Meine Länder

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Freitag, 28. August 2026

"Net so verwässert"

... sei das österreichische Bier im Vergleich zum deutschen, meinte der Rezeptionist eben hier im Hotel in einem Vorort von Salzburg. Gucken wir mal ...

Natürlich verpasste ich gestern Abend den Anschluss in Freiburg, sodass ich erst um 0.27 Uhr in Neustadt ankam und dort von meiner Ma eingesammelt wurde.

Heute war sogar ein überraschend guter Arbeitstag, aber trotzdem beendete ich ihn so gegen 14.30 Uhr, sodass wir um kurz vor 15 Uhr wegkamen.

Wir hatten die Auswahl zwischen der Fahrt über Stuttgart oder über den Bodensee, und ich entschied mich in einem Anfall von völliger Beklopptheit für die Fahrt über Stuttgart. Das Problem war gar nicht einmal so sehr der Feierabendverkehr und auch nicht so sehr, dass die Stuttgarter und Münchner Automobilerzeugnisse offenbar nicht auf der rechten Spur fahren dürfen, sondern vielmehr, dass der VfB Stuttgart heute Abend in München spielt. Dementsprechend voll war die Autobahn, und obwohl das Reißverschlussverfahren einigermaßen klappte, regte ich mich regelmäßig auf und wurde dafür regelmäßig schief von der Seite angeschaut ...

Um Stuttgart kamen wir gut herum, um München nicht so, also fuhren wir durch München, und plötzlich waren wir am Olympiapark, den meine Ma noch gar nie gesehen hatte - joa, passte dann für sie auch ... (Mein Vater und ich waren einstmals 1994 im Olympiastadion zum Fußball gewesen, meine Ma war aber nicht zum Spiel mit, und über den Vorabend im Kloster in Andechs und insbesondere die Heimfahrt breiten wir - trotz Verjährung - schleunigst den Mantel des Schweigens ...)

Nachdem wir München noch einigermaßen im Hellen erfolgreich bekämpft hatten, kamen wir im Dunklen in einen schönen Regenschauer, der dafür sorgte, dass die bayrische Straßenmeisterei sogar die Aquaplaning-Geschwindigkeitsbegrenzung anschaltete.

Gegen 20.46 Uhr verließen wir Deutschland - und es ist soooo furchtbar, dass es bei der Einreise nach Deutschland, die wir auf der Gegenseite sahen, inzwischen wieder eine richtige Grenzinfrastruktur entstanden ist (die Österreicher kontrollieren nicht). Ich glaube nicht, dass die CDU/CSU die europäischen Errungenschaften wie das Schengener Abkommen zerstören will, aber die haben anscheinend so viel Angst vor der AfD (die Faeser-SPD war da natürlich keinen Deut besser), dass sie es billigend in Kauf nehmen, den Herzenswunsch der AfD zu erfüllen und Deutschland aus dem vereinten Europa herauszulösen. Es ist, ganz ehrlich, zum Kotzen. Und dass der Dobrindt sich da grienend hinstellt und die manipulierte Ceuta-Krise händereibend nutzt, um die Grenzkontrollen weiter zu verlängern, obwohl man aus Ceuta gar nicht unkontrolliert in den Schengenraum kommt (und er weiß das genau, aber er hält die Bevölkerung offenbar für so doof, es nicht zu wissen), führt dazu, dass ich Brecht zitieren muss: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen will.

Um 20.57 Uhr kamen wir nach gut sechs Stunden Fahrt an unserem schönen Hotel an; wir hatten aber so viel Süßkram gefuttert, dass wir auf das Abendessen verzichteten und uns aufs Frühstück freuen. Jetzt sitzen wir in der Bar, trinken noch ein (teures) und tatsächlich sehr süffiges Bierchen namens Stiegl. Kann man machen ... Jetzt probieren wir noch das Helle - gute Nacht!

Achso: Die Reisewünsche meiner Ma für 2027 nehmen so langsam überhand - jetzt will sie nicht nur seit Jahren nach Bornholm und eigentlich auch mal in die Eifel, gestern hat sie auch noch einen Bericht über die Jurassic Coast in England gesehen. Oh Mann, mal gucken, wie wir das auch noch unterkriegen im Jahr 2027 ...

Stiegl Pils


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