Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 31. Juli 2009

Ausruhtag

[Bitte Nachtrag von gestern (Fotos) beachten!]

Heute haben wir einen schönen Ausruhtag gemacht. Nach spätem Aufstehen (für unsere Tourverhältnisse) gegen 10.30 Uhr ging ich ins Mittelmeer, während Marcel noch eine Runde schlief. Ich kehre gegen 10.50 Uhr zurück und handelte mir einen Anschiss unseres Hauswirtes ein, weil ich den halben Strand mit ins Haus trug ... Marcel hatte schon geduscht, sodass wir dann um 11.30 Uhr zu unserem Mittagessen schreiten konnte. Der Fisch schmeckte sehr lecker, allerdings auch der Hauskatze unseres Restaurants, die es sich geschätze 30 Mal nicht nehmen ließ, immer wieder auf den Tisch zu hüpfen und uns zu überlisten versuchte, auf dass sie an unseren Fisch käme. Hähä, Pustekuchen. Dabei entstand mein heutiges Bild des Tages (Marcel und Katze). Gegen 13.30 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Südosten, an der Brücke nach Patras vorbei (Marcels Bild des heutigen Tages) und landeten am späten Nachmittag hier in Itea. Nach kurzer Suche fanden wir ein sehr schönes Hotel mit WLAN sowie ein schönes Fischlokal direkt am Strand. Heute badeten wir nicht, dafür aber vielleicht morgen in der Frühe.
Je nach Verkehrslage überlegen wir, morgen nach Südostmazedonien zum Fußball zu fahren. Das Spiel beginnt um 17 Uhr. Übermorgen, spätestens am Montag geht es dann nach Istanbul. Marcel wohnt in der Nähe des Galataturms, also nicht weit weg von den Hauptsehenswürdigkeiten Istanbuls. Entsprechend schwierig könnte das Finden eines Parkplatzes werden ... Naja, mal sehen. Morgen heißt es auf alle Fälle, früh aufzustehen, Delphi zu besichtigen und dann nach Norden aufzubrechen.

Die Tour macht uns bisher den allergrößten Spaß: Die Grenzübertritte waren sehr problemlos, wir verstehen uns gut, die Straßen waren mindestens so gut wie erwartet, alles in Ordnung ...

Donnerstag, 30. Juli 2009

Albanien ist gar nicht mehr schlimm

Nachtrag:
Die Bilder des 29. und 30. Juli (Eintrag für 31. Juli später):
Blick über die Bucht von Kotor
Tirana-Zentrum
Griechischer Grenzposten an der albanischen Grenze
Abenddämmerung in Plataria/Griechenland

Heute Nachmittag gut in Griechenland angekommen: Haben ein kleines, einigermaßen verschlafenes Städtchen ein paar Kilometer südlich von Igoumenitsa gefunden, es trägt den Namen Plataria.

Aber beginnen wir gestern Morgen: Nach dem ersten Bad im Mittelmeer in der Bucht von Kotor brachen wir in Richtung von Kotor auf, wo wir einen Parkplatz einigermaßen weit außerhalb des Stadtzentrums fanden, wo wir nach dem Aufenthalt in der Stadt unser Auto wieder als Backofen vorfanden. In Kotor selbst schrieben wir Postkarten und spazierten ein wenig in dieser Weltkulturerbestadt herum. Nach dem Einkauf von Getränken, Brot und einem Hähnchen fuhren wir weiter in Richtung Cetinje; die Straße dorthin war eine sehr schöne, dafür auch eine sehr kurvige Panoramastraße ins Gebirge. Bei einer längeren Rast, während der das Hühnchen verspeist wurde, machten wir das erste Bild des Tages: einen Blick auf die Bucht von Kotor. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt in Cetinje ging es in Richtung Podgorica und von dort trotz unzureichender Beschilderung über eine schlechte Ministraße in Richtung der albanischen Grenze. Der Grenzübertritt war erfreulich unproblematisch; die Straße von der Grenze nach Shkoder die schlechteste während des Albanienaufenthaltes. Trotzdem war sie besser als weite Teile der 2004 mit meinen Eltern befahrenenen Straßen. Wir wagten uns nach Tirana (die spinnen, die Tiranaer, aber ganz im Ernst! Marcel gratulierte mir nach erfolgreicher Ankunft in Tirana) und machten einen kurzen Stadtspaziergang, bevor wir über die (Achtung!) Autobahn (!!) nach Durres fuhren. Es wurde dunkel und nach einigen Metern abseits der Autobahn entschieden wir uns schleunigst, ein Hotel anzusteuern. Wir erwischten ein akzeptables Motel für einen sehr akzeptablen Preis (18 Euro für das Zimmer) und ließen den Abend ausklingen.

Heute Morgen ging es dann weiter über ziemlich gute Straßen (zumindest für Albanien). Das Verspeisen eines Maiskolbens war der einzige größere Stopp in Albanien, sodass wir relativ früh (Zeitverschiebung um eine Stunde zu unseren Ungunsten) in Griechenland waren. Kurzes Autobahnstück nach Igoumenitsa und dann sehr schnell unser verschlafenes Städtchen gefunden. Hier spätes Mittagessen, Baden (sehr schön!) und den Tag ausnahmsweise mal sehr geruhsam ausklingen lassen.

Bilder später, da wir gerade aus unserem Internetcafé geschmissen werden (es ist hier fast um 1.00 Uhr). Alles okay, uns macht es großen Spaß.

Dienstag, 28. Juli 2009

Fünf Grenzen in zehn Stunden

So, jetzt sitzen wir schön an der Straße an der Bucht von Kotor und genießen mal wieder unser Bierchen: Heute handelt es sich um die Gattung Nik aus Nikšić, denn wir sind schon in Montenegro.

Nach gutem Frühstück heute Morgen im "Dioklecijan" in Podstrana südlich von Split ging es zurück nach Split, dort auf die Autobahn. Die Autobahn existierte, obwohl mein Navigationssystem uns nur noch Pampa anzeigte und die Ankunftsberechnungen wild hin- und herschwankten. Nach problemlosen Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina (Grüne Karte wurde aber verlangt) ging es nach Mostar, wo wir für einen bewachten (?) Parkplatz fünf Euro bezahlten. Der obligatorische Gang über die Stari Most und durch die Altstadt war sehr beeindruckend, da neben verfallenen und von Einschusslöchern übersäten Häusern ganz offensichtlich neu gebaute Gebäude standen. Gegen früher Nachmittag brachen wir auf, fuhren wieder (ganz problemlos) über die bosnisch-kroatische Grenze, von dort über die kroatisch-bosnische und bosnisch-kroatische Grenze um Neum und kamen schließlich in Dubrovnik an (ja, wieder in Kroatien). Da wir kein kroatisches Kleingeld hatten und die Parkautomaten keine Kreditkarten akzeptierten, riskierten wir ein Parkticket (und bekamen keines ...). Der Rundgang über die Dubrovniker Stadtmauern war sehr beeindruckend; der gestrige Rekord von 100 Bildern wurde heute mit 112 noch einmal übertroffen (Glückwunsch, Marcel!). Zu Abend aßen wir am Hafen der Altstadt, wo ich vor Jahren schon einmal mit meiner Mutter gegessen hatte. Abermals waren wir sehr zufrieden. Wir entschieden uns dann, noch heute Abend über die kroatisch-montenegrische Grenze zu fahren. Obwohl diese Grenze ungewöhnlich zeitaufwendig war, fanden wir gegen 21.30 Uhr ein schönes Hotel an der Bucht von Kotor. Wir sind im Begriff, das dritte Bier zu bestellen. Morgen geht es dann über Kotor und möglicherweise Cetinje in Richtung Albanien. Mal sehen, woher wir uns demnächst melden.

Heutige Bilder des Tages (gemeinschaftliche Entscheidung) sind das Bild mit der Stari Most in Mostar mit einem unbekannten (...) Fan des tollsten Clubs der Welt davor und ein Panorama über die Altstadt von Dubrovnik.

Montag, 27. Juli 2009

"Nach Split über Burgau"

Marcel (ja, mein Mitreisender, den ich nach Istanbul bringe) und ich sind heute gut in Split angekommen. Aber von Anfang an:

Gestern Morgen um 4.28 Uhr brachen wir in Jena-Winzerla auf. Nach einem ersten Zwischenstopp am Burgau-Park in Jena zum Geldholen ging es über Regensburg, Passau, Graz, Maribor nach Zagreb. Die Grenzübertritte waren (Deutschland-Österreich-Slowenien) wie üblich nicht zu bemerken bzw. (Slowenien-Kroatien) vollkommen problemlos. In Zagreb spazierten wir ein wenig in einer merkwürdig leblosen Altstadt herum und fanden nach längerem Suchen am Nachmittag ein Lokal, in dem wir Čevapi und Pljeskavica (kroatische Fleischgerichte) aßen. Sehr lecker. Dazu tranken wir alkoholfreies Bier (offiziell: Marcel aus Solidarität mit mir als Fahrer, inoffiziell: Versehen des Kellners). Zagreb kam uns (auch wenn es die kroatische Hauptstadt ist) als ein liebenswertes Städtchen (sic!) vor. Anschließend ging es an die Plitwicer Seen, wo wir in unmittelbarer Nähe ein schönes Hotel vorfanden und dort noch zu Abend tranken ...

Heute Morgen besuchten wir dann die Plitwicer Seen als solche und nahmen uns einige Stunden Zeit für eine der kürzeren Touren. Obwohl ich 2005 mit meinen Eltern schon einmal dort gewesen war, war ich begeistert, zumal jetzt der ganze Park zugänglich war, einschließlich der Höhlen, Bahnen, Schiffe etc. Gegen 14 Uhr ging es in Richtung Split. Dort flanierten wir durch die Altstadt mit Diokletianspalast und fuhren anschließend nach Podstrana (einige Kilometer südlich von Split), wo wir im meinen Eltern und mir gut bekannten Hotel-Restaurant "Dioklecijan" Kost und Logis fanden. Nun sitzen wir mit Blick auf den aufgehenden Mond und die Adria auf der Terrasse.

Wie immer fuhren die Kroaten auf den Landstraßen wie die Henker: Überholt wurde in allen Lebenslagen, selbst dann, wenn man den nächsten Hügel nicht überblicken konnte. Nach einigen Stunden gewöhnt man sich aber daran und fährt selbst wie ein Schneidermeister in Kurven und bremst nur, wenn es absolut nötig ist. Geschwindigkeitsbegrenzungen? Pah! Die sind bloße Empfehlungen und das Metall nicht wert, auf das sie gestanzt wurden. Man ist ein Verkehrshindernis, wenn man auch nur kurz abbremst nach einem 100er-Schild. Die kroatischen Autobahnen sind sehr gut, die slowenischen können wir nicht beurteilen, da wir uns vom slowenischen Staat die 15 Euro Vignettengebühr für sieben Tage nicht haben abknöpfen lassen. Dafür wurden wir mit einer schönen privatbeschilderten Umleitung nach Zagreb (siehe unser gemeinsames Bild des Tages vom 26. Juli, oben links) belohnt. Kroatisches Geld haben wir erst seit heute, nachdem wir 30 Euro umgewechselt haben: Der Rest läuft mit Kreditkarte und Euro problemlos. Das Bier ist sehr lecker: Wir trinken meist Karlovačko oder Točeno (ha, man kann sogar die kroatischen Sonderzeichen darstellen ...). Unsere heutigen (27. Juli) Bilder des Tages sind für Marcel der Krebs im Nationalpark Plitwicer Seen (2. Bild oben), für mich ein abgestorbener und umgefallener Baum im glasklaren Wasser ebendort (3. Bild oben).

Samstag, 25. Juli 2009

Ähm, ja - Test - 2. Versuch

Nun denn!

[* Begriffe mit Stern müssen von Müttern und Brüdern nicht zwingend verstanden werden.]

Nachdem mir blog.de aus unerfindlichen Gründen meinen Blog* wieder gelöscht hat, versuche ich es ein zweites Mal, jetzt hoffentlich mit einem Blogwart, der auch lesen kann.

Nun, morgen Früh, 4.00 Uhr (geplant), geht es auf die Reise. Erst einmal soll es über die kroatische Adrianküste und Montenegro nach Albanien und Griechenland gehen, bevor wir am 2. August in Istanbul aufschlagen wollen. Dort wird der Freund, den ich zu seiner dreimonatigen Rechtsreferendariatswahlstation bringe, erst einmal eine Woche arbeiten müssen, bevor wir am 8. August noch weiter in Richtung Osten, nach Baku in Aserbaidschan, fahren werden. Am 11. August sollten wir dort ankommen (Hotel ist gebucht), um am 12. August das WM-Qualifikationsspiel zwischen Aserbaidschan und Deutschland zu sehen. Am Tag darauf geht es zurück nach Istanbul, wo meine Mutter am 18. August ankommt. Nach einigen Sightseeing-Tagen in der heimlichen Hauptstadt der Türkei geht es über den Balkan zurück nach Deutschland.

Die Autoversicherung ist jetzt - bis auf die Kaukasusstaaten - einschließlich Vollkasko geklärt. Jetzt muss nur noch für Georgien, Aserbaidschan und möglicherweise Armenien (Bergkarabach vielleicht auch noch) an der Grenze eine Versicherung abgeschlossen werden.

Wir sind guter Dinge, aber jetzt gehe ich ins Bett, ich muss ja morgen früh raus. Guckt einfach mal vorbei ...

Freitag, 18. August 2000

Nordlandreise 2000 - 18. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Freitag, 18. August 2000 - Helsingør (Dänemark) - 27. Tag - 959 km von Zuhause entfernt

Die Fahrt heute war anstrengend, aber auch sehr beeindruckend.

Nach viel zu frühem Start meiner Meinung nach frühstückten wir unsere Lunchpakete auf einem Parkplatz bereits in Schweden, nachdem wir unsere letzten norwegischen Kronen vertankt hatten. Schweden erschien uns ziemlich anders als Norwegen, sowohl topografisch wie auch architektonisch. Vom Strand in Falkenberg, an den Mama unbedingt gewollt hatte, waren wir nicht restlos begeistert. In Schweden gaben wir keinen Pfennig aus, abgesehen von der Gebühr für die Benutzung der Brücke über den Øresund (60 DM). Die Aussicht war es wirklich wert und die Brücke ist wirklich auch als Bauwerk meisterhaft. Für Mama war es sehr beeindruckend, da sie noch vor zwei Jahren von der schwedischen Seite aus den Bau beobachtet hatte. Mama hatte wieder einmal Probleme mit dem Benzin und bekam Schweißausbrüche, obwohl Papa und ich ihr gut zuredeten und genau berechneten, dass das Benzin ausreichen würde. Wir kamen an unserem Zielort schon um 13.00 Uhr an und konnten gleich einchecken. Das Zimmer ist zweckmäßig, nicht das beste, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Papa freut sich besonders über unser privates Klo. Schließlich machten wir einen Ausflug in die Stadt und suchten dort deutsche Zeitungen, die wir nicht fanden. Darüber frustriert und mit Spiegel, Sportbild und Herald Tribune (für mich als Zeitungsersatz) bewaffnet fuhren wir ins Hostel zurück und genossen noch ein wenig den Strand, den wir bereits am Nachmittag erkundet und für sehr gut befunden hatten.

Was wir morgen machen, steht noch nicht fest; wir lassen uns vom Wetter leiten, das auch heute wieder wechselhaft war; möglicherweise fahre ich morgen nach Kopenhagen.

Kommentar 2026:

Dieser Tag war für meine Mutter traumatisch - ich glaube, sie hatte wirklich und ernsthaft Sorge, dass uns unterwegs das Benzin ausgeht. Ich bin recht sicher, dass sie sich vor ihrem inneren Auge schon vorstellte, wie sie meinen Vater und mich Benzin holen jagt und wütend neben dem Auto wartet ... Und wenn heute irgendwann mal die Benzinlampe im Auto angeht, bekomme ich diese Story immer noch zu hören.

Donnerstag, 17. August 2000

Nordlandreise 2000 - 17. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Donnerstag, 17. August 2000 - Oslo (Norwegen) - 26. Tag - 1355 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir die wahrscheinlich letzte Städtetour unserer Reise gemacht.

Nach dem (wie immer viel zu frühem) Aufstehen und gutem Frühstück wollten wir zunächst zum Holmenkollen. Da wir diesen aber nicht so schnell fanden und plötzlich beim Vigeland-Park vorbeikamen, haben wir diesen aufgesucht und die dortigen Skulpturen besichtigt. Mama war sehr angetan, ich muss zu meiner Schande gestehen, für die Bildhauerei nur wenig übrig zu haben. Dennoch, der Monolith und der Springbrunnen waren auch für mich nicht uninteressant. Danach fuhren wir ins Museumsviertel und gingen zuerst ins Wikingerschiffmuseum. Das war schon eher was für mich. Es ist beeindruckend, dass die über 1000 Jahre alten Schiffe teilweise noch so gut erhalten geborgen werden konnten. Ins Kon-Tiki-Museum wollte Mama unbedingt. Es war wirklich sehr interessant zu sehen, wie Thor Heyerdahl seine ganze Expeditionen gemacht hat. Mama war ja von Kindheit an von diesem Entdecker fasziniert gewesen. Schließlich folgte der Ausflug zum Holmenkollen. Während Papa und Mama unten Kuchen aßen, besichtigte ich das Skimuseum (nicht so prickelnd, wenn man als Nicht-Skifahrer keinen Bezug dazu hat) und den Sprungturm. Nachdem Papa von der Aussicht geschwärmt, muss ich sagen, dass sie wirklich toll ist, auch wenn das erhebende Gefühl kleiner war als gedacht. Keine tausend Pferde würden Mama das hochbringen, sagt sie. Die Stufen war auch sehr anstrengend (trotz Fahrstuhl). Nach einer kurzen Stadtrundfahrt zum Bahnhof (Zeitung kaufen) fuhren wir in das Lokal in der Nähe der Jugendherberge, in dem wir schon gestern waren und aßen dort zu Abend. Mama bekam wieder ihren Liter - jeweils Garnelen und Bier. Papa aß nur ein Smørbröd und ich gebratenen Lachs. Bei Antritt der Rückfahrt trafen wir noch ein sympathisches norddeutsches Ehepaar aus Rendsburg, dem wir zur JH vorausfuhren. Jetzt ist es sieben, wir liegen seit eineinhalb Stunden im Bett und lesen.

Das Wetter ist auch sehr interessant: Heute Morgen war der Himmel grau, doch es kam gutes Wetter und innerhalb von zehn Minuten heute Mittag hat sich das Wetter in einen regelrechten Gewittersturm mit Donnergrollen verwandelt.

Morgen geht es über Schweden und die große Brücke über den Øresund weiter nach Dänemark, wo wir unsere letzte Station in Helsingør machen werden.

Kommentar 2026:

Ich erinnere mich bis heute an die Holztreppen im Sprungturm, durch die man mehrere Stockwerke nach unten hindurchschauen konnte. Gruselig ...

Mittwoch, 16. August 2000

Nordlandreise 2000 - 16. August 2000

Hinweis 2026:

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Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Mittwoch, 16. August 2000 - Oslo (Norwegen) - 25. Tag - 1355 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir eine schöne Etappe nach Oslo gefahren und haben überraschend schnell die Jugendherberge gefunden.

Nach gutem bis (für Papa) mittelmäßigen Frühstück (weil ohne Eier und Wecken) fuhren wir gegen acht Uhr los und kamen über schöne, aber kurvenreiche und engen Straßen sowie mit einer Fähre nach Oslo. Mama musste teilweise Zentimeterarbeit hinlegen, um sich an den LKWs vorbeizuquetschen. Irgendwie erinnern einige Landstriche an bekannte in Mitteleuropa: Genfer See, Vierwaldstättersee etc. Nachdem wir sehr schnell dank guter Ausschilderung die Jugendherberge gefunden hatten, gingen wir essen. In der Jugendherberge gab es allerdings wie in ganz Oslo kein einziges Zimmer mit Dusche und WC, daher musste Papa in den sauren Apfel beißen. Er kann dies aber verkraften, da alle sanitären Einrichtungen in unmittelbarer Nähe des Zimmers liegen. Beim Essen, das gut, aber wie allgemein üblich teuer war, aß Mama einen Liter ihrer geliebten Garnelen, Papa Steinbutt und ich Thunfisch in Sesamkruste. Nun ist es acht Uhr, wir liegen schon wieder im Bett (Mama und Papa zumindest) und lesen.

Morgen wollen wir uns Oslo ansehen und auf den Holmenkollen fahren.

So schön die Reise bisher war und wahrscheinlich und hoffentlich noch in den letzten Tagen sein wird, freue ich mich schon wieder auf zuhause.

Kommentar 2026:

"Wecken" sind ein Alemannismus für Brötchen ...

Dienstag, 15. August 2000

Nordlandreise 2000 - 15. August 2000

Hinweis 2026:

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Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Dienstag, 15. August 2000 - Bergen (Norwegen) - 24. Tag - 1412 km von Zuhause entfernt

Der heutige Tag hat beschissen angefangen und ist wunderbar zu Ende gegangen.

Nach relativ spätem Aufstehen und nicht schlechtem Frühstück fuhren wir in die Stadt, wo wir bei schlechtem Wetter den Fischmarkt besichtigten und uns für heute Abend eindeckten. Mama war trotz des Wetters begeistert. Als wir uns bereits entschlossen hatten, nach dem Kauf einer Zeitung in die Jugendherberge zurückzufahren, wurde das Wetter prompt besser. Innerhalb von zehn Minuten herrschte strahlender Sonnenschein. Wir fuhren zum Edvard-Grieg-Zentrum, das etwas außerhalb in Troldhaugen liegt. Es war zwar recht interessant, riss einen aber nicht vom Hocker. Wir fuhren schließlich wieder in die Stadt zurück, wo wir Eis aßen und uns noch einen schönen Nachmittag machten. Bei der Rückkehr in die Jugendherberge aßen wir den am Fischmarkt gekauften Fisch (sehr gut: Lachs, Krabben, Makrele) und genossen den wunderbaren Blick auf die Stadt Bergen. Wir sind heute wieder früh ins Bett gegangen und genießen die Zeitungslektüre.

Morgen geht es weiter Richtung Oslo - wir sind schon sehr gespannt. Gott sei Dank werden die Nächte wieder länger.

Montag, 14. August 2000

Nordlandreise 2000 - 14. August 2000

Hinweis 2026:

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Montag, 14. August 2000 - Bergen (Norwegen) - 23. Tag - 1412 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir eine sehr schöne Fahrt nach Bergen mit einer weniger schönen unfreiwilligen Stadtrundfahrt verbunden.

Nach wiederum gutem Frühstück fuhren wir erst spät - gegen 9 Uhr - los und wählten heute eine Streckenführung durch viele Tunnel. Von den 467 km waren mindestens 60 Tunnelkilometer. Endlich in Bergen brauchten wir aber eineinhalb Stunden, um die sehr (sehr !) versteckt liegende Jugendherberge zu finden. Hier gefällt es uns gut, aber es ist nicht so toll wie z. B. in Lillehammer. Bei Sauwetter gingen wir dann heute Abend noch essen. Beim Chinesen war es gut, aber teuer. Wir sind hundemüde, deswegen fällt der heutige Eintrag etwas kürzer aus. Wir hoffen auf etwas besseres Wetter (obwohl die Bergener Sauwetter gewohnt sind).

Kommentar 2026:

Oha, die Einträge werden kürzer ...

Blick auf Bergen

Sonntag, 13. August 2000

Nordlandreise 2000 - 13. August 2000

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Sonntag, 13. August 2000 - Lillehammer (Norwegen) - 22. Tag - 1484 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir uns noch einmal einen geruhsamen Tag gemacht.

Nach einer guten Nacht gingen wir zum Frühstück, wo wir vor lauter Spanier keinen Platz mehr bekommen konnten. Das anschließende Frühstück entschädigte aber dafür. Der Herbergsvater kümmerte sich sehr um unser Wohlbefinden und alles ist sehr in Ordnung. Danach fuhren wir ein wenig zum Mjøsa-See und sonnten uns - zunächst allein, dann kamen mehr Leute. Wir stellten wieder fest, dass die Norweger spät aufstehen, auch weil alle Geschäfte erst um 9.00 Uhr oder 10.00 Uhr geöffnet werden. Kurz nach zwölf gingen Mama und ich zur Touristeninformation, wo man das heutige Formel-1-Rennen im Fernsehen verfolgen könne. Ein direktes Restaurant konnte man mir nicht nennen, aber ich bekam heraus, dass beim Norwegischen Fernsehen das Rennen lief. In der Jugendherberge stellte ich fest, dass wir dieses Programm im Fernsehraum empfangen konnten und ging zur Überbrückung der einen Stunde ins Zimmer. Als Mama und Papa endlich wiederkamen, stellten wir fest, dass die übereifrigen Putzfrauen den Aufenthaltsraum zugeschlossen hatten. Nach hektischen Beratungen fuhren wir eine dreiviertel Stunde kreuz und quer durch die Stadt, bis wir endlich am Campingplatz das Rennen (das bereits lief) sehen konnten. Nach Schumis zweitem Platz gingen wir zu Abend essen. Wir trafen dort einen älteren, norwegischen Herrn, der schon mehrfach in Deutschland war und nach seiner Aussage vier Jahre Deutsch in der Schule gelernt hatte. Wir unterhielten uns sehr gut mit ihm und dem Chef des Restaurants, der wie ein Zuhälter aussah, aber sympathisch war. Seine Frau kam aus Moskau !!!! Wir aßen alle drei gebratenen Lachs, der sehr gut war. Nach dem guten Nachtisch gingen wir müde zum Bahnhof, wo Mama und Papa sich noch sehr sonnten und ich aufs Zimmer ging, da ich einen Sonnenbrand befürchtete. Jetzt ist es halb acht und wir faulen Säcke bereiten uns auf die Nacht vor.

Morgen geht es über Stock und Stein nach Bergen, wir sind sehr gespannt.

Kommentar 2026:

Meine Güte, Michael Schumacher war damals wirklich eine große Nummer.

Ich frage mich gerade, wie ich im Vor-Smartphone-Zeitalter herausgefunden habe, dass das Rennen im norwegischen Fernsehen läuft. Ich werde doch nicht etwa in eine Fernsehzeitung geschaut haben?!

Und dass die Frau aus Moskau kam, war mir vier Ausrufezeichen wert?! Auweia ...

Samstag, 12. August 2000

Nordlandreise 2000 - 12. August 2000

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Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Samstag, 12. August 2000 - Lillehammer (Norwegen) - 21. Tag - 1484 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir eine wieder einmal schöne Strecke nach Lillehammer gefahren und beurteilen die Eindrücke dieser Stadt recht unterschiedlich.

Nach gutem Frühstück heute und einigen Querelen, bis wir unser Zeug aus dem Kühlschrank wieder hatten, ging es schnurstracks und nur mit Pinkelpausen nach Lillehammer, sodass wir schon um halb eins hier ankamen. Die Jugendherberge war aber noch zu und deswegen fuhren wir zum Olympischen Gelände von 1994. Dort gingen Mama und ich in das Norwegische Olympische Museum, das die Olympischen Spiele seit der Antike zeigte und sehr interessant ist. Auch im Eishockeyhallenbereich, in dem heute ein Fußballturnier war, waren noch einmal die Spiele 1994 anhand von Videodokumentationen und Ergebnislisten zu verfolgen. Papa saß derweil draußen in der Sonne. 

Danach fuhren wir ins Freilichtmuseum Maihaugen, das verschiedene Arten traditioneller norwegischer Bauweise zeigt, waren davon aber nicht sehr begeistert. Papa saß wiederum in der Sonne - diesmal mit Hut - und machte einem neuvermählten norwegischen Paar Platz. Dieses Freilichtmuseum scheint bei Hochzeitspaaren beliebt zu sein. Unterdessen ging ich noch in eine Ausstellung über die norwegische Geschichte und war von dieser hochbegeistert. Anschließend wollten wir zum Strand fahren, fanden aber nur ein Einkaufszentrum, in dem wir prompt Getränke und schöne Kirschen kauften. [Zur Zeit ist hier das Korn noch nicht reif, Kirschen wachsen noch auf den Bäumen, Erdbeeren gibt es noch in Hülle und Fülle in jedem Garten und Mama hat noch Pfingstrosen blühen.] Nach einem kurzen Zwischenstopp bzw. der Anmeldung in der Jugendherberge gingen wir endlich in einen Kro zum Essen. Uns hat es geschmeckt, aber allzu begeistert waren wir auch nicht - vor allem die hier in Norwegen übliche Selbstbedienung ist nicht nach unserem Geschmack. In der Fußgängerzone, in der heute Abend überhaupt nichts los war, aßen wir noch ein Eis und gingen dann nach Hause.

Morgen wissen wir noch nicht, was wir machen wollen. Wir lassen uns von Petrus leiten. Mama hofft sehr auf einen geruhsamen Sonnentag zum Schwimmen.

Kommentar 2026:

Ich war sicher, dass das Museum, das ich bis heute so großartig finde, das Olympia-Museum gewesen sei, aber anscheinend war es das Museum zur norwegischen Geschichte in Maihaugen. Deswegen sind Zeugen offenbar so unsichere Beweismittel ...

Freitag, 11. August 2000

Nordlandreise 2000 - 11. August 2000

Hinweis 2026:

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Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Freitag, 11. August 2000 - Trondheim (Norwegen) - 20. Tag - 1741 km von Zuhause entfernt

Wir haben gut geschlafen, aber das Erwachen war böse - den ganzen Tag heute war ein Sauwetter, was der wunderschöne gestrige Tag absolut nicht vermuten ließ.

Nach dem akzeptablen Frühstück fuhren wir dennoch in die Stadt und besichtigten unter Zuhilfenahme unserer Regenschirme den Nidarosdom hier in Trondheim sowie das ehemals erzbischöfliche Palais. Papa meint, er sei ein eifriger Kirchgänger gewesen, aber Eintritt wie hier hat auch er noch nicht bezahlt (6 D-Mark pro Person).

Die Kirche erschien uns beeindruckend wie eine Ausgabe en miniature des Petersdoms, wobei natürlich 500 Jahre Bauzeitunterschied zwischen diesen Kirchen besteht und sie auch anderen Epochen zuzuordnen sind. Die schlichte und nicht pompöse Ausstattung der Kirche war typisch protestantisch. Sehr interessant waren auch die in der Kirche (Krönungskirche der norwegischen Könige) ausgestellten Kronjuwelen, die extra von einem Wachmann bewacht wurden. Auch das Museum über die Leben des Erzbischofs vor der Reformation war hochinteressant. Danach machten wir einen Abstecher zum Markt und zu Burger King und verbrachten einige Stunden des Mittags lesend im Bett. Ich habe noch nie so saure Himbeeren und süße Erdbeeren gegessen.

Gegen Abend rafften wir uns dann doch noch auf und gingen in den Lokal, in dem wir schon gestern gegessen haben, zum Abendessen. Papa aß am Bahnhof noch einen Hot Dog.

Morgen geht es weiter nach Lillehammer. So schön die Reise auch ist, inzwischen freue ich mich auch wieder auf Zuhause.

Donnerstag, 10. August 2000

Nordlandreise 2000 - 10. August 2000

Hinweis 2026:

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Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Donnerstag, 10. August 2000 - Trondheim (Norwegen) - 19. Tag - 1741 km von Zuhause entfernt

So wechselhaftes Wetter wie heute hatten wir noch nie auf dieser Reise - schwarzer Himmel, blaue Flecken, Plätterregen, Sonnenschein.

Wir waren auch heute wieder kurz vor sieben aufgebrochen und frühstückten in einem Hotel mit Buffet gut und nicht billig - wie alles in Norwegen. Danach ging es weiter auf der Strecke, wobei das Wetter seine Kapriolen schlug, bis plötzlich wunderbar blauer Himmel überwog. In Trondheim war dann Sommerwetter. Nach dem außergewöhnlich langen Einchecken in der Jugendherberge (alles voll, lahmarschige Rezeption) waren wir gegen 15.00 Uhr wieder auf dem Weg in die Stadt. Wir aßen bei einem Fischrestaurant direkt am Hafen sehr gut und verhältnismäßig preiswert. Mama aß ganze Shrimps mit Knoblauchmajonäse und war hochzufrieden, ebenso wie ich mit meinem gegrillten Lachs. Endlich fanden wir heute sogar wieder deutsche Zeitschriften - ich kaufte am Trondheimer Bahnhof einen Spiegel für 8 Mark und eine Bild-Zeitung von gestern für 3 Mark. Danach machten wir unfreiwillige Stadtrundfahrt, bis wir die Fähranlegestelle für unseren für morgen geplanten Aufenthaltstag gefunden hatten. Um 19.00 Uhr wieder in der Herberge begann Mama ihre Waschungen, während Papa und ich uns faul zurücklegten und Mama wenigstens nicht im Weg standen. Es ist jetzt halb elf und Mama wartet immer noch auf den letzten Trockengang. Ihren wohlverdienten Schlaf hat sich Mama heute wirklich noch mehr als sonst verdient.

Unser Zimmer heute reißt uns nicht zu Begeisterungsstürmen hin - insbesondere nachdem, was wir erlebt haben, aber es ist sehr sauber und zweckmäßig, auch wenn man sich im Zweifelsfall gegenseitig auf den Füßen steht - was auch in der engen Dusche gilt.

Wir sind jetzt sehr müde und gehen bald ins Bett. Morgen wollen wir auf der Badeinsel Munkholmen ein wenig richtigen Urlaub machen, wenn das Wetter es zulässt.

Mittwoch, 9. August 2000

Nordlandreise 2000 - 9. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Mittwoch, 9. August 2000 - Mo i Rana (Norwegen) - 18. Tag - 2087 km von Zuhause entfernt

Heute hatten wir schlechtes Wetter, sind aber von der Jugendherberge wieder einmal begeistert. Endlich musste ich heute nicht so früh aufstehen, da wir heute nur eine kurze Strecke auf dem Etappenplan hatten. Wir verließen Narvik dann um 6.44 Uhr und fuhren in Richtung Süden weiter. Nach Bognes mussten wir erstmalig die Fähre benutzen, da es hier noch keine Brücke gibt. Wir mussten dort vierzig Minuten warten, bis die Fähre kam, und hatten auch dann noch 25 Minuten Fahrzeit. Auf dem Schiff tranken wir einen ersten Kaffee und Schokolade, da wir am Morgen noch im Zimmer gefrühstückt hatten. Nach einem Abstecher zu einem deutschen Soldatenfriedhof in Botn und zum Polarkreiszentrum in Polarsirkelen kamen wir gegen halb vier zur Stadt. Nach einigem Suchen und Herumfahren fanden wir dann schließlich trotz meiner ungewollten Verzögerungstaktik die Jugendherberge. Wir fragten nach einem Zimmer mit Dusche und WC und bekamen schließlich ein Appartement sogar mit Fernseher (die erste Jugendherberge mit einem Fernseher, die ich erlebe). Gleich wollen wir vielleicht noch die Nachrichten (endlich mal wieder in deutscher Sprache) auf 3sat verfolgen, aber dann auch wieder früh ins Bett gehen, da morgen ein weiterer Fahrtag auf dem Programm steht. Wir hoffen auf gutes Wetter und darauf, dass wir schon morgen etwas von der Stadt Trondheim haben.

Mir war es auf der Fähre peinlich, dass Papa wie ein Besoffener einem kleinen Mädchen mit Hut (15 Jahre alt), das kein Deutsch verstand, einen seiner Witze erzählte. Dasselbe Mädchen mit Hut begegnete uns wieder im Bahnhof in Fauske. Einen jungen Mann hatten wir bereits in der Jugendherberge in Narvik, dann wieder auf dem Schiff und schließlich auch am Bahnhof in Fauske gesehen. Da sieht man wieder einmal, wie klein die Welt hier ist. Mama hat lange kein Bier getrunken (weil sündhaft teuer) und trotzdem keine Entzugserscheinungen. Nationalgetränk hier ist nicht Bier, sondern Kaffee. Mama hat heute eine Tasse Kaffee und einen Orangensaft geschenkt bekommen, weil die Bedienung unsere Pommes vergessen hatte.

Kommentar 2026:

Ich glaube, das war das erste Mal, dass meine Eltern und ich freiwillig zusammen 3sat schauten ...

Dienstag, 8. August 2000

Nordlandreise 2000 - 8. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im Oktober 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Dienstag, 8. August 2000 - Narvik (Norwegen) - 17. Tag - 2350 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir eine anstrengende Fahrt von Lakselv nach Narvik gemacht.

Nach dem wieder einmal frühen Aufstehen fuhren wir um genau 5.08 Uhr ab. Wir wollten zuerst gegen halb acht frühstücken, fanden aber zunächst keine Gelegenheit dazu. Danach planten wir, kurz nach acht frühstücken zu gehen, fanden aber über viele zig Kilometer keine geöffnete Mampfgelegenheit. Erst gegen halb zehn (!) sahen wir endlich das Zeichen mit „Messer und Gabel“, waren aber vom Frühstück dort nicht gerade begeistert, da es sehr teuer war und jedes Stück einzeln gekauft werden musste, was wir in bisherigen Skandinavientagen kaum erlebt habe. Das Frühstück war lumpig.

Schließlich fuhren wir weiter und kamen gegen 14.00 Uhr an die Abzweigung nach Schweden. Wir entschieden uns, einen Abstecher dorthin zu machen, um die Benzin- und Lebensmittelpreise zu erforschen. Der Abzweig zur Grenze wurde mit 21 km angegeben, die erste Tankstelle in Schweden ließ sich aber erst nach weiteren 40 Kilometern finden. Endlich und wenigstens waren dort die Preise wirklich niedriger: etwa 35 deutsche Pfennige pro Liter.

Glücklich wieder in Norwegen fanden wir in Narvik gleich die Jugendherberge und konnten auch gleich einchecken. Das Zimmer ist ein sehr schönes Appartement mit großem Bad (nicht „Dusche mit Zimmer und WC“, wie Mama Papa erklärt hatte). Nach dem Abendessen, bei dem wir wieder einmal feststellten, dass Norwegen ein verflucht teures Urlaubsland, und einem Eisgenuss fielen wir bald ins Bett.

Der Tag heute war anstrengend, das Wetter war nicht ganz so gut (kein Vergleich zu gestern), aber zum Reisen doch noch recht angenehm (besser, als wenn einem die Sonne das Hirn ausbrennt ...).

Heute sahen wir lediglich drei Rentiere, ein paar Schafe, leider wiederum keinen Hirvi - es sei denn, ein Stoffelch in einem Schaufenster hier in Narvik.

Morgen steht die Etappe nach Mo i Rana an, die auch noch einmal interessant, aber nicht leicht werden dürfte.

Kommentar 2026:

Schweden war an diesem Tag zu meinem 32. und auf der Reise letzten zu besuchenden Land geworden. Als ich meinen Eltern scherzhaft sagte, dass wir jetzt ja eigentlich heimfahren könnten, sorgte das für - öhm - ein kurzes Donnerwetter. Wahrscheinlich fehlt die Erwähnung im Tagebuchtext deswegen ...,

Montag, 7. August 2000

Nordlandreise 2000 - 7. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Montag, 7. August 2000 - Lakselv (Norwegen) - 16. Tag - 2630 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir einen sehr schönen und sehr gemütlichen freien Tag verbracht.

Es begann schon am Morgen beim Frühstück. Evelyn, die gute Seele des Hauses, war überhaupt nicht anwesend, sodass Mama plötzlich die Initiative ergriff und mit dem vollbesetzten Frühstückswagen aus der Küche kam. Ich hatte so meine Bedenken, aber die wurden einfach nicht beachtet. Nicht nur, dass Mama den Wagen herbrachte, nein, sie schleppte nach kurzer Zeit auch noch Kaffee aus der Küche. Ein Schweizer Pärchen machte sich über den Rest unseres Frühstückes her - ob die überhaupt etwas bezahlt haben, geht uns nichts an.

Nach dem Frühstück fuhren wir in die Stadt nach Lakselv einkaufen. Mama holte für unseren heutigen Faultag ein paar Sachen zu essen: Brot, Wurst, Bananen und Getränke - wie immer. Gegen 11.00 Uhr dann lagen wir endlich am jugendherbergseigenen See und aalten uns auf dem kleinen Steg in der Sonne. Mama und ich (ich unter lautem Protestgeheul) stachen in den eiskalten See. Nach dem Bad pflegte ich meine abgefrorenen Finger. Unterdessen verjagte Papa mit Mamas nassem Badeanzug (denkt euch euren Teil !!) alle möglichen stechenden und nicht stechenden Viecher. Er hatte die Träger bis 16.30 Uhr um einen halben Meter verlängert.

In dieser Zeit waren Mama und ich einige Male im See und entschieden uns schließlich dafür, mit dem Kanu ein wenig über den See zu paddeln. Einmal wären wir fast gekentert - was sicherlich eher an meinen außergewöhnlich „geschickten“ Paddelbewegungen lag („Weshalb drehen wir uns plötzlich im Kreis?“). Auf jeden Fall konnte Mama besser paddeln als ich.

Hier hat sich die Schule bei Opa bewährt. Papa hatte zunächst seinen Kampf mit dem Fotoapparat auszufechten, bevor er uns auf Zelluloid bannen konnte - ihm musste erst mal per Zuruf klar gemacht werden, dass das Objektiv ausgefahren werden muss!

Später gingen wir dann in die Sauna, nachdem wir zwei außerordentlich sympathische (Ironie, gell!) Deutsche getroffen hatten.

Insgesamt haben wir hier sehr viele Italiener gesehen. Mama lechzt nach was Deutschem zum Lesen, vor lauter Elend liest sie uns gleich landeskundliche Informationen von der Karte vor.

Morgen haben wir eine sehr lange Etappe nach Narvik vor uns und gehen wieder einmal recht früh schlafen, um Mama zu schonen.

Blick auf den See

Blick von See auf den Steg

Sonntag, 6. August 2000

Nordlandreise 2000 - 6. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Sonntag, 6. August 2000 - Lakselv (Norwegen) - 15. Tag - 2630 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir eine tolle Fahrt ans Nordkap und nach Hammerfest gemacht.

Das Frühstück heute gab es relativ spät (für unsere Verhältnisse) ab 8 Uhr. Es war recht gut und wir sahen "unsere" Radfahrer zum letzten Mal. Danach brachen wir auf ans Nordkap (2754 km von Zuhause entfernt) und ließen zunächst offen, ob wir noch nach Hammerfest wollten. Die Strecke entlang dem Porsanger-Fjord war landschaftlich sehr schön und auch die Straßenverhältnisse waren recht gut. Anders als in den meisten Karten und Reiseführern angegeben, konnten wir trockenen Fußes durch einen unterirdischen Tunnel die Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, erreichen anstatt mit der Fähre (dieser Tunnel war allerdings sauteuer). Auf der Insel dann sahen wir heute bestimmt 1.000 Rentiere in Rudeln und einzeln. Auf dem Hinweg mussten wir zusammen mit einigen anderen Autofahrern einige Minuten hinter einem Rudel herfahren, das aus gut 250 Rentieren bestand. Schön war, wie die Tiere über die Leitplanke sprangen und dann steil den Berg hinaufkletterten. Das Rätsel von Mama und Papa (sie waren sich nicht sicher, ob die weißen Flecken an den Bergen Schnee oder etwas anderes sei) hat sich so gelöst, dass in den Bergen doch Schneereste liegen, auf denen sich die Rentiere häufig zusammenfinden und ihren „Rat“ abhalten. Am Nordkap angekommen, mussten wir eine Eintrittsgebühr entrichten, bis wir die zweifellos faszinierende Aussicht auf das Polarmeer und die umfangreichen Anlagen besichtigen konnten. Mama und ich schrieben Karten nach Deutschland, während Papa eine Dokumentationstafel über die Seeschlacht von 1943 las. Souvenirs kauften wir auch einige. Nach gut zwei Stunden am Nordkap sind wir die Strecke zurückgefahrne, bis wir an den Abzweig nach Hammerfest kamen, wo wir uns dann entschieden, diese nördlichste Stadt der Welt auch noch mitzunehmen. Auf dem Fahrweg trafen wir auch sehr viele Rentiere und auch einige Schafe, die ungeniert am Straßenrand oder auf der Straße lagen. Die Stadt Hammerfest ist schön gelegen, hat uns aber ehrlich gesagt nicht besonders beeindruckt, da es so etwas ähnliches wie einen Stadtkern nicht gibt. Hier war sehr beeindruckend, dass die Rentiere einen Sonntagsspaziergang durch die Stadt machten. Die Einwohner und die Feriengäste haben das stillschweigend hingenommen, wohlwissend, dass ein Unfall mit einem solchen Vieh nicht ohne Kratzer am Auto abginge. Gegen 21.00 Uhr kamen wir wieder zu unserer Jugendherberge in dem Bewusstsein, einen ereignisreichen Tag verlebt zu haben, und genießen derzeit erstmals so richtig die noch um bald elf Uhr abends bestehende Helligkeit.

Uns ist aufgefallen, dass neben der andersartigen Landschaftsbildung auch der (Be-)Wuchs der Bäume anders ist. Während die Birken in Finnland stolz und kerzengerade aufragen, sind die Birken hier durchwegs krumm und teils buschartig.

Morgen wollen wir einen ruhigen Tag hier in Lakselv verleben und dann übermorgen wieder in Richtung Süden aufbrechen.

Kommentar 2026:

Bis zum Besuch in Spitzbergen im Jahr 2019 war das Nordkapp (wie ich es heute schreiben würde) der nördlichste Punkt, den ich besucht hatte.


Rentiere

Rentier

Rentiere an Hang

Samstag, 5. August 2000

Nordlandreise 2000 - 5. August 2000

Hinweis 2026:

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Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Samstag, 5. August 2000 - Lakselv (Norwegen) - 14. Tag - 2630 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir hier angekommen und müssen sagen, dass wir begeistert sind - wieder einmal - und zwar von Gegend und Unterkunft.

Wir waren zunächst wieder einmal sehr früh in Rovaniemi losgefahren und haben dann in Ivalo in Nordfinnland am Inarisee gefrühstückt. Unser Versuch, bei einem tollen Blockhüttenhotel ein Frühstück einzunehmen, schlug fehl, denn außer einem kleinen Hund war niemand erreichbar. Das Frühstück in dem Hotel in Ivalo wiederum war aber spitze. Es ist in Finnland insgesamt üblich, einen Festpreis zu bezahlen (in der Regel 30 Finnmark pro Person) und sich dann unbegrenzt vom Buffet bedienen zu können. Dort saßen auch einige Deutsche, u. a. ein Elternpaar mit jugendlichem BVB-Fan, den Mama und Papa gleich einmal anquatschten und dem BVB für die Saison 2000/2001 alles Gute zu wünschen - wobei ich mich da bereits verzogen hatte. Kurz nach dem Frühstück hielten wir bei einem Ausläufer des Inarisees an. Dort sprang Mama ins (selbst nach eigenen Bekunden) eiskalte Wasser und war danach frisch wie ein Otter, während Papa und ich die Karte studierten. Kurz danach auf der Strecke ging ein wolkenbruchartiger Regenfall nieder, während Mama in einem weiteren Souvenirgeschäft schnupperte. Nach dem Regenguss kam sie zurück - natürlich wieder ohne Einkäufe getätigt zu haben.

Danach ging es dann über Berg- und Talstraßen zur finnisch-norwegischen Grenze, vor der uns eine sehr sympathische Finnin mit der Begründung herauswinkte, sie wolle im Auftrag des finnischen Staates eine Befragung unter Reisenden durchführen. Wir gaben bereitwillig Auskunft. Auch wir hatten Fragen bezüglich des Lebens in Finnland an die sehr gut Deutsch sprechende junge Frau, die sie ebenfalls sehr freundlich und ausführlich beantwortete. Papa in seiner Großzügigkeit versprach ein Souvenir, das Mama und ich aber erst im Kofferraum suchen mussten. Erst nach einigen Durchwühlen der Taschen hatten wir die Kirschwasserfläschchen gefunden. Danach ging es - ohne jegliche Kontrolle - über die Grenze zu Norwegen.

Das Benzin ist hier um einiges teurer als im auch so schon teuren Finnland (auch hier wäre zu vermerken, dass das Benzin in Mittelfinnland am billigsten ist [6,63 FIM = 2,18 DM], während es in Helsinki [6,99 FIM = 2,30 DM] und in Nordfinnland [7,60 FIM = 2,50 DM] noch teurer ist - das macht in der Spitze pro Liter fast 32 deutsche Pfennig aus). Bei der Frage nach einem guten Restaurant kurz nach der Grenze wurden wir wieder nach Finnland zurückverwiesen - „gut und preiswerter“. Wir fuhren allerdings weiter nach Norwegen hinein und überholten einige Radfahrer, die wir später bei einer Rast als Deutsche erkannten.

Wir fuhren nach einem kurzen Imbiss weiter in Richtung Lakselv und fanden dort schnell unsere Jugendherberge, bei der allerdings niemanden antrafen - die Türen waren auf, das Haus sah gut aus, Mama mit ihrem guten Geschmack konnte uns schon im Voraus sagen, dass wir hier gut aufgehoben seien.

Zur Zeitüberbrückung fuhren weiter in das gemäß ADAC-Karte „stark zersiedelte“ Städtchen von Lakselv kamen. Wir mussten um ein paar Ecken kurven, bis wir den kleinen Stadtkern gefunden hatten. Geld wir nur mit Kreditkarte, Papa ließen wir vor dem Supermarkt zum Kaffee sitzen, den er allerdings erst bekam, als wir wieder zurückkamen und Mama kurz vor Toreschluss noch Brot, Wurst, Bananen und Getränke für das heutige Abendbrot kaufen konnte.

Zurück in der Jugendherberge bekamen wir unser Blockhaus wieder einmal mittels „Hände-und-Füße-Sprache“ mit ein paar Brocken Englisch gemischt zugewiesen. Die Unterkunft ist zwar nicht ganz so geräumig und toll wie in Lapinlahti, doch sind wir hiermit trotzdem sehr zufrieden (sogar mit Kühlschrank im Zimmer) und außerdem entschädigt die Umgebung für etwaige Mängel. Mama hatte die Wohnung schnell im Griff und häuslich eingerichtet. Ein See vor der Haustür (den Mama gleich wieder bearbeitete), zur Verfügung stehende Kanus, Blaubeeren en gros und eine wunderbare Plattform ins flache und sehr klare Wasser. Schnee auf den Bergen und das reine Felsmassiv im Hintergrund - fühlen wir uns hier wie auf einer grünen Insel.

Außerdem trafen wir die Radfahrer von der Raststätte wieder, die hier die Nacht verbringen.

Kaum waren wir über der Grenze, hatte sich auch schon die ganze Landschaft geändert. In Finnland war es noch größtenteils flache Tundra, während es hier in Norwegen hügelige, fast gebirgige Gegenden mit starkem Grünbewuchs gibt, die anderorts wieder reinen Felscharakter haben. Die Straßen jedoch waren auf beiden Seiten der Grenze sehr gut - auch hier hatten wir den Eindruck, dass die Hauptstraßen sehr ordentlich sind und lediglich sehr häufig Abzweigungen nur geschottert sind. Die Zukunft wird hier auch noch makadamisierte Straßendecken erfordern.

Die Uhr mussten wir hier wieder eine Stunde zurückstellen auf Mitteleuropäische Zeit.

Morgen wollen wir ans Nordkapp und - wenn die Zeit es zulässt - nach Hammerfest, wohingegen am Montag bei schönem Wetter ein Faultag an unserem See hier geplant ist.

Freitag, 4. August 2000

Nordlandreise 2000 - 4. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Freitag, 4. August 2000 – Rovaniemi (Finnland) – 13. Tag – 2309 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir erstmals den Polarkreis überquert und den Weihnachtsmann besucht.

Nach wieder einmal früher Abfahrt in Lapinlahti fuhren wir heute recht schnurstracks in Richtung Norden. Unterwegs unterbrachen wir, um zu frühstücken. Das Frühstück heute war nicht besonders gut, da wir kein Buffet vorfanden.

Kurz vor Kemi (an der Ostseeküste) hatte Mutter noch immer keinen Elch gesehen und wir entschieden uns, ihr zuliebe in einen Tierpark in Ranua zu fahren, was einen Umweg von ca. 50 km bedeutete.

Auf diesem Umweg wurden wir aber bereits teilweise entschädigt, weil wir etliche Rentiere in freier Wildbahn sahen - wir hätten sie fast streicheln können, so nahe und unscheu kamen sie an das Auto heran (siehe Bild).

In Ranua im besagten Zoo angekommen, gingen Mama und ich (Papa blieb wegen des zu langen Fußweges draußen) durch ein sehr schön angelegtes Wildgehege.

Papa sang Serenaden und verdiente sich seinen Kaffee und registrierte, dass es hier eine ganze Masse dicker Menschen gibt - der Dickste, wahrscheinlich dreifacher Vater, hatte bestimmt vier Zentner.

Wieder in den Wildpark: Dort sahen wir zunächst Otter und Biber, schließlich Vögel und Eulen und danach verschiedene Bärenarten sowie den Vielfraß und andere Tiere.

Endlich kamen wir zum Edelwild. Dort sah Mutter endlich ihren ersehnten Hirvi. Sie versuchte ihn mittels Süßholzraspelei zumindest zum Aufstehen zu bewegen, was ihr aber nicht gelang („Süßes Hirvilein, komm doch mal zu mir ...“) - er hatte schließlich eine bessere Elchkuh.

Danach fuhren wir weiter in Richtung Rovaniemi (wobei kurz nach dem Zoobesuch ein Renbock schließlich 200 m vor uns auf der Straße hertorkelte - Mama konnte nur [Ren-]Schritttempo fahren), wo wir zum Polarkreiszentrum und zum Weihnachtsmann kamen.

Wir kauften einige Souvenirs und überquerten schließlich formvollendet (ich zumindest) den Polarkreis - ich bekam später sogar noch ein Polarkreiszertifikat.

Wir aßen Rentierfilet bzw. Rentierburger zu Mittag, die ausgezeichnet schmeckten (kein bisschen sehnig, was Papa zuvor befürchtet hatte), und fuhren gegen 17.30 Uhr in unsere Jugendherberge.

Sie ist einfach eingerichtet und kein Vergleich zu Lapinlahti, aber für die eine Nacht dürfte es reichen.

Morgen geht es dann weiter in Richtung Norwegen, am Sonntag kommen wir wahrscheinlich ans Nordkapp. Norwegen wird mein 31. Land sein.

Guter Spruch auf der Toilette:

Some come here to sit and think,

 some come here to shit and stink,

 I come here to scratch my balls

 and read the bullshit on the walls.

Übersetzung:

Einige kommen hierher, um zu sitzen und nachzudenken,

einige kommen hierher, um zu scheißen und zu stinken,

ich komme hierher, um meine Eier zu kratzen

und die Scheiße an den Wänden zu lesen.


Kommentar 2026:

"Papa sang Serenaden." Um Gottes Willen!

"Norwegen wird mein 31. Land sein." Hihi ...

Ein Bild habe ich für diesen speziellen Tag nicht gefunden, aber keine Sorge, in den nächsten Tagen kommen Rentierbilder ..,

Donnerstag, 3. August 2000

Nordlandreise 2000 - 3. August 2000

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Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Donnerstag, 3. August 2000 – Lapinlahti (Finnland) – 12. Tag – 2085 km von Zuhause entfernt

Heute war das Wetter etwas besser als gestern, wir haben deswegen etwas mehr gemacht als am vergangenen Tag.

Nachdem jedoch am Morgen das Wetter nicht so gut erschien, sind wir nach Kuopio auf den Markt gefahren. Dort haben Mama und Papa die Kaufhalle (Kauppahalli) unsicher gemacht, während ich nach deutschen Zeitungen Ausschau hielt.

Das einzige Stück deutsche Sprache, das mir in die Hände fiel, war eine Bildzeitung vom vergangenen Samstag (29. Juli!) - die Bildzeitung habe ich dann doch nicht gekauft.

Obwohl wir nicht auf dem Laufenden sind, wissen wir durch Telefonanrufe, dass die Welt noch nicht untergegangen ist.

Danach haben wir auf dem Marktplatz wieder kleine Sardinen gegessen und Eis gegessen, nachdem Mama Erbsen gekauft und bei einem Mädchen in Erfahrung gebracht hatte (sie kam vom Stand nicht weg, da der Vater seine Tochter immer wieder aufforderte, Deutsch zu sprechen), dass die Finnen offenbar ab der 5. Klasse Deutsch (ab der 3. Englisch) lernen.

Komischerweise trafen wir auch wieder die Leute, die gestern mit uns in der Sauna waren, in der 60 km entfernten Stadt - die Welt ist hier wirklich winzig.

Nach gelungener Rückfahrt war das Wetter etwas besser geworden, sodass Mama und ich glaubten, in See stechen zu können. Das Wasser im See war aber a...kalt und außerdem hing einem nach dem Bad eine Schlickschicht auf der Haut, was nicht sonderlich angenehm war.

Gott sei Dank konnte ich duschen und schließlich mit Mutter und Vatter in die Sauna bzw. ins Schwimmbad gehen.

Dort trafen wir eine gebürtige Deutsche, die seit vielen Jahren in Schweden mit ihrem Mann lebt, die beklagte, dass die Finnen so wenig Fremdsprachen sprechen. Nach so vielen Jahren schwäbelte sie aber immer noch. Sie war auf Anhieb sehr sympathisch und deswegen spendierte Mama den beiden je ein Kirschwasser.

Es sind weitgereiste Leute, die die ganze Welt kennen und viele Sprachen sprechen.

Wir haben uns heute wieder selbst verköstigt, weil wir so einen schönen großen Kühlschrank haben und so gerne einkaufen gegangen sind - zum Zeitvertreib.

Wir gehen auch heute wieder früh ins Bett, weil wir morgen früh wieder [spätestens fünf Uhr] aufbrechen wollen (bzw. wollen das Mama und Papa), weil wir ja einen Besuch beim Weihnachtsmann am Polarkreis vorhaben.

Kommentar 2026:

Ich bin - trotz fehlender eckiger Klammer - fast sicher, dass ich von meinen Eltern zu solchen Sätzen wie "Es sind weitgereiste Leute, die die ganze Welt kennen und viele Sprachen sprechen." genötigt worden bin ...

Und es ist für mich Nachrichten-Junkie nicht mehr vorstellbar, dass ich mehrere Wochen ohne ständige Verfügbarkeit von Nachrichten überlebt haben soll. Unfassbar!


Echte Begeisterung ...


Mittwoch, 2. August 2000

Nordlandreise 2000 - 2. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Mittwoch, 2. August 2000 – Lapinlahti (Finnland) – 11. Tag – 2085 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir einen geruhsamen Tag verbracht. Eigentlich wollten wir in Iisalmi den Markt aufsuchen, um die von Mama geliebten Fischchen zu bekommen. Aber leider fanden wir weder dort noch in einem anderen Ort auf dem Weg einen Markt, geschweige Fische. Ein Elchchen fanden wir auch keins (es kam leider keines „angelatscht“ [O-Ton Mama]).

Unterwegs sahen wir in Iisalmi auch noch den Konvoi des Bikerinnentreffens, das hier in der Nähe stattfindet und zu dem die deutschen Frauen angereist waren, die wir gestern getroffen haben. So etwas haben wir noch nie erlebt, das waren mindestens 200 Motorräder hintereinander (das finnische Fernsehen bringt heute Abend darüber einen Bericht und die Frauen lassen sich die Kassette nach Deutschland nachschicken).

Da die Straße zu dem zweiten vermeintlichen Markt nicht makadamisiert war, konnte Papa aufgrund der Durchschüttelung seiner Eingeweide seine Notdurft ablassen. Schließlich sind wir nach Lapinlahti in die Stadt gefahren und haben Papa zuliebe sämtliche Cafés des Ortes (im Ganzen zwei) aufgesucht, damit er endlich Kaffee und Kuchen bekam.

Als wir dann wieder in unserem Luxusbungalow ankamen, ging Papa ins Bett für ein Nickerchen, während Mama und ich unsere Badestelle für den (hoffentlich wettermäßig schöneren) morgigen Tag zu suchen. Wir fanden eine ganz nette einige hundert Meter von unserem Bungalow entfernt.

Beim anschließenden Saunabad gab es für uns einige Überraschungen: Die Finnen (zumindest die, die wir hier gesehen haben) benutzen beim Saunagang keine Handtücher, sie sitzen mit „blankem Arsch“ (O-Ton Vatter) auf den Holzbänken. Was in Deutschland zum Hinauswurf führen würde, ist hier offenbar gang und gäbe.

Gestern hatten wir die Möglichkeit einer Familiensauna gehabt, weil wir mutterseelenallein waren, heute haben die deutschen Bikerinnen und eine finnische Familie unser Idyll gestört. Wir waren irgendwie traurig (besonders Papa), dass Mama fremdgehen musste, da hier - wie gestern schon gesagt - die Sauna streng nach Geschlechtern getrennt ist.

Außerdem waren der finnische Vater und sein Sohn offenbar beim ersten Saunagang nur sehr kurz (zwei, drei Minuten, sagt Papa) in der Sauna, haben aber dafür dann beim zweiten Gang mittels geringen, aber häufigen Aufgüssen eine Bullenhitze in der Sauna erzeugt - allerdings erst, nachdem Papa weg war.

Abgesehen davon, dass Mama und Papa mich heute Morgen viel zu früh aus dem Bett geworfen haben, war sonst nichts Besonderes.

Wir haben aber heute gehört, dass die Jugendherberge in Rovaniemi nicht sehr gut sein soll. Da wir allerdings nur einen Tag da sind, wird uns das wahrscheinlich nicht so viel ausmachen, selbst wenn wir uns auf dieses Hörensagen verlassen würden (unser jetziges Quartier ist sowieso nicht zu erreichen, und damit finden wir uns ab).

Die Jugendherberge in Lakselv soll schon wieder besser sein, allerdings scheint es 20 km vom Nordkap entfernt eine weitere, ganz neue JuHe zu geben, die allerdings in keinem Jugendherbergsverzeichnis steht, die wir uns aber bestimmt einmal ansehen werden.

Wenn man in Jugendherbergen unterwegs ist, trifft man die unterschiedlichsten Menschen und tauscht Erfahrungen und Meinungen aus über die unterschiedlichsten Dinge. Man sollte aller Sprachen mächtig sein.

Insgesamt fällt uns auf, dass bei weitem nicht alle Finnen so gut Englisch sprechen wie man es allgemein von Nordländern erwartet.

Mit Tante haben wir heute Morgen telefoniert, [meine beiden Brüder] haben wir wieder nur am Anrufbeantworter erwischt.

Kommentar 2026:

Eine Kassette, liebe jüngeren Leserinnen und Leser, war ein physisches Speichermedium für Musik oder (hier) Videos, so'n großer quaderförmiger Klotz, den man in den Videorekorder, ein Gerät zur Wiedergabe auf dem Fernseher, geschoben hat.

Zwischen Makadamisieren und Asphaltieren gibt es einen Unterschied, den aber nur mein Vater kannte, der aber bestand auf "makadamisiert".

Meine ältere Bonusoma, stets (nur) "Tante" genannt, ist 2012 gestorben; schön, hier noch einmal von ihr als Ziel unseres Anrufs zu lesen. Bei meinen Brüdern habe ich die Namen redigiert.

Dienstag, 1. August 2000

Nordlandreise 2000 - 1. August 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Dienstag, 1. August 2000 - Lapinlahti (Finnland) - 10. Tag - 2085 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir in Lapinlahti angekommen und sind sehr begeistert von der hiesigen Jugendherberge, die hier den Namen eines Vier-Sterne-Bungalow-Hotels verdient hätte.

Heute waren wir gegen vier Uhr aufgestanden und schon gegen fünf Uhr losgefahren. Nach einer unfreiwilligen, abermaligen und nicht uninteressanten Stadtrundfahrt durch Helsinki kamen wir über Lahti und Mikkeli schließlich nach Kuopio hierher. Unser Frühstück nahmen wir gegen sieben Uhr in einer Raststätte ein, die durch ein reichhaltiges Buffet überzeugte - es ist hier so üblich, dass man einen festgelegten Frühstückspreis bezahlt und sich dann am Buffet bedienen kann. Das Frühstück kostete 30 Finnmark pro Person, also 10 DM und war wirklich gut. Danach fuhren wir über die Nationalstraße 5 beinahe durchgehend bis nach Kuopio, wo wir den Markt besuchten - finnische Märkte haben seit Helsinki auf uns eine besondere Anziehungskraft: Erbsen zum Puhlen für meine Mama, Himbeeren für mich, Wurst für Papa, Blaubeeren und Pfifferlinge fürs Auge, Sardinen zum Puhlen für Mama, frischen Fisch aus der Pfanne für den Magen usw.

Als wir nach einigem Suchen in der hiesigen Jugendherberge ankamen und wegen der Sucherei schon unruhig waren (die Lehrerinnen in der hiesigen Schule wussten nichts von einer Jugendherberge [!]), war die Überraschung und Freude umso größer, wie wir sahen, dass wir hier ein besseres Appartement als in so manchem Großstadthotel haben.

Die eigentliche Jugendherberge befindet sich im Hauptgebäude (einem ehemaligen Herrenhaus) einer Kunstakademie, wobei diese nur in den Sommermonaten als JuHe fungiert. Unser Appartement ist ein Reihenbungalow. Er besteht aus insgesamt drei Zimmern und Kochgelegenheit, wobei wir allerdings nur zwei Zimmer benutzen können, zwei einzelnen WCs und Dusche. Der Boden ist mit Parkett ausgelegt. Die Kiefernholzeinrichtung - so stellt man sich finnische Holzverarbeitungen vor - einzig die Haupteingangstüre klemmt stets. Insgesamt ist hier - in Finnland - für uns ungewöhnlich, dass die Verriegelungen auf die andere als die von uns gewohnte Seite zu drehen sind - auch auf den Toiletten etc.

Als wir dann ankamen und bezahlten (Geld mussten wir erst umtauschen, da hier keine Kreditkarten angenommen werden und auch die EC-Karten bei den Geldautomaten versagen), baten die drei Rezeptionistinnen uns an, Sauna und Schwimmbad (übrigens auch Fitnessraum) kostenfrei zu benutzen (dafür bekamen sie gleich drei Kirschwasser - ob die jetzt wohl schon besoffen sind?). Wir nutzten dieses Angebot schließlich auch, Papa machte erstmals seit seiner Krankheit im Dezember einen Saunagang und hatte anfänglich viel Angst und auch ich nahm nach einigen Jahren wieder ein Saunabad.

Wir waren in der Sauna ganz allein, sodass wir die in Finnland typische Trennung von Männlein und Weiblein umgehen konnten. Während Mama und Papa noch einen dritten Gang machten, planschte ich ein wenig im Schwimmbad - ich habe jetzt noch rote Augen vom Chlor.

Leider verdirbt uns das Wetter den vollends gelungenen Ausklang dieses Tages - außer, dass unser Auto mal wieder gewaschen ist. Mama und ich wollten eigentlich noch zu einem nahe gelegenen Badeseechen (damit ziehen wir Mama immer auf), aber der See muss bis morgen warten, denn Wasser haben wir bei diesen sintflutartigen Regenfällen genügend von oben.

Der [eine Typ in Bonndorf] ist ein Spinner: Das Ungeziefer, von dem er fantasiert hat, es fresse einen selbst bei seinem dreistündigen Aufenthalt in Helsinki auf, bestand für uns bis jetzt aus einer lästigen Fliege - scheinbar geht Ungeziefer nur an ständig Besoffene.

Wir haben hier die deutschen Motorradfahrerinnen getroffen, die wir schon in Helsinki gesprochen haben.

Nach 500 km Fahrt sind sie zur gleichen Stunde im gleichen Supermarkt.

--- Uns kommt es nach kaum 1 ½ Wochen so vor, als ob wir schon seit vielen Wochen unterwegs wären - so viele Eindrücke und Erlebnisse haben wir schon hinter uns; wir beginnen, die Japaner zu verstehen, die nach zwei Wochen Europa-Crashkurs nicht mehr wissen, wo sie am Anfang waren.

Kommentar 2026:

Auch hier habe ich aus Gründen des Datenschutzes einen Namen redigiert.

Die Erbsen gab es laut Auskunft meiner Ma in kleinen Holzkistchen in Größen zu einem halben oder einem ganzen Liter.

Mein Vater hatte Silvester 1999/2000 eine schwere Lungenentzündung gehabt, die sogar verhindert hatte, dass er zur Beerdigung meiner Oma mitfahren konnte, die am 4. Januar 2000 gestorben war.

Montag, 31. Juli 2000

Nordlandreise 2000 - 31. Juli 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Montag, 31. Juli 2000 – Helsinki (Finnland) – 9. Tag – 1742 km von Zuhause entfernt

Heute haben wir einen schönen und geruhsamen Tag verbracht.

Wir sind zunächst mit der Straßenbahn in die Innenstadt gefahren, wo uns Mama in eine Markthalle schleppen wollte. Papa und ich haben gestreikt und stattdessen eine Besichtigungstour mit Straßenbahn 7A gemacht. Nach einer Stunde trafen wir uns am Hakaniemi-Platz (Gemüsemarkt) wieder, um von dort eine richtige Stadttour mit Straßenbahn 3T zu machen.

Die Farben und Gerüche auf dem Markt – einmalig. Himbeeren, Blaubeeren, Mini-Blumenkohl, Pfifferlinge ... Mama hört gar nicht mehr: wunderbar! (Viktualienmarkt in München ist nicht schöner als ein Markt, den es hier an jeder Ecke gibt.)

Eigentlich hatten wir danach vor, mit dem Schiff auf eine Badeinsel zu fahren, um dort auf flachen Steinen zu liegen und im Meer schwimmen zu können, haben diesen Plan aber noch auf dem Festland wieder verworfen, da uns im Wind am Hafen doch kalt war und wir davon ausgingen, dass es auf einer ungeschützten Insel nicht besser sei.

Deshalb haben wir in einer anderen Markthalle am Hafen ein Fisch- und Fleisch-Vesper zusammengekauft, das wir gerade eben als Mittag-Abend-Essen genüsslich verschlungen haben.

Es ist jetzt halb sechs hiesiger Zeit, Papa schläft schon, weil wir vom Pflastertreten und Stadtbesichtigen richtig müde sind.

Hier ist wirklich Finnland – Handyland. Wenn man in der Straßenbahn sitzt, klingelt buchstäblich jede Minute irgendein Handy.

Morgen wollen wir recht früh nach Lapinlahti aufbrechen, da wir hier sowieso recht früh aufwachen. Ich habe dafür jetzt Kopfweh und gehe auch gleich ins Bett, obwohl es immer recht hell ist.

Am Hafen haben wir Bungee-Jumper beobachtet und sind uns sicher geworden, dass wir so etwas nicht machen werden.

Die Finnen sind wirklich freundliche und herzliche Menschen, vielleicht färbt das auch ein wenig auf die Besucher dieses Landes ab.

Papa hat heute Morgen sogar hier in der Jugendherberge geduscht, was ich absolut nicht von ihm erwartet hätte. Er ist rundum zufrieden und fühlt sich mit uns Verrückten wohl.

Die Jugendherberge ist aber auch nicht schlecht ausgestattet, wir haben gerade ein Kühlfach gemietet, um unsere Kühlelemente und Getränke morgen und die nächsten Tage zu kühlen.

Sonntag, 30. Juli 2000

Nordlandreise 2000 - 30. Juli 2000

Hinweis 2026:

Dieser Blogeintrag gehört zur Serie "Vorwärts in die Vergangenheit - Berichte von damals", in der ich zeitgenössische Reiseberichte veröffentliche, die nur sehr behutsam redaktionell bearbeitet wurden. Meinen Senf aus heutiger Sicht will ich nur dazugeben, wenn mir das erforderlich scheint, damit man den Hintergrund besser versteht.

Ein Parallelprojekt "Vorwärts in die Vergangenheit - Erinnerungen an frühe Reisen" umfasst Erinnerungen und Erinnerungsfragmente an frühere Reisen, die aber aus heutiger Sicht beschrieben sind.

Der vorliegende Reisebericht wurde im Juli/August 2000 verfasst und im September 2026 veröffentlicht. Auf eine Überschrift wurde verzichtet, da es eine solche im Originaltext nicht gibt.

Sonntag, 30. Juli 2000 - Helsinki (Finnland) - 8. Tag - 1742 km von Zuhause entfernt

Heute sind wir per Fähre von Tallinn nach Helsinki übergesetzt. Nach einem guten Frühstück in Tallinn mit allem Komfort mussten wir zunächst den Hafen suchen. Als wir ihn schließlich gefunden hatten, ging es aber ohne Probleme durch den Zoll und aufs Schiff. Auf dem Schiff konnte man zwar nicht an Deck, dafür aber war es möglich, durch eine Glasscheibe auf die Brücke zu sehen. Auf dem Schiff, das trotz seiner 689 Plätze relativ klein wirkte (diese Kapazität wurde kaum zur Hälfte ausgenutzt), waren wie in einem Flugzeug Sitzreihen angebracht und wir reisten komfortabel. Nach der Ankunft in Helsinki fanden wir sofort unser Quartier, obwohl es schwierig war, aufgrund der vielen Einbahnstraßen dorthin zu gelangen. Da es aber in dieser Jugendherberge kein privates WC / Dusche gab, wollten wir bei der anderen Jugendherberge hier in Helsinki nachfragen. Als wir diese aber nach einstündiger Stadtrundfahrt (sehr schön) nicht fanden, weil die Finnen das Olympiagelände nirgendwo ausschildern, entschieden wir uns doch, im „Eurohostel“ zu wohnen:

Papa: „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

Wir können von den tollen Hotels der vergangenen Woche zehren, Papa bedauert nur, dass er nicht mindestens viermal täglich geduscht hat (allerdings haben wir bei den nächsten Stellen sehr häufig eigene Badezimmer). Danach gingen wir in ein Pub direkt am Hafengelände, um das heutige Formel-Eins-Rennen auf dem Hockenheimring zu sehen, aber nach dem Aus von „Schumi“ in der ersten Runde war auch die Luft raus. Beim nächsten Rennen in zwei Wochen werden wir in Trondheim, und da kein Norweger in der Formel eins mitfährt, wird es wahrscheinlich keine besonders prickelnde Stimmung dort geben (anders als ich es hier vermutet habe und beim Start kurz aufgeblitzt ist). Bei unserer Stadtrundfahrt haben wir ein schönes Lokal direkt am Meer gesehen, was wir zum verspäteten Mittag-Abend-Essen aufsuchten. Die Preise sind wie überall hier gesalzen, was insbesondere nach der billigen ersten Woche erst einmal auf den Magen schlug, obwohl wir es uns doch sehr haben schmecken lassen: Papa Lachs, Mama und ich Weißfisch mit Beilage aus Kartoffelpüree und Räucherhering. Das Eis kostete gut fünf D-Mark pro Kugel, war aber ausgezeichnet. Danach fuhren wir ins Stadtzentrum an den kleinen Ausflugsboothafen, von dem aus man auch die großen Fährschiffe gut beobachten kann. Dort fütterte Papa Vögel, wir riefen zu Hause und unterhielten uns, während Leute beguckten. Papa liegt jetzt schon im Bett und wird heute und morgen Nacht wahrscheinlich des Öfteren seinen Drang in der Damentoilette befriedigen, da die Herrentoilette recht weit weg ist und wir kein Waschbecken im Zimmer haben. Hier ist die Uhr eine Stunde vorgestellt (13 Uhr OEZ hier statt 12 Uhr MEZ). In Danzig und in den baltischen Staaten war bereits unsere MEZ (da sich diese Staaten an die EU annähern wollen), während im Königsberger Gebiet, das ja weiter westlich ist als das Baltikum, noch die OEZ gilt. Apropos EU: Man sieht, dass die EU-Gelder beim Straßenbau im Baltikum doch nicht ganz zum Fenster heraus geworfen sind.

Heute sind wir fast an der Zollkontrolle vorbeigefahren, der Zöllner spurtete hinter uns her und hat uns zum Glück ohne Warnschuss noch erwischt. Das haben wir nur der Rasse und Klasse unserer Mutter zu verdanken.

Kommentar 2026:

"Rasse und Klasse unserer Mutter"? Wo sind die eckigen Klammern, wenn sie mal braucht?

Vater füttert Vögel