Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Dienstag, 8. August 2000 - Narvik (Norwegen) - 17. Tag - 2350 km von Zuhause entfernt
Heute haben wir eine anstrengende Fahrt von Lakselv nach Narvik gemacht.
Nach dem wieder einmal frühen Aufstehen fuhren wir um genau 5.08 Uhr ab. Wir wollten zuerst gegen halb acht frühstücken, fanden aber zunächst keine Gelegenheit dazu. Danach planten wir, kurz nach acht frühstücken zu gehen, fanden aber über viele zig Kilometer keine geöffnete Mampfgelegenheit. Erst gegen halb zehn (!) sahen wir endlich das Zeichen mit „Messer und Gabel“, waren aber vom Frühstück dort nicht gerade begeistert, da es sehr teuer war und jedes Stück einzeln gekauft werden musste, was wir in bisherigen Skandinavientagen kaum erlebt habe. Das Frühstück war lumpig.
Schließlich fuhren wir weiter und kamen gegen 14.00 Uhr an die Abzweigung nach Schweden. Wir entschieden uns, einen Abstecher dorthin zu machen, um die Benzin- und Lebensmittelpreise zu erforschen. Der Abzweig zur Grenze wurde mit 21 km angegeben, die erste Tankstelle in Schweden ließ sich aber erst nach weiteren 40 Kilometern finden. Endlich und wenigstens waren dort die Preise wirklich niedriger: etwa 35 deutsche Pfennige pro Liter.
Glücklich wieder in Norwegen fanden wir in Narvik gleich die Jugendherberge und konnten auch gleich einchecken. Das Zimmer ist ein sehr schönes Appartement mit großem Bad (nicht „Dusche mit Zimmer und WC“, wie Mama Papa erklärt hatte). Nach dem Abendessen, bei dem wir wieder einmal feststellten, dass Norwegen ein verflucht teures Urlaubsland, und einem Eisgenuss fielen wir bald ins Bett.
Der Tag heute war anstrengend, das Wetter war nicht ganz so gut (kein Vergleich zu gestern), aber zum Reisen doch noch recht angenehm (besser, als wenn einem die Sonne das Hirn ausbrennt ...).
Heute sahen wir lediglich drei Rentiere, ein paar Schafe, leider wiederum keinen Hirvi - es sei denn, ein Stoffelch in einem Schaufenster hier in Narvik.
Morgen steht die Etappe nach Mo i Rana an, die auch noch einmal interessant, aber nicht leicht werden dürfte.
Kommentar 2026:
Schweden war an diesem Tag zu meinem 32. und auf der Reise letzten zu besuchenden Land geworden. Als ich meinen Eltern scherzhaft sagte, dass wir jetzt ja eigentlich heimfahren könnten, sorgte das für - öhm - ein kurzes Donnerwetter. Wahrscheinlich fehlt die Erwähnung im Tagebuchtext deswegen ...,
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