber ich sollte das Ding auf die Bar legen, sie würden sich darum kümmern ... Sehr lustig!

Freitag, 8. Mai 2026

Die Polizei war ungeduldig mit mir

..., als ich da in Port Vila auf den Highway nach links abbiegen wollte, aber nicht wie ein vernünftiger Vanuatuer einfach in den Straßenverkehr reingrätschte, sondern eine Lücke abwarten wollte. Plötzlich fuhr der große weiße Pick-up um mich herum mitten in den Straßenverkehr, und erst da sah ich, dass das die Polizei war. Nun, wenn die das können, dann kann ich das schon lange (auch wenn ich sehr dadurch unterstützt wurde, dass der Wagen von links dann für mich anhielt ...). Jo, dann war ich auch auf dem Highway ... (Und die Polizisten haben nur gelacht, wie sie da hinten auf der Pick-up-Ladefläche standen [!] und der Fahrer an mir vorbeifuhr ...)

Ich war heute Morgen ziemlich früh wach - kein Wunder, ich war gestern auch sehr früh im Bett gewesen, der faule Tag hatte mich schläfrig gemacht. Dementsprechend gut konnte ich um 5.30 Uhr (!) aufstehen, um mir den Sonnenaufgang anzuschauen ... Im Bad stellte ich fest, dass der Schwärmer, der gestern Abend an mir hochgekrabbelt war, bevor ich ihn abschütteln konnte, auf dem Spiegel komische Spuren hinterlassen hat - naja, sowas kommt in den Tropen halt vor.

Der Sonnenaufgang war schick, aber noch schicker war - natürlich - der Einzug des glorreichen SC Freiburg ins Europapokalfinale. Meine Schwägerin und mein Bruder tickerten ebenso wie einige andere liebe Freundinnen, ich verfolgte den Kicker-Ticker und zum Schluss noch das Ganze im Audiostream des SWR. Hat mich nur ein paar Monate meines Lebens gekostet, aber sonst passt das ja wunderbar.

Um kurz nach 8 Uhr verließ ich den Beach Club und setzte mich ins Auto. Ich fuhr in Richtung Port Vila, machte unterwegs schon die ersten Fotos, weil die Sonne schon draußen war (herrlich), teilweise blieb ich einfach auf der Straße stehen, weil eh minutenlang kein Auto kam. Am erstbesten Geldautomaten (in einem kleinen Kaff, Geldautomaten haben sie hier wirklich viele, sehr löblich) hielt ich an, hob (viel zu viel) Geld ab, kaufte dringend benötigtes Wasser und einen Ananassaft und fuhr dann weiter in Richtung Hauptstadt.

Google Maps leitete mich recht gut durch Port Vila, sodass ich um kurz nach 9 Uhr auf dem Parkplatz direkt neben dem Hauptmarkt zum Stehen kam. Die 70 Cent Parkgebühr drückte ich auch ab, passte schon. Der Blick von dort auf die Bucht ist schon einmal sehr, sehr schön, der Hauptmarkt - geschädigt vom Erdbeben 2024 - kleiner als gedacht.

Ich lief nach hinten zu den Essensständen, aber die boten nicht das an, was ich wollte, nämlich Laplap. Nach ein paar Runden (Früchte gibt es in dem Markt noch und nöcher) fragte ich halt eine von den Tanten hinten explizit nach Laplap, und die schickte bzw. führte mich nach vorne.

Da saßen ein paar Damen, die hatten da auch was auf dem Tisch, aber meine KI hatte mir gesagt, dass ich das Laplap direkt aus der Bananenblatt-"Verpackung" nehmen solle, dann sei es ganz frisch. Jo, die gab's da aber nicht, die hatte nur - mutmaßlich ältere - von gestern in Folie. Jetzt war mir aber alles egal, also bestellte ich ein so'n Ding mit Hühnchen, setzte mich an den bereitstehenden Tisch und fing an, mit den Händen zu essen ... Laplap besteht aus Brotfrucht, Banane (das hatte ich nicht), Taro oder Yams, das in eine Paste gekocht wird und dann mit dem Löffel - oder Tortenheber ... - portioniert wird; dazu kann man Fleisch oder Fisch nehmen, man kann es aber auch sein lassen ...

Lecker war's, aber nicht so ein richtiger Hochgenuss; vielleicht wage ich mich morgen noch einmal nach Port Vila, mal sehen, dann aber etwas später (meine KI hatte erst gemeint, dass 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr perfekt sein; nach meiner Rückkehr meckerte ich ein bisschen, weil es noch nicht frisches Laplap gab, da meinte die KI, dass es erst ab 11 Uhr oder so am besten sei ... wiedewiedewitt, und so ...) ...

Das Laplap hatte mich entgegen der KI-Vorhersage noch nicht soooo satt gemacht, also versuchte ich noch ein Tuluk. Das war noch im Bananenblatt eingepackt, das war Maniok gefüllt mit Hackfleisch, das war heiß und das war seeeeehr lecker. Wenn ich nochmal genau so vor der Wahl stünde, würde ich mir zwei oder drei dieser Tuluk nehmen und wäre glücklich ...

Nun hatte ich aber gut gefrühstückt und fuhr - wieder kam ich beim Linksabbiegen kaum aus der Einfahrt raus, weil ich noch zu viel Schiss habe hier - ein paar Meter weiter zum deutschen Honorarkonsulat. Da stand aber ein Lieferwagen davor, sodass ich den Gummiadler zu spät sah und noch eine Runde drehen musste; dabei passierte mir die Geschichte mit der Polizei, und dann stand ich nach abermaligem Abbiegen auch da in der Einfahrt. Da die Straße aber eng war und viele Menschen da waren und ich mich nicht komplett zum Brot machen wollte, schoss ich nur aus dem Auto heraus das Foto vom deutschen (und österreichischen!) Honorarkonsulatsschild (der gleiche Typ ist also Honorarkonsul für Deutschland und für Österreich) und fuhr weiter.

Nun bog ich an der Einmündung nach rechts ab, das ging schneller. (Achso, Vanuatu ist der einzige pazifische Staat auf meiner Reise, in dem man rechts fährt. Dementsprechend habe ich im Auto auf der Windschutzscheibe einen großen Aufkleber "keep right" stehen, damit die Australier, Neuseeländer, Fidschianer und sonstwas daran denken, dass sie rechts fahren müssen, weil das ja alles Linksfahrländer sind. Der Autovermietungstyp stellte aber schnell fest, dass ich ja [Kontinental-]Europäer sei und daher kein Problem haben dürfte ... Und die Statistik, in welchen Ländern ich schon gefahren bin, kommt noch, wird aber schwierig, weil ich das bei manchen Ländern gar nicht mehr genau weiß, ob meine Ma oder ich da gefahren ist ...)

Ich gedachte nun, im Uhrzeigersinn die Insel Éfaté (so mit Akzenten auf Französisch) zu umfahren - und geriet auf eine Piste, die ziemlich wild zwischen wunderbar glatt und Schlagloch an Schlagloch wechselte. Das geht ja alles noch, blöd ist es nur, wenn auf einer wunderbar glatten Straße plötzlich ein Riesenloch auftaucht (siehe Tansania letztes Jahr). Da musste ich dann doch aufpassen wie ein Schießhund, weil ich auch von der ziemlich guten Straße zwischen Port Vila und meiner Unterkunft getäuscht worden war. Ja, da gibt es auch Schlaglöcher, aber nicht so brutale Abschnitte und vor allem weniger von diesen Überraschungseiern ...

Ich fuhr also sehr stark aufpassend weiter, fand aber die Einfahrt zu den Mele-Wasserfällen trotzdem nicht, weil die wohl auch versteckt liegt; joa, Wasserfälle hab ich aber eh schon einige gesehen, das passt dann schon. Ich fuhr aber unmittelbar danach einen steilen Berg hoch und musste meinen armen Automatik-Suzuki da ziemlich quälen, damit er da hochkomme; das klappte aber schlussendlich, passte also.

"Wunderbar" ist die korrekte Beschreibung für die Fahrt, sobald man sich an die Schlaglöcher gewöhnt hat und sich traut, mal für Millisekunden die Augen von der Straße zu nehmen: Efate (ich bleibe jetzt - vielleicht - bei der englischen Schreibweise) ist unfassbar grün, Palmen, andere Bäume, alles ist sooo grün - nur die Kühe, die ab und zu in eingezäunten Weiden grasen, die sind nicht grün (und die Straße auch nicht).

Auch nicht grün sind die Menschen, die einem hier ab und zu zuwinken (und man sollte laut Reiseführer tunlichst zurückwinken!) - das ist alles sehr, sehr freundlich hier, das macht schon Spaß, das muss ich sagen. Ich habe mich vorgestern und gestern vom Aussehen der Menschen her fast wie in Papua-Neuguinea gefühlt, das ist aber wenig überraschend, weil das hier - wie in Papua-Neuguinea - Melanesier sind, und die haben - alles natürlich im Mittel - offenbar dunklere Hauttöne als die Polynesier und die Mikronesier.

Ich tuckerte da mit 30-60 Sachen durch die Gegend, wurde gar nicht sooo häufig überholt (dafür fahren hier zu wenig Autos, höhö); ich habe mehr (Klein-)Busse gesehen als gedacht, auch weiter weg von Port Vila, aber ich bereue es trotzdem nicht, mir das Auto gemietet zu haben, denn diese Inselumrundung heute wäre schwerlich möglich gewesen mit Bussen, und schon gar nicht so, dass ich schon wieder gemütlich um 13.30 Uhr zurück im Hotel bin - und gelohnt hat sie sich definitiv, diese Inselrundfahrt.

Ich fuhr nach vielleicht einer Stunde Fahrt auch am "World War II Relics Museum" vorbei, parkte auch, nachdem ich kurz gedreht hatte, wurde gleich freundlich vom Inhaber begrüßte, ging dann aber doch nicht rein, sondern fotografierte nur von außen. Der Inhaber fragte auch, wo ich herkäme, und auf die Antwort "Germany" meinte er dann, "ah, you were on the other side!" Jo, das ist wohl wahr, auch wenn wir Deutschen im Pazifik glücklicherweise nicht auch noch so massiv die Finger im Spiel hatten ...

Weiter ging es durch etliche Dörfer, aber auch über offene Strecke, bis ich schließlich an der Ostküste wieder ans Meer kam.

Die Strände hier sind offenbar nicht so richtig Allgemeingut, sondern den Dorfgemeinschaften wird zugestanden, für die Bewirtschaftung der Strände Eintritt zu verlangen; das geht dann aber schnell in die mehreren Euro (1.000 VUV, also 7 Euro, sind keine Seltenheit), und das finde ich dann nicht so grandios.

Überhaupt ist Vanuatu schon ziemlich touristisch, kein Wunder, es ist ja auch sehr schön, und die Australier und Neuseeländer haben das offenbar auch schon herausgefunden, drei Stunden von ihnen entfernt. Das führt dann aber halt auch dazu, dass die Menschen hier - und da ist ihnen wahrscheinlich auch kein Vorwurf zu machen - dann halt auch versuchen, Geld zu verdienen. Für die blaue Lagune müsste ich 1.500 VUV, also 10,50 Euro, Eintritt zahlen; das überlege ich mir nochmal ... Morgen ist ja auch noch ein Tag, und nur ein paar Kilometer von mir entfernt ist ein schöner Sandstrand, der wohl "nur" 500 VUV kostet (3,50 Euro, und auch das nur, wenn jemand da ist ...). Angesichts der Tatsache, dass ich eh zu viel Geld abgehoben habe, könnte man das sogar machen.

Ich schließe im Moment nicht aus, dass ich morgen - ich habe noch genug Puffer in meinen 400 erlaubten Kilometern drin, glaube ich - noch einmal nach Port Vila fahre, mir da zwei, drei Tuluks fürs Mittagessen hole, die an dem schönen Sandstrand mir einverleibe und danach noch ein paar Stunden hier im Hotel mache (und vielleicht sogar einmal schnorchle) - jo, das klingt gar nicht so schlecht. (Ausgeschlafen wird aber auf alle Fälle!)

Nach meiner Rückkehr parkte ich jedenfalls - wie ich fand - unglücklich, aber die Chefin meinte, das passt schon; na gut ... Ich ging ins Zimmer, dann an die Bar, belohnte mich mit einer Hopfenkaltschale und einem amerikanischen Zuckergetränk, saß dann vor meiner Bude zum Blogschreiben und ging noch einmal schwimmen.

Ich war gerade auf dem Weg aus dem Wasser, als mich so ein Fisch in die Wade biss ... Vor lauter Schreck - oder auch vor Lachen - fiel ich um und rettete mich auf die unterste betonierte Stufe, da saß ich noch ein bisschen, wurde noch einmal in den Oberschenkel gezwickt und kam dann - stehenderweise - mit der Chefin ins Gespräch.

Sie berichtete, dass ein Pärchen einmal wegen des "Lärms" (=Meeresrauschen!) abgereist sei; ich sagte ihr auch, dass mir das Ding hier sehr gut gefalle, auch wenn ich am Anfang unsicher war, ob das hier ohne Klimaanlage funktioniert (Spoiler: tut es sehr gut). Die Anlage ist echt klasse, weil man zusammenkommen kann, wenn man will, aber das keineswegs muss, wenn man es nicht will, und es gibt so viele Orte, wo man seine Ruhe haben kann, natürlich nicht zuletzt auf dem wunderbaren Ausguck auf der (kleinen) Landzunge ...

Die Zeitverschiebung von (hier) neun Stunden (in Tonga waren es elf, in Neuseeland zehn) ist fast perfekt, um mit der Heimat zu telefonieren: Wenn meine Ma ins Bett geht, stehe ich gerade auf, und andersherum - so erwischen wir uns immer, das ist sehr praktisch und wird auch für den Rest der Reise in der Südsee so bleiben.

Nachdem die Chefin und ich uns verquatscht hatten, ging ich duschen und mich rasieren (Letzteres war dringend nötig), bekam dann das leckere Abendessen, das mir die Bedienung empfohlen hatte (etwas im Wok Kurzgebratenes, war völlig okay, wenn auch nicht so landestypisch wie Tuluk), und sitze jetzt hier bei meinem ... Rauschen in der Starlink-Leitung ... Bierchen draußen und höre dem "Lärm"(=Meeresrauschen) zu ... Heute (Freitag Abend) sind auch mehr Leute da, sodass die nicht schon um 19 Uhr letzte Runde zu machen scheinen ...

Das war ein schöner Tag, ich habe nicht so viele Sehenswürdigkeiten im engeren Sinn besucht, aber trotzdem (finde ich) viel erlebt. Und das Schöne war, dass ich immer noch den Tag morgen habe - und da kann ich machen, was ich will, bevor es dann am Sonntag zurückgeht nach Auckland. Ich bin gespannt auf die wacklige Route Port Vila (Vanuatu) - Honiara (Salomonen) - Brisbane - Auckland mit zwei knappen Anschlüssen, ob a) ich und b) mein Gepäck mitkommt, aber das werde ich am Sonntag Abend berichten ...

Jetzt erstmal ein paar Fotos (soweit aus dem Auto, natürlich bei stehendem Gefährt und ausgeschaltetem Motor, hust) - häh, ist das jetzt wirklich in Reihenfolge?!


Unterwegs in Vanuatu I

Unterwegs in Vanuatu II

Hauptmarkt in Port Vila

Laplap (schmeckt wirklich besser, als es aussieht!)

Eingepacktes Tuluk

... und ausgepackt

Honorarkonsulat

Weltkriegsmuseum

Wasserfall unterwegs

Auch nochmal unterwegs

Man soll es nicht glauben, ich war heute unterwegs ...

Danach aber war ich schwimmen ...

Und über das Kreuz des Südens freue ich mich als Nordhalbkugler immer sehr ...

Donnerstag, 7. Mai 2026

Einen Ruhetag nach sechs Tagen Anreise

... hatte ich mir heute, glaube ich, redlich verdient - jo, ich habe das (teure) Auto heute überhaupt nicht angespannt, aber das ist halt so; die Flexibilität, die ich jetzt hier habe, habe ich heute eben so ausgenutzt, dass ich das Auto gar nicht angespannt habe. Das passt aber, insbesondere, weil ich in Tonga doch ziemlich immobil war (nur dank Havea habe ich jede Menge gesehen) und das nicht ganz so großartig fand (im Nachhinein hätte ich mir für Tonga wahrscheinlich auch ein Auto mieten sollen, aber ich wusste noch nicht, wie man hier im Südpazifik fährt, und war dementsprechend etwas unsicher, ob das was wird ...).

Nun denn, ich war irgendwie noch so aufgedreht, dass ich erst spät ins Bett kam - und dafür früh wach war ... Die Bayern verfolgte ich ab 6 Uhr Ortszeit in diversen Tickern (am liebsten ist mir natürlich der meiner Fußball-Kumpaninnen!) - ich glaube, in Zukunft muss ich auch international gegen die Bayern sein, sonst wird das doch nix mit denen ... (Oder sollte ich national für die Bayern sein, damit sie abschmieren?! Darüber muss ich nachdenken ...)

Nach dem wenig erfolgreichen Spiel gammelte ich noch ein wenig herum, auch weil es plötzlich aus der bewölkten Phase in Starkregen überging, aber nach endlicher Zeit war der Starkregen vorbei - und die Sonne kam raus. Juchhe, auch im Südpazifik gibt es ab und zu Sonne!

Ich spazierte ein zweites Mal auf der Anlage herum (das erste Mal hatte ich das kurz nach Anpfiff gemacht, als es noch bewölkt, aber trocken war) und entschied mich dann, ins (wunderbar temperierte, angeblich 28, 29 Grad) Nass zu springen. Das klappte überraschend gut (es war Flut), sodass ich den natural pool von der Treppe aus schwimmend erreichte. Herrlich!

Das blieb den anderen Menschen hier (das ist alles sehr familiär) nicht verborgen, sodass auch der Mann der Chefin (wenn ich das gestern richtig gesehen habe) und auch ein wahrscheinlich australisches/neuseeländisches Paar sich ins Wasser stürzte.

Jo, und den Rest des Tages gammelte ich - es war herrlich. Ich aß dann mittags einen sehr leckeren Burger (nur das Brötchen war etwas trocken) und trank dazu eine Kleinigkeit, setzte mich ein paar Mal schön in den Schatten vor meiner Villa auf einen dieser echt bequemen Holzsessel, ließ den Copilot mir eine Tour für morgen (da will ich Inselrundfahrt machen) erzeugen und auch eine Planung für die nächsten sechs Geburtstage meiner Ma (jaha, wir müssen die Schlagzahl hochhalten, damit sie so fit bleibt, toi, toi, toi!), das war ein richtig schöner Faultag heute.

Die Anlage hier ist ganz großartig, das muss ich sagen, es gibt in dem Felsareal hier sogar eine Art Kinderbecken, es gibt drei, vier Einstiege ins Meer, auf einer kleinen Landzunge stehen zwei dieser Holzsessel, da kann man ganz hervorragend die Seele baumeln lassen (tat ich dann [erst] kurz vor Sonnenuntergang, weil das halt auch ziemlich exponiert ist), das Essen ist lecker, Getränke sowieso, die Chefin nennt mich ständig "Darling" und kümmert sich sehr um mich (neihein, Bruderherz), es gefällt mir hier richtig, richtig gut ...

Heute habe ich gemerkt, dass ich ein Meertyp bin, gar nicht unbedingt ein Strandtyp; so richtig Sandstrand gibt es hier im Beach Club nämlich nicht (wohl aber anderswo in Vanuatu), gefallen tut es mir aber trotzdem, und bisher war für mich Meer fast immer gleich Strand.

Um 16.30 Uhr ging ich ein zweites Mal schwimmen; es war lustig, wirklich zu sehen, wie die Flut kam, weil man das in dem Naturpool auch wirklich merkt und sieht; jo, danach setzte ich mich kurz auf den einen Holzsessel auf der Landzunge, ging dann duschen, habe jetzt hier lecker zu Abend gegessen (heute gab es gegrillten Fisch, war auch sehr schmackhaft) und gehe wahrscheinlich früh ins Bett, weil ich vielleicht morgen vor der Inselrundfahrt noch schwimmen gehen will. (Freiburg werde ich unterwegs ein bisschen verfolgen, das wird schon klappen, und auch da ist es so, dass Freiburg wahrscheinlich nicht deswegen besser spielt, weil sie wissen, dass ich das Spiel verfolge ...)

Aber erstmal trinke ich mein Bierchen aus und dann vielleicht noch einen Gin Tonic, und dann geht's ins Bett ...

Tonga-Fazit mag ich heute nicht, muss noch verarbeiten und bin faul ... Auf alle Fälle aber: Es war toll!

Am Morgen war es noch dunkler

Das sieht doch fast nach Südsee aus, oder?

Oder??

Pavillon direkt vor meiner Haustür

Aussie Burger mit vanuatuischem Rindfleisch natürlich!

Oder????

Könnte mein Lieblingsplatz werden ...

Gerade für den Sonnenuntergang ...

Mittwoch, 6. Mai 2026

Vor Schlaglöchern, Kindern, Schweinen und Hunden

… warnt das Auswärtige Amt, glaube ich, wenn es vom Autofahren in Vanuatu schreibt und insbesondere im Dunkeln sogar abrät; nur Schweine habe ich heute Abend keine gesehen, als ich - in der späten Dämmerung und bei Dunkelheit - hier die letzten Kilometer auf der Ringstraße der Insel Efate in Vanuatu zu meiner Unterkunft fuhr. Es darf wieder geatmet werden - ich bin wunderbar und gut angekommen, und auch wenn ich hier noch nix vom Meer sehe (es ist ja dunkel), das Meeresrauschen hört sich schon einmal sehr, sehr, sehr gut an!

Das Aufstehen heute Morgen ging sogar überraschend gut, Havea fragte auch nach, ob ich fit sei (ich antwortete ihm erst am Flughafen, weil ich die Nachricht übersehen hatte), ich checkte kurz und schmerzlos aus, meine Taxifahrerin aus Kiribati stand schon da (ich drohte ihr an, dass ich sie kontaktiere, sobald ich Kiribati plane), und so fuhren wir gaaaaaanz gemütlich durch die Gegend zum Flughafen.

Der Check-in war schon offen, der Zugang zum Sicherheitsbereich noch nicht, ich hatte null Wartezeit (auch wenn Bag Drop ausgeschildert ist, aber du da kein Gepäck offdroppen kannst …), tauschte noch mein tongaisches Geld "zurück" in Neuseeland-Dollar (zum ersten Mal überhaupt habe ich neuseeländisches Bargeld in der Hand gehabt; vor drei Jahren waren Uli und ich komplett ohne ausgekommen; so sind die 75 Euro wenigstens nicht verloren) und wartete, bis die Sicherheitskontrolle aufmachte. Ich bekam noch das Ausreiseformular in die Hand gedrückt (das hätten sie ja auch am Check-in schon ausgeben können), ein entweder komplett vollgedröhnter oder gestern bösartigst abstürzter US-Amerikaner schnorrte noch meinen Stift (den ich aber zurückhaben wollte, wenn ich den schon aus eigener schlechter Erfahrung immer im Rucksack habe; später im Flieger passierte mir das mit meinem chinesischen Nebenmann nochmal), dann ging es durch die harmlose Sicherheits- und etwas langwierige Passkontrolle. Wobei, "langwierig" war sie nur für die südasiatisch aussehenden Menschen vor mir, ich war sehr schnell durch. (Überhaupt kommst du als Europäer hier - zumindest bisher, ich will's nicht beschreien - immer superschnell durch alles durch …)

Das Boarding war ein wenig lustig, weil wir für die 100 Meter in einen altersschwachen Bus verfrachtet wurden; wahrscheinlich war das dem Schmuddelwetter geschuldet - jedenfalls schaffte das Gefährt es, uns unfallfrei zum Flieger zu bringen …

Selbiger (eine ATR 72 mit 2x2-Belegung) war sehr, sehr leer, wahrscheinlich hätte jeder eine ganze Reihe für sich haben können, auch wenn die Verteilung etwas ungleich erschien; jedenfalls hatte ich einen freien Nebenplatz und genoss es insbesondere im Anflug auf Nadi, Fidschi, ein paar Fotos zu machen. In Fidschi war nämlich auch die Sonne ein bisschen draußen, das war mir ja in Tonga in den ganzen drei Kalendertagen, an denen ich dort war, nicht vergönnt gewesen - aber das erlebe ich auch noch, glaube ich …

Der Umstieg funktionierte problemlos, nur wurde ich angesprochen, ob ich den Aufruf zum Air-New-Zealand-Flug nach Auckland verpasst hätte; ich fragte mich, wieso die Flughafenleute ausgerechnet mich anquatschen, bis eine fragte, ob sie meine Air-New-Zealand-Handgepäck-Banderole (vom Hinflug nach Tonga) abmachen dürfe. Da verstand ich, dass sie mich deswegen für einen verpeilten Air-New-Zealand-Kunden hielten …

Der halbe Flieger (das war übrigens der gleiche Flieger für Nadi-Port Vila wie für Nuku'alofa-Nadi) nach Vanuatu bestand aus Chinesen; dementsprechend voll war er auch. Mein chinesischer Nebenmann verstand die Sandwich-Auswahl zwischen "chicken" und "vegetarian" nicht, sodass er - ich hatte schon gewählt - einfach "same" sagte und auf mich zeigte - bekam er also auch Hühnchen …

Beide Flüge waren sehr kurzweilig, auf dem zweiten guckte ich noch meine eine Serie zu Ende, und überpünktlich kamen wir in Vanuatu an (der Flug von Tonga nach Nadi war ein bisschen verspätet, aber den Anschluss erreichte ich trotzdem völlig problemlos).

Die Einreise in Vanuatu war ein wenig langwierig; zudem war gerade noch eine Air-New-Zealand-Maschine aus Auckland angekommen, sodass die Gepäckausgabe ziemlich voll war. Dafür kam mein Gepäck sehr schnell, und ich ging auf Anraten der Zollerklärungsentgegennehmerin durch den roten Durchgang, da gäbe es auch eine Röntgenmaschine. Die ganzen Chinesen vor mir wurden zur Sonderkontrolle rausgezogen, ich durfte so durch (s.o.).

Ich stolperte gerade aus dem Sicherheitsbereich raus, da lief ich schon dem Autovermieter in die Arme. Es war alles vorbereitet, ich zahlte und hinterlegte auch den Selbstbehalt für alle Fälle; die Übergabe war extrem gründlich (das war selbst mir fast zu gründlich, weil ich da wirklich aufpassen muss, dass ich nicht die allerkleinste Delle reinfahre …); ich ließ das Auto aber erstmal stehen und ging nochmal ins Flughafengebäude rein, weil ich mir noch eine SIM-Karte holen wollte.

Die Tante wollte eigentlich gerne Bargeld haben, aber der Geldautomat war außer Betrieb, die eine Wechselbude war geschlossen (obwohl drei Frauen drinsaßen!), die andere war dementsprechend gerammelt voll; irgendwann winkte die Dame mich zu sich und erbarmte sich dann doch, das per Kreditkarte zahlen zu lassen … (Die hatte halt schon alles vorbereitet und wollte jetzt ihre Kohle haben …) Mit Hilfestellung von ihr klappte auch die Freischaltung; dann ging ich auf Jöck.

Ich hatte vorher mit dem Copilot (der KI) ein bisschen "gestritten", weil der mir eine ganz komplett Route empfohlen hatte; ich fuhr jetzt so, wie Google es mir anzeigte, und stand, wie von der KI prognostiziert, im Stau … Jo.

Ich kam aus Port Vila zum Glück im (einigermaßen) Hellen raus, denn da waren die schlimmsten Schlaglöcher (auch nix wirklich Furchtbares, aber da wollte ich nicht mit 80 Sachen reinfahren; da man hier aber eh maximal 50, 60 fährt, auch außerorts - naja, ich jedenfalls heute Abend -, sollte das kein Problem sein); danach wurde die Ringstraße deutlich leerer, sodass ich - es wurde dunkel - öfter das Fernlicht anmachen konnte und eventuelle Schlaglöcher früh erkannte.

Kurz nach 18 Uhr fuhr ich hier aufs Gelände, hupte, mir wurde geöffnet, mein schönes Zimmer gezeigt (das hier ist ein Beach Club, da ist nicht so wahnsinnig viel mit Schlüsseln und so, mal gucken, was das wird, aber die Gäste sind praktisch komplett alles auch reiche Ausländer, das wird schon passen) und jetzt sitze ich etwas abseits, habe ein Bierchen vor mir stehen und warte aufs Essen. Die Rinder in Vanuatu sollen sehr gut schmecken, das probiere ich heute gleich mal aus, weil der Fisch schon alle ist (oder nur noch tiefgefrorener Fisch da oder so).

Auf meiner Buchungsseite hatte gestanden, dass man hier Deutsch spreche - und tatsächlich sprechen die Besitzerin und ihre Ma ein bisschen Deutsch, weil die Mutter mit einem Deutschen aus Einbeck verheiratet war - so klein ist die Welt …

Jetzt freue ich mich aufs Essen und werde den Blog hochladen, sobald ich das WLAN-Passwort habe (ich möchte ungern die 5 Gigabyte, die ich habe, schon heute verjubeln …). Mir geht es gut, das ist mein 170. Land, von Tonga gibt's morgen (oder so) ein Fazit, da gibt es noch so viel zu verarbeiten, da kommen schon die nächsten Eindrücke hier aus Vanuatu …

Das Kalbsfilet gerade eben gehört - und das hätte ich in Vanuatu (of all places) nun wirklich definitiv nicht erwartet - zu den besten Kalbsfilets, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe, unfassbar! Okay, die Portion war nicht überriesig, aber für 17, 18 Euro in einem definitiv touristischen Laden, das ist schon völlig okay ...

Doch, das Ding hier gefällt mir - und ich bin so gespannt, wie das Meer morgen hier aussieht (oder übermorgen bei Sonne, morgen soll es jedenfalls bis in den Nachmittag hinein bewölkt sein); ich werde - wenig überraschend - berichten ...

Heute nicht gar so viele fotografische Eindrücke, aber dafür besonders gute!

Kalbsfilet heute Abend - vorzüglich!

Einheimische Bierkunde gehört natürlich immer dazu - kannste auch gut trinken ...

Anflug auf Nadi, Fidschi

Dienstag, 5. Mai 2026

Ich hatte eigentlich einen Plan

... für heute, aber dadurch, dass ich gestern so riesigen Spaß hatte, dass ich das in einem Absatz dreimal (!!!) geschrieben habe, war ich heute Morgen nicht so gaaaaaanz wunderbar herausragend megafit ...

Von "Ausschlafen" würde ich jetzt nicht reden, aber ich quälte mich erst um kurz nach 8 Uhr aus dem Bett und belebte meine müden Lebensgeister mit einer schönen Dusche. Das Wasser, das ich noch hatte, schmeckte so überhaupt gar nicht, und außerdem war es Wasser, ich brauchte jetzt dringend etwas mit Geschmack, und am besten ein ordentliches Frühstück dazu.

Ich guckte in Google Maps rein und sah wenige Gehminuten von meinem doch recht abgelegenen Hotel entfernt ein sehr gut bewertetes Café. Ich zog mich an und marschierte dort hin.

Dass so ein wunderbares Teil hier mitten im Wohngebiet steht, hätte ich wirklich nicht erwartet! Das sah nicht nur gut aus, die hatten auch (ohne dass man nach dem Passwort überhaupt nur fragen musste) superschnelles Internet, und das Big Breakfast, das ich bestellte, war auch lecker, wenn ich auch nicht so richtig wusste, wozu die Majo gehören sollte ... Ich futterte mich durch Spiegelei, Wurst, Bacon, Toast, Bohnen und Bananen durch und trank dazu Cola. Danach ging es mir besser.

Ich war schon vor dem Frühstück mit einem, wie sich herausstellte, Italo-Tongaer ins Gespräch gekommen, der ebenfalls ein gesundes Frühstück mit Fanta einnahm, und wir redeten (wieder einmal) über Gott und die Welt, vor allem aber über Tonga. Irgendwann kamen Freunde von ihm, unter anderem ein ehemaliger Präsident des tongaischen Rugbyverbandes (wobei gefühlt jeder hier ein Freund von Havea, so heißt der Kerl, ist), der zum Einstieg als Antwort auf meine Aussage, dass ich aus Deutschland käme, erstmal meinte, dass ich dafür ja auch nix könne ... Hihi. So wunderbar (wirklich!) lustig ging das mit den dreien weiter, ich verhandelte kurzzeitig per WhatsApp mit den Taxifahrern von gestern, was eine Fahrt zu den kulturellen Stätten im Osten der Insel kosten würden, die 170 Pa'anga (ca. 60 Euro) kamen mir irgendwie ein bisschen wenig vor, weil die gestern von mindestens 200, eher mehr, gesprochen hatten, und irgendwie war ich jetzt nicht so ganz sicher, ob sich das lohnen würde. Der eigentliche Plan war ja gewesen, das Ganze mit dem Bus zu absolvieren, aber dieser Zug, äh, Bus war nun abgefahren - hin wäre ich wahrscheinlich auch noch am späteren Vormittag gekommen, aber zurück wäre es wohl schwierig geworden.

Jetzt war ich auch schon ein bisschen mit den drei Jungs versackt (naja, "Jungs" ist übertrieben, Havea wird 50 dieses Jahr, und der Ex-Präsident war noch älter - glaube ich), sodass ich mich auf einen geruhsamen Tag einstellte, vielleicht mit einem kleinen Spaziergang in die Stadt und (unvernünftigerweise!) dem Karoake-Abend im Billfish. (Übrigens war allen dreien, als die Rede vom hangover aufkam, völlig klar, dass ich im Billfish versackt sein müsse. Bo, die Besitzerin, soll auch irgendwie mit der Besitzerin des WLAN-losen Restaurants verwandt sein, so unterschiedlich können Menschen aus einer Familie sein ...)

Ich hatte meine Coladosen reingebracht und wollte mich gerade verabschieden, als Havea meinte, dass er sowieso irgendwie über die Insel fahren müsse zu seinem quarry (ich kannte das Wort tatsächlich nicht, es handelt sich um einen Steinbruch), da könne er mich auch mitnehmen und mir die Insel zeigen.

Das ließ ich mir nun nicht entgehen, und das war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre. Vorab: Es war absolut großartig, ich habe soooo viel über Tonga erfahren, ich habe all das gesehen, was ich von einem Taxifahrer hätte haben wollen, und ich habe unfassbar viel gelacht, das war soooo schön (und gleich gehen wir womöglich nochmal aus, ich konnte mich noch nicht erkenntlich zeigen, die 200 Pa'anga, 80 Euro, die ich fürs Taxi einkalkuliert hatte, werden definitiv in die Kolonne geworfen, siehe aber unten). Und nein, ich hatte nullkommanull das Gefühl, dass das in einer Bangladesch-Situation enden könnte; wenn das heute Abend nicht noch komplett schiefgeht, hat mein Gefühl auch da nicht getrogen.

Wir waren kaum losgefahren, noch in Nuku'alofa und gerade an der britischen und neuseeländischen Hochkommission vorbeigefahren, als Havea mir sagte, dass hier irgendwo auch die deutsche Botschaft sein muss. Sprach's, und wir fuhren am Honorarkonsulat vorbei. Ich fragte, ob wir kurz anhalten könnten, konnten wir, und so ist wieder einmal ein wunderbares Grinsekatzebild unter dem Gummiadler entstanden. (Und hier wurde ich nicht fast verhaftet!)

Nun ging es, vorbei an äußerst fruchtbaren Äckern und Urwald, in Richtung Südküste. Da zeigte Havea mir zuerst einen (großen) Brandungsschlot und dann (von oben) einen wunderbaren Strand, an den man aber nur mit einem Fußmarsch bergab kommt; dafür ist da halt kein Mensch. Wobei, heute war an keinem Strand, an dem wir waren, überhaupt jemand ...

Wir fuhren in Richtung Südosten, kamen zum (ich vermute) Fua'amtu-Strand, und wenn das Wetter besser gewesen wäre (heute war es wieder bewölkt und zudem sehr windig), wäre hier sicherlich ein Südsee-Traumstrand, wie er im Buche steht, zu beschreiben gewesen; so war er nur sehr, sehr schön! (Das fanden die Trauernden offenbar auch, die hier an diesem wunderschönen Fleckchen Erde einen Friedhof aufgemacht haben. Havea erzählte, dass die Familien oft einmal an den Gräbern säßen und dort zusammen grillen [!] würden; ich interpretierte das so, dass man sich da halt den verstorbenen Angehörigen nahe fühle ...)

Wir sprachen über seine und meine Familie, seine Lebensgeschichte (und auch darüber, dass er als "Mischlingskind" einer Tongaerin und eines Europäers durchaus keine gänzlich unproblematische Kindheit hatte), ganz sachte über Korruption und verschwundene Sitten, es war total spannend, seine Analysen als Tongaer mit langer Auslandserfahrung zu hören über dieses Land, auch darüber, dass man hier zur Arbeit auftauche oder aber eben nicht (im Steinbruch war nur einer von zwei Baggern besetzt, und natürlich hatte er selbst offenbar heute auch nicht so wahnsinnig viel zu tun, sodass er dem Ausländer sein Land zeigen konnte), es war sehr, sehr interessant - und sooo lustig ...

Ich wagte kaum zu hoffen, dass wir noch die ganze Ostküste mitnehmen würden, über die ich mit dem Taxifahrer verhandelt hatte, aber genauso kam es: Wir bogen (wie immer für mich relativ plötzlich) ab und standen am Zugang zur Anahulu-Höhle. Hier musste ich 20 Pa'anga, etwa 7 Euro, Eintritt abdrücken, hatte dann aber die unglaubliche Höhle für mich allein - unglaublich! Ich rannte mir zu meiner großen Überraschung beim ziemlich tiefen Einlass nicht die Birne an, bekam dann aber den Mund auch nicht mehr zu, vor lauter Stalaktiten, die da - nicht richtig üppig beleuchtet, ich musste ab und zu meine Handy-Taschenlampe zur Hilfe nehmen, um den Weg etwas auszuleuchten - aus der Decke ragten. In dem kleinen Pool am Ende der Höhle kann (und darf) man anscheinend sogar schwimmen, nur hatte ich heute natürlich keine Badehose dabei, weil das alles so spontan kam; aber damit hätte ich heute sowieso nicht gerechnet.

Havea war ein wenig erstaunt und schmunzelte, weil ich schon nach 20 Minuten wieder da war; entweder habe ich was verpasst oder er hat mich ein bisschen veräppelt. Zuzutrauen wäre ihm Letzteres auf alle Fälle ...

Weiter ging es zum "Stonehenge des Südpazifik", dem Ha'amonga 'a Maui. Das ist ein Trilith, also ein aus drei Steinen bestehender Bogen, der wohl um das Jahr 1200 gebaut wurde; in der Nähe steht auch der Maka Fa'akinanga. An diesem Stein soll der Herrscher gestanden (oder auf diesem gegessen?) und sich aus Sorge um Attentate die Untertanen in schöner Entfernung vom Leib gehalten haben - joa. Alles in allem wäre ich, glaube ich, ein wenig enttäuscht gewesen, wenn ich dafür die Taxikosten ausgegeben hätte, weil das soooooo atemberaubend - ähnlich wie in Stonehenge - nun auch wieder nicht ist.

Auch die antiken Königsgräber (wenn das denn so stimmt) in Mu'a, sogenannte langi, haben wir gesehen, darunter das anscheinend größte namens Paepae o Tele'a. Auch da erkennt man - außer der durchaus anerkennenswerten Monumentalität - als Laie nicht sooo wahnsinnig viel, auch wenn diese Anlagen bald womöglich zum Weltkulturerbe zählen könnten.

Jetzt war es schon 14.30 Uhr, sodass wir zurück nach Nuku'alofa fuhren; um 15 Uhr schmiss Havea mich an meinem Apartment raus - es regnete jetzt kurzzeitig richtig heftig, überhaupt ist es hier heute sehr windig -, nachdem ich vorgeschlagen hatte, dass wir uns heute Abend noch einmal treffen, allein schon, damit ich mein tongaisches Geld los werde.

Ich muss noch meinen Transfer morgen organisieren (der Besitzer meines Hotels ist natürlich auch ein Freund von Havea, aber geschäftlich will er mit dem eher nix zu tun haben, erzählte er mir während der Fahrt ...), aber das wird schon werden; eingecheckt habe ich auch schon, die Kommunikation mit der Mietwagenfirma läuft ziemlich gut, und morgen komme ich dann also in mein 170. Land, wenn alles gutgeht.

--

So, jetzt habe ich das auch mit dem Transfer geklärt, das passt morgen ...

Zwischenzeitlich habe ich versucht, eine Abendessen-"Kantine" in der Nähe zu finden, aber dafür war ich entweder zu doof oder die Google-Maps-Karte war falsch; mir sind gefühlt 20 Hunde nachgelaufen, einer hat mich sogar berührt (nix Schlimmes!), aber die bellen dann immer so laut - ich will doch gar nicht von euch! (Und die Straßenbeleuchtung ist hier auch nicht so gut, ich hatte dann wieder das Handy mit Taschenlampe im Anschlag ...)

Havea hat mir jetzt für den Abend abgesagt, der hatte genug vom Einholen der Boote bei dem mittelprächtigen Sturm, der hier gerade über die Insel weht, aber dann habe ich mal den ersten Tag der Reise ohne Alkohol, das wird auch nicht schaden. (Und ich habe gerade so ein australisches Ingwer-"Bier" getrunken; das hatte ich mit Uli schon immer verzehrt, das ist echt lecker!)

Es ist nur ein bisschen schade, dass ich mich nicht so richtig erkenntlich zeigen kann nach diesem tollen Tag heute, aber vielleicht komme ich ja mal wieder nach Tonga (mit dir, Ma?), und dann quatsche ich ihn auch wieder an ... (Apropos, Ma: Auch Havea hat mir Palau empfohlen ... Und von den Cookinseln schwärmen sie hier alle - ich bin sehr gespannt!) In jedem Fall also: Malo, Havea, vielen, vielen Dank!

Jetzt chatte ich ausführlich mit der künstlichen Intelligenz und hole mir dessen 85%-Antworten für Fragen zu den künftigen Tagen ab; das passt inzwischen meistens deutlich besser als noch vor zwei Jahren, aber hundertprozentig trauen werde ich dem Ding so bald nicht.

Achso, man spricht Tonga nicht - wie ich es bisher gemacht habe - "Ton(g)-ga" aus, sondern das ng wie in "länger"; irgendetwas war anders, wenn ich den Leuten hier zuhörte, aber ich konnte das erst heute Morgen identifizieren. Jetzt hab ich's und werde das auch so weitertragen ... 

Fotos dieses wunderbaren Tages - leider habe ich keins von Havea gemacht ...

Versteckter Strand im Süden

Da musste die Grinsekatze sich natürlich hinstellen und Foto machen

Anahulu-Höhle

Dringend benötigtes Frühstück

Unterwegs in Tonga

Meeresloch

Nochmal Höhle

... und nochmal!

"Stonehenge des Südpazifik"

Blick auf den alten Königsthron
Königsgräber