Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 10. Mai 2026

Mal gucken, was das wird ...

7.15 Uhr am Flughafen von Port Vila, Vanuatu (22.15 Uhr am Samstag deutscher Zeit)

So, heute gibt es einen Liveblog, jedenfalls dann, wenn ich in Honiara und in Brisbane auch nur ein bisschen Zeit habe und am Gate sitzen kann (und nicht von der Security rennend in den Flieger reinstürzen muss). (Und ich hoffe, die werten Leserinnen und Leser haben den Nachklapp von gestern gelesen, der lohnt sich, sagen Kenner ...)

Der Abend gestern war noch schön, ich kam noch kurz mit meinen Nachbarn, einem Pärchen von den Cookinseln, ins Gespräch, bezahlte (allein 20 Euro Kreditkartengebühr, weil die hier im Südpazifik mehr oder weniger selbstverständlich ein paar Prozent draufschlagen ...) und ging nochmal an meinen vorgestern erst entdeckten Stammplatz mit Blick auf den Sternenhimmel - wieder anders, wieder herrlich!

Die Nacht war kurz, aber ich kam pünktlich um 5.30 Uhr weg. Es war erst am Dämmern, aber da die ersten Kilometer bekanntermaßen unproblematisch waren, passte das für mich. Ich musste noch tanken, das klappte problemlos, auch mit der Aufteilung von Bargeld (meinem Restgeld) und Kreditkarte.

Ich war sogar schon um 6.15 Uhr am Flughafen, stellte das Auto ab; da war noch keiner (der kam dann erst um 6.30 Uhr; das war eigentlich auch so abgesprochen, aber da ich früher da war, warf ich dann den Schlüssel in den Key drop-off ein). Das war auch nicht verkehrt so, weil die Schlange am Check-in zwar nicht lang war, aber sehr langsam voranging, weil ständig Business-Class-Passagiere oder solche, die sich dafür hielten, an der Schlange vorbeilatschten ...

Am Ende war das Durchchecken meines Gepäcks natürlich alles kein Problem (also technisch - wir gucken mal, wie das mit den knäpplichen Umstiegen passt). In Honiara muss ich mir noch die Bordkarten für die Anschlussflüge holen; ich hoffe, das geht zügig, denn ich habe nur 50 Minuten zum Umsteigen ...

Das wird heute ein bisschen ein Ritt auf der Rasierklinge, aber das wird schon klappen, hoffe ich ...

Jetzt geht es erst einmal mit der Air-Niugini-Maschine (dass ich innerhalb eines Jahres dreimal mit denen fliege, hätte ich auch nicht erwartet vor ein paar Jahren ...), die nach Port Moresby fliegt, nach Honiara, denn an diesem Zwischenstopp auf den Salomonen steige ich dann in meinen Flieger nach Brisbane um.

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11.39 Uhr salomonischer Zeit, wir sind gerade in Honiara gestartet

"Mal gucken, was das wird", war das Motto des heutigen Tages - jo, es wurde unerwartet ein neues Land! Juchhe! Ein bisschen verschwitzt bin ich, vom Gerenne und so, aber jetzt, wo ich im Flugzeug sitze, ist mir das völlig wurscht.

Erst einmal muss ich noch einmal kurz zurück nach Vanuatu - ich weiß nicht, was die gedacht haben, was ich dabei habe bei der Sicherheitskontrolle, die haben mir sämtliche elektronischen Geräte auseinandergenommen, sowas hatte ich noch nie. Also, nicht wortwörtlich "auseinandergenommen", aber ich musste wirklich alles auspacken und selbst mein Badge von der Arbeit, das ich im Rucksack habe, weil ich nicht wusste, ob ich direkt nach der Ankunft in Deutschland nach Essen fahre, wurde beäugt ... Das war alles sehr freundlich und entspannt, aber ein bisschen grinsen musste ich dann doch.

Der Flug war völlig entspannt, ich hätte eine Dreierreihe für mich allein gehabt, wenn nicht der Chinese vom Mittelplatz vor mir sich dann auf meinen C-Platz gesetzt hätte; der störte aber nicht wirklich, zumal er bereitwillig Platz machte, als ich ihn in Honiara rausscheuchte (mein Flieger ging weiter nach Port Moresby, er anscheinend auch). Das Unterhaltungssystem von Air Niugini ist gar nicht mal so verkehrt; dass man auf sein eigenes Endgerät Daten spielt, ist ja inzwischen fast üblich, aber da konnte man sogar die Wikipedia und Wikivoyage abrufen. Allerdings war bei der Wikipedia Olaf Scholz erst seit 148 Tagen Bundeskanzler, das war also ein Stand vom ersten Halbjahr 2022, nicht direkt online ...

Jo, in Honiara auf der Insel Guadalcanal, die Menschen, die sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik ein bisschen auskennen, als Ort erbitterter Kämpfe etwas sagen dürfte, stieg ich - nach der Fast-Vollbremsung des Fliegers, so lang ist die Landebahn hier anscheinend nicht - dann ziemlich zügig aus und kam als Erster ins Flughafengebäude (der Flug war eh leer gewesen und bestimmt die Hälfte flog weiter nach Port Moresby); leider war vor mir ein anderer Flieger gelandet, und die Transitpassagiere müssen auch (das hatte mir aber keiner gesagt ...) durch die Einreisekontrolle. Jo, zu allem Überfluss hatte ich zwar extra nachgefragt, ob ich beim Transit eine Einreisekarte ausfüllen müsse, das wurde verneint, aber ich vermute, die Stewardess meinte, ich würde im Flieger sitzenbleiben und nach Port Moresby weiterfliegen. Also rotzte ich die schnell besorgte Einreisekarte gerade so rechtzeitig voll, bis ich endlich dran war. (Interessierte natürlich keine alte Sau, was ich da hingekritzelt hatte.)

Dann kamen der Passleser und mein Pass nicht übereinander, sodass der Grenzer erst noch alles von Hand eintippen musste. Leute, ich habe doch keine Zeit! Allerdings bekam ich einen Stempel in den Pass, dass ich bis morgen in den Salomonen bleiben dürfte. Das reicht für mich, da ich den Boden berührt habe und offiziell eingereist war - damit zählen die Salomonen für mich als 171. Land. Juchhe! (Das ist jetzt das zweite "Ghana-Ereignis": Klar habe ich von Ghana - damals mit meiner Ma auf dem Weg an die Elfenbeinküste - und nun von den Salomonen gar nichts gesehen - bis auf die Freundlichkeit der Check-in-Menschen und die Lässigkeit der Grenzer -, aber bei Ländern mit offiziell erfolgter Einreise bin ich sehr formalistisch. Ich hatte ja theoretisch das volle Recht, mich vom Flughafen zu entfernen - zumindest für den einen Tag, den sie mir in den Pass gestempelt haben -, also war ich auf den Salomonen und somit in meinem 171. Land. Wiederkommen will ich trotzdem mal, logisch!)

Ich durfte durch die schnelle Zollreihe, lief, weil der Zöllner sich missverständlich ausdrückte, in einen gesperrten Bereich rein, bis er sich korrigierte und meinte, ich müsse auf die Straße und zum Abfluggebäude. Boah, Leute! (Die waren alle superlieb, aber das war doch alles megaknapp, Mann!) (Sorry, da kam gerade das Essen ...)

Also bewegte ich mich auf öffentliches Gelände und lief die paar Schritte rüber zum Abfluggebäude, in der Hoffnung, da einen Tranfer Desk zu finden - ich brauchte ja noch meine Bordkarten ...

Joa, Pustekuchen - das war nur ein kleiner Flughafen, da gab es keinen Transfer Desk, zumal ich ja (wieder) im öffentlichen Bereich war. Argh, auch beim Check-in war eine Schlange von ein paar Leuten, aber die löste sich zum Glück schnell auf. Die Check-in-Dame, der ich meinen Pass in die Hand drückte, zog bei meiner bestätigenden Antwort auf die Frage, ob ich auf den in 20 Minuten planmäßig ablegenden Brisbane-Flug wolle, allenfalls kaum merklich die Augenbraue, aber da konnte ich jetzt wirklich nichts dafür, dass das so knapp würde. Wenn Solomon so einen knappen Anschluss verkauft, müssen sie mit so etwas eben auch rechnen.

Ich hatte schon beim Warten in der Check-in-Schlange die Ausreisekarte wieder hingerotzt; ich bekam meine Bordkarten und auch die Aussage, dass mein Gepäck unterwegs sei und nach Auckland durchgecheckt werde. Nun denn, gucken wir mal ...

Bei der Sicherheitskontrolle war natürlich auch eine Schlange, und die ließen sich auch alle Zeit - ich war gerade dran, als sie eine zweite Schlange aufmachten. Man soll es nicht glauben, aber meine Dreiviertelhose rutscht ohne Gürtel, und also stellte ich mich nach dem Durchsprinten der Sicherheitskontrolle (da guckte mal wieder kein hin) und dem Mitnehmen aller Gegenstände aus der Kontrolle erstmal die Hose haltend in die Ausreiseschlange. Inzwischen kam der zweite "Final Call" für meinen Flug, der Grenzer meinte auch, dass ich jetzt wohl der Letzte sei, stempelte mich aus (während ich den Gürtel meiner Hose schloss) und ich rannte zum Gate.

Die Gate-Tante war total lieb, meinte, ich solle mir Zeit lassen (soviel zum "Final Call") und dann lief ich hysterisch-ungläubig grinsend, dass das doch noch geklappt haben sollte, zur Treppe und in Richtung Flugzeug. Bums, da lag ich fast auf der Nase, weil ich eine Stufe verfehlt hatte ... Ich konnte mich aber gerade noch abfangen, grinste die Flugbegleiterin an, die mich beobachtet hatte, und betrat den ziemlich leeren Flieger. Ich guckte den einen oder anderen um Entschuldigung heischend an, aber da kamen noch ein paar Leute nach mir ...

Jetzt sitze ich hier sehr entspannt in meiner eigenen Dreierreihe und tippe schon einmal diese Zeilen (das hat jetzt mehr als eine Dreiviertelstunde gedauert, seit ich anfing zu schreiben ...).

Staatsoberhaupt der Salomonen ist Charles III., und damit fehlt mir nur noch ein einziges solches Commonwealth Realm, dessen Monarch der Mensch ist, der auch auf dem britischen Thron sitzt. Dieses fehlende Land ist Tuvalu, und auch das steht natürlich noch auf dem Speiseplan. Auch von den weiter gefassten Commonwealth-Ländern (die keineswegs alle Charles als König haben) fehlen nur noch fünf, neben Tuvalu nämlich Gabun, Kiribati, Nauru und Nigeria. Auch werde ich jetzt morgen mit den Cookinseln offenbar mein 172. Land bereisen und damit fünf Sechstel der von mir gezählten 206 Länder (171 ⅔) besucht haben - das wird doch alles so langsam! In Ozeanien ist die Hälfte jetzt geschafft, von 16 Ländern, die ich hier zähle, habe ich acht (Australien, Fidschi, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Samoa, Tonga und Vanuatu), die Cookinseln werden also das neunte Land. Auch fehlen jetzt noch 30 UN-Mitgliedstaaten, denn die Salomonen sind das 163. solche Land, das ich besucht habe. Und die Salomonen sind die erste Eintagsfliege seit Papua-Neuguinea letztes Jahr bzw. Aruba dieses Jahr, je nachdem, ob man Aruba  mitzählt oder nicht ...

Ich muss gestehen, ich habe wirklich und ernsthaft nicht damit liebäugelt und schon gar nicht gerechnet, dass ich hier einreisen muss (oder darf, hihi?), denn die 50 Minuten Umsteigezeit schienen mir schon mit normalem Transit relativ knapp. Nun ist es aber so gekommen (mit viel Gerenne, wobei ich doch für meine Verhältnisse überraschend ruhig geblieben bin), da bin ich ganz gewiss nicht böse drüber - sehr, sehr cool ...

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13.44 Uhr, am Weiterfluggate in Brisbane

Jo, der weitere Verlauf des Flugs war auch sehr entspannt, und auch wenn in Brisbane 75 Minuten Minimum Connection Time sind, hätten hier und heute auch 15 gelangt - ich lief vom Flieger praktisch direkt in die Sicherheitskontrolle rein, da waren drei Mann vor mir - für mich immer wieder überraschend ging mein Rucksack mit Flüssigkeiten und Rechner und so drin durch (da haben sie inzwischen wesentlich die Technik verbessert!). Und jetzt sitze ich schon völlig entspannt am Gate - alles bestens ...

Um 14.50 Uhr (6.50 Uhr deutscher Zeit) geht es hier in Brisbane weiter, um 20.05 Uhr (10.05 Uhr deutscher Zeit) werde ich planmäßig in Neuseeland landen und dann gucke ich mal, wann ich im Hotel ins Bett falle ... Morgen werde ich ausschlafen, mein Flieger auf die Cookinseln geht erst um 15 Uhr, sodass ich so gegen 12 Uhr am Flughafen sein will. Das ist zum Leben (sprich: in die Stadt fahren) zu wenig, also schlafe ich einfach mal aus (falls ich das hinkriege ...).

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21.04 Uhr, in der Bar in meinem Flughafenhotel

Wir boardeten in Brisbane ziemlich früh, und wenn das 50 Leute im Flieger waren, war das viel - ich hatte wieder eine Dreierreihe für mich allein. Der Pilot oder die Pilotin (es war eine Frau und ein Mann) hatten es eilig, denn wir setzten schon zwanzig Minuten vorfristig zurück und starteten um 14.43 Uhr ... Dementsprechend waren wir - nach angesagten 2:50 h Flug und zwei Stunden Zeitverschiebung - um 19.30 Uhr in Auckland und um zwanzig vor acht am Gate, 25 Minuten zu früh ...

Die Einreise war wieder völlig ausgestorben, ich war in zehn Sekunden bei der Biosecurity durch und war als Erster am Gepäckband. Ich war da, meine Tasche aber - ehrlich gesagt erwarteterweise - nicht ... Ich ging zur Gepäckermittlung, die Tante guckte nochmal am Band nach, ob die Tasche vielleicht doch da sei (war sie natürlich nicht, du Heldin!), dann bearbeitete sie den Fall. (Der Business-Class-Mensch, der seit Honiara mit mir mitgeflogen war, hatte sein Gepäck; ich vermute also, dass das Gepäck schon in Honiara nicht mitgekommen ist ...)

Da ich aber glücklicherweise vorgebaut hatte und mein Restgepäck hier in Auckland gelassen und mir eine Badehose ins Handgepäck gepackt hatte, ist das alles überhaupt nicht dramatisch. Ich hoffe halt nur, dass das Zeug bis Samstag da ist, wenn ich zurückfliegen will ... Das müsste Solomon Airlines ja hoffentlich hinkriegen.

Ich lief also durch die gähnend leere Zoll/Biosecurity-Kontrolle, die freuten sich alle, dass noch jemand kam, dann erwischte ich zum Glück noch den leicht verspäteten Shuttle-Bus zum Hotel, checkte hier ein, bekam meinen großen Koffer (mit dem fliege ich jetzt halt dann morgen, zum Glück hatte ich - am Sinn dieser Übung hatte ich zwischenzeitlich gezweifelt - einen großen Koffer gebucht) zurück (den hat das Hotel wenigstens nicht vergraben!), war kurz auf dem Zimmer und sitze jetzt hier bei einem verdienten (wie ich finde) teuren Bierchen in der Hotel-Bar ...

Das Hotel auf den Cookinseln hat sich immer noch nicht gemeldet; ich reise da jetzt einfach hin, fahre notfalls mit dem Taxi und klingle Sturm ... Ich verstehe das alles nicht, wieso man auf E-Mails und SMS nicht reagieren kann, aber gucken wir mal, was das wird ... Ich habe jetzt Booking mal dazugezogen, vielleicht können die helfen - das sehen wir dann ...

Aber das (Tasche und fehlende Hotelerreichbarkeit) ist mir heute erstmal alles wurscht - ich war in meinem 171. Land - ernsthaft komplett unerwartet! Darauf trinke ich vielleicht noch ein zweites Bier, denn morgen kann/muss ich ausschlafen ... Das Hotel hier fühlt sich nämlich schon beim zweiten Aufenthalt fast ein bisschen wie "daheim" an - klar, das ist ein Flughafenhotel, das ist maximal unpersönlich, aber wohl fühle ich mich hier irgendwie trotzdem, auch weil halt alles funktioniert, das ist schon klasse so ...

Sonnenuntergang im Flieger

Anflug auf Auckland

Küste südlich von Brisbane

Brisbane

Flughafen Brisbane

Das ist der Air-Niugini-Flieger nach Honiara aus meinem Flieger nach Brisbane

Anflug auf Honiara auf Guadalcanal, Salomonen

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