Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 17. Mai 2026

Wie in Boston

… habe ich mich heute in den Straßen der ehemaligen "French Concession", dem ehemals französischen Schutzgebiet hier in Shanghai, gefühlt - das hatte mit seinen Platanenalleen, seinen hippen Barista-Cafés und den kleinen Street-Food-Ständen ein, naja, irgendwie unchinesisches Feeling. Ich kann mich so gar nicht erinnern, hier schon einmal gewesen zu sein, obwohl ich jetzt zum mindestens dritten Mal in Shanghai bin, aber da hat es mir wirklich sehr gut gefallen!

Der Flug war okay, ich saß in der letzten Reihe, aber die war trotzdem verstellbar, und wir hatten so weit hinten nur zwei Plätze nebeneinander; neben mir saß eine junge Chinesin mit wirklich riesigem Schminkkoffer, und der wurde vor der Landung auch durchaus gewinnbringend eingesetzt. Naja, elf Stunden Flug sind nie so richtig grandios toll, aber mit Kung Fu Panda 4 und relativ viel Schlaf ging das auch rum. Um 0.59 Uhr papua-neuguineiischer Zeit (da waren wir nahe Papua-Neuguinea) überquerten wir den Äquator, damit ist meine 18. Südhalbkugel-Reise auch in den Büchern …

Die Einreise in Shanghai war wie immer einigermaßen problemlos, auch weil wir Deutschen im Vergleich zu den Türkinnen vor mir vergleichsweise wenig gefragt werden - aber die elektronische Einreiseanmeldung sollte man haben, sonst steht man da ein bisschen unqualifiziert in der Gegend herum.

Ich kaufte mir noch schneller als bei der ersten Visite hier die Tageskarte für die Metro für wieder einmal lächerliche 2,25 Euro, dann ging es auch schon zum Hotel, wo ich gegen 6.30 Uhr aufschlug (ich hatte die erste Metro des Tages erwischt). Einchecken konnte ich noch nicht, wie mir per Übersetzungs-App beigebracht wurde, aber meinen Rucksack abstellen konnte ich. Das tat ich und brach - mit frisch auf der Gästetoilette geputzten Zähnen, aber ohne Sonnencreme, dafür mit Hut und unwilliger Powerbank - auf ins Abenteuer Shanghai 2026 II.

Erste Station des heutigen Tages war das deutsche Generalkonsulat, und der Weg dorthin von der Metrostation Shanghai Library war schon großartig (auch wenn mich die eine KI komplett falsch schicken wollte). Der Weg war so toll, weil der schon in der French Concession war und also platanengesäumt, und das Generalkonsulat selbst ist - ebenso wie viele Bauwerke dort - ein wunderschöner alten Kolonialbau. Auch durfte ich ungestört zwei Fotos schießen, ohne meinerseits gleich erschossen zu werden - sehr gut!

Danach leitete die KI mich in die Wulumuqi Road. Und ja, dort ist es schön - eine Essensbude an der anderen, dazwischen auch wieder Barista-Cafés und europäisch oder amerikanisch anmutende kleine Boutiquen, das war schon schön dort.

Überhaupt konnte mich die KI (zur Verwendung derselben auf dieser Reise werde ich im Fazit sicherlich etwas schreiben!) heute nur leiten, weil ich mir eine sogenannte eSIM zugelegt hatte. Wenn man von "sogenannter eSIM" schreibt, macht man es sowieso falsch, weil die Kenner bei "sogenannt" abwinken und an "sogenannte Smartphones" denken, und die Nicht-Kenner eh nicht wissen, was gemeint ist. Sei's drum: Für ziemlich wenig Geld (zwei US-Dollar für Neuseeland, vier US-Dollar hier für China) kann man sich bei irgendwelchen Großhändlern Datenpakete für ein Land kaufen und das dort verwenden für WhatsApp, für Google, für diverse KIs. Das besonders Praktische hier in China ist, dass meine eSIM offiziell eine Karte aus Hongkong ist, und die umgeht alle Sperren der Great Chinese Firewall, also der Internetzensur hier in der Volksrepublik. Google, Spiegel, CNN geht alles in China eigentlich nicht, über die eSIM ist das gar kein Problem (deswegen sind die eSIM-Verkaufsseiten ihrerseits in China gesperrt, d.h. du musst die eSIM zwingend vor Einreise kaufen und dann hier in China aktivieren). Das habe ich jetzt auf der Reise erstmals großflächig genutzt, weil mein vorheriges privates Handy uralt war und dementsprechend noch nicht eSIM-fähig. Mit meinem neuen Gerät klappt das wunderbar - das werde ich öfter machen …

Auch öfter gemacht habe ich heute dann die Zahlung mit WeChatPay. Hatte ich mich in der Wulumuqi Road erst noch nicht getraut, mich da einfach an einen Tisch zu setzen und über den QR-Code zu bestellen (und als ich mich getraut hatten, fingen sie gerade an mit Aufräumen, da bin ich schon auch schnell weg), und auch nicht getraut, an so einem Straßenstand mit den QR-Codes zu bezahlen. Ich fuhr mir dann noch ein bisschen Mut in der U-Bahn an, stieg zwei Stationen weiter aus und lief ein paar Schritte (immer noch unter Platanen) zu einer relativ bekannten Kette für Shengjianbao. Xiaolongbao hatte ich ja schon probiert auf dem Hinweg, das waren Teigtaschen, die gekocht waren, Shengjianbao ist so ähnlich, aber die sind unten angebraten und daher auf der Unterseite fest.

Erstmal kam aber das Abenteuer Bestellen: Ich lief rein in das Ding und setzte mich an einen Tisch. An jedem Platz ist ein QR-Code, den scannt man mit (z. B.) der WeChat-App, einer App wie WhatsApp, die aber intern auch eine Bezahloption hat; die muss man natürlich vorher freigeschaltet haben, indem man sie etwa mit einer westlichen Kreditkarte verbindet. Danach bekommt man - ein paar Cookies muss man freigeben (das kam nur auf Chinesisch, auweia) - die Karte angezeigt, die entweder schon auf Englisch ist oder die man sich automatisiert übersetzen lassen kann (die Englisch-Deutsch-Übersetzung ist Mist …). Danach wählt man sein Essen aus und sein Getränk, klickt auf Bezahlen, muss dann seinen vorher eingerichteten Bestätigungscode eingeben und dann verbindet sich die WeChatPay-App mit deiner Bank, bucht das ab und bestätigt dem Restaurant nicht nur die Bestellung, sondern auch gleich die Bezahlung. Ungelogen 15 Sekunden später hatte ich meine Shengjianbao auf dem Tisch stehen, auch das Getränk kam bald und meine Suppe ebenso.

Diese Shengjianbao sind - ebenso wie die Xiaolongbao - echte Zungenbrenner (und -brecher, jaha), obendruff sind die schön weich, da muss man reinbeißen in die mit Sesam und nochwas bestreute Kappe. Dann soll man die Saft aussaugen (idealerweise auf einem Löffel, damit da nichts verloren geht) und dann isst man die auf. Wenn man einfach so reinbeißt, spritzt man bis zum nächsten Tisch - und verbrennt sich die Zunge. Joa, ich wurde sowohl beim Bestellen als auch beim Essen beobachtet, aber als sie gemerkt haben, dass ich das mit dem Bestellen hinkriege - anfangs mit ein bisschen Mühe -, war das alles wunderbar - und wenn du dir nicht gerade die Nase schnäuzt, kannst du in China beim Essen eh nix falsch machen? Schlürfen? Muss man! Zu Tisch liegen? Klar! Schlabbern? Dafür gibt's Taschentücher en masse.

Ich war verfressen und hatte vergessen, dass ich ja noch Schweinebauch in einer anderen Gaststätte probieren wollte, also bestellte ich noch einmal vier Shengjianbao, diesmal mit Schweinefleisch und jeweils einer Garnele drin, und noch (kalte) Wonton mit einer - wie sich herausstellte - Erdnusssoße. Auch das war beides sehr, sehr lecker - und insgesamt zahlte ich keine zehn Euro …

Ich stand auf und verließ das Etablissement (das macht man hier so, man hat ja bezahlt) und lief in Richtung der Nanchang Road. Die gilt als das Herz der French Concession, und ich verstand auch sehr schnell, wieso: Auch hier sind viele Platanen, auch hier sind viele Boutiquen, aber irgendwie fühlt sich das noch konzentrierter an als vorher in der Wulumuqi Road. Kurzum: Es war herrlich!

Ebenso herrlich (und gut!) war der Hinweis meines KI-Reiseführers, dass ich den Fuxing Park aufsuchen möge, gerade an einem Sonntag. Ich bin jetzt nicht so der riesengroße Park-Fan, aber das ist ein absolutes Muss. Ob das jetzt der Central Park von Shanghai ist, das sei einmal dahingestellt, aber als ich da reinkam, kam ich erst einmal an einem riesigen Blumenbeet vorbei, das und im Hintergrund die Wolkenkratzer, das ist schon einmal ein schönes Bild. Aus den Weiten des wunderbar grünen Parks kam Musik, also lief ich in die Richtung. Dabei lief ich einen überdachten Weg entlang, an dessen Rand viele Bänke standen, auf denen viele Menschen saßen und sich unterhielten. Die Musik wurde immer lauter - und vielstimmiger … Da standen ältere Menschen und sangen so etwas Ähnliches wie Karaoke, und auf der anderen Seite einer wunderschönen Blumenanlage tanzten (ganz vorwiegend ältere) zu alter chinesischer, alter klassischer und modernerer Musik - zur Belustigung jüngerer Chinesen und aller Ausländer. Aber das war kein Auslachen, sondern ein "Süßfinden", wie die Leute da in aller Ruhe tanzten, während ich sie umtanzte, weil ich da durch wollte … Dieser Fuxing Park ist echt wunderschön!

Weiter ging es aus dem Park heraus und dann in die nächste Metrostation rein. An der Nanjing Road, der Haupteinkaufsstraße von Shanghai, kam ich raus - und wurde das erste Mal von Schleppern behelligt: "You want Shopping?" "Bu yao" - ich will nicht!

Mir war wieder eingefallen, dass ich noch unbedingt Großmutters Schweinebauch versuchen wollte, also lief ich in Richtung der kleinen Kette, die das anbietet, nur um den Standort leer vorzufinden. Sie waren umgezogen, die Dachterrasse, in der ich ein Bier trinke wollte, hatte eh noch nicht auf, also lief ich im Schatten, jetzt war es warm und sonnig geworden und ich nicht eingeschmiert, in die neue Großmutter-Location. Da stand auch eine Schlepperin davor, die sich richtiggehend freute, einen Ausländer eingefangen zu haben; ich bekam einen Tisch in einem modernen Restaurant in der zweiten Etage, nichts mit Street Food, das war ein richtiges Restaurant.

Ich bestellte über die WeChatPay-App (anders als ich China-Experte musste der einzige andere Ausländer zum Zahlen mit an die Kasse vortappen - Anfänger, höhö!) meinen Schweinebauch (Ruhe dahinten!), Bier gab es auch, wunderbar, auch das wurde bestellt, und dann futterte ich da die große, für China mit 11 Euro nicht billige Portion auf - und war tatsächlich sehr zufrieden (einmal stöhnte ich sogar kurz). Man sollte die Soße über den Reis (den ich für 3 Yuan, also 38 Cent, dazubestellt hatte) gießen und das dann genießen, aber da streikte mein Bauch endgültig - Überfressalarm!

Ich versuchte, das Ganze mit einem zweiten Bier zu beheben, das klappte nicht, also ging ich und fuhr heim ins Hotel. Dort konnte ich schon einchecken und war umgehend im Bett.

Um 20.20 Uhr klingelte der erste Wecker, um 20.30 Uhr der zweite, um 20.50 Uhr stand ich schließlich auf, duschte (herrlich!), checkte aus, lief zur Metro, die einigermaßen leer war, latschte zur Sprengstoffkontrolle, überstand selbige, lief - inzwischen kenne ich mich ja wieder aus in Shanghai - zur Bordkartenkontrolle, reiste aus, ging durch die Sicherheitskontrolle, fuhr mit dem Bähnchen und sitze jetzt hier am Gate - in zehn Minuten soll das Boarding beginnen, mal sehen, was das wird …

Das war noch einmal ein wunderbarer Abschlusstag in Shanghai mit (zu) viel gutem Essen - mein Flieger geht um 0.15 Uhr chinesischer Zeit (18.15 Uhr am Sonntag deutscher Zeit) und soll um 6.05 Uhr in Frankfurt landen. Ich hoffe, um 11.39 Uhr in Rötenbach zu sein, um noch kurz duschen zu können, bevor es dann nach Essen geht. Darüber werde ich morgen berichten und vielleicht auch schon in Fazit schaffen, lang genug im Zug sitze ich ja, aber mal gucken, ob ich ein bisschen Schlaf nachholen muss, wenn ich da auf dem B-Sitz eingeklemmt sitze …

Abschied von Auckland

Generalkonsulat in Shanghai

French Concession

Kalte Wonton mit Erdnusssoße (unten links der QR-Code)

Shengjianbao

Platanen in der French Concession

Fuxing Park

Schweinebauch mit hartgekochten Eiern

Fuxing Park I

Fuxing Park II

Fuxing Park III

Samstag, 16. Mai 2026

Nicht beim Essen gestöhnt habe ich heute

..., nicht, weil es schlecht gewesen wäre, aber es war halt auch nicht so außerordentlich großartig wie im Bite Time auf Rarotonga oder gestern im The Heke auf Waiheke Island ...

Ich war gestern früh ins Bett gegangen, weil ich mich mindestens überfressen hatte, und dementsprechend war ich heute einigermaßen ausgeschlafen, als ich mich so gegen halb acht, acht aus dem Bett schälte. Ich duschte, rasierte mich für den Rückflug und packte meine sieben Sachen zusammen.

Ich checkte gemütlich aus, hinterließ mein Gepäck im Hotel (die Verwahrungsgebühren, die mir per E-Mail angekündigt worden waren, musste ich kein einziges Mal bezahlen) und latschte wieder die Viertelstunde in Richtung Bushaltestelle. Heute Morgen nahm ich drei Busse hintereinander, den einen Anschluss verpasste ich, aber das war nicht schlimm, weil zehn Minuten später die nächste Verbindung fuhr. Alles in allem kam ich um gegen 11 Uhr am Central Business District an, schaute noch, ob ich ins Gebäude des deutschen Konsulats käme, kam ich auch, aber nur ins Erdgeschoss, und auch da war schnell der Ofen aus.

Nun latschte ich - vorbei an einer Demo von Exiliranern - zum Fährterminal, fand mein Gate mit Mühe und stellte mich zehn, fünfzehn Minuten vor Abfahrt in die Reihe für die Fahrt zum Hobsonville Point. Die Fähre blieb ziemlich leer, wenn wir zwei Dutzend Menschen waren, war es viel - ich verstehe es wirklich nicht, denn die Fahrt war unglaublich schön: erst das Ablegen vom Fährterminal mit dem Panorama-Blick auf die Hochhäuser, dann die Fahrt unter der (hiesigen) Hafenbrücke durch, dazwischen die Blicke auf den Hafen mit seinen großen und kleinen Schiffen, sehr bald war das ganz eindeutig kleinstädtisch geprägt, und nach einer halben Stunde Fahrt kam ich ganz entspannt am Hobsonville Point an.

Dort gibt es eine der vielen neuseeländischen Craft-Beer-Manufakturen, und in die - einen alten Hangar - fiel ich ein. Ich bekam einen Tisch geradeso im Schatten, absolut perfekt, und bestellte gleich mal die Vier-Bier-Tasting-Palette. Joa, die Biere dort waren lecker, vor allem das XPA hatte es mir fast angetan; dazu bestellte ich den Klassiker Fish & Chips. Damit machte ich nichts falsch, aber es war halt Fish & Chips, lecker, aber keine fünf Sterne - höhö ...

Ich gönnte mir noch ein (teures, durchaus leckeres) Eis im Farmers' Market, trank noch ein letztes Bierchen, weil ich doch schneller war als gedacht und fuhr dann mit der leicht verspäteten Fähre zurück nach Auckland. Wegen der leichten Verspätung verpasste ich meinen Zug, aber den ein paar Minuten später erwischte ich problemlos - und die Google-KI hatte da so einen Stress gemacht ... Auch den Anschlussbus erwischte ich problemlos, und nach dem schon bekannten viertelstündigen Fußmarsch kam ich am Hotel an - mit einer halben Stunde Puffer - und konnte schon mein Gepäck auslösen.

Der Shuttlebus fuhr (jedenfalls bis zum Inlandsterminal) für mich ganz allein, dann stieg eine Frau zu, und jetzt stehe ich in der Schlange für den Check-in.

Der Typ machte zwar einen ganz pfiffigen Eindruck, aber meine Bitte, für beide Flüge einen Fensterplatz zu bekommen, hat er nur für den Auckland-Shanghai-Flug umgesetzt; für den Shanghai-Frankfurt-Flug sitze ich jetzt in der Mitte ... Argh - mal gucken, was das wird. Und ich weiß halt nicht, ob er nicht konnte oder wollte oder es einfach nicht geschnallt hat, was ich von ihm wollte - schade ...

Die Ausreisekontrolle ging sehr schnell, wie immer (da war nur am Morgen der ersten Ausreise nach Tonga viel Andrang), auch die Sicherheitskontrolle ging fix, und jetzt sitze ich schon am Gate und warte auf den Abflug ...

Über den Flug und Shanghai werde ich morgen vom Flughafen in Shanghai berichten - jetzt erstmal Daumen drücken, dass ich morgen früh schon mein Zeug im Hotel abstellen kann ...

Exiliraner

... am historischen Fährhafen

Skyline mit Flagge

Unter der Hafenbrücke

Auch heute wurde Hopfensaft verkostet

Hafenbrücke Auckland

Ehemals höchstes Gebäude der Südhalbkugel

... und die Skyline in ganzer Pracht

Freitag, 15. Mai 2026

Fast als Pauschaltourist

... wäre ich heute geendet, aber das konnte ich gerade noch verhindern.

Der Flug war sehr entspannt, auch weil zwischen dem älteren Neuseeländer auf dem D-Sitz und mir auf F am Fenster keiner saß. Wir waren um 22.19 Uhr Cookinseln-Zeit am Mittwoch gestartet, überquerten die Datumsgrenze so gegen 23.50 Uhr Mittwoch Niue-Zeit/22.50 Donnerstag Auckland-Zeit, den 180. Längengrad um 23.48 Donnerstag und landeten um 0.39 Uhr am Freitag.

Ausgerechnet mitten in der Nacht war es am Flughafen in Auckland am vollsten; ich musste sogar zwei bis fünf Sekunden warten, bis ich durch die Einreisekontrolle konnte. Bei der Biosecurity bekam ich überhaupt keinen Aufkleber, also ging ich zum Gepäckband, mein Koffer fuhr schon in der Gegend herum, und lief zur Express Lane. Da durfte ich auch durch, von der Einweiserin und von der Biosecurity-Tante her, alles grün, so solle es sein.

Ich erwischte völlig gemütlich den früheren Shuttlebus (den anzupeilen hatte ich mich gar nicht getraut) und war entsprechend halbwegs früh am Hotel. Meine Tasche, die vorgestern angekommen war, wurde mir auch sofort ausgehändigt (jede Menge Papierkram hing da dran, lustig ...) und dann ging es ins Zimmer und zügig ins Bett.

Heute Morgen brummte mein Handy relativ viel, sodass ich doch um 7 Uhr wach war - ich ging ins Bad und peilte die Fähre um 10 Uhr nach Waiheke an. Ich hatte gestern sehr ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, eine geführte Tour mit Fähre, Bus, Essen und Weinprobe mitzumachen, und die Option wollte ich mir zumindest offenhalten.

Ich lief 15, 20 Minuten zum Bus, stieg in selbigen ein, kam am Vorstadtbahnhof an, stieg dort in die S-Bahn ein und landete um kurz nach 9 Uhr am Hauptbahnhof/Fährhafen. Ich hatte mich inzwischen entschieden, doch keine Pauschalreise zu machen, sondern ganz privat alles zu organisieren, angefangen am Fährhafen. Dort erwischte ich - ich zahlte mit Ein-/Auschecken anstand mit Online-Buchung, weil mir sonst die Zeit nicht gelangt hätte - gerade noch so die 9.15-Uhr-Fähre nach Waiheke - und stand dann als Einziger die ganze Fahrt lang auf dem Außendeck.

Soooooooooo herrlich war die Fährfahrt von Auckland in Richtung Pazifik, vorbei an einigen Inselchen (die Brown Island ist so unglaublich grün, absolut schön!), ein bisschen frisch war es schon, ich zog mir unterwegs meine Windjacke an, aber kalt war es nicht wirklich.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde Fahrt kamen wir auf Waiheke an, und ich fuhr mit dem Bus drei, vier Stationen in das Örtchen. Das hätte genauso gut ein alternatives Kaff in Kalifornien sein können, mit seinen Palmen und Bussen und Fahrradfahrern - das gefiel mir auf Anhieb gut.

Ebenfalls gut gefiel mir der erste, lange Strand - der Oneroa Beach ist riesig, flach, gut erschlossen, das fand ich schon einmal echt schön dort. Ich hatte mir zwischendrin noch einen Tisch in einer gut bewerteten Lokalität reserviert, jetzt aber noch recht viel Zeit, also fuhr ich noch zum Onetangi Beach - an meiner Lokalität vorbei, noch ein paar Minuten weiter.

Der Onetangi Beach ist noch schöner als der Oneroa Beach, ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, da mal im neuseeländischen Sommer, das wäre bestimmt auch schick.

Ich fuhr mit dem Bus zurück in die Nähe des Golfplatzes, denn dort war meine angepeilte Lokalität. Ich lief die letzten Meter, bog ab - und schon der Parkplatz gefiel mir sehr; das kann ich gar nicht genau beschreiben. Ich war ein bisschen früh dran, setzte mich noch unter der Palme auf eine Bank, wartete bis 11.58 Uhr lief dann die paar Meter hoch zum Restaurant.

Meine Mutter wird wieder schimpfen, was ich in den folgenden Stunden verzehrt habe, aber es war einfach echt lecker ... Den Anfang machte eine Bierprobe (die haben da zwar auch Wein, aber vor Ort wird Bier und Whiskey gebraut) aus vier kleinen Gläschen vom Lager über IPAs hin zum Porter, und das war schon lecker. Die bestellte Portion langsam geschmorten Lamms kam - anfangs dachte ich, dass die Portion eher klein und arg viel Fenchel über und arg viele Kichererbsen unter dem Fleisch sein, aber als ich den Fenchel etwas zur Seite bugsiert hatte, sah ich, dass das gar keine so kleine - und vor allem eine fantastisch zarte - Portion Lammschulter war. Freunde, das war absolut fantastisch! Meine Bonusoma macht ja ganz wunderbares Lamm, aber bei den Lammlachsen schmeckt man den Lammgeschmack meist gar nicht mehr so intensiv heraus; zu intensiv darf mir Lamm aber auch auch nicht sein, weil es dann schnell böckelt. Das Lamm heute war perfekt - ja, man hat gemerkt, dass das Lamm ist, aber das halt nullkommanull geböckelt, das war einfach nur lecker und butterzart - ganz, ganz großartig.

Es war so lecker, dass ich mir nicht verziehen hätte, wenn ich nicht noch das Shanghai Crudo, frischen, rohen Fisch auf Avacadocreme mit Wonton-Crackern, probiert hätte - das klang nämlich auch so großartig. Dazwischen verzehrte ich noch das Showcase Flight, bestehend aus einem Bierchen, einem Gin und zwei Whiskeys - ich bleibe dabei, dass ich kein Whiskey-Fan bin, aber der letzte Whiskey schmeckte fast wie ein Rum, und das gefiel mir dann schon eher ...

Nach einem weiteren Bier-Tasting-Set zahlte ich (nicht wenig, aber auch nicht so viel, dass ich aus allen Wolken gefallen wäre), ging zum Bus - und stieg in Oneroa Village gleich wieder aus. Da hatte ich nämlich schon vorher eine Austernkneipe entdeckt, und da wollte ich - "unvernünftig" ist mein dritter Vorname - noch Austern zum Nachtisch essen.

Das klappte, der (italienische) Ober empfahl mir, keine Fisimatenten zu machen und einfach die frischen Austern roh zu verdrücken. Ich folgte der Empfehlung und bereute es nicht; so genoss ich neben der fantastischen Aussicht aufs Meer auch die leckeren Austern und die durchaus leckeren Weißweine, die sie glasweise im Angebot hatten. Wunderbar!!

Ich fuhr mit dem Bus zurück zum Hafen, erwischte die Konkurrenzfähre gerade noch und landete gegen 17 Uhr wieder im Hafen von Auckland. Den Anschlussbus in die Kneipe, in der Uli und ich vor drei Jahren versackt waren, erwischte ich gerade so; in der Kneipe trank ich noch eine Kleinigkeit und aß zu Abend (das vorher war ja alles Mittagessen gewesen, und gefrühstückt hatte ich gar nicht!), ehe ich mit drei Bussen zurück zu meinem Flughafenhotel fuhr.

Was für ein wunderbarer Tag war das heute, der letzte volle Tag in Ozeanien - ganz, ganz großartig ...

Ich habe mir heute in der Mittagessengaststätte noch das Hotel in Shanghai wieder gebucht und auch die Einreiseanmeldung für China fertiggemacht, damit steht den zweiten 16 Stunden in Shanghai nichts mehr im Wege.

Davor ist morgen aber noch ein mindestens halber Tag in Auckland angesagt, auch da will ich wieder Fähre fahren, wenn es irgendmöglich ist. Jetzt aber gehe ich erstmal in die Heia, war dann doch ein langer Tag ...

Skyline von Auckland beim Aufbruch heute Morgen

Inseln unterwegs I

Inseln unterwegs II

In Oneroa Village

Oneroa Beach

Onetangi Beach

Palme mit Bank

Biertasting

Fenchel, Kichererbsen, fantastisches Lamm

Sushi auf Avacadocreme und Wonton-Crackern

Whiskey, Whiskey, Gin, Bier

Austern zum Dessert

Und zurück in Auckland

Donnerstag, 14. Mai 2026

Einen ganz faulen Tag

... habe ich heute gemacht, bevor ich jetzt zum Flughafen gefahren bin, eingecheckt habe, schon ausgereist bin und nun ganz gemütlich im kühlen Abflugbereich sitze - herrlich!

Ich habe sogar noch einmal ausgeschlafen, in Etappen jedenfalls, und um 8 Uhr oder so war ich endgültig auf. Ich duschte in aller Ruhe, nachdem ich meine sieben Sachen gepackt hatte, und war um fünf vor zehn (Check-out war um 10 Uhr) aus der Bude raus; ich hatte noch ein bisschen auf der Bank gegessen und Fotos geschossen vom Strand und von den Palmen und überhaupt.

Ich hatte mir den Gegen-Uhrzeigersinn-Bus (das habe ich gestern auch mindestens einmal durcheinandergeschmissen, man möge es mir nachsehen) um 10.15 Uhr ausgeguckt, der kam auch, war aber gerammelt voll. Ich stellte mich mit meinem großen Koffer direkt neben den Fahrer und stand sehr formschön im Weg herum. Eine Einheimische raunzte mich beim Aussteigen halb im Scherz, halb ernsthaft an, dass ich mir ja wohl ein Taxi hätte leisten können, woraufhin der Busfahrer leicht entgeistert zu mir meinte, dass - wenn das jemand zu mir sagt - es seine Aufgabe gewesen wäre ... Da ich aber mit der Tageskarte für 20 NZD nochmal Geld in die Kassen der Busgesellschaft gespült hatte, war er zufrieden.

Kurz vor der Endhaltestelle stiegen sie alle wie die Lemminge aus, sodass ich mit meinem Koffer eine Zweierbank belegen konnte, die ich bis zur Ankunft am Flughafenhotel (wenn man das so nennen will) nicht mehr hergab.

Einen Tagespass mit Dusche und Poolbenutzung gab es nicht (mehr), aber ich konnte mein Zeug für sehr charmante 2,50 Euro den ganzen Tag sicher unterstellen. Perfekt (und freundlich waren sie dort auch sehr!).

Nun zog ich los, befreit von allen Sachen (nur meine Powerbank und das dazugehörige Kabel hatte ich dabei), und fuhr wieder, den dritten Tag in Folge ins Bite Time Café. Ich wurde wieder herzlich begrüßt, bestellte wieder die Fisherman's Platter, und wenn ich gestern gedacht hatte, die wäre schon fantastisch gewesen (war sie auch), so war sie heute noch fantastischer. Unfassbar. Ich musste ein paar Mal wirklich und ernsthaft an mich halten, vor Wollust nicht zu laut zu stöhnen, weil das alles so unglaublichb gut war. Das Ding gehört wirklich zu den besten Lokalitäten, in denen ich in meinem Leben jemals gegessen habe.

Ich machte nun noch einen kurzen Spaziergang zum Busterminal, stieg in den bereitstehenden Bus ein und fuhr in Richtung Muri, also in Richtung Südostküste. Dort stieg ich - nach deutlicherer Ansprache an den Busfahrer mit dem Spinnentattoo, beim ersten Mal hatte er mich nicht gehört - in der Nähe des Strandes aus, denn ich wollte noch ein paar Meter zum östlichsten Punkt meines Lebens machen.

Von diesem Strand aus (aber das schnallte ich erst später) waren angeblich die Bewohner der Cookinseln aufgebrochen, um Neuseeland zu besiedeln. Ich besiedelte da erstmal nix, sondern hüpfte über Steine in einem kleinen Bach, um auf die kleine Landzunge zu kommen, die da ins Meer ragte. Dabei hatte ich einen grandiosen Ausblick auf eine kleine vorgelagerte Insel und den kleinen Kanal mit unglaublich türkisem Wasser, der dazwischenlag.

Über Strand und Stein wanderte ich da - mich leicht illegal fühlend, weil da Strandhäuser waren, aber die Strände sind Allgemeingut! -, bis ich bei 21° 14,617' S und - wichtiger! - 159° 43,493' W angekommen war. Aufgrund der Rundungsregeln hatte ich damit noch die eine Bogenminute zu 159° 43' W geschafft - juchhe!!

Ich lief wieder zurück - ein Hund bellte alles und jeden laut an, bezog sich aber, wie ich schnell feststellte, vor allem auf die anderen Hunde, vor den Menschen hatte er ausreichend Respekt - und setzte ich an diesem Parkplatz noch ein bisschen aufs Bänkchen, bis der Bus wieder vorbeikam.

Ich fuhr ein paar Minuten mit, bis ich bei Charlie ausstieg und mich dort wieder an den Strand setzte, während ich die eine oder andere Hopfenkaltschale verzehrte - da unten ist das so wunderbar, du sitzt wenige Meter von der Bierquelle entfernt an großen Tischen im Schatten und guckst aufs sieben Meter entfernte Meer - großartig!

Ab und an starrte ich aber auch mal aufs Handy. Böse Zungen würden behaupten, ich plante schon die nächste(n) Reise(n), aber in Wirklichkeit buchte ich mir für weniger als zwei Euro eine eSIM für Neuseeland, damit ich morgen und übermorgen auch in Auckland online sein kann. Mal gucken, ob die auch noch irgendwo aktiviert werden muss ...

Es wurde 15 Uhr, und ich entschied mich, noch eine volle Runde mit dem Bus zu fahren (mit der Tageskarte ja kein Problem) und dann so gegen 16.45 Uhr bei einer Kneipe aufzuschlagen, die einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang haben sollte.

Der Bus kam und nahm mich mit, aber während wir unterwegs waren, sah ich, dass ein anderer Im-Uhrzeigersinn-Bus sich schon am Busterminal bereitmachte; ich nahm an, dass der Busfahrer und der Bus jetzt Feierabend hätten und stieg also ohne Inselumrundung und eine Stunde früher als geplant bei  der angepeilten Kneipe aus.

Jo, das erste kleine Bier bekam ich noch für 5 NZD Happy-Hour-Preis, das zweite, das ich zum Essen bestellte, kostete dann 9 NZD wegen Bierpreise, Treibstoffpreise, keine Ahnung was ... Ein kleines Bier für 4,50 Euro in der Happy Hour (!), das nenne ich eine Hausnummer, und das sagte ich dem (ansonsten sehr lieben) Kellner dann auch, als ich seine Frage, ob ich ein weiteres Bier trinken wollte, verneinte.

Ich verließ das Etablissement gerade rechtzeitig, um den Im-Uhrzeigersinn-Bus noch zu erwischen (inzwischen kennt man die Busfahrer auch ...), für den knappen Kilometer zum Kofferabstellhotel. Da kostete es großes Bier 10 NZD, auch genug, aber eben ein bisschen mehr für deutlich mehr Bier; passt schon ... Und den Sonnenuntergang konnte ich da auch gucken - alles bestens also.

Den Abschluss des insgesamt nicht so wahnsinnigst faszinierenden Sonnenuntergang schaute ich mir dann bei Wasser und Cola an, ehe ich gemütlichst die paar hundert Meter zu Fuß zum Flughafen lief, sehr schnell einchecken konnte und dann auch schon durch die Sicherheits- und Passkontrolle lief.

Ich habe eben festgestellt, dass ich in den drei Tagen hier nur Fisch und Meeresfrüchte gegessen habe und kein Fleisch; mal gucken, ob ich morgen dabei bleibe oder mir was Lammiges gönne. Mal sehen ...

Das Fazit schiebe ich immer noch auf, aber es kommt, irgendwann - spätestens im Zug von Essen in den Schwarzwald am Mittwochabend, würde ich sagen ...

Jetzt gleich wird es aber spannend, denn vom 14. Mai werde ich nur sehr wenig erleben. Planmäßiger Start hier ist um 22.05 Uhr am Mittwoch (20.05 Uhr Donnerstag neuseeländischer Zeit), planmäßige Landung um 0.40 Uhr Freitag neuseeländischer Zeit (2.40 Uhr Donnerstag hier). Wenn ich als Datumsgrenze hier in der Gegend wieder die 172° 30' W heranziehen wollte, die sich wohl so eingebürgert haben, würden wir ungefähr 50 Minuten (sagte die KI neulich) am 14. Mai fliegen, weil wir um 23.10 Uhr am 14. Mai Ortszeit auf die Westseite der Datumsgrenze kämen und dann natürlich um 0 Uhr das Datum schon wieder umklappen würde. Ich werde berichten - aber erst morgen und wenn ich daran denke -, wann genau wir die 172° 30' W und den 180. Längengrad überwinden (wenn ich es nicht wieder verschlafe ...).

Morgen dann geht es durch Auckland, das mache ich aber einigermaßen gemütlich, denke ich, auch wenn ich auf die Waiheke Island möchte - wir gucken einfach ...

In der Nähe des östlichsten Punktes meines Lebens, Blick auf das Inselchen Motutapu 

Mahimahi mit Reis und Herzinfarkt-Soße (würde der Kollege sagen ...)

Tschüss, Charlie ...

Sonnenuntergang an der Nordwestküste

Mittwoch, 13. Mai 2026

Erstmals seit langer Zeit Kontaktlinsen

 … habe ich in den Augen, weil ich heute schnorcheln gehen wollte - und die 20 Dollar (10 Euro) für das halbstündige Leihen der Schnorchelausrüstung (ich hätte die auch 24 Stunden haben können für den gleichen Preis!) waren es sowas von wert, es war großartig …

Ich schlief heute Morgen ganz gemütlich aus und ging nach einem kurzen Strandspaziergang ganz gemütlich duschen. Als ich fertig war, merkte ich, dass ich noch den Gegen-Uhrzeiger-Bus erwischen könnte und ging die paar Meter zum Ringstraße, da kam der Bus auch gerade schon. Mit dem fuhr ich einmal den Dreiviertelbogen um die Insel herum (es fuhr wieder der Fahrer mit der Spinnentätowierung im Nacken) bis in die Hauptstadt; ich lief wieder an der Hafenpromenade entlang zu meinem inzwischen liebgewonnenen Bite Time Cafe.

Die Kassiererin erkannte mich wieder und meinte ob meiner Bestellung der Fischerplatte, dass da viele rohe Sachen drauf seien. Ja, gute Frau, das ist ja der Sinn der Sache. Ich trank noch eine Kokosnuss dazu und bezahlte alles zusammen 18 Euro. Die Kokosnuss musste erst noch gekauft werden (das konnte ich beobachten), aber dann kam die Platte mit Ika Mata und Sashimi (wie gestern), aber zusätzlich noch Thunfisch-Carpaccio und einem gegrillten Stück Thunfisch (soviel zu "alles roh"). Das, meine Damen und Herren, gehört zum Besten, was ich in meinem ganzen Leben jemals, aber auch wirklich jemals gegessen habe - das war bei jedem Bissen eine Geschmacksexplosion, der Fisch war butterzart, es war ganz, ganz, ganz großartig. Ich trank noch eine Kokosnuss und gab heftiges Trinkgeld, aber das ist so unfassbar gut hier - das landet, natürlich, auch in meinen Restaurantempfehlungen …

Danach lief ich zurück zum Bus und entschied mich in einem Anfall von Blödheit, in den Bus einzusteigen, einfach, weil er bereitstand. Eigentlich hatte ich noch ein bisschen Bargeld holen wollen, weil ich nicht sicher war, ob die 60 Dollar, die ich noch bar hatte, reichen würden heute Abend (Spoiler: hätten sie nicht …), aber bis ich da drauf gekommen war, war der Bus schon abgefahren. Ich entschied mich um und stieg am Aroa Beach aus; da sollte man schön schnorcheln können, nur war ich ein wenig in Sorge, weil es noch zu früh am Tag (nämlich volle Mittagssonne war). Ich überlegte hin und her, entschied mich dann, mich vernünftig einzucremen und in dem Tauchladen da mir Schnorchelausrüstung zu besorgen. Das klappte problemlos, und weil ich meinte, dass ich die Leutchen da hätte Deutsch sprechen hören, fragte ich - am Ende der Vertragsverhandlungen - nach, ob da jemand wirklich Deutsch gesprochen hätte. Es stellte sich heraus, dass alle drei Leute, die gerade da waren, deutschsprachig waren … Und das, nachdem ich am Strand schon drei junge Frauen Deutsch sprechen gehört hatte …

Nun musste ich mich nur noch umziehen und also meine Badehose anziehen, aber da waren mir zu viele Menschen. Glücklicherweise gab es gegenüber eine Kneipe, da kaufte ich mir eine Cola, schmiss mein Zeug in eine Ecke und ging auf die Toilette. Das funktionierte sogar unfallfrei - und dann war ich so langsam fertig fürs Schnorcheln.

Ich versuchte es erst einmal nur mit Brille und Schnorchel und ließ die Flossen wie alles andere am Strand (und dabei blieb es dann auch, weil ich auch ohne Flossen gut vorankam). Ich schwamm 40, 50 Meter in Richtung Riff und sah auf dem Weg schon viele schöne hübsche Fischchen. Darunter müssten laut Google Papageien-, Preußen- (schwarz-weiß-gestreift) und Flötenfische gewesen sein, das sind die Dinger, die wie lange schmale Blätter im Wasser liegen. Herrlich! Ich kämpfte gerade mal wieder mit meiner Maske, als eine Frau mich fragte, ob ich die Schildkröte gesehen hätte und zeigte auf eine Stelle im Meer. Ich schnorchelte da hin und sah nix, auch weil ich in die falsche Höhe schaute. Ich tauchte wieder auf, die Frau fuchelte wieder in der Luft herum - und jetzt sah ich dieses majestätische Vieh und war fast zu nah dran … Also, Abstand marsch, marsch - und dann war das einfach nur noch wunderschön. 

Eine andere Schnorchlertruppe zog immer weiter in unsere Richtung und brachte eine weitere Schildkröte mit (nicht, dass ich die beiden hätte unterscheiden können …), auch das war toll - und zwei Schildkröten in einem Schnorchelgang ist offenbar auch nicht selbstverständlich. Das konnte ich nicht mehr toppen, ich wollte jetzt wegen Sonnenbrand auch nix mehr riskieren (obwohl ich ja gut eingeschmiert war und alles, aber trotzdem), also schwamm ich - noch mitten durch einen kleineren Fischschwarm durch - zurück zum Strand und tauchte wieder auf …

Von meinem Platz auf dem Stein beobachtete ich, wie ein echter Strandhund im Wasser um eine Familie herum Fische verfolgte; auch bekam ich eine Mail vom Flughafen, dass meine Tasche aus Vanuatu jetzt in Auckland angekommen und auch schon durch die Biosecurity durch sei. Sie baten um Bestätigung, wo das Ding hinsoll, und so haben wir uns geeinigt, dass sie es heute ins Hotel liefern, in das ich Freitag am frühen Morgen komme. Das funktionierte alles superprofessionell, auch das Hotel hat schon bestätigt, dass sie bereitstehen - so mag ich das. (Und das war mir nicht so klar, nachdem die Tante am Flughafen - sehr freundlich - immer nur "awesome" sagte, obwohl ich es eigentlich gar nicht so "awesome" fand, dass meine Tasche nicht da war …)

So, jetzt fuhr ich - meine Badehose war inzwischen trocken - mit dem Gegen-den-Uhrzeigersinn-Bus zurück in meine Unterkunft, traf auch die Vermieter an und fragte, ob ich morgen spät auschecken könnte. Kann ich leider nicht, weil jemand kommt - schade, aber dann natürlich nachvollziehbar. Sie empfohlen mir aber, das Gepäck gar nicht am Flughafen einzuschließen, sondern - für eine geringere Gebühr - an einem Hotel direkt am Flughafen. Jo, das werde ich wahrscheinlich versuchen … Damit war der Schnorchelschwimm höchstwahrscheinlich nicht nur der letzte Schwimm auf den Cooksinseln, sondern sogar auf der ganzen Reise. Das Beste kommt zum Schluss, das passt doch!

Ich ging nochmal kurz duschen und zog mich dann an, um den Bus zum Muri Night Market zu erwischen. Das klappte auch wunderbar, und ich war viel zu früh da, konnte mir aber alle Stände schon einmal anschauen. Ich setzte mich ein paar Meter entfernt in das Restaurant des Segelclubs (schöne Aussicht) und trank für teuer Geld (schöne Aussicht) zwei Bier. Dann war ich gerade wieder um Punkt 17 Uhr am Night Market - und fing mit der Völlerei an.

Alles und jeder erzählt vom Seafood Man und seinen Garlic Prawns, also musste ich die auch probieren. Jo, war schon lecker, keine Frage, und ich atme immer noch knoblauchig. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen den Garlic Prawns und der Fisherman's Platter im Bite Time, weiß ich, dass ich Letzteres vorziehe. Ich wollte aber noch mehr probieren und hatte an einem Stand Rukau gesehen, also verspeiste ich noch Rukau mit Taroknollen. Rukau wird aus Taroblättern gemacht - von der Konsistenz und vom Aussehen her ist das ähnlich zu Rahmspinat, und Taroknollen haben eine kartoffelige Konsistenz. Jo, und dann taucht man halt ein bisschen was von der Taroknolle in den Rukau rein und futtert das - sehr, sehr lecker!

Jetzt hatte ich aber Durst, und da es dort alkoholfrei zugeht, gönnte ich mir einen Banane-Mango-Smoothie (herrlich!) und noch einmal Nu (Kokosnuss); beides war klasse. Zum Nachtisch aß ich Banana Poke, Bananenpudding mit Kokosmilch, das war auch grandios, wobei ich sagen muss, dass man bei Rukau und bei dieser Banana Poke schon wissen muss, was es ist - sonst könnte es unappetitliche Assoziationen wecken …

Jetzt wollte ich aber das Fresskoma vermeiden und entfernte mich - in einem gerammelt vollen Im-Uhrzeigersinn-Bus - vom Tatort. Eine Fast-Inselrundfahrt später (ich fand zügig einen Sitzplatz) landete ich in der Nähe meiner Unterkunft. Im Supermarkt gibt es kein einheimisches Bier, also fiel ich in die Bar neben meiner Unterkunft ein; denen habe ich mit einem Bier das Fass leergemacht (oder sie wollten schon die Zapfanlage putzen …), jetzt habe ich halt neuseeländisches Bier - das hätte ich auch aus dem Supermarkt haben wollen. Allerdings ist es hier sehr hübsch, ich sitze mit Blick aufs Meer, hier ist alles offen, mir weht die Brise um die Nase, obwohl ich geschützt sitze - das ist schon sehr, sehr okay hier …

Jo, gleich geht es am Strand entlang rüber zu meiner Bude - und dann ins Bett. Morgen werde ich pünktlich auschecken, mit dem Bus in Richtung Flughafen fahren und dann mal sehen, was der Tag so bringt. Ich sitze auf dem Flug zurück nach Auckland wieder am Fenster, das passt schon einmal ...

Achso, das wollte ich noch erwähnen: Das Bussystem hier in Rarotonga ist einfach (ein Bus stündlich in die eine Richtung um die Insel, ein anderer Bus andersherum, eine halbe Stunde versetzt), aber das passt wunderbar. Klar sind die nicht auf die Minute pünktlich, aber das ist allen völlig wurscht, selbst mir, denn ich weiß, dass ich verlässlich (dem Grunde nach) von A nach B komme, und das ist wirklich wichtig, nicht (und schon gar nicht im Urlaub), ob ich um 15.28 Uhr oder um 15.38 Uhr irgendwo bin … Und mit dieser Tracking-App ist das sowieso super, da muss man nicht unnötig zehn oder fünfzehn Minuten an der Straße stehen, weil man weiß, dass der Bus noch ewig weit weg ist.

Und von einem lieben Ex-Kollegen haben ich einen richtiggehenden Anschiss für mein Foto vom "berühmten Fischsandwich" bei Charlie bekommen. Er schätze mich zwar als Mensch in höchstem Maße und Gleiches gelte für meine Urlaubs- und Reiseposts, aber das (der wunderbare Wahoo) sei ein "Stück panierter Fisch mit einer nach Herzinfarkt (oder Salmonellenvergiftung) anmutenden Soße auf einem hellen Weizenbrötchen mit zwei Salatblättern, die so aussehen, als wären sie von Holland aus zwei Wochen lang ungekühlt auf dem Schiff auf diese Insel gefahren worden und hätten dabei noch die ganze Zeit neben" einer von ihm und mir gleichermaßen nicht wirklich geliebten Ex-Chefin "gesessen. Was also in an diesem Ding berühmt?!?!" Leserbriefe sind stets willkommen, werden aber ggf. veröffentlicht … War trotzdem lecker gestern!

So, Freunde, ich glaube, ich werde spätestens nach dem nächsten Bier hier rausgeschmissen, wäre aber auch okay, dann kann ich um 21 Uhr, 21.30 Uhr ins Bett fallen (und vorher die Kontaktlinsen rausmachen) … Gute Nacht, bis morgen! (Und irgendwann kommt, versprochen, auch ein Fazit der Reise.)

Rukau mit Taroknollen

Smoothie und Kokosnuss 

Banana Poke

Würde dann doch etwas voll

Garlic Prawns

Brunch: Fisherman's Platter

The Needle, glaube ich 

Aroa Beach mit vielen Meerestieren

... einschließlich Strandhund

Dienstag, 12. Mai 2026

Die Uhr lesen gelernt

… habe ich theoretisch irgendwann mal, sollte man meinen; trotzdem stand ich heute Abend an der Stelle (und vor allem auf der Straßenseite), an der der Gegen-Uhrzeigersinn-Bus mich rausgeschmissen hatte, und wartete dort auf den Im-Uhrzeigersinn-Bus. Der kam auch angerauscht, aber eben von der anderen Straßenseite. Ich Trottel nahm also die Beine in die Hand und erwischte den Bus gerade noch; ich vermute, ich war nicht der erste Vollidiot, dem das passiert ist, denn der Fahrer tat so, als ob nichts gewesen wäre, obwohl er extra noch ein, zwei Sekunden auf mich warten musste ... Grandios, wirklich!

Nunja, der zweite Eindruck von den Cookinseln, oder vielmehr von Rarotonga, der Hauptinsel hier, war jetzt nicht soooo schlecht wie der erste Eindruck gestern. Natürlich war ich sehr früh wach, obwohl ich erst spät ins Bett gekommen war, natürlich musste ich unbedingt raus und so latschte ich im Schlafanzug aus meiner "Villa" und ging ans Meer. Joa, schon au schön, hätte ein früherer Bundestrainer gesagt. Der Strand ist wunderschön, wenn auch mit Felsen überzogen, und das Wasser sah sehr, sehr flach aus - ich habe eine Luftaufnahme gesehen, und anscheinend ist beim Nord(ost)teil der Insel das Riff relativ nah am Land gelegen, sodass es zwischen Riff und Land keine schöne Badezone gibt. Dementsprechend habe ich mich hier auch nicht ins mehr oder weniger kühle Nass getraut.

Erst einmal duschte ich aber und lief dann in Richtung Bus, als ich meinen Vermietern in die Arme lief. Das US-amerikanische Pärchen hatte zuletzt in den USA auf Maui gelebt, ist inzwischen um die 80 und überspielte meinen (dezenten) Hinweis auf die ausbleibenden E-Mail-Antworten einfach. Soso ... Böse Menschen scheinen mir das aber nicht zu sein, und so hielten wir ein wenig Smalltalk. Dann wollte ich aber auf den Bus.

Der Hinweis von meiner Vermieterin, dass die Busse aufgrund der Benzinpreise aktuell kostenfrei wären, stimmt so nur für die Cookinsulaner selbst; die Touristen kriegen zwar nur eine Ermäßigung, aber die änderte mein Kalkül deutlich: Der Preis einer Tageskarte blieb bei 20 Dollar (10 Euro), aber die Zehn-Fahrten-Karte kostet nur noch 25 statt 35 Dollar - und damit entschied ich mich erst einmal für die Zehn-Fahrten-Karte.

Der Bus kam verspätet, ich stieg ein, zahlte und fuhr dann ganz gemütlich die halbe Stunde mit um die Insel, drei Viertel des volles Weges. Das Innere der Insel ist richtiggehend bergig (und unglaublich grün), die Ringstraße ist auch unglaublich grün, und im Vergleich zu Tonga oder Vanuatu ist das hier total touristisch - überall Hotels und Ferienwohnungen, Autovermietungen, kleine Restaurants, schon schick, aber das geht halt nur dank des (wunderbaren und ausreichend leistungsfähigen) Bussystems, das hier werktags im und gegen den Uhrzeigersinn stündlich die Insel umrundet (auch wenn der Gegen-Uhrzeigersinn-Bus schon am späten Nachmittag seinen Dienst einstellt).

Ich kam - ich hatte den Bus so gegen 9.20 Uhr genommen - um kurz vor 10 Uhr in Avarua an und wanderte erst einmal ein bisschen durch die Geschäfte. Die Cookinseln haben 15.000 Einwohner, Avarua 5.000, aber dafür gibt es hier richtig viele Geschäfte. Ich wanderte erst zur von Havea empfohlenen Kneipe, die war aber noch nicht auf, dann googelte ich nochmal, stutzte, schaute auf und sah da vis-à-vis an dem Haus einen Gummiadler kleben - ich hatte das deutsche Honorarkonsulat entdeckt. Juchhe! Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen und stiefelte dorthin. Ich machte wieder Grinsekatze-Selfies und auch ein Dokumentationsbild, dann hatte ich aber Hunger und lief ans andere Ende der Strandpromenade zu einer Ansammlung von kleinen Imbissständen.

Dort hatte ich mir über Google einen ausgesucht, ich hatte die Wahl zwischen (u.a.) Ika Mata (dem in Zitronensaft gegarten Fisch) oder Thunfisch-Sashimi oder einer Kombination aus beiden. Letzteres kostete 11 Euro, wurde bestellt und verzehrt - ganz hervorragend, ganz fantastisch! In dem Moment war ich mir sicher, dass, wenn das Essen so gut bleibt, die Cookinseln und ich vielleicht doch noch Freunde werden könnten ...

Ich guckte mir noch das Gelände eines Marktplatzes an, der am Samstag ganz toll sein muss - leider sitze ich am Cookinseln-Samstag schon in Shanghai in der Metro, aber dafür gibt es morgen - relativ in der Nähe meiner Bude - einen Nachtmarkt - und den werde ich unsicher machen!
Ich lief wieder zurück in Richtung "Busbahnhof", die von Havea empfohlene Kneipe war jetzt auf, und ich musste doch dieses Cookinseln-Bier probieren, das - wie ich später herausfand - nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird. Jo, drei Bier später lief ich da wieder raus, nachdem ich den Blick aufs Meer sehr genossen hatte.

Ich erreichte den Bus um 13.30 Uhr (gegen den Uhrzeigersinn) und hatte mich ausgekäst, an welchen Strand ich denn einmal zum Schwimmen gehen wollte. Die Wahl fiel auf den Titikaveka Beach, und da sollte es eine schöne Kneipe geben.

Im Bus wurden allerlei Witzchen gerissen; der Fahrer war gut drauf, die Fahrgäste auch, ich lief auch da erst in die falsche Richtung, merkte das aber schnell und landete bei Charlie's on the beach ... (Spoiler: Hier blieb ich fünf Stunden.)

Ich bekam den Hinweis, dass ich Essen jetzt gleich bestellen solle, die Küche schließe; ich wollte aber gar nix zu essen, aber auch nicht mit Bier weitermachen, also trank ich Nu und bekam eine Kokosnuss mit einem Glas darunter (damit die Kokosnuss nicht wegrollt). Damit marschierte ich die paar Schritte runter an den Strand - und genoss den Blick und auch den Nachmittag. Der Blick auf dieses Türkis der Lagune, der wunderbare Strand mit der Palme, die wie gemalt ins Bild ragte, das war schon richtig, richtig schön. Nach der zweiten oder dritten Kokosnuss zog ich mir dann aber mal die Turnschuhe aus und lief barfuß ein paar Schritte in Richtung einer Sandback (im Uhrzeigersinn …). Unterwegs stieg ich von Jeans-Shorts auf Badehose um, packte meine sieben Sachen in meinen Rucksack und ging ins Wasser (hier auf den Cookinseln kannste dein Zeug liegen lassen, da kommt nix weg …).

Das Wasser war tiefer als gedacht, es war wunderbar, es war jetzt schon 15 Uhr und nicht mehr die üble Sonnenbrandgefahr - es war sehr, sehr schön, das muss ich schon sagen.

Nach der dritten Kokosnuss chattete ich mit der KI von Google (man sieht, ich führe hier im Urlaub einige Feldversuche durch) und die empfahl mir, keine weitere Kokosnuss zu trinken. Auf meine Frage, ob ich dann auf Bier umsteigen sollte, bekam ich ein vorsichtiges, aber eindeutiges Ja. Jo, und dann folgte ich der KI (da konnte sie nicht falschgelegen haben, höhö). Als es auf den Sonnenuntergang zuging, überlegte ich noch, ob ich nochmal in die Stadt fahre oder ob ich hierbleiben sollte. Ich entschied mich für Letzteres, bestellte mir dann um 17 Uhr das Fischsandwich, das hier beim Charlie angeblich ganz großartig sein sollte - jo, und bekam dann für zehn Euro zwei riesige panierte Fischfilets (Google und ich einigten uns darauf, dass das ein Wahoo gewesen sein müsse - das war kein Jubelschrei, so heißt der Fisch) in einem Brötchen, und als ich das verspeist hatte, war ich a) satt und b) mit den Cookinseln schon ziemlich endgültig versöhnt.

Ich schaute auf der Tracking-App, die ich mir heruntergeladen hatte, nach, wo der Bus war, weil der jetzt schon ein bisschen in Verzug geraten war, entschied mich dagegen, einen der Strandhunde da unten zu streichen, der mich da schon den ganzen Tag liebevoll angegrinst hatte (der russische Junge knuddelte den Wauz richtiggehend, das war schön zu sehen), sondern ging schonmal hoch und verließ dann die Bar, als der Bus im Anmarsch war.

Jo, als ich dann eingestiegen war (s.o.), ging es durch die dunkle Nacht zurück nach Avarua (abends fährt ja nur der Im-Uhrzeigersinn-Bus, sodass ich den langen Weg wählen musste) und dort - ohne erneutes Zahlen - bis zu meiner Bude. Für meinen Vordermann ging es noch ein bisschen weiter, der war nämlich auch beim Charlie gewesen, hatte aber seine Tasche vergessen und musste noch einmal eine Runde drehen. Der Fahrer sagte ihm aber sofort, dass er beim Charlie auf ihn warten würde, bis er die Tasche wieder habe - so läuft das hier auf den Cooks. (Achso, bei dem Hotel, wo der Typ aussteigen wollte, weht neben etlichen anderen auch die Bundesflagge - sehr löblich!)

Jetzt bin ich hier in meiner Bude, es ist 21.18 Uhr. Morgen will ich gerne schnorcheln gehen, aber das sollte wegen Flut und UV-Einstrahlung wohl doch erst am Nachmittag sein; und um 17 Uhr will ich ja pünktlich am Nachtmarkt sein, damit die ganzen guten Sachen noch da sind. Schauen wir mal, wie wir das angestellt kriegen, aber erstmal versuche ich morgen wirklich auszuschlafen.

Das passt schon hier, das wird die Leserin und der Leser hoffentlich gemerkt haben; ich habe heute jedenfalls nicht geschaut, ob ich vielleicht doch schon heute wieder zurückfliegen kann, aber die drei Tage hier sind ja doch eher kurz …

Achso: Das habe ich gestern vergessen, passt aber heute immer noch, denn heute habe ich es noch ein paar Meter weiter östlich geschafft - ich habe hier mit 159° 44' westlicher Länge (also schon wieder auf der Westhalbkugel) den östlichsten Punkt meines Lebens erreicht. Möglicherweise wird das noch einmal ein paar Meter weiter, wenn ich beim Schnorcheln noch auf eine der kleinen Inseln rüberkomme, aber das gucken wir dann mal.

Auch von morgen werde ich berichten (inschallah), und bis dahin gibt es viele Fotos zu bewundern. Die lade ich aber erst im Nachgang hoch, im Moment greifen wohl zu viele in den Resorts aufs Internet zu, sodass sich alles knubbelt.

Schnauze!

Am Strand bei mir I

Am Strand bei mir II

Blick aufs Inselinnere

Flagge der Cookinseln

Deutsches Honorarkonsulat 

Ika Mata und Sashimi

Meer hinter unscharfer Kokosnuss

Scharfe Kokosnuss vor unscharfem Meer

Mein Badestrand

Leckeres Fisch-Sandwich 

Abend bei Charlie I

Abend bei Charlie II