Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 24. Mai 2015

Watching whalewatchers

Es ist gestern spät geworden, und trotzdem ist Freiburg abgestiegen. Kein guter Einstand in den 24. Mai ...

Heute Morgen haben wir erst einmal ausgeschlafen, ehe wir uns dann wieder ins Bourbon aufmachten, um dort zu frühstücken. Wieder war es außerordentlich lecker.

Wir verpassten den Bus in Richtung Hafen und liefen ein Stückchen durch diesen unseren Ostteil der Innenstadt, ehe wir an der Woolloomooloo Bay (auch die heißt wirklich so) dann doch in unseren Bus stiegen. Am Circular Quay stiegen wir wieder einmal aus und kauften uns das Whale Watching Special zum Preis von jeweils 49 (anstatt 65) australischen Dollar.

Wir hatten noch eine Stunde Zeit, setzten uns aber schonmal an den Pier. Ich holte mir noch ein Eis, dann stellten wir uns in die Schlange, die ich ein wenig nervenaufreibend fand, weil ständig irgendwelche Leute was von Whale Watching riefen und ich irgendwann nicht mehr sicher war, ob wir wirklich in der richtigen Schlange standen. Standen wir aber. Puh.

Ab ging die wilde Luzi. Zunächst war die Fahrt vom Circular Quay in Richtung Hafenausfahrt einfach nur fantastisch schön. Als wir dann aus dem Hafen draußen waren, legte der Kapitän einen Zahn zu, sodass wir über und in die Wellen hineinflogen. Dem einen indischstämmigen Menschen an Bord ging es, glaube ich, nicht so richtig gut ...

Irgendwann hielten wir dann an, wo schon ein paar andere Boote standen. Erst betrieben wir Whalewatchers Watching, ehe dann tatsächlich ein Walpärchen auftauchte (im wahrsten Sinne des Wortes) ... Es ist schon beeindruckend, diesen Riesenviechern beim Schwimmen zuzugucken und zu hoffen, dass sie sich nochmal zeigen: Sie hatten heute offenbar auch ihren Spaß und tauchten zu unserer großen Freude öfter auf.

Das klingt jetzt hier relativ nüchtern, aber es ist einfach ziemlich spannend, aufs offene Meer zu gucken und - mit Fotoapparaten! - diese Viechlein zu jagen. "Da ist er! ... Achne, war doch nur eine Welle ..." Lustig.

Die Rückfahrt war ebenfalls nicht ganz unwild (das heißt, sehr schön), und eine Touristin neben uns setzte sich beim Durchschlagen einer Welle etwas unsanft auf den Hosenboden. Sie hat es überlebt. Die Einfahrt in den Hafen mit dem Blick auf die am Meer gelegenen Vorstädte, ehe dann hinter der einen Landzunge die Skyline, dann die Oper und schließlich die Hafenbrücke auftaucht, das ist einfach fantastisch. Dann in Ruhe an der Oper und der Hafenbrücke vorbeizuschippern bei der Einfahrt in den Circular Quay: unglaublich schön. Mal gucken, was die nächsten Tage bringen, dann könnte Sydney es vielleicht in die Reihe mit Istanbul und Tel Aviv schaffen ...

Wir waren gerade angekommen, als ich Uli schon wieder auf die Fähre zerrte, diesmal in Richtung Manly. Ähnliche Strecke, aber ganz anders, weil die Sonne gerade unterging. Auch hier wieder Blick auf Hafenbrücke, Oper und Skyline. Ich kann es nicht oft genug sagen, wie schön das alles ist.

In Manly liefen wir von der Hafenseite erstmal auf die Ozeanseite, und obwohl es schon dunkel geworden war, ahnten wir, dass das hier vor allem im Sommer ein ganz, ganz toller Strand sein muss. Auch dieses Fleckchen Erde gehört zu jenen, denen ich hiermit meine (und in diesem Fall hoffentlich baldige) Wiederkehr androhe.

Ich hatte online (Manly bietet ein offenes WLAN an) eine Kneipe ins Auge gefasst: Schön war sie, lecker war das Essen und lecker waren die Biere. Ich probierte mich durch die Hausbrauerei durch, trank zunächst ein Stout (sehr lecker), dann ein "Kolsch" (auf der Toilette hing eine Erklärung, dass man das Bier wegen der Kölsch-Konvention nicht "Kölsch" nennen dürfe und deswegen die ö-Striche weglasse; das Bier ist alles, aber kein Kölsch, aber es schmeckt sehr gut), schließlich ein Pale Ale und zum Abschluss ein Heffeweisen, äh, ich meine, ein Hefeweizen. Das wiederum schmeckt so, wie ein Hefeweizen schmecken soll. Durchaus auch empfehlenswert, das "4 Pines" in Manly. Zu essen gab es Oliven mit Fetakäse (das gibt's hier in Sydney offenbar öfter, und auch hier war es gut), danach ein bisschen Pizza zum Naschen und ganz zum Schluss noch Fish & Chips (sehr lecker).

Wir nahmen die Fähre in Richtung Circular Quay um 20.45 Uhr, waren um 21.15 Uhr wieder in der Stadt, suchten unsere Haltestelle heute Abend erfolgreich (die ist wegen des Festivals "Vivid Sydney" umgelegt) und kamen so gegen 22 Uhr bei uns am Hotel an.

Schön war's auch heute wieder. Morgen könnte es an die Oper gehen (da sind wir zwar unzählige Male schon vorbeigefahren, aber wirklich davor gestanden haben wir noch nicht; die Oper sieht übrigens von vorne deutlich weniger beeindruckend aus als von der Seite) und danach mal an den Bondi Beach. Ob ich da schwimmen gehe, weiß ich noch nicht, aber man kann ja mal gucken, denn in den Mittagsstunden ist es in der Sonne ganz angenehm warm, wohingegen es abends dann schon mal kühl wird mit einstelligen Temperaturen.

Ich werde berichten.

Fotos:
Unser tägliches Bild der Oper in Sydney gib uns heute

Whales and Whalewatchers

Sie haben den Wal

Im Hafen von Sydney

Das ist ein Kolsch, kein Kölsch, und das Kolsch schmeckt besser als jedes Kölsch

Samstag, 23. Mai 2015

"Get a real job, you parking inspector!"

Bei dieser "Beleidigung" (etwa: "Such dir einen echten Job, du Parkplatzaufseher!") des Schiedsrichters durch einen Zuschauer heute beim Aussie-Rules-Spiel musste ich wirklich lachen. Der Typ hinter uns redete eigentlich das ganze Spiel hindurch, feuerte seine Adelaide Crows (die Auswärtsmannschaft) an und meinte, als dem Schiedsrichter beim Anwurf der Ball versprang: "You have one job to do in that match and still can't get it right." ("Du hast im ganzen Spiel nur eine Aufgabe, und die kriegst du nicht hin.") Ich mag diese ironischen Kommentare, vor allem, wenn sie gut sind.

Der Tag heute bestand aus drei, wenn man das Frühstück dazuzählt, aus vier Höhepunkten.

Nummer 1: Frühstück im The Bourbon. Okay, Jungs und Mädels, ihr habt mich überzeugt: Ihr kommt auf die Liste meiner Restaurantempfehlungen. Nicht unbedingt wegen eurer Pünktlichkeit (auf manchen Karten stand 9 Uhr als Öffnungszeit, auf manchen 10 Uhr, aufgemacht haben sie um 9.20 Uhr, Essen konnten wir offiziell erst ab 10 Uhr, also der - wohl - aktuell richtigen Öffnungszeit, bestellen; die anderen Karten waren wohl die alten), aber wegen des Essens. Heute gab es Omelett mit Lachs und Avocadoscheiben für Uli und für mich ein australisches Frühstück mit klassischen Hash Browns, Bohnen, Rührei, Speck und Tee, aber eben auch mit Rucola und Chorizo. Wahnsinn. Sehr, sehr lecker.

Danach fuhren wir mit dem Bus wieder zum Circular Quay unten in der Stadt und gingen dort an Bord der Fähre in Richtung Parramatta. Wow. Dass man dann an der Oper vorbei und unter der Hafenbrücke durchfährt, ist jetzt nicht so überraschend. Beeindruckend ist es allemal. Wir sind beide, obwohl im Schwarzwald großgeworden, Freunde des Meeres, und der Blick auf den Hafen war einfach toll. Nach dem Passieren der Hafenbrücke fuhren wir zum Darling Harbour und konnten dabei den Blick auf die Skyline (die richtige Skyline von Sydney, nicht die paar Hochhäuser, die ich gestern als "Skyline" verkauft hatte) genießen. Weiter ging es landeinwärts auf dem Parramatta River, vorbei an zum Teil fast ländlich wirkenden Inselchen und Halbinselchen, vorbei an vielen Booten und sattem Grün. Diese dreiviertelstündige Fahrt war ohne jeden Zweifel eine der schönsten Schiffstouren meines Lebens. Das Ganze wird ebenso sicherlich in den nächsten Tagen wiederholt, zumal es mehrere Fähren hier vom Circular Quay aus gibt.

Wir stiegen an der Anlegestelle "Olympic Park" um in den Bus, der uns dann tatsächlich zum Olympic Park brachte, vorbei am Olympischen Dorf, das mir inzwischen zum Teil Studentenwohnheime zu sein scheinen, sodass da durchaus was los ist. Wir stiegen an der Bahnhaltestelle (ich bin immer unsicher, ob ich "U-Bahn" oder "Bahn" schreiben soll, weil das irgendwie in der Innenstadt schon eher U-Bahn, aber in den Außenbezirken eher S-Bahn oder sogar Regionalbahn ist, wenn man das auf deutsche Verhältnisse überträgt) des Olympic Park aus und gingen erstmal zum Spotless Stadium, um uns dort die Karten abzuholen. Es war zwar - zwei Stunden vor dem Spiel - schon offen, aber wir nahmen die Karten nur an uns und marschierten zurück in Richtung einer schönen, jetzt hätte ich fast "Fußballkneipe" geschrieben, in Richtung also einer schönen Sportkneipe. Dort konnte ich Uli bei dem Konsum eines Kaltgetränkes schon einmal Aussie Rules erklären, jedenfalls soweit ich die Regeln verstehe, die für den Laien jetzt nicht so oberschwierig sind. (Uli ging danach im Spiel jedenfalls voll mit ...)

Es geht im Wesentlichen darum, den Ball ins Tor zu schießen. Das allerdings ist so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit "unserem" Fußball, es gibt nämlich pro Seite des (ovalen!) Spielfeldes vier Stangen. Die beiden mittleren Stangen bilden das "richtige" Tor (das sechs Punkte bringt), während es für diejenigen unter uns, die immer vorbeischießen, immerhin noch einen Punkt gibt, wenn man innerhalb der äußeren Stangen am "richtigen" Tor vorbeischießt. Der Wikipedia-Artikel ist vielleicht hilfreicher als meine Erklärung. Um das zu schaffen, trägt man den Ball in der Hand (muss das Ei aber spätestens alle fünfzehn Meter prellen), schießt ihn sonstwohin (keine Richtung vorgegeben) oder gibt ihn per Faustpass weiter (das heißt, man hält den Ball mit einer Hand und schlägt mit der anderen von unten mit dem Handballen zu, auch keine Richtung vorgegeben). Ist der Ball mindestens 15 Meter weit geschossen worden und ein Spieler fängt ihn sauber (als der Luft), darf er von der Stelle weiterspielen, ohne in dem Moment angegriffen werden zu dürfen (das heißt "Mark" und ist ziemlich irritierend für Europäer, weil der Schiri zu jeder Mark pfeift, also alle naselang, aber das Spiel weiterläuft). Zu anderen Zeiten darf man den ballführenden Spieler per Tackle zu Boden bringen.

Das Spiel - bei strahlendem Sonnenschein war ich froh, dass Uli mich gedrängt hatte, mich einzuschmieren und meinen Hut mitzunehmen - ging 16.12 (108) zu 12.12 (84) für die Greater Wester Sydney (GWS) Giants aus, die also 16 Tore (x 6 Punkte) und 12 Behinds ("Fast-Tore", x 1 Punkt) schossen, also insgesamt 108 Punkte erreichten.

Nach Spielende öffneten die Ordner auf einmal die Tore zum Spielfeld und jeder der knapp 10.000 Zuschauer durfte aufs Spielfeld, wenn er wollte. Wahnsinn. Wir hatten uns schon gewundert, wieso so viele Zuschauer ihre eigenen Bälle dabeihatten: Ja weil sie nach dem Spiel selbst noch ein bisschen footy spielen wollten, natürlich! Wir wurden bei unserem Spaziergang übers Spiefeld wider Erwarten von keinem Ball getroffen, beim Versuch, einen zu fangen, blamierte ich mich gründlich, weil der mir voll durch die Hosenträger gerutscht ist, aber zum Glück kennt mich hier keiner ... (Schlagzeile der Zeitungen morgen: Stupid German can't even catch a focking ball ...) Achso, die sprechen hier auch so lustig (sage ich mit meinem thick German accent, höhö), Facebook wird "faisbuck" und der "train" so gesprochen, wie er für Deutsche geschrieben wird, mit "ai" wie in "Saite".

Wir verließen also das Stadion und gingen rüber zum Olympiastadion, ähm, natürlich zum "ANZ Stadium", wo ich unsere Karte für das Rugby-Spiel zwei Stunden später holen wollte. Ich stellte mich natürlich in die Schlange für die vorbestellten Tickets und zeigte dem Kassierer stolz meine Buchungsbestätigung. Der guckte sie sich lange an und meinte dann: "You're in the wrong stadium". Ich Held hatte ihm die Bestätigung für das Aussie-Rules-Spiel gezeigt. Nächste Schlagzeile: Stupid German mixes up stadiums in Olympic Park.

Auf den Schreck (natürlich bekam ich nach Vorzeigen der richtigen Buchungsbestätigung auch unsere Karten) brauchte ich erstmal ein Bier, was ich wieder in der "Brewery" einnahm. Wir aßen dort nichts, weil die nur größere Kleinigkeiten hatten, verspeisten dafür aber vor den Stadiontoren noch einen australischen Döner. Lecker.

Auf ins Olympiastadion. Augen auf, Mund zu. Okay, ich habe schon vorher Stadien für 80.000 Leute gesehen, aber das ist ja immer wieder ein Erlebnis, selbst wenn, wie heute, nur knapp 27.000 Zuschauer da waren.

Die Rugby-Regeln erkläre ich jetzt nicht, weil jeder schonmal Rugby gesehen hat und eh denkt, dass die sich alle verkloppen (was nicht stimmt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß; naja, jedenfalls nicht immer ...). Jedenfalls gingen die Crusaders aus Neuseeland (diese Profi-Liga besteht aus Teams aus Australien, Neuseeland und Südafrika, die am Ende der regulären, großteils landesinternen Saison in Play-offs den Meister ausspielen) ziemlich früh mit 5:0 in Führung, die Waratahs konnten aber bald darauf ein 7:5 herstellen. Danach war das Spiel ausgeglichen, ehe die Waratahs dann zwischen der 20. und der 60. Minute deutlich in Führung gingen. Die Crusaders kämpften sich zurück, kassierten aber in der Schlussphase noch einen Versuch, sodass sie am Ende mit 22:32 verloren. Die Sydneysiders sollten uns als Maskottchen einstellen, wir bringen den Mannschaften hier aus der Stadt Glück ...

Eigentlich wollten wir mit der Fähre auch wieder heimfahren (war im Kartenpreis inbegriffen), aber wir verpassten den Bus und hätten eine Stunde auf den nächsten warten müssen, sodass wir uns für die insgesamt viel schnellere, wenn auch landschaftlich und skyline-guck-technisch nicht so beeindruckende Bahn entschieden. So waren wir viel früher als mit der Fähre im Hotel (im Bourbon war Live-Musik, die ich nicht mehr haben wollte) und gingen ohne Absacker ins Bett (die Shops dürfen nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen).

So geht ein toller Tag zu Ende. Jetzt verfolge ich gerade im Liveticker noch den letzten Spieltag der Bundesliga (und hoffe, dass der Tag toll bleibt!), aber bis zum Eurovision Song Contest halte ich nicht mehr durch. Morgen schlafen wir wieder aus und schauen dann, dass wir die Nachmittagstour beim Whale Watching erwischen.

Bunte Bilder:
Oper

Hafenbrücke

Skyline

Auf dem Parramatta River

Aussie Rules

Machen Sie eine typische Handbewegung (der Schiri wirft beim Aussie Rules ein!)

Platzsturm nach dem Aussie-Rules-Spiel

Einmarsch der Gladiatoren, äh, der Waratahs

Freitag, 22. Mai 2015

Täteräää - Fanfare und so

Das Boarden ging relativ problemlos, nur saßen wir ein wenig blöd, im Mittelblock, und während Uli wenigstens am Gang saß, quetschte ich mich mit meinen 1,60 m und 55 Kilogramm in den Mittelsitz des Mittelblocks.

Mir ging es während des Fluges nicht ganz so gut, was aber nicht an den Flugkünsten des Kapitäns lag, sondern eher daran, dass ich mir gestern Abend im Blu Jaz in Singapur das fünfte Bier nun wirklich hätte verkneifen sollen. Dazu kam, dass ich danach viel zu viel Wasser getrunken habe, und das Völlegefühl nach Bier in Verbindung mit der Geschmacksfreiheit von stillem Wasser erzeugt dann insgesamt ein leichtes Unwohlsein.

Ich bekämpfte das Unwohlsein mit meinem Patentrezept: Coca Cola und Futtern, und ich muss sagen, der Roastbeef-Wrap war wirklich lecker und sogar bezahlbar, dafür, dass wir in einem Billigflieger saßen.

Ich ging während des Fluges ein-, zweimal auf die Toilette und stellte dabei fest, dass die komplette Reihe am Notausgang leer war. Ich setzte mich da hin, wurde nicht verjagt, holte mir dann noch meinen Spiegel aus dem Handgepäck, das ich bei Uli zurückgelassen hatte, und gönnte ihr und mir ein bisschen Freiraum: Ich hatte im Flieger nämlich schon wieder ganz schön geschwitzt.

Ich schaffte es nicht rechtzeitig vor dem Landeanflug zurück zum Platz (die arme Ulrike machte sich schon Sorgen um mich, dass ich die ganze Zeit im innigen Zwiegespräch mit der Toilettenschüssel wäre; in Wahrheit ging es mir da schon wieder fast ziemlich gut) und guckte mir dementsprechend das Landen vom Fensterplatz am Notausgang an. Naja, wir waren schon unter der Wolkendecke, als der Pilot auf einmal die Turbinen wieder auf Volllast setzte und in die Wolken entschwand. Wenige Augenblick später erläuterte er, dass wir wegen des zu geringen Abstandes zur Vorflugzeug und ein wenig, naja, confusion im Tower die Anweisung zum Durchstarten bekommen hätten. Das ist so ziemlich die Ansage, die man als Flugpassagier wirklich wahnsinnig gerne hört: willkommen in Australien.

Wir drehten also noch eine Ehrenrunde (mit Blick auf den Olympic Park, bei dem ich zu meiner Freude feststellte, dass beide Stadien, in denen wir morgen sein werden, zum allergrößten Teil überdacht sind, was bei dem vom Kapitän angesagten Regen nicht ganz unerheblich ist) und konnten im zweiten Versuch auf dem Flughafen von Sydney landen.

Die Einreise ging superfix und ohne Probleme, außer, dass bei Uli der Scanner streikte und sie mit der Einreise-Fachtante zu einem anderen Schalter musste ... Die Gepäckausgabe ließ dafür auf sich warten, aber es kam dann auch irgendwann und am Zoll wurden wir nicht zur Stichprobe herausgezogen. Wir hatten nicht wirklich was zu verbergen, aber das ist trotzdem immer wieder beruhigend.

Ich kaufte uns zwei Opal-Karten, also zwei Fahrkarten für alle Verkehrsmittel im Großraum Sydney. Die Dinger haben einige Vorteile, unter anderem, dass einem pro Tag höchstens 15 Dollar abgebucht werden (am Sonntag sogar nur 2,50 Dollar), aber auch, dass man nach acht Fahrten pro (Montag-bis-Sonntag-)Woche die restlichen Fahrten umsonst macht. Heute waren es dann schon einmal drei ...

Wir stiegen also am Flughafen in den Zug ein (dort zahlt man nochmal so um die 13 Dollar für das Privileg, am Flughafen in die Bahn einsteigen [oder später auch aussteigen] zu dürfen), stiegen mit ein bisschen Suchen an der Central Station um und kamen schließlich an der Kings-Cross-Station an. Die fünf bis sieben Gehminuten zum Hotel wollten wir eigentlich mit dem Bus machen, da der aber nur halbstündlich fährt und wir den vorhergehenden gerade verpasst hatten, liefen wir halt die paar Meter. Unterwegs wurden wir noch von einer Deutschen angesprochen: Wie schon erwähnt, die Welt ist klein.

Der Check-in ging ohne Probleme und wir bekamen ein Zimmer im 8. Stock mit traumhaftem Blick auf den Hafen, aber leider auch mit Doppelbett, obwohl ich ausdrücklich Einzelbetten bestellt und bestätigt bekommen hatte. Ich ging noch einmal runter und die Rezeptionstante erzählte was von "nice room". Ich hatte dann einen Schlüssel für den 9. Stock in der Hand, wir fuhren hoch und hatten immer noch einen tollen Blick auf den Hafen - zur rechten Seite herunter. Links herunter sieht man so eine unbedeutende Hafenbrücke und so ein weißes Bauwerk, das, glaube ich, das Theater oder vielleicht auch die Oper von Sydney ist ... Wahnsinn. Fantastisch. Einfach schön ...

Wir hielten uns nicht lange im Hotel auf, sondern machten uns - da wir Hunger und Durst hatten - auf zum Essenfassen. Unser angestrebtes Restaurant hatte noch nicht auf, das zweite Restaurant gefiel uns in dem Moment auch nicht so gut, also fuhren wir mit dem Bus in Richtung des Lord Nelson Pubs am Millers Point, etwas westlich der Innenstadt. Wir wohnen etwas östlich der Innenstadt, und wenn man also von hier zum Millers Point will, fährt man, wenn man Riesenumwege vermeidet, direkt durch die Innenstadt.

Wir haben nicht so richtig viel gesehen, außer einer tollen Skyline, dem Circular Quay, von dem die Fähren in die Bucht von Sydney abfahren, wieder diese Oper und diese Hafenbrücke, schöne Kolonialgebäude, ansehnliche alte Kirchen und schöne Parks. Ich glaube, Sydney könnte mir sehr, sehr gut gefallen.

Beim Ausstieg war ich - mal wieder - spät dran und so kam der Bus erst nach der Kehre stehen, sodass wir ein paar Meter zurücklaufen mussten, aber selbst das haben wir überlebt. Das Lord Nelson ist ein schönes, recht rustikales Pub, in dem es gute Snacks zur Bier und gute Hopfenkaltschalten gibt, aber bei unserem Antreffen keine richtige Küche (wir waren so gegen 16 Uhr da). Wir tranken also ein bis zwei Getränke und eine kleine Vorspeise aus Oliven und Fetakäse, woraufhin wir uns auf den Rückweg machten.

Obwohl ich unserem Bus winkte, fuhr er an uns vorbei, weil der vorherfahrende Bus ihm die Sicht versperrte (Helden der Steinzeit!), sodass wir ein paar Schritte hinunter zum Circular Quay gingen. Wieder schossen wir Fotos von diesem weißen Gebäude und guckten uns an, was man so die nächsten Tage machen könnte ... Im Winter soll man um Sydney herum Wale beobachten können (nein, auch dann, wenn ich nicht im Wasser bin!). Mal sehen.

Liebe Sydneysiders, euer Bussystem ist ja ganz in Ordnung, aber die Einbahnstraßen in der Innenstadt machen es dem Touristen wirklich nicht ganz einfach, die Rückstrecke eines Busses zu erahnen, selbst man den Bus schon auf der Hinstrecke verwendet hat. Es wäre ganz schön, wenn ich an den Haltestellen einen Überblick vorhalten könntet, welcher Bus in welcher Richtung an welcher Haltestelle in der Umgebung anhält: Das würde dem Touristen die Orientierung wahnsinnig erleichtern.

Zu allem Überfluss ist an den nächsten Wochenenden, beginnend morgen, eine Veranstaltung namens Vivid Sydney, weswegen die schon heute Abend die ganzen Straßen sperrten. Verkehrschaos war die Folge, sodass selbst die Busse, die wir dann als zielführend identifiziert hatten, nur mit so großer Verspätung kamen, dass ich zwischenzeitlich unsicher war, ob sie heute überhaupt noch kämen.

Irgendwann kam die 325 dann doch, wir stiegen ein und am Kings Cross wieder aus, gerieten in einen granatenmäßigen Herbstregen (es ist kühl hier, was für mich - gerade im Vergleich zu Singapur - sehr angenehm ist, wobei es etwas trockener sein könnte; Uli mochte Singapur lieber), erreichten aber halbwegs trockenen Fußes die zweite Kneipe, die wir heute Mittag begutachtet und nach dem Online-Studium der Speisekarte dann doch für gut befunden hatten.

"Gut" trifft es nicht annähernd. Uli aß einen fantastischen Lachs, ich einen sehr, sehr leckeren Burger, und am Ende gab es noch Bourbonmisu dazu, da die Kneipe The Bourbon heißt. Toll. The Bourbon hat durchaus das Zeug, demnächst in meiner Restaurant-Liste aufzutauchen.

Nun sind wir aber ziemlich kaputt, da wir im Flieger nicht so wirklich gut geschlafen haben. Morgen wird ein lustiger Tag mit zwei Sportveranstaltungen im Olympic Park. Ich werde berichten ...

Achso: Es ist vollbracht! Heute habe ich mein 100. Land betreten. 107 fehlen noch ...

Blick nach links aus dem Hotelfenster

... und nach rechts

Opernhaus vom Circular Quay aus

Skyline von Sydney am Circular Quay

Donnerstag, 21. Mai 2015

Acht Dollar

... machten heute Abend für mich den Unterschied zwischen Wohlfühlen und Nichtwohlfühlen, denn 8 Singapur-Dollar (plus 7 % Steuer) musste ich berappen, um hier am Flughafen nochmal duschen zu können. Sehr angenehm ...

Aber von Anfang an: Heute waren wir halbwegs zeitig wach und hatten auch einigermaßen durchgeschlafen, ehe wir gegen 10 Uhr das Hotel verließen und uns mit einem kurzen Abstecher am Bürogebäude, in dem die österreichische Botschaft ungebracht ist, in Richtung U-Bahn-Station begaben.

Wir stiegen, wieder einmal, an der Bayfront aus und machten uns dann in Richtung der Gardens of the Bay. Dort befindet sich ein "Hain" aus überdimensionalen Bäumen, die aus der Entfernung schon toll aussehen, aber aus der Nähe noch einmal viel grandioser (siehe Fotos). Dort schauten wir uns, fuhren auch für ein paar Dollar hoch auf den "Wipfelpfad", von dem man noch einmal grandiose und andere Aussichten auf die Skyline, den Singapore Flyer (das Riesenrad) und natürlich das Marina Bay Sands hat. Wahnsinn.

Auf die beiden großen Gewächshäuser verzichteten wir und fuhren dann, weil wir so langsam Hunger hatten, wieder in Richtung Chinatown und dort wieder ins Maxwell Road Food Centre. Dort wagten wir - neben den Jiaozi und den Gyosa - etwas und verzehrten den Salat mit rohem Fisch: Fantastisch, sehr lecker, der Salat mit Sashimi-Streifchen, Bambussprossen und ein bisschen anderem Grünzeug. Der Reiseführer hatte diesen Stand und noch einen anderen mit Chicken Rice empfohlen, also Reis mit reichlich Hühnerbrust obendrüber. Das Ganze mit einer Chilisauce garniert: sehr, sehr lecker. Und absolut empfehlenswert.

Wir fuhren zurück in Richtung Hotel, stiegen aber am Rathaus aus und machten uns - dort werden gerade in gigantomanischer Manier Tribünen gebaut - auf Umwegen noch einmal in Richtung Merlion auf. Die Skyline von da unten ist immer wieder sehr beeindruckend. Sehr beeindruckend ist es auch, im Hellen über die Helix-Brücke zu gehen, die den Abfluss des Singapore River überspannt und dabei nochmals den Blick auf die Skyline und den Hafen (mitsamt einem schwimmenden Fußballfeld darin!) zu genießen. Wir landeten zum Abschluss im Casino, tranken uns dort mit Softdrinks und Tee erstmal satt (oder sitt?), woraufhin ich die 50 Dollar verspielte, die ich am Montag Abend gewonnen hatte. Insgesamt also Gewinn in Form von Naturalien gemacht ...

Wir kehrten nach kurzem Rundgang durch das muslimische Viertel wieder im Blu Jaz ein, tranken Weinchen und Bierchen, aßen noch eine Kleinigkeit, holten dann unser Gepäck aus dem Hotel und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Dort fand ich zwar eine Post (ich hatte doch ein paar Postkarten geschrieben), doch der Automat akzeptierte meine Kreditkarten nicht. Hm, doof. Uli packte derweil noch ihren Koffer um, ehe wir eincheckten. Der Check-in war problemlos, auch wenn der Typ ewig brauchte, um unsere australischen Visa im System zu finden. Schlussendlich waren sie aber da, und wir erhielten unsere Bordkarten.

Die Ausreise war so unproblematisch wie die Einreise, und ich ging erstmal duschen. Aaaaaaaaahhhhh ... Danach suchte ich weiter eine Post, fand einen 7/11, der wenigstens Briefmarken verkaufte, und verfluchte dann diesen Flughafen, weil dort, wo laut Plan Postkästen sein sollen, keine sind und dort, wo welche sind, sie nicht ausgeschildert sind. Naja, langer Rede kurzer Sinn: Postkarten sind unterwegs.

Nun sitzen wir vor dem Gate, warten auf die Sicherheitskontrolle und sind gespannt auf den Flug nach Sydney. In weniger als 10 Stunden bin, inschallah, in meinem 100. Land. Halleluja.

Foti, foti:
Supertrees

Blick auf den Singapore Flyer

Hotel mit Surfbrett obendruff

Tempel in Chinatown I

Tempel in Chinatown II

In Tempel Nummer II

Finale Skyline

Mittwoch, 20. Mai 2015

Fresstour

Joah, anders kann man die Aktion heute nicht bezeichen. Aber lecker war's. Nur saßen wir dann am Abend beim Absacker im Café und konnten kein Essen mehr riechen ...

Ich habe heute Nacht sehr komisch geschlafen: Ich war ja schon um 20 Uhr im Bett, ehe ich irgendwann 1.30 Uhr aufwachte. Kommt mal vor, aber normalerweise schlafe ich dann Minuten später wieder ein. Es wurde 2 Uhr, 3 Uhr, 4 Uhr. Kein Schlaf in Sicht. Offenbar bin ich dann doch nochmal eingepennt, denn plötzlich war es kurz vor 10 Uhr ...

Naja, also standen wir mal auf. Das Frühstück bestand aus einer (sehr schmackhaften) Banane, ich sprang kurz unter die Dusche. Abmarsch.

Es ging wieder zur U-Bahn-Station Bugis und von dort in Richtung Flughafen, in Richtung Ostküste. An einem Zwischenbahnhof stiegen wir aus und suchten uns einen Bus aus, der uns - meiner Meinung nach - zumindest in die Nähe des ersten Zieles der heutigen kulinarischen Weltreise bringen sollte. Naja, den Busfahrer scherte meine Meinung wenig, sodass wir zur Schadenvermeidung dann irgendwann an der East Coast Road ausstiegen und ein paar Minuten in Richtung Westen liefen.

Das Lokal, das ich ansteuerte, ist bekannt für sein Laksa, das ist eine cremige Suppe mit weißen Nudeln, Garnelen und allerlei anderem Zeugs (Bild siehe unten) und außerdem eines der (vielen) singapurischen Nationalgerichte. Das Laksa war lecker und zum Glück nicht einmal wirklich scharf. Doch, könnte man öfter essen.

Weiter ging es, diesmal im Bus, diesmal in die richtige Richtung, sodass wir "nur noch" ein paar Querstraßen in Richtung Strand mussten, ehe wir am East Coast Lagoon Centre aufschlugen. Hierbei handelt es sich auch um ein Hawker Centre, also so ein Teil mit vielen Tischen und fast noch mehr Essensständen darumherum, wo man sich einfach hinsetzt und sich von den Ständen aussucht, was man haben will. Das Besondere hierdran ist, dass das hier ein Freiluft-Foodcourt ist, was speziell dann angenehm ist, wenn man - wie hier - nur wenige Meter vom Meer entfernt sitzt und gelegentlich eine hochwillkommene kühle Brise herüberweht.

Zunächst staunten wir ob des Blicks auf die Dutzenden von Schiffen, die da geduldig in Sichtweise auf die Einfahrt in den Hafen warteten. Entsprechend der Anzahl der Schiffe ist das da keineswegs ein Badestrand, sodass wir uns zurück zu unserer heutigen Hauptbeschäftigung begaben: Essen. Wir machten einen Satay-Stand als unsere erste Anlaufstation aus. Im ersten Durchgang waren wir nicht so richtig mutig und bestellten (Mindestbestellung: 10 Spieße à 70 Singapur-Cent, also etwa 45 Eurocent pro Spießchen) Hühnchen, Rind und Lamm (okay, ein bisschen mutig war zumindest das Lamm schon). Dazu gab es lecker Erdnusssoße. "Yammy", wie der Amerikaner sagt. Wir wurden mutiger, ließen das Lamm weg und nahmen dafür Tripe, was ich vom Geschmack her für Bauchspeck hielt. In Wirklichkeit waren es aber - wie ich eben in der Wikipedia nachlas - Kutteln, die ich in Deutschland gekocht nicht anrühren würde, aber gebraten war das wirklich sehr schmackhaft.

Nach dem Genuss eines Bieres ließ ich Chilli Crab für heute Chilli Crab sein (morgen ist auch noch ein Tag) und wir probten auch hier den Abgang. Wider Erwarten fanden wir relativ - relativ! - schnell den Bus zurück zur U-Bahn, sodass wir schließlich an der dritten und letzten Station der heutigen Tour ankamen, am Old Airport Road Food Centre. Das heißt wirklich so.

Auch hier gab es von Meeresfrüchten über Chinesisch bis hin zu verschiedenen Saftständen sehr viel gutes Essen und Trinken. Wir entschieden uns dann für Meeresfrüchte mit einem sehr guten Fisch, mit Garnelen, Tintenfisch und gebratenen Austern. War durchaus essbar, aber wir hatten heute schon so viele Sachen gegessen, die noch leckerer waren, dass es da Abzüge in der B-Note für das Old Airport Road Food Centre gab. (In der A-Note gab es für die gebratenen Bananen noch satte Zuschläge ...)

Wir fuhren heim und kehrten wieder im Blu Jaz ein, wo wir gestern schon Station gemacht hatten. Happy Hour war zwar schon vorbei, aber trotzdem bekam Uli zwei Gläser Rotwein zum Preis von einem, und wir sahen nicht wegen der Biere, die wir vorher schon verzehrt hatten, schon doppelt!

Den finalen Abschluss des Tages machte der Schwimm im Hotelpool mit wieder einmal tollem Ausblick auf einen Teil der hellerleuchteten Skyline von Singapur inklusive Singapore Flyer (einem Riesenrad) und Marina Bay Sands.

So, und jetzt steht schon die letzte Übernachtung in diesem Hotel hier an. Morgen müssen wir bis um 12 Uhr ausgecheckt haben, dann werden wir uns noch ein bisschen umgucken, uns vielleicht nochmal in Chinatown herumtreiben, ehe wir so gegen 21 Uhr in Richtung Flughafen aufbrechen werden. Ich plane, am Flughafen noch zu duschen, aber wir werden wahrscheinlich eh frühestens kurz vor Mitternacht einchecken können, da unser Flieger erst um 1.45 Uhr am Freitag Morgen abfliegt. In 36 Stunden sind wir schon in Sydney.

Singapur, ich komme wieder (jaja, ich weiß, auf dieser Reise allein noch dreimal), aber auch danach werde ich keinen Bogen um diese Stadt machen, auch wenn sie mir zum Leben viel zu heiß und mit gefühlt 110 % Luftfeuchtigkeit viel zu schwül ist ...

Katong Laksa

Kleines Hindu-Tempelchen nahe der East Coast Road

Satay-Spieße

East Coast Lagoon: Freiluft-Hawker Centre mit Blick aufs Meer

Dienstag, 19. Mai 2015

Gewürzparanoid

Die Salsa in Granada in Nicaragua hat Uli ziemlich kirre gemacht. Zur Erinnerung: Das war der "Rest" Salsa, den wir über den Reis schütteten und nach dessen Genuss wir die Nerven im Mund mehrere Minuten lang nicht mehr spürten ...

So kirre, dass irgendein Gewürz, was damals in der Salsa drin war (wer micht kennt, weiß, dass es völlig sinnlos ist, zu fragen, welches Gewürz das denn sein könnte), sie seither verfolgt. Im Flieger war das anscheinend schon im Essen drin und auch heute beim Inder in Little India. Leider mag sie dieses Gewürz nicht, was ihr dann das Essen ein bisschen vermiest. Nicht so schön. Wir werden bis zur Identifikation des Gewürzes des Grauens das indische Essen ein bisschen meiden. In den Hawker Centres ist das ja nicht so schwierig, weil man genug Auswahl hat; und im Zweifel esse ich das halt auf, da opfere ich mich gerne.

Wir hatten heute Morgen also ausgeschlafen und machten uns so gegen 10 Uhr auf in Richtung U-Bahn. Wir suchten in dem an "unsere" U-Bahn-Station angrenzenden Einkaufszentrum den Keller, fanden ihn aber erst nach einer langwierigeren Suche, weil man vom Erdgeschoss manchmal nur ins zweite Kellergeschoss mit dem Aufzug fahren konnte und dabei das erste Kellergeschoss übersprang. Naja, am Ende hatten wir es gefunden und nahmen bei einer dafür bekannten Kette ein typisches singapurisches Frühstück ein: Es bestand aus Teh (Tee mit Milch und Zucker), Kaya Toast (dunkler Toast mit Zuckerbutter) und - für mich - runny eggs, Eier, die leicht angekocht sind, sodass das Eigelb relativ fest ist, während das Eiweiß halt wegläuft (deswegen runny). Das Ganze bekommt man in der Schale serviert. Geschmeckt hat es jedenfalls.

Danach stiegen wir in die U-Bahn und fuhren zur U-Bahn-Station "Little India". Auch wenn man sich bei der Auffahrt mit der Rolltreppe nicht gleich an Delhi erinnert fühlt (dafür ist es weder dreckig genug noch stinkt es ausreichend, und ich mag Delhi inzwischen ja eigentlich fast ...), so fallen einem die ganzen Hindi-Beschilderungen genauso ins Auge wie die chinesischen in Chinatown. Schon in der U-Bahn fiel der höhere Anteil an ethnischen Indern auf.

Wir liefen ein bisschen in Richtung eines Tempels, und gerade, als ich nochmal nachgucken wollte, weil der so langsam kommen musste, fiel Uli auf, dass wir direkt davor standen ... Von außen waren die Verzierungen schon beeindruckend, drinnen - nach dem Ablegen des Schuhwerks - war das nochmal mindestens genauso interessant. Den Leuten ist es völlig schnuppe, ob und wo man fotografiert, das war schick.

Nach dem Besuch im Tempel guckten wir uns weiter in Little India um und entschieden uns dann - es war inzwischen 12.30 Uhr - für ein im Reiseführer genanntes Restaurant. Dort waren wir die Ersten (blieben es aber nicht) und verspeisten eine Art Gemüseintopf mit bösem Gewürz (Uli), ein Fisch-Curry (ich; sehr lecker, wenn auch gut scharf) und dazu Käse-Knoblauch-Naan, das himmlisch war. Wirklich himmlisch. Auch wenn wir jetzt zwei Tage Ruhe vor aufdringlichen Menschen haben, weil wir so nach Knoblauch stinken ...

Zurück ging es wieder zur Station Little India, und Minuten später waren wir wieder in Singapur angeboten. Die Welt wird wirklich immer kleiner. Wir stiegen am Clarke Quay aus der U-Bahn, bekamen von der Hitze wieder - wie meine Ma sagt - einen "Schlag mit der Wichsbürscht" und liefen am Singapore River entlang. Wow: Hier stehen also die Wolkenkratzer, die wir gestern Abend von der Brücke in Marina Bay gesehen hatten. Wir liefen in Richtung Mündung des Singapore River und kamen schließlich zum Merlion, dem Wahrzeichen Singapurs. Dieses Viech, was halb Löwe, halb Meerjungfrau ist, spuckt Wasser. Die Aussichtsplattform, von der man dem Ding zugucken kann, bietet auch noch einmal einen tollen Blick auf die Wolkenkratzer und, wenn man sich umdreht, auf das Marina Bay Sands (diesen Hotelkomplex mit drei Wolkenkratzer, auf dem nochmal ein Schiff obendruff sitzt), und das angrenzende ArtScience-Gebäude (eine geöffnete Lotusblüte). Achja, bei halber Drehung hat man einen Blick auf das Esplanade, den Theaterkomplex mit der Außenhaut einer Durianfrucht ...

Nach erfolgreichem Schnappschussschießen liefen wir - verschwitzt waren wir jetzt eh - zurück in Richtung Hotel, fuhren noch zwei Stationen U-Bahn und machten dann auf dem Heimweg in einem anscheinend nicht unbekannten Jazz-Café Pause. Bier lecker, Wein lecker, "Snow in Singapore", weil die Bäume ihre Früchte abwarfen und uns beschmissen ...

Den Abschluss des Tages bildete das Erholungsbad im Hotelpool. Es ist jetzt noch nicht einmal halb acht, aber wir sind k.o. und werden heute wahrscheinlich recht früh schlafen. Morgen wollen wir vielleicht ein bisschen eher aufstehen, um der Hitze vielleicht ein wenig zuvorzukommen. Obwohl, eigentlich ist es ja eh wurscht, ob du um 9 Uhr bei 27° C oder um 10 Uhr bei 28° C schwitzt, weil du um 13 Uhr eh wieder bei 32° C denkst, du bist frisch aus der Dusche gestiegen.

Morgen geht es vielleicht an die Ostküste zum Krabbenessen, aber wir werden uns sicherlich wieder ein wenig treiben lassen.

Tempel in Little India von außen ...

... und von innen


Cavenagh Bridge in der Innenstadt (!) von Singapur

Marina Bay Sands (rechts) und ArtScience (links)

Esplanade

Downtown mit Merlion

Montag, 18. Mai 2015

Es. Ist. Heiß.

Heiß. Schön. Toll. Wunderbar. Atemberaubend. Beeindruckend. (Wollte gerade "Atembedruckend" schreiben.) Achso, lecker ist es. Und heiß. Schwül. Heiß und schwül.

So, meine Ersatzoma und meine Ma brachten uns dann um 12 Uhr so langsam in Richtung Flughafen, nachdem bei uns das Packen alles ein bisschen langwieriger war als gedacht und wir gerade so rechtzeitig fertig wurden.

Am Züricher Flughafen ließen die beiden uns dann raus und wir machten eine mittelprächtige Weltreise zu Fuß, ehe wir am im Umbau befindlichen Airport einchecken konnten. Check-in war entspannt, unsere Plätze hatte ich ja schon reserviert. Alles in Ordnung.

Wir reisten aus dem Schengenraum aus, fuhrten mit der Jodelbahn unter dem Rollfeld durch und kamen an unserem Gate an. Da standen noch zwei Polizisten mit einer herrenlosen Tennisschlägertasche, am Ende nahmen sie sie - nach einigen Beratungen - einfach mit ins Fundbüro. Explodiert ist da meines Wissens jedenfalls nichts.

Am Flieger war allerdings irgendeine Klappe nicht so ganz funktionstüchtig, was zu einer etwa einstündigen Verspätung führte, über die wir - das muss ich sagen - allerdings vorbildlich auf dem laufenden Stand gehalten wuren. Flug alles gut, zwei Filme geguckt, tatsächlich kein Bier getrunken ...

In Katar war der Umstieg auch ganz okay, auch wenn hier ebenfalls recht lange Strecken zu überwinden waren. Der Abflug nach Singapur war ziemlich pünktlich, wir kamen sogar etwas zu früh an, ich hatte noch einen weiteren Film geguckt und sogar eine Stunde, naja, relativ am Stück die Augen zu ...

Die Einreise war, als wir mit dem Skytrain dann endlich an der Einreise waren, superschnell abgefertigt, was uns aber keinen echten Vorteil einbrachte, da das Gepäck relativ lange auf sich warten ließ. Wir entschieden uns, doch mit der U-Bahn in Richtung Hotel zu fahren, was aus zweierlei Gründen ein Fehler war: Erstens konnte ich am U-Bahnhof keine Touristen- oder Dauerkarte kaufen, weshalb ich wieder hoch zum Terminal 2 musste und die holte. Zum anderen hatten wir einen nicht gar so langen, aber doch zehnminütigen Laufweg vor uns und waren danach vollkommen nassgeschwitzt, als wir im - eisgekühlten - Hotel ankamen.

Nach dem Check-in gingen wir erstmal an den Pool, in dem wir schwammen und dabei eine tolle Aussicht auf einige Wolkenkratzer in Downtown Singapur hatten. Nach dem Genuss von Bier und Wein, was wir uns wirklich verdient hatten, ging ich kurz duschen, ehe wir uns wieder zur U-Bahn-Station in unserer Nähe kämpften. In der U-Bahn ist es wenigstens schön kühl ...

Wir fuhren nach Chinatown. Als wir die Rolltreppe hochfuhren, fühlten wir uns in Peking oder Shanghai, das war sehr beeindruckend. Wir gingen durch die Smith Street, die als "Food Street" beworben wird, und tatsächlich gab es da einen Freiluft-Food-Court mit vielen Ständen, die von Meeresfrüchten bis gebratenes Schwein viele chinesische Sachen feilboten.

Da dort aber eher touristenorientiert gearbeitet wurde, gingen wir ein paar Meter weiter zum Maxwell Food Centre, in dem eher die Einheimischen essen. Und, ja, es ist sehr, sehr lecker dort. Links und rechts der Passage liegen kleine Essens- und Getränkestände, in der Mitte stehen Tische. Und dann setzt sich einer hin, einer geht zu den verschiedenen Ständen und bestellt Essen und Trinken. Sehr praktisch, sehr lecker und - nicht nur für Singapurer Verhältnisse - sehr, sehr billig. Wir aßen Gyoza (mit Garnelen und Huhn gefüllte Teigtaschen) und dazu noch eine Portion gebratenen Reis mit ein paar Shrimps. Alles in allem zahlten wir fürs Essen knapp zehn Euro. Das Bier für 4,50 € reißt das natürlich dann wieder ein bisschen heraus, aber dafür bekommt man 0,633 Liter ...

Wir gingen durch ein paar Hinterhöfe zum nächstgelegenen U-Bahnhof (sicher fühlen wir uns hier sehr) und fuhren zwei Stationen zum Marina Bay Sands, einem der größten und architektonisch sicher beeindruckendsten Hotel der Welt. Uns, oder vielmehr mich, zog es zum Casino. Wow. Das ist unfassbar, mehrere Fußballfelder groß, in zwei Etagen, und es wird Roulette, Würfelroulette, Black Jack, einarmiger Bandit und was weiß ich noch alles gespielt. Als Ausländer kommt man umsonst rein, ein Singapurer muss 100 Singapur-Dollar (etwa 65 Euro) zahlen, um einen Tag (!) spielen zu dürfen.

Der erste Roulette-Tisch und ich wurden nicht so richtig Freunden, aber immer mit dem letzten Einsatz erzielte ich Gewinn. Oben im rauchfreien Bereich war es dann besser, und ich konnte durch kluges und konzentriertes Spiel aus 50 Singapur-Dollarn 100 machen. Schön.

Wir hatten aus dem Schweißdesaster von heute Mittag nichts gelernt und gingen zu Fuß vom Marina Bay Sands zurück zum Hotel. Dabei überquerten wir auf einer Fußgängerbrücke, die an sich schon sehr toll gestaltet ist, den Singapore River. Von der Brücke hat man einen unglaublich schönen Blick auf die Skyline von Singapur. Das wird morgen noch bei Tag erkundet.

Jetzt war ich eben zum zweiten Mal duschen, fühle mich viel besser und gehe gleich ins Bett. Es war ein sehr anstrengender, aber auch ein wunderbarer Tag. Ich bin sehr gespannt auf morgen und die nächsten Tage, auf Little India, auf den Singapore River, auf die Innenstadt.

Jetzt ist aber erstmal schlafen angesagt, hier ist es schon halb eins ...

Vorne Hotelpool, hinten Skyline

Im Maxwell Fod Centre

Lecker Happahappa

Im Casino

Blick auf die Skyline
 

Freitag, 15. Mai 2015

Von den blauen Bergen kommen wir

... uns're Lehrer sind genau so doof wie wir. Selige Zeiten ...

Die letzten Tage habe ich für meine Prüfung gelernt, aber zur, sagen wir, Entspannung bin ich mal ein bisschen genauer in die Reise-Feinplanung eingestiegen.

Unser (erstes) Hotel in Singapur liegt ziemlich gut, an der Marina Bay, einem Landgewinnungsprojekt, nicht so arg weit entfernt von den altehrwürdigen Sehenswürdigkeiten von Singapur, nicht weit von Little India und in fußläufiger Entfernung zum Marina Bay Sands und den umliegenden Parks. Das Marina Bay Sands ist ein Hotelkomplex und schon als solcher ob seiner Größe und Architektur wohl ziemlich sehenswürdig. Oben drauf gibt es einen riesigen Infinity Pool, den wir aber nicht benutzen können (nur für Hotelgäste), aber in den Casino-Komplex werden wir bestimmt mal einfallen ... In dem Park daneben stehen einige überdimensionale "Bäume" im Supertree Glove, das sieht auf Fotos auch ziemlich interessant aus.

Daneben werden wir uns wohl in den diversen Hawker Centres dem Essen hingeben, auch wenn Chinatown ein bisschen weiter von unserem Hotel weg ist, aber es gibt ja eine U-Bahn, die ganz gut funktionieren soll. Schauen wir mal, was wir da so alles essen. Apropos Essen: Die Durianfrucht werden wir wahrscheinlich auch mal probieren müssen. Sie wird zwar auch "Stinkfrucht" genannt, weil sie wohl nicht so lecker riecht, der Geschmack soll aber unvergleichlich süß sein. Ich bin gespannt, ob wir das über uns bringen. Der Transport der Frucht ist in der U-Bahn wegen ihres Duftes im Übrigen verboten (wenigstens gibt es keine Strafe, wenn man es doch tut ...).

Ansonsten werden wir uns treiben lassen und gucken, dass wir uns während der Mittagswärme irgendwo in klimatisierten Bereichen oder am Pool die Zeit vertreiben.

Die Artikelüberschrift kommt daher, dass es in der Nähe von Sydney ein Gebirge namens "Blue Mountains" (Blaue Berge) gibt. Man kommt dorthin mit dem Vorortzug von Sydney aus ganz gut. Ich tendiere im Moment dazu, dass wir uns eine Opal-Karte kaufen (eine Chipkarte, mit der man sich in Bussen und Bahnen ein- und aussticht und die dann den korrekten Betrag abbucht). Man könnte aber auch eine Netzkarte kaufen, die eine Woche gültig ist. Vom Betrag her werden sich die beiden Karten bei unserem Reiseprofil nicht viel nehmen: Wir werden jeweils rund 50 Euro hinblättern müssen, könnten aber dann mit allen Bussen, Straßenbahnen, Zügen und auch diversen Fähren durch Sydney, in den Norden bis Newcastle, in den Süden bis nach Nowra und eben in den Westen bis in die Blauen Berge fahren. Zusätzlich nimmt der Flughafen für den Zugang zum dortigen U-Bahnhof noch mal 13 Dollar pro Fahrt, was auch 8 oder 9 Euro sind. Die Sydneysiders nehmen es auch von den Lebenden ...

Meine Buchungsseite hat mir heute Morgen noch eine E-Mail geschrieben, dass mein Hotel in Sydney keine Vorautorisierung der Kreditkarte vornehmen konnte. Das ist kein wirkliches Wunder, weil ich bei der Buchung im Dezember eine meiner alten Kreditkarten angegeben hatte. Ich konnte denen aber - binnen 24 Stunden - meine neue Kreditkartennummer geben und habe zwei Stunden später die Bestätigung erhalten, dass nun die Buchung wieder bestätigt ist.

Zwischen dem Rückflug aus Bali und dem Heimflug haben wir ja noch eine Übernachtung in Singapur. Die Lage unseres Hotels ist zwar eigentlich ganz gut, nicht weit von Chinatown weg, aber ich bin nicht sicher, ob es so sinnvoll ist, sich eigentlich nur zum Schlafen das Taxi vom Flughafen nach Chinatown und dann wieder zum Flughafen zu bemühen. Möglicherweise werden wir da noch einmal umbuchen, aber das hat ja noch Zeit ...

Achso, Zeit: Wir werden größtenteils sechs Stunden Zeitunterschied haben, und zwar in Singapur, in Kuala Lumpur und auf Bali. Das heißt, wenn es hier in Deutschland 12 Uhr mittags ist, werden wir schon 18 Uhr haben. Nur in Sydney werden es acht Stunden Unterschied sein, dort wird es dann also 20 Uhr sein.

Morgen fahre ich aber erst einmal nach Köln zu meiner Prüfung, morgens hin und mittags zurück. Vom Frankfurter Flughafen aus geht es dann weiter in Richtung Freiburg und hoch in den Schwarzwald. Morgen Abend feiern wir Abschied, und wie ich uns kenne, wird es nicht bei einer Hopfenkaltschale bleiben ... Am Sonntag werden wir dann so gegen 12 Uhr, 12.30 Uhr von meiner Ma zum Flughafen in Zürich gebracht werden, ehe unser Flieger um 16 Uhr geht. Um 22.45 Uhr Ortszeit (21.45 Uhr deutscher Zeit) sind wir in Doha, von wo wir um 2.25 Uhr morgens (1.25 Uhr deutscher Zeit) weiterfliegen. Am Montag Nachmittag kommen wir schließlich um 15.15 Uhr singapurischer Zeit (9.15 Uhr deutscher Zeit) an. Ich tippe mal, dass wir nach unserer Ankunft am Hotel erstmal in den Pool hüpfen ...

Der nächste Bericht dürfte also aus Asien kommen, vielleicht aus Katar, aber wahrscheinlicher erst aus Singapur.

Sonntag, 10. Mai 2015

T minus 7

In sieben Tagen oder 168 Stunden sitze ich im Flieger von Zürich nach Doha. Zunächst muss ich am Samstag noch eine Prüfung in Köln schreiben, aber ich hoffe, dass ich das auch überstehe.

Am Sonntag geht es also mit Qatar Airways von Zürich über Doha nach Singapur. Ich bin gespannt auf den neuen Flughafen in Doha, 2013 war ich ja noch auf dem "alten" aus- und eingesteigen. Wir haben keinen übermäßig langen Aufenthalt, sodass es zum Umsteigen problemlos reichen sollte, aber trotzdem nicht langweilig wird.

In Singapur kommen wir nächsten Montag am Nachmittag an und werden uns erst einmal ins Hotel bringen lassen, wahrscheinlich mit dem Taxi.

Im Moment sieht es so aus, dass wir jeweils zwei kleine Gepäckstücke mitnehmen, von denen man eines ggf. auch als Handgepäck verwenden kann, damit wir nicht überall das ganze Gepäck mitnehmen müssen. In Singapur kann man anscheinend am Flughafen relativ günstig das Zeug auch für ein paar Tage verwahren lassen.

Das werden wir am 22. Mai früh morgens schon einmal in Anspruch nehmen, weil wir dann mit Scoot, einem Billig-Ableger von Singapore Airlines, nach Sydney fliegen. Die Nacht werden wir durchmachen, da wir schon am 21. Mai mittags aus dem Hotel auschecken.

In Sydney kommen wir dann am 22. Mai mittags an und werden uns in meinem 100. Land sicherlich erst einmal eine Kneipe suchen, um das gebührend zu begießen ...

Am 23. Mai ist unser Sporttag (Aussie Rules Football und Rugby) und die restlichen Tage werden wir in Sydney und möglicherweise Umgebung ganz bestimmt auch gewinnbringend verbummeln können.

Am 27. Mai geht es mittags zurück nach Singapur, wo wir um 19 Uhr ankommen. Hier werden wir uns ein bisschen beeilen müssen, weil wir einreisen, danach zum Bus (oder ins Taxi) zur Grenze müssen, ausreisen und nach Malaysia einreisen und schließlich von der Grenze über die Fußgängerüberführung zum Zug kommen, der um 23.35 Uhr in Johor Bahru in Malaysia abfährt.

Am 28. Mai werden wir dann frühmorgens in Kuala Lumpur ankommen. Dort haben wir praktisch zwei volle Tage, weil wir am 29. Mai erst um 18 Uhr wieder zurück fahren. Diese Strecke machen wir dann im Superduperluxusbus, den ich gestern gebucht habe; da bin ich auch mal gespannt, ob der wirklich so gut ist wie es klingt.

Für die Strecke braucht man vier, fünf Stunden, sodas wir am späten Abend in Singapur sein dürften. Wieder werden wir ins Taxi (oder auch in die Metro) springen und zum Flughafen fahren, schließlich geht um 4 Uhr unser Jetstar-Flieger nach Bali, und davor müssen wir ja das eine Gepäckstück am Flughafen auslösen und das andere hinterlegen. Das wird auch ein spannender Tag werden, denke ich.

In Denpasar kommen wir dann um 7 Uhr an, werden uns unser indonesisches Visum besorgen und uns dann zum Hotel bringen lassen. Mal sehen, wie fit wir nach den Tagen in Singapur, Sydney und Kuala Lumpur noch sind, ob wir nur noch Badetage machen oder uns doch einen oder zwei Tage im sicherlich auch sehenswerten Bali den einen oder anderen Tempel anschauen.

Am 3. Juni fliegen wir dann abends zurück von Bali nach Singapur, wo wir noch einmal eine Nacht verbringen, ehe es am 4. Juni dann am Nachmittag wieder in Richtung Doha geht. Am 5. Juni werden wir früh morgens in Zürich landen und dann erstmals seit fast drei Wochen wieder europäischen Boden unter den Füßen haben.

Ich bin sehr gespannt auf die Straßenhändler in Singapur und ihr Essen, auf das Opernhaus, die Hafenbrücke, Sport und Kneipen in Sydney, auf die Petronas Towers in Kuala Lumpur, auf die Tempel und auf die Strände auf Bali.

Wir werden allein nach Singapur insgesamt viermal ein- und ausreisen (aus Doha, aus Sydney, aus Malaysia und aus Bali). Zum Glück brauchen wir weder für Singapur noch für Malaysia ein Visum. Für Australien braucht man formal ein Visum, aber das habe ich schon vor Wochen online beantragt: Für Europäer geht das ziemlich problemlos und ist vor allem kostenlos. Einzig für Indonesien benötigen wir ein richtiges Visum, aber das erhalten wir bei der Einreise auf Bali für auch noch erträgliche 35 Dollar. Stempel im Pass wird's also genug geben ...

Mein Bruder hatte eine gute Idee, weil er mit meinen Reisen so ein bisschen den Überblick verliert: Er machte den Vorschlag, dass ich einen Kurzüberblick über die anstehenden Reisen in die Kopfzeile einbaue. Gesagt, getan. Jetzt kann jeder, nicht nur die NSA, sehen, wo es demnächst hingeht ...

Mittwoch, 6. Mai 2015

Bald zurück nach Israel ich will

Da unser Heimflugtag am 4. Mai auch gleichzeitig Star-Wars-Tag war (May the Fourth be with you ...), diese grammatikalisch sonderliche Überschrift. Aber das ist ja nichts Neues bei mir ....

Unser Hauswirt rief uns ein Taxi, das nach einer Viertelstunde kam (er hat wohl ein bisschen Provision eingesackt) und uns sicher zum Flughafen fuhr. Naja, "sicher" würde meine Mutter nicht unterschreiben, denn die Taxifahrer in Israel findet sie, Achtung - Monster-Wortspiel, nicht ganz koscher. Die fahren ihr alle irgendwie ein bisschen zu schnell und zu wild. Naja, 110 Sachen bei 70er-Beschränkung ist zugegebenermaßen auch nicht mehr im Toleranzbereich.

Die Einfahrtskontrolle in den Flughafen überstanden wir in Sekundenschnelle, auch wenn ich Leute mit Gewehren immer noch ein bisschen grenzwertig finde. Am Flughafengebäude wurden wir gar nicht kontrolliert, der Self-Check-in ging problemlos, die anschließende Sicherheitsbefragung nach dem Einstieg mit "mother and son?" ebenfalls, sodass wir wenige Minuten nach Betreten des Flughafens schon eingecheckt und unser Gepäck geoffdroppt hatten. Vor zwei Jahren gab es noch vor dem Check-in eine Gepäckkontrolle, in der man gerne mal zur Einzeldurchsuchung rausgezogen wurde. Inzwischen gibt's die nicht. Die Personen-Sicherheitskontrolle ging ebenfalls unheimlich fix, nicht einmal habe ich die Sprengstoffbürste gesehen. Danach waren wir auch schon ausgereist, indem wir bei der Passkontrolle unser "Exit Permit" erhielten (keine Stempel mehr in Israel!) und eine Sperre überwanden, indem wir das Exit Permit über den Barcodeleser hielten.

Und jetzt saßen wir da zweieinhalb Stunden vor Boarding im wirklich sehr angenehm temperierten Abflugbereich, meine Ma trank noch einen Kaffee, ich eine heiße Schokolade, ehe ich schonmal zum Gate ging und sie einen kurzen Rundgang durch die Duty-Free-Geschäfte machte. Die Zeit am Gate ging überraschend schnell um und wir kamen fast genau pünktlich weg.

Bis auf einen etwas nervigen Extrawurst-Besteller hinter uns war der Flug völlig entspannt, wir hatten unterwegs sogar einen tollen Blick auf Istanbul und dann auf das wunderschön grüne Deutschland.

Bei der Passkontrolle wollten uns der Flughafen Frankfurt und die Bundespolizei demonstrieren, dass auch sie Chaos veranstalten können. Der Versuch war von größtem Erfolg gekennzeichnet: Die elektronischen Kontrollen dort sind noch nicht in Betrieb, und als völlig überraschend zwei Flüge gleichzeitig ankamen, waren zu wenig Kontrollstellen besetzt. Die Schlange wurde dann in so einen Zickzack-Parcours gebändigt. Kurz bevor wir dran waren, wurde aber auf einmal eine zweite Schlange geöffnet, was bei den Umstehenden nachvollziehbarerweise zu größerem Unmut führte. Unfassbar. Dass die Deutschen besonders effizient wären, wird nach dieser Einreiseerfahrung so schnell kein Ausländer glauben ...

Naja, wir erwischten kurz vor dem Bahnstreik noch eine S-Bahn, ließen uns vom Wiesbadener Hauptbahnhof heimfahren und nahmen dann pünktlich den auf "Tel Aviv" reservierten Tisch im Sherry & Port ein: Die Kellnerin hatte uns bei unserem Skype-Reservierungsanruf nicht so richtig verstanden ...

Ach Leute, Israel ist so toll. Seit 2011 war ich immer alle zwei Jahre dort. So lange, also bis 2017, will ich eigentlich nicht mehr warten, mal gucken, wann ich mal wieder einen günstigen El-Al- oder sonstigen Flug erwische.

Jetzt mache ich gerade ein paar Tage Stippvisite auf der Arbeit, dann ist noch eine Prüfung und am 17. Mai sitze ich schon wieder im Flieger von Zürich nach Singapur mit Umsteigen in Doha. Ich bin schon sehr gespannt auf mein 99., 100., 101. und 102. Land ...

Jetzt ist aber erstmal Fußball. Auf geht's, FCB ...

Montag, 4. Mai 2015

Pustekuchen

Nix da Jerusalem, nix da Haifa, vielmehr Tel Aviv am Strand. So hieß es auch gestern.

Jaja, ich weiß, es gibt in Israel so viel zu sehen, und wir verbringen zwei Tage am Strand. Wie kann man nur? Och, indem man sich wieder in den Pavillon setzt, wieder 12 Schekel für die Strandstühle abdrückt, wieder Schawarma und Falafel zum Frühstück isst, wieder ein stilles Wasser ("Goldstar" heißt hier das beliebteste stille Wasser) trinkt, danach ein Eis isst, ein paar Jerry Cottons liest und ab und zu schwimmen geht.

Ich hatte mich nach dem allmorgendlichen Schwimm schon geduscht und war bereit, mich in den Bus nach Jerusalem zu stürzen, als ich mich plötzlich umentschied, doch wieder an den Strand ging und da irgendwie versackt bin. Es ist auch einfach zu schön.

Gegen Mittag brachen wir dann vom Strand auf, meine Ma duschte und wir nahmen den Bus zum alten Hafen von Tel Aviv, der inzwischen sehr schön auf Freizeitpark gemacht ist, mit vielen Restaurants, Bistros und Kneipen, mit wunderbarem Blick aufs Meer (und weniger wunderbarem Blick auf eine Fabrik), mit Flugzeugen, die gefühlt wenige Meter über einem auf den kleineren Flughafen von Tel Aviv, Sde Dov, einsegeln. Dort aßen wir in einem hochgelobten Restaurant; und das Lob erhält das Restaurant Boya völlig zu recht. Nach sehr leckerem Focaccia und einem Eisbergsalat mit Speck (!) bzw. einem Blumenkohl mit Tomaten bekam meine Ma Garnelen in einer Ouzo-Soße mit Strauchtomaten und Stangensellerie, während ich einen Roten Trommler mit Linsen und einer Tomatensalsa verspeiste. Hervorragend, und für Tel Aviver Verhältnis mit 108 Schekel (25 Euro) sogar noch ziemlich preiswert. Das Bier für 8 Euro hat's dann halt wieder rausgerissen mit dem Preis ...

Bei der Busfahrt zurück erwischte ich dann den richtigen Ausstieg (anders als bei der Hinfahrt, wo wir dann noch zwanzig Minuten zurücklaufen mussten, weil ausgerechnet dort nicht alle paar Meter eine Haltestelle war ...), sodass wir zeitnah den Absacker bei Molly Bloom's zu uns nehmen konnten. Anschließend ging es über die Strandpromenade heim.

Joa, und heute Morgen machten wir unseren Abschlussschwimm, sind jetzt geduscht, frühstücken gleich noch lecker Schawarma und lassen uns dann zum Flughafen bringen. Wir werden uns ein Taxi gönnen ...

Over and out, der nächste Blogeintrag dann wahrscheinlich aus Deutschland, allerspätestens aus Singapur ...

Sonntag, 3. Mai 2015

Einfach nur faul

... waren wir gestern, sodass ich sogar den Blogeintrag habe hintenrunter fallen lassen.

Wir gingen schwimmen, sicherten uns dann zwei Strandstühle unter einem Pavillon (für jeweils 6 Schekel das Stück, also etwa 1,40 €) und fingen an zu lesen. Ich holte uns dann zwei Schawarma und zwei Kaltgetränke in Flaschen (was eigentlich verboten ist, die Polizei hat nachher ein paar Leute mit einer Schnapsflasche ziemlich angepflaumt, was aber auch mehr am Schnaps als an der Flasche liegen könnte ...), die wir genüsslich verzehrten.

Wir gingen nochmal schwimmen, ich las zwei Jerry Cottons. Schöööööön. Schreibe ich zwar jeden Tag hier, ist aber so - schööööön.

Zwischendurch ging ich mal kurz aufs Zimmer und half vier Jungs, indem ich ihnen - am Sabbat - den Wasserkocher anschaltete, was sie nicht tun wollten/konnten/durften/whatever. Busse fuhren übrigens keine gestern und der Autoverkehr war merklich verringert, sonst hat man - abgesehen von wenigen geschlossenen Restaurants - hier in Tel Aviv überhaupt nichts vom Sabbat gemerkt. In Jerusalem dürfte das deutlich anders ausgesehen haben.

Man merkt, der Tag war nicht sonderlich strukturiert, weil wir einfach nur am Strand waren und zwischen unserem Pavillon, dem Meer und dem Falafel-Mann hin- und herpendelten.

Trotz Schatten und viel Cremerei entschieden wir uns dann ob zunehmender Rotbräune, so gegen 14 Uhr das Zimmer aufzusuchen. Nach Wiederherstellung der Ausgehfähigkeit machten wir genau das: Ausgehen.

Wir marschierten zu Mike's Place und fragten, ob sie Bundesliga zeigen. Nope. Dann ging's zu Molly Bloom's Pub, die zeigten auch keine Bundesliga. Wir hatten jetzt schon wieder ein Hüngerchen, ließen uns also trotzdem bei Molly nieder, aßen lecker Roastbeef und Corned Beef und panierte Pilze. Hmmmm. Dazu tranken wir stilles Wasser, klar.

Auf dem Heimweg guckten wir nochmal bei Mike's Place vorbei, weil die wenigstens die Bayern zeigen wollten, da war aber der "satellite down", sodass wir es bei zwei stillen Wassern beließen und heimwegs gingen.

Der Blick auf das abendliche Tel Aviv-Jaffa, auf die Strandpromenade: Immer, wenn ich in Istanbul bin, denke ich, Istanbul ist meine Lieblingsstadt; immer, wenn ich in Tel Aviv bin, denke ich das von Tel Aviv. Einfach schön.

Jetzt ist es gleich 8 Uhr hier, wir gehen auf alle Fälle gleich schwimmen. Vielleicht wäre es nicht ganz so clever für mich, den Tag nochmal am Strand zu braten, vielleicht fahre ich tatsächlich nochmal hoch nach Jerusalem. Mal gucken, entscheide ich gleich während des Duschens sehr spontan.

Strandpromenade

Strand

Freitag, 1. Mai 2015

Röcke

... viele Röcke und viele schwarze Anzüge haben wir heute gesehen, denn wir haben eine Stippvisite nach Jerusalem unternommen.

Gestern Abend bekam ich noch einen ziemlichen Schreck, weil ich, als ich mein Handy auf das israelische Netz freischaltete, auf einmal zwei SMS bekam, dass wir unsere Fahrräder nicht ordnungsgemäß zurückgegeben hätten. Ohje. Ich zog mich also schnell an, ging runter an den Stand, wo wir die Fahrräder abgegeben haben, keine Fahrräder mehr da. Mist! Aber wenigstens kam ich auf die Idee, zu gucken, ob ich neue ausleihen kann (weil man nur neue Fahrräder ausleihen kann, wenn man die alten abgegeben hat). Das ging, sodass ich nun davon ausgehe, dass die SMS sich auf doch schon abgeschlossene Ausleihvorgänge bezogen, in denen wir drei Sekunden später die Fahrräder "richtig" abgegeben haben. Trotzdem war das ein ganz schöner Schreck.

Gut schlafen konnte ich trotzdem, da ich - wie meine Ma - ziemlich k.o. war. Weil wir gestern früh ins Bett gegangen waren, waren wir heute Morgen entsprechend früh wach. Auf in die Fluten, die ebenso wie gestern Abend durchaus wellig waren. Soooooooooo schön. Speziell, wenn man dann vom Meer oder vom Strand aus diesen fantastischen Blick auf Alt-Jaffa hat. Meine Ma versteht inzwischen, wieso ich so begeistert von Israel im Allgemeinen und Tel Aviv im Besonderen bin.

Nach dem Duschen gingen wir zu unserer Bushaltestelle, verpassten den ersten Bus zum Busbahnhof, weil der Kassierer im Supermarkt, in dem ich zwei Flaschen Wasser kaufte, unglaublich, wirklich unglaublich langsam war, aber erwischten dann wenigstens den zweiten Bus. Im labyrinthartigen Busbahnhof von Tel Aviv fanden wir die Verkaufsstelle für die Fahrkarten nach Jerusalem trotzdem recht schnell (und auch einen Verkaufsstand von sehr leckerem Brot und leckeren Teilchen, der ganz speziell meine Ma begeisterte) und ab ging die einstündige Fahrt durch ein zunächst flaches fruchtbares, danach hügeliges recht bebautes Gebiet. Als unser Busfahrer sein armes Gefährt ziemlich bergauf quälte, waren wir fast schon in Jerusalem und hatten unterwegs ein Zipfelchen des Westjordanlandes, zumindest in den Grenzen von 1967, durchfahren. Merken tut man das nicht.

Am Busbahnhof in Jerusalem stiegen wir aus und sprangen Minuten später in die Buslinie 1, die uns - auf Umwegen - direkt zum Eingang zur Klagemauer fuhr, die eigentlich einfach nur "Westmauer" heißt, weil die Juden an der Mauer keineswegs klagen, sondern einfach nur beten. Sei's drum. Wie schon vor zwei Jahren ist die Westmauer sehr, sehr, sehr beeindruckend. Meine Kippa kam mal wieder zum Einsatz, aber ohne Schirmmütze war die Sonne zu drückend, mit Kippa und Schirmmütze war's zu warm, sodass ich am Ende nur mit meiner Sparkassen-Schirmmütze durch die Gegend lief. War ja auch eine Kopfbedeckung ...

Nach dem Besuch an der Westmauer liefen wir ein wenig durch die Altstadt von Jerusalem, die zur Mittagszeit am Freitag recht leer war: Viele (muslimische) Händler und viele (muslimische) Käufer waren offenbar zum Mittagsgebet, sodass da kaum Gedränge war: sehr angenehm. Ebenfalls sehr angenehm war, dass die (wenigen) Händler einen dann auch nicht doof von der Seite anquatschten, sondern in Ruhe gucken ließen. Meine Ma kaufte zu akzeptablem Preis eine kleine blau-weiße Schale, eher wir wieder zurück zur Klagemauer gingen.

Den heutigen Tag hatte ich als Ausflugstag wieder einmal extrem clever gewählt, weil man am Freitag nicht auf den Tempelberg kommt, weil das Freitagsgebet auch in Jerusalem am Freitag stattfindet. Illigenzbestie, ich ...

Naja, vielleicht fahre ich für 4,50 € pro Strecke am Sonntag nochmal hoch nach Jerusalem, man ist ja in einer Stunde von Busbahnhof zu Busbahnhof, das kann man schon mal machen.

Wir fuhren wieder vom Dungtor zurück zum Busbahnhof und fuhren wieder - wie auf dem Hinweg - durch Viertel, in denen eine beachtliche Anzahl von orthodoxen Juden lebt: Ich habe erst in der Innenstadt die erste Frau mit einer Hose gesehen, ansonsten trägt da jede, aber wirklich jede Frau, einen Rock, der zumindest die Knie bedeckt. Männer ohne Kippa sind genauso rar gesät wie Frauen in Hosen, denn fast jeder trug diese orthodoxe Standarduniform aus weißem Hemd und schwarzer Hose, viele dazu ein schwarzes Sakko oder gar einen Mantel; jeder trug natürlich eine Kippe oder einen dieser breitkrempigen Hüte, sehr viele auch Schläfenlocken. Hallo, ich bin in Jerusalem! Es ist aber manchmal ziemlich lustig, einen Zehnjährigen in diesen Klamotten zu sehen, das sieht dann wirklich ein bisschen übertrieben aus, aber wem's gefällt ...

Die Central Bus Station von Jerusalem ist nicht ganz so labyrinthartig wie die von Tel Aviv, sodass wir relativ schnell die Ticketstation und dann auch den Ausgang zum Bus nach Tel Aviv fanden. Wieder waren wir eine gute Stunde unterwegs, und diesmal sanken unsere Köpfe auch ab und zu gen Scheibe.

Von der Bushaltestelle an der Allenby-Straße ging es schnurstracks in Richtung Strandkneipe, schließlich hatten wir Hunger und Durst. Lecker Schawarma und lecker Tintenfisch wechselte den Besitzer, dazu gab's Hopfenkaltschalen in jeweils doppelter Ausführung, und der Blick auf den Strand gab's dazu, zwar nicht gratis, aber fast. Ach Leute, Tel Aviv ist einfach soooooooo schön. Und daran ändern auch die vielen französischsprachigen Menschen, die um einen herum sitzen, nichts ...

Ich führte meine Ma zum Schluss dann noch zu Molly Bloom's, einem Irish Pub in der Nähe des King-David-Hotels, wo wir noch einen Absacker zu uns nahmen, ehe wir jetzt wieder - für Tel Aviv relativ früh - im Bettchen sind.

Morgen ist Sabbat, also nix da mit Irgendwohinfahren, also ganz in Ruhe faulenzen. Wird auch toll.

Jetzt noch ein paar Fotos:
Strand in Tel Aviv

Blick auf Jaffa

In der Altstadt von Jerusalem

Blick auf die Westmauer (Klagemauer), rechts im Bild die Al-Aksa-Moschee