… warnt das Auswärtige Amt, glaube ich, wenn es vom Autofahren in Vanuatu schreibt und insbesondere im Dunkeln sogar abrät; nur Schweine habe ich heute Abend keine gesehen, als ich - in der späten Dämmerung und bei Dunkelheit - hier die letzten Kilometer auf der Ringstraße der Insel Efate in Vanuatu zu meiner Unterkunft fuhr. Es darf wieder geatmet werden - ich bin wunderbar und gut angekommen, und auch wenn ich hier noch nix vom Meer sehe (es ist ja dunkel), das Meeresrauschen hört sich schon einmal sehr, sehr, sehr gut an!
Das Aufstehen heute Morgen ging sogar überraschend gut, Havea fragte auch nach, ob ich fit sei (ich antwortete ihm erst am Flughafen, weil ich die Nachricht übersehen hatte), ich checkte kurz und schmerzlos aus, meine Taxifahrerin aus Kiribati stand schon da (ich drohte ihr an, dass ich sie kontaktiere, sobald ich Kiribati plane), und so fuhren wir gaaaaaanz gemütlich durch die Gegend zum Flughafen.
Der Check-in war schon offen, der Zugang zum Sicherheitsbereich noch nicht, ich hatte null Wartezeit (auch wenn Bag Drop ausgeschildert ist, aber du da kein Gepäck offdroppen kannst …), tauschte noch mein tongaisches Geld "zurück" in Neuseeland-Dollar (zum ersten Mal überhaupt habe ich neuseeländisches Bargeld in der Hand gehabt; vor drei Jahren waren Uli und ich komplett ohne ausgekommen; so sind die 75 Euro wenigstens nicht verloren) und wartete, bis die Sicherheitskontrolle aufmachte. Ich bekam noch das Ausreiseformular in die Hand gedrückt (das hätten sie ja auch am Check-in schon ausgeben können), ein entweder komplett vollgedröhnter oder gestern bösartigst abstürzter US-Amerikaner schnorrte noch meinen Stift (den ich aber zurückhaben wollte, wenn ich den schon aus eigener schlechter Erfahrung immer im Rucksack habe; später im Flieger passierte mir das mit meinem chinesischen Nebenmann nochmal), dann ging es durch die harmlose Sicherheits- und etwas langwierige Passkontrolle. Wobei, "langwierig" war sie nur für die südasiatisch aussehenden Menschen vor mir, ich war sehr schnell durch. (Überhaupt kommst du als Europäer hier - zumindest bisher, ich will's nicht beschreien - immer superschnell durch alles durch …)
Das Boarding war ein wenig lustig, weil wir für die 100 Meter in einen altersschwachen Bus verfrachtet wurden; wahrscheinlich war das dem Schmuddelwetter geschuldet - jedenfalls schaffte das Gefährt es, uns unfallfrei zum Flieger zu bringen …
Selbiger (eine ATR 72 mit 2x2-Belegung) war sehr, sehr leer, wahrscheinlich hätte jeder eine ganze Reihe für sich haben können, auch wenn die Verteilung etwas ungleich erschien; jedenfalls hatte ich einen freien Nebenplatz und genoss es insbesondere im Anflug auf Nadi, Fidschi, ein paar Fotos zu machen. In Fidschi war nämlich auch die Sonne ein bisschen draußen, das war mir ja in Tonga in den ganzen drei Kalendertagen, an denen ich dort war, nicht vergönnt gewesen - aber das erlebe ich auch noch, glaube ich …
Der Umstieg funktionierte problemlos, nur wurde ich angesprochen, ob ich den Aufruf zum Air-New-Zealand-Flug nach Auckland verpasst hätte; ich fragte mich, wieso die Flughafenleute ausgerechnet mich anquatschen, bis eine fragte, ob sie meine Air-New-Zealand-Handgepäck-Banderole (vom Hinflug nach Tonga) abmachen dürfe. Da verstand ich, dass sie mich deswegen für einen verpeilten Air-New-Zealand-Kunden hielten …
Der halbe Flieger (das war übrigens der gleiche Flieger für Nadi-Port Vila wie für Nuku'alofa-Nadi) nach Vanuatu bestand aus Chinesen; dementsprechend voll war er auch. Mein chinesischer Nebenmann verstand die Sandwich-Auswahl zwischen "chicken" und "vegetarian" nicht, sodass er - ich hatte schon gewählt - einfach "same" sagte und auf mich zeigte - bekam er also auch Hühnchen …
Beide Flüge waren sehr kurzweilig, auf dem zweiten guckte ich noch meine eine Serie zu Ende, und überpünktlich kamen wir in Vanuatu an (der Flug von Tonga nach Nadi war ein bisschen verspätet, aber den Anschluss erreichte ich trotzdem völlig problemlos).
Die Einreise in Vanuatu war ein wenig langwierig; zudem war gerade noch eine Air-New-Zealand-Maschine aus Auckland angekommen, sodass die Gepäckausgabe ziemlich voll war. Dafür kam mein Gepäck sehr schnell, und ich ging auf Anraten der Zollerklärungsentgegennehmerin durch den roten Durchgang, da gäbe es auch eine Röntgenmaschine. Die ganzen Chinesen vor mir wurden zur Sonderkontrolle rausgezogen, ich durfte so durch (s.o.).
Ich stolperte gerade aus dem Sicherheitsbereich raus, da lief ich schon dem Autovermieter in die Arme. Es war alles vorbereitet, ich zahlte und hinterlegte auch den Selbstbehalt für alle Fälle; die Übergabe war extrem gründlich (das war selbst mir fast zu gründlich, weil ich da wirklich aufpassen muss, dass ich nicht die allerkleinste Delle reinfahre …); ich ließ das Auto aber erstmal stehen und ging nochmal ins Flughafengebäude rein, weil ich mir noch eine SIM-Karte holen wollte.
Die Tante wollte eigentlich gerne Bargeld haben, aber der Geldautomat war außer Betrieb, die eine Wechselbude war geschlossen (obwohl drei Frauen drinsaßen!), die andere war dementsprechend gerammelt voll; irgendwann winkte die Dame mich zu sich und erbarmte sich dann doch, das per Kreditkarte zahlen zu lassen … (Die hatte halt schon alles vorbereitet und wollte jetzt ihre Kohle haben …) Mit Hilfestellung von ihr klappte auch die Freischaltung; dann ging ich auf Jöck.
Ich hatte vorher mit dem Copilot (der KI) ein bisschen "gestritten", weil der mir eine ganz komplett Route empfohlen hatte; ich fuhr jetzt so, wie Google es mir anzeigte, und stand, wie von der KI prognostiziert, im Stau … Jo.
Ich kam aus Port Vila zum Glück im (einigermaßen) Hellen raus, denn da waren die schlimmsten Schlaglöcher (auch nix wirklich Furchtbares, aber da wollte ich nicht mit 80 Sachen reinfahren; da man hier aber eh maximal 50, 60 fährt, auch außerorts - naja, ich jedenfalls heute Abend -, sollte das kein Problem sein); danach wurde die Ringstraße deutlich leerer, sodass ich - es wurde dunkel - öfter das Fernlicht anmachen konnte und eventuelle Schlaglöcher früh erkannte.
Kurz nach 18 Uhr fuhr ich hier aufs Gelände, hupte, mir wurde geöffnet, mein schönes Zimmer gezeigt (das hier ist ein Beach Club, da ist nicht so wahnsinnig viel mit Schlüsseln und so, mal gucken, was das wird, aber die Gäste sind praktisch komplett alles auch reiche Ausländer, das wird schon passen) und jetzt sitze ich etwas abseits, habe ein Bierchen vor mir stehen und warte aufs Essen. Die Rinder in Vanuatu sollen sehr gut schmecken, das probiere ich heute gleich mal aus, weil der Fisch schon alle ist (oder nur noch tiefgefrorener Fisch da oder so).
Auf meiner Buchungsseite hatte gestanden, dass man hier Deutsch spreche - und tatsächlich sprechen die Besitzerin und ihre Ma ein bisschen Deutsch, weil die Mutter mit einem Deutschen aus Einbeck verheiratet war - so klein ist die Welt …
Jetzt freue ich mich aufs Essen und werde den Blog hochladen, sobald ich das WLAN-Passwort habe (ich möchte ungern die 5 Gigabyte, die ich habe, schon heute verjubeln …). Mir geht es gut, das ist mein 170. Land, von Tonga gibt's morgen (oder so) ein Fazit, da gibt es noch so viel zu verarbeiten, da kommen schon die nächsten Eindrücke hier aus Vanuatu …
Das Kalbsfilet gerade eben gehört - und das hätte ich in Vanuatu (of all places) nun wirklich definitiv nicht erwartet - zu den besten Kalbsfilets, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe, unfassbar! Okay, die Portion war nicht überriesig, aber für 17, 18 Euro in einem definitiv touristischen Laden, das ist schon völlig okay ...
Doch, das Ding hier gefällt mir - und ich bin so gespannt, wie das Meer morgen hier aussieht (oder übermorgen bei Sonne, morgen soll es jedenfalls bis in den Nachmittag hinein bewölkt sein); ich werde - wenig überraschend - berichten ...
Heute nicht gar so viele fotografische Eindrücke, aber dafür besonders gute!
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| Kalbsfilet heute Abend - vorzüglich! |
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| Einheimische Bierkunde gehört natürlich immer dazu - kannste auch gut trinken ... |
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| Anflug auf Nadi, Fidschi |



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