Hinweis 2026:
Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.
Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.
Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.
Montag, 31. Juli 2000 – Helsinki (Finnland) – 9. Tag – 1742 km von Zuhause entfernt
Heute haben wir einen schönen und geruhsamen Tag verbracht.
Wir sind zunächst mit der Straßenbahn in die Innenstadt gefahren, wo uns Mama in eine Markthalle schleppen wollte. Papa und ich haben gestreikt und stattdessen eine Besichtigungstour mit Straßenbahn 7A gemacht. Nach einer Stunde trafen wir uns am Hakaniemi-Platz (Gemüsemarkt) wieder, um von dort eine richtige Stadttour mit Straßenbahn 3T zu machen.
Die Farben und Gerüche auf dem Markt – einmalig. Himbeeren, Blaubeeren, Mini-Blumenkohl, Pfifferlinge ... Mama hört gar nicht mehr: wunderbar! (Viktualienmarkt in München ist nicht schöner als ein Markt, den es hier an jeder Ecke gibt.)
Eigentlich hatten wir danach vor, mit dem Schiff auf eine Badeinsel zu fahren, um dort auf flachen Steinen zu liegen und im Meer schwimmen zu können, haben diesen Plan aber noch auf dem Festland wieder verworfen, da uns im Wind am Hafen doch kalt war und wir davon ausgingen, dass es auf einer ungeschützten Insel nicht besser sei.
Deshalb haben wir in einer anderen Markthalle am Hafen ein Fisch- und Fleisch-Vesper zusammengekauft, das wir gerade eben als Mittag-Abend-Essen genüsslich verschlungen haben.
Es ist jetzt halb sechs hiesiger Zeit, Papa schläft schon, weil wir vom Pflastertreten und Stadtbesichtigen richtig müde sind.
Hier ist wirklich Finnland – Handyland. Wenn man in der Straßenbahn sitzt, klingelt buchstäblich jede Minute irgendein Handy.
Morgen wollen wir recht früh nach Lapinlahti aufbrechen, da wir hier sowieso recht früh aufwachen. Ich habe dafür jetzt Kopfweh und gehe auch gleich ins Bett, obwohl es immer recht hell ist.
Am Hafen haben wir Bungee-Jumper beobachtet und sind uns sicher geworden, dass wir so etwas nicht machen werden.
Die Finnen sind wirklich freundliche und herzliche Menschen, vielleicht färbt das auch ein wenig auf die Besucher dieses Landes ab.
Papa hat heute Morgen sogar hier in der Jugendherberge geduscht, was ich absolut nicht von ihm erwartet hätte. Er ist rundum zufrieden und fühlt sich mit uns Verrückten wohl.
Die Jugendherberge ist aber auch nicht schlecht ausgestattet, wir haben gerade ein Kühlfach gemietet, um unsere Kühlelemente und Getränke morgen und die nächsten Tage zu kühlen.
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