Meine Länder

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Dienstag, 24. März 2026

Genau 15.466 Kilometer

... hat unser Gepäck mehr zurückgelegt als wir, aber seit heute Nachmittag, 16.53 Uhr, sind beide Koffer wieder daheim, und meine Mutter hat sie in ihre Arme schließen können.

Aus diversen Quellen habe ich mir folgenden Verlauf der Odyssee zusammenreimen können - mit den Flughäfen bin ich mir ziemlich sicher, mit den Flügen bzw. Tagen nicht vollständig, aber erzählen wir heute mal nicht die Reisestory von meiner Ma oder mir, sondern von GEOKLXX700 und GEOKLXX702, wie wir sie inzwischen liebevoll nennen.

Als es auf die Reise ging, hießen 700 und 702, wie wir unsere Zwillingskoffer kurz nennen wollen, noch gar nicht so, eigentlich sollten sie jedenfalls auf der Tour noch gar keinen Namen kriegen, denn wir wollten sie ja als Handgepäck mitnehmen. In Zürich wurden ihnen aber schon KLM-Baggage Tags zugewiesen, als sie zwangsweise von uns getrennt wurden und in den dunklen Bauch des Flughafens gefahren wurden.

Den Flug nach Amsterdam am 14. März machten wir noch gemeinsam, dann reichte die Verbindung nicht mehr (Frauchen und Herrchen sahen beim Boarding in Amsterdam schon ein gelbes Licht, was mir erst im Nachhinein einfiel; das hatte ich schon in Mexiko erlebt und bedeutete auch damals, dass mein Gepäck nicht mitgekommen war), und 700 und 702 blieben einsam in Schiphol zurück.

Es dauerte fast einen ganzen Tag, an dem sich 700 und 702 am Amsterdamer Flughafen mit ihren Kollegen, die auch liegengeblieben waren, vergnügen konnten, bis sie am Sonntag Morgen, dem 15. März, aufgegriffen und in einen KLM-Flieger nach Panama-Stadt verfrachtet wurden. In Panama-Stadt kamen sie am Sonntag Nachmittag an - und bekamen leider kein leckeres Rodizio vorgesetzt, wie es Frauchen und Herrchen vor ein paar Jahren ergangen war, sondern nur einen Frachtraum, in dem sie wieder mehr als einen ganzen Tag warten mussten.

Am 16. März, dem Montag Abend, ging es von Panama mit der Copa-Maschine nach Georgetown, wo 700 und 702 am frühen Morgen des 17. März (Dienstag) ankamen. Fast konnten sie Frauchen und Herrchen zuwinken, weil diese nämlich mit dem ebendiesem Flugzeug, mit dem 700 und 702 eben angekommen waren, nun ihrerseits von Georgetown zurück nach Panama flogen.

Die kommenden Tage versuchte Ashley vom Gepäckhandling in Georgetown, ihr liebes Ersatzfrauchen in dieser Zeit, das Frauchen oder Herrchen von 700 und 702 zu erreichen. Aber die Telefonnummern, die KLM in das System eingetragen hatte, stimmten wohl nicht (bei meiner Telefonnummer war die 0 in der Vorwahl zu viel, aber ich konnte das auch nicht ändern), und erst am Donnerstag schrieb Ashley dem Herrchen von 700 und 702 eine E-Mail, dass die Koffer schon seit Dienstag Morgen in Georgetown sehnsüchtig auf ihn warteten.

Das Herrchen von 700 und 702 schrieb natürlich schnell zurück, aber da hatte Ashley die Zwillinge schon auf die Maschine nach Amsterdam laden lassen, die am Donnerstag Abend in Georgetown abflog, noch einen kleinen Zwischenstopp in Barbados einlegte und am Freitag Morgen, 20. März, in Amsterdam ankam.

700 und 702 hatten ein bisschen Hoffnung, gleich auf den Anschlussflug nach Curaçao umsteigen zu können, zumal der zwei Stunden Verspätung hatte, aber die Gepäckpacker in Amsterdam wollten auch noch ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen, weshalb sie erst am Samstag Morgen nach Curaçao fliegen durften. Nach mehr als achtstündigem Flug - zum dritten Mal war es über den Atlantik gegangen - konnten 700 und 702 zum zweiten Mal ihrem Frauchen und ihrem Herrchen zuwinken, denn wieder flogen die mit genau dem Flugzeug weiter, mit dem 700 und 702 angekommen waren. So langsam beschlich 702 das Gefühl, dass sein Herrchen ihn gar nicht mehr haben wollte, aber 700, der das Gepäck von seinem Frauchen treu bewacht hatte, überzeugte ihn vom Gegenteil. Und überhaupt hätten sie doch jetzt einen schönen Tag in Curaçao, denn natürlich wurden die beiden nicht sofort wieder zurück in den Flieger geladen, auch wenn die Leute am Check-in Frauchen und Herrchen genau das versprochen hatten.

Also ging es für 700 und 702 am nächsten Tag, dem Sonntag Abend, wieder nach Amsterdam, wo die beiden am Montag Morgen ankamen. Diesmal wurden sie recht schnell verladen und kamen schon mit einer der Abendmaschinen am gleichen Tag in Zürich an.

Von hier wurden Frauchen und Herrchen informiert, Herrchen schickte am Dienstagmorgen sofort die Zollerklärung unterschrieben zurück, und so wurden 700 und 702 am Dienstagmittag über die letzte Staatsgrenze mit dem Auto kutschiert und bei Frauchen abgegeben, weil Herrchen schon wieder unterwegs nach Hannover war.

Sage und schreibe 35.913 Flugkilometer haben unsere beiden Freunde 700 und 702 in den letzten zehn Tagen zurückgelegt, das ist fast eine Weltumrundung. Sie haben viermal den Atlantik überquert, waren mit Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Panama, Guyana, Barbados, wieder den Niederlanden, Curaçao, ein drittes Mal den Niederlanden und schließlich wieder der Schweiz und Deutschland in sieben Ländern (wenn man Curaçao als Land zählt) und sind siebenmal ein- und wieder ausgeladen worden.

700 und 702 jedenfalls freuen sich schon auf die nächste Reise, hoffen aber, dass sie dieses Mal Frauchen oder Herrchen auch mal unterwegs antreffen und sie den beiden nicht immer hinterherjagen müssen ...

(Und das GEOKL in der vollständigen Bezeichnung steht für GEO, Georgetown, den Flughafen, an dem wir das Gepäck vermisst gemeldet haben, und KL für KLM, die Fluggesellschaft, die unsere Koffer vergraben hat - aber gründlich. Die Zahlen sind dann fortlaufende Nummern, bei denen ich die ersten beiden Zahlen durch "XX" ersetzt habe, und nein, ich weiß nicht, was mit der GEOKLXX701 passiert ist ...)

Montag, 23. März 2026

Gefühlt kurz

... war Flug nach Amsterdam, ich schaute "One Battle After Another", spielte ein bisschen Monopoly, hatte ab und zu die Augen zu, und nach der (frühen) Landung hatten wir viel Zeit.

Der Flughafen in Amsterdam ist schon groß, da war das mit dem Rollstuhl wirklich sehr praktisch, auch weil wir die ganzen Schlangen umgehen konnten. Die Einreise war problemlos, bei der Sicherheitskontrolle wurde die Seife (!) eingehend untersucht, aber am Ende durchgewunken, und dann hatten wir genügend Zeit, um sogar noch ein letztes Auslandsbier zu konsumieren, morgens um 10 Uhr (und wir waren auch da nicht die einzigen Reisenden!).

Der Flug nach Zürich führte ganz knapp nicht durch französischen Luftraum, wir konnten im Landeanflug Grimmelshofen und Mauchen ganz eindeutig identifizieren (Bonndorf war ein bisschen weit weg), und wir waren schnell am Gepäckband. Unser Gepäck war allerdings nicht da, sodass wir zur Gepäckermittlung gingen, dort wieder einmal an jemanden gerieten, der sich ganz gut auskannte und der uns versicherte, dass unser Gepäck zwar noch nicht da sei, aber bald komme und dann uns geliefert würde.

Am Ende wird unser Gepäck also ca. 15.000 Flugkilometer mehr gemacht haben als wir, da es zweimal außerplanmäßig über den Atlantik kutschiert wurde - werde Gepäckstück, da siehste was von der Welt!

Ich ließ mich zum Parkplatz fahren (der Shuttlebus kam gerade mit mir am Treffpunkt an, weil der Reisende zum Flughafen brachte), holte meine Ma am Flughafen ab, bekam noch einen leichten Anschiss, weil ich der Rollstuhlschieberin kein Trinkgeld gegeben hatte, weil ich es am Schluss geben wollte, die aber meine Ma schon abgesetzt hatte, und dann ging es nach Bonndorf zurück.

Wir duschten kurz (Wohltat!), zogen frische Klamotten an (noch größere Wohltat!) und landeten schließlich in der nahegelegenen Bonndorfer Gastronomie mit offenem Rothaus-Bier (allergrößte Wohltat - Ruhe dahinten!). Jo, da ließen wir eine Wohltat nach der anderen über uns ergehen (Ruhe dahinten, habe ich gesagt!) - und heute Morgen ging es dann mit der Arbeit weiter ...

Ich hoffe, dass unsere Koffer morgen kommen; ich jedenfalls fahre morgen nach Hannover, weil ich da ein paar Termine habe, und komme wohl um das Wochenende herum zurück. Ich habe eben schonmal nach Flügen geschaut, aber sowohl der mahnende Blick des Schuldturms als auch der erhobene Zeigefinger (womöglich auch der Mittelfinger ...) meiner Ma, dass ich mal ein Wochenende Ruhe machen soll, bevor es dann nach Burkina Faso geht, lassen mich innehalten. Schaun mer mal!

Auch dieser Urlaub war, trotz der fehlenden Koffer, wirklich schön, auch wenn meine Ma ein paar mehr Erholungstage in Curaçao schon gut gefunden hätte, gerade weil sie auch wie das im Rheinland sprichwörtliche Döppken durch Georgetown gelaufen war - das hat mich sehr gefreut!

In Georgetown hatten wir aber eben auch Zeit und konnten auch mal Pause machen, deswegen fühlte es sich auch nicht falsch an, dass ich sie in Amsterdam im Wägelchen durch die Gegend kutschiert hatte, denn da wäre es wirklich um Zeit gegangen, die Wege in Amsterdam sind lang und dann macht es nicht mehr so viel Spaß, ein paar Kilometer marschieren zu müssen, um pünktlich ans Gate zu kommen. Um "Spaß" geht es dabei natürlich gar nicht, sondern um Gesundheit und Wohlbefinden - und so war es für meine Ma gesünder und definitiv entspannter, auch wenn sie dann und wann meinte, dass sie ein bisschen langsamer an den Check-in laufen müsste, auf dass man sie nicht als Hochstaplerin entlarve.

Dass mein Ausflug kurzfristig gestrichen wurde, war natürlich schade, aber so hatten wir ein bisschen mehr Zeit für Georgetown und die unmittelbare Umgebung, so konnten wir es etwas geruhsamer angehen lassen, so war das entspannter für Mutter und Sohn - das passt schon, auch wenn ich die Wasserfälle schon gerne mal sehen würde.

In Georgetown gibt es jetzt nicht so die ganz großartigen Sehenswürdigkeiten, ja, die Kathedrale und diese Markthalle sind schon sehenswert, aber das Gesamterlebnis Georgetown mit den wuseligen Straßen (außer am Sonntag, da ist alles ausgestorben, das war ein ziemlicher Kontrast) erschien uns viel spannender.

Wir haben in Georgetown sogar recht gut gegessen, erst in dem nobleren Restaurant des nobleren Hotels bei uns gegenüber, aber auch in dem Bistro am Montag, das passte sehr gut (auch wenn ich wieder gemerkt habe, dass ich die scharfen Sachen nicht immer perfekt vertrage, aber lecker war das Zeug halt schon). Und in dieser Sports Bar mit Blick auf den Stabroek Market haben wir bei leckerem und günstigem Bier mehrere Stunden verbracht, uns in aller Ruhe unterhalten, Menschen beguckt, richtig Urlaub gemacht - das war klasse.

Es war eine gute Entscheidung, uns auch für die Nacht unseres Fluges nach Panama und weiter nach Curaçao das Zimmer nachzubuchen, denn die paar Stunden Schlaf waren wirklich was wert. So kamen wir zumindest ein bisschen ausgeruht in Panama und schließlich in Curaçao an, und in Curaçao wurde dann auch Conditioner gekauft (wir wollten Shampoo haben, haben uns aber vergriffen ...), um die Klamotten mal durchzuwaschen. Das hatten wir bis dahin nicht gemacht, weil wir ja immer gehofft hatten, dass die Koffer noch an Land kämen.

Die Zimmerübernahme-und-Einkaufsaktion in Einkaufszentrum und Strandpromenade war schon ein bisschen stressig, aber als wir dann in unsere Bude kamen, waren wir echt begeistert, weil das ein sehr geschmackvoll eingerichtetes, richtig schönes Apartment war - und der Meerblick sollte sich als ganz großartig erweisen.

Der Ausflug nach Aruba war auch schön, auch wenn ich ein paar Stunden mehr Schlaf hätte vertragen können. So habe ich zwei schöne Stände erlebt, relativ viele leckere Sachen gegessen (diese Funchi, frittierte Polenta, mag ich sogar, obwohl ich kein Maisfan bin), dafür ein kleines Sportprogramm mit der Wanderung zum Flughafen absolviert - das war ein guter Tag, und meine Ma hatte zumindest ein bisschen Erholung, ohne durch vier Grenzkontrollen zu müssen ...

Die folgenden Tagen waren dann aber wirklich Erholung, mit der kleinen Ausfahrt nach Willemstad samt Eisessen, vor allem aber mit Strand und Steg und Schwimmen und Essen und Trinken: Das erste Abendessen, zu dem wir ein paar Schritte gefahren sind, war schon lecker, aber danach blieben wir weitgehend in unserem Örtchen Westpunt und waren immer zufrieden bis - am Ende in der Strandbar - richtiggehend begeistert.

Meiner Ma gefiel es am Strand ein bisschen besser, auch wenn es da ein bisschen steinig wurde, denn der Einstieg an unserem Steg in das türkisblaue Wasser war zwar schön, aber ein bisschen wacklig und mit der Leiter ins Meer auch ein bisschen anstrengend.

Das ist aber alles Meckern auf hohem Niveau, wir haben aus der verfahrenen Situation ohne Koffer wirklich das Allerbeste gemacht - und ich habe viel darüber gelernt, wie die Gepäcknachverfolgung funktioniert oder eben nicht, denn KLM hatte keineswegs immer einen Überblick, wo unser Gepäck denn nun sei - da wird nicht mal jedes Beladen des Flugzeugs angezeigt ...

Jetzt hoffen wir, dass das Gepäck bald kommt, Curaçao und Aruba drohe ich hiermit förmlich auch meine Wiederkehr an, das waren spannende, aber auch wirklich schöne Tage.

In neun Tagen um diese Zeit bin ich ja schon wieder in Zürich für das nächste Abenteuer - es geht nach Äthiopien und Niger, vor allem aber nach Burkina Faso (das einzige afrikanische Land, in das ich auf der Reise tatsächlich einreise). Darauf bin ich auch schon richtig gespannt, auch wenn ich noch gar nicht genau weiß, was ich an den drei vollen Tagen, die ich da habe, so genau anstelle - also werde ich mich ein bisschen treiben lassen und vielleicht tatsächlich ein wenig Urlaub machen ...

Jetzt aber steht erstmal Hannover auf dem Programm, das wird auch gut, die Kolleginnen und Kollegen mal wieder zu sehen.

Ein Foto vom überquerten Rhein gestern gibt es:


Samstag, 21. März 2026

Jetzt war es uns auch egal

..., wann genau unser Gepäck ankommt. Wir haben beim Check-in unser Problem geschildert, dass wir gestern keine Benachrichtigung bekommen haben und daher vermuten, dass das Gepäck heute mit der Maschine aus Amsterdam mitkommt. Die Check-in-Tante verstand zwar schlecht Englisch, aber das Problem sehr wohl, rief bei der Gepäckermittlung an, bei der aber keiner ranging. Wir sollten da hinten warten, aber nach ein paar Minuten hieß es, dass wir jetzt durch die Kontrollen gehen sollen - hoffen wir mal, dass sie hier in Curaçao wissen, was sie tun, aber ob unser Gepäck jetzt morgen mit uns mitkommt oder in den nächsten Tagen geliefert wird, ist uns jetzt auch wurscht ...

Wir waren gar nicht so arg früh wach, dafür, dass wir so früh ins Bett gegangen waren, aber wir machten uns kurz schwimmfertig und marschierten die kurze Strecke zum Strand, weil dort der Einstieg ins (und vor allem der Ausstieg aus dem) Meer für meine Ma doch etwas einfacher ist, obwohl sie am Strand ein paar Treppen steigen muss.

Wir genossen den letzten Schwimm dieses Urlaubs, dann liefen wir zurück in die Bude und räumten unsere Sachen zusammen. Ich stand mal kurz draußen und guckte aufs Meer, als ich plötzlich Fontänen aus dem Meer spritzen sah. Ich rief meine Mutter herbei, und gemeinsam eruierten wir, dass das möglicherweise Wale seien (möglicherweise aber auch "nur" Delfine) - sehr, sehr schön ...

Wir verließen unsere Bude und fuhren - schon mit dem Auto, das bekamen wir schließlich auch wieder abgeschlossen, keine Ahnung, was da ein, zwei Tage mit der Fernbedienung los war - die paar Meter zu unserem gestrigen Brunchlokal. Wieder brunchten wir vorzüglich - meine Ma hatte das Lachsbrot von gestern so gut geschmeckt, dass sie es noch einmal aß, ich probierte den Oktopus, der ganz, ganz großartig war, aber jetzt auch keine Riesenportion, also probierte ich noch Karni stobá, also wieder diesen geschmorten Eintopf (stobá), nur diesmal mit Rindfleisch statt mit Ziegenfleisch. Auch das war sehr, sehr lecker!

Als wir zahlten, war es gerade einmal 12 Uhr und wir hatten noch massig Zeit. Wir fuhren gemütlich in Richtung Flughafen, noch einmal auf die Ringstraße um den Hafen und dabei über die Königin-Wilhelmina-Brücke mit dem grandiosen Blick auf die Hafenpromenade von Willemstad, noch einmal am Flughafen vorbei und schließlich - ich hatte das beim Blick aufs Handy zufällig gesehen - zu einem Hotspot für Flamingos.

Als wir dort ankamen, standen schon ein paar andere Autos, deren Insassen den Blick auf drei, vier größere Gruppen von Flamingos genossen - auch das war noch einmal ein herrlicher Abschluss dieses doch so verhäfelten Urlaubs.

Jetzt ging es zur Autovermietung, wir tankten noch voll, erwischten gerade so den Shuttledienst zum Flughafen und waren sehr früh am Flughafen. Mit dem Check-in klappte das alles ziemlich gut, und jetzt sitzen wir schon gemütlich am Gate. In einer guten Stunde wird geboardet und dann schauen wir, dass wir morgen in Amsterdam gut einreisen und entspannt nach Zürich kommen.

Fotos von heute gibt es tatsächlich noch ein paar:

Oktopus heute Morgen

Zugang zum Meer in unserer Unterkunft

..., nachdem man durch den Keller ist ...

Heute Morgen am Strand

Flamingos kurz vor dem Flughafen

Schön den Tag vertrödelt

... haben wir heute - und also einen weiteren richtig schönen Urlaubstag gemacht.

Wir waren einigermaßen früh ins Bett gegangen und schon gegen 7 Uhr wach. In der Nacht hatte sich noch herausgestellt, dass die Dame in Georgetown unser Gepäck schon gestern Abend über Bridgetown auf den Weg nach Amsterdam gegeben hatte, sodass das Gepäck heute Morgen in Amsterdam ankam. Der Anschluss nach Curaçao wäre unter normalen Umständen nicht erreichbar gewesen, die Maschine hatte aber zwei Stunden Verspätung, sodass ich Hoffnung hatte/habe, dass das Gepäck vielleicht doch schon heute Morgen eingeladen worden wäre. So genau konnte KLM, die inzwischen auch wieder mit mir sprechen, mir das aber auch nicht sagen. Seufz.

Jetzt könnte es gut sein, dass das Gepäck morgen zum dritten Mal über den Atlantik hierher nach Curaçao fliegt und wir es wieder - wie in Georgetown - knapp verpassen, weil wir boarden müssen und nicht mehr an das ankommende Gepäck herankommen. Naja, dann müssen sie es uns halt ein weiteres Mal hinterherschicken - Hase und Igel sind ein feuchter Kehricht dagegen ...

Vielleicht kriegen sie es aber diesmal hin, uns das Gepäck direkt nach Zürich zu fliegen, aber so richtig daran glauben tue ich nicht. Wir werden jedenfalls morgen hier in Curaçao und auch dann noch einmal in Zürich nachfragen, aber noch bin ich zuversichtlich, dass wir unser Zeug irgendwann in den nächsten Tagen wieder in Empfang nehmen können.

Dass mein Gepäck während einer Reise doppelt so oft über den Atlantik fliegt wie ich selbst, habe ich auch noch nicht erlebt (wenn es denn so wird am Ende ...).

Davon ließen wir uns aber nicht beirren, sondern machten einen kleinen Spaziergang hier an den Strand zweihundert Meter von unserer Unterkunft entfernt. Da war um halb acht noch nichts los, also konnten wir ganz entspannt schwimmen. Auch das war herrlich - und der Einstieg für meine Ma doch ein bisschen einfacher, weil die Leiter ins Wasser hier direkt am Haus schon steil und nicht ganz anwenderfreundlich ist ...

Nach dem Spaziergang zurück machten wir auf dem Balkon im Schatten (die Sonne geht hinter dem Haus auf) einen Frühschoppen - ohjeohje ...

Als wir ein Hüngerchen verspürten, machten wir einen weiteren kleinen Spaziergang in das Feriendorf und setzten uns in die andere Gaststätte dort mit grandiosem Ausblick aufs Meer. Dort verzehrten wir ein Lachsbrot (lecker) bzw. Thunfischsteak (grandios!), verbesserten die Google-Bewertung von dem Ding um mehrere Zehntelpunkte (keine Ahnung, was die da zu meckern gehabt hatten, wir waren wirklich hochzufrieden) und tranken dann zur Mittagsstunde je einen Cocktail, einen mit Blue Curaçao und Gin, einen mit Blue Curaçao und Wodka.

Danach wackelten wir heim und machten es uns auf dem Balkon gemütlich, bis die Sonne komplett ums Haus herumgezogen war und wir uns in die Bude zurückzogen und schon einmal einen ersten Packdurchgang machten, denn morgen geht es ja leider heim ...

Gleich geht die Sonne unter, kurz davor gehe ich noch einmal schwimmen, das Abendessen lassen wir ausfallen, weil die Vermieterin uns noch einen Geburtstagskuchen geschenkt hatte (vielen Dank!), also machen wir auch den Abend ganz gemütlich ...

Morgen werden wir zwischen halb elf und elf auschecken, nochmal in die Gaststätte von heute Morgen zum Brunch gehen und uns dann zum Flughafen aufmachen, mit leichtem Gepäck, mal gucken, ob sich das dort doch noch auf wundersame Weise vermehrt ...

--

Jetzt war ich gerade noch einmal schwimmen, danach haben wir zusammen den letzten Sonnenuntergang für diesen Karibikurlaub angeschaut (seeehr schön, seufz) und jetzt sitzen wir noch gemütlich zusammen und essen die Reste vom Kuchen und den eingekauften Sachen ...

Fotos gibt es heute trotz der Trödelei auch:

Sonnenuntergang II

Sonnenuntergang I

Links Blue Lagoon (mit Wodka), rechts Blue Lady (min Gin)

Thunfischsteak

Blick beim Mittagessen

Frühschoppen heute Morgen

Freitag, 20. März 2026

Panik auf der Brücke

... brach heute aus, und man konnte genau erkennen, wer Tourist ist und wer Einheimischer. Wir waren gerade nichtsahnend auf die Pontonbrücke in der Hafeneinfahrt in Willemstad geschlendert, als die Sirene zu heulen anfing und sich die Tore zur Brücke schlossen, während noch jede Menge Menschen jenseits des Tores waren (auch wir; die Aufsichtspersonen kommen bestimmt tagtäglich aus dem Lachen nicht heraus, wenn die Leute da mit erschrockenen Gesichtern durch die Gegend wetzen). Die meisten Leute (auch wir) bewegten uns sehr zügig (auch bekannt als "rannten") in Richtung Eingang, während die Curaçaoer noch ganz gemütlich ihren Weg fortsetzten. Ein, zwei Minuten später ging das Tor wieder auf, sodass alle von der Brücke konnten, während ich meinen Augen kaum traute, als ich wahrnahm, dass die Brücke sich zur Seite bewegt. Joa, die wurde tatsächlich zur Seite aus dem Weg geklappt, sodass Minuten später ein Schlepper mitsamt geschlepptem Schiff die Hafeneinfahrt passieren konnte. Danach wurde die Brücke wieder zurückgedreht, dann konnten alle wieder drüberlaufen - sowas hatte ich auch noch nicht gesehen ...

Das Ausschlafen heute Morgen war herrlich, aber trotzdem waren wir schon um kurz nach 7 Uhr auf. Wir machten uns fertig (ich habe mir gestern dann doch ein bisschen Sonnenbrand - aber ganz mehrheitlich nur an einem Bein - geholt) und gingen herunter an unseren Meereseinstieg. Wir liefen also am Pool die Treppe herunter, einmal ums Eck, durch die meerseitige Türe, dann die Holztreppe herunter und schließlich an der Leiter ins durchaus angenehm kühle Nass.

Herrlich!

Wir schwammen ein bisschen raus, ich tauchte einmal drei, dreieinhalb Meter zum Boden, das war ganz wunderbar und sooooo schön!

Danach duschten wir und fuhren zu dem Restaurant, bei dem wir Dienstag Abend schon fast zu Abend gegessen hätten (wir waren aber nicht sicher, ob es das ist, weil da ein anderer Name dranstand) - dort parkten wir und aßen ein sehr leckeres (wenn auch nicht fantastomisch-genial-phänomenales, sondern nur sehr leckeres) Frühstück. Dort reservierten wir auch für heute Abend einen Tisch, weil man das durchaus fußläufig von unserer Unterkunft erreichen kann, und fuhren schließlich von dannen.

Nun starteten wir durch in Richtung Willemstad, fuhren aber diesmal einen anderen Weg, und aus irgendeinem Grund hatte ich die ganzen Kakteen, die hier den Straßenrand säumen, noch gar nicht so richtig wahrgenommen: Das sind aber wahnsinnig viele!

In Willemstad strebte ich einen Parkplatz mit Blick auf die Promenade an, fand auch einen, aber dort kann man die Parkgebühren nur mit einheimischem Münzgeld (hatte ich nicht) oder einer speziellen Parkkarte (hatte ich auch nicht) bezahlen, nicht mit Kreditkarte (komplett sinnlos!).

Also entschieden wir uns, dass meine Ma aussteigt und ich das Auto auf einem kostenfreien Parkplatz etwas außerhalb abstelle (fünf, sieben, zehn Minuten Fußweg, kein Problem). Gesagt, getan, es ist immer schön, dass hier ein bisschen ein Wind geht, aber sehr warm ist es halt trotzdem, sodass ich schon wieder anfing zu schwitzen.

Wir machten Fotos von der Brücke und der Promenade, dann heulte die Sirene, und wegen der Hitze machte wir auch nach dem Zurückklappen keinen Gang mehr auf die andere Seite, sondern gingen zum Auto zurück.

Mutter hatte Appetit auf Eis, sah auch eine Eisdiele, und während wir sowieso immer machen, was sie will, war das heute ganz besonders der Fall (zumal ich gegen leckeres Eis nun wirklich auch nichts einzuwenden habe): Wir aßen Eis als Hauptspeise und danach Eis als Nachtisch, das war sehr lecker, und danach waren wir ob unseres wunderbaren Mittagessens auch satt.

Es ging zurück zum Auto, noch einmal über die Königin-Wilhelmina-Brücke mit atemberaubender Aussicht auf die Hafeneinfahrt, ich drehte aber unmittelbar nach der Brücke und wir fuhren heim.

Hier machten wir es uns gemütlich, ich ging noch einmal schwimmen, duschte noch einmal und schließlich landeten wir pünktlich - ich hatte Muttern hingefahren, dann das Auto versorgt, und zurück liefen wir gemütlich - in unserer Abendessengaststätte.

Die Getränkeauswahl (an Cocktails nur Piña Colada, weil nur Rum da war; an Bier nur ein niederländisches Bier, nichts Lokales) war eher nicht so grandios, dafür war das Essen super: Meine Ma aß Tintenfischringe und Garnelen in Knoblauch, und ich verspeiste Kabritu stobá, Zicklein in einer leckeren Soße mit Kochbananen und frittierter Polenta (das nennt man hier Funchi). Das war alles wirklich hervorragend lecker, aber wir waren auch satt. Nachtisch wurde jetzt keiner mehr verzehrt, das Heineken gefiel uns auch nicht so recht, also machten wir uns schon früh wieder auf den Weg zurück nach Hause.

Meine Ma ist schon im Bett, ich schreibe jetzt noch (offenbar) Blog, aber dann geht es auch relativ früh (im Moment ist es 21.07 Uhr) ins Bett ...

Ich hatte ja Hoffnung, dass unsere Koffer zur Feier des Tages hier ankommen würde, und tatsächlich bekam ich eine Mail - allerdings aus Georgetown. Seufz. Dort sind die Koffer inzwischen angekommen, die Tante wollte mich wohl auch erreichen, aber ich habe keinen Anruf in Abwesenheit erhalten, keine Ahnung, was da schieflief (und ich hatte nicht immer den Flugmodus drin!). Abgesprochen mit KLM war natürlich, dass die Koffer nicht an unseren ursprünglichen Zielort Georgetown, sondern an unseren aktuellen Aufenthaltsort Curaçao gebracht werden, aber joa, sagen wir so: KLM werde ich nach dieser Erfahrung definitiv nicht weiterempfehlen ...

Wenn ich die Dame in Georgetown richtig verstanden habe, will sie unser Gepäck mit dem nächsten KLM-Flug zurück nach Amsterdam schicken, und dort soll es nach Curaçao verladen werden. Jo, der nächste KLM-Flug ist aber am Samstag, also käme das Gepäck am Sonntag hier an. Wir allerdings fliegen schon am Samstag wieder zurück nach Amsterdam bzw. Zürich, sodass wir unserem Gepäck fast über dem Atlantik begegnen würden ...

Mal gucken, ob das klappt, um was ich die Dame gebeten habe, nämlich dass sie unser Gepäck jetzt gleich nach Zürich verschicken lässt, denn dann käme es womöglich zeitgleich mit uns an ... Es ist echt zum Mäusemelken, aber jetzt ist es uns auch schon fast wurscht.

Morgen jedenfalls machen wir noch einmal einen gemütlichen Tag hier und dann geht es am Samstag über Nacht nach Amsterdam und schließlich am Sonntagmittag nach Zürich. Der Abend wird - so oder so - in der heimischen Gastronomie enden, wenn nicht noch etwas Grundsätzliches schiefgeht, und dann war es das auch schon wieder mit Süd- und Nordamerika ...

Fotos aus Willemstad und vom Abendessen haben wir heute natürlich auch im Angebot, und weil wir von KLM lernen, ist wieder alles durcheinander:

Abendessen Kabritu stobá heute in der Nähe

Die Brücke ist echt abgedreht

Königin-Wilhelmina-Brücke

Hafenpromenade von Willemstad

Pontonbrücke (vor Panik)

Kakteen im Norden von Curaçao

Joa, so'n Angeberbild muss auch noch mit auf den Blog

Donnerstag, 19. März 2026

Zum Flughafen gelaufen

 ... bin ich heute Abend in Aruba, weil ich zu blöd gewesen war, mir den Fahrplan des Flughafenbusses zu merken oder - noch besser - herunterzuladen, obwohl ich an mehreren Stellen freies WLAN hatte; und dann hatte ich einen Bus abfahren lassen, der mich hingebracht hätte, weil ich die Busnummer falsch in Erinnerung hatte. Auch das war verhäfelt in diesem so verhäfelten Urlaub, aber im Großen und Ganzen war heute für mich ein schöner Ausflugstag.

Dieser hatte allerdings nicht so schön begonnen, nämlich mit dem schon angekündigten Wecker um 3.25 Uhr. Die Abfahrtszeit 4 Uhr hielt ich trotzdem ein, und es ging über menschenleere Straßen in Richtung Flughafen. Dort stellte ich das Auto schon am Ankunftsbereich ab (zahlte dafür am Ende elf Euro für den Tag, das lasse ich mir gefallen, dafür, dass ich am Schluss fünfzig Schritte vom Zollausgang zum Auto hatte) und wanderte gemütlich zum eiskalt temperierten Check-in-Bereich.

Dort stellte ich mich in die Schlange, hätte ich gar nicht gemusst, denn in Curaçao kann man mit mobiler Bordkarte an Bord gehen (anders als in Aruba am Abend). Die Ausreise ging heute bei der Grenzerin, die ganz überrascht war, dass ich sie in der hiesigen Sprache, Papiamento, grüßte ("bon dia" kriege ich aber gerade noch hin), die Sicherheitskontrolle war auch noch leer, aber irgendeine Verzögerung gab es trotzdem, denn wir kamen erst um 6.53 Uhr in die Luft, und das, obwohl das bei heute Morgen 14 Fluggästen in der kleinen Twin Otter wirklich schnell ging mit dem Boarden.

Bei dem Ding guckt man den Piloten bei der Arbeit zu, weil es zum Cockpit nur einen Durchgang gibt, nicht einmal eine Tür; ich fand es total spannend, mal wirklich zu hören, wie die Checkliste abgearbeitet wird, das Ding ist im Flug ohrenbetäubend laut, es war klasse.

Nach etwa 35 Minuten Flug kamen wir in Aruba an, die Einreise ging auch fix, aber ich hatte nur großes (US-)Geld und musste das, so entschied ich mich schließlich, erstmal klein machen. Also kaufte ich ein Wasser und eine Cola am Flughafen und hatte jetzt Kleingeld für den Bus. Allein: Der fuhr mir vor der Nase weg.

Mir blieb nix übrig, als mich an die Straße zu stellen, als ein Minibus aufblinkte - er hielt an, ich fragte den Fahrer, ob er nach Oranjestad führe, das tat er, also stieg ich ein. Auch hier war es gar kein Problem, mit US-Dollar zu zahlen (obwohl Aruba eine eigene Währung hat), und so kam ich in der Wilhelminastraat raus.

Von da lief ich ein paar Schritte zu Hafen und hörte plötzlich die niederländische Nationalhymne. Nanu, was ist denn hier los? Es stellte sich heraus, dass heute Flaggentag war, und zwar sogar ein besonderer, denn vor 50 Jahren wurde die Flagge Arubas erstmals gehisst. (Hinzu kommt, dass Aruba seit 40 Jahren eigenständiger Teil des Königreichs der Niederlande ist.)

Achso, ja, passt hier: Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal geschrieben habe, aber das Königreich der Niederlande besteht aus vier formal gleichberechtigten Teilen, nämlich den Niederlanden (großteils in Europa) und den karibischen landen (Ländern) Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Bei den Niederlanden schreibe ich "großteils in Europa", weil drei kleinere karibische Inseln, nämlich Bonaire, Saba und Sint Eustatius, formal zu den Niederlanden (als Teilstaat des Königreichs) gehören. Jo, und in allen vier Ländern des Königreichs war ich seit heute - juchhe!

Ich guckte kurz den Feierlichkeiten zu, kam dann - auf Spanisch! - ins Gespräch mit Tony, der mir die Unterschiede zwischen den Menschen aus Aruba und aus Curaçao erläutern wollte - am Ende waren wir der gemeinsamen Ansicht, dass man das Leben genießen sollte -, dann lief ich ein paar Schritte zum Busbahnhof.

So langsam wurde mir klar, dass Feiertag ist, denn das Busbüro war geschlossen; daher konnte ich auch keine Tageskarte kaufen. Dementsprechend fuhren die Busse auch nach dem ausgedünnten Wochenendfahrplan, aber - nach dem Einkauf von Aruba-Souvenirs, auch um mehr Kleingeld zu haben - erwischte ich direkt einen Bus zum Arashi Beach. Dort wollte ich hin.

Wir fuhren am Eagle Beach und am Palm Beach vorbei, unglaublich weißer Sand, unfassbar schön - und dann war ich fast ein wenig enttäuscht, weil nach Norden hin die Strände rauer, felsiger, steiniger wurden ... Ich bereute fast, nicht schon früher ausgestiegen zu sein, als ich am - schon zu relativ früher Morgenstunde - proppenvollen Arashi Beach ankam: Ich bereute nicht mehr ...

So wie Aruba stellt man sich die Karibik vor, und da oben war es richtig hübsch. Nach einem Missverständnis zwischen Bedienung und mir aß ich mein Frühstück aus Pastechi (Teigtaschen mit, in meinem Fall, Fleischfüllung) und Orangenschaft, bevor ich - um mich herum wurden schon um 9.30 Uhr Cocktails verzehrt! - an das Bier aus Aruba namens Balashi herantraute: Jo, kann man trinken, das Mango Balashi muss aber nicht unbedingt sein.

Ich zahlte, stellte meinen Rucksack auf einen Stehtisch, hoffte, dass er nicht geklaut würde (wurde er nicht) und stieg in die türkisen, aber gar nicht so brutal warmen Fluten: Es war herrlich, endlich, endlich im Meer zu schwimmen und mich von den Wellen dahintreiben zu lassen.

Nach ein paar Minuten war aber auch wieder gut, ich entstieg den Fluten, ließ mich lufttrocknen - und ging wieder in die Bar. Hier trank ich Cola, versuchte, die leeren Becher und die leeren Dosen vor dem Wind zu bewahren, das ging regelmäßig in die Hose, ich aß noch einen Fischburger mit einer Art Mais-Pommes, das isst man hier wohl öfter, und brach dann mit dem 13.30-Uhr-Bus auf.

Ich fuhr bis zum Eagle Beach, schaute aber, dass ich mir nicht vollends die Beine verbrenne und stolperte erst einmal in eine - auf Google furchtbar schlecht bewertete - Bar. So schlimm fand ich die jetzt, ehrlich gesagt, nicht einmal, der Blick auf den schneeweißen Strand war toll, auch die Toilette war sehr ordentlich - vielleicht kann das Essen nix, aber das habe ich da nicht probiert.

Ich zog weiter, in die dritte und letzte Strandbar des Tages, auch da war es schön, auch da war es warm und windig, sodass ich mich in den Schatten verzog und den lieben Gott einen guten Mann sein ließ. Kostenfreies WLAN gab es da auch, das passte, und um 16.45 Uhr wollte ich den Bus zum Busbahnhof kriegen. Das passte gut, ich setzte mich am Busbahnhof auf eine Bank, verwechselte dann die L2 und die L2A, sodass ich die L2 fahren ließ (weil ich dachte, nur die L2A führe zum Flughafen), und bekam zunehmend Sorge, dass es jetzt knapp werden könnte, wenn ich nicht jetzt loslaufe zum Flughafen.

Ich wechselte die Flipflops in meine festeren Schuhe um, lief mit meiner gestern gekauften orangefarbenen Curaçao-Badehose durch Oranjestad (und wurde von zwei Niederländern gefeiert ...), zunächst durch die Innenstadt, dann durch ein eher Wohnviertel. Auf dem Cricket-Feld (oder so) wurde der Nationalfeiertag begangen, und nach einer guten Stunde Wanderung kam ich - verschwitzt wie ein Biber - am Flughafen an.

Der Check-in (ich brauchte ja eine physische Bordkarte) klappte gut, die Ausreise und die Sicherheitskontrolle waren auch kein Problem, und so saß ich schließlich am Gate A. Ein - ich glaube - relativ hohes politisches Tier (ich konnte den Mann aber nicht identifizieren) war heute Morgen schon mit mir nach Aruba geflogen (mutmaßlich zu den Feierlichkeiten) und flog auch jetzt wieder zurück, diesmal ging es im Dunkeln die etwa 35 Minuten zurück nach Curaçao, und heute Abend kamen wir sogar früher weg und dementsprechend früh an.

Ich durfte - schlussendlich - auch wieder durch die elektronische Einreise und war schon sehr fix komplett durch Zoll und alles durch. Leider, denn unsere Koffer standen nicht in der Gegend herum, und bei der Gepäckermittlung war sonst auch keiner mehr zu sehen ...

Ich fuhr also - in Badehose und verschwitztem Hemd - nach Hause in unsere schöne Unterkunft, und morgen (nein, jetzt schon heute!) wird dieser Tag gefeiert wie immer, ganz egal, ob unser Gepäck kommt oder nicht!

Meine Ma war derweil hier in ebendieser Unterkunft, ging auch einmal schwimmen und war zufrieden, auch wenn sie meinte, dass die Wellen relativ stark gewesen seien. Das muss ich morgen früh mal mit ihr erkunden ...

Wie erwartet auch heute nichts zum Fazit für Guyana, dafür aber ein paar Fotos von heute:

Kleiner Mitgenießer

... am Eagle Beach

Arashi Beach ist auch schön

Bierkunde musste auch sein

Feierlichkeiten I

Feierlichkeiten II

Blick ins Cockpit

... und in die Kabine

In Curaçao durfte ich Fotos machen, in Aruba nicht ...

Mittwoch, 18. März 2026

Komplett unfähig (bis auf die Frau in Curaçao)

... sind die alle bei KLM, joa, und die Frau heute in Curaçao gehört ja gar nicht zu KLM, höhö, also doch alle komplett unfähig (naja, vielleicht außer den Pilotinnen und Piloten und den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, hoffentlich) ...

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser, so sie nicht komplett unfähig sind (und das wird keine und keiner sein!), werden schon aus dieser Einleitung erkannt haben, dass unsere Koffer immer noch nicht bei uns sind - sondern laut der Dame hier in Curaçao, die sich hervorragend um uns gekümmert hat, doch in Georgetown gelandet, obwohl mir die Typen von KLM mehrfach versichert haben, dass sie das in der Akte geändert hätten ... Das ist ein absoluter Saftladen, KLM, ganz ehrlich!

Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis die Freunde in Georgetown den Koffer jetzt wieder auf die Reise schicken, wahrscheinlich zurück nach Panama und dann - vielleicht, hoffentlich, irgendwann - nach Curaçao, sodass wir ihn abholen könnten.

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Das Aufstehen heute Nacht war nicht ganz so einfach, ich trödelte auch ein bisschen und musste mich dann beeilen, dass ich pünktlich um 0 Uhr fertig war. Die Rezeptionistin nahm die Zimmerkarte in Empfang, das Taxi stand schon da - und so ging es auf die nächtliche Tour in Richtung Flughafen. Auf der Straße war für diese Uhrzeit die Hölle los, wir brauchten die gute Stunde zum Flughafen wirklich.

Guyana war mal britisch, und das merkt man daran, dass es viele Schlangen gibt. Das ist völlig okay. Bekloppt wird es, wenn es keine Schlange gibt und man sich trotzdem in die Schlange stellen musste - ich hatte online eingecheckt, bekam aber keine Bordkarte, weil Copa Dokumente verifizieren musste - das ist okay. Nicht okay war, dass wir, als wir uns zum Web-Check-in gehen wollten, von einer übermotivierten Tante abgewiesen wurden, weil wir uns in die falsche (jeweils nicht existierende) Schlange gestellt hatten - die Web-Check-in-Schlange wäre zwei Felder weiter links gewesen, da stand natürlich aber gar nix dran, es war zum Mäusemelken, weil das mal wieder - wie am Samstag bei KLM - völlig sinnbefreite Prinzipienreiterei war. Schließlich war mir das zu blöd, wir stellten uns in die normale Schlange, weil wir eh Zeit hatten, ließen uns den Quatsch nochmal "erklären" und wurden zur Strafe bei der Bordkartenkontrolle auch wieder dazu gedrängt, uns in eine nicht existierende Schlange zu stellen. Boah, ey ...

Die Ausreise und die Sicherheitskontrollen gingen einigermaßen zügig, wir kauften noch einige wenige Souvenirs; zum Foodcourt muss man durch die Tür zum Gate 4 laufen, auch das verstehe, wer will, aber da oben gab es sogar Burger King ...

Wir gaben noch ein bisschen von den übrigbleibenden Guyana-Dollar aus (den Rest versuchten wir in Panama noch zu tauschen - erfolglos), dann ging das Boarding auch schon los.

Die dreieinhalb Stunden (!) von Georgetown nach Panama überstanden wir größtenteils schlafend, und in Panama mussten wir zum Glück durch keine Sicherheitskontrolle, sodass wir da massig Zeit hatten und uns schon ans Gate setzen konnten (das stand auch schon frühzeitig fest, kein so'n Blödsinn wie in Europa zunehmend, dass das Gate erst kurz vor Boarding bekanntgegeben wird, damit die Flughäfen schön Geld an den Menschen verdienen können ...).

(Copa macht etwas sehr Vernünftiges, finde ich, denn sie sagen an, dass man nach der Landung die Fensterläden runterziehen soll; dadurch heizt sich die Maschine nicht auf, man muss sie dementsprechend nicht so brutal herunterkühlen, kleine Maßnahme, große Wirkung - klasse!)

Das Boarding nach Curaçao ging fix, dann standen wir aber noch bis zur eigentlichen Abflugzeit in Panama auf dem Vorfeld herum und landeten nach eineinhalbstündigem Flug unbeschadet in meinem 17. abhängigen Gebiet.

Die Einreise ging sehr fix am Automaten (danke, liebe Curaçaoer), dann nahm das Kofferdrama seinen Lauf - und nach dem (vorläufigen) Ende der Geschichte liefen wir - unter Hilfestelle der Autovermietungskonkurrenz - zum Shuttleservice unseres Vermieters. Es ging zehn Minuten in Richtung Willemstad, dann bekamen wir unseren VW Polo und mit dem zuckelten wir erst einmal wieder zurück zum Flughafen, denn dort hatte ich WLAN, um einen Treffpunkt mit unserer Vermieterin auszumachen.

Wir einigten uns darauf, uns bei einem großen französischen Supermarkt zu treffen, das klappte schlussendlich, auch wenn wir in dem Einkaufsmarkt am Ende nur zwei Paar Flipflops erstehen konnten. Die Bezahlung klappte auch (auch wenn hier viele Maschinen nur mit US-Dollar funktionieren, nicht mit den hiesigen Gulden) - und so konnten wir aufbrechen und uns an der größten (und vollsten) Strandpromenade der Insel vielleicht doch noch mit Badebekleidung einzudecken versuchen.

Das klappte bei unseren Größen nicht so ganz gut, weil wir halt keine jungen Mädchen sind, ein Niederländer wollte 250 Euro für einen Badeanzug und ein Strandkleid haben, so viel wollten wir KLM nun auch wieder nicht in Rechnung stellen, aber am Ende kauften wir im Souvenirladen gegenüber für etwa 100 Dollar Klamotten ein. Mal gucken, wie sich KLM da anstellt ...

Danach ging es nach Westpunt in unsere Unterkunft - und da fing das Drama kurzzeitig schon wieder an: Unsere Vermieterin hatte vor lauter freundlichem Geplänkel die wesentlichen Informationen zu den Zugangscodes vergessen - und ich hatte keine Netz mehr, um sie zu lesen ... Ein kurzer Tobsuchtsanfall von mir folgte, der wurde von ihr peinlicherweise per Kamera verfolgt, dann schaltete ich halt kurz das Datenroaming doch an für teuer Geld, so hatte ich die Informationen.

Ich hatte so sehr gehofft, dass das Ding hier so ist wie erhofft - und das klappte wenigstens. Das Zimmer ist klasse, der Blick aufs Meer ist klasse, und nachdem wir den Zugang zum Steg durch den Fels hindurch gefunden hatten, erschien der zwar wacklig, aber auch klasse.

Wir entschieden uns gegen das Schwimmen, weil wir Hunger und Durst hatten und auch noch für morgen einkaufen wollten, denn morgen fliege ich ja mal kurz nach Aruba, während meine liebe Ma den ersten richtigen Erholungstag dieser dann doch anstrengenden Reise einlegen kann (und zu allem Überfluss fuhr ich auch noch - wie ich fand - normal, was sie aber definitiv nicht so sah ...).

Wir kauften im Minimarket eine Viertelstunde entfernt Wasser und Bier und Bananenchips und Shampoo zum Klamottenwaschen (eine Waschmaschine gibt es hier nicht), nahmen dann die zweite Essensoption wahr und aßen sehr, sehr gut zu Abend - meine Ma aß einen Salat mit Shrimps, ich aß Surf & Surf, also Fisch mit Shrimps, das war echt lecker - und da ich noch ein bisschen fahren musste, wurde es wirklich nur ein klitzekleines Bierchen bei mir, das bis zum Aufbruch längst verdunstet war.

Es ging zwei Kilometer heim, eben habe ich noch für morgen eingecheckt und die Einreiseanmeldung für Aruba beantragt und bekommen, die für Curaçao kann ich noch nicht aktualisieren, vermutlich, weil ich noch nicht ausgereist bin, aber das mache ich dann eben unterwegs.

Um 3.25 Uhr klingelt der Wecker, um 4 Uhr will ich unterwegs sein, um 5 Uhr am Flughafen, damit ich um 6.10 Uhr pünktlich boarden kann und wir um 6.35 Uhr loslegen. Der Flug dauert eine halbe Stunde, um 7.05 Uhr bin ich also in Aruba, da werde ich mich ein wenig umschauen, vielleicht mal schwimmen gehen (endlich!), ein bisschen Bus fahren und mir einfach einen gemütlichen Tag machen, bevor es um 20.25 Uhr zurückgeht, ich hoffentlich um 21 Uhr in Curaçao bin, sicherlich nochmal nach unseren Koffern fragen werde und dann hoffentlich so gegen 22.30 Uhr wieder bei meiner Ma bin ...

Auch heute noch kein erstes Zwischenfazit für Guyana, morgen wahrscheinlich auch nicht, aber übermorgen könnte es vielleicht was werden ...

Fotos:

  
Blick vom Balkon

Katze zum (oder beim?) Abendessen