... bin ich heute zum Blogschreiben, gucken wir mal, was das wird ...
Das Aufstehen heute Morgen war, sagen wir, ein bissel mühsam, aber so gegen 7.45 Uhr waren wir ausgehbereit. Wir ließen den Schlüssel im Schloss stecken und liefen mit Sack und Pack zum Hafen. Dort drapierte ich meine Ma mitsamt Gepäck auf eine Bank und lief die fünf bis zehn Minuten zum Auto. Mit selbigem fuhr ich zu genannter Bank, sammelte meine Ma ein, und danach ging um 8.09 Uhr die wilde Luzi los in Richtung Slowenien.
Die Slowenen kontrollieren nicht bei der Einreise (sehr löblich!), sodass wir schon um 8.30 Uhr das zweite Land des heutigen Tages erreichten.
Google Maps führte mich früher als gedacht in Richtung Italien, sodass wir unmittelbar vor der Grenze noch kurz in Slowenien tankten (fast 50 Cent günstiger auf den Liter als in Italien!); nach Passieren der Grenze um 8.58 Uhr wurden wir von der Autobahn abgeleitet. Signore Salvini will sich offenbar nicht nachsagen lassen, hinsichtlich der Zerstörung Europas hinter Herrn Dobrindt zurückzubleiben, sodass wir alle an gelangweilten italienischen Grenzern vorbeifuhren, die niemanden herauswinkten, und anschließend wieder auf die Autobahn fuhren. So traurig ...
Auf wunderbaren italienischen Sträßchen ging es in Richtung Görz, das auf Italienisch Gorizia und auf Slowenisch Gorica heißt; dort ging es erneut über die Grenze nach Slowenien und nach wenigen Kilometern in Richtung der Strada di Osimo. Gerade noch rechtzeitig hielten wir auf slowenischem Gebiet, sodass meine Ma die Strecke fahren konnte, während ich fotografierte. Da stand zwar ein Schild, dass man nicht fotografieren dürfe, aber das bezog sich offenbar auf diese altertümlichen Fotoapparate, sodass meine Handykamera nicht gemeint sein konnte.
Endlich sah ich heute ein paar Grenzsteine, Italien wird auch ganz ordnungsgemäß angezeigt, auch wenn hier nie eine Grenzkontrolle auf dem Weg aus Slowenien (bzw. damals Jugoslawien) nach Slowenien (Jugoslawien) über italienisches Gebiet stattfand.
Wir erwischten die scharfe Kurve zurück in Richtung Italien irgendwie nicht, sodass wir noch ein Stück weiter durch Slowenien fuhren, und das war das Beste, was uns passieren konnte: Die Blicke auf die toskanöse Landschaft waren fantastisch, das Städtchen Šmartno, das wir nur kurz passierten, sah fantastisch aus, da könnte man nochmal mit etwas mehr Zeit hinfahren ...
Der Grenzübertritt nach Italien war hier in der Pampa unproblematisch, auch hier wurde ein Grenzstein gesichtet - juchhe!
Während in Kroatien manche Städtchen gerade in der Nähe von Umag auch auf Italienisch beschildert waren, gab es hier in Italien nun Schilder auf Italienisch und einer anderen Sprache. Zunächst dachte ich, dass das Ladinisch sei, aber das spricht man wohl weiter nördlich - tatsächlich handelte es sich höchstwahrscheinlich um die furlanische Sprache, die man auch Friualisch nennt. Das Ganze sieht im Schriftbild aus wie das uneheliche Kind von Italienisch und Rumänisch und wird wohl von ca. 600.000 Menschen gesprochen.
Irgendwo dort in der Gegend um Udine mussten wir beide mal ums Eck, aber das erwies sich als kompliziert. Am Ende landeten wir in einem (im katholischen Italien am Sonntag geöffneten!) Spar-Supermarkt, kauften dort Wasser und Cola, erbettelten den Schlüssel für die Kundentoilette und waren danach glücklich ...
An Udine vorbei ging es in Richtung Tolmezzo und von dort - gelegentlich fluchte ich über zu langsame Deutsche vor uns - durch die wunderschönen Dolomiten in Richtung der Pustertaler Staatsstraße.
Ab Innichen waren wir auf bekanntem Terrain unterwegs, zuletzt war ich ja zu Olympia hier gewesen; heute waren die Straßen wesentlich freier und daher bequemer zu fahren, und so kamen wir - wir hatten nicht gefrühstückt und waren jetzt auch spät dran fürs Mittagessen - gefühlt recht schnell zur Brennerautobahn.
Auf diese fuhren wir auf und machten an der letzten Raststätte in Südtirol noch Station. Dort hatte ich mich im Februar schon fast wohlgefühlt (soweit man sich auf einer Raststätte wohlfühlen kann), aber ich glaube, meine Ma konnte das nachvollziehen.
Wir speisten ein nicht ganz billiges, aber sehr leckeres Delizioso-Sandwich, das das Beste aus Südtirol (Speck) und dem Rest Italiens (Mozzarella, Olivenciabatta) vereinigte. Das hätte uns bestimmt auch sehr gut geschmeckt, wenn wir nicht einen Bärenhunger gehabt hätten, aber so war es ganz besonders großartig.
Nun ging es über den Brenner, der überraschend entspannt war (natürlich mit einigermaßen viel Verkehr, aber nicht so viel Stau wie von mir - ehrlich gesagt - befürchtet). Um 16.06 Uhr waren wir in Österreich, und ich muss schon sagen, die österreichische Autobahn mit dieser Flex-Spur, die ist schon klasse. Wenn die Italiener das mit Kennzeichenerkennung und automatischer Abbuchung auch einführen würden, wäre da wirklich sehr viel gewonnen, gerade weil die Mautstationen in Italien immer so ein Nadelöhr sind ...
Gefühlt waren wir schnell in Innsbruck, gefühlt waren wir schnell am Arlberg und gefühlten waren wir schnell in Feldkirch, wo wir an unserer altbekannten Tankstelle noch volltankten, ehe es nach Liechtenstein ging, wo wir um 18.42 Uhr ankamen. In Ruggell parkten wir wie üblich kurz gegenüber der Feuerwehr, sodass ich auch auf liechtensteinischem Gebiet stand; unmittelbar danach ging es über den Rhein in die Schweiz, in der wir um 18.48 Uhr ankamen.
Während in Italien und auch teilweise in Österreich die Geschwindigkeitsbegrenzungen lächerlich niedrig sind und dementsprechend weitgehend als unverbindliche Empfehlungen ignoriert werden, war das in der Schweiz ganz anders: Wenn da 100 steht, fährt man halt 100 und nicht 120 mit Lichthupe - schön!
Die Autobahn von Winterthur nach Schaffhausen wird bestimmt auch bald mal fertig (2028 heißt es), aber auch ohne Vollausbau kamen wir gut voran. Von Schaffhausen ging es schließlich nach Schleitheim, um 20.24 Uhr über die Grenze ins Vaterland, und so gegen 20.40 Uhr waren wir daheim.
Der sehr erfolgreiche Tag mit sieben Ländern, das sehr erfolgreiche Wochenende mit zwei Exklaven, einer Transitstraße und mehreren Grenzsteinen, nicht zuletzt etwa 1.840 Kilometern, geht damit zu Ende, das ist eine echt ordentliche Ausbeute ... Und die nächsten Reisen stehen ja schon an - in fünf Tagen fliege ich nach Istanbul. Juchhe!
Womöglich fällt mir in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Story ein; die liefere ich dann nach, spätestens, wenn ich am Donnerstag im Zug von der bevorstehenden Istanbul-Reise schwärme ...
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| Belohnungsbier heute Abend |
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| In den Dolomiten |
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| Italienisch-slowenischer Grenzstein |
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| Ende der Strada di Osimo |
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| Strada di Osimo |
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| Anfang der Strada di Osimo |






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