Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 13. Juni 2026

Die Sveti Sava ist richtig schön geworden

Bei meinen letzten (richtigen) Besuchen in Belgrad, 2004 und 2018, war die Sveti Sava noch Baustelle, inzwischen ist die größte serbisch-orthodoxe und eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt so ziemlich fertig und unglaublich prächtig - das war ganz großartig!

Das Aufstehen heute Morgen ging bei mir einigermaßen gut, auch wenn die Nacht wieder nicht so richtig lang war und ich in der Nacht auch nochmal den Blogeintrag etwas überarbeitet hatte, aber die Dusche tat wahre Wunder, sodass wir pünktlich Aurelia aus ihrem Hostel abholen konnten.

Wir gingen frühstücken, ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt, und aßen fast alle Avacadobrot mit Rührei oder Rührei mit Avacado - dazu trank selbst ich Cappuccino und, oh Wunder, der schmeckte mir sogar ...

Das Bezahlen funktionierte ganz gut, auch wenn die Bedienung statt der angesagten 5.500 Dinar nur 5.000 in ihr Gerät eingab, was ich erst sah, als wir schon um die Ecke waren. Also dackelte ich noch einmal zurück und gab ihr die fehlenden 500 Dinar in bar, weil sonst gefühlte 70 Cent Trinkgeld ein bisschen arg wenig gewesen wären ...

Im Supermarkt, der uns ziemlich "deutsch" vorkam, holten wir Getränke, ehe wir uns in der Straßenbahn aufmachten zum Karađorđe-Park. Durch diesen hindurch - Bauzäune stehen auch dort noch ebenso wie an der Sveti Sava, die tatsächlich noch nicht ganz fertig ist - liefen wir zum Eingang des Dom des heiligen Sava, wie die Kirche offiziell heißt. Eintritt wird keiner verlangt (das finde ich immer sehr löblich), aber wir wurden regelrecht erschlagen von den ganzen goldenen Mosaiken und dem riesigen Kronleuchter und der riesigen Kuppel in dieser riesigen Kirche.

Kirchen insgesamt haben mich in letzter Zeit in mehrfacher Hinsicht eher nicht mehr so umgehauen, aber die Sveti Sava war heute eine echte Ausnahme - boah ...

Auch die Krypta, deren Eingang wir schlussendlich noch fanden, ist beeindruckend - da sind die Bilder wahrscheinlich sprechender als jede unsachgemäße Beschreibung, daher lade ich gleich noch ein paar hoch ...

Nach dem Besuch der "großen" Sveti Sava gingen wir auch noch in die kleine, ältere Kirche, die ebenfalls frisch restauriert wirkte und viel dunkler und kleiner wirkte, aber nicht weniger beeindruckend war (jedenfalls für mich Kunstbanausen). Auch da wurde in den letzten Jahren wirklich viel gemacht, das hat mir sehr gut gefallen ...

Wir liefen auf Hinweis von Gemini in Richtung des Viertels Vračar, weil es dort ein paar schöne Cafés geben sollte. Ein solches okkupierten wir nach einem kleinen von mir produzierten Umweg, tranken wieder Cappuccino und wanderten dann in Richtung eines definitiv einheimischen Marktes, auf der von Obst und Gemüse über Fleisch, Fisch und Blumen ganz, ganz viele Produkte des täglichen Bedarfs verkauft wurden.

Leider schloss der Markt ziemlich genau zu der Zeit, zu der wir da unterwegs waren, sodass auch die angrenzenden Esslokalitäten im Schließen begriffen waren. Daher wollten wir zurück in die Innenstadt fahren, erwischten auch einen Bus, aber der fuhr im Kreisverkehr am Slawischen Platz einfach eine volle Runde und fuhr wieder in die Richtung, aus der wir kamen.

Also stiegen wir aus, liefen noch einmal durch den Karađorđe-Park, vorbei an einer weiteren Hochzeitsgesellschaft und stiegen in einen Bus ein, der uns schließlich zum Platz der Republik führte. Von da war es ein kurzer Spaziergang in die Cocktailbar, die wir angepeilt hatten.

Dort tranken wir, wenig überraschend, einen Cocktail und aßen recht lecker Italienisch, bevor wir einen kleinen Spaziergang zum Studentenpark machten und uns dort über Gott und die Welt unterhielten - insbesondere die Frage, weshalb eine Botschafterresidenz diplomatischen Schutzes bedarf, sorgte für Diskussionen ...

Es ging in Richtung Sonnenuntergang, als wir den Studentenpark verließen und durch die Fußgängerzone (eine Kneipe an der anderen) einen (längeren) Spaziergang in Richtung Parlamentsgebäude begannen.

Am Rektoratsgebäude der Uni sind unzählige Graffiti, die "FCK BLK" propagieren und damit nach unserer Recherche die Menschen zum Teufel jagen wollen, die gegen die aktuelle Regierung protestieren und dabei wohl auch Blockaden (daher "BLK") errichtet haben. Diese Graffiti wurden teilweise übersprayt mit "FCK SNS", wobei "SNS" für die Partei des amtierenden Präsidenten steht.

Auch am Pionierspark bekamen wir die Auswirkungen dieses politischen Kampfes zu spüren, denn dieser dient offenbar als Rückzugsort für die Pro-Regierungs-Protestierer, und zum Dank sperrt die Regierung anscheinend den gesamten Park ... Nun denn ...

Das Parlamentsgebäude konnten wir ungeschoren fotografieren; von dort ging es am Gebäude der Hauptpost vorbei zur Markuskirche, die wir aber schon geschlossen vorfanden. Schön ist der Bau von außen aber trotzdem. Der Spaziergang ging weiter durch den sehr schönen Tašmajdan-Park, der offenbar von der aserbaidschanischen Regierung im Rahmen ihrer "Denkmal-Diplomatie" gestiftet wurde ...

Jetzt war die Sonne aber endgültig untergegangen, sodass wir den Heimweg antraten und schließlich in der Nähe unserer Apartments noch ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen zu uns nahmen. Jetzt sind wir im Bett, morgen geht es so gegen 9 Uhr weiter - das war ein Tag, an dem ich wieder einmal viel Schönes gesehen habe ...

Mal sehen, wie heiß es morgen wird, vielleicht fahren wir mal zum Stadtstrand und strecken die Füße ins Wasser ...

Fotos gibt es heute einige:

Sveti Sava

... von innen

Kronleuchter

Krypta

Decke

Alte Sveti Sava

Parlament

Markuskirche

Parlament

Markuskirche

Ein Hund auf Reisen

... wurde heute in Belgrad beobachtet, denn ich habe gestern beim Memory-Gewinnspiel auf der Arbeit ein Datenschutz-Hündin-Stofftier gewonnen, und das wird jetzt hier brav in Belgrad ausgeführt. Die guckt immer so traurig (müssen Datenschützer wohl), aber ich glaube, am Ende hat es ihr bei uns auch gefallen ...

Oh Gott, was schreibe ich hier?!

Der gestrige Abend endete in einer örtlichen (Hannoveraner) Gastronomieeinrichtung, in der man auch noch die Musik selbst machen musste, ich trank wirklich nur Fanta, und gegen 1.30 Uhr war ich im Bett ...

Die Nacht war kurz, denn um 6 Uhr stand ich schon wieder auf, um 6.48 Uhr fuhr meine Bahn vom Treffpunkt mit Aurelia Célestine Vivienne ab, allein Aurelia Célestine Vivienne ward nicht gesehen. Die S-Bahn wollte ich aber schon erreichen, also fuhr ich die eine Stadtbahnstation zur S-Bahn, ich stiefelte hoch, die S-Bahn fuhr ein - und in diesem Augenblick schwebte Aurelia völlig selbstverständlich die Treppe hoch. Die Coolness bewundere ich ja fast.

Somit waren nicht schon in den ersten Minuten Verluste zu verzeichnen, am Hauptbahnhof stiegen Lady Voldemort, Octavia Florentina Lucrezia (die zudem den Ehrentitel "Prinzessin" zu führen gedenkt) und Maximus Adonis (das war die erste Version des Namens, und irgendwie gefällt mir die wesentlich besser) zu - und wir kamen pünktlich am Flughafen an.

Der Check-in (den wir machen mussten, weil in Hannover ja kein Online-Check-in möglich ist) funktionierte einigermaßen zügig, die Sicherheitskontrolle ist eine Katastrophe, weil die Kontrolleure durchaus unfreundlich die Leute anschnauzen, wenn in einer für vier Personen zur gleichzeitigen Kontrolle eingerichteten Anlage tatsächlich vier Personen gleichzeitig die Wannen einräumen wollen, wenigstens kam mein Zeug ungeschoren durch. Die elektronische Ausreisekontrolle war natürlich auch nicht angeschaltet, aber am Ende hatten wir - latürnich - genug Zeit, um in aller Ruhe uns ein Stück vom Gate entfernt hinzusetzen.

Das Boarding startete ein bisschen verzögert, auch danach verzögerten sich noch ein paar Dinge, sodass wir erst um 9.54 Uhr starteten. Der eineinhalbstündige Flug ging recht angenehm vorbei und um 11.30 Uhr landeten wir fast pünktlich in Belgrad.

Ein gewisser Reiseblogautor musste drinkend um Eck, sodass wir - nachdem Aurelia von den Rollstuhlfahrertrupps unsanft ausgebremst worden war - ein bisschen in der Passkontrollschlange warten mussten, weil wir von den Insassen einer anderen Maschine überholt worden waren. Die Einreise nach Serbien geht mit deutschem Reisepass sogar elektronisch (sehr löblich!), aber mit deutschem Ausweis halt nicht, sodass die Passreisenden sich in Solidarität mit den Ausweisreisenden mit in die manuelle Kontrollschlange stellten.

Wir kamen noch pünktlich für den 12.15-Uhr-Bus zur Haltestelle, allerdings fuhr die Linie 600 vor der Linie 72 ab, und da der Online-Reiseführer beide als zielführend postuliert hatte, stiegen wir eben in die 600 ein.

Das stellte sich - abgesehen davon, dass die wie überall in Belgrad kostenfreien Nicht-Express-Busse gerammelt voll waren - als nicht komplett zielführend heraus, denn die 600 fuhr nur in die weiter draußen gelegenen Innenstadtgebiete. Also stiegen wir an der Station Mostar aus und fuhren mit der Straßenbahn 2L in Richtung Stadt. Leider änderte die Fahrerin mitten in der Fahrt die Linien- und Streckenführung, sodass wir erneut das Gefährt wechseln und nunmehr mit dem Bus Nr. 26 bis annähernd vor die Haustür des Hotels gefahren wurden.

Wie üblich führe ich einmal pro Reise die Truppe im Seich herum, wenn das bei der Anreise passiert, ist das immer unglücklich, aber sie haben mir, glaube ich, verziehen ...

Wir konnten - nachdem wir die Apartments gefunden hatten - schon einziehen, Aurelia bezog auch ihr Hostel, und so liefen wir kurz nach unserer Ankunft durch die Straßen der Innenstadt in Richtung Skadarlija. In diesem Kopfsteinpflastersträßchen ist eine Kneipe an der anderen, Octavia und Aurelia entschieden sich für eine Brasserie, und, joa, da wurde sehr lecker gegessen und das ein oder andere Getränk verspeist.

Nach dieser Aktion liefen wir über den Platz der Republik in Richtung Burg und kamen dabei durch die Knez Mihailova, die Fußgänger- und Einkaufsstraße von Belgrad. Eine typisch serbische Nachspeise, Princess Puff, wurde - passend zum Ehrentitel von Octavia - verzehrt (sehr lecker!), danach ging es vorbei an Straßenmusikanten zur Touristeninformation.

Nach dem Erwerb eines analogen Stadtplans liefen wir in den Burgkomplex hinein, staubten noch ein Brauseprodukt aus Atlanta ab, guckten uns mal die Public-Viewing-Zone von Belgrad an und setzten uns dann mit Blick auf die Save auf Bank und Mauer.

Irgendwann bekamen wir Durst, und es wurden Kaltgetränke geholt - da haben es die Belgrader mit der Digitalisierung aber mal komplett übertrieben: An den Ständen beim Public Viewing kannst du nicht mit Karte zahlen (und offiziell auch nicht bar), sondern muss dir ein Guthaben auf eine App aufladen und kannst dann mit der bezahlen. Das soll schneller gehen, ist natürlich komplett Banane, das geht mit normaler Kartenzahlung deutlich schneller, aber hey, da hat ein App-Entwickler gut Geld mit gemacht ...

Nun marschierten wir in Richtung des eigentlichen Burgareals, genossen die Blicke auf Save und Donau (und auf die Burg), meinten ständig, irgendwelche Kolleginnen und Kollegen zu sehen, und landeten eine Stunde vor Sonnenuntergang an einer Stelle, an der wir selbigen wunderbar beobachten konnten.

Dort nahmen wir dann weiter deutlich Tempo raus, erzählten weiter (das war ein richtig schöner Tag, fand ich!), verpassten den Sonnenuntergang nicht (!), auch da spielte wieder ein Straßenmusikant passend-dramatische Musik, und am Ende suchten wir eine Gaststätte in der Nähe unserer Apartments auf, um den Abend ausklingen zu lassen.

Geld geholt haben wir am Ende des Tages dann auch, das klappte erst gar nicht, weil ich zunächst die Gebühren zu hoch fand, dann die Geldautomaten nicht die gewünschte Summe auszahlen wollten, aber da wir das Hotel bar zahlen müssen, blieb uns nichts anderes übrig ...

Jetzt sind wir in sämtlichen Betten, denn morgen machen wir die Walking Tour mit und treffen uns um 9 Uhr zum Frühstück.

Fotos gibbet auch:

Viel alter Baumbestand hier

Trauriger Hund

Reiterstandbild auf dem Platz der Republik 

Blick auf die Save

Blick auf Save und Donau 

Dramatische Bilder erreichen uns aus Belgrad


Dienstag, 9. Juni 2026

Ein bisschen übertrieben haben wir es gestern

..., nein, nein, liebe Leserin, lieber Leser, nicht, was du wieder denkst! Obwohl? Naja, jedenfalls habe ich zwei meiner Kolleginnen, die mit mir am Freitag nach Belgrad fliegen, gefragt, ob ich sie namentlich hier im Blog erwähnen darf. Auf die Rückfrage, ob auch Decknamen akzeptabel seien, musste ich aufgrund des Präzedenzfalles bei der EM 2012 Zugeständnisse machen, und die Kolleginnen haben es krachen lassen. Heute Mittag wurden die andere Kollegin und der Kollege, die mitkommen, ebenfalls befragt, und auch wenn bei den beiden die Decknamen noch nicht in Stein gemeißelt sind, wird die Reisetruppe (nach aktuellem Stand und in der Reihenfolge der Namensauswahl) aus
  • Octavia Florentina Lucrezia,
  • Aurelia Célestine Vivienne,
  • Lady Voldemort,
  • Maximilian Aurelius
und meiner Wenigkeit bestehen. "Quite a mouthful", sagt man im Englischen, da kriegt man den Mund lange nicht zu beim Aufzählen.

So langsam fange ich an zu realisieren, dass ich mit der Truppe in gut zweieinhalb Tagen unterwegs in die serbische Hauptstadt bin (ein weiterer Kollege spricht immer von Bukarest), und schon lange bin ich ziemlich zuversichtlich, dass das ganz lustig wird (und der gestrige Abend hat der Zuversicht definitiv keinen Abbruch getan, auch wenn die Abende mit den ganzen jungen Leuten anstrengend für mich alten Mann werden könnten, höhö) ...

Weil wir morgen und übermorgen noch dienstliche Abendveranstaltungen haben, schon heute der obligatorische Blick auf den Flug am Freitag. Da geht es um 9.20 Uhr mit Air Serbia (wobei der Flug von Bulgaria Air oder so durchgeführt wird) von Hannover nach Belgrad. Der Nonstop-Flug JU 281 landet planmäßig um 11.20 Uhr auf dem Belgrader Flughafen; von dort gucken wir, wie wir uns in die Stadt durchschlagen - und dann fängt schon der gemütliche Teil an.

Wir planen einen Stadtrundgang zu machen, mit der formal kostenfreien, aber auf Spenden beruhenden Variante haben die eine Kollegin und der Kollege schon gute Erfahrungen gemacht, da bin ich auch mal sehr gespannt. Ansonsten werden wir sicherlich auf die Burg gehen und mal die Kneipenlandschaft am Save-Ufer aufsuchen (da war ich noch nie). Und berichten werde ich, wenn ich die Kneipenlandschaften denn überstehe, natürlich auch - sonst hätte sich die ganze Namensfindung ja gar nicht gelohnt.

--

Nina (nicht wirklich ein Deckname) hat mir für dieses Jahr für Neufundland und St. Pierre und Miquelon leider absagen müssen, sodass wir das auf (hoffentlich) nächstes Jahr geschoben haben. Ich muss mal gucken, ob ich die Woche Urlaub, die ich dafür reserviert hatte, doch noch irgendwie dieses Jahr verbrate (bei relativ hohen Flugpreisen im Moment) - oder ob ich sie auf nächstes Jahr übertrage.

Das könnte sich als sinnvoll erweisen, denn - auch dank meiner lautstarken Unterstützung und Anleitung, ganz sicherlich, das Pärchen neben mir fand meine ständigen Ratschläge an die Spielerinnen nicht ganz so grandios, fürchte ich, aber ich kann da halt nicht aus meiner Haut - haben sich die deutschen Fußballerinnen am Freitag für die WM nächstes Jahr in Brasilien qualifizieren können. Das war der positive Abschluss eines nicht so erfreulich begonnenen Tages, und ich war nach der durchgemachten Nacht (um 7 Uhr am Samstagmorgen war ich nach der Rückfahrt aus Köln im Bett) nicht böse, als mir die Freunde in Cuxhaven, die ich eigentlich noch hatte besuchen wollen, kurzfristig fürs Wochenende absagten, denn so konnte ich am Wochenende sehr viel schlafen - ich hatte es wohl nötig ...

Nach diesen zwei Bandwurmsätzen hätte ich fast den Faden verloren, aber die Übertragung der fünf Urlaubstage auf nächstes Jahr könnte sich als sinnvoll erweisen, denn neben der Reise mit meiner Ma nach Taiwan/Hongkong und Palau im März (ein bis zwei Wochen) und der verschobenen Reise mit Nina nach Neufundland (eine Woche im Sommer) würde ich die deutschen Frauen gerne bei der WM unterstützen. Und für Südamerika wären drei Wochen schon schön (vier noch besser), gerade wenn ich womöglich noch Venezuela, Französisch-Guayana und/oder (wenn ich ganz größenwahnsinnig werde) die Falkland-Inseln mitnehmen möchte. Dann (formal schon mit nur Venezuela) hätte ich Südamerika nämlich "fertig" (als ersten Kontinent überhaupt) - klar ist Venezuela sicherheitstechnisch im Moment immer noch nicht so ganz ohne, und die Verbindungen auf die Falklands sind eher sporadisch, aber träumen darf man ja mal, oder? Oder?!

Fünf bis sieben Wochen wären dann aber auch schon verplant, und wenn ich womöglich noch über Himmelfahrt und so was machen will, wäre es schon nicht unpraktisch, noch ein bisschen Spielraum zu haben ... Naja, gucken wir mal, wie wir das machen - sooo bald werde ich noch nicht für nächstes Jahr buchen.

21 Minuten vor Anpfiff war ich im Stadion

Schland!

Jubel nach dem Spiel

Abendrot

Joa, Fußball gespielt wurde auch ...

Sonntag, 31. Mai 2026

Das Zugreisen mit dem Bub

... hat auch zum zweiten Mal geklappt (nach der Tour nach Osnabrück zum Basketball), und zum ersten Mal sind der ältere Sohn meiner guten Studienfreundin aus Halle und ich gestern sogar ins Ausland gefahren - natürlich an meine Stammecken in Ebersbach (Sachsen) mit den tschechischen Grenzsteinen und nach Krzewina Zgorzelecka mit der viermaligen Grenzüberquerung zwischen Deutschland und Polen, von denen drei innerhalb von zwei Minuten oder so erfolgen.

Und weil das so gut geklappt hat, fahren wir auch im Juli zusammen aus dem ungarisch-slowakischen Grenzgebiet bis nach Berlin - das wird bestimmt auch sehr interessant.

Als ich am Freitag in Halle ankam, war auch der Bub gerade aus der Ferienfreizeit gekommen und wusste nach meinem Eindruck noch nicht so recht, was er von der - natürlich mit seinen Eltern abgesprochenen - Aktion am Samstag halten sollte, aber als wir am Samstag dann aufbrachen, musste ich ihn nicht zum Zug zerren ...

Natürlich fiel der angepeilte erste Zug schon gleich einmal aus, sodass wir kurzentschlossen die Reihenfolge (ursprünglich wollten wir Polen-Tschechien machen) einfach umdrehten und erst einmal Tschechien ins Visier nahmen.

Die erste Etappe führte uns nach Dresden, und schon früh schauten wir uns - der Bub ist ja schon ein halber Mathematiker - Aufgaben aus der Kombinatorik und verschiedene Zahlensysteme an: Wenn E im Hexadezimalsystem eine Ziffer ist, steigen die meisten Menschen ja schon aus, aber der Bub stellte prompt fest, dass ich mich verrechnet hatte und die Ziffer E eigentlich die Ziffer F hätte sein müssen - touché!

In Dresden vergewisserte ich mich beim Reisezentrum noch, dass ich den Bub auch tatsächlich kostenfrei auf allen Schienenprodukten mitnehmen darf; die Google-KI hatte mich da am Morgen ziemlich stur verunsichert ...

So ging es in den trilex in Richtung Liberec, und kurz vor Ebersbach fuhren wir schon - vom Bub handgestoppte 37,05 Sekunden lang - durch den (tschechischen) Fugauer Zipfel. In Ebersbach wurden die Grenzsteine erkundet, versicherungsrechtliche Fragestellungen erörtert ("Was passiert, wenn man auf der Grenze ein anderes Auto anfährt?") und ein kleines strafprozessuales Proseminar durchgeführt ("Welches Gericht ist zuständig, wenn ein Mensch in Deutschland und ein Mensch in Tschechien steht und von dem auf der Grenze stehenden Baum beiden der gleiche Ast auf den Kopf fällt?") - zuvor hatten wir im Zug schon über die deutsch-deutsche Teilung und die größte territoriale Ausdehnung Preußens gesprochen ...

Den kurzen Weg nach Zittau schafften wir und auch den Anschluss nach Krzewina Zgorzelecka. Die erste Einreise nach Polen verschliefen wir beide ein bisschen (auch weil die Neiße da sehr schmal ist), aber die 42-sekündige Wiedereinreise nach Deutschland wurde wieder gestoppt. In Krzewina Zgorzelecka stiegen wir aus und überquerten die Grenze nach Ostritz, wobei der Bub feststellte, dass sowohl auf dem polnischen als auch dem deutschen Grenzpfosten die gleiche Nummerierung vorlag - das war mir noch nie aufgefallen, und dort war ich schon öfter gewesen ...

Ostritz ist sehr, sehr schön, aber auch sehr leer - Wirtshäuser gibt es selbst um den wunderschönen Marktplatz nicht mehr, sodass uns nichts übrig blieb, als jeweils ein großes Softeis als Mittagessen zu verspeisen. Auf dem Rückweg zum Haltepunkt in Krzewina Zgorzelecka liefen wir der polnischen Grenzpolizei in die Arme, aber die machte auch nur Mittagspause und ließ uns unbehelligt - ich hatte sowohl den Ausweis des Bubs als auch die Vollmacht der Eltern dabei, sodass das alles kein Problem gewesen wäre, aber so war es mir noch lieber ...

Der Zug nach Görlitz war verspätet, sodass wir kurzzeitig überlegten, doch über Zittau zurückzufahren; der Plan wurde verworfen. Wir stiegen in den Zug nach Görlitz ein, verpassten den Anschluss dort aber deutlich und fuhren weiter nach Cottbus. Dort erwischten wir - allerdings auch nur mit zügigem Laufen - noch den Anschluss nach Lübben im Spreewald, aber dort hatten wir ein bisschen Zeit, sodass ich dem Bub noch zeigen konnte, dass man dort nicht nur Deutsch, sondern auch Sorbisch spricht und schreibt.

Die vorletzte Etappe führte uns nach Berlin ans Südkreuz, und von dort fuhren wir mit dem ICE ohne Zwischenhalt zurück nach Halle, während wir uns im Bordbistro eine Zitronenlimo (ich) und ein Bier (er) gönnten - höhöhöhö. Dafür wurden wir von den Bordbistro-Damen sogar zu Lieblingsgästen erklärt ...

Kurz nach unserer Ankunft in Halle wurde die Aufzeichnung des Champions-League-Finales gestartet, dazu gab es wunderbares (aber wie immer auch viel zu viel ...) Sushi - so endete ein wunderbarer Tag mit einem neuen Land (Nr. 8) für den Bub ...

Heute Morgen ging es dann zeitig nach Leipzig, denn dort trafen wir uns mit einer weiteren Studienfreundin von mir, deren Mann und deren Tochter. Diese Studienfreundin hatte ich geschätzt seit zehn oder 15 Jahren nicht mehr gesehen, aber wie immer bei meinen engeren Freunden war es sofort wie früher - ganz herrlich!

Nach dem langen Frühstück (Gerüchten zufolge verzehrte ein gewisser Blogautor auch einen Frühschoppen) machten wir noch einen kleinen Stadtspaziergang zum Hauptbahnhof, denn dort wollte ich noch - im sechsten Bundesland - meine neue Bahncard 100 kaufen. Das tat ich, bevor wir gemeinsam wieder in Richtung Halle aufbrachen.

Am Flughafen Leipzig/Halle stieg ich aber dann aus, weil ich da besser meinen IC nach Hannover erwischte - und in selbigem sitze ich jetzt.

Das war ein großartiges Wochenende, wie immer in und um Halle - vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Die Neiße gestern zwischen Krzewina Zgorzelecka und Ostritz

Leipzig, Markt, heute Morgen

Thomaskirche, Leipzig

Der Bub war in Tschechien!

Montag, 25. Mai 2026

Relativ früh im Jahr

... haben wir heute Flüge für Weihnachten gebucht, denn nachdem meine Ma und ich in den letzten Tagen um Kairo herumgeschlichen waren, fragte ich sie gestern Abend, ob ich Kairo jetzt buchen solle - die Antwort kam heute Morgen und lautete: "Ja !!!!!!!!"

Nun denn, da macht der Sohn ausnahmsweise gerne, was die Mutter sagt, und so fliegen wir am 24. Dezember um 9.15 mit Swiss nach Athen; dort haben wir längeren Aufenthalt (ich habe das in getrennten Buchungen gemacht, weil mir die unterschiedlichen Reisebüros immer andere Informationen zum Handgepäck angegeben haben, so habe ich das sauber). In Athen landen wir um 12.55 Uhr (11.55 Uhr deutscher Zeit) und fliegen um 18 Uhr (17 Uhr deutscher Zeit) weiter, bevor wir um 19.05 Uhr (18.05 Uhr deutscher Zeit) an Heiligabend in Kairo landen.

Zurück geht es am 27. Dezember um 10 Uhr (9 Uhr deutscher Zeit); es hätte auch Flüge um 4.40 Uhr gegeben, aber so haben wir zumindest noch einigermaßen Ausschlafen im Programm. Um 12.10 Uhr (11.10 Uhr deutscher Zeit) sind wir in Athen und fliegen von dort um 16.45 Uhr (15.45 Uhr deutscher Zeit) weiter, ehe wir in Zürich um 18.35 Uhr landen.

Ein Hotel habe ich noch nicht gebucht, da erschlägt mich die pure Auswahl - wir werden wahrscheinlich in Gizeh schlafen, und dann sicherlich mit Blick auf die Pyramiden. Das Große Ägyptische Museum, das das Hauptziel unserer Reise ist, ist da auch nicht so arg weit entfernt (Karten kriege ich erst ab September, immer drei Monate vorher, scheint es) - und ansonsten fahren wir wahrscheinlich mit dem Uber hübsch durch Kairo und Gizeh.

Ich habe jetzt eben noch einmal durch die Hotels durchgegangen und fühle mich immer noch erschlagen, da buche ich heute nix mehr, aber wahrscheinlich in den nächsten Tagen, das wird schon werden ...

In Ägypten war ich seit 2017 nicht mehr, in Griechenland (der Umstieg in Athen zählt als vollwertiger Aufenthalt, zumal wir dort aus dem Schengen-Raum aus- und in diesen später wieder einreisen) seit 2024, ich bin sehr gespannt, wie meiner Ma die Pyramiden und die Sphinx und uns beiden das Große Ägyptische Museum gefällt ...

Das nur als kurze Zwischenmeldung, dass Weihnachten dieses Jahr schon im ersten Halbjahr gebongt ist ...

Samstag, 23. Mai 2026

Die oder das Tram entführt

... hätte ich am Donnerstag natürlich nicht, auch wenn ich mal kurz (bei stehendem Fahrzeug) ins Führerhaus durfte. Das Foto davon sorgte für große Begeisterung auf WhatsApp (auch wenn ich es hier nicht teilen werde) - den Beruf wechsle ich trotzdem nicht ...

In der Schweiz sagen sie "das Tram", sodass es den Schweizern immer ein bisschen komisch vorkam, wenn wir Deutschen "die Tram" oder gar "die Straßenbahn" sagten, aber wenn ich die Tram entführt hätte, wäre das ihnen wahrscheinlich wurscht gewesen, solange ich das Tram in Ruhe lasse ...

Das war ein wunderbarer Donnerstag in Zürich, mit einer leckeren Bratwurst (zu Zürcher Preisen) am Bellevue, also der Mündung der Limmat in den Zürichsee, einer kurzen Tramfahrt entlang des Ufers des Zürichsees und dem anschließenden sehr gemütlichen Zusammensitzen am Limmatquai bei Wasser und trocken Brot, wie immer ...

Mit noch ein bisschen Jetlag machte ich mich ein bisschen vorfristig vom Acker, man war besorgt, ob ich drei Straßen mit der, äh, dem Tram hinbekomme, ich schaffte das gerade so und war schon im Hotel am Ratzen, als meine Ma zurückkam.

Gestern ging das Ganze - nach dem Frühstück in Zürich und mehreren Stunden Mittagsschlaf zu Hause - in der Bonndorfer Gastronomie weiter, bis ich auch irgendwann schlappmachte und nach Hause marschierte. Auf dem Heimweg liegt der Schnitzer ... aber das ist eine andere Geschichte.

Zum erst zweiten Mal habe ich, glaube ich, in der Schweiz übernachtet, herzlichen Dank an die Schweizer Freunde für die Einladung und die unglaublich lustigen zwei Tage - das war sehr, sehr schön ...

Blick auf die Limmat

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Die Fluggesellschaft, mit der ich im Juli nach Budapest fliege, hat mir gerade eben den Flug von abends auf frühmorgens umgelegt - das ist ein bisschen ärgerlich, zumal ich für den Abend auch keinen guten Flug mehr kriege. Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich mir einfach den dritten Urlaubstag für Budapest nehme ... Aber darüber mache ich mir in Ruhe in den nächsten Tagen Gedanken - theoretisch könnte ich ja auch von Budapest aus arbeiten.

Montag, 18. Mai 2026

Voll in die Zollkontrolle gelatscht

... bin ich heute Morgen in Deutschland. Daran war ich aber ein kleines bisschen selbst schuld, denn ich hatte meine Kopfhörer (jedenfalls die Reste davon) noch auf den Ohren, und das fand der Zöllner wohl nicht so cool. Da hatte ich den deutschen Zoll bisher immer so gelobt, dass sie einem die Einreise nicht kaputtmachen, und dann ziehen sie mich armes Würstchen doch mal raus. Nach ein, zwei Fragen wurde ich aber als uninteressant eingestuft, zumal ich nur ein paar Souvenirs mitgebracht hatte, und vom Haken gelassen ...

Der Flug war nicht so richtig fantastisch, der B-Sitz ist einfach Mist. Wenigstens wollte mein A-Mensch nicht ständig raus (genauer gesagt: gar nicht), und beim Schlafen haben wir uns gegenseitig geboxt, A, B und C, aber das lässt sich halt nicht vermeiden. Jedenfalls habe ich nicht viel geschlafen, aber dafür viel Musik gehört und den Flug über die Mongolei, Russland und Estland verfolgt. Nach dem Start um 0.26 Uhr chinesischer Zeit landeten wir um 5.32 Uhr in Frankfurt und mussten dort erst einmal lange Wege gehen bis zur Einreisekontrolle; ich reiste mit Personalausweis ein, das wollte ich mal wieder ausprobieren ...

Am Gepäck stand ich ewig, weil die Anlage noch nicht gut austariert ist: Dass mit der Lichtschranke geprüft wird, ob das Band frei ist, ist ja gut und schön, aber wenn da trotz großer Lücken nur ein Koffer reingeschossen wird, staut sich das dann irgendwann total. Ich schob die Koffer ein bisschen ineinander, ein Mann verstand wenigstens, was ich vorhatte, das ist mehr als normal; irgendwann nach langer, langer Zeit kam mein Koffer dann endlich, den Zoll überstand ich, den früheren Zug verpasste ich, weil nicht einmal mehr auf die Verspätung der Bahn Verlass ist, aber so konnte ich vom Flughafen bis Freiburg durchfahren.

In Neustadt holte meine Ma mich ab, und zu Hause stieg ich erstmal unter die Dusche. Herrlich!

Jetzt sitze ich schon wieder im Zug nach Freiburg, und diesen Blogeintrag werde ich wahrscheinlich erst im ICE nach Essen vollenden, denn ich habe einigermaßen vor, das Fazit heute schon zu schreiben. Falls irgendwann aber nur noch Zeichensalat erscheint, bin ich auf der Tastatur eingeschlafen ...

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Joa, Fazit: Das war eine absolut runde Reise, das muss ich sagen, da ist nur sehr wenig schiefgegangen und sehr viel gutgegangen, ich habe wahnsinnig viel gesehen, viel (zu viel) gegessen, tolle und interessante Menschen kennengelernt, kurzum: Es war eine großartige Reise.

Shanghai habe ich von einer ganz anderen Seite kennengelernt als bei der Studienreise 2001 und auch 2016, als ich mich übers Ohr hauen ließ. Ich habe diesmal sehr viel zielstrebiger auch die Kulinarik aufgesucht (zielstrebiger, nicht zwingend zielstrebig) und habe mich auf ein, zwei Sachen konzentriert anstatt wie ich ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend zu rasen; das lag sicherlich auch daran, dass ich nach den Nachtflügen hundemüde war und mir jeweils ein Zimmer genommen hatte, das ich dann auch nutzen wollte. Insgesamt ist China natürlich noch immer oder immer weiter anders als der Westen, das fängt mit der Zensur an und hört natürlich mit den ganz anderen Apps (Stadtplan, Chats, Bezahlung) nicht auf; andererseits merkt man aber auch und gerade in Shanghai, dass der Westen eine große Anziehungskraft ausübt, wenn ich mir so die Boutiquen in der French Concession so anschaue. Gerade diese French Concession gestern (gestern!) hat mich echt beeindruckt, das hatte ich so von Shanghai nicht erwartet. Also, Shanghai bleibt immer wieder mal ein Reiseziel, und wenn ich wieder mal so einen günstigen Flug nach Ozeanien schieße, gehe ich wieder aus dem Flughafen raus und gucke mir die Stadt an.

Auckland war meine Basis, und als Erstes muss ich das Flughafenhotel loben: Das mit dem Shuttle klappte hervorragend, der war auch pünktlich und verlässlich; aber auch das Hotel selbst ist wunderbar, natürlich, das ist und bleibt ein Flughafenhotel, aber bietet damit eben auch viele Annehmlichkeiten. Die Bierpreise sind grausam, aber das ist halt Neuseeland, und ansonsten waren die echt alle superfreundlich, auch mit meinen Verwahrungs- und Gepäckempfangswünschen. "Superfreundlich" gilt auch für ganz Auckland - selbst in der Großstadt dankt man beim Rausgehen dem Busfahrer, und dafür wartet der auch mal oder erklärt dem Touristen den Weg, wunderbar.

Auckland und das "Umland", auch das mit Fähren zu erreichende, ist großartig, gar keine Frage. Fähre fahre ich ja besonders gerne, und das geht hier wunderbar. Die Ausfahrten nach Hobsonville und ganz besonders nach Waiheke waren ganz großartig, auch wenn ich mich da - ähnlich wie in Shanghai - überfressen habe ... Das waren in Auckland wieder sehr schöne Tage.

So, Tonga, da habe ich jetzt lange genug darauf herumüberlegt. Tonga ist anscheinend das am seltensten von Touristen besuchte Land dieser Reise gewesen, und das merkt man, nicht zuletzt an dem wirklichen und spürbaren Interesse an dem Ausländer, den es in ihr Land verschlägt. Ins Gespräch kam ich am Ende dann doch meist mit den Neig'schmeckten, ob das die Taxifahrerin aus Kiribati oder Bo, die Wirtin mit den deutschen Wurzeln, oder Havea, mein Italo-Tongaer, waren, aber die alle haben mir einen Teil ihrer (Wahl-)Heimat gezeigt, den ich mit normalen Taxifahrern oder so nicht erlebt hätte. War es clever, mich am ersten Abend gleich einmal am alkoholreichen Quizabend zu beteiligen? Jein - ich wäre auch ohne die Chefin heimgekommen, so angetrunken war ich auch wieder nicht, aber vor allem hätte ich am nächsten Morgen nicht so dringend Frühstück gebraucht und wäre daher Havea nicht begegnet. Der Typ war der absolute Glücksfall für Tonga und eigentlich auch für die ganze Reise; diese Stunden mit ihm waren so aufschlussreich, so spannend, ich habe so viel gelernt und gesehen von Tonga und insbesondere von der Insel Tongatapu. Ich bin immer noch ernsthaft traurig, dass es wegen des schlechten Wetters nicht mit dem gemeinsamen Abend geklappt hat, aber wenn ich mal wieder im Südpazifik bin, schreibe ich ihm, so wie ich ihm auch das Versprechen abgenommen habe, dass er sich meldet, wenn er in Europa ist. Tonga war schon einmal - vor allem dank ihm - großartig.

In Tonga war ich zu kurz, dafür war ich in Vanuatu relativ lang, aber das war völlig in Ordnung. Klar, ich war nur in Efate und da auch im Beach Club (der natürlich nicht billig, aber klasse war; es war am Anfang gewöhnungsbedürftig, alle Türen unabgeschlossen zu lassen, aber das klappte wunderbar), aber ich hatte mein Auto und war daher - anders als in Tonga - mobil. Diese Mobilität war mir am ersten Tag wurscht, als ich einfach mal einen Faultag brauchte, aber an den beiden anderen vollen Tagen in Vanuatu nutzte ich das Auto sehr, schon allein, um nach Port Vila zu fahren und mir Tuluk zu kaufen. Aber auch die Inselrundfahrt über sehr unterschiedlich gute Straßenverhältnisse war spannend, gerade weil ich eine saftige Selbstbeteiligung bei der Autovermietung hatte; aber das waren die Einzigen, die rund um die Uhr verfügbar waren - und das klappte auch perfekt! Und am Ende hat es mir im Beach Club bei den verrückten Australiern doch der Sitzplatz auf der Landzunge gefallen, der Blick aufs Meer tagsüber und vor allem der Blick auf den Nachthimmel - das war großartig und schon jetzt einer meiner Lieblingsorte.

Nach Vanuatu kam die komplett wilde Aktion mit den Salomonen (und Brisbane), wo ich binnen 50 Minuten einreiste, durch den Zoll marschierte, vom Ankunfts- zum Abflugterminal wanderte, mir dort am Check-in die nächsten Bordkarten holte, durch die Sicherheitskontrolle und die Passkontrolle vagabundierte und am Ende weit nach dem zweiten Final Call ans Gate gestürzt kam, nur um die Tante dort völlig tiefenentspannt zu sehen ...
Meine Tasche ist übrigens nicht in Honiara wegen des knappen Umstiegs hängengeblieben, nein, die wurde gar nicht aus dem Flieger bugsiert und landete dementsprechend in Port Moresby. Von dort kam sie mit einer Air-Niugini-Flug nach Brisbane und von dort mit Qantas nach Auckland, wie ich heute bei einer genaueren Untersuchung der Tags an der Tasche festgestellt habe.
Damit hat die Tasche nur 47.351 Kilometer zurückgelegt (da fehlen die Cookinseln) - mein Koffer (der ja auf der ersten Südpazifikexpedition im Hotel in Auckland stand) hat nur 42.475 Kilometer geschafft, während mein Rucksack, den ich immer am Mann hatte, jetzt weitere 52.006 Kilometer auf dem Buckel hat.

Der Einstieg in die Cookinseln war nicht so genial mit der langsamen Einreise und den unkommunikativen Vermietern, aber ab Tag 2 war alles super - das Essen, der Strand, das Schnorcheln, das Trinken natürlich auch, die Busfahrten, dann hat es Spaß gemacht. Highlights waren natürlich das Bite Time und die Schildkröten beim Schnorcheln, aber insgesamt merkst du halt den Cookinseln, dass das die Kanaren Neuseelands sind, mit der touristischen Infrastruktur, mit allem. Doch, auch dort hat es mir schlussendlich gut gefallen, gerade weil ich hier für kleines Geld wirklich gut um Rarotonga herumkam.

Ich sag ja: ganz runde Reise!

Dazu beigetragen hat tatsächlich auch die künstliche Intelligenz, wobei ich da drei Anlaufstellen ausprobiert habe: in Vanuatu vor allem den Copilot von Microsoft, später auch Gemini von Google und ab und zu auch MetaAI von der Facebook/WhatsApp-Dachgruppe. Der Copilot und Gemini haben mir da am besten gefallen, MetaAI funktioniert halt per WhatsApp, was gerade im Flieger (wenn man denn WLAN hat) einfacher ist ...

Da kamen tatsächlich ganz gute Sachen dabei heraus, gerade Gemini hat mir in Shanghai viele gute Sachen gesagt; das verwende ich weiter. Der Copilot ist auch nicht verkehrt gewesen, aber hat - im Rückblick - gefühlt nicht immer so ganz so zielgerichtet geantwortet wie erhofft. Es bleibt aber, glaube ich, eine gute Idee, verschiedene Systeme zu testen, gerade weil auch Gemini dann heute, als ich spaßeshalber die Probe aufs Exempel machte und für meinen Heimatort Empfehlungen haben wollten, so eine grottige Grütze anbot, dass ich mich frage, wie viel Glück ich in Shanghai gehabt habe, dass ich nicht überfallen oder ins Meer gelatscht bin ...

In Zukunft werde ich die KI aber für die Reiseplanung voraussichtlich deutlich intensiver nutzen, denn gerade, wenn man Daten hat (und das werde ich in Zukunft über die eSIMs praktisch immer haben), kann man da schon sehr praktisch in Echtzeit Sachen nachfragen, die einem ein normaler Reiseführer (egal, ob gedruckt oder elektronisch) halt nicht so schnell und mundgerecht herauskurbelt - ob das am Ende dann alles stimmt, ist eine andere Frage, aber wenn man nicht nach eher kleineren Städten im Schwarzwald fragt, kommt da meist was Gutes bei raus. 

Die Reise war aber auch eine echte kulinarische Erlebnisreise - und das habe ich so sehr genossen. Wenn ich allein unterwegs bin (oder mit meiner Ma), muss ich halt nicht auf, sagen wir, recht beschränkte Vorstellungen, wie gutes Essen aussehen sollte, Rücksicht nehmen oder glauben, Rücksicht nehmen zu müssen (wobei sich das jetzt sowieso erledigt hat). Und so konnte ich dann in Shanghai schonmal mit Xiaolongbao (Teigtaschen) anfangen, in Auckland auch leckeres Fish & Chips genießen, aber dann in Tonga loslegen mit Ota Ika (roher Thunfisch in Limettensaft), in Vanuatu Laplap (nicht gaaanz so meins, dieses gebackene Püree mit Fleisch oder Fisch drauf) und Tuluk (himmlisches Hackfleisch in Maniokummantelung) probieren, auf den Cookinseln dann wieder Ika Mata (so ähnlich wie Ota Ika in Tonga) und Sashimi und Thunfisch-Carpaccio und Wahoo und schließlich in Waiheke zartestes Lamm, auch wieder rohen Thunfisch und schließlich Austern schlemmen, bevor ich mich in Shanghai mit Shengjianbao und Großmutters Schweinebauch endgültig überfressen habe. Großartig, ganz, ganz großartig!

Die Biere kannst du übrigens überall auch trinken, da war nix dabei, wo ich gesagt hätte: "Finger weg!" Tsingtau in China ist sowieso gut, in Neuseeland gibt es ganz viele tolle Craft Beers oder sowas Ähnliches, aber auch in Tonga, Vanuatu und auf den Cookinseln (gerade dort mit der eigenen Brauerei!) gibt es so wunderbare Biere, dass man keine neuseeländischen oder gar internationalen Großbrauereien braucht. Wieso jemand freiwillig Heineken trinkt, während es tolle Fassbiere daneben gibt, werde ich eh nie, also wirklich nie verstehen.

Spannend war die unterschiedliche Bargeld-/Kreditkartenkultur: In Shanghai, also in China, musste ich mich erst an das Bezahlen mit WeChatPay und so gewöhnen. Wenn man das aber erstmal gefressen hate, geht das super - und du kannst damit halt überall zahlen, jeder kleine Straßenstand hat einen QR-Code oder scannt deinen QR-Code ab. Wichtig ist halt nur, dass man Internet hat (über die eSIM), sonst funktioniert die Verifizierung nicht.

In Neuseeland wurde ich - ich hatte auf den Cooks (zu) viel Bargeld abgehoben - fast schräg angeschaut, wenn ich mit Bargeld bezahlt habe, weil da auch praktisch alles mit Kreditkarte (wenn auch öfter mit Aufschlag) geht, und zwar natürlich mit unseren Kreditkarten. Das klappt natürlich auch bei Bussen, Bahnen und Fähren - da braucht man keine gesonderte Fahrkarte mehr, das Handy ist die Fahrkarte.

In Tonga war das noch ein wenig anders, ja, da wäre Kreditkarte an vielen Stellen gegangen, aber hier hatte ich schon sehr deutlich das Gefühl, dass Bargeld noch weiter verbreitet ist als in Neuseeland oder China.

Gleiches gilt auch für Vanuatu, wo es in den Märkten - glaube ich - gar nicht mit Kreditkarte gegangen wäre. Die Hotels und so konnte ich schon mit Karte zahlen - und wie es im Supermarkt aussah, weiß ich gar nicht mehr genau, aber tendenziell geht da Karte auch öfter als nicht.

Auf den Cookinseln schließlich geht Kartenzahlung auch in ganz vielen Fällen - große Ausnahmen sind der Busverkehr (da geht - angeblich - nur Bargeld, auch wenn die Kartenleser haben) und der Nachtmarkt, wobei da die touristisch frequentierteren Stände auch schon Karte nehmen. Im Bite Time und bei Charlie und im Trader Jacks ging Kreditkarte ganz selbstverständlich. 

Das war also die Shanghai-Ozeanien-Tour - zwischen dem 17. März und dem 3. Mai war ich in nur 48 Tagen auf sechs Kontinenten, in Südamerika (Guyana), in Nordamerika (Curaçao und Aruba), in Europa natürlich, in Afrika (Burkina Faso), in Asien (China) und in Ozeanien (Neuseeland, Tonga, Vanuatu, Salomonen, Cookinseln) - da müsste ich mal eruieren, ob ich das schon einmal in so kurzer Zeit geschafft habe ...

Für dieses Jahr ist jetzt erst einmal kein neues Land mehr fest geplant; das kann sich aber noch ändern - ein bisschen Urlaub habe ich noch. Der Pazifik wird es dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr, das ist halt schon recht weit, sodass ich da durchaus gerne zwei oder drei Wochen machen will, und die habe ich dieses Jahr nicht mehr.

Ein bisschen Europa kommt mit Belgrad und zweimal Budapest und vielleicht Istanbul und so, aber ich werde über die weiteren Reisen mit größter Sicherheit berichten.

Das war's jetzt erstmal - Shanghai-Ozeanien ist rum ...