Meine Länder

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Mittwoch, 18. März 2026

Komplett unfähig (bis auf die Frau in Curaçao)

... sind die alle bei KLM, joa, und die Frau heute in Curaçao gehört ja gar nicht zu KLM, höhö, also doch alle komplett unfähig (naja, vielleicht außer den Pilotinnen und Piloten und den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, hoffentlich) ...

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser, so sie nicht komplett unfähig sind (und das wird keine und keiner sein!), werden schon aus dieser Einleitung erkannt haben, dass unsere Koffer immer noch nicht bei uns sind - sondern laut der Dame hier in Curaçao, die sich hervorragend um uns gekümmert hat, doch in Georgetown gelandet, obwohl mir die Typen von KLM mehrfach versichert haben, dass sie das in der Akte geändert hätten ... Das ist ein absoluter Saftladen, KLM, ganz ehrlich!

Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis die Freunde in Georgetown den Koffer jetzt wieder auf die Reise schicken, wahrscheinlich zurück nach Panama und dann - vielleicht, hoffentlich, irgendwann - nach Curaçao, sodass wir ihn abholen könnten.

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Das Aufstehen heute Nacht war nicht ganz so einfach, ich trödelte auch ein bisschen und musste mich dann beeilen, dass ich pünktlich um 0 Uhr fertig war. Die Rezeptionistin nahm die Zimmerkarte in Empfang, das Taxi stand schon da - und so ging es auf die nächtliche Tour in Richtung Flughafen. Auf der Straße war für diese Uhrzeit die Hölle los, wir brauchten die gute Stunde zum Flughafen wirklich.

Guyana war mal britisch, und das merkt man daran, dass es viele Schlangen gibt. Das ist völlig okay. Bekloppt wird es, wenn es keine Schlange gibt und man sich trotzdem in die Schlange stellen musste - ich hatte online eingecheckt, bekam aber keine Bordkarte, weil Copa Dokumente verifizieren musste - das ist okay. Nicht okay war, dass wir, als wir uns zum Web-Check-in gehen wollten, von einer übermotivierten Tante abgewiesen wurden, weil wir uns in die falsche (jeweils nicht existierende) Schlange gestellt hatten - die Web-Check-in-Schlange wäre zwei Felder weiter links gewesen, da stand natürlich aber gar nix dran, es war zum Mäusemelken, weil das mal wieder - wie am Samstag bei KLM - völlig sinnbefreite Prinzipienreiterei war. Schließlich war mir das zu blöd, wir stellten uns in die normale Schlange, weil wir eh Zeit hatten, ließen uns den Quatsch nochmal "erklären" und wurden zur Strafe bei der Bordkartenkontrolle auch wieder dazu gedrängt, uns in eine nicht existierende Schlange zu stellen. Boah, ey ...

Die Ausreise und die Sicherheitskontrollen gingen einigermaßen zügig, wir kauften noch einige wenige Souvenirs; zum Foodcourt muss man durch die Tür zum Gate 4 laufen, auch das verstehe, wer will, aber da oben gab es sogar Burger King ...

Wir gaben noch ein bisschen von den übrigbleibenden Guyana-Dollar aus (den Rest versuchten wir in Panama noch zu tauschen - erfolglos), dann ging das Boarding auch schon los.

Die dreieinhalb Stunden (!) von Georgetown nach Panama überstanden wir größtenteils schlafend, und in Panama mussten wir zum Glück durch keine Sicherheitskontrolle, sodass wir da massig Zeit hatten und uns schon ans Gate setzen konnten (das stand auch schon frühzeitig fest, kein so'n Blödsinn wie in Europa zunehmend, dass das Gate erst kurz vor Boarding bekanntgegeben wird, damit die Flughäfen schön Geld an den Menschen verdienen können ...).

(Copa macht etwas sehr Vernünftiges, finde ich, denn sie sagen an, dass man nach der Landung die Fensterläden runterziehen soll; dadurch heizt sich die Maschine nicht auf, man muss sie dementsprechend nicht so brutal herunterkühlen, kleine Maßnahme, große Wirkung - klasse!)

Das Boarding nach Curaçao ging fix, dann standen wir aber noch bis zur eigentlichen Abflugzeit in Panama auf dem Vorfeld herum und landeten nach eineinhalbstündigem Flug unbeschadet in meinem 17. abhängigen Gebiet.

Die Einreise ging sehr fix am Automaten (danke, liebe Curaçaoer), dann nahm das Kofferdrama seinen Lauf - und nach dem (vorläufigen) Ende der Geschichte liefen wir - unter Hilfestelle der Autovermietungskonkurrenz - zum Shuttleservice unseres Vermieters. Es ging zehn Minuten in Richtung Willemstad, dann bekamen wir unseren VW Polo und mit dem zuckelten wir erst einmal wieder zurück zum Flughafen, denn dort hatte ich WLAN, um einen Treffpunkt mit unserer Vermieterin auszumachen.

Wir einigten uns darauf, uns bei einem großen französischen Supermarkt zu treffen, das klappte schlussendlich, auch wenn wir in dem Einkaufsmarkt am Ende nur zwei Paar Flipflops erstehen konnten. Die Bezahlung klappte auch (auch wenn hier viele Maschinen nur mit US-Dollar funktionieren, nicht mit den hiesigen Gulden) - und so konnten wir aufbrechen und uns an der größten (und vollsten) Strandpromenade der Insel vielleicht doch noch mit Badebekleidung einzudecken versuchen.

Das klappte bei unseren Größen nicht so ganz gut, weil wir halt keine jungen Mädchen sind, ein Niederländer wollte 250 Euro für einen Badeanzug und ein Strandkleid haben, so viel wollten wir KLM nun auch wieder nicht in Rechnung stellen, aber am Ende kauften wir im Souvenirladen gegenüber für etwa 100 Dollar Klamotten ein. Mal gucken, wie sich KLM da anstellt ...

Danach ging es nach Westpunt in unsere Unterkunft - und da fing das Drama kurzzeitig schon wieder an: Unsere Vermieterin hatte vor lauter freundlichem Geplänkel die wesentlichen Informationen zu den Zugangscodes vergessen - und ich hatte keine Netz mehr, um sie zu lesen ... Ein kurzer Tobsuchtsanfall von mir folgte, der wurde von ihr peinlicherweise per Kamera verfolgt, dann schaltete ich halt kurz das Datenroaming doch an für teuer Geld, so hatte ich die Informationen.

Ich hatte so sehr gehofft, dass das Ding hier so ist wie erhofft - und das klappte wenigstens. Das Zimmer ist klasse, der Blick aufs Meer ist klasse, und nachdem wir den Zugang zum Steg durch den Fels hindurch gefunden hatten, erschien der zwar wacklig, aber auch klasse.

Wir entschieden uns gegen das Schwimmen, weil wir Hunger und Durst hatten und auch noch für morgen einkaufen wollten, denn morgen fliege ich ja mal kurz nach Aruba, während meine liebe Ma den ersten richtigen Erholungstag dieser dann doch anstrengenden Reise einlegen kann (und zu allem Überfluss fuhr ich auch noch - wie ich fand - normal, was sie aber definitiv nicht so sah ...).

Wir kauften im Minimarket eine Viertelstunde entfernt Wasser und Bier und Bananenchips und Shampoo zum Klamottenwaschen (eine Waschmaschine gibt es hier nicht), nahmen dann die zweite Essensoption wahr und aßen sehr, sehr gut zu Abend - meine Ma aß einen Salat mit Shrimps, ich aß Surf & Surf, also Fisch mit Shrimps, das war echt lecker - und da ich noch ein bisschen fahren musste, wurde es wirklich nur ein klitzekleines Bierchen bei mir, das bis zum Aufbruch längst verdunstet war.

Es ging zwei Kilometer heim, eben habe ich noch für morgen eingecheckt und die Einreiseanmeldung für Aruba beantragt und bekommen, die für Curaçao kann ich noch nicht aktualisieren, vermutlich, weil ich noch nicht ausgereist bin, aber das mache ich dann eben unterwegs.

Um 3.25 Uhr klingelt der Wecker, um 4 Uhr will ich unterwegs sein, um 5 Uhr am Flughafen, damit ich um 6.10 Uhr pünktlich boarden kann und wir um 6.35 Uhr loslegen. Der Flug dauert eine halbe Stunde, um 7.05 Uhr bin ich also in Aruba, da werde ich mich ein wenig umschauen, vielleicht mal schwimmen gehen (endlich!), ein bisschen Bus fahren und mir einfach einen gemütlichen Tag machen, bevor es um 20.25 Uhr zurückgeht, ich hoffentlich um 21 Uhr in Curaçao bin, sicherlich nochmal nach unseren Koffern fragen werde und dann hoffentlich so gegen 22.30 Uhr wieder bei meiner Ma bin ...

Auch heute noch kein erstes Zwischenfazit für Guyana, morgen wahrscheinlich auch nicht, aber übermorgen könnte es vielleicht was werden ...

Fotos:

  
Blick vom Balkon

Katze zum (oder beim?) Abendessen

Montag, 16. März 2026

Ein Urlaubstag mit scharfem Essen

... war das heute, und es war ein wunderbarer Urlaubstag.

Ich habe mitten in unserer Nacht noch mit KLM geschrieben, und die haben mir bestätigt, dass unsere Bitte, die Koffer nach Curaçao zu bugsieren, in der Akte hinterlegt worden sei; gucken wir mal ...

Nach dem Schriftverkehr schlief ich drei, vier Stunden wie ein Baby - herrlich! Wir kamen heute erst spät aus dem Zimmer, frühstückten wieder lecker und machten uns dann - Mutter läuft wie ein Döppken ohne ihre Handtasche, denn die ist in meinem Rucksack - wieder auf in Richtung Stabroek Market.

Wir liefen einen anderen Weg - and what a difference a day makes! Gestern war da noch alles behäbig und leer, und heute war alles - Verkehr, Menschen - deutlichst mehr. Manche Straße bekamen wir kaum überquert, bis wir uns eingegroovt hatten, aber dann klappte das auch ganz gut (zumal die Guyaner zwar schnell, aber rücksichtsvoll fahren).

Wir schauten uns die Märkte um den Stabroek Market und schließlich den letzteren selbst an. Auch heute fühlten wir uns überall sehr sicher, das muss ich wirklich sagen, was auch an der zurückhaltend-neugierigen Art der Menschen hier liegt. Der Market, jo, ist halt ein Markt, da gibt es von Stoffen über Essen bis hin zu Haushaltswaren fast alles, was das Herz begehrt.

Meiner Ma waren das - in der Hitze - zu viele Menschen, sodass wir uns zügig wieder nach draußen begaben und uns auf den - heißen, aber (deswegen?) menschenleeren - Vorplatz des Marktes setzten. Dort hatte ich auch einigermaßen WLAN und suchte nach einer Kneipe in der Nähe, fand aber nur eine mit 3,2 oder so bei Google bewertete "Sports Bar".

Bei einem meiner Spaziergänge, um gutes WLAN abzugreifen, sah ich, dass diese Bar direkt gegenüber war und wollte sie in Augenschein nehmen. Damit meine Ma keine Panik kriegt, wenn ich plötzlich weg bin, wollte ich ihr über die 80 Meter Entfernung per Zeichensprache andeuten, dass sie sitzenbleiben soll, während ich mal nachschauen gehe. So richtig verstanden haben wir uns nicht, aber sie blieb sitzen, ich ging.

Ich fand erst spät heraus, dass diese Bar in der ersten Etage war, als ich dann oben war, drehte ich gleich wieder um, denn der Blick über den Platz und den Verkehr vor dem Stabroek Market war super, es war da oben - alle Fenster waren offen und die Ventilatoren an - auch schön kühl, da wollte ich meine Ma dazuholen.

Jo, und da oben saßen wir, unterhielten uns über Gott und die Welt, die Bierpreise waren sehr akzeptabel (1,30 Euro für ein 275-ml-Fläschchen), sodass wir es uns dort gutgehen ließen (manche Kollegin wird da wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ...). Ab und zu wurden Wasser oder Cola dazugeschüttet, und irgendwann hatten wir ein Hüngerchen.

Dort essen wollten wir aber nicht, aber ich tat ein Bistro auf, zu dem wir uns - jetzt wollte Mutter doch nicht mehr so weit laufen, völlig nachvollziehbarerweise - ein Taxi gönnten. Für sieben Minuten Fahrt zahlten wir vier Euro, viel zu viel, aber bei der Taximafia ging es nicht anders, und am Ende ist das ja auch noch erträglich.

Dieses Bistro war ein Schickimicki-Laden mit betont teilnahmslosen Kellnerinnen, aber schön aussehen tat es, also setzten wir uns, obwohl wir in die letzte Ecke neben der Küche verfrachtet wurden. Auch hier wurde noch ein Bierchen getrunken, und angesichts der Preise und des Schickimicki-Gefühls waren wir sicher, dass die Portionen eher klein sein würden ... Wir bestellten also drei "Bistro Bites", nämlich Chicken Wings, Fish Fingers und Schweinefleischstücken in jamaikanischer Jerk-Soße - und als das kam, wussten wir, dass wir uns verrechnet hatten, denn die Portionen waren sehr ordentlich ...

Noch wichtiger aber: Sie waren sehr, sehr lecker ... (So lecker, dass wir keine Fotos gemacht haben, sorry!) Zu den Fish Fingers hatten wir scharfe Soße bestellt, und die war wirklich scharf, die Chicken Wings waren auch gut gewürzt, und diese Jerk-Soße ist ja sowieso spicy. Wir kämpften, wir besiegten die Portionen, aber danach brauchten wir definitiv noch ein Bierchen. Danach aber hatten wir genug für heute, zahlten insgesamt knapp 50 Euro (Guyana ist nicht wirklich billig, und schon gar nicht dort, wo Ausländer hingehen) und wackelten die sieben Minuten zurück in unser Hotel.

Jetzt ist es kurz vor 18 Uhr, meine Ma ist schon im Bett, ich gehe gleich, um 23 Uhr geht der Wecker, damit wir um 0 Uhr zum Flughafen fahren können. Ich hoffe, dass wir bis dahin eine (weitere) Information haben, wo unser Gepäck gerade unterwegs ist, damit wir uns entweder in Georgetown ins Gewimmel stürzen müssen oder aber gemütlich bis Curaçao warten, dass idealerweise unser Gepäck genau mit unserem Flieger ankommt ...

In Curaçao werde ich mir dann hoffentlich auch mal Zeit nehmen, in aller Ruhe von Guyana zu schreiben, von den interessanten Menschen, vom Fahrstil, von den Straßen und Wegen, das kommt gerade etwas zu kurz, aber meist bin ich nach dem Tag so fertig (es ist nämlich heiß!), dass ich an viele Dinge im ersten Moment gar nicht mehr denke.

Ein paar Fotos haben wir aber heute (und gestern) gemacht:

Rathaus von Georgetown

Guyana-Curry von gestern Abend

Stabroek Market heute

Blick von der Bar auf den Stabroek Market

Blick von unserer Bank auf dem Vorplatz (hinten rechts das Parlament)

Sportsbar ...

Spaziergang und Spazierfahrt

... haben wir heute gemacht, das war ein relativ entspannter Tag (wenn KLM nicht wäre ...).

Wir haben beide nicht so brutal gut geschlafen, aber die mehr oder weniger durchgemachte Nacht ließ uns beide etliche Stunden die Augen zumachen. Gegen 5.30 Uhr waren wir aber wach, duschten, zwängten uns in die Klamotten, die unter der Klimaanlage gelegen hatten und sich einigermaßen frisch anfühlten, und gingen zum Frühstück.

Das wiederum war ziemlich lecker, wenn auch teilweise ungewöhnlich: Neben Brötchen und Rührei gab es auch Fisch in Tomatensauce und Rindfleisch in scharfer Soße, beides sehr lecker, und die Papayas, die es hinterher gab, sowieso. Nur bei der Suche nach einem Gefäß für den Saft stellte ich mich besonders deppert an, sodass der Koch, der das alles beaufsichtigte, fast die Augen verdrehte - jo, nach seinem Hinweis habe ich die Gläser dann auch gefunden.

Wir verließen unser Hotel und marschierten weiträumig in Richtung Demerara; den ersten Stopp legten wir bei dem chinesischen Baumarkt ein, denn bei dem erhofften wir uns (zutreffend), einen Steckdosenadapter kaufen zu können, denn mein Rechnerakku war schon fast leer. Das hätte geklappt, wenn ich denn guyanisches Bargeld gehabt hätte; das hatte ich nicht, also marschierten wir erstmal weiter zur Bank. Dort konnte ich - im zweiten Anlauf - Geld abheben. Ich ließ meine Ma zurück, ging über einen kleinen Markt zurück zum Baumarkt und erstand dann für 1,67 Euro einen wunderbaren Adapter mit mehreren Anschlüssen.

Nachdem ich meine Ma wieder eingesammelt hatte, machten wir einen Spaziergang an der St. George's Cathedral vorbei (da war entweder gerade Gottesdienst oder Probe dafür), ließen das Nationalmuseum rechts liegen (war eh zu) und steuerten auf den Stabroek Market zu. Auch wenn das Marktgebäude heute geschlossen war, ist der Bau sehr markant (wenn auch von Verfall nicht frei) - und davor war auch heute viel los, gerade weil da auch die ganzen Minibusse abfahren.

Wir setzten uns erstmal auf einen kleinen Platz, auf dem man sogar WLAN bekam. Das nutzten wir für Anrufe in die Heimat und für die Kommunikation mit KLM, denn unsere Koffer sind inzwischen (wohl) in Panama-Stadt angekommen. Sie sollten morgen Abend mit dem Copa-Flieger nach Georgetown kommen, was aber ziemlich bescheuert ist, denn mit ebendiesem Flugzeug fliegen wir eine gute Stunde später nach Panama!

Das hatte ich KLM auch gesagt, yadda, yadda, yadda, jetzt haben sie wenigstens in den Systemen (hoffentlich!) hinterlegt, dass wir das Ding einfach nur in Curaçao am Flughafen abholen wollen; kein Transfer nach Georgetown, keiner zur Unterkunft dort (weil die keine feste Rezeption haben), mal sehen, was das wird, ich berichte ...

Das Problem bei KLM ist, dass die Freunde nicht (richtig) lesen zu können scheinen: Ich hatte für meine Ma für den (knappen) Umstieg in Amsterdam einen fahrbaren Untersatz beantragt, weil sie ja durchaus gut laufen kann (das hat man heute gesehen), aber eben nicht mehr so gut auf Zeit schnell laufen kann. Und ich hatte keine Lust, dass meine Ma in Amsterdam am Flughafen einen Herzinfarkt hat, weil sie, um den Flieger zu erwischen, schnell hinter mir herrennen muss. Das habe ich genau so auch KLM geschrieben, nur um die Antwort zu bekommen, dass sie uns für die gesamte Verbindung (inkl. Abflug und Ankunft) - und auch für den Rückflug - einen Rollstuhl organisiert haben. Nun denn, da habe ich jetzt auch wirklich kein schlechtes Gewissen, für Amsterdam hatte ich einen Grund, für den Rest nicht unbedingt, zumal ich gar nicht will, dass meine Ma sich in den Rollstühlen wohlfühlt, die soll schon wetzen, außer es ist wirklich knapp, aber wenn KLM halt auch da schon nicht lesen konnte, dann ist es eben so. Und dass man wesentlich schneller durch die ganzen Kontrollen kommt, ist auch kein Hinderungsgrund, das in Anspruch zu nehmen.

Nach dem ganzen Organisieren auf dem Platz (eine Person fasste noch freundschaftlich, aber - für mich - unerwartet meine Ma an, sodass ich anscheinend so böse schaute, dass sie Reißaus nahm, obwohl meine Ma meinte, sie hätten sich schon zugewinkt gehabt) fand ich in dem WLAN dort eine Übersicht über die Minibuslinien. Wir suchten uns eine längere, nicht zu lange Fahrt aus (eine Stunde nach Mahaica), suchten und fanden die "Haltestelle" für den Minibus und setzten uns - nach der Frage nach dem Preis: 300 Guyana-Dollar, etwa 1,25 Euro - in den Minibus. Nach vielleicht 20 Minuten waren genug Leute dabei, sodass wir losfuhren.

Meine Ma hatte wieder Todesängste in dem Gefährt, weil die - jedenfalls für die mitteleuropäische Autofahrerin - verflixt rabiat fahren, mit geringem Abstand und einem Affenzahn.

In Mahaica stiegen wir an der "Endhaltestelle" aus und suchten nach einer Kneipe. Nach einigen erfolglosen Versuchen fragten wir nach und wurden in eine Burger-Kette geschickt; tatsächlich gab es dort aber Bier, und zwar in nicht geringer Auswahl. Dort gönnten wir uns das eine (und vielleicht das andere, oder so) Wegbier, bevor wir nach kurzem Einkauf von Wasser und Kokoswasser zurück zur "Endhaltestelle" gingen.

Eine ältere Dame erbarmte sich unserer, weil das gar nicht so unmissverständlich geregelt ist, weil manchmal Minibusse der Linie 44 auch nur eine Teilstrecke in Richtung Georgetown fahren. Am Ende landeten wir in einem der richtigen Minibusse, der fuhr auch nicht wesentlich weniger aggressiv - aber schlussendlich kamen wir nur eine Querstraße von unserer Unterkunft entfernt zum Stehen, wir stiegen aus (so mussten wir nicht in die Stadt und von da mit dem Taxi heim) und wackelten nach Hause.

Dort genossen wir die Klimaanlage und das Bett, aber nach zwei, drei Stunden machten wir uns fertig und gingen wieder ins Nachbarhotel zum Essen. Entsprechend der Wikivoyage-Einschätzung "splurge", also "wenn man sich was gönnen will", aßen wir Jakobsmuscheln und Garnelen und ein traditionalles guyanisches Curry, tranken dazu Cocktails und Bier, und sind jetzt eben wieder in unser Zimmer gewackelt.

Das Zimmer haben wir jetzt auch für nächste Nacht verlängert; da brechen wir zwar um Mitternacht zum Flughafen auf, aber die Möglichkeiten zu duschen und noch ein paar Stunden zu schlafen, das ist es uns wert. Jetzt gucken wir, was das morgen und übermorgen mit KLM wird - ich glaube erst, dass wir die Koffer kriegen, wenn wir sie haben.

Jetzt aber unter die Dusche und dann ins Bett!

Stabroek Market von außen

St. George's Cathedral

Lecker El-Dorado-Rum von gestern

Metemgee von gestern

Sonntag, 15. März 2026

"Wenigstens Lippenstift habe ich dabei."

Das war die lakonische Aussage meiner Ma, nachdem sie bzw. wir beide uns damit abgefunden hatten, dass wir jetzt eh nix machen können, nachdem KLM unser (eigentlich Hand-)Gepäck in Amsterdam vergraben hat. Sehr, sehr ärgerlich, aber da müssen wir jetzt durch ...

Meine Ma holte mich gestern (Freitag) Abend in Rottweil ab, und natürlich ging es in den Schnitzer. Es wurde alkoholfreies Colaweizen verzehrt, danach ging es kurz nach Hause - und ich ging noch zwei Stündchen ins Bettchen.

Kurz nach zwei Uhr fuhren wir ab, das Navi machte um den Zürcher Flughafen herum komische Sachen, aber am Ende standen wir gut am Parkhaus - dachten wir jedenfalls, denn: Fehlermeldung!

Der freundliche Shuttlebusfahrer kam an und meinte, wir hätten wohl den Außenparkplatz gebucht, da hätten wir - am großen Werbeplakat des Anbieters vorbei, seufz - noch 200 Meter geradeaus fahren müssen. Dort konnten wir die Schranke überwinden, passte.

Am Flughafen trafen wir noch Freunde, die nach Ägypten flogen, beim Check-in wurden wir genötigt, das Handgepäckköfferchen aufzugeben (obwohl KLM schriftlich nur eine "Bitte" geäußert hatte, Saftladen!), obwohl wir darauf hinwiesen, dass wir eine knappe Verbindung hätten und der nächste KLM-Flug erst am Dienstag ginge. Die Check-in-Tante blieb - im Nachhinein könnte man meinen, fast böswillig - stur - die Köfferchen waren weg ...

Wir trafen uns nach der Sicherheitskontrolle noch mit den Freunden zum Morgengetränk, dann machten auch wir uns auf zu unserem Gate.

Der Flug war ereignislos, wir kamen praktisch pünktlich an, und mit unseren Vorbereitungen waren wir auch pünktlich - nach der Ausreise - am Gate. Ich verfolgte unser Gepäck, sah, dass es noch nicht eingeladen war (das war zu dem Zeitpunkt aber okay, weil wir noch nicht geboardet hatten), und dann gingen wir an Bord.

Ich schaute einen Film (Zoomania), spielte Monopoly und Trivial Pursuit, nickte ab und zu weg, das Essen war lecker, und nach achteinhalb Stunden Flug kamen wir in Barbados an. Nur wenige der Chinesen um uns herum verließ den Flieger, dafür viele der Touristen, und für diese kamen abreisende Touristen in den Flieger.

Nach einer weiteren Stunde Flug kamen wir in Georgetown an - und das Unglück nahm seinen Lauf. Die Einreise ging fix, die Koffer waren nicht da, die Formulare dagegen schon vorbereitet (Amsterdam hatte offenbar den Gepäckservice schon vorgewarnt), und so fuhren wir "no bags" (Fahrer) die gute Stunde auf einer recht guten, aber in Umbau befindlichen Straße vom Flughafen nach Georgetown hinein.

Schon auf der Fahrt waren wir ganz angetan von Guyana, da liegt nicht so viel Müll am Straßenrand herum (ein Grundstückseigentümer hatte aber sehr deutlich ein Plakat "Don't piss in front of my f*cking property" - "Piss gefälligst nicht auf mein verficktes Grundstück" ausgehängt), und auch wenn unser Fahrer in der Stadt gerne mal mit 80 Sachen unterwegs war, kamen wir in einem Stück zu unserem schönen Hotel (der fehlende abnehmbare Duschkopf ist das einzige Manko ...).

Dort blieben wir aber nicht lang, liefen rüber in das andere Hotel, dort teilten wir uns Metemgee, einen Eintopf aus - laut Wikipedia - Wurzelgemüse, Kochbananen, Kokosmilch und Klößen, der in der afrikanischen und amerindianischen Küche angesiedelt sei.

Dazu wurden einheimische Biere und ein Rum verköstigt, das war sehr lecker dort, da gefiel es uns (ebenso wie in unserem hübschen Hotel).

Jetzt ist aber der Ofen aus, morgen müssen wir einen Adapter kaufen (meiner ist natürlich im Koffer) und dann schauen, dass KLM uns den Koffer am besten gleich nach Curaçao bugsiert, weil sie uns beim nächsten Flug am Dienstag Abend nach Georgetown nicht mehr hier antreffen würden.

Jo, und zu dem allem passt, dass mein Ausflug morgen wegen der schlechten Landepiste am Kaieteur-Wasserfall auch abgeblasen wurde - sehr schade ...

Aber wir werden uns halt dann morgen zusammen Georgetown anschauen, das sieht ganz interessant aus, muss ich sagen ...

Mein 167. Land ist besucht - juchhe, wenigstens das hat geklappt.

So, over und Ende, ich gehe noch kurz duschen und dann endlich ins Bett ...

Fotos wollen heute nicht, wären aber eh nur vom Essen und vom Rum gewesen ...

Freitag, 13. März 2026

Es gibt wirklich wesentlich schlimmere Dienstreisen

... als nach Regensburg, vor allem, wenn man am Abend noch einen kleinen Stadtspaziergang machen kann.

Nach einem Workshop ging es gestern vom Hotel aus ein Stündchen durch die Altstadt von Regensburg, die "nördlichste Stadt Italiens", weil es dort - ähnlich wie in San Gimignano in der Toskana (das ich bei der Hochzeit vor zwei Jahren leider verpennt habe) - etliche Geschlechtertürme gibt. Diese Dinger, die die Reichen im mittelalterlichen Regensburg bauen ließen, sind in der oberen Hälfte tatsächlich leer, aber dafür sehr hübsch anzusehen, und angeblich gibt es von einst 60 dieser Türme heute immer noch deren zwanzig.

Auch der Regensburger Dom, stilistisch der kleine Bruder des Kölner Doms, ist sehr ansehnlich, und auch das Alte Rathaus, in dem in der Endphase des Heiligen Römischen Reichs der Immerwährende Reichstag tagte, sind sehr schick, wie die ganze - von allerlei Studenten bevölkerte - Altstadt insgesamt.

Nach dem Abendessen machten ein paar von uns noch einen kleinen Verdauungsspaziergang und liefen über die Steinerne Brücke (die leider zu hell beleuchtet ist, als dass man im Dunkeln noch die Skyline von Regensburg fotografieren könnte), danach ein Stück an der Donau entlang und über den Eisernen Steg wieder zurück zu unserem Hotel.

Das war eine kurze Stippvisite in diese wunderschöne kleine Großstadt, da könnte man durchaus nochmal privat hin (ich war vor Jahrzehnten mal zum Fußball in Regensburg, als ich den ruhmreichen FC Carl Zeiss Jena unterstützte, aber an so wahnsinnig viel konnte ich mich nicht mehr erinnern).

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Ich bin jetzt auf dem Weg in den Schwarzwald, wenn alles gut läuft, könnte man noch ein alkoholfreies Colaweizen oder zwei im Schnitzer konsumieren. Wahrscheinlich machen meine Ma und ich heute Nacht eh durch, weil wir aus diversen Gründen schon um kurz nach vier Uhr am Flughafen sein sollten.

Um 6.50 geht unser Flieger in Zürich; um 8.25 Uhr kommen wir in Amsterdam an. Wir haben einen relativ knappen Umstieg, denn um 9.40 Uhr geht es schon weiter. Wir machen um 13.40 Uhr Ortszeit (18.40 Uhr deutscher Zeit) eine Zwischenlandung auf Barbados, das wir um 15.10 Uhr Ortszeit (20.10 Uhr deutscher Zeit) schon wieder verlassen. Eineinhalb Stunden später, um 16.40 Uhr Ortszeit (21.40 Uhr), landen wir schließlich in meinem 167. Land (und dem, wenn ich richtig zähle, 95. Land meiner Ma). Wir werden am Flughafen abgeholt und zum Hotel kutschiert, dann gehen wir vielleicht noch auf ein Ankunftsgetränk in die Innenstadt.

Am nächsten Vormittag schließlich werde ich um 11.30 Uhr im Hotel abgeholt, dann geht es zum kleineren, stadtnahen Flughafen von Georgetown und von da mit dem Zwölfsitzer zu den Kaieteur-Fällen.

Ich hatte ja verhältnismäßig spät - nachdem wir uns ausgekäst hatten, ob meine Ma mit an die Fälle fliegt oder nicht (die Antwort ist "nein") - noch einen Ausflug an zwei Wasserfälle, den Kaieteur- und den Orinduik-Fall, buchen wollen, aber relativ schnell die Antwort bekommen, dass aktuell die Flüge eher ausgebucht seien ...

Vorgestern fragte ich nochmal nach und bekam die Antwort, dass es nur für den Kaieteur-Wasserfall noch Plätze gebe, und einen von diesen buchte ich schließlich einigermaßen kurzentschlossen. Das wird ein teurer Halbtagsausflug, aber ich hoffe, dass der Wasserfall auch zu Beginn der Trockenzeit noch ein bisschen majestätisch ist.

Um 12 Uhr also werden wir am Flughafen eintrudeln und einchecken, zwischen 13 Uhr und 13.30 Uhr soll es auf den einstündigen Flug zum Flughafen in der Nähe der Fälle. Schon der Flug soll ganz hübsch sein, und wenn die Bilder auf Google nicht lügen, werde ich das nicht heftigst bereuen ... Nach zwei Stunden am Kaietuer geht es dann aber auch schon wieder zurück, sodass ich pünktlich zum Abendessen wahrscheinlich wieder im Hotel sein werde.

Berichten soll ich? Na gut, mache ich, versprochen!

Achso: Ich erzähle gerade die Story vom gähnend leeren Lidl-Parkplatz in Griechenland, auf dem meine Ma sich nicht für einen Parkplatz entscheiden konnte und schließlich quer auf drei Parkplätzen stand ... So ging es mir auch mit der Überschrift des letzten Blogeintrages: Das muss natürlich entweder "Einer dieser legendären Schnitzer-Abende" oder aber "Eine dieser legendären Schnitzer-Nächte" sein; wenn ich mich nicht entscheiden kann, kommt halt so ein Prachtexemplar von Mistüberschrift wie am Dienstag herum. Und als Monument meiner Unfähigkeit lasse ich das jetzt so stehen wie andere Tippfehler ...

Jetzt aber noch ein paar Impressionen aus Regensburg:

Patrizierhaus I

Patrizierhaus II

Rathausturm

Steinerne Brücke

Donaupanorama

Turm II

Dom

Das ist noch das beste Skyline-Bild

Eiserner Steg

Dienstag, 10. März 2026

Einer dieser legendären Schnitzer-Nächte

... war das am Sonntag Abend, nachdem meine Ma mich in Zürich abgeholt hatte. Die Rückflüge von Stavanger nach Kopenhagen und von Kopenhagen nach Zürich waren völlig entspannt, der Aufenthalt in Kopenhagen auch, auch wenn mein Gate natürlich noch geändert wurde und ich dann dort ein bisschen herumstand, nachdem ich zuvor am ursprünglich geplanten Gate ganz gemütlich und mit Strom und WLAN am Rechner herumgeschraubt hatte.

Dabei guckte ich mich auch nach Reisen mit der Kollegenschaft um, aber ich bin immer noch gespannt, ob und wie das was wird, denn weder die Zusammensetzung der Truppe noch das Ziel noch der Reisezeitraum stehen so richtig fest ... Im Raum steht aktuell Belgrad für das Woche nach Ostern, aber da sind so viele bewegliche Teile im Spiel, dass ich erst daran glaube, dass wir zusammen verreisen, wenn wir am Gate stehen und den Flieger betreten.

Nach der Rückkehr in den Schwarzwald ging es also in den Schnitzer, und der Schnitzer-Wirt fragte, was das mit der WM-Karte geworden sei. Nix war's geworden (wie ich womöglich auch schon hier einmal beschrieben hatte), also meinte er, man könnte ans Buchen von Budapest gehen.

Jo, dass ich damit binnen fünf Wochen zweimal nach Budapest komme, wurde ignoriert, wir suchten uns Flüge und eine Unterkunft heraus, der Fünfte im Bunde (die Schnitzer-Wirtin und meine Ma waren ja zugegen) wurde per WhatsApp gefragt und erschien unverzüglich (obwohl nicht explizit dazu aufgefordert) im Schnitzer, und so wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Am 17. Juni geht es von Stuttgart nach Budapest und am 21. Juni zurück, wir wohnen in Apartments am Oktogon und schauen mal, was wir so für Unfug anstellen, in Ruinenbars und allerlei Gedöns ... 

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Jetzt bin ich auf dem Weg nach Hannover, diese Woche mache ich noch quasi-dienstlich eine Deutschland-Rundreise, morgen Abend geht es nach Halle, denn von da komme ich besser nach Regensburg, wo ich von Donnerstag auf Freitag dienstlich übernachte, bevor es wieder in den Schwarzwald und dann am nächsten Morgen (früüüüüüh) in Richtung Zürich und Amsterdam geht.

Auf der Zugfahrt habe ich - nach getaner Arbeit - nun noch Hotels in Auckland, Vanuatu und den Cookinseln gebucht.

In Tonga hatte ich zwar schon ein Hotel gebucht, und das bleibt auch dabei, aber mit Schwierigkeiten: Nach der Buchung wurde mir ein (kostenpflichtiger) Flughafentransfer angeboten, obwohl ich diesen ausdrücklich mitgebucht hatte. Dabei blieben sie auch nach erster Nachfrage, sodass ich denen ein Screenshot meiner Buchung mitschickte, in der ausdrücklich der Flughafentransport inklusive ist. Jetzt "erlassen" sie mir die Kosten für den Flughafentransport; damit bin ich dann auch glücklich, denn schön soll das Ding schon sein ...

In Vanuatu übernachte ich einem Beach Club an einer Lagune im Nirgendwo am Meer, der aber sehr gute Bewertungen hat. Ich weiß noch nicht genau, wie ich dahin komme; es könnte passieren, dass ich ein Mietauto buche, aber das hat seine Tücken, denn mein Rückflug geht am Sonntag Morgen recht früh, und angeblich hat das Büro einer renommierten Autovermietung da nicht offen (und bietet angeblich auch keinen Key Drop-off an ...). Da überlege ich noch ein bisschen draufherum ...

Auf den Cookinseln habe ich jetzt das Ding im Osten der Insel gebucht, um das ich schon länger herumgeschlichen war. Eine Villa am Strand soll das sein, auch das wird hoffentlich gut werden, an meinen drei Strandtagen zum Abschluss, bevor es wieder nach Auckland, Shanghai und Frankfurt zurückgeht.

In Auckland habe ich das gleiche Flughafenhotel (mit kostenlosem Transfer) für insgesamt vier Nächte gebucht, unter anderem für die Nacht vom 10. auf den 11. Mai. Die erste Nacht auf den Cookinseln ist ebenfalls für diese Daten, sodass ich zwei Zimmer für formal die gleiche Nacht gebucht habe - und das Tausende Kilometer entfernt. Das hat natürlich alles seine Richtigkeit, weil die Nacht auf den Cookinseln gut 24 Stunden später ist als die in Neuseeland, aber komisch sieht das schon irgendwie aus ...

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Und eben schaute ich in meine E-Mails und sah, dass mein (teures) burkinisches Visum bewilligt wurde. Juchhe!

Irgendwie hatte ich gar nicht mehr richtig damit gerechnet, nach dem Fiasko mit Dschibuti (wobei die Dschibutier dafür ja nur eine kleinere Teilschuld hatte), dass das mit Burkina Faso klappt, aber jetzt bin ich wirklich zuversichtlich, dass ich da ein paar schöne Tage verbringen kann in meinem dann 168. Land.

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Ich habe in Norwegen immer noch großen Gefallen am Fußball gehabt, dass ich gleich die Karte für das nächste Auswärtsspiel der deutschen Frauen in der WM-Quali gebucht habe: Am 18. April bin ich in Österreich, genauer in Ried im Innkreis. Wie genau (und vor allem, wann genau) ich da hinkomme und wieder abreise, weiß ich noch nicht genau, aber das wird schon klappen ...

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Nach Guyana (167.), Burkina Faso (168.), Tonga (169.), Vanuatu (170.) und den Cookinseln (171.) erwarte ich im Moment kein richtiges neues Land mehr für dieses Jahr; es gibt einige Planungen eher für Europa, mit den Kolleginnen und Kollegen, mit der Damentruppe, mit der ich in Irland und Portugal war, und Ägypten über Weihnachten mit meiner Ma.

Vielleicht klappt es im Sommer mit Neufundland mit Nina, das wäre sehr schön, aber da steigen wir frühestens im April in die Planung ein.

Aber sowas Kleines wie Dschibuti könnte man ja nochmal irgendwann probieren - und streng genommen habe ich immer noch sieben Tage zu verplanen ... Langweilig wird es jedenfalls nicht ...

Sonntag, 8. März 2026

"So ein Tag, so wunderschön wie heute"

Das haben gestern nicht nur die deutschen Fans gesungen im Fußballstadion, das kann ich auch - nicht nur wegen des Fußballspiels (4:0 in Norwegen!!) - für den Tag insgesamt sagen - es war sooooo schön!

Jetzt sitze ich - der Abend war so schön, dass ich den Blogeintrag gestern hintenrunter fallen ließ - schon am Flughafen in Stavanger und warte auf das Boarding, das ist einer guter Stunde beginnen wird.

Es war eine gute Empfehlung von Andreas gewesen, das Frühstück mitzunehmen, denn das war nicht nur sehr, sehr lecker und reichhaltig (mit Spiegel- und Rührei, Würstchen, Speck, Bohnen, Lachs und Salami, Croissants und richtig gutem Brot ...), sondern sorgte damit auch dafür, dass ich den Tag über nicht wirklich Hunger hatte.

Nachdem wir uns erst um 9 Uhr getroffen hatten, brachen wir gegen 10.30 Uhr auf und machten erst einmal einen Spaziergang: Wir wanderten an dem kleinen Seechen hier im Stadtzentrum vorbei in Richtung des Hafens, entlang an einer richtig schönen Kneipenmeile (die wir am Abend noch einmal zu besuchen gedachten) und dann durch teilweise richtig schnuckelige, bunte Sträßchen hinunter zum Ölmuseum.

Auf dem Vorplatz stand ein bisschen ausgemusterte Ölförder-Ausrüstung, die zu einem Spielplatz umfunktioniert worden waren - und Andreas erläuterte mir in vielen Fällen den ursprünglichen Zweck dieser Gegenstände; das war sehr spannend. An dem Hafen waren Warnhinweise zum Fischen in norwegischer, englischer, deutscher (!) und polnischer (!!) Sprache angebracht - das nenne ich mal Zielgruppenorientierung.

Überhaupt haben wir gestern im Stadtbild viel Deutsch gehört, und das lag nicht nur an den Fußballfans.

Weiter ging es, am Ufer entlang zu einer hübschen Kirche - gestern war da im Gemeindesaal ein Flohmarkt, auch da guckten wir uns um, auch da waren einige (nicht nur wir) deutschsprachig unterwegs.

Unser Spaziergang führte uns über Stadtbrücke Stavanger bis auf das Inselchen Engøy, und während des insgesamt dreieinhalbstündigen Spaziergangs sprachen wir nicht nur über Gott (wenig) und die Welt (mehr), sondern vor allem über die Ereignisse der letzten acht oder zehn Jahre - denn so lange war es her, dass wir uns zuletzt gesehen hatten. Wie bei ganz vielen meiner engen Freunde war es aber alles wieder sehr, sehr vertraut - schon da war der Tag ganz großartig gewesen. Dass wir während des Spaziergangs insgesamt gutes und für Norwegen sehr gutes Wetter hatten, trug dazu bei, dass wir auch großartige Ausblicke auf die Inselwelt vor Stavanger und - auf die andere Seite der Insel blickend - auf Stavanger selbst hatten.

In Engøy also drehten wir um, liefen wieder zurück und kehrten in der Innenstadt in einem Café ein, denn wir hatten Durst. Davor hatten wir - glaube ich - zwei norwegische Spielerinnen beim Stadtspaziergang gesehen, und im Café suchten wir eine Kneipe, in der wir Schachspielen konnten. Wir fanden - unabhängig voneinander - das Bøker og Børst (Bücher und Pinsel), und dorthin brachen wir auf.

Es gab Schach, es gab Bier, es gab vernichtende Niederlagen für mich (in zwei Partien war ich mehr oder weniger chancenlos, in der mittleren versemmelte ich im Endspiel den schon sicher geglaubten Sieg; mit der Aktion wird Andreas mich noch mehrere Jahre aufziehen ...), und dann machten wir uns in Richtung Stadion auf. Dazu liefen wir erst wieder an den Teich in der Stadtmitte, aßen im 7-Eleven noch einen (leckeren) Hot Dog und stiegen schließlich in den gar nicht so üppig vollen Bus ein, der uns direkt zum Stadion brachte.

Die Beschilderung am Stadion ist insgesamt gewöhnungsbedürftig, aber eine Stunde vor Anpfiff waren wir viiiiel zu früh: Obwohl wir schon rein durften, waren die Verkaufsstände noch geschlossen. Auf der Suche nach einem geöffneten Kiosk liefen wir bis hinter das Tor, auf das sich - wie sich herausstellte - die deutsche Mannschaft aufwärmen würde.

Andreas holte sich einen Kaffee, dann stellten wir uns auf die Tribüne und begrüßten Minuten später die deutsche Torhüterinnen, die sich kaum 20 Meter von uns entfernt aufwärmten. Ein Fangnetz hinter dem Tor gab es nicht, sodass wir mehr als ein Mal fast von einem Schuss getroffen wurden (ein Ball schlug direkt vor meinen Füßen in den Sitz ein) - und weil da kaum andere Menschen waren, wurden der Capo der Deutschland-Fans und wir angestellt, die Bälle, die dort auf die Hintertortribüne flogen, wieder zurückzuwerfen. Balljunge bei einem Länderspiel zu sein, war jetzt nicht unbedingt ein Kindheitstraum von mir, aber lustig fand ich es schon. Der deutsche Torwarttrainer bedankte sich auch immer artig, wenn man die Bälle zurückbeförderte, das muss ich dazu sagen ...

Kurz vor Beginn der Partie begaben wir uns auf unsere Plätze (Mitte-Mitte), da waren auch ein paar Deutschland-Fans, aber ansonsten natürlich vor allem norwegische Fans, Andreas war ein wenig unentschlossen, für wen er denn sein sollte, war aber dann - glaube ich - doch mehr für Norwegen, aber das half alles nix.

Deutschland war nicht drückend überlegen, aber doch besser, und trotz einiger norwegischen Chancen ging Deutschland verdient in Führung. Kurz vor der Halbzeit wäre der Ausgleich nicht unverdient gewesen, stattdessen machte Deutschland in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 2:0 und das 3:0 und brachte das Stadion damit zur Ruhe.

Die Stadionregie versuchte mit einer Lightshow direkt vor Wiederanpfiff die Stimmung wieder ein wenig anzuheizen, das gelang auch (selbst ich klatschte von Anfang mit, aber da war ich wohl schon von dem Zwischenstand euphorisiert), aber spätestens nach dem 4:0 in der 58. Minute von Jule Brand, die der norwegische Stadionsprecher, der die Namen sonst recht gut hinbekam, konsequent auf Englisch "Dschuul Bränd" aussprach, war der Deckel so ziemlich drauf.

Nach dem Spiel gratulierte mir eine ältere Norwegerin noch sehr freundlich (und auf Deutsch) zum Sieg, und auch im Bus zurück saßen (und standen) etliche Deutsche.

Andreas hatte Appetit auf Fleisch, ich war dem auch nicht abgeneigt, und so landeten wir beim Rodízio. Wir bekamen zu zweit einen Sechsertisch (obwohl viel los war) und genossen das wirklich sehr gute Fleisch (und das ebenfalls hervorragende Buffet). Bei der Bierbestellung kamen die Bedienung und ich erst beim dritten Mal übereinander, weil ich "two Tou beer" bestellte. Tou ist eine Brauerei aus Stavanger, aber das Bier bestellt man hier wohl als "Tou Pilsener", sodass die wortgleiche Aussprache von "two" und "Tou" zu loriotesken Verwicklungen führte ... (Am Ende bekamen wir unser Bier.)

Das war ein so grandioser Tag gewesen, dass ich ihn gar nicht enden lassen wollte, und so überredete ich Andreas, dass wir noch in ein Pub gehen. Das erste Pub fanden wir nicht so richtig, und das war wohl auch im Radisson Blu, sodass wir noch ein Stückchen weiter zum Hafen liefen.

Die Security ließ uns alte Säcke ohne Ausweiskontrolle rein, wir fanden auch noch einen Tisch, aber kaum saßen wir und fingen an, uns zu unterhalten, fing die Liveband an, die zwar gute Musik machte, aber eben auch sehr laute gute Musik ... Wir hatten einen längeren Tisch okkupiert, sodass zwei Studentinnen uns fragten, ob sie sich dazusetzen dürften; mit den beiden kamen wir auch ins Gespräch, und spätestens, als sie uns auf 30 schätzten, hatten sie unsere Herzen (platonisch natürlich) erobert ...

Als sie herausfanden, dass ich Deutscher bin, wurden alle Deutschkenntnisse ("Ich liebe dich", "ein Bier, bitte") ausgepackt und die Schnitzel in Deutschland gelobt. Ziemlich unvermittelt gerieten wir in eine politische Diskussion zum Irankrieg, und das Ganze endete damit, dass die eine Studentin fragte, ob ich schonmal Snus probiert hätte. Hatte ich Banause natürlich nicht, Andreas versuchte noch, mich zu warnen, da hatte ich schon ein Päckchen davon aus dem Döschen genommen, das sie mir hinhielt. Nonverbal machte Andreas mir klar, dass ich das Zeug zwischen Oberlippe und oberer Zahnreihe einklemmen müsste. Als sie mich alle drei fragten, ob mir schon schwindlig sei, fing ich dann doch an, mir ein bisschen Sorgen zu machen, was ich da gerade konsumiert hatte, aber am Ende ist Snus - wie ich dann googelte - Oraltabak, der wohl einen gewissen Nikotinkick verspricht, aber bei weitem nicht die hohen gesundheitlichen Folgen wie Rauchen habe (laut Wikipedia).

Joa, damit hatte ich also ein bisschen Rauschkultur des besuchten Landes versucht (das Ganze ist komplett legal, und natürlich hätte Andreas eingegriffen, wenn ich wirklich Mist gebaut hätte, und natürlich spürte ich außer einem ganz leichten, vorübergehenden Schwindelgefühl gar nichts) und ein bisschen für Gelächter am Tisch gesorgt. Passt schon ...

Das dritte Bier in der Kneipe schüttete ich beim Versuch, es über den Tisch zu schieben, zu einem zum Glück nur kleinen Teil über Andreas' auf dem Tisch liegendes Handy; selbiges überlebte aber, und so wackelten wir danach - es war 1 Uhr, und noch die Hölle los - zurück in unser Hotel und fielen ins Bett.

Achso: Auf dem Hinweg in die Kneipe, also um, keine Ahnung, 22 Uhr, saß schon eine junge Frau offenkundig handlungsunfähig auf dem Bürgersteig (ihre Freunde aber um sie herum), und als wir den Berg hochgingen, hatte gerade eine andere junge Frau bei laufendem Passantenverkehr in eine Ecke gepinkelt ... Und das alles noch wirklich früh am Abend - Andreas erklärte mir, dass hier intensiv vorgeglüht wird, dementsprechend dicht sind viele offenbar schon, wenn sie gerade erst aufgebrochen sind.

Das war ein ganz grandioser Tag (vom Schach abgesehen, höhö) und wir haben uns fest versprochen, dass wir nicht wieder so lange warten, bis wir uns wiedersehen.

Dass Norwegen teuer ist, ist klar, bei 10-12 Euro für ein Bier schluckt man natürlich erstmal, aber irgendwann (und gerade gestern) war mir dann fast alles egal, weil ich es so sehr genossen habe, mal wieder einen richtig schönen Kneipenabend mit Andreas zu machen. Ach Leute - schön war's ...

Obwohl wir beide gestern Abend nach dem Rodízio fast geplatzt waren (wir werden halt auch alt), hatten wir heute Morgen wieder Frühstückshunger, danach verabschiedeten wir - ich marschierte zum Busbahnhof, fuhr problemlos bei schlechtem Wetter (wir hatten gestern auch damit richtig Glück gehabt) zum Flughafen, war sehr schnell durch die Sicherheitskontrolle und konnte jetzt schon einmal in aller Ruhe Blog schreiben ...

Wenn nicht noch auf den Heimflügen allerlei Unfug passiert, wird der Blog heute nicht mehr aktualisiert; einen Bericht wird es in den nächsten Tagen geben, spätestens in der Vorschau auf Guyana und Curaçao.

Impressionen aus Stavanger:

Innenstadt

Kirche kurz vor der Stadtbrücke

Deutsche Torhüterinnen

Blick auf Stavanger von Engøy aus

Der sorgte im WhatsApp-Status fast für Begeisterungsstürme 

Auf geht's, Deutschland!

Stadtbrücke

Auch Altstadt Stavanger

Kathedrale

Blick auf den Fjord

Am Ölmuseum (das Ding wurde zum Unterwasserschweißen benutzt)

Ball kommt!