… habe ich in den Augen, weil ich heute schnorcheln gehen wollte - und die 20 Dollar (10 Euro) für das halbstündige Leihen der Schnorchelausrüstung (ich hätte die auch 24 Stunden haben können für den gleichen Preis!) waren es sowas von wert, es war großartig …
Ich schlief heute Morgen ganz gemütlich aus und ging nach einem kurzen Strandspaziergang ganz gemütlich duschen. Als ich fertig war, merkte ich, dass ich noch den Gegen-Uhrzeiger-Bus erwischen könnte und ging die paar Meter zum Ringstraße, da kam der Bus auch gerade schon. Mit dem fuhr ich einmal den Dreiviertelbogen um die Insel herum (es fuhr wieder der Fahrer mit der Spinnentätowierung im Nacken) bis in die Hauptstadt; ich lief wieder an der Hafenpromenade entlang zu meinem inzwischen liebgewonnenen Bite Time Cafe.
Die Kassiererin erkannte mich wieder und meinte ob meiner Bestellung der Fischerplatte, dass da viele rohe Sachen drauf seien. Ja, gute Frau, das ist ja der Sinn der Sache. Ich trank noch eine Kokosnuss dazu und bezahlte alles zusammen 18 Euro. Die Kokosnuss musste erst noch gekauft werden (das konnte ich beobachten), aber dann kam die Platte mit Ika Mata und Sashimi (wie gestern), aber zusätzlich noch Thunfisch-Carpaccio und einem gegrillten Stück Thunfisch (soviel zu "alles roh"). Das, meine Damen und Herren, gehört zum Besten, was ich in meinem ganzen Leben jemals, aber auch wirklich jemals gegessen habe - das war bei jedem Bissen eine Geschmacksexplosion, der Fisch war butterzart, es war ganz, ganz, ganz großartig. Ich trank noch eine Kokosnuss und gab heftiges Trinkgeld, aber das ist so unfassbar gut hier - das landet, natürlich, auch in meinen Restaurantempfehlungen …
Danach lief ich zurück zum Bus und entschied mich in einem Anfall von Blödheit, in den Bus einzusteigen, einfach, weil er bereitstand. Eigentlich hatte ich noch ein bisschen Bargeld holen wollen, weil ich nicht sicher war, ob die 60 Dollar, die ich noch bar hatte, reichen würden heute Abend (Spoiler: hätten sie nicht …), aber bis ich da drauf gekommen war, war der Bus schon abgefahren. Ich entschied mich um und stieg am Aroa Beach aus; da sollte man schön schnorcheln können, nur war ich ein wenig in Sorge, weil es noch zu früh am Tag (nämlich volle Mittagssonne war). Ich überlegte hin und her, entschied mich dann, mich vernünftig einzucremen und in dem Tauchladen da mir Schnorchelausrüstung zu besorgen. Das klappte problemlos, und weil ich meinte, dass ich die Leutchen da hätte Deutsch sprechen hören, fragte ich - am Ende der Vertragsverhandlungen - nach, ob da jemand wirklich Deutsch gesprochen hätte. Es stellte sich heraus, dass alle drei Leute, die gerade da waren, deutschsprachig waren … Und das, nachdem ich am Strand schon drei junge Frauen Deutsch sprechen gehört hatte …
Nun musste ich mich nur noch umziehen und also meine Badehose anziehen, aber da waren mir zu viele Menschen. Glücklicherweise gab es gegenüber eine Kneipe, da kaufte ich mir eine Cola, schmiss mein Zeug in eine Ecke und ging auf die Toilette. Das funktionierte sogar unfallfrei - und dann war ich so langsam fertig fürs Schnorcheln.
Ich versuchte es erst einmal nur mit Brille und Schnorchel und ließ die Flossen wie alles andere am Strand (und dabei blieb es dann auch, weil ich auch ohne Flossen gut vorankam). Ich schwamm 40, 50 Meter in Richtung Riff und sah auf dem Weg schon viele schöne hübsche Fischchen. Darunter müssten laut Google Papageien-, Preußen- (schwarz-weiß-gestreift) und Flötenfische gewesen sein, das sind die Dinger, die wie lange schmale Blätter im Wasser liegen. Herrlich! Ich kämpfte gerade mal wieder mit meiner Maske, als eine Frau mich fragte, ob ich die Schildkröte gesehen hätte und zeigte auf eine Stelle im Meer. Ich schnorchelte da hin und sah nix, auch weil ich in die falsche Höhe schaute. Ich tauchte wieder auf, die Frau fuchelte wieder in der Luft herum - und jetzt sah ich dieses majestätische Vieh und war fast zu nah dran … Also, Abstand marsch, marsch - und dann war das einfach nur noch wunderschön.
Eine andere Schnorchlertruppe zog immer weiter in unsere Richtung und brachte eine weitere Schildkröte mit (nicht, dass ich die beiden hätte unterscheiden können …), auch das war toll - und zwei Schildkröten in einem Schnorchelgang ist offenbar auch nicht selbstverständlich. Das konnte ich nicht mehr toppen, ich wollte jetzt wegen Sonnenbrand auch nix mehr riskieren (obwohl ich ja gut eingeschmiert war und alles, aber trotzdem), also schwamm ich - noch mitten durch einen kleineren Fischschwarm durch - zurück zum Strand und tauchte wieder auf …
Von meinem Platz auf dem Stein beobachtete ich, wie ein echter Strandhund im Wasser um eine Familie herum Fische verfolgte; auch bekam ich eine Mail vom Flughafen, dass meine Tasche aus Vanuatu jetzt in Auckland angekommen und auch schon durch die Biosecurity durch sei. Sie baten um Bestätigung, wo das Ding hinsoll, und so haben wir uns geeinigt, dass sie es heute ins Hotel liefern, in das ich Freitag am frühen Morgen komme. Das funktionierte alles superprofessionell, auch das Hotel hat schon bestätigt, dass sie bereitstehen - so mag ich das. (Und das war mir nicht so klar, nachdem die Tante am Flughafen - sehr freundlich - immer nur "awesome" sagte, obwohl ich es eigentlich gar nicht so "awesome" fand, dass meine Tasche nicht da war …)
So, jetzt fuhr ich - meine Badehose war inzwischen trocken - mit dem Gegen-den-Uhrzeigersinn-Bus zurück in meine Unterkunft, traf auch die Vermieter an und fragte, ob ich morgen spät auschecken könnte. Kann ich leider nicht, weil jemand kommt - schade, aber dann natürlich nachvollziehbar. Sie empfohlen mir aber, das Gepäck gar nicht am Flughafen einzuschließen, sondern - für eine geringere Gebühr - an einem Hotel direkt am Flughafen. Jo, das werde ich wahrscheinlich versuchen … Damit war der Schnorchelschwimm höchstwahrscheinlich nicht nur der letzte Schwimm auf den Cooksinseln, sondern sogar auf der ganzen Reise. Das Beste kommt zum Schluss, das passt doch!
Ich ging nochmal kurz duschen und zog mich dann an, um den Bus zum Muri Night Market zu erwischen. Das klappte auch wunderbar, und ich war viel zu früh da, konnte mir aber alle Stände schon einmal anschauen. Ich setzte mich ein paar Meter entfernt in das Restaurant des Segelclubs (schöne Aussicht) und trank für teuer Geld (schöne Aussicht) zwei Bier. Dann war ich gerade wieder um Punkt 17 Uhr am Night Market - und fing mit der Völlerei an.
Alles und jeder erzählt vom Seafood Man und seinen Garlic Prawns, also musste ich die auch probieren. Jo, war schon lecker, keine Frage, und ich atme immer noch knoblauchig. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen den Garlic Prawns und der Fisherman's Platter im Bite Time, weiß ich, dass ich Letzteres vorziehe. Ich wollte aber noch mehr probieren und hatte an einem Stand Rukau gesehen, also verspeiste ich noch Rukau mit Taroknollen. Rukau wird aus Taroblättern gemacht - von der Konsistenz und vom Aussehen her ist das ähnlich zu Rahmspinat, und Taroknollen haben eine kartoffelige Konsistenz. Jo, und dann taucht man halt ein bisschen was von der Taroknolle in den Rukau rein und futtert das - sehr, sehr lecker!
Jetzt hatte ich aber Durst, und da es dort alkoholfrei zugeht, gönnte ich mir einen Banane-Mango-Smoothie (herrlich!) und noch einmal Nu (Kokosnuss); beides war klasse. Zum Nachtisch aß ich Banana Poke, Bananenpudding mit Kokosmilch, das war auch grandios, wobei ich sagen muss, dass man bei Rukau und bei dieser Banana Poke schon wissen muss, was es ist - sonst könnte es unappetitliche Assoziationen wecken …
Jetzt wollte ich aber das Fresskoma vermeiden und entfernte mich - in einem gerammelt vollen Im-Uhrzeigersinn-Bus - vom Tatort. Eine Fast-Inselrundfahrt später (ich fand zügig einen Sitzplatz) landete ich in der Nähe meiner Unterkunft. Im Supermarkt gibt es kein einheimisches Bier, also fiel ich in die Bar neben meiner Unterkunft ein; denen habe ich mit einem Bier das Fass leergemacht (oder sie wollten schon die Zapfanlage putzen …), jetzt habe ich halt neuseeländisches Bier - das hätte ich auch aus dem Supermarkt haben wollen. Allerdings ist es hier sehr hübsch, ich sitze mit Blick aufs Meer, hier ist alles offen, mir weht die Brise um die Nase, obwohl ich geschützt sitze - das ist schon sehr, sehr okay hier …
Jo, gleich geht es am Strand entlang rüber zu meiner Bude - und dann ins Bett. Morgen werde ich pünktlich auschecken, mit dem Bus in Richtung Flughafen fahren und dann mal sehen, was der Tag so bringt. Ich sitze auf dem Flug zurück nach Auckland wieder am Fenster, das passt schon einmal ...
Achso, das wollte ich noch erwähnen: Das Bussystem hier in Rarotonga ist einfach (ein Bus stündlich in die eine Richtung um die Insel, ein anderer Bus andersherum, eine halbe Stunde versetzt), aber das passt wunderbar. Klar sind die nicht auf die Minute pünktlich, aber das ist allen völlig wurscht, selbst mir, denn ich weiß, dass ich verlässlich (dem Grunde nach) von A nach B komme, und das ist wirklich wichtig, nicht (und schon gar nicht im Urlaub), ob ich um 15.28 Uhr oder um 15.38 Uhr irgendwo bin … Und mit dieser Tracking-App ist das sowieso super, da muss man nicht unnötig zehn oder fünfzehn Minuten an der Straße stehen, weil man weiß, dass der Bus noch ewig weit weg ist.
Und von einem lieben Ex-Kollegen haben ich einen richtiggehenden Anschiss für mein Foto vom "berühmten Fischsandwich" bei Charlie bekommen. Er schätze mich zwar als Mensch in höchstem Maße und Gleiches gelte für meine Urlaubs- und Reiseposts, aber das (der wunderbare Wahoo) sei ein "Stück panierter Fisch mit einer nach Herzinfarkt (oder Salmonellenvergiftung) anmutenden Soße auf einem hellen Weizenbrötchen mit zwei Salatblättern, die so aussehen, als wären sie von Holland aus zwei Wochen lang ungekühlt auf dem Schiff auf diese Insel gefahren worden und hätten dabei noch die ganze Zeit neben" einer von ihm und mir gleichermaßen nicht wirklich geliebten Ex-Chefin "gesessen. Was also in an diesem Ding berühmt?!?!" Leserbriefe sind stets willkommen, werden aber ggf. veröffentlicht … War trotzdem lecker gestern!
So, Freunde, ich glaube, ich werde spätestens nach dem nächsten Bier hier rausgeschmissen, wäre aber auch okay, dann kann ich um 21 Uhr, 21.30 Uhr ins Bett fallen (und vorher die Kontaktlinsen rausmachen) … Gute Nacht, bis morgen! (Und irgendwann kommt, versprochen, auch ein Fazit der Reise.)
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| Rukau mit Taroknollen |
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| Smoothie und Kokosnuss |
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| Banana Poke |
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| Würde dann doch etwas voll |
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| Garlic Prawns |
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| Brunch: Fisherman's Platter |
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| The Needle, glaube ich |
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| Aroa Beach mit vielen Meerestieren |
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| ... einschließlich Strandhund |









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