Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 21. August 2026

Brezovica Žumberačka

... ist nicht nur ein Zungenbrecher, sondern auch der Names eines kroatischen Dorfes.

Na?

Wie, die geneigte Leserin und der geneigte Lesser wollen wissen, was es mit diesem Dorf auf sich hat? Na gut ...

Eigentlich bilden Brezovica Žumberačka und Brezovica pri Metliki ein Dorf, nur dass Ersteres zu Kroatien und Letzteres zu Slowenien gehört. Das ist so ein bisschen wie Baarle-Hertog und Baarle-Nassau im belgisch-niederländischen Grenzgebiet, nur dass es da im kroatisch-slowenischen Grenzgebiet nicht ganz so viele Enklaven gibt.

"Nicht ganz so viele" bedeutet aber, dass es Enklaven gibt. Allerdings ist die Zahl umstritten: Die Kroaten sagen, es gebe nur eine Exklave (aus ihrer Sicht), die Slowenen sagen, es gebe zwei Enklaven (aus ihrer Sicht). Das Ganze kommt daher, dass wohl die Zuordnung eines Grundstücks zu Kroatien bzw. Slowenien nicht unumstritten ist, und wenn dieses umstrittene Grundstück nun zu Slowenien gehört, macht das ein Stück Kroatien zu einer weiteren Enklave; wenn es zu Kroatien gehört, bildet es die Verbindung zum restlichen Kroatien, sodass es nur noch eine (wirklich unumstrittene) Enklave/Exklave gibt ... Der Ständige Schiedshof hat das Gebiet wohl Slowenien zugesprochen, sodass es völkerrechtlich zwei Enklaven gibt, aber Kroatien hat entschieden, das Urteil zu ignorieren. Krieg scheint deswegen noch nicht ausgebrochen zu sein ...

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser werden sich fragen, wieso zum Teufel ich da offenbar noch nicht gewesen bin. Das, meine Damen und Herren, kann ich leider auch nicht so genau sagen, zumal das gar nicht einmal soooo weit weg ist (anders als die beiden anderen dann noch fehlenden europäischen Enklaven, nämlich Međurečje, das ist bosnisches Gebiet, welches von Serbien eingeschlossen ist, und Sankowo-Medweschje, ein Stückchen Russland, das von belarussischem Gebiet umgeben ist; da kommt man sowieso sehr schlecht hin, weil das Dorf unbewohnt ist, da von Tschernobyl verstrahlt - joa ...).

Diesem höchst unbefriedigenden Zustand gedenken meine Mutter und ich am nächsten Wochenende (also in genau einer Woche) abzuhelfen, indem wir am Freitag Nachmittag im Schwarzwald aufbrechen und nach Grödig südlich von Salzburg fahren; dort kommen wir am Freitag Abend an (fünf Stunden Fahrt) und übernachten. Am Samstag Morgen geht es nach angeblich gutem Frühstück im Hotel über den Tauern- und den Karawankentunnel und über die slowenische Autobahn (Vignetten für Österreich und Slowenien habe ich eben - beide - beim österreichischen Autobahnbetreiber gekauft) nach Brezovica. Nach dieser etwa vierstündigen Fahrt gucken wir uns in dem Kaff um (die werden solche Verrückten Enklavensammler da bestimmt schon gewohnt sein) und fahren dann weitere drei Stunden nach Umag an der kroatischen Adriaküste.

Dort habe ich uns ein kleines, aber feines Zimmer gebucht, in Strandnähe mitten auf der kleinen Altstadthalbinsel (Parkplätze gibt es aber auch). Da stechen wir dann hoffentlich noch in See, ehe wir gemütlich zu Abend essen.

Am Sonntag Morgen dann soll es zurück in den Schwarzwald gehen, und ich wäre nicht ich, wenn wir dabei nicht mindestens einen komischen Plan verfolgen würden: Es bietet sich ja geradezu an, aus dem Ganzen eine Sieben-Länder-Tour zu machen, denn wenn wir von Kroatien über Slowenien, Italien, Österreich und die Schweiz nach Deutschland fahren würden, wären das ja nur sechs Länder. Glücklicherweise liegt da noch das kleine, schnucklige Liechtenstein in der Nähe - und bumms, sind es sieben Länder. Frankreich werden wir eher nicht mehr anpeilen, das wäre dann doch ein bisschen arg weit, und ein bisschen Hoffnung habe ich ja noch, dass wir am Abend noch zumindest ein Bier im Schnitzer bekommen.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch ein weiteres (kleines) Schmankerl im Auge hätte. Was, das Wochenende würde so schon reichen, meine arme Ma? Ruhe dahinten!

Nein, im Ernst: Es gibt in der Nähe von Gorizia eine slowenische Straße, die ein kleines Stück über italienisches Territorium führt und zwei slowenische Ortschaften verbindet. Der Bau der Straße wurde im Vertrag von Osimo 1975, der endgültig den Grenzverlauf zwischen Italien und Jugoslawien geregelt hat,  vereinbart. In Zeiten von Schengen ist das jetzt alles hinfällig (oder wäre es, wenn Alexander Dobrindt und seine Spießgesellen nicht das Schengener Abkommen sturmreif schießen wollten), aber vor dem Schengen-Beitritt Sloweniens hätte die Benutzung dieser Straße für mich wahrscheinlich als Transit durch Italien gezählt, denn die eigentliche Einreise nach Italien ist von dieser Straße nicht möglich. Heute zählt sie womöglich streng genommen auch noch als Transit, aber diese Frage wird am Sonntag, wenn wir das denn machen (und wer zweifelt ernsthaft daran, dass wir das machen werden?), sehr schnell gegenstandslos werden, weil wir Minuten später auch ganz definitiv nach Italien einreisen werden.

Das also ist der Plan für nächstes Wochenende, der Plan für morgen ist es erst einmal, nach Cuxhaven zu fahren und dort Freunde zu treffen. Das wird auch gut werden, da bin ich sehr sicher, auch davon werde ich berichten, aber eine Enklave oder eine zollfreie Straße ist halt da nirgends in der Nähe ... Am Ende muss ich noch mit den Freunden reden!

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