Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 15. Mai 2026

Fast als Pauschaltourist

... wäre ich heute geendet, aber das konnte ich gerade noch verhindern.

Der Flug war sehr entspannt, auch weil zwischen dem älteren Neuseeländer auf dem D-Sitz und mir auf F am Fenster keiner saß. Wir waren um 22.19 Uhr Cookinseln-Zeit am Mittwoch gestartet, überquerten die Datumsgrenze so gegen 23.50 Uhr Mittwoch Niue-Zeit/22.50 Donnerstag Auckland-Zeit, den 180. Längengrad um 23.48 Donnerstag und landeten um 0.39 Uhr am Freitag.

Ausgerechnet mitten in der Nacht war es am Flughafen in Auckland am vollsten; ich musste sogar zwei bis fünf Sekunden warten, bis ich durch die Einreisekontrolle konnte. Bei der Biosecurity bekam ich überhaupt keinen Aufkleber, also ging ich zum Gepäckband, mein Koffer fuhr schon in der Gegend herum, und lief zur Express Lane. Da durfte ich auch durch, von der Einweiserin und von der Biosecurity-Tante her, alles grün, so solle es sein.

Ich erwischte völlig gemütlich den früheren Shuttlebus (den anzupeilen hatte ich mich gar nicht getraut) und war entsprechend halbwegs früh am Hotel. Meine Tasche, die vorgestern angekommen war, wurde mir auch sofort ausgehändigt (jede Menge Papierkram hing da dran, lustig ...) und dann ging es ins Zimmer und zügig ins Bett.

Heute Morgen brummte mein Handy relativ viel, sodass ich doch um 7 Uhr wach war - ich ging ins Bad und peilte die Fähre um 10 Uhr nach Waiheke an. Ich hatte gestern sehr ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, eine geführte Tour mit Fähre, Bus, Essen und Weinprobe mitzumachen, und die Option wollte ich mir zumindest offenhalten.

Ich lief 15, 20 Minuten zum Bus, stieg in selbigen ein, kam am Vorstadtbahnhof an, stieg dort in die S-Bahn ein und landete um kurz nach 9 Uhr am Hauptbahnhof/Fährhafen. Ich hatte mich inzwischen entschieden, doch keine Pauschalreise zu machen, sondern ganz privat alles zu organisieren, angefangen am Fährhafen. Dort erwischte ich - ich zahlte mit Ein-/Auschecken anstand mit Online-Buchung, weil mir sonst die Zeit nicht gelangt hätte - gerade noch so die 9.15-Uhr-Fähre nach Waiheke - und stand dann als Einziger die ganze Fahrt lang auf dem Außendeck.

Soooooooooo herrlich war die Fährfahrt von Auckland in Richtung Pazifik, vorbei an einigen Inselchen (die Brown Island ist so unglaublich grün, absolut schön!), ein bisschen frisch war es schon, ich zog mir unterwegs meine Windjacke an, aber kalt war es nicht wirklich.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde Fahrt kamen wir auf Waiheke an, und ich fuhr mit dem Bus drei, vier Stationen in das Örtchen. Das hätte genauso gut ein alternatives Kaff in Kalifornien sein können, mit seinen Palmen und Bussen und Fahrradfahrern - das gefiel mir auf Anhieb gut.

Ebenfalls gut gefiel mir der erste, lange Strand - der Oneroa Beach ist riesig, flach, gut erschlossen, das fand ich schon einmal echt schön dort. Ich hatte mir zwischendrin noch einen Tisch in einer gut bewerteten Lokalität reserviert, jetzt aber noch recht viel Zeit, also fuhr ich noch zum Onetangi Beach - an meiner Lokalität vorbei, noch ein paar Minuten weiter.

Der Onetangi Beach ist noch schöner als der Oneroa Beach, ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, da mal im neuseeländischen Sommer, das wäre bestimmt auch schick.

Ich fuhr mit dem Bus zurück in die Nähe des Golfplatzes, denn dort war meine angepeilte Lokalität. Ich lief die letzten Meter, bog ab - und schon der Parkplatz gefiel mir sehr; das kann ich gar nicht genau beschreiben. Ich war ein bisschen früh dran, setzte mich noch unter der Palme auf eine Bank, wartete bis 11.58 Uhr lief dann die paar Meter hoch zum Restaurant.

Meine Mutter wird wieder schimpfen, was ich in den folgenden Stunden verzehrt habe, aber es war einfach echt lecker ... Den Anfang machte eine Bierprobe (die haben da zwar auch Wein, aber vor Ort wird Bier und Whiskey gebraut) aus vier kleinen Gläschen vom Lager über IPAs hin zum Porter, und das war schon lecker. Die bestellte Portion langsam geschmorten Lamms kam - anfangs dachte ich, dass die Portion eher klein und arg viel Fenchel über und arg viele Kichererbsen unter dem Fleisch sein, aber als ich den Fenchel etwas zur Seite bugsiert hatte, sah ich, dass das gar keine so kleine - und vor allem eine fantastisch zarte - Portion Lammschulter war. Freunde, das war absolut fantastisch! Meine Bonusoma macht ja ganz wunderbares Lamm, aber bei den Lammlachsen schmeckt man den Lammgeschmack meist gar nicht mehr so intensiv heraus; zu intensiv darf mir Lamm aber auch auch nicht sein, weil es dann schnell böckelt. Das Lamm heute war perfekt - ja, man hat gemerkt, dass das Lamm ist, aber das halt nullkommanull geböckelt, das war einfach nur lecker und butterzart - ganz, ganz großartig.

Es war so lecker, dass ich mir nicht verziehen hätte, wenn ich nicht noch das Shanghai Crudo, frischen, rohen Fisch auf Avacadocreme mit Wonton-Crackern, probiert hätte - das klang nämlich auch so großartig. Dazwischen verzehrte ich noch das Showcase Flight, bestehend aus einem Bierchen, einem Gin und zwei Whiskeys - ich bleibe dabei, dass ich kein Whiskey-Fan bin, aber der letzte Whiskey schmeckte fast wie ein Rum, und das gefiel mir dann schon eher ...

Nach einem weiteren Bier-Tasting-Set zahlte ich (nicht wenig, aber auch nicht so viel, dass ich aus allen Wolken gefallen wäre), ging zum Bus - und stieg in Oneroa Village gleich wieder aus. Da hatte ich nämlich schon vorher eine Austernkneipe entdeckt, und da wollte ich - "unvernünftig" ist mein dritter Vorname - noch Austern zum Nachtisch essen.

Das klappte, der (italienische) Ober empfahl mir, keine Fisimatenten zu machen und einfach die frischen Austern roh zu verdrücken. Ich folgte der Empfehlung und bereute es nicht; so genoss ich neben der fantastischen Aussicht aufs Meer auch die leckeren Austern und die durchaus leckeren Weißweine, die sie glasweise im Angebot hatten. Wunderbar!!

Ich fuhr mit dem Bus zurück zum Hafen, erwischte die Konkurrenzfähre gerade noch und landete gegen 17 Uhr wieder im Hafen von Auckland. Den Anschlussbus in die Kneipe, in der Uli und ich vor drei Jahren versackt waren, erwischte ich gerade so; in der Kneipe trank ich noch eine Kleinigkeit und aß zu Abend (das vorher war ja alles Mittagessen gewesen, und gefrühstückt hatte ich gar nicht!), ehe ich mit drei Bussen zurück zu meinem Flughafenhotel fuhr.

Was für ein wunderbarer Tag war das heute, der letzte volle Tag in Ozeanien - ganz, ganz großartig ...

Ich habe mir heute in der Mittagessengaststätte noch das Hotel in Shanghai wieder gebucht und auch die Einreiseanmeldung für China fertiggemacht, damit steht den zweiten 16 Stunden in Shanghai nichts mehr im Wege.

Davor ist morgen aber noch ein mindestens halber Tag in Auckland angesagt, auch da will ich wieder Fähre fahren, wenn es irgendmöglich ist. Jetzt aber gehe ich erstmal in die Heia, war dann doch ein langer Tag ...

Skyline von Auckland beim Aufbruch heute Morgen

Inseln unterwegs I

Inseln unterwegs II

In Oneroa Village

Oneroa Beach

Onetangi Beach

Palme mit Bank

Biertasting

Fenchel, Kichererbsen, fantastisches Lamm

Sushi auf Avacadocreme und Wonton-Crackern

Whiskey, Whiskey, Gin, Bier

Austern zum Dessert

Und zurück in Auckland

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