Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht,
Länder in hellgrün sind fest geplant,
Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate.

Samstag, 29. März 2025

Im Streitgespräch mit einer Frauenstimme

... war ich heute gefühlt den ganzen Tag: In Zürich jagte die Stimme mich in Richtung Basel, obwohl ich eigentlich wusste, dass wir in Richtung Luzern müssen, in Lugano führte sie uns im Seich herum und die meiste übrige Zeit sagte sie mit vorwurfsvoller Stimme, obwohl sie uns in den Tunnel geführt hatte: "Kein GPS-Signal!"

Hat etwa jemand gedacht, die Frauenstimme wäre meine Mutter gewesen? I wo! Das Navi war's, das Navi!

Heute war ein wunderbarer Tag, das hat richtig Spaß gemacht: Wir brachen um kurz vor 8 Uhr auf, bei Nieselregen in Bonndorf, fuhren durch die verregnete Nordschweiz über Zürich, standen am Gotthard ein bisschen im Stau, aber auch nicht so richtig dramatisch, und waren so gegen 12 Uhr in Lugano. Nach der Ausfahrt aus dem Gotthardtunnel hatten wir gutes Wetter, das immer besser wurde, und so gegen 12.15 Uhr waren wir in einem Vorort von Porlezza am italienischen Ufer des Luganer Sees gelandet, in der Gaststätte, in der ich uns einen Tisch reserviert hatte.

Ich Dubbel war von bewölktem Himmel, mehr oder weniger schlechtem Wetter ausgegangen, sodass ich keinen Hut dabei hatte und keine Sonnencreme - das Wetter war wunderbar, wir saßen draußen, direkt am See in der prallen Sonne, und latürnich habe ich mir einen veritablen Sonnenbrand geholt. Der Hautkrebs traut sich hoffentlich sobald nicht mehr an mich ran, aber heute Abend nach der Heimkehr habe ich selbständig nach After-Sun nachgefragt, das passiert auch nur höchst selten.

Sei's drum, wir ließen heute mal ein bisschen einen Großen raus, aßen Pulpo und Pasta mit Seeigel und Venusmuscheln zur Vorspeise, nahmen eine frittierte Fischplatte und Schwertfisch auf Palermo-Art als Hauptspeise, tranken dazu Weißwein und Chinotto, und als Nachtisch gab es Meringe-Kuchen und Tiramisù mit Espresso, es war alles wunderbar am Luganer See, der Ober sprach völlig ausreichend Deutsch, verstand aber sogar mein Italienisch - so soll es sein ...

Um 14 Uhr traten wir den Heimweg an, fuhren über den San Bernadino, kamen in leichten Schneefall (!), fuhren an Splügen vorbei (der Splügenpass ist noch gesperrt), an Chur vorbei ging es in Richtung Liechtenstein, wir fuhren durch die Hügellandschaft und über eine schmale Straße nach Österreich hinein, ich fotografierte zwei neue Grenzsteine, und danach ging es über Nofels (wieder durch unser liebgewonnenes Wohngebiet) und die Parallelstraße zur Autobahn auf selbige, am Ende fuhren wir über Winterthur und Schaffhausen zurück in den Schwarzwald und landeten am Ende - wie sollte es anders sein? - im Schnitzer ...

Das war ein ganz herrlicher Tag, meinen Sonnenbrand werde ich überleben, jetzt war ich in 15 Ländern dieses Jahr, die Ein-Land-pro-Woche-Serie ist gestärkt - ach Freunde, das war alles klasse heute!

Morgen sind wir von Freunden zum Essen eingeladen, und am Montag geht es nach Hannover, mal das neue Büro begucken.

Schönen Abend, over and out, gute Nacht!

Grenzstein in Fahrtrichtung rechts ...

... und links

Panorama des Luganer Sees

See und Schnee


Frittierte Fischplatte und Schwertfisch

Pulpo und Pasta mit Venusmuscheln und Seeigel

Donnerstag, 27. März 2025

Hub-, Hub-, Hubschraubereinsatz

Beim Fußball wird dieser Schlachtruf ja manchmal angestimmt, wenn ein gegnerischer Spieler verletzt am Boden liegt. Besonders fair ist das in aller Regel nicht, aber das erwartet man von Fans ja auch nicht unbedingt ...

Am 9. April habe ich aber einen richtigen Hubschraubereinsatz, den allerersten meines Lebens, denn da fliege ich am Abend von Ceuta nach Algeciras zurück. Der Flug dauert nur zehn Minuten und kostet 90 Euro, aber um dieses (hoffentlich) besondere Erlebnis schleiche ich jetzt schon seit Jahren herum, sodass ich das jetzt einfach mal buchen musste.

Der Plan sieht jetzt so aus (ich merke gerade, darüber hatte ich noch gar nicht berichtet ...): Nach der Ankunft am frühen Morgen des 9. April übernehme ich am Flughafen in Málaga den Mietwagen - und ja, ich ist richtig, denn heute Abend habe ich auch die Flüge für die beiden Damen storniert, schweren Herzens, aber es geht halt jetzt nicht anders.

Vom Flughafen fahre ich zwanzig Minuten nach Fuengirola und falle dort erst einmal ins Bett - ich habe extra ein Hotel mit 24-Stunden-Rezeption und kostenfreiem Parkplatz gebucht. Ein paar Stunden wird geratzt, dann lasse ich mein Zeug zwar dort im Hotel (ich komme nämlich am Abend wieder!), aber fahre so gegen 7.30 Uhr oder so in Richtung Algeciras. Ich brauche wohl eine gute Stunde, und meine Fähre nach Ceuta geht um 10 Uhr, jo, vielleicht sollte ich sogar ein bisschen früher fahren, das gucke ich dann mal.

Um 11 Uhr schließlich bin ich auf dem afrikanischem Festland, nämlich in der spanischen Autonomen Stadt Ceuta. Ceuta soll eine schöne Altstadt haben, die werde ich mir am Nachmittag ganz gewiss anschauen, aber vielleicht fahre (oder laufe - es sind nur sieben Kilometer) ich über die spanisch-marokkanische Grenze nach Fnideq. Der Spaziergang da an der Strandpromenade soll recht schön sein, aber vielleicht spare ich mir auch Schweiß und Tränen und fahre mit Bus oder Taxi; womöglich lasse ich Marokko auch ganz sausen, aber auch das schauen wir dann einmal ... (Eigentlich darf ich ja erst 2029 wieder nach Marokko, wenn ich nach Besuchen in den Jahren 1999, 2008, 2016 und 2023 nicht meine 9-8-7-6-Jahre-Abstandsserie kaputtmachen will, aber das mit den Serien hat ja schon bei Israel nicht so gut geklappt ...)

Ceuta wird in meiner Länderliste zwar außer Konkurrenz (also ohne Länderzahl und auch ohne +x für ein abhängiges Gebiet) geführt, weil es keinen eigenen ISO-Code hat, aber die Spanier kontrollieren anscheinend jeden, der Ceuta in Richtung Festlandspanien verlässt, weil Ceuta Erleichterungen für Marokkaner aus den angrenzenden Provinzen hat; und die sollen nicht in den (restlichen) Schengenraum weiterreisen können. Diese (dauerhafte und systematische) Sonderbehandlung bei der Ausreise genügt mir also schon, um Ceuta eigenständig auszuweisen, wenn es auch nicht Land oder Gebiet Nr. 162+15 wird ...

Also: Am Abend geht es von Ceuta (nach Grenzkontrolle ...) mit dem Hubschrauber zurück nach Algeciras und mit dem Auto von Algeciras wieder ins Hotel in Fuengirola. Dort schlafe ich am 10. April zumindest ein bisschen aus, schaue mal, ob ich mich im April ins Mittelmeer traue, und fahre danach höchstwahrscheinlich wieder in Richtung Süden. Ich will wohl in La Línea de la Concepción parken und die paar Schritte nach Gibraltar zu Fuß gehen - in Gibraltar war ich im Gegensatz zu Ceuta zwar schon einmal, aber das ist fast 27 Jahre her, als ich mit meinen Eltern aus Portugal (!) einen kleinen Tagesausflug gemacht habe ...

Von Gibraltar schließlich geht es zweieinhalb Stunden nach Sevilla; dort schlafe ich zwei Nächte und werde mich also am 11. April dort einmal gründlich umsehen.

Am 12. April geht es morgens sehr früh in Richtung Caminito del Rey. Ich hatte mich ein bisschen geärgert, weil die Karten für diese Schluchtenwanderung schon weg schienen, waren sie auch - bis ich auf ein Paketangebot stieß: Caminito del Rey und anschließendes Biertasting in Ardales unweit des Einstiegs in den Caminito del Rey.

Und weil ich vernünftig sein will und nach dem Biertasting nicht mehr Auto fahren möchte, übernachte ich eben in Ardales.

Am 13. April geht es dann sehr, sehr früh wieder nach Málaga an den Flughafen, denn mein Flieger zurück nach Zürich geht um 6.40 Uhr, sodass ich im 40 Minuten entfernten Ardales wahrscheinlich um 4 Uhr aufbrechen will, um noch in Ruhe das Auto abgeben zu können. Jo, und um 9.10 Uhr bin ich dann schon wieder planmäßig in Zürich und werde dort von meiner Mutter, die mich am Dienstag Abend auch zum Flughafen bringt, abgeholt werden ...

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Für Kamerun habe ich in den letzten Tagen auch schon Hotels gebucht: Nach der Ankunft am 26. April bleibe ich zunächst zwei Tage in Douala, bevor ich mich am 28. April von Douala nach Kribi am Atlantik durchschlage. Dort habe ich eine Unterkunft angeblich direkt am Strand gebucht, mal sehen, was das wird, weil die Bilder sehr gut aussehen und der Preis ziemlich niedrig ist.

Vielleicht mache ich von Kribi aus mal einen Ausflug zum Campo-Ma'an-Nationalpark, mal sehen, was so'n Ausflug so kostet ...

Am 1. Mai geht es von Kribi nach Yaoundé (ich schreibe das entgegen meiner üblichen Vorgehensweise mit dem französischen Namen, weil mir das offizielle deutsche "Jaunde" zu komisch aussieht ...), die Hauptstadt Kameruns, und von dort am 3. Mai abends wieder nach Brüssel und anschließend am Morgen des 4. Mai nach Frankfurt.

Nach der Buchung der Hotels habe ich heute auch gleich das Visum beantragt - 153 Euro plus 14 Euro Transaktionsgebühren musste ich dafür abdrücken, jetzt hoffe ich nur, dass meine Dokumente alle ausreichend sind für den kamerunischen Staat und die mir mein eVisum erteilen. Also, Daumen drücken, liebe Leserin, lieber Leser!

Dienstag, 25. März 2025

Ein Abenteuerstrandurlaub

... war das wirklich auf den Komoren, aber das hat uns wirklich Freude gemacht.

Wir kamen in Addis Abeba ein bisschen später als geplant weg, sodass wir erst um 0.35 Uhr Ortszeit (22.35 Uhr deutscher Zeit) starteten. In Mailand gelandet sind wir aber quasi pünktlich, um 5.07 Uhr - und das auch recht entspannt, denn mit unserer Business-Class-Besetzung hatte das wie gewünscht geklappt, sodass Mutter und Sohn durchaus ein wenig ratzen konnten.

In Mailand wurde der Flieger dann ganz leer (jedenfalls in unserem Abteil), sodass wir nach Start um 6.46 Uhr den kurzen Hüpfer nach Zürich mit überpünktlicher Landung um 7.13 Uhr beendeten. Mit uns waren auch einige andere Flieger angekommen, sodass die Jodelbahnstation ein bisschen gefüllt war, aber da ich sowieso erst einmal ums Eck musste ging das alles, und als ich von der Toilette kam, war die Jodelbahnstation gähnend leer ...

Die Einreise ging auch problemlos, bei der Gepäckausgabe gab es ein technisches Problem, das für eine viertelstündige Verzögerung sorgte, aber das war nicht so schlimm, denn unser Gepäck war da - juchhe! Der Zoll war auch lieb, und unser lieber Freund konnte uns ohne Warten direkt mitnehmen und nach Haus bugsieren.

Ich ging erst einmal duschen und schlief dann ein paar Stunden, bevor wir die Heimkehr im Schnitzer feierten - und feiern ist das richtige Wort, es war ein ganz wunderbarer Abend.

Ganz viele Leute haben seit unserer Rückkehr gefragt, wie es denn war - und der schon vorab gefallene Begriff des Abenteuerstrandurlaubs hat es dann am Ende doch wirklich getroffen.

Der Bungalow an sich war ja wunderbar, aber die Infrastruktur auf den Komoren, gerade mit Strom und Wasser ist halt nicht die eines hochentwickelten Industrielandes. Dass die Koffer nicht an Land kamen (und eigentlich hatte Ethiopian wirklich ausreichend Zeit, die umzuladen ...), war natürlich gleich der erste Tiefschlag, und der Ausflug in die Botanik beim Kofferholen hätte auch richtig schiefgehen können, das ist mir erst im Nachhinein so richtig bewusst geworden, aber die Freundlichkeit gerade von Mickey (der ja für all das nix konnte) hat sofort wieder für positive Stimmung gesorgt.

Uns ist auf dieser Reise wieder bewusst geworden, in welchem Luxus wir in Deutschland leben, dass wir den Lichtschalter drücken und Strom da ist, dass wir die Brause aufmachen und Wasser kommt, dass wir wenige Minuten in den nächsten Supermarkt gehen und einkaufen können (das war aus unserem Dorf ja schon ein halber Tagesmarsch bis ins Örtchen) - den Luxus, den die Menschen dort haben, nämlich das Meer direkt vor der Türe, den haben wir allerdings dann auch genossen, das kannste mal glauben!

Ja, meine Ma hätte einen etwas bequemeren Einstieg ins Meer besser gefunden (und ich auch!), aber andererseits haben wir uns schnell daran gewöhnt (und ich bin sehr, sehr glücklich, dass meine Ma eine von den wenigen 78-Jährigen ist, die so über Lavagestein kraxeln können, als ob sie das seit zwanzig Jahren machen würden, um zweimal am Tag ins Meer zu kommen!), und wenn wir dann erstmal im (warmen!) Wasser waren, war auch wieder alles gut ...

Alles in allem war das ein wunderbarer Urlaub, stinkfaul und trotzdem abenteuerlich, das war sehr, sehr schön.

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Meine Ma und ich machen in den nächsten drei, vier Wochen voraussichtlich zwei Roadtrips.

Nächsten Samstag geht es an den Luganer See, da habe ich ein schönes Restaurant auf der italienischen Seite im Auge, ich hoffe, dort gefällt es uns zum Mittagessen nach knapp vier Stunden Fahrt. Auf dem Rückweg machen wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Liechtenstein; das werden dann Land Nr. 14 und 15 in diesem Jahr, sodass die Ein-Land-pro-Woche-Serie bis in die zweite Aprilhälfte verlängert ist.

Am Karfreitag dann sind wir erst bei der Tochter meiner Bonusoma (das klingt besser als "Ersatzoma", den [neuen] Begriff habe ich neulich mal irgendwo gelesen und für gut befunden) und deren Familie in der Schweiz eingeladen und holen danach Freunde in Zürich vom Flughafen ab. Am späten Abend schließlich geht es dann planmäßig in Richtung Frankreich und von dort am Ostersamstag auf Zwölf-Länder-Tour.

Meine liebe Studienfreundin hat mir vor ein paar Tagen für die angedachte 15-Länder-Tour abgesagt; das ist auch völlig okay so, weil sie ihre Unsicherheit ob dieses Unterfangens von Anfang an kommuniziert hatte. Vielleicht machen wir das in zwei Jahren mal, wenn die Kinder noch ein bisschen größer sind, aber in jedem Fall ist die Generalprobe mit meiner Ma, die - nachdem meine Studienfreundin ihr Hadern verstärkt hatte - schnell bereit war, im Zweifel einzuspringen, wahrscheinlich auch einiges wert, um mal zu gucken, ob mein Zeitplan (für die 15er-Tour) überhaupt halbwegs händelbar ist.

Los gehen soll es also am Abend des 18. April mit einer Fahrt nach Huningue/Hüningen im Dreiländereck. Kurz nach Mitternacht fahren wir - so der Plan - in Frankreich los und reisen nach Deutschland ein; eine halbe Stunde später wollen wir schon in der Schweiz sein (0.29 Uhr) und weitere knapp zwei Stunden später in Liechtenstein (2.23 Uhr) und Österreich (2.29 Uhr). Über den Brenner ginge es nach Italien (4.52 Uhr) und um 6.29 Uhr wieder nach Österreich. Slowenien würde um 10.22 Uhr, Kroatien um 11.15 Uhr erreicht. Von dort ginge es wieder über Slowenien (11.18 Uhr) über Ungarn (11.28 Uhr), die Slowakei (13.54 Uhr) und Tschechien (16.25 Uhr) schließlich nach Polen, wo wir um 16.43 Uhr ankämen.

Allein die Mautgebühren dürften einen höheren zweistelligen Eurobetrag ergeben, vom Sprit ganz zu schweigen, aber hey, zwölf Länder an einem Tag, das wäre ja ein neuer Rekord (auch wenn ich mir den Familienrekord mit meiner Mutter teilen müsste, darüber habe ich ja noch gar nicht so richtig nachgedacht ...), und auf der Rückfahrt am Ostersonntag und -montag hätten wir womöglich noch Zeit, um das deutsch-österreichisch-tschechische Dreiländereck zu besuchen - da war ich nämlich noch nicht ...

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Fast hätte meine Mutter mich auch noch spontan nach Kamerun (26. April bis 3. Mai) begleitet. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit hat sie mir aber jetzt abgesagt, das ist auch okay - aber da gucke ich demnächst (heute Abend?) auch mal nach Hotels, damit ich dann das Visum beantragen kann ...

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Die beiden Damen, die mit mir nach Andalusien wollten (8.-13. April), müssen mir voraussichtlich absagen - jedenfalls stehe ich schon in Verhandlungen mit dem Reisebüro, was wir bei einer Stornierung zurückbekommen. Ich buche ja regelmäßig ohne Reiserücktrittsversicherung, weil ich das bisher nie gebraucht habe (und dann ergibt die Abwägung zwischen den höheren Kosten und der Nichtnutzung halt, dass man das nicht mitbucht ..), gerade bei Nur-Flug-Buchungen, jetzt gucken wir mal, was da noch geht.

Ich selbst jedenfalls habe mir aber fest vorgenommen, die Buchung in Anspruch zu nehmen. Ich würde gerne nach Gibraltar, vielleicht nach Sevilla und gerne zum Camino del Rey, da gucke ich in den nächsten Tagen (heute Abend?) auch mal nach Hotels und Mietauto.

Samstag, 22. März 2025

Luft mitnehmen verboten

Oh Mann, dieser Sicherheitskontrolleur heute auf den Komoren hat echt den Vogel abgeschossen. Wir hatten den Hindernisparcours aus Einchecken, Ausreise und Sicherheitskontrolle vermeintlich gerade geschafft, als er unsere (leeren!) Flaschen sah und sie mit Verweis auf deren Größe von über 100 ml einsacken wollte. Ich erklärte ihm, dass die Flaschen leer sind, er las nur demonstrativ vor, dass das 0,5 Liter seien, sprach dann auf einmal auch kein Englisch mehr, als ich seinen Namen wissen wollte (sein Ausweiskärtchen trug er falsch herum - das ist ein Sicherheitsrisiko, aber nicht eine Flasche mit Luft ... Zum Glück war er intellektuell offenbar nicht so weit zu bemerken, dass ich ein - ich weiß nicht - 60-Liter-Gefäß (meinen Rucksack) mit lauter Luft und Festkörpern dabei hatte ... Sonst hätte der Held mir den wahrscheinlich auch noch eingezogen.

Jetzt hat er mir nur 25 Cent Pfand (das war noch eine deutsche Pfandflasche) geklaut, aber wenn ich eine vernünftige, teure Thermosflasche dabei gehabt hätte, hätte ich das nicht mehr so einfach akzeptiert. Und das Beste war noch, dass diese Intelligenzbestie natürlich vor Arroganz nur so strotzte ...

Gestern Abend gab es noch einmal den Fisch mit der großen Gräte, den wir vor ein paar Tagen schon einmal erhalten hatten, auch der war wieder lecker, und auch der Salat, den Mickey jeden Abend gezaubert hat, war wieder großartig.

Mal wieder hatten Mickey und ich uns missverstanden, denn erst als wir heute Morgen darum baten, uns einen Eimer zur Verfügung zu stellen, damit wir mit Meerwasser die Toilette spülen konnten, glaubte er uns, dass das Wasser ausgegangen war.

Nachdem wir schwimmen gewesen waren und gerade das Frühstück genossen, schleppte der arme Kerl Wassereimer um Wassereimer aus der Zisterne hinter dem Haus in unser Bad, sodass wir nicht nur spülen, sondern uns sogar waschen konnten ... Der Typ ist einfach eine Seele von Mensch - herzlichen Dank auch an dieser Stelle, auch wenn Mickey den Blog wahrscheinlich nie zu lesen bekommen wird.

Wir saßen ganz gemütlich bis 12.30 Uhr auf der Veranda, tranken unseren liebgewonnen Ingwertee, konnten aber nicht mit der Außenwelt kommunizieren, weil unser mobiler Router zwar funktionierte, aber die Internetverbindung gekappt war - keine Ahnung, ob wir den überansprucht und das Datenvolumen aufgebraucht hatten oder ob das ein technischer Fehler war, jedenfalls: Wir leben noch!

Um 12.30 Uhr ging ich noch einmal kurz ins Meer, tauchte in kniehohem Wasser noch einmal unter, ging dann zurück und wusch mich - das ging mit dem kleinen Eimer, den ich aus dem großen Eimer schöpfte, überraschend gut.

Um 13.50 Uhr war Mickey noch nicht nicht, wir hatten das Taxi für 14 Uhr vereinbart gehabt, um 14.02 Uhr war er immer noch nicht da - hatten wir uns schon wieder missverstanden? Nein, hatten wir nicht, denn um 14.05 Uhr hörten wir Mickeys "alles klar!" und waren beruhigt ...

Wir verabschiedeten uns von der guten Seele des Bungalows und fuhren mit dem altbekannten Fahrer zum Flughafen. Zwei Passkontrollen vor dem Check-in überstanden wir, der Check-in war ein wenig langwierig, aber unproblematisch, die Ausreise ebenso, über den Helden der Arbeit habe ich genug Worte verloren, und viiiel zu früh boardeten wir.

Ich hatte uns für beide Flüge Sitze an Gang und Fenster mit freiem Mittelsitz gebucht; für den Flug klappte das sehr gut, sodass wir wirklich bequem sitzen konnten. Wir starteten um 16.07 Uhr und mithin eine gute halbe Stunde zu früh; dementsprechend landeten wir schon um 19.12 Uhr (nachdem wir um kurz nach 17.45 Uhr wieder den Äquator überquert hatten) und hatten noch mehr Zeit als erwartet, die wir durch den Konsum von zwei offenen Bieren überbrückten.

Jetzt sitzen wir am Gate und warten auf das Boarding, das in den nächsten Minuten beginnen dürfte. Um 7.40 Uhr sind wir planmäßig wieder in Zürich und dann hoffentlich so gegen 10 Uhr im Bett ...

(Wenige) Fotos dann morgen oder am Montag ...

Freitag, 21. März 2025

Sitting in the rain

Das hat meine Ma gestern gemacht, als plötzlich ein tropischer Regenguss über unserem Domizil hier im Norden der Komoren herniederging. Ich hatte mir da schon ein neues Plätzchen gesucht, nämlich direkt unter dem Ventilator (wenn er denn mal läuft, der Strom ist nicht regelmäßig vorhanden ...), da ist es schön kühl und trotzdem habe ich den wunderbaren Blick hier auf die beiden Felsen, die unseren Meereszugang einrahmen ...

Ein bisschen k.o. war ich allerdings auch, denn ich wollte zumindest einmal auch auf diesem Traumstrand stehen, den wir bei unserer ersten Wattwanderung gesehen hatten, vor dem wir dann aber umgedreht waren. Also wartete ich, bis das Wasser ziemlich zurückgegangen war (und noch im Rückgehen begriffen!), und startete in Richtung Wattdurchquerung.

Natürlich stand da noch ein bisschen Wasser, sodass ich - mit Mutters Strandtuch als zusätzlichem Sonnenschutz bewaffnet - da ein bisschen stärker durchs Wasser waten musste, das ist dann nicht ganz unanstrengend, würde ich sagen.

Belohnt wurde ich aber mit einem fast menschenleeren Strand (und die paar Jungs, die da waren, verzogen sich auch zügig). Es war brüllend heiß, weil ich die Wattwanderung in der Mittagszeit machen musste, aber der Strand ist wirklich, wirklich schick ... Hier könnte man, wenn die das Hotel dort mal zu Ende gebaut haben, vielleicht, ganz vielleicht nochmal wieder hin!

(Meine Ma und ich haben schon gestern im Wasser sinniert, wo man zu ihrem nächsten Geburtstag hinkönnte - schöner Strand und ein Land, in dem ich noch nicht war, da wird es so langsam schwierig, gerade wenn man da einigermaßen sicher sein will ...)

Jedenfalls gab es dann gestern - diesmal saßen wir, wir haben jetzt auch die richtigen Zeitpunkte für die verschiedenen Schutzmittel gefunden, draußen zum Abendessen - wieder Langusten/Lobster/wie auch immer das hier bezeichnet wird, auch das war wieder lecker ...

Jo, und heute Morgen gab es wieder das tolle tropische Frühstück mit Papaya und Maracuja, mit Nutella und Bananen und Pfannkuchen, das Mickey uns hier jeden Tag wunderbar auftischt. Danach gingen wir zum Morgenschwimm, ich habe auch mal Taucherbrille und Schnorchel nassgemacht (damit wir die nicht komplett umsonst mitgebracht haben) und sogar tatsächlich ein paar (kleine) Fische gesehen ... Zum Hausriff wollte und will ich nicht raus, das macht wahrscheinlich nur bei Hochwasser Spaß, und dafür ist es mir dann zu weit zu schwimmen ...

Nebenbei ist heute Morgen der Wassertank (also für die Dusche, nicht fürs Trinken) zur Neige gegangen, jetzt müssen wir sehen, ob wir heute und morgen noch duschen können, weil es am Freitag, dem muslimischen Festtag, wahrscheinlich schwer wird, noch einen Lieferanten zu finden. Notfalls freuen wir uns halt umso mehr auf die Dusche daheim, und das Meer hier ist wirklich sauber, da wird man das dann auch mal überstehen, wenn man nach dem Bad im Meer sich das Salz nicht noch abwaschen kann ...

Hier ist es gleich schon wieder 17 Uhr, der zweite/letzte Schwimm des Tages steht an - wir haben hier so richtig schön faul gemacht, gelesen, entspannt, vor uns hin gefuttert, das war ein grandioser Faulurlaub - und trotzdem habe ich am Koffereinsammeltag viel von der Insel Grand Comore und der Hauptstadt Moroni gesehen, das passt schon ...

Die Einheimischen hier in dem Dorf ignorieren uns freundlich, auch wenn wir draußen sitzen im Ramadan und gemütlich bei Tag frühstücken (das uns Mickey ja draußen hinstellt!), das passt alles wunderbar.

Nächster Eintrag dann voraussichtlich wieder vom Festland, vom afrikanischen in Addis Abeba oder vom europäischen im Schwarzwald - wir schauen ...

Unterwegs bei der Wattwanderung

Am Strand

Strand vom Strand aus

Kein Mensch, ich weiß ...

Mittwoch, 19. März 2025

Einen wunderbar faulen Tag

... haben wir zur Feier der 78. Umrundung der Sonne durch die Erde seit Mutters Geburt gemacht, deswegen wird der heutige Blogeintrag sich textlich wahrscheinlich in Grenzen halten ...

Der Strom war gestern Abend noch eine Stunde länger an, bis ca. 21 Uhr, und so kamen wir in den absoluten Hochgenuss, nicht gleich von Anfang an im Bett den (Beinahe-)Schwitztod zu finden - gegen 21 Uhr ging dann wieder alles aus, aber die Stunde war toll ...

Heute Morgen - so langsam akklimatisieren wir uns aber - ging es so gegen 7.30 Uhr zum Frühschwimm, und inzwischen haben wir so einigermaßen den Dreh raus, wie wir möglichst unfallfrei ins Wasser kommen, denn der Zugang zum Meer - jedenfalls in Nähe unserer Unterkunft - ist tatsächlich nicht ganz optimal.

Jo, danach gab es leckeres Frühstück - heute auch mit Ananas - unter Verköstigung unseres heißgeliebten Ingwertees - herrlich! Danach war Lesen angesagt, Mutter las ein Buch und hatte sich die zwei Plastiksitzgelegenheiten aus dem Schlafzimmer in - für mich - maximal unbequem aussehender Lage hingestellt; sie meinte aber, das wäre bequem so - ich surfte, wenn ich schon WLAN habe, wie oft im Urlaub eifrig durchs Internet und las mich in Missionare in Afrika und Kriegsgefangenenlager im Amerikanischen Bürgerkrieg ein, insgesamt aber ließen wir es heute gaaaaanz faul angehen.

Gerade eben, kurz vor Sonnenuntergang, machten wir unseren zweiten Schwimm, auch der war wunderbar - jetzt sind wir beide geduscht und gespannt, was Mickey uns heute Abend Leckeres auftischen wird. (Es wurde Thunfisch.) Zur Feier des Tages werden wir auch die beiden Bierchen (ne, nur eins!) trinken, die ich vorgestern in Moroni noch aufgetan hatte - aber dann sind wir wirklich bis mindestens Addis Abeba nüchtern - oder so ...

Auch morgen und übermorgen versprechen Faultage zu werden, sodass ich nicht ganz ausschließe, dass ich gar nicht mehr berichten werde, aber ich strebe an, am Samstag Abend aus Addis, spätestens dann am Sonntag zwischen Ankunft daheim, Dusche und Schlafnachholen einerseits und Frequentierung der Bonndorfer Gastronomie andererseits noch ein kurzes Lebenszeichen von uns zu geben ... Wir werden sehen - uns geht's gut, wir sind faul, das ist nach der Saison auch völlig in Ordnung ...

Sonnenuntergang

Swimmingpool entleert ...


Dienstag, 18. März 2025

Wattwanderung auf den Komoren

Ich wollte es meiner Mutter ja nicht glauben gestern, als wir zurückkamen aus Moroni und vom Flughafen, dass während unserer Abwesenheit das Wasser komplett aus unserer Bucht (oder, wie Mickey sagte, unserem Swimmingpool) abgeflossen und eine Art Watt entstanden war, aber meine Mutter hat nicht gelogen ...

Auch diese Nacht war wieder sehr heiß, weil um kurz nach 20 Uhr wieder der Strom weg war, aber so langsam gewöhnt man sich vielleicht daran, denn ich fühlte mich heute ein wenig erholter als nach der letzten Nacht. (Das war auch an den wunderbaren Tintenfischtuben gelegen haben, die wir gestern Abend serviert bekamen - die waren ganz, ganz großartig!) 

Wir standen auf und gingen - wir waren irgendwie ein bisschen früher dran als ich gestern - zu "meiner" Einstiegsstelle, nur um zu sehen, dass der Strand noch nicht da war - es war noch Flut ... Trotzdem werkelten wir uns ins Meer (meine Ma kraxelt hier eifrig und freudig über Stock und Stein, um das kühlende Meerwasser zu genießen) - und es war wunderbar!

Ich blieb im Schatten des einen Felsens, wir beobachten zwei Krebse in ebendiesem Felsen und etliche Vögel auf dem anderen Felsen und verließen - jetzt war das Wasser schon etwas zurückgegangen - über "meinen" Strand das Meer.

Unser Frühstück - heute mit Spiegelei, Papaya und Pfannkuchen - war wieder sehr lecker. Jo, und jetzt machten wir einfach ganz gemütlich Urlaub, am Morgen ist unsere Terrasse noch im Schatten, trotzdem war ich natürlich heute eingeschmiert, und so beobachteten wir das Wasser, wie es sich langsam zurückzog.

Als man zwei-, dreihundert Meter weit den Meeresboden sehen konnten, entschieden wir uns, eine kleine Wanderung durchs Watt in Richtung des Strandes zu machten, den wir gestern auf der anderen Seite der (großen) Bucht gesehen hatten.

Gesagt, getan, wir packten etwas zu trinken ein und marschierten los. Ich habe ja - Schande über mich -noch nie eine Wattwanderung an der Nordsee gemacht, aber dass man barfuß vorausgeht, hatte mir meine Lieblingsfischköppin schon deutlich gemacht. Etwas anderes wäre uns hier aber mangels anderen Schuhwerks auch gar nicht übrig geblieben.

Auch hier gibt es richtige Priele, einen durchquerten wir und waren schon fast am Strand, als ich - ein bisschen arg übervorsichtig - angesichts des Wasserstandes meinte zu erkennen, dass das Wasser schon wieder zurückläuft. Das stimmte zwar nicht, aber meiner Ma war es angesichts des tiefen Watts dann auch nicht unrecht, dass wir umkehrten - ein Foto vom Strand haben wir gemacht, und man kommt ja auch durchs Dorf trockenen Fußes dorthin. Nun denn: Morgen ist ja auch noch ein (besonderer!) Tag ...

Den Rest des Mittags verbrachten wir faulstens, meine Ma tat mit geschlossenen Augen, als würde sie ein Buch lesen, ich verfolgte - die WLAN-Situation ist hier wider Erwarten völlig entspannt - die Bundestagsabstimmung heute, als der Himmel uns (naja, mir, Mutter ratzte) plötzlich zeigte, was "Regenzeit" bedeutet ...

Es goss wie aus Kübeln, es wurde ein klein wenig kühler, und die Viecher kamen nicht in so rauen Mengen, um mir Blut abzuzapfen - herrlich!

Das war ein ganz fauler Nachmittag, ich ging kurz vor Sonnenuntergang noch einmal gemütlich schwimmen und danach duschen, und jetzt gab es eben leckeren Fisch mit Brotkuchen und sehr, sehr leckerem Salat. Als Dessert gab es Obstsalat, also kochen kann der Mickey definitiv!

Jo, wir grooven uns hier ganz gut ein, zum Leben wäre es mir hier zu heiß und zu viechig, aber ein paar Tage Faulenzen mit Schwimmen und leckerem komorischem Essen, das ist wunderbar!

Regenzeit

Blick auf Strand

Blick aufs Meer

Blick auf Vogel

Wattwanderung