Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Mittwoch, 9. August 2000 - Mo i Rana (Norwegen) - 18. Tag - 2087 km von Zuhause entfernt
Heute hatten wir schlechtes Wetter, sind aber von der Jugendherberge wieder einmal begeistert. Endlich musste ich heute nicht so früh aufstehen, da wir heute nur eine kurze Strecke auf dem Etappenplan hatten. Wir verließen Narvik dann um 6.44 Uhr und fuhren in Richtung Süden weiter. Nach Bognes mussten wir erstmalig die Fähre benutzen, da es hier noch keine Brücke gibt. Wir mussten dort vierzig Minuten warten, bis die Fähre kam, und hatten auch dann noch 25 Minuten Fahrzeit. Auf dem Schiff tranken wir einen ersten Kaffee und Schokolade, da wir am Morgen noch im Zimmer gefrühstückt hatten. Nach einem Abstecher zu einem deutschen Soldatenfriedhof in Botn und zum Polarkreiszentrum in Polarsirkelen kamen wir gegen halb vier zur Stadt. Nach einigem Suchen und Herumfahren fanden wir dann schließlich trotz meiner ungewollten Verzögerungstaktik die Jugendherberge. Wir fragten nach einem Zimmer mit Dusche und WC und bekamen schließlich ein Appartement sogar mit Fernseher (die erste Jugendherberge mit einem Fernseher, die ich erlebe). Gleich wollen wir vielleicht noch die Nachrichten (endlich mal wieder in deutscher Sprache) auf 3sat verfolgen, aber dann auch wieder früh ins Bett gehen, da morgen ein weiterer Fahrtag auf dem Programm steht. Wir hoffen auf gutes Wetter und darauf, dass wir schon morgen etwas von der Stadt Trondheim haben.
Mir war es auf der Fähre peinlich, dass Papa wie ein Besoffener einem kleinen Mädchen mit Hut (15 Jahre alt), das kein Deutsch verstand, einen seiner Witze erzählte. Dasselbe Mädchen mit Hut begegnete uns wieder im Bahnhof in Fauske. Einen jungen Mann hatten wir bereits in der Jugendherberge in Narvik, dann wieder auf dem Schiff und schließlich auch am Bahnhof in Fauske gesehen. Da sieht man wieder einmal, wie klein die Welt hier ist. Mama hat lange kein Bier getrunken (weil sündhaft teuer) und trotzdem keine Entzugserscheinungen. Nationalgetränk hier ist nicht Bier, sondern Kaffee. Mama hat heute eine Tasse Kaffee und einen Orangensaft geschenkt bekommen, weil die Bedienung unsere Pommes vergessen hatte.
Kommentar 2026:
Ich glaube, das war das erste Mal, dass meine Eltern und ich freiwillig zusammen 3sat schauten ...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen