Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Einen ganz faulen Tag

... habe ich heute gemacht, bevor ich jetzt zum Flughafen gefahren bin, eingecheckt habe, schon ausgereist bin und nun ganz gemütlich im kühlen Abflugbereich sitze - herrlich!

Ich habe sogar noch einmal ausgeschlafen, in Etappen jedenfalls, und um 8 Uhr oder so war ich endgültig auf. Ich duschte in aller Ruhe, nachdem ich meine sieben Sachen gepackt hatte, und war um fünf vor zehn (Check-out war um 10 Uhr) aus der Bude raus; ich hatte noch ein bisschen auf der Bank gegessen und Fotos geschossen vom Strand und von den Palmen und überhaupt.

Ich hatte mir den Gegen-Uhrzeigersinn-Bus (das habe ich gestern auch mindestens einmal durcheinandergeschmissen, man möge es mir nachsehen) um 10.15 Uhr ausgeguckt, der kam auch, war aber gerammelt voll. Ich stellte mich mit meinem großen Koffer direkt neben den Fahrer und stand sehr formschön im Weg herum. Eine Einheimische raunzte mich beim Aussteigen halb im Scherz, halb ernsthaft an, dass ich mir ja wohl ein Taxi hätte leisten können, woraufhin der Busfahrer leicht entgeistert zu mir meinte, dass - wenn das jemand zu mir sagt - es seine Aufgabe gewesen wäre ... Da ich aber mit der Tageskarte für 20 NZD nochmal Geld in die Kassen der Busgesellschaft gespült hatte, war er zufrieden.

Kurz vor der Endhaltestelle stiegen sie alle wie die Lemminge aus, sodass ich mit meinem Koffer eine Zweierbank belegen konnte, die ich bis zur Ankunft am Flughafenhotel (wenn man das so nennen will) nicht mehr hergab.

Einen Tagespass mit Dusche und Poolbenutzung gab es nicht (mehr), aber ich konnte mein Zeug für sehr charmante 2,50 Euro den ganzen Tag sicher unterstellen. Perfekt (und freundlich waren sie dort auch sehr!).

Nun zog ich los, befreit von allen Sachen (nur meine Powerbank und das dazugehörige Kabel hatte ich dabei), und fuhr wieder, den dritten Tag in Folge ins Bite Time Café. Ich wurde wieder herzlich begrüßt, bestellte wieder die Fisherman's Platter, und wenn ich gestern gedacht hatte, die wäre schon fantastisch gewesen (war sie auch), so war sie heute noch fantastischer. Unfassbar. Ich musste ein paar Mal wirklich und ernsthaft an mich halten, vor Wollust nicht zu laut zu stöhnen, weil das alles so unglaublichb gut war. Das Ding gehört wirklich zu den besten Lokalitäten, in denen ich in meinem Leben jemals gegessen habe.

Ich machte nun noch einen kurzen Spaziergang zum Busterminal, stieg in den bereitstehenden Bus ein und fuhr in Richtung Muri, also in Richtung Südostküste. Dort stieg ich - nach deutlicherer Ansprache an den Busfahrer mit dem Spinnentattoo, beim ersten Mal hatte er mich nicht gehört - in der Nähe des Strandes aus, denn ich wollte noch ein paar Meter zum östlichsten Punkt meines Lebens machen.

Von diesem Strand aus (aber das schnallte ich erst später) waren angeblich die Bewohner der Cookinseln aufgebrochen, um Neuseeland zu besiedeln. Ich besiedelte da erstmal nix, sondern hüpfte über Steine in einem kleinen Bach, um auf die kleine Landzunge zu kommen, die da ins Meer ragte. Dabei hatte ich einen grandiosen Ausblick auf eine kleine vorgelagerte Insel und den kleinen Kanal mit unglaublich türkisem Wasser, der dazwischenlag.

Über Strand und Stein wanderte ich da - mich leicht illegal fühlend, weil da Strandhäuser waren, aber die Strände sind Allgemeingut! -, bis ich bei 21° 14,617' S und - wichtiger! - 159° 43,493' W angekommen war. Aufgrund der Rundungsregeln hatte ich damit noch die eine Bogenminute zu 159° 43' W geschafft - juchhe!!

Ich lief wieder zurück - ein Hund bellte alles und jeden laut an, bezog sich aber, wie ich schnell feststellte, vor allem auf die anderen Hunde, vor den Menschen hatte er ausreichend Respekt - und setzte ich an diesem Parkplatz noch ein bisschen aufs Bänkchen, bis der Bus wieder vorbeikam.

Ich fuhr ein paar Minuten mit, bis ich bei Charlie ausstieg und mich dort wieder an den Strand setzte, während ich die eine oder andere Hopfenkaltschale verzehrte - da unten ist das so wunderbar, du sitzt wenige Meter von der Bierquelle entfernt an großen Tischen im Schatten und guckst aufs sieben Meter entfernte Meer - großartig!

Ab und an starrte ich aber auch mal aufs Handy. Böse Zungen würden behaupten, ich plante schon die nächste(n) Reise(n), aber in Wirklichkeit buchte ich mir für weniger als zwei Euro eine eSIM für Neuseeland, damit ich morgen und übermorgen auch in Auckland online sein kann. Mal gucken, ob die auch noch irgendwo aktiviert werden muss ...

Es wurde 15 Uhr, und ich entschied mich, noch eine volle Runde mit dem Bus zu fahren (mit der Tageskarte ja kein Problem) und dann so gegen 16.45 Uhr bei einer Kneipe aufzuschlagen, die einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang haben sollte.

Der Bus kam und nahm mich mit, aber während wir unterwegs waren, sah ich, dass ein anderer Im-Uhrzeigersinn-Bus sich schon am Busterminal bereitmachte; ich nahm an, dass der Busfahrer und der Bus jetzt Feierabend hätten und stieg also ohne Inselumrundung und eine Stunde früher als geplant bei  der angepeilten Kneipe aus.

Jo, das erste kleine Bier bekam ich noch für 5 NZD Happy-Hour-Preis, das zweite, das ich zum Essen bestellte, kostete dann 9 NZD wegen Bierpreise, Treibstoffpreise, keine Ahnung was ... Ein kleines Bier für 4,50 Euro in der Happy Hour (!), das nenne ich eine Hausnummer, und das sagte ich dem (ansonsten sehr lieben) Kellner dann auch, als ich seine Frage, ob ich ein weiteres Bier trinken wollte, verneinte.

Ich verließ das Etablissement gerade rechtzeitig, um den Im-Uhrzeigersinn-Bus noch zu erwischen (inzwischen kennt man die Busfahrer auch ...), für den knappen Kilometer zum Kofferabstellhotel. Da kostete es großes Bier 10 NZD, auch genug, aber eben ein bisschen mehr für deutlich mehr Bier; passt schon ... Und den Sonnenuntergang konnte ich da auch gucken - alles bestens also.

Den Abschluss des insgesamt nicht so wahnsinnigst faszinierenden Sonnenuntergang schaute ich mir dann bei Wasser und Cola an, ehe ich gemütlichst die paar hundert Meter zu Fuß zum Flughafen lief, sehr schnell einchecken konnte und dann auch schon durch die Sicherheits- und Passkontrolle lief.

Ich habe eben festgestellt, dass ich in den drei Tagen hier nur Fisch und Meeresfrüchte gegessen habe und kein Fleisch; mal gucken, ob ich morgen dabei bleibe oder mir was Lammiges gönne. Mal sehen ...

Das Fazit schiebe ich immer noch auf, aber es kommt, irgendwann - spätestens im Zug von Essen in den Schwarzwald am Mittwochabend, würde ich sagen ...

Jetzt gleich wird es aber spannend, denn vom 14. Mai werde ich nur sehr wenig erleben. Planmäßiger Start hier ist um 22.05 Uhr am Mittwoch (20.05 Uhr Donnerstag neuseeländischer Zeit), planmäßige Landung um 0.40 Uhr Freitag neuseeländischer Zeit (2.40 Uhr Donnerstag hier). Wenn ich als Datumsgrenze hier in der Gegend wieder die 172° 30' W heranziehen wollte, die sich wohl so eingebürgert haben, würden wir ungefähr 50 Minuten (sagte die KI neulich) am 14. Mai fliegen, weil wir um 23.10 Uhr am 14. Mai Ortszeit auf die Westseite der Datumsgrenze kämen und dann natürlich um 0 Uhr das Datum schon wieder umklappen würde. Ich werde berichten - aber erst morgen und wenn ich daran denke -, wann genau wir die 172° 30' W und den 180. Längengrad überwinden (wenn ich es nicht wieder verschlafe ...).

Morgen dann geht es durch Auckland, das mache ich aber einigermaßen gemütlich, denke ich, auch wenn ich auf die Waiheke Island möchte - wir gucken einfach ...

In der Nähe des östlichsten Punktes meines Lebens, Blick auf das Inselchen Motutapu 

Mahimahi mit Reis und Herzinfarkt-Soße (würde der Kollege sagen ...)

Tschüss, Charlie ...

Sonnenuntergang an der Nordwestküste

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