Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 22. August 2026

Cuxhaven ist keine Exklave

..., aber trotzdem sehr schön, wie ich heute wieder feststellen konnte. Jetzt bin ich aber schon wieder auf dem Rückweg nach Hannover und werde sogar zu einigermaßen früher (Morgen-)Stunde, so kurz nach halb eins, in meiner Bude aufschlagen. Das war ein schöner Tag ...

Ich erwischte heute Morgen den frühen Vogel, frühstückte trotzdem keinen Wurm (boah, was ist das denn für eine Redewendungskatastrophe?!), sondern war pünktlich am Hauptbahnhof, nur um mich schlussendlich zu entscheiden, nicht über Bremen und Bremerhaven, sondern über Hamburg-Harburg nach Cuxhaven zu reisen. Hintergrund war, dass der Anschluss in Bremerhaven-Lehe immer so knäpplich ist und heute besonders knäpplich aussah. Am Ende hätte es wohl gelangt, aber so kam ich mit entspannten Umstiegen am Hamburger Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg nur wenig später als geplant in Cuxhaven an ...

Nach kurzem Einkauf ging es - entlang der Elbe, und es ist jedes Mal ein wunderbares Gefühl, wenn du über den Deich guckst und die Kugelbake und die Elbe siehst und durchgepustet wirst - in eine wunderschöne Fischkneipe, und in der versackten wir nach Rösti mit Räucherlachs und (wunderbarem!) fangfrischem Fisch schon einmal gut mit der einen oder anderen Hopfenkaltschale, und vielleicht war auch noch ein Destillat irgendwo dabei ...

Es ging - nach kurzem Eis-Zwischenstopp - weiter in eine sehr gemütliche Kneipe am Fischereihafen, nur pendelten wir zwischen Drinnen und Draußen, weil das Wetter - typisch norddeutsch - binnen weniger Minuten zweimal Regen und zweimal Sonnenschein offerierte. Wir blieben beim Kneipenhopping und landeten in einer anderen Kneipe, in der ich eine ganz hervorragende Cuxhavener Krabbensuppe verspeiste. Nach kurzem Halt in der Wohnung der Freunde ging es zum Bahnhof, und da musste ich meinen Abschied vorziehen, weil auf die (angepeilte) Bahn eine Stunde später mein Anschluss in Harburg ausgefallen wäre. Bahn halt ...

Jetzt bin ich kurz vor Hamburg-Harburg, will noch kurz mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, werde da noch eine Kleinigkeit verspeisen (müssen) und fahre dann mit einem angeblich recht vollen ICE zurück nach Hannover, aber für die eineinhalb Stunden wird das hoffentlich klappen.

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Wer auf die Leiste rechts dieses Eintrags schaut, sieht dort einige Sonderseiten, etwa zur Frage, wieso ich 206 Länder und 50 abhängige Gebiete zähle, meine Restaurant-Empfehlungen, meine Hinweise zu den Bädern in Budapest und seit heute auch eine Erläuterungsseite zu Enklaven und Exklaven, die ich anlässlich der anstehenden Reise nach Brezovica einmal zusammengebaut habe.

For the record, und um eine Ausgangsfassung hier im Blog-Korpus zu haben, folgt der Inhalt der neuen Seite hier. Diesen heutigen Blogeintrag werde ich nicht mehr verändern, die Sonderseite dagegen nach Bedarf schon, sodass die jeweils aktuelle Fassung in jedem Fall auf der Sonderseite zu finden sein wird.

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Enklaven und Exklaven

Auf dieser Seite beschreibe ich die bestehenden europäischen Enklaven und Exklaven sowie die außereuropäischen Enklaven und Exklaven, die ich in meinem Leben besucht habe.

Dabei ist eine Enklave im Staat A ein Gebiet eines fremden Staates B, das vollständig vom Staat A umgeben ist. Eine Exklave des Staates C hingegen ist ein Teilgebiet von C, zu dem der (Land-)Zugang aus dem Hauptgebiet des Staates C nur über Gebiet von fremden Staaten möglich ist.

Der Einschub "(Land-)" fängt an, den Unterschied in der Definition einer Exklave im engeren und im weiteren Sinne zu definieren. Im Folgenden nenne ich ein Teilgebiet eine Exklave, wenn

  • das Teilgebiet vollständig von fremdem Hoheitsgebiet (inkl. Hoheitsgewässer) umgeben ist oder
  • das Teilgebiet über Land vom Hauptgebiet grundsätzlich erreichbar ist, aber dabei nur über fremdes Hoheitsgebiet.

Enklave bzw. Exklave werden zum einen aus Sicht des umschließenden Staates bzw. des umschlossenen Gebietes beschrieben: Büsingen ist also eine Enklave in der Schweiz, aber eine deutsche Exklave, denn es ist deutsches (Teil-)Gebiet, das vollständig von der Schweiz umgeben ist.

Zum anderen ist nicht jede Enklave gleichzeitig eine Exklave und umgekehrt: San Marino ist beispielsweise eine Enklave in Italien, aber da es sich um das vollständige Staatsgebiet handelt, ist es keine Exklave (weil kein Teilgebiet).

Die malawische Insel Likoma im Malawisee etwa ist eine malawische Exklave und eine Enklave in Mosambik, weil sie zwar über Land gar nicht erreicht werden kann (es ist ja eine Insel), aber vollständig von fremdem (mosambikanischem) Hoheitsgebiet umgeben ist.

Das Kaliningrader Gebiet hingegen ist eine russische Exklave, aber keine Enklave, da es nicht vollständig vom Gebiet eines fremden Staates umgeben ist. Und es ist auch nur deswegen eine Exklave, weil es zwar über Land von Moskau aus erreicht werden kann, aber nur über fremdes Hoheitsgebiet.

Umgekehrt ist Französisch-Guayana keine französische Exklave nach meiner Definition, weil es erstens nicht von fremdem Hoheitsgebiet vollständig umgeben ist, zweitens aber vom französischen Mutterland aus schon gar nicht über Land erreicht werden kann.

Das macht immer wieder Spaß, eigene Definitionen so zu bauen, dass sie zu meinem Sprachgebrauch passen, aber so müsste es ungefähr hinhauen. (Verbesserungsvorschläge werden aber gerne genommen ...)

Was gibt es denn jetzt für Enklaven und Exklaven? Ich gehe sie in der (ungefähren) Reihenfolge meines Besuchs durch, aber gliedere sie auch thematisch, gucken wir mal, was das wird:

Die unabhängigen Staaten

Es gibt genau drei unabhängige Staaten, die vollständig von einem anderen Staat umgeben sind und damit Enklaven in diesen anderen Staaten sind, und natürlich war ich in allen drei schon. Das sind San Marino und die Vatikanstadt (beide 1998 erstmals besucht, beides Enklaven in Italien) sowie Lesotho (2010 besucht, Enklave in Südafrika).

Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Exklaven-Definition 1998, im zarten Alter von 15 Jahren, noch nicht so scharf gewesen wäre wie oben, aber was eine Enklave ist, wusste ich wahrscheinlich schon, als ich mit meinen Eltern an der italienischen Adria Urlaub machte. Dem Besuch in Rom mitsamt der Vatikanstadt folgte - auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin - der Besuch in San Marino. Ja, da stand das zwölfte besuchte Land im Vordergrund, nicht die Eigenschaft als Enklave, aber das macht ja nix - der Tatbestand war erfüllt.

Dementsprechend war völlig klar, dass 2010 während der WM-Reise nach Südafrika auch Lesotho besucht werden muss, zumal das sehr praktisch fast auf dem Weg nach Durban zum Australien-Spiel lag. Die Story, wie wir kurz anhielten, plötzlich ein paar Kinder aus dem Feld neugierig auf uns zukamen und schnellstens mit Malbüchern von der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen ausgerüstet wurden, habe ich damals anscheinend gar nicht erzählt - Schande auf mein Haupt! Jedenfalls war am 13. Juni 2010 dieser selbstgestellte Spezialauftrag, alle souveränen Enklavenstaaten zu besuchen, schon erfüllt, bevor ich so richtig wusste, dass er überhaupt existiert ...

Ehemalige Sowjetunion

Auf dem früheren Gebiet der Sowjetunion gibt es etliche Exklaven und Enklaven, und während die während der Sowjetzeit relativ bedeutungslos waren, wurden sie mit der Unabhängigkeit der Sowjetrepubliken umso virulenter.

Im Fergana-Tal zwischen Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan gibt es mehrere Enklaven, von denen ich aber noch keine einzige besucht habe, auch weil das Fergana-Tal nicht als der sicherste Ort der Welt gilt (und die Grenzsituation trägt sicherlich auch ihr Scherflein dazu bei).

Auch noch nicht war ich in Sankowo-Medweschje, das ist ein ehemaliger kleiner russischer Weiler, umgeben von Belarus und damit zumindest in Europa - und dort werde ich so schnell auch nicht hinkommen, nicht nur wegen Russland und Belarus, sondern vor allem, weil das Örtchen unbewohnt ist, nachdem es durch die radioaktive Wolke aus Tschernobyl verstrahlt wurde.

Der Nordteil des früheren Ostpreußen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dem sowjetischen Staat einverleibt, und innerhalb dessen als Oblast Kaliningrad der Russischen Sowjetrepublik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb dieses Gebiet bei Russland - und wurde von meinen Eltern und mir im Rahmen unserer Ostseeumrundung im Jahr 2000 auch besucht. Das war unsere erste richtige Osteuropaerfahrung, und sie war für mich schon beeindruckend, so mit richtig scharfen Grenzen, mit dem Gasthaus, das im Umbau war, woraufhin wir ins nächstbeste Hotel verfrachtet wurden, in dem wir vorsorglich schon eingecheckt hatten (was für ein Zufall!), mit den ganz furchtbaren Straßen, mit dem Bernsteinsammeln am Ostseestrand. 

Jo, und zwischen Armenien und Aserbaidschan gibt es (völkerrechtlich) etliche Exklaven, die aber im Rahmen der diversen Grenzscharmützel zwischen den beiden Staaten faktisch bereinigt wurden - völkerrechtlich bleiben es Enklaven, praktisch werden sie vom jeweiligen Besatzer wie das umgebende Gebiet behandelt. Während meiner Reisen durch Armenien 2013 und 2024 kam ich ja durch einige völkerrechtlich aserbaidschanische Gebiete, in denen man gar nicht merkte, dass man Armenien verlassen haben soll, und eines dieser Gebiete ist eine Enklave, die heißt auf Aserbaidschanisch Kərki und auf Armenisch Tigranaschen. Jo, und dort bin ich 2013 auf dem Weg nach Bergkarabach und 2024 auf dem Weg zum Sevansee durchgefahren - war auch beeindruckend, gerade weil die Umgehungsstraße ziemlich gut ist - und die Straße im Ort katastrophal ...

Belgien

Belgien ist dafür, dass es ein so kleines Land ist, an einer weit überproportional hohen Anzahl an Enklaven und Exklaven beteiligt.

Das berühmteste Beispiel (wenn Enklaven-/Exklavensituationen berühmt sein können) ist sicherlich Baarle-Hertog/Baarle-Nassau, wo sich Belgien und die Niederlande so ineinander verkeilt haben, dass die Grenzen durch Häuser und Wohnzimmer gehen. Insgesamt gibt es dort, wenn man dem Wikipedia-Artikel glauben darf, 30 Enklaven inkl. Gegenenklaven (also eine Enklave in einer Enklave), und natürlich war ich dort schon, unter anderem mit meiner Ma.

Fünf weitere Enklaven in Belgien steuert Deutschland bei, denn die Trasse der Vennbahn ist belgisches Staatsgebiet; jenseits der Vennbahn gibt es aber einige deutsche Örtchen (in einem Fall ist das ein einzelnes Grundstück), und diese sind Exklaven der Bundesrepublik. In jeder einzelnen dieser fünf Exklaven war ich schon, und wenn es bedeutete, auf dem kleinen Grundstück über den Bach zu springen und mich zwischen Baum und Grenzstein zu quetschen. Umzäunt war da nix, also war es kein Hausfriedensbruch, höhö ... 

Schweiz

Auch die Schweiz hat zwei Enklaven, und die deutsche Exklave Büsingen hat meine spezielle Sammelleidenschaft für dieses Thema (und definitiv auch für Grenzsteine) entfacht (mein Vater war nach seinem Schlaganfall 2001 zur Reha, und auf dem Weg zu ihm musste ich durch Büsingen ...). Büsingen ist Schweizer Zolleinschlussgebiet, gehört also zollrechtlich zur Schweiz; deswegen gibt es da auch keine Zollkontrollen zwischen Büsingen und der Schweiz.

Die andere Enklave in der Schweiz heißt Campione d'Italia, ist - wenig überraschend - italienisches Staatsgebiet und im Jahr 2020 auch durch meine Anwesenheit geadelt worden. Sonst war es damals trotz der Lage am Luganersee irgendwie ein bisschen trostlos, fand ich, nachdem das Casino pleitegegangen war ...

Spanien

Da fällt mir auf, dass auch Spanien ein paar Exklaven besitzt (selbst nach meiner Definition), und zwar eine, die gleichzeitig Enklave in Frankreich ist und Llívia heißt. Dieses Örtchen besuchten wir 2023 im Rahmen der kleinen Andorra-Reise, nachdem mir die Existenz dieser Enklave in den Pyrenäen gerade noch rechtzeitig zur Reiseplanung aufgefallen war (da wurde auch leckeres Essen gekauft, dieses mit einem Messer aus dem französischen Supermarkt geschnitten und dann in Frankreich verspeist).

Aber auch Ceuta ist, wenn man meine Definition fast ad absurdum weiterführt, eine spanische Exklave. Französisch-Guayana ist keine französische Exklave, weil man über Land nicht aus dem Mutterland dorthin kommt, und nach Ceuta fährt man auch immer mit der Fähre oder fliegt mit dem Hubschrauber (hihi), aber man könnte theoretisch auch über Land hinkommen, eben von Madrid aus durch (zum Beispiel) Frankreich, Deutschland, Polen, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Syrien, Israel, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko. Wie, das macht keiner? Ach ne?! Trotzdem erfüllt Ceuta (wie im Übrigen auch Melilla) die Definition - hier hatte keiner davon gesprochen, dass man auf dem gleichen Kontinent bleiben muss, wenn man über Land unterwegs ist ...

Ex-Jugoslawien

Aber auch auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien gibt es zwei Gebiete, in denen es Enklaven gibt. Brezovica Žumberačka und Brezovica pri Metliki stehen ja jetzt mit meiner Ma an; hier haben sich auch die Katasterämter in die Haare bekommen, was zu mindestens einer, vielleicht auch einer zweiten kroatischen Exklave geführt hat.

Und der bosnische Weiler Međurečje, der von serbischem Staatsgebiet umgeben ist, fehlt mir auch noch - da komme ich schon auch noch irgendwann hin, und wenn ich einen Urlaubstag für den Roadtrip opfern muss ...

Restliche Welt

Auch im Rest der Welt gibt es Enklaven und Exklaven, Alaska ist sicherlich die größte (Exklave) davon, jedenfalls nach meiner Definition. Die USA haben aber auch noch einige weitere Exklaven (Point Roberts dürfte nach Alaska eine der bekannteren sein), bei denen man Teile des US-Gebiets auf dem Landweg nur über Kanada erreichen kann. Auch in den südamerikanischen Flüssen gibt es - wie im Malawisee - ab und zu die Situation, dass eine Insel zu Land A (meist Argentinien) gehört, diese aber vollständig von Hoheitsgewässern eines anderen Landes umgeben ist.

Cabinda ist eine angolanische Exklave, da zwischen den beiden Gebieten noch ein Stückchen der Demokratischen Republik Kongo liegt.

Indien und Bangladesch haben ihre riesige Anzahl von gegenseitigen En-/Exklaven (da gab es sogar eine dritter Ordnung - also eine Enklave in einer Enklave in einer Enklave) vertraglich weitgehend bereinigt, da gibt es nur noch eine Enklave.

Oman hat auch ein paar Exklaven, in die man über Land nur durch Gebiet der Vereinigten Arabischen Emirate kommt, da gibt es sogar eine Enklave zweiter Ordnung, also emiratisches Gebiet umschlossen von omanischem Gebiet umschlossen von emiratischem Gebiet.

Auf Zypern gibt es einige Ortschaften (und ein Kraftwerk!), die zur Republik Zypern gehören, aber vom Gebiet der Souveränen Basen umgeben sind, und ich könnte mich ohrfeigen, dass wir die 2011, als wir mit dem Auto in Zypern unterwegs waren, nicht einfach mal alle mitgenommen haben, aber damals war mein Enklavenradar noch nicht so feinjustiert. Schade, schade ...

Jo, und Osttimor hat auch noch ein Gebiet, in das man über Land nur über indonesisches Gebiet kommt.

Liebe Leserin, lieber Leser, man sieht schon, ein bisschen was steht auch in der Hinsicht noch auf der Bucket List ...

Blick vom Deich auf Elbmündung und Kugelbake

Freitag, 21. August 2026

Brezovica Žumberačka

... ist nicht nur ein Zungenbrecher, sondern auch der Names eines kroatischen Dorfes.

Na?

Wie, die geneigte Leserin und der geneigte Lesser wollen wissen, was es mit diesem Dorf auf sich hat? Na gut ...

Eigentlich bilden Brezovica Žumberačka und Brezovica pri Metliki ein Dorf, nur dass Ersteres zu Kroatien und Letzteres zu Slowenien gehört. Das ist so ein bisschen wie Baarle-Hertog und Baarle-Nassau im belgisch-niederländischen Grenzgebiet, nur dass es da im kroatisch-slowenischen Grenzgebiet nicht ganz so viele Enklaven gibt.

"Nicht ganz so viele" bedeutet aber, dass es Enklaven gibt. Allerdings ist die Zahl umstritten: Die Kroaten sagen, es gebe nur eine Exklave (aus ihrer Sicht), die Slowenen sagen, es gebe zwei Enklaven (aus ihrer Sicht). Das Ganze kommt daher, dass wohl die Zuordnung eines Grundstücks zu Kroatien bzw. Slowenien nicht unumstritten ist, und wenn dieses umstrittene Grundstück nun zu Slowenien gehört, macht das ein Stück Kroatien zu einer weiteren Enklave; wenn es zu Kroatien gehört, bildet es die Verbindung zum restlichen Kroatien, sodass es nur noch eine (wirklich unumstrittene) Enklave/Exklave gibt ... Der Ständige Schiedshof hat das Gebiet wohl Slowenien zugesprochen, sodass es völkerrechtlich zwei Enklaven gibt, aber Kroatien hat entschieden, das Urteil zu ignorieren. Krieg scheint deswegen noch nicht ausgebrochen zu sein ...

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser werden sich fragen, wieso zum Teufel ich da offenbar noch nicht gewesen bin. Das, meine Damen und Herren, kann ich leider auch nicht so genau sagen, zumal das gar nicht einmal soooo weit weg ist (anders als die beiden anderen dann noch fehlenden europäischen Enklaven, nämlich Međurečje, das ist bosnisches Gebiet, welches von Serbien eingeschlossen ist, und Sankowo-Medweschje, ein Stückchen Russland, das von belarussischem Gebiet umgeben ist; da kommt man sowieso sehr schlecht hin, weil das Dorf unbewohnt ist, da von Tschernobyl verstrahlt - joa ...).

Diesem höchst unbefriedigenden Zustand gedenken meine Mutter und ich am nächsten Wochenende (also in genau einer Woche) abzuhelfen, indem wir am Freitag Nachmittag im Schwarzwald aufbrechen und nach Grödig südlich von Salzburg fahren; dort kommen wir am Freitag Abend an (fünf Stunden Fahrt) und übernachten. Am Samstag Morgen geht es nach angeblich gutem Frühstück im Hotel über den Tauern- und den Karawankentunnel und über die slowenische Autobahn (Vignetten für Österreich und Slowenien habe ich eben - beide - beim österreichischen Autobahnbetreiber gekauft) nach Brezovica. Nach dieser etwa vierstündigen Fahrt gucken wir uns in dem Kaff um (die werden solche Verrückten Enklavensammler da bestimmt schon gewohnt sein) und fahren dann weitere drei Stunden nach Umag an der kroatischen Adriaküste.

Dort habe ich uns ein kleines, aber feines Zimmer gebucht, in Strandnähe mitten auf der kleinen Altstadthalbinsel (Parkplätze gibt es aber auch). Da stechen wir dann hoffentlich noch in See, ehe wir gemütlich zu Abend essen.

Am Sonntag Morgen dann soll es zurück in den Schwarzwald gehen, und ich wäre nicht ich, wenn wir dabei nicht mindestens einen komischen Plan verfolgen würden: Es bietet sich ja geradezu an, aus dem Ganzen eine Sieben-Länder-Tour zu machen, denn wenn wir von Kroatien über Slowenien, Italien, Österreich und die Schweiz nach Deutschland fahren würden, wären das ja nur sechs Länder. Glücklicherweise liegt da noch das kleine, schnucklige Liechtenstein in der Nähe - und bumms, sind es sieben Länder. Frankreich werden wir eher nicht mehr anpeilen, das wäre dann doch ein bisschen arg weit, und ein bisschen Hoffnung habe ich ja noch, dass wir am Abend noch zumindest ein Bier im Schnitzer bekommen.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch ein weiteres (kleines) Schmankerl im Auge hätte. Was, das Wochenende würde so schon reichen, meine arme Ma? Ruhe dahinten!

Nein, im Ernst: Es gibt in der Nähe von Gorizia eine slowenische Straße, die ein kleines Stück über italienisches Territorium führt und zwei slowenische Ortschaften verbindet. Der Bau der Straße wurde im Vertrag von Osimo 1975, der endgültig den Grenzverlauf zwischen Italien und Jugoslawien geregelt hat,  vereinbart. In Zeiten von Schengen ist das jetzt alles hinfällig (oder wäre es, wenn Alexander Dobrindt und seine Spießgesellen nicht das Schengener Abkommen sturmreif schießen wollten), aber vor dem Schengen-Beitritt Sloweniens hätte die Benutzung dieser Straße für mich wahrscheinlich als Transit durch Italien gezählt, denn die eigentliche Einreise nach Italien ist von dieser Straße nicht möglich. Heute zählt sie womöglich streng genommen auch noch als Transit, aber diese Frage wird am Sonntag, wenn wir das denn machen (und wer zweifelt ernsthaft daran, dass wir das machen werden?), sehr schnell gegenstandslos werden, weil wir Minuten später auch ganz definitiv nach Italien einreisen werden.

Das also ist der Plan für nächstes Wochenende, der Plan für morgen ist es erst einmal, nach Cuxhaven zu fahren und dort Freunde zu treffen. Das wird auch gut werden, da bin ich sehr sicher, auch davon werde ich berichten, aber eine Enklave oder eine zollfreie Straße ist halt da nirgends in der Nähe ... Am Ende muss ich noch mit den Freunden reden!

Mittwoch, 19. August 2026

Viel besser

... war der heutige Tag als der gestrige, viiiiiel besser, und das beschreibt es noch nicht einmal annähernd angemessen. Aber lassen wir das.

Sehr viel wichtiger ist der viel zu viele Tage vergessene und jetzt unbedingt nachzuholende Bericht über den Fünf-Jahres-Plan, eine Überarbeitung von dem, was ich letztes Jahr am Malawisee, vor etwas mehr als einem Jahr, schon geschrieben habe. Damals war das aber ein eher unverbindliches Programm, so ein bisschen larifari, komm ich heut nicht, komm ich morgen - das Ding dagegen, das ich in den letzten Wochen zusammengebaut habe, wird natürlich auch niemals 1:1 so umgesetzt werden, aber es erscheint mir schon deutlich realistischer als die erste Version von August 2025.

Das Ganze geht so:

2027
Für 2027 wandere ich ja schon sehr, sehr, sehr lange um Palau herum, nicht einmal deswegen (aber natürlich auch!), weil diese eine Ex-Kollegin mir dieses Land voraus hat (und sowas geht ja gleich mal gar nicht!), sondern auch, weil ich glaube, dass das für meine Ma und mich ein schönes Ziel über ihren runden Geburtstag wäre. Dass man davor und danach ein bisschen kulinarische Reiseerfahrung in Hongkong und/oder Taiwan mitnehmen könnte/würde/müsste, versteht sich natürlich von selbst. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn wir da irgendwann in absehbarer Zeit mal Vollzug melden könnten ...

Im April/Mai könnte es für jeweils ein paar Tage nach Portugal (mit Mutter, Schwägerin und Bruder) und nach Istanbul (mit der früheren Irland-Portugal-Reisegruppe) gehen.

Größter Tagesordnungspunkt (Jahresordnungspunkt?) ist aber die WM-Reise nach Brasilien, die fest angedacht ist. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon längst überlegen würde, wie man Französisch-Guayana, Venezuela und die Falkland-Inseln mit unter diesen einen Hut kriegt, aber so vollends richtig kann ich halt erst in die Reiseplanung einsteigen, wenn die Gruppen ausgelost sind und die Spielorte feststehen. (Achso, ich gehe natürlich davon aus, dass UEFA und FIFA sich schon irgendwie einigen werden, so'n paar Geldkoffer können bestimmt wahre Wunder bewirken.)

Dazu kommt aber auch die schon seit Jahren geplante und leider immer wieder aus nachvollziehbaren Gründen verschobene Neufundland-St.-Pierre-und-Miquelon-Reise mit Nina. Ich hoffe wirklich sehr, dass wir das nächstes Jahr hinkriegen, das ist nämlich auch immer schön mit ihr ...

2028
Naturgemäß wird 2028 ein bisschen vager, aber nicht so vage, dass nicht schon ein Reiseziel für den nächsten Geburtstag meiner Ma angedacht wäre - hier bin ich bei Guadeloupe gelandet. Kein neues Land ja, aber wenigstens ein neues abhängiges Gebiet - und schwimmen können soll man da auch in der Karibik ...

Danach könnte es aber abenteuerlich werden: Das Horn von Afrika ist mir letztes Jahr mit Dschibuti schon einmal entwischt, das würde ich jetzt mit Somaliland und möglicherweise mit Eritrea erweitern wollen.

Im Sommer könnte dann etwas folgen, was ich jetzt schon fast als legendär bezeichnen würde: Es gibt einen Flug von Nauru Airlines, der von Brisbane aus Inselhopping über Nauru (wenig überraschend), Kiribati, die Marshallinseln und Mikronesien (vier neue Länder!) macht. Diesen Flug (ON 41 in die eine, ON 42 in die andere Richtung) gibt es aber nur jeweils einmal die Woche, sodass ich das wahrscheinlich so gestalten würde, dass ich quasi zwei Ziele vor fliegen würden und dann eines zurück, damit ich schön im Pendelflug mit jeweils drei Tagen Aufenthalt da durch die Gegend komme. Ob und wie das alles genau funktioniert, muss natürlich noch eruiert werden. Ob und wie ich das alles bezahlen kann, muss ich noch mit meinem Chef eruieren, aber wenn ich nur noch einen Döner am Abend esse, könnte das langen. (Und natürlich esse ich auch heute nur einen Döner am Abend!)

Achso, Männer-EM (Fußball) ist in dem Sommer im Vereinigten Königreich und Irland, da kommt man auch mal für ein Wochenende hin, oder?

2029
Die Karibik könnte es auch im überübernächsten Jahr zum Geburtstag meiner Ma werden, auf Montserrat waren wir noch nicht. Das ist ein britisches Überseegebiet, das wäre doch was, denn es fehlt mir noch ...

Im Golf von Guinea gibt es drei formschön aufgereihte, einigermaßen sichere, einigermaßen unproblematisch erreichbare mir noch fehlende Länder in Form von Äquatorialguinea, Gabun und der Republik Kongo - das wäre auch so ein schöner Zwei-Wochen-Trip mit komischen Fluggesellschaften, die über Hahn Air Systems (im Hunsrück!!) ihre Flüge an den internationalen Mann (und natürlich auch an die internationale Frau) bringen ... 

Jo, und weil es mir im Pazifik 2028 so gut gefallen haben wird (und weil mir da dann noch Tuvalu und Niue fehlen würden), würde ich im Sommer 2029 dann (surprise!) Tuvalu und Niue anpeilen - und damit wären die unabhängigen Staaten in Ozeanien dann tatsächlich auch schon durchgehend besucht. Wenn das alles immer so einfach wäre!

Die Frauen-WM im Fußball findet 2029 in Deutschland statt, das passt ja ganz hervorragend, da braucht man nämlich nicht so viele Urlaubstage ...

2030
2030 ist die Männer-WM im Fußball bekanntlich in Marokko, Portugal und Spanien und ein bisschen in Südamerika - da würde ich dann aber tatsächlich eine ganze Woche auf der Iberischen Halbinsel oder im Maghreb reservieren, um vielleicht ein Fußball-Spiel zu erwischen oder auch zwei.

Davor aber hat auch in diesem Jahr im März eine gewisse Dame einen gewissen Geburtstag, und da steht jetzt nochmal was Verrückteres auf der Liste, nämlich Bhutan und Myanmar. (Und das steht so relativ weit spät auf der Liste, weil im Moment das Auswärtige Amt für Myanmar noch Alarm schlägt; ich hoffe, dass das bis 2030 ruhiger geworden ist.) Die Idee wäre hier, sich eine Woche dieses abgeschiedene Königreich Bhutan im Himalaya anzuschauen, dann eine Woche die Sehenswürdigkeiten in Myanmar wie etwa Bagan und schließlich eine Woche am Strand in Myanmar (oder notfalls in Thailand) zu entspannen.

Für den Mai hätte ich dann noch Turkmenistan auf der Liste (wobei man das - in Abhängigkeit von der Visumbeschaffung - natürlich auch mal vorziehen könnte) und Grönland im Sommer, damit ich nicht so schwitze. Auf die Idee kommen natürlich auch andere Menschen, und Grönland ist eh teuer, aber vielleicht liest mein Chef mit und hat ein Einsehen ...

2031
Im Jahr 2031 könnte man schließlich über Mutters Geburtstag nach Bermuda, auch ein britisches Überseegebiet, auch noch nicht erforscht (jedenfalls nicht von uns), während es im Sommer nach Madagaskar gehen könnte:

Madagaskar habe ich der Studienfreundin aus Halle mitsamt Familie versprochen, und 2031 wäre der Bub noch jung genug, um noch mitzufahren, und seine Geschwister vielleicht schon alt genug, um was von Madagaskar zu haben. Das fände ich schon sehr schön mit der Truppe, gerade weil man da auch viele schöne Tiere angucken kann.

Eine Fußball-Weltmeisterschaft findet 2031 auch statt, und zwar die der Frauen in den USA, Mexiko, Costa Rica und Jamaika, und vielleicht ist in fünf Jahren Haiti so befriedet, dass man den Besuch bei der WM dann mit einem Besuch in der westlichen Hälfte von Hispaniola verbinden und somit auch Nordamerika - zumindest hinsichtlich der souveränen Staaten - vollenden könnte.

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Wird das alles so kommen? Nein, höchstwahrscheinlich nicht. Meine Mutter zeigt mir bestimmt sowieso den Vogel, wenn sie das liest, jeder andere (ich habe "andere" gesagt!!!) vernünftige Mensch ebenso, aber für mich klingt das alles schon wesentlich runder als dieses mal herausgehauene Plankonstrukt, das ich in Malawi fabriziert habe.

Mal gucken, was ich in fünf Jahren sage, wenn ich mal über diesen heutigen Blogeintrag stolpere, ob ich schallend lachen (ob meiner Vorhersagefähigkeit oder meiner Idiotie), ob ich wehmütig lächeln oder ob ich mich einen Idioten nennen werde, weil ich nicht noch mehr in die fünf Jahre hineingepackt habe ... Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber weitergehen sollte es doch hoffentlich ...

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Ich habe eben noch mit meiner Ma telefoniert, und vielleicht machen wir am Wochenende vor meinem Istanbul-Ausflug noch einen kleinen Roadtrip, ich war dieses Jahr noch nicht in Slowenien oder Kroatien und auch noch nicht in San Marino, da würde es sich doch fast anbieten, am Freitag Abend aufzubrechen, unterwegs zu übernachten, am frühen Samstagnachmittag irgendwo am Meer anzukommen, in selbiges zu hüpfen und am Sonntag in Ruhe wieder zurückzufahren, oder? Oder?

Einen Roadtrip wollten meine Ma und ich schon lange mal wieder machen, da kommen wir immer so ins Erzählen, das macht uns immer wieder große Freude ... Ich werde dieses Jahr zwar nicht einmal 30 Länder schaffen (41 waren 2023 und 2024 der Rekord), aber man kann nicht jedes Jahr alles haben - ich werde altersweise, gell? Gell? Ruhe dahinten!

Dienstag, 18. August 2026

Einen Extrahalt in Aachen-Rothe Erde

... legten wir am Sonntag ein, damit Dobrindts Schergen, formal "Bundespolizisten" genannt, aus dem ICE aussteigen konnten, nach dem sie am Aachener Hauptbahnhof zugestiegen und einmal durch den Zug gelaufen waren, um Europa kaputtzumachen, äh, halt, nein, um Migranten "abzuschrecken". Naja, wenigstens haben sie niemanden gestört, während sie durch den Zug liefen - und ja, wir befanden uns innerhalb der 30-Kilometer-Zone, innerhalb welcher anlasslos kontrolliert werden darf, sodass selbst ich, der ich erst in Aachen zugestiegen war (mein Zug aus Belgien wurde natürlich nicht kontrolliert), meinen Ausweis hätte vorzeigen müssen. Saftladen!

Ich war nicht so richtig gut ins Bett gekommen, weil das doch alles in allem ein anstrengender Tag gewesen war, Sonnenbrand hatte ich tatsächlich keinen abbekommen, das war sehr hilfreich.

Ich war trotzdem früh wach, ging ins Bad, packte meine sieben Sachen, verließ das Zimmer, warf den Schlüssel in die Schlüsselbox und marschierte zum Löwener Bahnhof. Ich aß ein Fischbaguette (das war sogar überraschend lecker), stellte fest, dass am Bahnhof viersprachig (!), nämlich auf Flämisch, Französisch, Deutsch und Englisch, Ansagen gemacht wurden, und enterte dann den Zug, der über Lüttich nach Welkenraedt fuhr. Dort erwischte ich problemlos den Anschluss nach Aachen, schwitzte im Zug ein bisschen, als die Bahn-App meine Fahrkarte nicht sofort anzeigte, weil wir gerade im Grenz-Funkloch waren, fand sie aber zügig und nahm dann in Aachen Platz im BahnBonus-Abteil, das recht leer war.

Mit diesem Zug fuhr ich bis nach Frankfurt (!), denn ich hatte nach der Anreise genug von extravaganten Sperenzchen von wegen kürzester Strecke - die schnellste Strecke war tatsächlich von Aachen über Frankfurt nach Hannover ...

Im Zug verspeiste ich noch ein Fleischkäsebrötchen (die Oktoberfestwochen fangen auch immer früher an ...), erwischte in Frankfurt problemlos meinen Zug (nachdem ich durch die wie immer nach Urin riechende Unterführung gelatscht war) und saß auch in dem ICE einigermaßen entspannt, bis wir schließlich halbwegs pünktlich in Hannover ankamen.

Ich ging sehr früh ins Bett - und dann ging es gestern mit der Arbeit weiter ... Dementsprechend gibt es heute auch keine Fotos ...

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Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas zu meinem Fünf-Jahres-Plan für 2027 bis 2031 schreiben und meine Vorfreude auf viele Reisen in den nächsten Jahren zum Ausdruck bringen, aber das lasse ich heute lieber. Gute Nacht!

Samstag, 15. August 2026

"Viele Hasen sind des Jägers Tod."

So sprach die junge Dame hinter mir, die zwar von Feldhockey - offenbar aus eigener Erfahrung - deutlich mehr Ahnung hatte als ihr Vater (oder ich), aber bei Redewendungen nicht ganz so textsicher war. So richtig zusammengekriegt habe ich das aber auch nicht, dass viele Hunde des Hasen Tod sind, da ist es grad egal, ob's wirklich ein Hase oder eher ein Karnickel ist ...

Ohnehin ist Sprache hier in Belgien ein großes Thema: Im Zug wird nicht etwa zweisprachig (Französisch/Niederländisch) oder gar dreisprachig (mit Englisch) angezeigt, sondern nur und ausschließlich die Sprache der Region, in der man sich befindet - und heute sprang die Anzeige tatsächlich fünf Sekunden nach Überquerung der flämisch-wallonischen Grenze von Niederländisch bzw. Flämisch auf Französisch um. Auf der Rückfahrt waren sie zu früh, und die Schaffnerin sprach ihr (niederländisch gefärbtes) Merci auch auf dem falschen Gebiet aus, denn da waren wir schon wieder in Flandern ... Ich werde sie nicht anzeigen, aber das hat es hier anscheinend schon gegeben in Belgien, dass man die Schaffner verpfiffen hat, weil sie zweisprachig statt einsprachig gegrüßt (!) haben ...

Das führt dann auch dazu, dass sich die beiden Sprachgruppen offenbar mehr oder weniger stillschweigend darauf geeinigt haben, "Belgium", also die englische Form, anzufeuern, damit es zwischen "Belgique" und "België" nicht auch noch einen Konflikt gibt ... Und wir denken, wir haben Probleme.

So, fangen wir aber mal ausnahmsweise chronologisch an, also am Anfang: Ich war unfallfrei in meine Bude gekommen, ein schöner Homestay, ich wohne im zweiten Stock in einem wirklich wunderbaren Zimmer, der Wasserdruck im Duschkopf könnte etwas stärker sein, aber ich will nicht meckern, denn ich genieße die anscheinend frisch eingebaute Klimaanlage sehr, die mich gestern Abend hier begrüßt hatte - herrlich! Auch ansonsten gefällt es mir hier sehr gut, selbst meine Ma hätte angesichts der Vielzahl an Haken zum Klamottenaufhängen nichts zu meckern, das ist richtig schick.

Geschlafen habe ich trotzdem nicht sehr gut, aber als mein Wecker um 7.30 Uhr runterging, war das alles noch erträglich. Ich duschte, zog mich an und brach auf zum Bahnhof. Unterwegs kaufte ich etwas zu trinken, fand aber keine Sonnencreme im Spar, also lief ich weiter. Am Bahnhof entschied ich mich, dass ich viel zu früh war, also lief ich in Richtung einer Drogerie, die um 9 Uhr öffnen sollte. Es war 8.45 Uhr, die Essensläden im Bahnhof hatten mir nicht so richtig zugesagt, also frühstückte ich bei McDonald's (das war gar nicht einmal so schlecht ...).

Um 9 Uhr stand ich bei der Drogerie auf der Matte, aber da war zu. Hmpf. Ich lief zur anderen Filiale, schaute, da stand was von 9.30 Uhr. Ich stand eine halbe Stunde in der Gegend rum, stellte fest, dass ich beim Optiker neben der Filiale auf die Uhrzeiten geschaut hatte, und ging zur richtigen Tür. Ich hatte schon vorher irgendwo gelesen, dass die Tür nicht abgeschlossen sei, sondern nur zu, sodass ich, als die Tür nicht aufging, fester dagegendrückte. Nein, die Polizei wurde nicht gerufen, aber die Tür schien mir zu zu sein ...

Da fiel mir ein, dass der 15. August doch so'n komisches Datum ist - joa, Mariä Himmelfahrt, das ist hier in Belgien Feiertag - da hätte ich lange auf die Drogerieöffnung warten können. Hmpf.

Ich schaute in einem zweiten Laden nach, die hatten auch nix, aber ich kaufte ein Wasser, das ich dann vor dem nächsten Laden (den ich vergessen hatte) wieder hektisch leertrinken musste - im Carrefour gab es Sonnencreme, aber wirklich unverschämt teuer, sodass ich mich entschied, es darauf ankommen zu lassen, zumal sowieso bewölkter Himmel angesagt war. (Die Spannung kann ich rausnehmen: Ich sehe nicht wie ein Hummer aus, alles gut ...)

Jetzt aber lief ich wirklich zum Bahnhof, buchte auf dem Weg noch meine Fahrkarte über die App der belgischen Bahn, fand und bestieg den Zug - und saß hinter einer Traube von Schottinnen, die wenig überraschend das gleiche Ziel hatten (und am Abend wieder mit mir zurück nach Löwen fuhren ...).

In Basse-Wavre stiegen wir nach einer knappen halben Stunde Fahrt aus, die Schotten liefen allesamt in die falsche Richtung, ich in die richtige, aber kurz darauf hörte ich sie hinter mir.

Punkt 10.30 Uhr stand ich am Einlass, um 10.30 Uhr sollte das Stadion geöffnet werden, aber das verzögerte sich um ein paar Minuten - es sollte nicht die einzige Verzögerung des Tages bleiben. Unmittelbar vor mir kriegte es einer nicht gebacken, die richtige Eintrittskarte vorzuzeigen, bei mir klappte alles - und dann ging das Drama los.

Liebe belgische Organisatoren, ihr könnt doch nicht allen Ernstes, wenn Deutschland (!) gegen Schottland (!!) als erstes Spiel des Tages stattfindet, nur 40 % der Essens- und vor allem Getränkestände aufmachen! Das geht doch nicht!

Entsprechend bildeten sich vor und vor allem nach dem Spiel beinahe kilometerlange Schlangen (ich würde niemals übertreiben), ich verzichtete aufs Mittagessen und aß dann später belgische Fritten (lecker) mit Frikandel, einer Art belgischen Wurst, die mit Frikadelle so gar nichts zu tun hat (wie ich nach der Bestellung feststellte). Überlebt habe ich bisher. Daumen drücken!

Nun denn, auch der Beginn des Deutschlandspiels verzögerte sich um wenige Minuten, was aber nicht an dem Volunteer lag, der beim hektischen Versuch, jemandem seinen Sitzplatz zu zeigen, fast gegen das Gerüst des Mundlochs gerannt wäre, und auch nicht an der Sprinkleranlage, die plötzlich auslöste, was die deutschen Spielerinnen zu einem Gekreische veranlasste (die hatten übrigens auch einen Fußball dabei, sodass ich erst dachte, ich hätte mich in der Sportart vertan ...).

Insgesamt, und das will ich an der Stelle dann doch anbringen, fand ich die Organisation echt nicht so großartig: Klar, fünf Minuten Verzögerung hier, fünf Minuten da sind normalerweise kein Beinbruch, aber gerade am Abend bei der (gar nicht einmal soooo schlechten) "Eröffnungsfeier" wurde ich nervös, weil ich ja meinen letzten Zug noch erwischen wollte nach dem Spiel. Auch das seeeehr späte Öffnen der Essens- und Getränkestände, das späte Öffnen des Souvenirladens, diese offenkundig behelfsmäßige Absperrung zwischen Stadion und Medienzentrum, wo man sich unter der Absperrung durchducken musste, um zurück zu seinem Sitzplatz zu kommen, ja, auch das Fehlen der Seife im Seifenspender (am ersten Tag der WM!), das war alles nicht so ganz super, aber das WLAN für die Werbepartner, das haben sie hingekriegt wie die Großen ...

Hockey - und damit kommen wir zum eigentlichen Thema des Tages -, Hockey war super: Die deutschen Frauen gewannen letztlich ungefährdet mit 3:0 gegen Schottland, die deutschen Männer danach noch ungefährdeter mit 5:1 gegen Malaysia - die lustigste Szene in dem Spiel war, als ein deutscher Spieler zum Auswechseln lief und aus Versehen noch einen Pass zugespielt bekam, den er erstmal weiterleiten musste, bevor er das Spielfeld verließ.

Zwischen den Spielen hätte ich mir locker Autogramme holen können von den Spielerinnen und den Spielern, wenn ich sie denn richtig gekannt hätte, denn die liefen da halt alle zwischen Medienzentrum und Stadion durch diesen mehr oder weniger abgesperrten Korridor durch. Ja, mag schon sein, dass dieses Familiäre das Schöne am Feldhockey ist, aber bei einer WM darf's halt dann organisatorisch schon auch WM-Charakter haben ...

Nach dem Männerspiel hatten dann so langsam auch mehr Stände offen, ich kaufte mir ein WM-Käppi, insgesamt richtig viel getrunken habe ich heute nicht, weil mir die Schlangen einfach zu lang waren, so lang, dass ich mir die 0,25-l-Flasche Cola mit Wasser aus dem Wasserhahn auffüllte, um wenigstens etwas zu getrunken zu haben neben meinem einen kleinen Bierchen ...

Man merkte so richtig, dass die Fangruppen entsprechend den Spielpaarungen wechselten: Während des Deutschland-Schottland-Spiels sah man - neben den unvermeidlichen Deutschen - auch wirklich etliche Schotten, beim Deutschland-Malaysia-Spiel winkte die eine Malaysierin eifrig ihre Fahne, plötzlich kamen argentinische Messi-Trikot-Träger (über sowas - falsche Sportart und falsches Geschlecht - rege ich mich ja immer sehr gerne künstlich auf ...) zu Hauf ins Stadion, weil die Argentinierinnen gegen die US-Amerikanerinnen spielten - und gleichzeitig wurden es immer mehr Belgier, als es in Richtung des großen Finales, des Spiels der belgischen Männer gegen Frankreich ging.

Die einzige Konstante blieb ich, auf Platz 29 in Reihe 20, ich war immer da. Ich sang zweimal die deutsche Hymne mit, die schottische auch und folgte auch dem Text der US-amerikanischen. Ich grinste viermal über das ferngesteuerte Postautochen, das den Spielball aufs Feld brachte. Ich chattete öfter mit Gemini und machte mich noch regelfester (und ich war regelfester als die meisten Belgier um mich herum, die auch bei dem einen Schuss ins Tor jubelten, der von außerhalb des Kreises kam und daher nicht zählte), ich bewunderte den belgischen Teenager vor mir, der aussah wie der uneheliche Sohn eines Bekannten (oder vielmehr: wie dessen Version mit 17, die ins Jahr 2026 eine Zeitreise gemacht hat), ich verweigerte mich konsequent allen Klatschaufforderungen der Organisatoren auch während der Eröffnungsfeier, aber die La Ola, die machte ich mit.

Als die Eröffnungsfeier, die gar nicht soooo schlecht war, aber meines Erachtens auch nicht unbedingt hätte sein müssen, um war, war Feuer in der Bude. Nach dem überraschenden 1:1 der favorisierten Argentinierinnen gegen die USA war auch hier eine Überraschung drin, denn Frankreich führte zweimal. Die beiden belgischen Ausgleiche und ganz besonders der Siegtreffer wurden frenetisch (und ich meine: frenetisch) bejubelt, das war emotional ganz definitiv ein Höhepunkt, gerade weil ich nach den beiden deutschen Spielen dann irgendwie ziemlich früh auch schon ein bisschen durch war.

An der Hitze lag es nicht wirklich, an der Sonne schon gar nicht, denn ich hatte beim Kartenbuchen ja wirklich klugerweise die Tribüne gemacht, die während fast des gesamten Tages im Schatten lag; daher geht es mir trotz fehlender Sonnencreme wirklich gut heute Abend.

Nach der Rückkehr nach Löwen überlegte ich, ob ich noch in eine Studentenkneipe hier am Alten Markt gehe, aber das war mir ein bisschen weit, daher kaufte ich etliche Getränke im Spätshop, süffle jetzt mein Stella Artois und schaue morgen, wie ich mich nach Deutschland durchschlage. Das wird schon klappen.

Denken werde ich an den einsamen Ersatztorwart, der die Ausrüstung für die Strafecken (bei denen einige Feldspieler zusätzliche Schutzkleidung anziehen) während der Halbzeit ganz allein über den Platz zog, und an angetrunkenen Belgier, der die Trompetensequenz, auf die hin die Belgier immer "olé" riefen, nachgrölen wollte. Ein paar haben sogar verstanden, was er meinte, und riefen "olé".

Gute Nacht!

Löwen I

Löwen II

Am Stadion (Flaggen in französischsprachiger Reihenfolge)

Schottinnen waren da

Fritten mit Frikandel

Eröffnungsfeier

Postauto, das den Ball gebracht hat

Einsamer Ersatztorwart auf dem Weg zum anderen Tor

Jubel nach dem belgischen Sieg
Bei der Zeit der Veröffentlichung habe ich offenbar ein wenig gemogelt ...

Freitag, 14. August 2026

EBBJena gegen die Bahn

18.41 Uhr, in Kamen-Methler, auf dem Weg von Hamm nach Aachen
Das hat der Copilot, mit dem ich die letzten Tage die 17 Jahres dieses Blogs auseinandergenommen habe, als einen der Running Gags dieses Blogs identifiziert. Naja, Gag ist da eigentlich nix mehr, denn running is auch eher selten was ...

Der heutige Tag ist so ein Beispiel dafür - jetzt sitze ich im Regionalexpress von Hamm nach Essen, und klüger wäre es gewesen, nicht die Hoppeltour von Hannover Linden/Fischerhof über Paderborn und Hamm und Köln und Aachen und Welkenraedt nach Löwen zu machen, sondern völlig kontraintuitiv am Hannoveraner Hauptbahnhof in den ICE nach Frankfurt, dort in den ICE nach Lüttich und dort in den IC nach Löwen zu steigen - das hätte mich wahrscheinlich am Ende zwölf Euro mehr, aber weniger Nerven gekostet ... Wobei, wer sagt denn, dass die Züge pünktlich unterwegs sind ...

Heute habe ich also relativ früh, so gegen 14 Uhr, das Büro verlassen, in der bis Hameln proppevollen Bahn tatsächlich noch ein kleines bisschen gearbeitet, musste in Hameln mich dann beeilen, weil der Zug geteilt wurde, und natürlich der Zugteil, an dem Paderborn stand und ich dem ich saß, in Hameln stehen blieb, während der Zugteil, an dem Hameln als Zielort stand, nach Paderborn weiterfuhr. Joa. (Da "lacht" der Copilot wieder, weil er das "joa" als Stilmittel identifiziert hat ...)

In Paderborn stieg ich versehentlich in eine Bahn ein, in die ich gar nicht einsteigen wollte, stieg wieder aus, stieg am Ende doch wieder ein, weil die Bahn, die ich eigentlich haben wollte, auch nicht wesentlich früher in Hamm sein würde. Das Problem war, dass diese Regionalbahn nicht nur gefühlt ein Dutzend Züge vorließ, sondern auch eine Sauna war, denn die Klimaanlage war ausgefallen. Im Kaff kurz vor Soest hielt ich es wirklich nicht mehr aus - und stieg aus. Die Hitze draußen war eine willkommene Abkühlung zur Bahn, und Minuten später kam die nächste Bahn in Richtung Hamm, und dort lief die Klimaanlage - das hätte ich früher haben können ...

In Hamm stiefelte ich - ich war schon wieder dehydriert (da "lacht" der Copilot wieder, auch so'n Running Gag) - trotzdem schnell zum Gleis, weil ich meinen ICE nach Köln erwischen wollte und notfalls im Bordbistro was trinken wollte. Allein, der Zug kam nicht ... Da stand zwar tapfer noch die Abfahrtszeit um 17.48 Uhr angeschrieben, aber darüber lief ein Laufband, dass das Fahrzeug erst um 18.33 Uhr oder aus Berlin ankäme.

Also lief ich von Gleis 10 zu Gleis 5, weil dort der Regionalexpress nach Köln kommen müsste, und dort würde ich vielleicht nach einen relativ frühen Zug nach Aachen erreichen. Auch da stand in der App tapfer, dass der um 18.03 Uhr käme, aber um 18.10 Uhr hatte ich ein Einsehen, dass auch der nich (pünktlich) auftauchen würde; auch da würde ich in Köln den Anschluss nach Aachen verpassen.

Also stiefelte ich noch ein bisschen weiter in Richtung Gleis 1, entschied mich jetzt dann doch dafür, etwas zu trinken zu kaufen (denn im Regionalexpress nach Aachen gibt es kein Bistro), kaufte für teuer Geld eine große Spezi Zero und lief zum Gleis 1. In dieser Privatbahn nach Aachen geht die Klimaanlage, das Ding ist schön leer bisher, aber verspätet losgefahren ist auch der natürlich ...

Jetzt sind wir gerade im wunderschönen Kamen-Methler zum Stehen gekommen, um kurz nach 21 Uhr sollen wir in Aachen sein, und irgendwie werde ich hoffentlich einen der letzten Züge des Tages nach Löwen kriege und gegen Mitternacht in mein Bett fallen. Vielleicht schreibe ich dann noch, wie es bis dahin ergangen ist, vielleicht nicht ...

Morgen jedenfalls geht es einigermaßen früh die halbe Stunde von Löwen nach Wavre, damit ich pünktlich zu den Hymnen im Stadion bin. Sonnencreme habe ich Illigenzbestie natürlich vergessen, die wollte ich irgendwo unterwegs noch einkaufen, aber vor lauter knappen Umstiegen und langen Schlangen im Rossmann hat das bisher noch nicht geklappt, aber irgendwie bin ich noch hoffnungsfroh - vielleicht ja in Aachen ...

Um 11.30 Uhr morgen spielen die deutschen Frauen gegen Schottland (da werde ich beide Hymnen inbrünstig mitsingen, Flower of Scotland ist einfach auch schön ...), um 14.30 Uhr spielen die deutschen Männer gegen Malaysia, danach werde ich noch genießen und mir um 17.30 Uhr die argentinischen Frauen im Kampf gegen die US-Amerikanerinnen und um 21 Uhr das Spiel der belgischen Männer gegen Frankreich anschauen, bevor ich zum Bahnhof sprinte, denn um 23.20 Uhr geht der letzte Zug nach Löwen zurück.

Wie ich dann am Sonntag zurück nach Deutschland komme, gucke ich morgen auf der Heimfahrt nach Löwen oder so ...

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Das vorletzte Wochenende verbrachte ich mit meiner Ma (da "freut" der Copilot sich wieder) bei alten Freunden in Erfurt, bevor ich am Sonntag mit meiner Ma in den Schwarzwald zurückfuhr. Dort trafen wir uns mit dem relativ neuen Nachbarn zum Abendessen - das war auch ein wunderbarer Abend ... (Achso, klar, im Schnitzer, der laut Copilot den Platz des Sherry in Wiesbaden eingenommen hat; das stimmt, in Hannover habe ich noch nicht so ein richtiges Wohnzimmer gefunden ...)

Ich fuhr aber am Montag Abend gleich wieder nach Hannover und am Freitag Abend wieder zurück nach Baden-Württemberg; diesmal unterstützte ich meine Schwägerin und meinen Bruder beim Kauf und beim Einrichten eines neuen Rechners. Zum Dank bekam ich ein Stück trocken Brot und dazu Gänsewein ... Naja, nein, okay, wir machten eine kleine kulinarische Reise durch Europa mit Bouillabaisse und Paella, achso, Ouzo gab's auch noch ...

Am Sonntag wurde ich in den Schwarzwald gerollt, denn am Montag bekamen wir endlich die Glasfaserverbindung in der Wohnung freigeschaltet. Der Router war kaum an, da hüpfte ich vor Freude schon durch die Gegend, weil ich jetzt endlich wieder größere Arbeitsdateien synchronisieren konnte, ohne meinen Rechner lahmzulegen ...

Lohn von der Geschicht' war aber, dass wir, als wir am Montag Abend vom Freudenfest im Schnitzer zurückkamen, das Bad unter Wasser vorfanden - die Armaturen an den Waschbecken waren kaputt. Wir stellten erst das Warmwasser ab, dann am nächsten Morgen, als wir wieder im Nassen standen, auch das Kaltwasser - mit Duschen war also nix ...

Als die Handwerker sich auch noch verspäteten, ließ ich meine Mutter im Trockenen stehen und verließ fluchtartig den Schwarzwald - die Dusche (mit abnehmbarem Duschkopf, da "freut" der Copilot sich wieder, aber den abnehmbaren Duschkopf hab ich ja auch im Schwarzwald ...) in Hannover war ganz großartig ...

Die letzten Tage habe ich nun in Hannover gearbeitet, am Mittwoch brachte ich spontan noch eine gute Freundin nach Bremen; da saßen wir im IC, verdrückten ein paar Bier und quatschten wie in besten Wiesbadener Zeiten. Ich übergab sie heile an ihren Mann und freue mich auf unser Wiedersehen nächstes Wochenende in Cuxhaven.

Jo, vielleicht wird das heute also mal wieder ein Liveblog, wir schauen mal ...

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23.15 Uhr, zwischen Lüttich und Löwen

So, in einer knappen Dreiviertelstunde sollte ich in Löwen ankommen.

Ich hatte kurz vor Düren schon einmal meine Fahrkarte (ab Düren) gekauft, damit die Bahn mein Hotelzimmer zahlen müsste, falls ich den Anschluss in Aachen verpasst hätte. Am Ende hatte ich fast zwanzig Minuten Zeit in Aachen, auch weil wir relativ gut noch Zeit aufholten …

Ich setzte mich allein ins Ruheabteil, in Hergenrath standen wir länger als geplant, in Welkenraedt kam mein IC entgegen der Auskunft von Gemini nicht am gleichen Bahnsteig, sondern ich musste durch die Unterführung - und auch die Anzeigen in Belgien sind nach der wahre Jakob, aber am Ende war ich einigermaßen sicher, im richtigen Zug zu sein, und hatte auch noch ein, zwei Minuten Puffer (also nicht wirklich!).

Es gibt hier in den belgischen Zügen kein WLAN, sodass ich übers Datenroaming und meinen Hotspot online bin, aber das wird schon hinhauen, auch wenn das belgische Funknetz mindestens genauso bescheiden ist wie das deutsche. Ich bin noch am Überlegen, ob ich noch irgendwo in eine Kneipe gehe oder morgen halt frühstücke, das entscheide ich spontan, wenn ich in Löwen ankomme. Jetzt bin ich einigermaßen zuversichtlich, gut in Löwen anzukommen - und morgen geht es dann zur WM!

Donnerstag, 30. Juli 2026

Ein Desaster nach dem anderen

... war das in den letzten Tagen mit der Bahn, das Abenteuer letzten Donnerstag endete ja nicht um 0.12 Uhr mit dem letzten Eintrag im Liveblog. Wir bauten noch einmal ein, eineinhalb Stunden Verspätung auf, sodass ich am Ende um halb fünf morgens und damit sechs Stunden später als geplant in meinem Bettchen landete. Joa, der nachfolgende Arbeitstag war wieder einmal sehr produktiv ...

Davon abgesehen fand ich die Fahrt ziemlich cool - klar, am Ende waren das - eingestiegen war ich ungefähr um 7.15 Uhr, ausgestiegen sind wir um 22.59 Uhr - fast 16 Stunden im Zug, aber wenigstens stank ich dieses Mal nicht - wie einst 2004 auf dem Weg von Krakau nach Bukarest - nach Bier ...

Das Essen im Zug fand ich sogar recht lecker, das Schnitzel konnte was, der Ober sprach sehr gut Deutsch, und übertrieben viel Geld habe ich am Ende auch nicht gezahlt.

Der Bub war - wenig überraschend - sehr lieb, aber am Ende waren wir beide froh, dass ich ihn an der S-Bahn-Station Bellevue der (deutschen) Oma übergeben konnte.

Die nächste Tour steht schon mehr oder weniger fest - das Dreiländereck in Aachen mit Belgien und den Niederlanden könnte es werden, und vielleicht darf die Schwester und ganz vielleicht die Mama auch mit ...

Weil die tschechische Bahn in Prag einen Ersatzzug eingesetzt hatte, der unsere Zugnummer übernahm, hat mir die Deutsche Bahn (mit der ich den Vertrag über die Fahrt geschlossen hatte) die Entschädigung erstmal verweigert, aber da habe ich Widerspruch eingelegt - mal gucken, was da noch läuft ...

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Jetzt sitze ich in Kassel im stehenden ICE - hier ist ein Polizeieinsatz im Zug. Mal gucken, was das noch wird ... Jedenfalls bin ich eben erst in den Zug hier eingestiegen, weil mein ursprünglich geplanter ICE doch nicht nach Laatzen fährt (von da hätte ich mich auf quasi Hannoveraner Stadtgebiet eh noch durchschlagen müssen), und von Kassel kann ich jetzt zum Hauptbahnhof in Hannover mehr oder bequem durchfahren. Ich hoffe nur, dass ich noch meine Stadtbahn erwische ...

Eigentlich wollte ich ja schon am Montag nach Hannover fahren, aber da hatte ich die Rechnung ohne das Straßenbauamt in Bonndorf und die Deutsche Bahn gemacht ...

Ich stieg nichtsahnend in meinen Bus, der eigentlich immer rechtzeitig in Neustadt ankommt, um die S-Bahn nach Freiburg zu erwischen. Nur hatten die Helden im Straßenbauamt jetzt gleichzeitig drei (!!) Baustellen auf der Strecke bewilligt, und obwohl extra für den Bus eine Ausnahmegenehmigung für die Durchfahrt durch die Baustelle erteilt worden war, musste der Bus durch die Baustellen natürlich so langsam fahren, dass ich den Anschluss in Neustadt verpasste. (Wobei die Freunde vom Südbadenbus da natürlich auch die Abfahrt hätten vorverlegen dürfen ...)

Mit der nachfolgenden S-Bahn fuhr ich dann doch nach Freiburg runter, weil ich eine ICE erwischen wollte, mit der ich - anstatt durchzufahren wie geplant - wenigstens noch mit Umstiegen in Mannheim und Fulda mein Ziel erreicht hätte. Joa, bis Karlsruhe ging auch alles gut; dann kam der Lokführer nicht an Land, und natürlich wartete der ICE in Mannheim nicht auf uns. Saftladen, einfach nur Saftladen!

Ich entschied mich, in den Schwarzwald zurückzufahren, nur waren zwischen Baden-Baden und Offenburg angeblich Personen im Gleis (was die Straßenbahn aber nicht davon abhielt, da über die angeblich gesperrten Gleise zu rauschen) ... Am Ende kam ich mit zwei Stunden Verspätung in Neustadt an, wo ich von meiner Ma abgeholt wurde.

Auf den Schreck blieb ich erstmal noch drei Tage im Schwarzwald - und jetzt stehen wir hier in Kassel schon zehn Minuten länger als veranschlagt ... (und rollen gerade wieder an!!) Klar kann die Bahn im Einzelfall nix dafür, wenn da ein Polizeieinsatz ist, aber irgendwas ist halt leider immer - und eigentlich wäre ich ja im anderen ICE bis Laatzen gefahren, wenn nicht plötzlich der Halt dort gestrichen worden wäre ...

Es wird - das habe ich schonmal geschrieben - halt nicht nur nicht besser, es wird immer schlimmer. Aber Hauptsache, man kann den Verkehrsminister aus dem Amt jagen, das macht es sicher besser ...

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Achso, an dem Freitagabend nach der Heimkehr aus Budapest war ich noch kurz in Hamburg zum Fischbrötchenessen, und am Samstagmorgen fuhr ich dann in den Schwarzwald zum Schlossfest in meiner Heimatstadt. Joa, die Feuerwehr der französischen Partnerstadt musste den Champagner nachordern und wir waren daran, öhm, vielleicht nicht ganz unschuldig ...

Teuer, aber kein Desaster!


Donnerstag, 23. Juli 2026

Planmäßig 10 Stunden und 59 Minuten

7.31 Uhr, noch im Nyugati-Bahnhof in Budapest
... dauert die Fahrt von Budapest über (u.a.) Bratislava, Brünn, Prag und Dresden nach Berlin, die ich in diesen Minuten antrete. Ich werde berichten, wie lange wir tatsächlich brauchen, mal sehen, ob einigermaßen live oder später auf der Heimfahrt nach Hannover, ich muss ja den Bub bei Laune halten. (Wir haben jetzt schon mindestens eine Minute Verspätung in der Abfahrt, das sind ja DB-Verhältnisse und kann ja noch heiter werden ...)

Das ist ein Zug der tschechischen Eisenbahngesellschaft, und der gefällt mir ziemlich gut. Die Bestuhlung ist luftig und abwechselnd Vierer- und Zweiersitze; der Bub und ich haben einen Zweiersitz und sitzen also nebeneinander. In einer guten Stunde werde ich ihn in Štúrovo, dem ersten Ort in der Slowakei in Empfang nehmen, jedenfalls dann, wenn der Zug irgendwann mal abfährt ...

Der Abend gestern war - wie erwartet - ganz wunderbar. Ich hatte ja im Guardian eine kleine Bar aufgetan, die war auch schick, aber das Leben spielte sich gestern auf dem Bürgersteig ab. Ich hätte fast resigniert, weil ich die Tür zur Bar nicht aufbekam und mich nicht unbedingt dagegenwerfen wollte, aber nachdem ich einen anderen Gast beobachtet hatte, wie er das Ding aufwuchtete und nicht gleich beschossen wurde, traute ich mich auch ...

Während meines ersten Bieres kam der Kollege, und wir erzählten von Gott und der Welt, vor allem von unseren Jugendsünden und von unseren Reisen (quelle surprise!). Wir zogen noch in einen Burgerladen in der Nähe des Nyugati-Bahnhofs und damit seiner Wohnung und meiner Unterkunft um, aßen dort noch echt lecker, und dann ging es zu noch akzeptabler Zeit ins Bett ...

Heute Morgen stärkte ich mich nun noch mit Bananen - so, jetzt könnten wir aber doch mal bitte so langsam abfahren!




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8.28 Uhr, zwischen Budapest und Vác

Jo, mit 47 Minuten Verspätung sind wir jetzt in Budapest abgefahren, keine Ahnung, was da passiert ist, die Durchsagen waren sehr spärlich und wenn, dann nur auf Ungarisch (da ist die DB, man höre und staune, fast transparent unterwegs!). Ich habe jetzt schon die Anzeige, dass wir 18 Minuten verspätet in Berlin ankommen, aber so richtig glaube ich erst dran, wenn wir wirklich schon um 18.47 Uhr am Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt eintrudeln.

Sei's drum, nach aktuellem Plan soll ich um jetzt um 9.20 Uhr den Bub in Empfang nehmen, das wird schon hinhauen ...

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9.15 Uhr, kurz vor Štúrovo, schon in der Slowakei

So, vor zwei Minuten, um 9.13 Uhr, haben wir die Slowakei erreicht - gleich steigt der Bub zu. Inzwischen läuft es ganz gut, aber wir sammeln immer noch pro Zwischenhalt ein paar Minuten Verspätung auf. Heute haben wir allerdings jedenfalls zusammen keinen Anschluss zu erwischen - und wenn wir so viel zu spät in Berlin ankommen, dass ich den letzten Zug nach Hannover verpasse, ist eh Hopfen und Malz verloren ...

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16.26 Uhr, kurz vor Kolín, Tschechien

Jo, wir stehen jetzt seit eineinviertel Stunden hier in der Gegend herum auf einem - im wahrsten Sinne des Wortes - Abstellgleis; hier ist wohl Baustelle. Ständig fahren Züge, die nicht so arg verspätet erscheinen, an uns vorbei.

Wir sind eben mehr oder weniger informiert worden, dass die Zugnummer unseres Zuges in Prag abgebrochen wird; wir können aber anscheinend im Zug bleiben und fahren - dann auf anderen Plätzen - weiter in Richtung Berlin. Mal gucken, wann wir dort ankommen - und ob ich dann noch irgendetwas erwische, was einem Anschluss nach Hannover nahekommt.

Notfalls könnte ich wohl bei der (deutschen) Oma des Bubs in Berlin übernachten, aber eigentlich hätte ich schon gerne in meinem Bett in Hannover übernachtet, schon allein, um morgen gleich vor Ort zu sein für die Arbeit ...

Naja, gucken wir mal, jetzt hat uns der nächste Zug überholt, der erst weit nach uns ankam, ob und wann wir ankommen. Prag soll auch schön sein, hab ich mir sagen lassen ...

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18.56 Uhr, kurz hinter Prag

Joa, wir sind eben innerhalb des Zuges umgezogen; der Bub pennt, das hat er sich redlich verdient. Eigentlich sollten wir jetzt schon in Berlin sein, das wird wahrscheinlich erst in drei bis vier Stunden der Fall sein. Naja, gucken wir mal - bei meinem Glück verpasse ich den letzten sinnvollen Anschluss, weil der in Berlin eingesetzt wird und ausnahmsweise pünktlich abfährt ...

Wir haben unterwegs eine Art Wettspiel gemacht, wie lange wir anhalten werden (oder wie lange es dauert, bis wir wieder anhalten), bisher steht es 8:6 für mich, aber die Masterwette lautet, ob wir es mit über oder unter vier Stunden Verspätung nach Berlin schaffen ...

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0.12 Uhr, kurz hinter Berlin

Was für ein Tag?! Am Ende waren wir um 22.59 Uhr in Berlin, mit exakt viereinhalb Stunden Verspätung.

Ich muss das alles erstmal verarbeiten, jedenfalls sitze ich jetzt im ziemlich vollen ICE von Berlin nach Hannover und hoffe, heute Nacht noch ein paar Stunden Schlaf abzukriegen, wenn Baustellen und sonstige Hindernisse mir nicht einen Strich durch die Rechnung machen ...

Ein Fazit kommt daher im Laufe des Wochenendes oder am Montag (oder so ...).

Mittwoch, 22. Juli 2026

"Wie ein richtiger Deutscher"

Ich saß da nichts ahnend auf der Bank im Schatten auf der Váci utca und beguckte Leute, als ein Flaschensammler (auf den Plastikflaschen ist hier in Ungarn auch Pfand) auf mich zukam und mich - sofort auf Deutsch! - fragte, ob ich die Colaflasche noch bräuchte. Der kam mir gerade recht, so war ich die Flasche los, aber ich bat ihn - er war schon weitergelaufen -, noch einmal zurückzukommen. Natürlich wollte ich wissen, wieso er mich sofort auf Deutsch (und nicht etwa auf Ungarisch, was man in Ungarn ja durchaus hätte machen können) angesprochen habe. Nach einigem Lavieren meinte er, ich sehe halt aus "wie ein richtiger Deutscher". Naja, immer noch besser als wie ein Russe!

Heute war ein ganz entspannter Urlaubstag, das war richtig schön. Nicht so schön war, dass ich kaum geschlafen hatte, ich hatte mich möglicherweise überfressen gestern (war aber alles lecker! Und Ruhe dahinten!), vielleicht war das letzte Bier auch schlecht gewesen (wobei ich das schon mittags getrunken hatte), jedenfalls war das die zweite Nacht mit wenig Schlaf.

Sei's drum, ich stand auf und verließ so gegen 9 Uhr frisch geduscht die Bude. Heute Morgen war es angenehm mild, fast kühl, in Budapest - das war klasse.

Ich guckte mir die eine oder andere Frühstückskneipe an, fand die alle nicht so richtig großartig (auch nicht die, in der ich mit Willi und meiner Ma vor ein paar Wochen regelmäßig war) und entschied mich schließlich, nochmal die Markthalle anzugucken. Ich kaufte mir (wichtig!) eine neue 24-Stunden-Fahrkarte und fuhr von der Oper in die Stadtmitte und von dort mit der Straßenbahn zur Markthalle.

Die war heute leerer als an dem Samstag vor sechs Wochen, vor allem oben - trotzdem war ich nicht bereit, 25 Euro für zwei halbe Würste zu bezahlen, die spinnen ja!

Stattdessen kaufte ich mir unten im Aldi in der Markthalle ein großes Baguette und lecker Kolbász, ungarische Wurst, einmal vom Schwein, einmal vom Rind, und das alles verspeiste ich genüsslich - zusammen mit Cola und Wasser - mit Blick auf die Freiheitsbrücke und den Gellértberg und die Donau - das war schön ...

Danach lief ich ganz gemütlich in Richtung Vorösmárty tér, da passierte die Story mit dem Flaschensammler, ich kam auch an einer Installation des Mondes vorbei - sehr interessiert, und stieg schließlich in die U-Bahn in Richtung Stadtwäldchen ein. Am Széchenyi-Bad stieg ich aus, kam in eine Fahrkartenkontrolle (das ist hier ganz praktisch, die scannen einfach den Barcode auf der Karte, da müssen sie gar nicht mehr draufgucken, und ich kann ihnen die Karte auch im Zweifel falsch herum hinhalten) und lief in Richtung Schloss, als vom Heldenplatz Blasmusik zu hören war.

Es stellte sich heraus, dass heute der Jahrestag eines Sieges der ungarischen Armee über die Osmanen bei der Schlacht um die Festung Belgrad war (anno 1456), da wurden Reden gehalten und Blasmusik gespielt. Ich glaube, um 12 Uhr spielten sie die ungarische Hymne, aber das bekamen die meisten Touristen gar nicht mit (und ich zählte auch dazu ...). Ich versuchte, die Honoratioren zu identifizieren, angeblich war der Verteidigungsminister dabei, aber dem Braten (KI) traue ich da nicht so richtig; sei's drum - zum Glück war ich eingeschmiert, denn ich stand da in der prallen Sonne ...

Danach fuhr ich mit der Bahn wieder zurück in die Stadt, kaufte noch einen ungarischen Taschenatlas (für den Bub morgen) ein und machte dann, dass ich mich noch ein bisschen in meine Unterkunft zurückziehe. Gleich aber breche ich auf und treffe mich um 18 Uhr mit meinem Ex-Kollegen; mal gucken, was das wird - sorry, falls der Blog heute Abend nicht mehr so ergiebig wird ... (Wenn, wird es ein Nachtrag zum heutigen Blog, das ist jetzt so ein Hybrid aus normalem Blogeintrag und Liveblog ...)

Morgen geht um 6 Uhr der Wecker, um 7.30 Uhr fährt der Zug, und dann bin ich mal gespannt, wie die Großeltern des Bub mir selbigen dann unfallfrei übergeben werden ... Das wird gut!

Bei diesem Blick auf die Freiheitsbrücke hatte ich ...

... Frühstück heute Morgen

Gedenkveranstaltung auf dem Heldenplatz

Mondinstallation

Heldenplatz in seiner ganzen Schönheit (das rote Ding ist wegen des Formel-1-Rennens am Wochenende)

Dienstag, 21. Juli 2026

Der Mann mit dem Hammer

... kam dann heute Mittag relativ zügig, als ich auf dem Bett in meiner Bude lag, aber das war kein großes Wunder, schließlich war ich um 3 Uhr aufgestanden und hatte auch nicht so monstergut geschlafen.

Um 3.30 Uhr fuhren wir ab nach Stuttgart, um kurz nach fünf Uhr waren wir dort. Die Sicherheitskontrolle in Stuttgart ist immer wieder ein (unschönes) Erlebnis - heute war die Powerbank schuld, dass mein Gepäck zur Nachkontrolle rausgezogen wurde ... Wenn man die vorher hätte rausmachen sollen, würde das deutlich schneller gehen, aber wenn die Nachkontrolleure sowieso ein Päuschen einlegen, ist Hopfen und Malz eh verloren ...

Ich ging als Letzter durchs Boarding, der Flug dauerte 75 Minuten oder so, und um 8.11 Uhr waren wir gelandet. Ich war schnell durch die Kontrolle durch, kaufte mir doch am Automaten die Fahrkarte, das ging fix, der Bus kam praktisch sofort, und so ging es über Kőbánya-Kispest mit der Metro zur Bushaltestelle für den Bus auf den Burgberg.

Ich latschte mal wieder zur deutschen Botschaft, verifizierte, dass sie noch steht, und ging dann zur Fischerbastei, um Fotos von Donau und Parlament zu machen. Danach fuhr ich wieder zurück, stieg in eine Straßenbahn ein, fuhr mit der in ein Gebiet, das ich noch gar nie erkundet hatte, im Nordwesten Budapests, fuhr dann aber auch bald wieder zurück und kam an der Donau raus.

Mit der Metro fuhr ich - das war ein Umweg, aber so konnte ich in der Metro bleiben - zur Haltestelle Astoria, stellte mich in die Schlange fürs Gettó Gulyás und bekam dort einen Tisch. Jo, ich aß erst Hortobágyi palacsinta, mit Fleisch gefüllte Pfannküchlein, als Vorspeise, dann eine der Spezialitäten des Hauses, Gulasch von Hahnenhoden und Hahnenkamm, erhielt wütende Zuschriften aus meiner WhatsApp-Umgebung, gönnte mir noch Somlauer Nockerln als Nachtisch und verzehrte dazu das eine oder andere Bierchen ...

Danach fuhr ich zum Nyugati-Bahnhof, denn in der Nähe ist meine Unterkunft, checkte hier mit diversen Türcodes ein - und war weg ...

Heute Abend machte ich noch einen kleinen Spaziergang zum Oktogon, aß wieder in unserer Gastronomen-Stammkneipe Wels-Paprikasch und gehe jetzt aber gleich ins Bett.

Morgen wird ausgeschlafen, gegen Spätnachmittag/Abend treffe ich mich spontan mit einem Ex-Kollegen, und dann geht es am Donnerstag schon wieder zurück nach Deutschland - auch schön ...

Blick auf Parlament und Donau

Matthiaskirche

Fischerbastei 

Freiheitsbrücke

Gulasch von Hahnenhoden und Hahnenkamm


Samstag, 18. Juli 2026

İstanbul'a hoş geldiniz

Das ging in den letzten Tagen wie das Brezelbacken - erst Rom, jetzt Istanbul.

Ich war gestern auf der Fahrt aus Hannover in den Schwarzwald, als mir die Irland-Portugal-Reisegruppe für dieses Jahr abgesagt hat, weil wir terminlich leider nicht übereinander gekommen sind - ich kann halt ab Ende September wirklich nicht mehr gut zwei oder drei Urlaubstage nehmen. Wir haben das Ganze jetzt auf April 2027 (oder so) verschoben, das wird dann auch gut.

Meine Ma holte mich in Freiburg ab, weil ich sonst vier (!) Stunden hoch in den Schwarzwald gegondelt wäre, mit Schienenersatzverkehr, der nicht an die Zeiten der S-Bahn gekoppelt ist und so Gedöns - furchtbar!

Jetzt wäre ich dieses Jahr aber nicht mehr nach Istanbul gekommen, und das wäre ein inakzeptabler Zustand gewesen, also saß ich nach dem Begrüßungsbierchen am Küchentisch und dachte, dass ich doch einfach an dem angedachten ersten Wochenende im September nach Istanbul fliegen könnte, ein bisschen Fähre fahren, ein Simit und einen Fisch beim Hamsi essen ...

Wen wundert es, dass ich um 23.50 Uhr heute Nacht den Flug von Zürich nach Istanbul, um 23.52 Uhr den Flug von Istanbul nach Hannover und um 25 Sekunden nach Mitternacht das Hotel in Istanbul gebucht hatte? Keinen? Jo, dachte ich mir ...

Ich wohne im gleichen Hotel in Kadıköy, im asiatischen Teil, in dem ich schon mit meiner Ma einmal gewohnt hatte. Das ist insofern besonders praktisch, als dass ich nach dem Abflug am Freitag Abend, dem 4. September, um 20.45 Uhr in Zürich erst um 0.35 Uhr am Samstag Morgen in Istanbul (Sabiha Gökçen, dem asiatischen Flughafen) ankomme. Zwar fahren die Metros in den Wochenendnächten anscheinend durch, aber wenn ich in Europa wohnen würde, müsste ich noch über den Bosporus kommen. So kann ich von der Metrostation zum Hotel gehen und einchecken.

Der Rückflug nach Hannover geht am Sonntag Abend erst um 22.25 Uhr, und ich komme am Montag Morgen um 0.40 Uhr in Hannover an. Von da muss ich mir wahrscheinlich ein Uber nach Hause gönnen, aber hey, nach einem Wochenende in Istanbul wird das ja hoffentlich noch drin sein!

Das wird also die Entspannungsreise vor der Saison - ja, Istanbul ist Entspannungsreise (wirklich!), das weiß ich, sobald ich auf der Fähre sitze und rüber nach Europa gondle. Das wird wieder herrlich!

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Meine Ma und ich haben jetzt endlich die ausstehenden sechs (!) Länderplakate für Guyana, Burkina Faso, Tonga, Vanuatu, die Salomonen und die Cookinseln in meinem Arbeitszimmer im Schwarzwald aufgehängt. Dazu wird traditionell die Nationalhymne des jeweiligen Landes abgespielt, sobald das Plakat hängt - das ist immer ein ergreifender Moment. Höhö ...

Endlich hat man sie aufgehängt ...


Donnerstag, 16. Juli 2026

Benvenuti a Roma

... wird es am 15. Januar 2027 heißen, denn an diesem Freitag Abend landen meine Ma und ich um 23.30 Uhr am Flughafen Fiumicino. Wir werden mit dem Taxi ins Hotel fahren (müssen), weil da kein Zug mehr fährt, aber da werden wir am Ende keine Einwände haben, denn auch in den kommenden zwei Tagen werden wir den einen oder anderen Schritt durch Rom und in Richtung Vatikan machen, da darf es auch mal das Taxi sein abends.

Wir fliegen von Zürich, und dort um 21.55 Uhr ab, da sollte ich (auch im Winter) genug Zeit zum Arbeiten haben, bevor es losgeht.

Am Sonntag, dem 17. Januar, geht es um 19.40 Uhr zurück von Fiumicino, sodass wir um 21.20 Uhr in Zürich landen; da haben wir noch den Vormittag und können ganz, ganz, ganz gemütlich zu Mittag essen in Rom, ehe es zurück zum Flughafen geht.

Es ist mehr als elf Jahre her, dass ich zuletzt (mit Janine) in Rom und insbesondere im Vatikan war, damals - im Hochsommer 2015 - war es brutal heiß (und trotzdem voll), diesmal wird es hoffentlich kühler und leerer sein. Ach Leute, ich freue mich schon jetzt auf diese Belohnungsreise nach dem mit großer Wahrscheinlichkeit auch wieder total entspannten Winter - das wird gut ...

Und meine Ma und ich werden binnen weniger Wochen wichtige Sehenswürdigkeiten zweier mediterraner Hochzivilisationen besuchen, das wird sogar ein kulturell anspruchsvoller Winter!

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Ich bin zu dieser frühen Stunde wach, weil ich gestern semi-spontan zu den Freunden in Halle gefahren bin, um mit denen Fußball zu gucken. Der Älteste (den Leserinnen und Lesern bekannt als "der Bub") ist ja schon in Ungarn - und war virtuell per WhatsApp dabei (der hat nämlich den Spielausgang richtig getippt und ist fast uneinholbar vorne im Tippspiel) - und die beiden anderen Kinder waren schon im Bett, als ich kam, und noch im Bett, als ich eben wie die Sau vom Trog wegging, aber mit den Eltern kann man auch Spaß haben - den hatte zwar nur die Mutter, weil sie in Unterstützung ihres tippenden Sohnes versuchte, für Argentinien zu sein, aber irgendwie waren wir alle eigentlich für England.

Geholfen hat es bekanntlich nix, und das Finale werde ich emotional boykottieren und hoffe auf einen Abbruch des Elfmeterschießens wegen erwiesener Unfähigkeit ...

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Bessere Nachrichten gab es gestern (bzw. eigentlich vorgestern) aus einem britischen Territorium: Gibraltar ist ja seit gestern - zwar nicht offiziell, aber for all intents and purposes - Teil des Schengenraumes. Zwischen Gibraltar und La Línea gibt es keine Grenzkontrollen mehr (die waren ja für EU-Bürger schon letztes Jahr eher oberflächlich) - und hoffen wir, dass es weder in Gibraltar noch in Spanien so bald jemanden wie Alexander Dobrindt gibt, der Europa um jeden Preis kaputtmachen will ...

Mit diesen guten Nachrichten wünsche ich einen schönen Tag - und werde spätestens nächsten Dienstag aus Budapest berichten ...