Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Mittwoch, 28. Mai 2025

Nix Eve of Weltreise

Doch, doch, liebe Leserin, lieber Leser, natürlich fliegen wir nach Hongkong, keine Sorge! Nur ich habe es gestern Nachmittag nicht geschafft, wie ursprünglich geplant nach Kaiserslautern zu Jessi und Christian zu fahren, weil ich noch viel auf der Arbeit zu tun hatte und nicht so unter Zeitdruck stehen wollte. Dafür ging es dann gestern Abend nach getaner Arbeit noch auf, öhm, ein Belohnungsbierchen zum Feierabend in die Bonndorfer Gastronomie.

Heute Vormittag ging es dann um fünf vor zwölf nach Rötenbach, und gegen 16.30 Uhr treffen wir uns - soeben besprochen - unter der großen Anzeigetafel im Terminal 1.

Um 19.20 Uhr geht der Flieger nach Helsinki; dort kommen wir um 22.45 Uhr Ortszeit (21.45 Uhr deutscher Zeit) an. Wir reisen aus dem Schengenraum aus, und um 0.35 Uhr finnischer Zeit morgen (23.35 Uhr heute deutscher Zeit) geht es in Richtung Hongkong. Dort landen wir um 17.40 Uhr Ortszeit (11.40 Uhr deutscher Zeit); wir reisen ein und versuchen uns, bei den Behörden von Hongkong für die elektronische Einreise zu registrieren, weil wir in den kommenden zwei Wochen ja mindestens noch zwei-, eher dreimal nach Hongkong einreisen (am Freitag zurückkommend aus Macau, am Samstag zurückkommend aus Festlandchina und dann Ende nächster Woche zurückkommend aus Sydney/Manila).

Sobald das alles erledigt ist, fahren wir mit dem Bus A11 vom Flughafen quasi direkt vor unsere Haustür, werden dann wahrscheinlich irgendwo gemütlich zu Abend essen und dann ins Bett fallen.

Am Freitag schauen wir dann mal, ob wir in der Nähe des Flughafens mit der Seilbahn zu einer Buddhastatue hochfahren und von dort über die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke 54 km von Hongkong nach Macau fahren. Dort gucken wir uns in der Altstadt um, gehen vielleicht mal ins Casino und wollen dann mit der Fähre zurück nach Hongkong fahren.

Am Samstag ist der Plan, mit dem Schnellzug aus Hongkong nach Guangzhou in China zu fahren. Auf dem Heimweg würden wir gerne Shenzhen mitnehmen und schließlich wieder nach Hongkong einreisen.

Beim Abendessen müssen wir mal schauen, was wir uns da so ausgucken, ich bin recht zuversichtlich, dass wir am Ende alle drei satt werden.

Am Sonntag gucken wir noch ein bisschen in Hongkong um, an Stellen, die wir noch nicht so erkundet haben, und am Abend fliegen wir ja schon weiter nach Papua-Neuguinea.

Das wird gut, glaube ich (und hoffe ich)!

Vielleicht kommt heute Abend aus Helsinki noch ein kurzes Update - da würde ich dann wieder diesen Blogeintrag ergänzen.

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Jo, jetzt stehe ich hier im sehr auskömmlich bemessenen Non-Schengen-Terminal in Helsinki (da ist schon was Wahres dran, dass die Finnen große Abstände zu anderen Menschen als angenehm empfinden ...), gucke auf unseren Flieger und lade meinen Rechner.

Jessi und Christian kamen auch mit der Bahn und also verspätet, aber am Ende sammelte ich sie am Regionalbahnhof ein, zumal ich schon so gut wie pünktlich angekommen war. Wir mussten uns noch eine Papierbordkarte für den Weiterflug Helsinki-Hongkong holen, das klappte aber am Automaten.

Die Sicherheitskontrolle war ziemlich leer, wir nahmen noch ein Getränk zu uns und konnten dann schon relativ früh ins Pre-Boarding. Der Flug - wir saßen ganz hinten - war entspannt; nicht ganz so entspannt war die Suche nach Platz für unsere Köfferchen im Gepäckfach, aber nachdem ich die beiden auf ihre Plätze beordert, dann unsere drei Köfferchen verstaut und mich zurück auf meinen Gangplatz gekämpft hatte, war auch das gut.

Ich guckte drei Episoden meiner aktuellen Serie (ich habe klugerweise meine Bluetooth-Kopfhörer vergessen und muss mit verkabelten Kopfhörern vorliebnehmen), dann landeten wir auch schon in Helsinki.

Bei der Ankunft machen auch die Finnen Europa mit ihrer Kontrolliererei im Schengenraum kaputt, aber das überstanden wir, obwohl der Grenzer Jessi fragte, wieso sie zwei Pässe habe (sie hatte Christians Pass bei sich, der sich mit dem Personalausweis als Deutscher identifiziert hatte). Nachdem auch das geklärt war, mussten wir bei der Grenzerin ausreisen, weil die elektronische Kontrolle ausgeschaltet war, aber da die Schlange nicht-existent war, war auch das kein Problem. Jo, in einer Viertelstunde soll das Boarding losgehen und dann geht es zwölf Stunden nach Hongkong, juchhe ...

So, guten Flug uns ...

Samstag, 24. Mai 2025

Von der BC100 zum BIOT

Nach der guten Heimkehr von Sylt fuhr ich letzten Sonntag erstmal nach Berlin. Dort traf ich mich mit Freunden, war mit diesen sehr lecker beim Kroaten zum Mittagessen und nahm die ganze Mannschaft dann - fast schon traditionell - zum Kauf der Bahncard 100 mit. Damit wurde Berlin nach Niedersachsen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt das fünfte Bundesland, in dem ich mir eine Bahncard 100 kaufte - es gibt - glaube ich - 16 Bundesländer, und dazu noch den Badischen Bahnhof in Basel mit seinem DB-Reisezentrum, insgesamt also 17 subnationale Gebietseinheiten, in denen man eine Bahncard 100 kaufen kann, da muss ich mich ranhalten ... Diese Bahncard gilt allerdings ab dem 9. Juni, dem Tag, an dem wir aus Hongkong zurückkommen, sodass ich für elf Tage kein stolzer Besitzer einer Bahncard 100 sein werde - tja ...

Am Montag fuhr ich dann ein kleines Stück aus Hannover heraus, denn ich hatte Appetit auf eine lokale Spezialität: Heidschnucke ... Nun ist es von Hannover aus ein Stückchen weiter in die Lüneburger Heide als nur über die Stadtgrenze hinaus in Richtung Flughafen, aber die Google-Bewertungen der Gaststätte versprachen trotzdem Gutes.

Und gut war es definitiv, in der Gaststätte roch es schon wunderbar, der Landgasthof sah zudem sehr einladend aus, und auch wenn die Portion (für den Preis) nicht übertrieben üppig war, war ich alles in allem sehr zufrieden - ich bin ja kein so'n Schaffleisch-Fan (außer den Lammlachsen meiner Bonusoma!), aber die Heidschnucke schmeckt nicht lamm-ig, sondern tatsächlich eher wildartig. Das esse ich wieder, spätestens, wenn ich es mal wieder nach Lüneburg oder - hört, hört - tatsächlich auf eine Wanderung durch die Lüneburger Heide schaffe ...

Die folgenden Arbeitstage waren dann nicht ganz so aufregend, am Donnerstag kränkelte ich gar, aber gestern war ich dann wieder fit - und bin jetzt auf dem Weg nach Stuttgart, wo ich mich mit einer lieben Freundin treffe. Spätestens morgen geht es zurück nach Hannover, am Montag nach Essen und danach in den Schwarzwald, von dort schließlich am Dienstag nach Kaiserslautern und am Mittwoch - endlich wieder! - in die große, weite Welt ...

Aber die Reiseroute für Hongkong-Australien (mit Finnland, wahrscheinlich Macau und Festlandchina, Papua-Neuguinea und den Philippinen) werde ich in den nächsten Tagen noch (mindestens) einmal zum Besten geben ...

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Dieser Blog wäre aber nicht dieser Blog, wenn ich nicht auch über den völkerrechtlich hochspannenden Vorgang berichten würde, der sich vorgestern in London und Port Louis auf Mauritius abgespielt hat: In einer virtuellen Zeremonie wurde an beiden Orten gleichzeitig ein Vertrag unterzeichnet, mit dem das Vereinigte Königreich das Britische Territorium im Indischen Ozean (oder auch British Indian Ocean Territory, BIOT) an Mauritius zurückgibt, gleichzeitig sich aber für 99 Jahre das Recht gesichert, auf der größten Insel - Diego Garcia - weiterhin das Sagen zu haben.

Sobald der Vertrag in Kraft tritt, wird das BIOT also nicht mehr existieren - und es wird aller Voraussicht nach nur noch 49 abhängige Gebiete geben, denn jedenfalls nach meinem Stand wird das Territorium normales mauritisches Gebiet und nicht gesondert behandelt werden. (Und auch wenn man vorher - mit einer eigenen Jacht und mit Sondergenehmigung - schon auf die äußeren Inseln des BIOT reisen konnte, war das offenbar nicht ganz einfach und vor allem nicht billig; diese "Sorge" ist mir jetzt erstmal genommen - und ich komme den dann 206+49 Ländern und Gebieten ohne eigenes Zutun ein Stückchen näher ...)

Heidschnucke


Samstag, 17. Mai 2025

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins

..., da ist wirklich die Hölle los - unglaublich!

Das wird heute womöglich wieder ein Liveblog - im Moment sitze ich, es ist 3.24 Uhr, im Regionalexpress von Hamburg nach Kiel, der um 3.43 Uhr abfahren soll und den ich in Elmshorn verlasse.

Nach dem freitäglichen Arbeitstag brach ich so gegen 17 Uhr auf und fuhr zum Hauptbahnhof in Hannover; von dort nahm ich einen ICE nach Hamburg und hier einen Bus zur Hafenstraße in St. Pauli. Ich verspeiste ein Backfisch- und ein Matjesbrötchen und konsumierte dazu ein Astra. So weit, so normal ...

Danach lief ich die Landungsbrücken entlang und fuhr - bei so ziemlich strahlendem Sonnenschein - von den Landungsbrücken nach Finkenwerder. Unterwegs parkten insgesamt drei große Containerschiffe ein - immer wieder beeindruckend, so etwas zu sehen ...

Von Finkenwerder fuhr ich nach Teufelsbrück und wieder zurück zu den Landungsbrücken. Ein kleiner Ausflug zur Elphi folgte, ehe ich - ich hatte fast eine halbe Stunde zu überbrücken - kurz in den Alten Elbtunnel schaute, diesen aber nicht durchschritt.

Wieder fuhr ich - diesmal aber unter Deck, im Dunkeln wurde es kühl, nachdem der Sonnenuntergang wunderschön gewesen war - nach Finkenwerder, verpasste da gerade den Anschluss nach Altona, nahm danach den falschen Bus, fuhr mit diesem parallel, bis ich aussteigen konnte, ohne zu sehr peinlich berührt zu sein, und wurde schließlich mit meinem üblichen Autobahn-Elbtunnel-Bus nach Altona kutschiert.

Von dort fuhr ich mit dem Bus auf die Reeperbahn und spazierte, maximal untauglich mit Rucksack auf dem Rücken, durch die Menschenmenge - und die war selbst auf der ruhigen Seite der Reeperbahn immer noch sehr ... öhm, intensiv ...

Die Herbertstraße hatte ich mir noch nie angeschaut, aber bevor ich durch den Durchgang konnte, wurde ich schon von einer Schwangeren sehr offensiv angesprochen, ich, Schätzeken, solle doch mal warten. Sie drückte ihr Bäuchlein gegen meines (bei mir wird's ein Toaster), aber wieder einmal zeigte sich, dass ich allergisch auf ungefragte Berührungen reagiere, insbesondere wenn die Damschaften so auf einen zuschießen wie hier in St. Pauli.

Ich konnte Madame abwimmeln, die Herbertstraße ist ob ihrer Fleischbeschau wirklich nicht meins, ich war schnell durch, wurde wieder von der Seite angequatscht, wimmelte auch diese Madame ab und suchte mir dann eine Kneipe auf dem Hans-Albers-Platz, von deren Außenbereich ich gemütlich dem emsigem Treiben zusehen konnte.

Es war gerade kurz nach halb eins, als ich - quasi auf der Reeperbahn - mein erstes Bierchen konsumierte und feststellte, dass Hans Albers schon 1960 gestorben war (das überraschte mich echt). Nun, dem Bierchen folgte (mindestens) ein weiteres, ein Hüngerchen wurde auch noch gestillt und dann fuhr ich mit der S-Bahn nach Altona, mit dem ICE (ich musste dringend die Bierchen wieder wegbringen ...) zurück zum Hauptbahnhof und bin nun auf dem Weg nach Tønder in Dänemark, ein Städtchen, das auf Deutsch "Tondern" heißt.

Ich hatte ja ursprünglich vorgehabt, erst nach Sylt und dann nach Dänemark zu fahren, den Plan habe ich jetzt umgebaut, weil ich vermute, dass ich nach der schweißtreibenderen Wanderung zum nördlichsten Punkt Deutschlands gerne zügig heimmöchte (und gerade habe ich mich umgesetzt, weil ein Mitreisender so penetrant nach Urin roch, dass ich das selbst für die halbe Stunde bis Elmshorn nicht aushalten wollte ...).

Ich bin gespannt, wie das so alles klappt, aber davon werde ich im heutigen Liveblog (wenn das alles so klappt wie gewünscht) berichten ...

Fotos vom Fährefahren in Hamburg habe ich sogar schon:

Elphi, Elbe, Stundenuntergang

Elbe und Sonne

Großer Kutter

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8.07 Uhr, auf dem Weg von Niebüll nach Westerland

So, Tagesziel Nr. 1 ist erfüllt - ich war in Dänemark ...

Ich rumpelte mit Regionalbahnen von Hamburg nach Elmshorn, von da nach Itzehoe, weiter nach Husum, schließlich kam ich - nachdem ich öfter mit geschlossenen Augen aus dem Fenster geguckt hatte, es war aber schon früh hell ... - in Niebüll an.

Dort stieg ich in einen kleinen, fast schon antiken Zug ein, der mich in zwanzig Minuten nach Tønder brachte - überraschenderweise waren weder dort nach auf dem Rückweg in Niebüll Menschen in Uniform zu sehen, die Europa kaputtmachen, aber zugegebenermaßen hielt sich die Anzahl von Menschen im Zug, auf deren Stirn "illegal" stand, auch in sehr engen Grenzen ...

Exakt 14 Minuten und vier Sekunden lagen zwischen den beiden Screenshots der Überquerungen des kleinen Baches, der dei deutsch-dänische Grenze darstellt, dann war ich wieder in Deutschland. In Niebüll erwischte ich jetzt einen früheren Regionalexpress nach Westerland; das bringt mir aber wohl nicht so arg viel, weil die Busse nur stündlich fahren, aber das passt schon, da habe ich ein paar Minuten mehr in Westerland - da war ich ja seit über 30 Jahren nicht mehr ...

So, jetzt geht es auf den Hindenburgdamm - Fotos davon und von Dänemark lade ich gleich hoch ...

Hindenburgdamm und Wattenmeer

Deutsch-dänischer Grenzbach

Beweisfoto

Verkehrsmittel

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13.33 Uhr, im IC von Westerland nach Hamburg

Jo, Tagesziel Nr. 2 ist auch erreicht - ich war am nördlichsten Punkt Deutschlands, an den man hinkommt, ohne nasse Füße zu bekommen ...

Ich war recht pünktlich in Westerland angekommen und hatte, da ich den früheren Zug von Niebüll genommen hatte, jetzt sogar recht viel Zeit. Die nutzte ich, um einen kleinen Spaziergang durch Westerland zu machen.

Also wanderte ich in Richtung Strandpromenade und schaute von oben auf Promenade und Strand herab, bis es 9 Uhr war und ich endlich im von meiner Lieblingsfischköppin empfohlenen Fischbrötchenstand (naja, "empfohlen" ist relativ, alles, was nicht "Gosch" heißt, sei besser als Gosch, so habe ich sie verstanden ...) ein Matjesbrötchen verspeisen konnte.

Das war lecker und so langsam machte ich mich wieder auf zum Busbahnhof. Dort fuhr mir ein Bus meiner Linie gerade vor der Nase weg - und die fuhren nicht oft! Hatte ich mich in der App verguckt? Nein, hatte ich nicht - zehn Minuten später kam der "Schnellbus", der mich tatsächlich schneller zur Jugendherberge brachte, von der aus ich in Richtung Ellenbogen und nördlichstem Punkt Deutschlands laufen wollte.

Unterwegs war gefühlt an jedem Zugang zum Strand ein Kontrollhäuschen für die Gästekarte (in Westerland war ich nicht auf der Strandpromenade unterwegs und musste nichts bezahlen), also marschierte ich - nicht dass ich noch wegen Kurtaxenprellerei verhaftet werde - zum Kontrollhäuschen an der Zufahrt zum Ellenbogen und fragte, ob ich eine "Tageskarte" kaufen könne.

Nein, das müsste ich nicht, kam zur Antwort. Na gut, ich dankte und lief zu. Später fiel mir ein, dass die Mautkassiererin gemeint haben könnte, ich hätte gemeint, ich müsste für den Zutritt zum Ellenbogen auch als Fußgänger etwas bezahlen; dabei müssen nur Autos eine Maut für die Privatstraße bezahlen. Sei's drum, Vorsatz musste ich mir jetzt keinen mehr vorwerfen (lassen) - ich hatte getan, was ich konnte, um meinen Obolus zu entrichten, aber wenn das Privatgelände ist, dann hat das bestimmt alles seine Richtigkeit ...

Ich marschierte insgesamt vier bis fünf Kilometer, zunächst auf der Straße, wurde von einer Wanderin überholt, bewunderte die wunderschöne Heidelandschaft, durch die ich wanderte, und bog relativ plötzlich ab auf einen Parkplatz und in Richtung Strand, denn da stand ein Schild zum nördlichsten Punkt. Kurz hinter dem Parkplatz wurde der Sand sehr tief, ich kämpfte mich da durch (im wahrsten Sinne des Wortes), lief dann am Strand schnell runter ans Meer, denn dort war der Sand trittfester.

Mit GPS-Funktion am Handy im Anschlag lotete ich den wirklich nördlichsten Punkt aus, holte nochmal zwei Gradsekunden im Vergleich zum danach besuchten offiziellen Schild heraus (das liegt etwas südlicher, damit es nicht regelmäßig bei Flut im Wasser steht) und war bei 55° 3' 32" nördlicher Breite nun wirklich am nördlichsten Landpunkt Deutschlands (das Schild geht von 55° 3' 30" n. B. aus).

Wunderbar - der erste von vier Zipfeln ist damit erreicht, im Juni soll in der Gemeinde Neißeaue der östlichste Punkt, im Juli in Oberstdorf der südlichste und schließlich im Oktober in Selfkant der westlichste Punkt Deutschlands besucht werden; das ist noch nicht in Stein gemeißelt, aber wenn ich mit sowas erstmal angefangen habe, neige ich dazu, das zu beenden ...

Ich wanderte zurück, wie immer ging der Rückweg gefühlt schneller, ich erwischte sogar noch den Bus um 12.09 Uhr, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, und sollte - wenn alles klappt - jetzt sogar schon gegen 19 Uhr ankommen.

Die Zugbegleiter waren von der besonders unfreundlichen Sorge: Der IC kam verspätet aus Köln an, wurde aber schon als bereitgestellt bekanntgegeben - jedenfalls haben das alle am Bahnsteig so verstanden. Die Reservierungsanzeigen für die Rückfahrt standen schon angeschrieben, am Zug war als Ziel Köln angegeben - dann wurden wir vom Zugchef sehr unsanft und sehr pampig wieder aus dem Zug geworfen.

Seine Kollegin machte es am anderen Wagen nicht freundlicher: Eine Frau besaß die Unverfrorenheit, bei einem Zug, bei dem außen das Ziel dransteht und dessen Türen zu öffnen waren, die Tür tatsächlich zu öffnen, nur um angepampt zu werden, ob sie (die Zugtante) schon gesagt habe, dass man einsteigen könne. Madame, da wirst du viel zu tun haben, jedem Fahrgast einzeln zu sagen, dass er in den Zug, an dem das gewünschte Ziel und dessen Türen nicht gesperrt sind, tatsächlich und wirklich einsteigen darf ...

Sei's drum, jetzt sitze ich im Zug nach Hamburg, steige dort in einen ICE um und gucke mal, wann ich ankomme (wir haben jetzt schon Verspätung, weil auf dem Hindenburgdamm ein vorausfahrender Zug liegengeblieben war). In jedem Fall gehe ich heute Abend noch duschen nach meiner Wanderung, und dann gucken wir mal, ob und wie lange ich den Song Contest mit offenen Augen verfolgt kriege ...

Auch jetzt gibt es noch ein paar Fotos (und ja, es war sonnig, meine Rübe ist nicht mehr ganz so blass wie üblich ...):

Marker für den nördlichsten Punkt

Westerland - Promenade und Strand

Sylt as Sylt can


Dienstag, 13. Mai 2025

"Bis zum Eve of Weltreise"

In der englischen Sprache ist Christmas Eve unser Heiligabend, aber wörtlich bedeutet es "Vorabend von Weihnachten", also des (ersten) Weihnachtsfeiertages. Jessi, Christian und ich verabschiedeten uns heute in Rastatt "bis zum Eve of Weltreise", also bis zum Vorabend des Aufbruchs nach Hongkong und Australien. Am 27. Mai, also in zwei Wochen, fahre ich nämlich abends zu den beiden, übernachte dort, arbeite am 28. Mai noch - und dann geht es in Richtung Frankfurter Flughafen und Finnland.

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Das Aufstehen heute Morgen war brutal, nicht nur wegen der kurzen Nacht, sondern auch, öhm, aus anderen Gründen. So'n Wecker um 4.30 Uhr gehört aber eben zu einem "Urlaub" mit Jessi und Christian dazu ... Ziemlich genau um 5.30 Uhr fuhren wir von unserem Parkplatz ab und entschieden uns diesmal für die Autobahn, was für deutlich entspannteres Fahren sorgte.

Christian, der die gesamte Strecke gefahren war, verzweifelte ein wenig ob der italienischen Unsitte, auf freier Strecke plötzlich 30- oder 50-km/h-Schilder aufzustellen, vor allem, weil er mit ... öhem ... etwas drüber ein Verkehrshindernis war und bei doppelt durchgezogener Linie mehr als einmal überholt wurde. Und mit "etwas" meint der Autor manchmal - in völlig anderen Zusammenhängen natürlich! - das, hust, Zweieinhalbfache oder so ...

Jedenfalls kamen wir - nach erfolgreichem Tanken - am Flughafen an, stellten das Auto auf dem Parkplatz einer anderen Autovermietung ab, weil bei unserer alles voll war, und gingen dann zur leeren Sicherheitskontrolle. Der Flug aus Karlsruhe war etwas verspätet, sodass wir auch erst später boardeten und etwas verspätet ankamen.

(Unser Flug war der vorletzte Flug, der noch am FKB landete, bevor sie den Flughafen wegen eines Gaslecks an einer Baustelle in der Nähe für einige Stunden schlossen ...)

Mit der Verspätung verpassten wir alle drei den Expressbus nach Baden-Baden und mussten eine Dreiviertelstunde warten, bis der Bummelbus nach Rastatt kamen. Ich fuhr mit den beiden mit, obwohl das nicht wirklich meine Strecke war, weil ich mit der S-Bahn auch noch nach Baden-Baden kam und insbesondere nicht später in Bonndorf war.

Die Züge fuhren vernünftig, und um 15.14 Uhr war ich in Bonndorf - es gab lecker Spargel, aber ich bin müde, weil wir nicht so arg viel geschlafen haben, und zudem war der letzte Wein gestern schlecht ... Nein, im Ernst, das Arco Antico war klasse, unser Ober, Dino, sprach zwar besser Französisch als Deutsch, aber musste dafür mein Italienisch ertragen, aber dass wir um 23.10 Uhr am Sonntag Abend noch etwas zu essen bekamen, fand ich super ... (Gestern Abend kam der Mieter von über uns auf seinen Balkon in unserem Sichtfeld - und Dino rief uns zu: "Habemus papam!" Da wäre ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen!)

Ein, zwei Bilder vom Ätna habe ich noch ...

Unterer Silvesterkrater

Panorama vom Lavafeld beim Oberen Silvesterkrater

Montag, 12. Mai 2025

Betörende Trostlosigkeit

Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass Neil Armstrong so etwas Ähnliches vom Mond erzählt hätte - auf dem Mond war ich nun - noch - nicht, aber der Ätna strahlte etwas ganz Vergleichbares aus mit seinen Lavafeldern und den Moosen und Farnen, die dort wuchsen - das war schon sehr, sehr schön ...

Wir schliefen heute Morgen, naja, nicht aus, aber der Wecker war auch nicht ganz so grausam. Nach der schönen Dusche (mit abnehmbarem Duschkopf und ordentlichem Wasserdruck) ging es aus Sciacca (oder, wie wir zunehmend verballhornend sagten, "Tschakka" oder "Salsiccia" ...) heraus in Richtung Agrigento und von dort in Richtung Catania.

Unterwegs hielten wir an einem Supermarkt, kauften Wasser, Wurst- und Schinkenspezialitäten sowie Käse, verspeisten das alles am Hafen in Porto Empedocle, sattelten wieder die Hühner (wie Christian sagt) und fuhren - nun über Land - in Richtung Ätna.

Sizilien hat mich und, ich glaube, uns sehr nachhaltig beeindruckt mit seiner abwechslungsreichen Landschaft - da erinnert manches an Neuseeland, an die Färöer, an Irland, das ist richtig, richtig toll ...

Hoch zum Ätna ging es - nach der Abfahrt von der Autobahn, auf der uns die zahlreichen und dominanten Dehnungsfugen mehr oder minder Freude bereiteten - über kleine Sträßchen, aber oben an der Talstation der Seilbahn, war die Hölle los.

Wir wanderten zu den Silvester-Kratern und danach in Richtung der Krater von 2001, machten wunderbare Fotos von der Lavagerölllandschaft in all ihrer Trostlosigkeit, aber das war echt beeindruckend, zumal ein paar grüne Flecken sich dort schon etabliert hatten.

Nachdem wir genug gesehen hatten, fuhren wir - nunmehr in Richtung Palermo - weiter, über die Autobahn mit ebenfalls tollen Blicken auf die mindestens hügelige, oft sogar bergige Landschaft. In Palermo (brutaler Verkehr, so wie man sich Italien vorstellt) bogen wir auf die Strada Statale ab nach Sciacca, es ging an hübschen Dörflein vorbei - und in Sciacca fanden wir sogar relativ zügig einen Parkplatz.

Ein wenig Bier und Wein wurde eingekauft und damit die Wartezeit bis zur Öffnung des Restaurants zehn Schritte neben uns überbrückt; dort wurden sehr leckere Pizzen - meine etwa mit geräuchtertem Schwertfisch - verzehrt. Auch das eine oder andere Glas Bier und Wein wechselte den Besitzer, und nun sitze ich auf dem Bett und schreibe diese Zeilen.

Ich habe bestimmt die Hälfte vergessen, die kommt dann in den nächsten Tagen; morgen geht es erst einmal zu nachtschlafender Zeit zurück zum Flughafen und dann zurück nach Deutschland. Das war ein kurzer Ausflug nach Sizilien, aber die Drohung der Wiederkehr wird hiermit erneuert - das ist wirklich, wirklich schön hier ...

Over and out - bis morgen oder so (dann mit mehr Bildern vom Ätna)! 

Abendessen

Blick in Richtung Palermo

Unterwegs auf Sizilien

Blick aufs Meer

Sulla-Blumen

Panelle, frittierte Kichererbsen

Jachthafen in Sciacca

Krater am Ätna

Sciacca

Genügend Puffer

... hatte ich heute eingebaut, um aus dem Schwarzwald zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden zu kommen.

Erst einmal wurde ausgeschlafen, dann lecker gefrühstückt und schließlich brachte ich meine Ma und ich zum Bahnhof in Löffingen, obwohl ich auch mit dem Bus hätte fahren können, aber dass die Route über Freiburg dann doch besser wäre als die über die Schwarzwaldbahn, stellte sich erst zu einem Zeitpunkt heraus, als es zum Bus stressig geworden wäre. Dann aber hatten wir genug Zeit, um nicht nach Rötenbach, sondern sogar dem Zug eine Station entgegenzufahren, und um 12.15 Uhr stieg ich in die S-Bahn ein.

In Freiburg hätte ich fast einen früheren ICE erwischt, aber zum Glück sprang ich nicht frohlockend hinein, denn der hätte gar nicht in Baden-Baden gehalten ... Mein gewünschter ICE kam mit Verspätung in Freiburg und mit Verspätung in Baden-Baden an, aber eine Minute vor der Abfahrtszeit sprang ich in meinen Bus - während ein anderer Bus meinem Bus gerade gegen den Außenspiegel fuhr ... Die Busfahrer kriegten das Problem aber bewältigt, und so war ich fast pünktlich - und mehr als drei Stunden vor Abflug - am Flughafen.

Hier checkte ich eben ein - wurden für zwei von drei von uns nicht ganz so dolle Plätze in der Mitte, aber in knapp drei Stunden geht es dann in Richtung Bella Italia. Ich bin gespannt, wie das in West-Sizilien so aussieht, zumal wir damals in Catania ja fast nur in der Stadt waren ...

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Jessi und Christian trudelten dann mit dem Bus eine Stunde später ein, wir erwischten eine vergleichsweise leere Sicherheitskontrolle, tranken noch ein Getränk oder drei im Abflugbereich und boardeten dann fast als Letzte für unseren Flug.

Der Pilot drückte aufs Gaspedal, denn trotz einer halbstündigen Verspätung kamen wir fast pünktlich an. Jessi und Christian waren schon zur Autovermietung durchgestartet (ich saß weiter hinten), das war gut so, denn als ich kam, war schon eine Schlange vorhanden, die nur noch länger wurde.

Wir haben ein Ungetüm von einem Auto, und mit dem wollen wir morgen in Richtung Ätna fahren. Heute Abend ging es aber erst einmal über vergleichsweise kleine Sträßchen (Ausnahme war ein kurzes Stück Autobahn) in Richtung unserer Unterkunft.

Wir parkten 300 Meter vor unserer Bude, warfen kurz unser Zeug ab und setzten uns dann zehn Meter von der Eingangstür entfernt in eine Art Biergarten. Dort gab es noch Wein und Bier, ich guckte doch noch in die Karte und bestellte, nachts um zehn nach elf, eine Pizza, Jessi und Christian teilten sich noch einen Salat ...

In der Kneipe gefiel es uns, wir bekamen sogar noch einen Absacker kurz vor Toreschluss um Mitternacht, und jetzt liegen wir im Bett. Morgen sollten wir unseren Parkplatz bis 8 Uhr verlassen, aber es sind auch dreieinhalb Stunden Fahrt in Richtung Ätna, da sollten wir auch einigermaßen früh raus ...

Darüber aber, liebe Leserin, lieber Leser, berichte ich morgen - jetzt sitze ich auf dem Bett, nachdem wir die etwas abenteuerliche Wendeltreppe nach oben gewandelt sind. Gute Nacht!    

Freitag, 9. Mai 2025

Drei hervorragende Bewertungen

... habe ich eben im Zug, der natürlich schon wieder mehr als eine halbe Stunde Verspätung hat, für die drei Unterkünfte in Kamerun abgegeben, denn sowohl die Apartments in Douala und Kribi als auch das Hotel in Yaoundé waren halt wirklich sehr gut. Klar gibt es in Kamerun deutlich öfter Stromausfälle als in Deutschland - und gerade in Kribi hat man das dann auch am Wasser gemerkt, aber alles in allem war der Komfort wirklich gut - und das zu sehr vernünftigen Preisen.

Kamerun ist ein Land der Ungleichzeitigkeit: Während (fast) jeder per WhatsApp mit dir kommuniziert und du dein Taxi mit der App buchen kannst, klappt das mit den Bussen so überhaupt nicht - da musst du noch sehr intensiv suchen und gucken, wer wann von wo nach wo fährt (meist stimmen die Angaben auf den uralten Websites auch nicht mehr), und am Ende ist es am besten, wenn du einfach am Büro der Busgesellschaft (einen Busbahnhof im westlichen Sinne scheint es nicht so richtig zu geben) aufschlägst und nach dem nächsten Bus fragst. Das Datenfunknetz ist nicht schlechter als in Deutschland (andererseits auch nicht wesentlich besser, keine Sorge), und meine Kumpanen aus der schönen Kneipe in Yaoundé wischten selbstverständlichst auf ihren Smartphones herum - gleichzeitig fällt mit schöner Regelmäßigkeit der Strom aus. Da fahren teilweise Nobelkarossen über die staubigen Straßen, aber eben auch Lkws (und vielleicht auch manche Busse), bei denen der deutsche TÜV in Millisekunden die TÜV-Plakette abreißen würde; der Flughafen in Douala ist recht eng und verwinkelt, der in Yaoundé (entgegen der Horrorgeschichten im Internet) geräumig und ziemlich vernünftig organisiert. Fotografierverbot besteht für viele Gebäude, aber die Einhaltung der Regeln (siehe mein Köfferchen) ist auch eher ... sagen wir, inkonsistent ...

Alles in allem hat es mir in Kamerun, das wird deutlich geworden sein, sehr gut gefallen - das kommt in die Kategorie "darf wieder besucht werden" ...

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Ich sitze gerade im Zug - und ein älteres japanisches Paar sitzt mir gegenüber. Natürlich haben wir schon wieder fast eine Dreiviertelstunde Verspätung, wahrscheinlich verpasse ich in Freiburg meinen Anschluss an die S-Bahn in den Schwarzwald, es ist einfach so unglaublich peinlich - gerade vor Menschen, die den Shinkansen gewohnt sind ...

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Neufundland haben wir jetzt erstmal ins nächste Jahr geschoben - vielleicht klappt es dann.

Damit habe ich noch 16 Urlaubstage zum Verbraten dieses Jahr, und zehn oder so könnten draufgehen, wenn ich die verrückte Tour mache, die ich mir in den letzten Tagen überlegt habe: Dafür würde ich nach Zentralafrika, idealerweise nach Burundi (neues Land) fliegen, dort ein paar Tage am nördlichen Tanganjikasee verbringen, mich dann mit Bussen nach und durch Tansania durchschlagen und schließlich in Malawi (neues Land) ankommen, um noch ein paar Tage am Malawisee zu entspannen.

Die Flüge - gerade im August - sind im Moment noch sehr teuer; das burundische Visum gäbe es als elektronisches Visum, das tansanische on arrival - und für Malawi braucht man (im Moment?) gar kein Visum als Deutscher. Mal gucken, ob das was wird, aber das ist schon relativ durchgeplant - da ist die Hürde, das dann doch noch abzusagen, schon ein bisschen höher ...

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Am Sonntag Abend geht es aber erst einmal nach Sizilien: Wahrscheinlich bringt meine Ma mich nach Donaueschingen, damit ich nicht so durch die Gegend gurken muss und gegen 16 Uhr am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden bin. Um 18.15 Uhr geht der Ryanair-Flieger nach Trapani im Westen Sizilien. Dort kommen wir um 20.25 Uhr an und fahren dann noch ein Stückchen an die Südküste.

Am Montag machen wir dann ein bisschen Spazierenfahren auf Sizilien, ehe es am Dienstag schon zu nachtschlafender Zeit zurück zum Flughafen gehen wird, weil unser Flieger schon um 8.40 Uhr abhebt. Um 10.45 Uhr sind wir am FKB, und von dort geht es dann wieder in den Schwarzwald.

Italien wird das 57. Land, das Jessi, Christian und ich gemeinsam besucht haben - eigentlich wollten wir ja bis Land Nr. 204 warten (danach kämen nur noch San Marino und der Vatikan, zu deren Besuch man sowieso durch Italien muss), aber die Flüge waren jetzt so günstig, dass wir ein kleines Ausflüglein daraus machen ...

Sonntag, 4. Mai 2025

Gut angekommen und ordnungsgemäß versackt

... bin ich heute wieder im Hochschwarzwald - alles gut insoweit.

Der Flug von Yaoundé nach Brüssel war unproblematisch, ich guckte "Juror #2" und "Role Play", spielte ein paar Spiele, schlief nicht, aber das ging recht gut.

In Brüssel war die Transfersicherheitskontrolle dann erträglich, die Einreise in den Schengenraum sowieso, nur mein Gate wurde sehr spät angezeigt, sodass ich es mir erst einmal an den Busgates gemütlich machte.

Das Boarding für den Flug nach Frankfurt war einigermaßen chaotisch, aber ich konnte mein Köfferchen und meinen Rucksack an Bord bringen; wir kamen verspätet los, weil das Boarding so lange gedauert hatte, und kamen - entgegen der ursprünglichen Aussage, dass wir am Terminal andocken würden - an einer Vorfeldposition zum Stehen.

Dadurch verpasste ich den ohnehin knapp werdenden optimalen Anschluss deutlich. Ich ließ mir nun Zeit, suchte noch die Bahn-Lounge auf, fand im ICE von Frankfurt nach Mannheim und schließlich auch im ICE von Mannheim nach Freiburg einen akzeptablen Sitzplatz. In Freiburg hatte ich ausreichend Zeit, um mit dem Aufzug von Gleis zu Gleis zu fahren; meine S-Bahn in den Schwarzwald war pünktlich.

Ziemlich genau um 15 Uhr waren wir - aus Rötenbach kommend - in Bonndorf gelandet, es gab Spargel mit Schnitzelchen und Pfannkuchen, danach ging ich duschen - jo, und anschließend gingen wir zur Feier meiner guten Rückkehr in den Schnitzer.

Aus selbigem sind wir nun zurückgekommen, gleich geht's ins Bett, denn morgen wird gearbeitet.

Finales Fazit von Kamerun sicherlich in den nächsten Tagen; nächsten Sonntag geht es schon nach Sizilien, da bin ich auch schon sehr gespannt ...

Blick aus dem Flieger auf Frankfurt

... und Wiesbaden

Samstag, 3. Mai 2025

Von wegen Hindernisparcours

So schnell war ich selten an einem Flughafen durch, natürlich auch, weil ich viiiiel zu früh da war und das ein eher kleiner Flughafen ist, obwohl er der Hauptstadt-Flughafen eines 30-Millionen-Einwohner-Landes ist.

Das Abendessen gestern Abend war lecker - hier in Kamerun schmecken mir sogar rote Bohnen, aber danach war der Ofen wirklich aus - um 21 Uhr oder so war ich im Bett. In der Nacht checkte ich noch für den Flug ein, aber ansonsten schlief ich bis kurz vor sieben Uhr durch.

Heute Morgen war der Strom ausgefallen, und im Dunkeln wollte ich nicht duschen (zumal ich ja jetzt weiß, dass bei dem wunderbaren Wasserdruck womöglich eine - mit Strom betriebene - Wasserdruckpumpe im Spiel ist), also trödelte ich ein bisschen länger herum als gedacht, bis endlich der Strom wieder ansprang.

Ich frühstückte, schmierte mich ein und verließ das Hotel. Wieder lief ich hinunter zum Post-Kreisverkehr, wieder war bei der Ecobank eine längere Schlange, wieder lief ich zu - diesmal ging ich nach rechts, an der Kathedrale vorbei, schoss ein Foto (so'n Straßenverkäufer wollte 500 Francs dafür haben, dass ich von seinem Bürgersteig aus die Kirche fotografiere, du hast da ein bisschen was missverstanden - es ist hier wohl durchaus üblich, für das Fotografieren von Menschen diesen nach Genehmigung - also erst fragen, dann fotografieren - ein paar Francs zu geben, aber so nicht, Bürschle!) und lief dann zum Marché Mfundi.

Ich stand den diversen Schubkarren schiebenden Jungs ständig im Weg herum, aber soooo wahnsinnig exotische Gewürze und Früchte sah ich nicht - ja, Ananas für 'n Appel und 'n Ei, das schon, aber da war mehr das Gewusel das Erlebnis (immer schön die Hände an den Wertsachen haben!) als die Früchte - und Gewusel war da definitiv!

Ich lief, nachdem ich so ein bisschen ans Ende des Marktes gekommen war, ein Stück zurück und entschied mich, noch einmal über den Boulevard des 20. Mai zu wandern, also bog ich am anderen großen Kreisverkehr in der Stadt nach links ab, ging im Supermarkt "Casino" nochmal Wasser und Fruchtsaft kaufen und bog sodann auf den Boulevard ein.

In 17 Tagen ist der 20. Mai, und vermutlich gibt es da eine Parade oder so etwas, denn da stehen Tribünen, die des Präsidenten ist besonders schön und da steht auch die Videowand direkt da vor, und auf diesem Boulevard dürfen keine Motos fahren!

Am Ende des Boulevards sind das Hilton und diverse Ministerien, jo, angesichts der deutlich schmaleren Straßen in Yaoundé ist der Boulevard schon ein bisschen sehenswert ...

Ich lief nun einen Berg hinauf, denn ich hatte heute ein Ziel, nämlich die deutsche Botschaft - erst unterwegs stellte ich fest, dass ich die Konsularabteilung anpeilte, aber das güldet trotzdem, wie wir einst in Kindertagen sagten ... Unterwegs kam ich noch am Rathaus und davor am Unabhängigkeitsplatz vorbei, fotografierte den Obelisken und lief danach zur Botschaft.

Der Wachmann kam auf mich zu, grüßte freundlich, ich grüßte zurück und machte eins meiner Gruselfotos vor deutschen Botschaften. Keine Ahnung, ob man das so ganz offiziell darf, aber hey, das ist meine Botschaft, da darf ich ja wohl hoffentlich ein Foto von schießen, oder? Oder?

Nun lief ich weiter zur Ecobank, aber auch da war die Schlange wieder lang - so richtig verstand ich die Logik nicht, aber die eine Tante brauchte ewig, dass es mir zu blöd war. Die Bank daneben wollte Wucherpreise an Gebühren, also lief ich zu - ich wollte wieder zur Cantine, und da war mir, als ob man auch mit Kreditkarte zahlen könnte ...

Ich trödelte ein bisschen, weil ich nicht Schlag 12 Uhr (der Öffnungszeit) dort einfallen wollte, eine Viertelstunde später war ich trotzdem immer noch der einzige Gast, aber es war offen; also setzte ich mich nach draußen und wählte aus dem Menü aus.

Vorspeise war ein Avacado-Karotten-Salat mit Kilishi, einer Art gewürztem Dörrfleisch, das es hier in West-/Zentralafrika wohl öfter gibt; nicht ganz mein Fall, aber definitiv probierenswürdig. Das Rindersteak war mir zu durch, obwohl ich "à point" (medium) bestellt hatte, schmeckte aber trotzdem, gerade weil die Pfeffersoße fantastisch war - ja, und die Crêpes zum Nachtisch waren auch lecker - alles gut ...

Die Kreditkartenzahlung schlug fehl, weil das Gerät defekt war und beim Drücken einer Taste zwei Zahlen anzeigte, und auch mit einem einfachen Zurück klappte es nicht - ich hatte gerade noch genug Bargeld, um bar zu zahlen, brauchte jetzt aber definitiv noch einmal einen Geldautomaten, um zumindest das Yango zum Flughafen bezahlen zu können.

Ich lief das Stück zurück, inzwischen kannte ich mich in Zentral-Yaoundé ja ein bisschen aus und wollte am Post-Kreisverkehr gerade zur Fußgängerampel gehen, als mich ein Mann von hinten nicht nur anfasste, sondern regelrecht festhielt. Reflexartig riss ich mich los, was er nicht lustig fand, sodass er mich noch einmal festhielt und einem zweiten Mann irgendwas erzählte. Wieder riss ich mich los und lief schnellen Schrittes zur Ampel. Ich habe keine, aber wirklich keine Ahnung, was das sollte.

Das kann von maximal unglücklich eskaliertem Missverständnis (dass er mir sicherheitshalber den Weg über den Gehweg statt über die Straße weisen wollte) über eine Verwechslung bis hin zu einem versuchten Raubüberfall alles gewesen sein - ich habe keinen blassen Schimmer. Das ging alles so schnell, dass ich erst im Nachhinein zum Nachdenken kam, und ich bin mir immer noch keiner Schuld bewusst. Ich war aber so spürbar erschüttert, dass ich ein paar Meter weiter einen gegenläufigen Träger versehentlich anrempelte - wenn der sauer gewesen wäre, das hätte ich verstanden ...

Und nein, ich will mir nicht abgewöhnen, dass ich sauer werde, wenn mich jemand anfasst, insbesondere ohne Vorwarnung und von hinten, und schon gar nicht will ich mir abgewöhnen, dass ich richtig sauer werde, wenn mich jemand festhält, insbesondere ohne Vorwarnung und von hinten.

Die zweieinhalb Stunden, die ich jetzt noch hatte, nutzte ich zur Erholung und zum finalen Duschen; ich zog mir frische Klamotten (einschließlich frischer Hose) an, checkte um 17 Uhr und bestellte mir ein Yango.

Dieser Fahrer rief mich nicht an - sehr wohltuend, und fuhr mich völlig entspannt und für 6,50 Euro in einer halben Stunde zum Flughafen; dabei ging es ein gutes Stück über die je Fahrtrichtung dreispurige Autobahn (!), auf der nun wirklich keine Motos fahren dürfen ... Der Check-in und die Sicherheitskontrolle waren problemlos, ich hätte normalerweise nicht einmal die Schuhe ausziehen müssen, aber da die piepsten, dann doch - das kann aber in Europa auch passieren. Jetzt sitze ich in der Bar und trinke noch ein Bierchen, und gleich boarden wir schon ...

Das Boarding war am Ende unproblematisch, auch wenn sie zweimal mein Handgepäck gewogen haben und es, öhm, zweimal leicht, aber gaaaaaanz leicht drüber war - das war aber am Ende egal ... verstehe, wer will. Mir war's recht ...

Jetzt geht aber los - Handy in Flugmodus!

Das heutige Handgemenge trübt den Gesamteindruck von Yaoundé nicht nachhaltig, und den von Kamerun schon gleich gar nicht. Man hat, glaube ich, im Blog gemerkt, wie ich mit diesem Land jeden Tag immer ein bisschen wärmer geworden bin: Der Eindruck mit der Korruption in Douala war nicht so toll, aber danach habe ich ausschließlich freundliche Menschen kennengelernt (der Typ von heute zählt nicht ...), das war super.

Ansonsten ist es natürlich hilfreich, wenn man ein bisschen Afrikaerfahrung hat, damit man von staubigen Stadtstraßen, dem Verkehr hier und der Art, wie man Auto fährt, von den hier wirklich häufig fehlenden Kanaldeckeln (in Yaoundé gefühlt mehr als in Douala, aber dort auch), von Müllbergen auf den Straßen, von Lärm und Schmutz und Armut nicht gleich so erschlagen wird, aber das klappt hier alles irgendwie - und man merkt, mit dem wunderbaren Apartment in Douala, dem tollen Apartment in Kribi und dem ganz großartigen Hotel hier in Yaoundé, mit der Möglichkeit, sein Taxi übers Handy zu bestellen (ich habe in den paar Tagen anscheinend 21 Fahrten mit Yango gemacht - und habe meine 5,0 Sterne als Passagier immer noch ...) und den mobilen Zahlungsmethoden (andere als in Europa, aber nicht weniger leistungsfähig), dass natürlich auch Kamerun im Aufbruch ist, touristisch und insgesamt. Und, das ist mir richtig aufgefallen, kaum ein Mensch zuckt hier noch, wenn ihm ein weißer Europäer begegnet - das war zuletzt in Bangladesch ja noch deutlich anders gewesen.

Autobahn zum Flughafen

Avacadosalat mit Kilishi

Cantine (heute Mittag leer, Donnerstag Abend voll)

Unabhängigkeitsplatz

Westliches Ende des Boulevard des 20. Mai

Hilton

Boulevard des 20. Mai

Nochmal Kathedrale

Freitag, 2. Mai 2025

Vier Verrückte (inklusive mir)

... waren das gestern in meiner zweiten angelaufenen Kneipe, nachdem der erste Versuch komplett in die Hose gegangen war ...

Ich ließ mir ein Yango kommen, das wartete schon unten, weil der Aufzug und ich auf Kriegsfuß standen, aber das war nicht schlimm. Ich ließ mich - durch irgendwie nicht so richtig einladende  Straßen (brutale Schlaglöcher, schlimmer als in Douala) - zu einem Club fahren. Der war zwar geöffnet, aber die waren noch in den Vorbereitungen für den Club-Abend, der, wie sich herausstellte, erst etwa drei Stunden später losgehen sollte. Ich bekam aber ein Bier (Heineken, warm) und entschied mich, danach die Flucht anzutreten. Das war nicht feindselig dort, aber ich saß da definitiv wie bestellt und nicht abgeholt herum. Das Bier kostete drei Euro, ich hatte nur einen 15-Euro-Schein, den konnte kein Mensch wechseln, die europäischen Zahlsysteme kennt hier keiner, die kamerunischen hatte ich nicht, am Ende konnte ich per Kreditkarte zahlen, auch recht ...

Ich lief die ungefähr zehn Minuten über zwar einigermaßen hell erleuchtete, aber eben auch ziemlich leere Straßen, so richtig sicher, dass das eine gute Idee ist, was ich da gerade mache, war ich nicht, weil da eben ein paar Menschen unterwegs waren und ich die Gegend nicht kannte, aber ich kam wohlbehalten an.

Und da war ich richtig - es gab wunderbare Musik, da war Stimmung, ich konnte draußen sitzen (es gab nur noch einen Fünfertisch, den okkupierte ich), und ich saß kaum, als drei Jungs Anfang, Mitte zwanzig fragten, ob sie sich zu mir setzen dürften. Sie hatten eine Flasche Wodka bestellt und Mangosaft und süppelten das vor sich hin, während ich bei meinem Bier blieb.

Irgendwann kamen wir - einer sprach sehr gut, einer gut Englisch und der Dritte verstand viel, aber redete nicht so arg viel (Englisch) - ins Gespräch, aber meist unterhielten sie sich zunächst untereinander.

Der Alkohol lockerte aber die Zunge und irgendwann ging es los - wir diskutierten über Trump und Kolonialismus (Stephen fasste das ungefähr wie folgt zusammen, ich übersetze: "Kein Volk wollte kolonisiert werden, aber wenn, dann waren die Deutschen am wenigsten schlecht." Das habe ich jetzt zum zweiten Mal in die Stoßrichtung gehört - nach der Dame im Mobilfunkamt -, dass ich so langsam anfange zu glauben, dass das eine verbreitetere Ansicht in Kamerun ist.) Wir kamen sogar zu LGBT-Themen, wo die drei, glaube ich, verstanden, was ich sagen wollte, nämlich, dass es mich nix angeht, was jemand in seinem Schlafzimmer macht, aber so richtig zustimmen wollten sie der Ansicht auch nicht. Sei es, wie es sei, am Ende wurden Telefonnummern ausgetauscht und Bilder gemacht, natürlich half ich noch beim Wodka aus, und das Essen, das bestellt wurde und bei dem ich mitnaschen musste, war ganz, ganz, ganz hervorragend!

Am Ende wurden wir um halb zwei sanft und sehr, sehr freundlich aus dem Lokal herausgekehrt, mein Yango kam schnell und fuhr mich für 1,50 Euro die zehn Minuten zurück ins Hotel. Ich fiel ins Bett und wachte heute Morgen viel zu früh auf. Ein bisschen gefrühstückt habe ich, aber es ist jetzt halb elf, und so ganz erholt bin ich noch nicht - aber so langsam sollte ich mich mal einschmieren und rausgehen.

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Jo, das tat ich dann auch tatsächlich, aber erst, nachdem ich für teuer Geld einen Late Check-out erkauft hatte - so kann ich morgen bis 17 Uhr im Zimmer bleiben, nochmal duschen und vielleicht sogar noch ein Schläfchen halten.

Ich marschierte ein paar Schritte hinunter zum großen Kreisverkehr an der Kathedrale (die von außen nicht so wahnsinnig beeindruckend aussieht, wenn ich das so sagen darf ...).

Eigentlich wollte ich noch Geld abheben, aber die Schlange war mir zu lang, also stand ich an drei verschiedenen Stellen um den Kreisverkehr in der Gegend herum, starrte auf den wahnsinnigen Verkehr und versuchte, mich nach gestern Abend wieder zu sammeln. Nein, im Ernst: Ich hatte nur zu wenig geschlafen, und das machte sich bemerkbar, ansonsten ging es mir im Großen und Ganzen schon wieder gut.

Ich ging noch ein paar Schritte weiter und kaufte ein paar Getränke ein, dann ließ ich mich - natürlich rief der Fahrer wieder an ... - von einem Yango zum Monument de la Réunification, zum Wiedervereinigungsmonument, fahren, das an die Vereinigung des französischen und britischen Kamerun 1961 erinnert.

Jo, das gelegentlich (und bei sowas weiß ich immer nie, ob das sarkastisch gemeint ist) als "kamerunischer Eiffelturm" bezeichnete Bauwerk ist ein wenig in die Jahre gekommen, die 1,50 Euro Eintritt, verschmerzte ich, und den Aufstieg auf die Aussichtsplattform schaffte ich auch. Der Blick auf Yaoundé von da oben ist wirklich hübsch, das muss ich sagen, das passt dann schon.

Nun hatte ich aber wirklich keine Lust mehr und rief mir ein Yango, ich musste, weil die App meinen Standort nicht richtig ermittelt hatte, ein paar Schritte laufen, der Fahrer rief mich wieder an, aber inzwischen schreibe ich denen daraufhin einfach, wo ich bin und hinwill, das wissen die natürlich eigentlich schon, aber das scheint mir auch eine Verifikationsmaßnahme zu sein, weil ja hier alles über Bargeld abläuft und die sonst - veräppelt werdend - durch die Gegend zu vermeintlichen Kunden fahren ...

Im Hotel habe ich jetzt am Rechner herumgewirbelt, mich ein bisschen in die kamerunische Geschichte eingelesen (das mache ich ja immer gerne vor Ort), so langsam habe ich Hunger (mein Frühstück heute war nicht so arg üppig) - und dann gehe ich heute wirklich früh ins Bett ...

Eine Ehrenrettung muss ich noch loswerden, weil ich da einem Missverständnis unterlegen war: Die Menschen, die ich als Bettler betrachtet hatte, weil sie mit dem Daumen und Zeigefinger "Geld" signalisierten, wollten in Wirklichkeit Geldwechseldienste anbieten - der eine Handwerker, den ich in Kribi kennengelernt habe, meinte auch, dass der Kurs bei den Wechslern sogar besser sei als der offizielle (der CFA-Franc ist ja an den Euro gekoppelt), aber bei meiner Bank kriege ich beim Geldabheben auch praktisch exakt den offiziellen Kurs - und ich laufe keine Gefahr, einem Betrüger aufzusitzen, das passt schon für mich.

Morgen will ich vielleicht noch zur deutschen Botschaft, mal sehen. In der Nähe wäre fürs Mittagessen auch die Cantine, mal gucken, ob ich das verbinde - auch das Nationalmuseum soll einen Blick wert sein, aber das mache ich morgen wie heute - spontan und geruhsam ...

Morgen Abend um 21.10 Uhr (Ortszeit, 22.10 Uhr deutscher Zeit) geht mein Flieger, ich werde hier so gegen 17 Uhr auschecken, mein Yango zum Flughafen nehmen und dann den Hindernisparcours kamerunische Ausreise in Angriff nehmen ... Um 5.10 Uhr am Sonntag Morgen komme ich an, habe planmäßig üppig Zeit für Einreise und Sicherheitskontrolle, denn erst um 8.30 Uhr geht es nach Frankfurt. Dort komme ich um 9.30 Uhr an (planmäßig) und verpasse wahrscheinlich den ICE um 9.51 Uhr, sodass mich Muttern dann doch in Rötenbach abholen kommen muss. Nach Dusche und vielleicht etwas Schlaf geht es vielleicht noch in die Bonndorfer Gastronomie, aber das gucken wir genauso wie oben: spontan und geruhsam.

Heute auch mal ein paar Bilder von den letzten Tagen:

Blick auf Yaoundé

... vom Wiedervereinigungsmonument


Gestern: Unterwegs in Kamerun

In Pouma

Vorgestern: Abschied von Kribi

Garnelen à la kribienne

Freundliche Mitbesucher am ...

Lobé-Wasserfall

Strand ...

... mit sehr gutem Essen
Und zum Nachklapp noch Kathedrale hinter dem Kreisverkehr hier in Yaoundé ...

Einen stillen Machtkampf geliefert

... habe ich mir heute mit meiner Sitznachbarin im VIP-Bus von Kribi nach Yaoundé. Madame, die, sagen wir ... ähnlich ... äh, groß ist wie ich, setzte sich nämlich neben mich. So richtig verstand ich das nicht, da wären nämlich noch Plätze neben schlankeren Menschen gewesen, als sie ihren Platz okkupierte, sodass sie und (mutmaßlich) ich bequemer gesessen hätten.

Nun denn, während der Fahrt - dass man auf Tuchfühlung geht in afrikanischen Bussen, auch "VIP-Bussen", versteht sich von selbst - wurde gedrückt, dann wurden die Ellenbogen ausgefahren (und ein bisschen betörender Achselschweiß verströmt), nie bösartig, nicht verbalisiert, aber doch spürbar.

Irgendwann gab ich etwas klein bei, aber als sie dann auch noch meine Beinfreiheit nehmen wollte, drückte ich dagegen, das war dann aber auch okay so ...

Madame - vielleicht so alt wie ich, vielleicht etwas jünger - verließ kurz vor Yaoundé als Erste den Bus - danach war's richtig bequem.

Aber fangen wir erst einmal am Morgen an - ich hatte eine blöde Zeit ausgesucht, um auszuchecken, denn zum Schwimmengehen (und Badesachen ein bisschen trocknen lassen) reichte es gerade nicht mehr, zum Ausschlafen war es zu viel, also trödelte ich gemütlich herum, packte meine sieben Sachen zusammen und verabschiedete mich von der wirklich schönen Bude in Kribi, als der Fahrer unten hupte.

Wieder brachte er mich - bei der Ausfahrt aus der Strandstraße kam ein Lkw von rechts, ich war nicht sicher, ob er ihn gesehen hatte und warnte ihn, was zu einem schmunzelnden "ich hab den doch gesehen" von ihm und einem entschuldigenden "mein Leben ist mir halt lieb" von mir (jeweils natürlich auf Französisch bzw. das, was ich dafür halte) führte - zum Transcam-Lokal.

Gegen 10.40 Uhr waren wir da, der VIP-Bus - heute hatte ich die Nr. 7 - sollte um 11 Uhr fahren, alles richtig gemacht, sollte man meinen. Diesmal stand ich auch zum Koffereinpacken richtig - ich hätte wohl noch für ein paar hundert Francs mehr ein Koffer-Ticket lösen müssen, aber dem Einlader war am Ende alles wurscht - und als die Nr. 7 aufgerufen wurde, meldete ich mich - ein älterer Herr allerdings auch, was zu Gelächter führte, weil das nicht mein Fehler (oder seiner) war, sondern die hatten die Nr. 7 einfach zweimal vergeben.

Nun denn, ich bekam einen Fensterplatz, dann kam Madame und um 11.55 Uhr ging es dann schließlich los.

Ich muss die Fahrt erstmal sacken lassen, um zu erzählen, vielleicht kommt da in den nächsten Tagen noch was nach, aber ich versuche es trotzdem mal: Kamerun ist - wenig überraschend für ein Land ein paar Grad nördlich des Äquators - unglaublich grün, soweit das Auge reicht, sieht man Palmen, hohe Gräser, sanfte Hügel, das ist wirklich hübsch hier.

Die Straßen, gerade die Hauptstraße Douala-Edéa-Yaoundé ist recht vernünftig, wenn auch natürlich dementsprechend von (langsamen) Lkws (und Motos) befahren; die Fahrer bei Transcam fahren aber, soweit ich das von da hinten beurteilen konnte, aber im Großen und Ganzen ziemlich vernünftig, da konnte ich nicht meckern.

Natürlich bremsen die auch mal stärker, wenn ein liegengebliebener Lkw noch direkt auf der Straße steht, aber sonst überholen die öfter auch mal Pkws ...

Nach einer guten Stunde Fahrt stoppte die Gendarmerie erstmal den Bus; ungefähr die Hälfte der Passagiere nutzte diese Chance, um sich noch was zu trinken zu kaufen. Da ich aber nicht genau wusste, was da läuft, nutzte ich die Chance nicht, was doof war, denn ich hatte nichts zu trinken dabei, weil ich ja vor dem Einsteigen aufpassen musste wie ein Schießhund, dass ich nichts verpasse, und dementsprechend nicht zu einem der vielen Stände gehen ..., äh, konnte ...

Die Gendarmin guckte auf meinen Pass, gab ihn aber zügig zurück, ich glaube, die hat sich nicht einmal das Visum angeschaut, insoweit alles in Ordnung.

Wir hielten so ungefähr jede Stunde an, je nach Bedarf, der dem Fahrer mitgeteilt wurde, sodass der zeitnah stoppte und man nötigenfalls sein Geschäft verrichten konnte. Da ich wenig getrunken und nur etwas Avacado und Tomate zum Frühstück bekommen hatte, bestand diese Gefahr bei mir nicht, war mir nur recht so.

In Pouma, irgendwo im Nirgendwo zwischen Edéa und Yaoundé, war wieder ein kurzer Stopp, da sah ich einen Typen mit einer Eintracht-Frankfurt-Kappe - die Welt ist echt klein. Achso, BVB- (und Bayern- oder DFB-)Trikots sieht man hier auch öfter - nicht alle zwei Minuten, aber so jeden oder jeden zweiten Tag laufen diese Trikotträger mir schon über den Weg.

Um 17.37 Uhr meldete ich an Familie und Freunde, dass ich gut in Yaoundé angekommen sei und aufs Yango wartete. Der Typ rief mich wieder an, diesmal schrieb ich ihm gleich zurück, dass ich von Transcam in mein Hotel will - ich verstehe wirklich nicht, wieso die das immer machen, ich gebe in der App ja meinen Standort und mein Ziel ein ... Sehr schräg, aber auch daran gewöhnt man sich ...

Wir fuhren an mein Hotel heran, und von außen sieht das schon einmal sehr schick aus - und von innen noch schicker! Mein Rezeptionist sprach gutes Englisch und sogar ein bisschen Deutsch, war für meinen Geschmack fast ein bisschen überfürsorglich (ich weiß, wie ich durch einen Einwohlknoten ins Internet navigierte, Bürschle!), aber mit einer Sache musste er mich enttäuschen: Ein Bierchen würde ich hier im Hotel nicht bekommen, denn der Betreiber ist Muslim.

Nun denn, ich ging erstmal aufs Zimmer - das ist fantastisch: Ich habe ja immer gesagt, dass ich hoffe, dass ich in Afrika (vielleicht außerhalb Nordafrikas und Südafrikas/Namibias) mal einen Vier-Sterne-Standard zum Vier-Sterne-Preis kriege, und ich hier es so. (Fünf Sterne kriegt man für entsprechende Gage in jeder Metropole, aber für zweieinhalb Sterne muss man oft Vier-Sterne-Preise hinlegen; hier passt Preis und Leistung.)

Halbpension ist im Preis mit drin, und auch wenn ich nicht so arg viel am Buffet aß: Das war sehr lecker.

Jetzt habe ich schon einmal diesen Blog getippt und fahre gleich noch mit dem Yango in eine Lounge. Da kriege ich ziemlich sicher ein Bier und mit Glück auch noch ein bisschen afrikanischen Club mit; der alte weiße Sack wird da zwar womöglich etwas auffallen, aber das tut er hier ohnehin fast überall ...

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Bin brutal und schön versackt. Story und Bilder morgen, muss ins Bett ...