Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 12. Juni 2021

Planänderungen

 ... gibt es derzeit einige, weil die Nachbarstaaten zunehmend ihre Grenzen öffnen.

Daher werde ich mich morgen in Venlo mit dem Ex-Kollegen treffen, den ich zuletzt Ende Februar 2020 kurz vor Beginn der Coronamaßnahmen ebendort getroffen habe. Wir hoffen, dass wir damit jetzt so langsam das Ende der Coronazeit einläuten können, auch wenn man nie weiß, was sich in den nächsten drei Tagen so ergibt in dieser verrückten Zeit.

Im Moment bin ich unterwegs nach Wiesbaden, wo ich in meine alte Stammkneipe einfallen werde, nachdem ich heute Morgen noch mitgeholfen habe, das Freibad in Bonndorf zu eröffnen (schön war's!). Gegen Abend geht es dann nach Hannover, sodass das endlich mal wieder ein zugfahrreiches Wochenende werden wird ...

Nächstes Wochenende soll es, sofern ich nicht völlig überraschend doch noch eine EM-Karte abstauben kann, nach Wiesbaden gehen, und dann wird richtig im Sherry gefeiert (nicht nur zwei Stunden wie heute ...). Ursprünglich war der Plan, dass ich dann am Sonntag zurück in den Schwarzwald fahre und dabei noch einen kurzen Abstecher über die französische Grenze machen (bis Kehl fahren und dann zu Fuß oder bis Straßburg mit dem Zug, mal sehen ...).

Nun will ich aber andererseits am darauffolgenden Wochenende mit Freunden nach Dresden, und da komme ich am Freitag Abend deutlich besser von Hannover hin als von Bonndorf. Vielleicht fahre ich also am nächsten Sonntag dann aus Straßburg wieder zurück nach Hannover, vielleicht fahre ich unter der Woche wieder hoch nach Hannover, das muss ich noch ausbaldowern.

In jedem Fall wird mich meine Abreise aus Dresden am Sonntag, dem 27. Juni, nicht auf direktem Wege nach Hannover (oder in den Schwarzwald) führen, sondern ich plane, noch den kleinen Abstecher durch diesen tschechischen Zipfel auf der Bahnstrecke Dresden-Zittau und die polnische Strecke auf der Bahnstrecke Zittau-Görlitz zu machen. Da brauche ich halt jeweils einen Test, und den werde ich dann hoffentlich am Sonntag Morgen in Dresden machen können.

Achso, mit Lindau habe ich jetzt in vier Bundesländern (Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern) mindestens einen Schnelltest machen lassen. Vielleicht kriege ich da auch noch die 16 Bundesländer voll, mal gucken ...

Und vorgestern hatte ich noch das Bedürfnis, an einen meiner Lieblingsplätze, auf den Wiizemer Steg zu fahren. Ich ließ mich mit dem Bus durch Wellendingen und Wittlekofen, durch Brunnadern und Dillendorf, durch Schwaningen und Weizen fahren, um schließlich beim Sto in Weizen auszusteigen und zum Steg zu spazieren.

Einreisen in die Schweiz durfte ich natürlich nicht, jedenfalls nicht ohne Quarantäne und Einreiseanmeldung und Gedöns, weil ich vor weniger als zehn Tagen in Slowenien gewesen war, aber bis zur Grenze durfte ich natürlich laufen und die trüben Wassermassen der Wutach bewundern. Medizinische Ausnahmegründe (wie zum Beispiel, dass mir schwindlig wird und ich einen Ausfallschritt in die Schweiz machen mu... wie, hab ich schon zu oft erläutert?) hätten die kurzfristige Einreise trotzdem erlaubt, aber mir geht's ja gut und ich bin topfit ...

Jetzt warte ich sehnsüchtig darauf, mal zehn Tage nicht in einem (für Schweizer) Risikogebiet gewesen zu sein, damit ich in Ruhe die Wyhlen-Basel-Huninge-Weil-Wanderung, die ich mir noch vorgenommen habe, machen kann, das könnte irgendwann ja noch was werden ...

Wir werden sehen, wie sich die nächsten Monate entwickeln.

Montag, 7. Juni 2021

Sechs Minuten nach Ende der Quarantäne

... waren wir im Schnitzer: Jede gute Reise endet im Schnitzer, und so war es auch gestern. Jede gute Reise endet im Schnitzer, und deswegen gibt es den Blogeintrag von gestern eben erst heute. Jede gute Reise endet im Schnitzer, aber davor hatten die Deutschen die Einreiseanmeldung gesetzt. Jede gute Re... jetzt ist aber mal gut!

Nun, Piran machte es uns einfach, Abschied zu nehmen, denn das Wetter wechselte im Minutentakt zwischen Niesel und richtigem Regen - da wir aber sowieso nass werden würden, entschieden wir uns, kurz nach Sonnenaufgang gegen 5.30 Uhr noch einmal einen Abschiedsschwimm im Mittelmeer zu machen. Das Wasser war recht wellig, meine Mutter schrammte sich beim Ausstieg auf der untersten Stufe noch ein bisschen das Knie auf (als Frau machte sie aber natürlich nicht so ein Tamtam wie ich, als ich mir vorgestern den Zeh aufgeratscht hatte), aber trotzdem war es sooooooooooooo schön, noch ein allerletztes Mal für diese Woche (höhö) im Meer zu schwimmen.

Wir machten uns fertig und trugen die verbleibenden Gepäckstücke durch die Pfützenlandschaft der Piraner Altstadt, aber dafür kam unser Bus pünktlich. Ich zog mich im Parkhaus nochmal um (sorry an die Wachleute für diese Bilder auf den Überwachungskameras!), dann fuhren wir aus dem Parkhaus, parkten mitten auf der Straße außerhalb des Anwohnerparkbereichs (selbst der Bus kam aber an uns vorbei, das ist im Süden halt schon so, dass die Auto fahren können), und ich sprintete - mit einem kaputten Regenschirm, der wurde in Lindau entsorgt - zum Tourismusbüro (die hatten, glaube ich, extra für uns so früh aufgemacht - hvala!) ...

Auf den letzten Metern zurück zum Auto tappte ich noch in eine Pfütze und hatte jetzt doch nasse Füße (was ich bis dahin hatte vermeiden können), aber das war jetzt grad wurscht.

Um 7.21 Uhr fuhren wir los, und es ging die ersten paar hundert Kilometer auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg. Zunächst führten kleine Sträßchen, darunter eine wunderschöne Allee, die selbst im Regen noch sehr hübsch anzusehen war, dann die Schnellstraße und schließlich die Autobahn nach Ljubljana. Von dort ging es weiter in Richtung Karawankentunnel, und bei der Einreise nach Österreich stand der einzige - einigermaßen interessierte - Grenzer auf der ganzen Rückreise, aber selbst der winkte die ganzen Deutschen (viele, viele Deutsche waren unterwegs) nur durch, ohne auch nur irgendetwas zu fragen ... (Achja, die Slowenen stehen kurz vor der Grenze und gucken vor allem, ob man seine Vignette ordnungsgemäß auf dem Auto hat ...)

Diesmal fuhren wir aber in Richtung Salzburg und dabei durch den Katschberg- und den Tauerntunnel. Kurz vor Salzburg (ich wollte nicht das Stück Autobahn durch Deutschland fahren, weil ich den deutschen und speziell den bayrischen Grenzern, die hier Europa mit ihren Kontrollen kaputtmachen, nicht begegnen will ...) bogen wir auf die Landstraße ab, und das Unglück nahm seinen Lauf.

Ich hatte mir als Zwischenziel St. Johann eingeprägt, aber natürlich nicht, ob das St. Johann in Tirol oder St. Johann im Pongau sein sollte. Nun, am Ende fuhren wir durch beide durch, aber St. Johann im Pongau war ein kleiner Umweg, und meine Mutter war am Ende auf sich sauer, weil sie die Hinweisschilder nach Innsbruck nicht mehr sah - aber ich glaube, da haben die Österreicher einfach nur schlecht beschildert und nicht meine Mutter einen Fehler gemacht ...

Nun, wenigstens hatten wir Glück, weil die ganzen Autos, die auf der Straße unterwegs waren, in die Gegenrichtung fuhren, sodass wir einigermaßen schnell vorankamen - auf der Autobahn wäre es trotzdem schneller gewesen, aber so kamen wir wenigstens mal durch Hochfilzen, das ich bis dahin irgendwie immer in Südtirol verortet hatte ...

Auf der Autobahn bis Innsbruck war die maximale Geschwindigkeit 100, die aber nur ein einsames rotes deutsches Auto einigermaßen einhielt und dementsprechend ständig überholt wurde, aber den Österreichern traue ich - ähnlich wie den Schweizern - zu, dass sie ihre Geschwindigkeitskameras so konfiguriert haben, dass die nur bei deutschen Kennzeichen auslösen ...

Nach Innsbruck wurde die Straße in Richtung Vorarlberg dann wieder leerer, im Arlbergtunnel erreichten wir das vierte österreichische Bundesland des Tages (Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg), aber jetzt begann erst das eigentliche Abenteuer ...

Da ich den deutschen Grenzern ja möglichst entgehen wollte, fuhren wir an der letzten österreichischen Autobahnausfahrt ab und dann über Dorfstraßen in Richtung Unterhochsteg, dem ersten Dorf hinter der deutschen Grenze. Hier stand kein Grenzer, sodass wir ungehindert zum Bahnhof in Lindau-Reutin fahren konnten. Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt in Quarantäne, aber die Quarantäne darf zum Besuch eines Schnelltests unterbrochen werden, und den strebten wir ja an.

Beim Bayrischen Roten Kreuz gingen wir versehentlich erst zum Hintereingang rein, wurden aber zum Vordereingang geschickt, und mit dem Probenabstrich lief alles reibungslos, auch wenn für mich erstmals Rachen- und Nasenabstrich gemacht wurde. Nachdem wir also fertig waren, setzten wir unsere Heimreise auf dem schnellsten Weg fort, und dieser führte uns (ehrlich, fragt Google!) wieder zurück nach Österreich und in die Schweiz.

Es ging noch einmal durch den Pfändertunnel (auf der Autobahn kontrollierten die Österreicher hier übrigens nicht ...), dann durch landschaftlich sehr schöne Auen (auf denen nur Österreicher und Deutsche mit Navigationsgerät fuhren ...) in Richtung Lustenau, über den Neuen Rhein nach Höchst und über den Alten Rhein hinüber nach St. Margrethen in der Schweiz. Hier war ich schon einmal entlanggewandert, der Schweizer Grenzer war völlig uninteressiert, obwohl wir in der Schweiz eigentlich quarantänepflichtig gewesen wären, wenn wir denn nicht nur auf der Durchreise gewesen wären. Das hat der Grenzer natürlich binnen Millisekunden alles sofort eruiert und sein Desinteresse nur vorgegaukelt ...

Von St. Margrethen fand das Auto seinen Heimweg fast von selbst, denn es ging wieder über St. Gallen und Schaffhausen zurück (durch vier Schweizer Kantone: St. Gallen, Thurgau, Zürich, Schaffhausen, gestern war Graf-Zahl-Tag ...). In Stühlingen stand niemand an der Grenze, und kaum waren wir in Deutschland, verabredeten wir uns mit meiner Ersatzoma im Schnitzer, denn wir hatten keinen Telefonanruf vom Testzentrum erhalten, sodass wir davon ausgehen konnten, dass die Tests negativ waren.

So war es dann auch, wir luden noch in Quarantäne das Auto aus, ich lud die negativen Testergebnisse auf das Einreiseanmeldungsportal hoch, und um Punkt 18.50 Uhr waren wir wieder frei, unserer Wege zu gehen. Der negative Test aus Lindau fungierte - praktischerweise - auch als Eintrittskarte in die Kneipe, und der Abend war wieder ein schöner ...

Heute Morgen wurde ich von den Kollegen gefragt, wie lange wir denn unterwegs gewesen wären, und auf meine Antwort - zirka zehn Stunden pro Strecke - rollten sie mit den Augen. Aber das Weg ist das Ziel, Leute, besonders wenn ich mit meiner Ma unterwegs bin, denn Roadtrips sind immer was Schönes ...

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Heute bekam ich eine E-Mail von Flightright, dass - mehr als zwei Jahre nach der Spitzbergen-Reise - SAS uns unsere Flugverspätungsentschädigung bezahlt. Das war ja eine rechtlich etwas knifflige Angelegenheit, weil die Flugverspätung damals aufgrund eines Streiks stattgefunden hatte, aber der EuGH hat anscheinend im März geurteilt, dass SAS trotzdem zahlen muss, weil sie ja - vereinfacht gesagt - dem Druck der Gewerkschaften hätten nachgeben und so den Streik verhindern können. So sind das pro Person 400 Euro, sodass nach Abzug der Provision von Flightright immer noch 265 Euro pro Person übrig bleiben - damit ist der Flug dann nachträglich fast komplett bezahlt ... Passt.

Ausbeute des Roadtrips (Schweizer Vignette [oben] war schon dran) ...

Samstag, 5. Juni 2021

Fisch-Frühstück, gefolgt von Fisch-Linner

Heute war ein schöner, fauler, schwimm- und fischreicher Tag - so richtig schön Urlaub, und trotzdem oder gerade deswegen bin ich platt ...

Wir waren einigermaßen früh wach, gingen schwimmen (so schön!) und machten einen kleinen Spaziergang in Richtung Hauptplatz. Wir kamen am Markt vorbei und setzten uns, nachdem die avisierte Fischkneipe noch nicht offen hatte, in eine Gaststätte direkt am Tartini-Platz. Wir tranken zunächst Kaffee und Kakao, sahen dann, dass jemand schon einen Burger bestellte, und entschieden uns daraufhin, heute ein Fischfrühstück zu uns zu nehmen. Es wurden gefüllte und frittierte Tintenfische bestellt, dazu - wie sollte es anders sein? - eine Hopfenkaltschale, und das Essen (mit viel Knoblauch) und Trinken wurde ordnungsgemäß verzehrt.

So gegen 11 Uhr waren wir fertig und marschierten wieder heim in die Bude. Wir faulenzten ein bisschen herum, ich brachte zwischenzeitlich schonmal Gepäck ins Auto, damit wir morgen nicht so viel auf einmal haben, kam zurück, wir gingen nochmal schwimmen und machten uns dann ausgehfertig. Wir hatten heute irgendwie Phasenverschiebungen in unserem Zeitplan, denn als wir gegen 15 Uhr die Bude verließen, waren wir gerade in der Zeit zwischen Mittag- und Abendessen angelangt, also in der Linner-Zeit (Lunch + Dinner = Linner, verstehste, wa?).

Endlich bekamen wir im Fritolin einen Platz, bestellten auch hier Bier und dazu einen Oktopus-Salat und eine Fischplatte "Fritolin". Alle Fischplatten hier in Piran waren toll, aber im Fritolin war Preis und Leistung ganz besonders hervorragend, denn auf der Fischplatte waren genau die Sachen, die wir lieben - Tintenfische und kleine Pikarel-Fischchen - und der Preis war mit 24 Euro sehr akzeptabel ... Sooooooo lecker ...

Irgendwie war uns aber nicht mehr nach Bier, sodass wir weiterzogen, noch ein sehr leckeres Eis verspeisten und in unmittelbarer Nähe unseres Apartments uns noch einen Gin Tonic gönnten, während wir aufs Meer guckten und Leute begutachteten ...

Joa, jetzt ist es halb sieben, meine Mutter ist schon im Bett, und ich bin es auch gleich ...

Morgen geht es also wieder heim, es war sooooooooo schön, und Piran wird hiermit formell die Wiederkehr angedroht.

Hafen von Piran

Fischplatte "Fritolin" und Oktopussalat

Freitag, 4. Juni 2021

Drei Länder gesehen

 ... haben meine Mutter und ich heute Morgen, und alles, was wir dafür tun mussten, war, von "unserem" kleinen Betonponton (das ist ein Widerspruch in sich, oder?) ein bisschen raus aufs Meer in Richtung Boje zu schwimmen, denn von dort konnte man nicht nur Slowenien und Italien sehen (das geht auf der nördlichen Seite der Piraner Halbinsel eigentlich von überall), sondern auch einen Teil kroatischen Staatsgebiets auf der Südseite der Piraner Bucht ... Juchhe!

Meine Mutter und ich schliefen wie zwei nebeneinander gefallene Steine, denn der gestrige Tag war sehr spannend, aber eben doch etwas anstrengend gewesen, und die Bierchen in der Kneipe werden ihr Übrigens dazugetan haben. Dementsprechend wachte meine Mutter erst um kurz nach 7 Uhr auf (sie!), und irgendwann waren wir beide in Badebekleidung angetreten, um den Morgenschwimm vorzunehmen.

Herrrrrrrrrlich! Das Wasser war heute ein bisschen tief, sodass der Einstieg (und vor allem später der Ausstieg) nicht so ganz einfach war, aber das kriegten wir hin, sodass wir - ziemlich ordentlich abgetrieben von unserem Betonponton - in Richtung der Boje schwammen. Die wurde abgeschlagen, dann ging es zurück, und weil meine Mutter von meinen Ausstiegsversuche an der Pontontreppe an untaugliche Versuche eines Walrosses zur Landung erinnert wurde, stieg sie an einer der anderen Treppen aus ...

Wir ließen uns ein wenig von der Sonne abtrocknen, lasen ein bisschen, unterhielten uns ein bisschen und fielen dann die in die nächstbeste Kneipe ein, um unseren Frühschoppen zu nehmen. Ich versuchte, auf Slowenisch Bier zu bestellen, sprach aber mehr Kroatisch als Slowenisch, wurde von der Bedienung trotzdem nicht verprügelt, sondern auf Englisch angesprochen, und war dann so peinlich berührt, dass ich nach dem Verzehr der beiden Biere noch einmal auf Slowenisch bestellen musste. Die Bestätigung erfolgte wiederum auf Englisch, und ich gab auf ...

Jetzt hatten wir nicht so wahnsinnig viel gefrühstückt (und ich zu allem Überfluss meiner Mutter gedankenlos auch noch die letzte Brotschnitte weggefuttert hatte), sodass die beiden Bier durchaus Wirkungstreffer landen konnten. Wir entschieden uns also, uns nachträglich ein bisschen Unterlage zu genehmigen und kamen auf der anderen Seite der Halbinsel (mit Blick auf Kroatien, aber kaum auf Italien) zum Sitzen.

Hier bestellten wir Wein (und viel Wasser), dazu als Vorspeise Oktopussalat (sehr lecker) und als Hauptgericht eine Fischplatte. Diese Fischplatte, meine Damen und Herren, war großartig: Dort enthalten waren Scampi und Tintenfisch, dazu kamen zwei große Fische und ein - bereits mehr oder weniger - filetierter Knurrhahn (vielleicht ...). Achso, und Kartoffeln und Mangold waren auch druff, und ich merkte wieder, wie gut mir Mangold schmeckt. Also alles sehr, sehr, sehr lecker, und preislich völlig im Rahmen, gerade für die Größe des Tellers - ich musste die Weitwinkelkamera bemühen, um den Fischteller komplett fotografieren zu können ...

Joa, jetzt waren wir aber satt und sitt, schleppten uns in die Bude, meine Mutter schlief eine Runde, ich schraubte am Rechner herum, und jetzt waren wir eben noch mal - jetzt war Flut und der Ein- und Ausstieg ziemlich unproblematisch - schwimmen ... Sooooooooooooo schön ...

Auf das Abendessen verzichten wir heute wegen satt, sind aber recht zuversichtlich, morgen nochmal ein bisschen Fischli zu vertilgen, ehe es dann am Sonntag heimgeht. Ich habe eben schonmal die (deutsche) Einreiseanmeldung ausgefüllt, da sollte dann also alles glattgehen ...

Piran gefällt uns sehr gut, die Stadt ist so wunderschön verwinkelt, mit engen Gässchen, tollen Blicken, guten Lokalen, da machen wir jetzt wirklich ein bisschen Urlaub ohne das ganz große Sightseeing.

Blick auf Strandpromenade

Blick auf unseren Betonponton

Lecker Fisch ...

Donnerstag, 3. Juni 2021

Und getrödelt hat sie auch noch ...

Verkehrte Welt war heute Morgen angesagt, denn als meine Mutter aufstand, fand sie ihren Sohn nicht vor. Sie brüllflüsterte zwar in mein Schlafzimmer, ob ich da sei, verifizierte dies aber nicht - dementsprechend erschrocken war sie, als ich plötzlich um kurz nach 4 Uhr durch die Wohnungstür hineinkam, weil ich schon das Auto geholt und teilweise eingeladen hatte ...

Normalerweise ist meine Mutter ja gefühlt drei Stunden vor mir wach und fertig, ehe sie mich weckt, aber heute war das mal andersherum, und das war sowohl für meine Mutter als auch für mich höchst ungewohnt ...

Ich war gestern sehr früh ins Bett gegangen und scharrte dementsprechend mit den Hufen, sodass meine Mutter sich diesmal so unter Druck fühlte wie ich mich sonst. Schlussendlich fuhren wir um 5.14 Uhr in Bonndorf ab und reisten um 5.29 Uhr in die Schweiz ein, ohne von irgendjemandem behelligt zu werden.

Als Bestrafung für die Trödelei meiner Mutter hatte ich mir ausbedungen, dass wir durch Liechtenstein fahren, und dort kamen wir - nachdem wir in Schaffhausen auf die Autobahn in Richtung St. Gallen und weiter in Richtung Chur gefahren waren - um 7.09 Uhr an - damit war das dritte Land auf der heutigen Tour geritzt.

Man merkte richtig, dass in der Schweiz heute wohl kein Feiertag war, denn die Autobahn insbesondere in Richtung Zürich war schon zu früher Stunde recht voll, aber in Liechtenstein war - wahrscheinlich aufgrund der frühen Stunde - noch ziemlich tote Hose. Sei es, wie es sei, es ging weiter nach Österreich, und dort kamen wir um 7.20 Uhr, also nach elf Minuten in Liechtenstein, an.

Auch an dieser Grenze kontrollierte kein Mensch irgendwelche Einreisegenehmigungen oder Impfpässe, und wir wurden ein wenig übermütig, weil bis hierher die Straßen unglaublich leer waren. Das galt fast bis Innsbruck (Grenzübertritt Vorarlberg-Tirol um 8.07 Uhr im Arlbergtunnel), aber als wir auf die Brenner-Autobahn fuhren, merkten wir, dass halb Deutschland und ganz Österreich auf dem Weg nach Süden war, und da die Österreicher und die Italiener ihre Autobahnbauarbeiten intelligenterweise mitten in die Hochsaison legen, war gefühlt von Innsbruck bis Brixen Stau angesagt - furchtbar.

Um 10.02 Uhr reisten wir über den Brenner in Italien ein, nachdem ich unsere Einreiseanmeldung nochmal korrigieren musste, weil ich ein erfundenes Autokennzeichen anstatt des korrekten angegeben hatte - Held, ich ... Die Einreiseanmeldung sehen wollte weder ein nationalstaatlich italienischer noch ein regional Südtiroler Mensch, aber Hauptsache, wir hatten Bürokratie fabriziert ...

Nachdem wir in Brixen von der Autobahn abgefahren waren und uns auf die Landstraße in Richtung Bruneck und Toblach begeben hatten, wurde es auch nicht wirklich besser. Die ganze Zeit, bis fast nach Spittal hatte ich einen VW aus Sankt Johann im Getriebe sitzen (der überholte mich im Tunnel, als die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 30 lag, ich, öhm, maximal unwesentlich über 30 fuhr (das Doppelte wäre noch unwesentlich in Italien ...), mit ungefähr dem Drei- bis Vierfachen der erlaubten Geschwindigkeit, und am Ende musste er sich in Österreich doch wieder hinter mir einreihen ...), aber noch schlimmer waren die acht Milliarden Baustellen, die die Südtiroler ebenfalls in die Hochsaison geplant hatten - schleicht's eich ...

Schön war die Fahrt durch die Dolomiten aber auf alle Fälle, ich machte auch einen ganz kurzen Zwischenstopp, weil ich zumindest von einem Berg ein Foto haben wollte und meine Mutter ihre liebe Müh und Not mit der Bedienung meines Handys hatte ...

In Osttirol, also in Österreich, reisten wir um 12.54 Uhr wieder ein, also nach fast drei Stunden in Italien, und erstmals gerieten wir in eine Polizeikontrolle. Der Polizist fragte uns, wo wir jetzt herkämen, ich antwortete, dass wir eigentlich aus Deutschland losgefahren wären, er fragte, ob wir in Italien Aufenthalt gehabt hätten, wir verneinten wahrheitsgemäß, und das war's schon ... Keine Nachfrage nach der Einreisegenehmigung, die die Österreicher grundsätzlich verlangen (wir hätten keine gebraucht, weil wir auf der Durchreise waren), keine Nachfrage nach irgendwelchen Impfpässen, der Typ war froh, dass wir die richtigen Antworten gegeben haben, damit er uns schnell durchlassen konnte ...

Wenn ich mir vorstelle, wie die Gastwirte in Bonndorf teilweise Schiss vor irgendwelchen Kontrollen haben, dann können die Leute in Italien, Österreich und Slowenien bestimmt nicht nachvollziehen, weil das hier irgendwie keinen interessiert, was in den Verordnungen geschrieben steht ...

Wir fuhren also - ewig auf der Landstraße - weiter durch Österreich (Einreise Kärnten 13.37 Uhr), bis wir bei Spittal an der Drau auf die Autobahn kamen. Wir tankten noch in Österreich und kauften eine slowenische Vignette, fuhren weiter, machten kurz Halt, weil meine Mutter ihre Geldbörse - glücklicherweise im Auto - verlegt hatte, fanden die Geldbörse und überquerten um 15.15 Uhr - im Karawankentunnel - die österreichisch-slowenische Grenze ...

Damit waren wir in unserem sechsten Land heute angekommen, und auch wenn die Slowenen Vorbereitungen getroffen hatten, um irgendwelche Gesundheitskontrollen zu machen, sahen wir davon genau gar nichts mehr - soviel, liebes Auswärtiges Amt, zu "Grenzkontrollen finden statt."

Wir rollten über die slowenische Autobahn, fuhren an Ljubljana vorbei und kamen gegen 17.15 Uhr in Piran an.

Hier allerdings entwickelte sich mal wieder ein ernsthafter Disput zwischen Mutter und Sohn: Die Einfahrt ist die Stadt Piran ist ausschließlich den abonnenti vorbehalten, und dazu zählte ich uns nicht. Da aber die Parkplätze ansonsten arg rar waren, forderte meine Mutter mich wiederholt auf, in diesen abonnenti-Bereich einzufahren, wogegen ich mich wehrte. Am Ende hielt ich an einer Schranke an, sie stieg aus, fragte irgendwelche Leute, ich fuhr eine Runde, sie kam wieder ins Auto und meinte, wir sollten in den abonnenti-Bereich reinfahren, hätten die Leute gesagt. Grrrrrrr!

Also fuhr ich dort hinein, die Selbstschussanlagen lösten nicht aus, ich parkte auf einem abonnenti-Parkplatz in zweiter Reihe und ging zur Tourist-Information, um den Schlüssel zu holen.

Der Typ war tiefenentspannt, meinte, wir hätten alles richtig gemacht, hier ist der Zettel, damit ihr wieder aus dem abonnenti-Bereich rauskommt, ohne was zahlen zu müssen, fahrt aber erst da hinten zu dem Parkplatz weit im abonnenti-Bereich, parkt da in zweiter oder dritter Reihe, parkt ruhig die Leute zu, macht aber - wichtig! - die Warnblinkanlage an, bringt euer Gepäck in die Bude und fahrt dann aus dem abonennti-Bereich raus und in die offizielle Besuchertiefgarage ein ...

Achso, und die Impfpässe hielt ich ihm zwar vor die Nase, die waren ihm aber wurscht, solange wir einen Wisch unterschrieben, dass wir geimpft seien - geprüft hat das keine alte Sau ... Unfassbar ...

Ich watschelte also zurück ans Auto meiner Mutter, erläuterte ihr zähneknirschend, dass sie mit allem Recht gehabt hätte, fuhr zu dem Parkplatz, parkte in zweiter Reihe, brachte unser Gepäck (schwitzend wie eine Sau) in unser Apartment, kam wieder zurück und fuhr dann mit ihr in die Garage.

Von dort fuhr ein Gratis-Shuttlebus zum Marktplatz der Stadt, und von dort liefen wir dann ein paar Minuten zu unserer Unterkunft.

Während meine Mutter das Apartment häuslich einrichtete (und sich über die fehlenden Schränke ärgerte - mir wäre das gar nicht aufgefallen, weil ich eh meist aus dem Koffer lebe, und für drei Tage sowieso), nahm ich den äußerst beschwerlichen, zwanzig Meter langen Weg zur Badestelle auf mich. Ich entblätterte meinen Adoniskörper (bis auf die Badehose natürlich!) und stieg über die veralgte, aber sonst gut begehbare Treppe ins Mittelmeer ...

Ein Wort: Sooooo herrlich ...

Ich schwamm und planschte und entschied mich dann, (erfolglos) zu versuchen, meine Mutter auch ins Meer zu beordern. Nach dem Misserfolg ging ich weinend unter die Dusche und machte mich ausgehfertig. Wieder trödelte meine Mutter (höhö), sodass wir erst kurz nach halb acht aus dem Haus kamen ...

Wir liefen ein wenig die Promenade entlang, wo alle schönen Tische schon belegt waren, wir liefen dann auf den einen Altstadtplatz, aber auch da waren alle Tische schon belegt, sodass wir schließlich in einer bis dahin recht leeren (aber trotzdem nicht sooooo schlecht bewerteten) Kneipe landeten. Der Ober sprach Deutsch, es gab sehr leeres Schwertfisch-Carpaccio zur Vorspeise und danach Scampi, mit Schinken und Käse gefüllten Tintenfisch und Sardinen, und alles in allem waren mit mit Bier und Palatschinke und Espresso am Schluss ziemlich zufrieden.

Wir wackelten nach Hause und werden die nächsten beiden Tage hier in Slowenien sowas von genießen, das wird soooooo schön ...

Das war heute ein anstrengender, aber unglaublich lohnender Tag (nicht nur wegen der sechs besuchten Länder heute!) - jetzt kommen ein paar Fotos:

In den Dolomiten

Marktplatz in Piran

Blick aus unserer Haustür

Meer

Abendessen heute

Mittwoch, 2. Juni 2021

Ans Meer

 ... fahren wir morgen, das wird sooooooo schön, hoffe ich ...

Mein Chef hatte mich am Freitag auf eine Idee gebracht: Auch wenn ich in Hannover meinen Arbeitsplatz und daher an Fronleichnam nicht frei habe, könne man ja Urlaub nehmen, am Donnerstag und am Freitag, dem vermeintlichen Brückentag danach. Ich überlegte ein wenig hin und her, und am Montag Morgen fragte ich meine Mutter, ob wir am Donnerstag nach Slowenien fahren.

Zu meiner Überraschung antwortete sie wie aus der Pistole geschossen mit "ja", und jetzt fahren wir morgen - Kompromisse muss man schließen im Leben - gegen Sonnenaufgang um 5.30 Uhr los in Richtung Slowenien.

Möglich macht das Ganze, dass sowohl meine seit gestern doppelgeimpfte Mutter als auch ich, der ich vor mehr als drei Wochen erstmals geimpft wurde, in Österreich und Slowenien bereits als geimpft zählen. Dadurch müssen wir für Österreich und insbesondere für Slowenien keinen Test nachweisen - alles bestens.

Wir werden also morgen - wahrscheinlich über Schaffhausen und St. Gallen - in Richtung Österreich fahren, eventuell ein Stück durch Italien abkürzen und dann in Piran eintrudeln. Dort müssen wir uns den Schlüssel fürs Zimmer abholen, das Auto im Parkhaus parken, mit dem Shuttlebus in die Stadt fahren (Piran selbst ist quasi autofrei) und dann zu Fuß in unser Apartment marschieren ... Werden wir schon hinkriegen ...

Unser Zimmer ist direkt an der Betonplatte, die für die Piraner der Strand ist, aber mit so einem festen Einstieg ins Meer (das Wasser soll so 20 bis 22 Grad haben um diese Zeit des Jahres, nicht, dass meine Mutter sich von der Temperatur vom Schwimmen abbringen lassen würde, solange das Wasser in flüssiger Form vorhanden ist) haben wir auf Malta schon sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht klappt es morgen schon mit dem Schwimmengehen, ansonsten wir das auf Freitag verschoben, wo es sonnige 26 Grad haben soll ... Juchhe!

Ich war jetzt schon fast ein Dreivierteljahr nicht mehr im Meer (am Meer schon, aber da oben in Travemünde hätte man keinen Hund ins Wasser geschickt, nicht mal einen Seehund, so kalt war's da ...) - es wird also höchste Zeit, und in Slowenien war ich schon seit 2009 nicht mehr, auch da wird es allerhöchste Zeit.

Ich habe uns eben für Italien (und für Südtirol, die wollen noch was Gesondertes) angemeldet, damit wir durch Südtirol durchfahren können. Für Österreich brauchen wir - da wir nur durchreisen, wenn auch zweimal - keine Einreiseanmeldung, für die Schweiz (und wenn wir verrückt sind, für Liechtenstein) brauchen wir keine Einreiseanmeldung, weil wir mit dem Auto unterwegs sind (mein Belgien-Luxemburg-Trip ist ab heute, Mitternacht, nach Schweizer Recht verjährt, sodass ich da keiner Beschränkung mehr unterliege), und für Slowenien scheint man überhaupt gar nie was zu brauchen, aber vielleicht kontrolliert da wirklich einer an der Grenze, mal gucken ...

Für den Heimweg wird es dann etwas komplizierter, nicht in Österreich und Italien, wohl aber in der Schweiz und in Deutschland. Da Slowenien für die Schweizer, jedenfalls im Moment, als Risikogebiet zählt, müssten wir da normalerweise in Quarantäne, aber da wir auf alle Fälle nur durchreisen werden, gilt eine Ausnahmeregelung in der Schweizer Vorschrift, die uns von allen Anmelde-, Test- und Quarantänepflichten befreit.

In Deutschland müssen wir in Quarantäne, können diese aber nach Vorliegen eines negativen Schnelltests (und Upload auf die digitale Einreiseanmeldung) sofort abbrechen. Daher werden wir am Sonntag wahrscheinlich in Lindau noch einen Test machen (zum Test darf die Quarantäne unterbrochen werden), auf dem schnellsten uns möglichen Weg zum Auto zurückkehren, das Testergebnis abwarten  und hochladen und dann die Quarantäne (hoffentlich) noch im Auto abbrechen ... Dann fahren wir wahrscheinlich durch die Schweiz nach Hause und gehen nach geglückter Rückkehr in eine Bonndorfer Gaststätte (den Test haben wir ja dann aus Lindau ...).

Oh Mann, in fünf Jahren werde ich diese Bürokratie-Ungetüme, die die einzelnen Länder da aufgebaut haben, hoffentlich nur noch absurd finden ... obwohl, absurd finde ich sie teilweise heute schon ...

Heute geht es früh ins Bett (denke ich ...), denn morgen geht es frühüüh auf den Roadtrip - weite Welt (mehr oder weniger, eher weniger ...), wir kommen!

Sonntag, 30. Mai 2021

Eigentlich eine Kathedrale

 ... ist das "Freiburger Münster", und auch wenn ich vor weniger als zwei Jahrzehnten da zuletzt drin war, ist es doch schon ein Weilchen her - umso schöner, dass es heute geklappt hat mit der - kurzen - Besichtigung, auch wenn mich die Aufseher da ein bisschen mitleidig angesehen haben, denn ich dürfte ganz schön fertig ausgesehen haben ...

Der gestrige Mittag wurde im Kranz verbracht, die in der Luca-App gespeicherte Aufenthaltszeit kann überhaupt nicht sein, und heute Morgen war ich fit wie ein Turnschuh und konnte es kaum erwarten, aus dem Bett zu hüpfen. Oder so ...

Ich nahm tatsächlich den ersten Bus nach Neustadt, was aber machbar war, denn sonntags fährt der erste Bus um 10.40 Uhr. Kurz nach 12 Uhr war ich - nach Umsteigen in Neustadt und Fahrt über das Ravennaviadukt (die Mutter und ihre Tochter im Nebensitz rätselten, was für eine Schlucht das wohl sein, waren sich aber ziemlich sicher, dass es nicht die Wutachschlucht ist - rüschdüsch!) - in Himmelreich angekommen ("Schlucht vom Himmelreich", liebe Tochter, hört sich zwar gut an, aber es ist natürlich, ich möchte lösen, die Ravennaschlucht ...).

Es ging unter der B 31 hindurch in Richtung Rotbach (bzw. Höllenbach), und das ist ein richtig schöner Wanderweg dort - hier war ich nun wirklich in meinem ganzen Leben noch nicht geleben. Es ging, auf meist kombiniertem Fahrrad- und Fußgängerweg durch Burg Höfen in Richtung Kirchzarten und in Kirchzarten dann in Richtung Zarten.

Am Ortseingang von Zarten bog ich aber ab und lief ein Stück parallel zur Dreisam mit wunderbaren Blicken auf den Schwarzwald links und hinter mir ... Richtig, richtig schön!

Die Wanderapp hatte mir einen Weg mitten durch den Freiburger Golfplatz geführt (hatte ich sie dazu gezwungen?!), doch nach - zum Glück schon - wenigen hundert Metern landete ich an einem geschlossenen Tor ... Mist, aber auch - okay, da gab es ein "Kein Durchgang"-Schild, aber das stand wirklich so doof (längs statt quer zum Weg), dass ich nicht erahnen konnte, dass das für diesen Weg galt ...

Nun gut, zurück, Marsch, Marsch, und mit einer weiteren Über- und einer Unterquerung der B 31 ging es weiter in Richtung Freiburg, das ich mit der Überquerung des Bruggastegs kurz vor der Mündung der Brugga in die Dreisam formal erreichte.

Fast genau ein Jahr nach dem ersten Besuch in meiner Geburtsstadt, am 31. Mai 2020 auf dem Schauinsland, hatte ich nun also Freiburg zum zweiten Mal erreicht, und ich muss sagen, da an der Dreisam entlangzuwandern, ist jedenfalls dann richtig schön, wenn nicht Heerscharen von Radfahrern, Skateboardern, Laufradfahrern, Handfahrradfahrern und Paraglider (kein Witz!) auf und neben dem Weg unterwegs sind.

Ein Fahrradfahrer rollte fast in mich hinein, weil er statt auf den Weg auf die andere Seite der Dreisam und die dort befindliche blonde Bikini-Schönheit glotzte, aber durch einen beherzten Schritt ins Gras, konnte ich einen Anprall verhindern, denn die Geschwindigkeit des Herrn glich eher einem Stehversuch ...

Ich kam am bisherigen Freiburger (Schwarzwald-)Stadion vorbei, beobachtete interessiert die vielen Menschen, die am Dreisamufer lagen, der eine oder die andere kühlte sich die Füße auch mal im Wasser ab, aber schwimmen war da keiner, dazu war das Wasser zu flach und zu schnell ...

An der Oberau-Brücke wechselte ich auf die Nordseite der Dreisam und lief dann unter der B31-Brücke über die Dreisam (viele Obdachlose, die sich hier eingerichtet haben) hindurch. Durch das Schwabentor ging es in Richtung Münster, und auch wenn die berühmten Freiburger Bächle leer sind, hatte ich heute erstmals in Freiburg meine (Wander-)Karte im Anschlag, sodass ich mich praktisch nicht verlief ... Eine weitere Premiere!

Das Münster war offen, sodass ich einfach mal reinlatschte und vor allem von den Fenstern, die ich so schön nicht in Erinnerung hatte, ziemlich begeistert war ... Auch das Portal ist hübsch, aber nach zwanzig Minuten oder so verließ ich die Kathedrale des Freiburger Erzbischofs wieder.

Am Rathausplatz vorbei lief ich in Richtung Bahnhof, und da ich sowohl die frühe S-Bahn nach Neustadt mit Anschluss nach Bonndorf (deutlich) als auch die S-Bahn nach Breisach (knapp) verpasst hatte, fuhr ich mit der S-Bahn in den Schwarzwald hoch. So kam ich zwar durch Neustadt, da ich aber hier keinen Anschluss nach Bonndorf gehabt hätte (den gibt es sonntags nur alle zwei Stunden), fuhr ich weiter durch bis nach Unadingen, stieg dort aus, zehn Minuten später wieder in den Gegenzug und kam jetzt pünktlich zum Anschluss nach Bonndorf in Neustadt an ...

Ich war richtig fertig, wollte nicht im Zug einschlafen, das gelang mir, aber daheim wurde erstmal eine Flasche Spezi verdrückt, damit ich meinen Zuckerhaushalt wieder auffülle ...

Heute habe ich die 1.400-Kilometer (insgesamt) überschritten - das Spinnenbein auf meiner Karte in Richtung Freiburg ist nun vollständig, mal gucken, ob ich das auch noch - so wie das Feldberger Spinnenbeginn - noch bis zum Rhein (und womöglich darüber hinaus nach Colmar) vervollständige, aber das entscheiden wir spontan ...

So, heute gibt es jede Menge Bilder (wenn es heute klappt):

Vorgestern zwischen Rötenbach und Gutachbrücke

Im Wald

Blick auf den Schwarzwald

Hintere Höllentalbahn

Gutachbrücke

Donnerstag: Krumm's Föhrle

Blick auf Wellendingen

Blick in Richtung Bonndorf

Heute: Höllenbach (Rotbach)

B 31 mit Schwarzwald

Blick auf den Südschwarzwald

Schwabentor in Freiburg

Freiburger Münster

Fenster im Freiburger Münster

Münsterportal

Freiburger Münster

Donnerstag, 27. Mai 2021

Erst Vollsprint, dann Kletterei, dann Bus verpasst

So ungefähr lässt sich meine Wanderung von vorgestern zusammenfassen: Ich hatte mich spontan entschieden, um 17.40 Uhr den Bus nach Neustadt zu nehmen und dort in die S-Bahn nach Rötenbach zu springen. Dort kam ich - pünktlich - um 18.39 Uhr an, aber irgendwie hatte ich mich verrechnet (Mathematiker halt) und für meine gut fünf Kilometer lange Strecke zum Bahnhof Gutachbrücke nur genau 61 Minuten Zeit.

Nun denn, im Wander-Vollsprint ging es vom Rötenbacher Bahnhof unter den Gleisen durch und die Schanzstraße hoch ... Die Schanzstraße steigt sanft, aber grausam an, und mir taten schon nach einigen hundert Metern die Oberschenkel weh, weil ich da mit deutlich über 5 km/h hochjagte (nicht lachen da hinten!). Nun hatten wir es am Vorabend bei der Wiedereröffnung des Schnitzer ein bisschen übertrieben, und das machte es nicht unbedingt besser, aber es half ja alles nix, ich wollte den Bus erwischen, also lief ich weiter, immer weiter.

Ich bog auf den Kappelerweg in den Wald ab, und das war richtig schön dort, aber es ging nur selten bergab und meist bergauf, bis ich kurz hinter der Gemeindegrenze zwischen Friedenweiler (Rötenbach) und Lenzkirch (Kappel) den Höhepunkt der heutigen Wanderung erreicht hatte ... Es würde eng werden zeitlich, auch wenn ich ein paar Minuten rausgeholt hatte, und so lief ich schnellen Schrittes den (steilen) Berg hinunter - mir kann man es auch nicht recht machen, ich weiß ...

Zu allem Überfluss hatte ich hier aus dem Wald heraus traumhafte Ausblicke auf den Schwarzwald, das Wetter spielte definitiv mit, sodass ich für den einen oder anderen fotografischen Schnappschuss das Tempo herausnehmen musste. Ich unterquerte die Eisenbahnstrecke, nachdem gerade ein Zug an mir vorbeigefahren war, und hatte zwei, drei Minuten Vorsprung auf den Bus, als ich unten die Gutach querte ...

Die ersten vier Kilometer war ich also im Plan, doch jetzt ging es nochmal bergauf, und die Streckenplanung führte über einen Pfad an der Gutach entlang. Der war erstens schön, aber zweitens, wie ich schnell merkte, nicht von allerlei Gebäum freigeräumt, und während ich noch über den ersten Baum drüberhechtete, stellte mich der Baumparcours zunehmend vor Probleme.

Als ich unter (!) einer herausgehebelten Baumwurzel hindurchkrabbelte, hatte ich noch ein bisschen Zuversicht, aber beim Doppelhindernis, das zwei Bäume binnen weniger Meter vor mir aufgebaut hatten, ließ ich alle Hoffnung fahren, zumal der Pfad - inzwischen einige Meter hoch über der Gutach - auch ein bisschen glitschig war, und da wollte ich nicht Kopf und Kragen riskieren, nur um einen Bus zu erwischen, zumal ich meiner Mutter auch heute schon wieder telefonisch avisiert hatte, dass das Mamataxi erstmals seit langer Zeit wieder in Anspruch genommen werden könnte. (Das war ein langer Satz ...)

Ich stand also zwischen den beiden querliegenden Baumständen und rief meine Mutter an (was glücklicherweise gut funktionierte, trotz Schluchtlage). Nachdem sie sich auf den Weg gemacht hatte, krabbelte ich unter dem zweiten Baum hindurch, erklomm die in den Hang gehauenen Treppen und hörte ein paar Meter über mir den Bus vorbeifahren ... Nun konnte ich mir definitiv Zeit lassen, kletterte über die Leitplanke und lief gemächlich zum vereinbarten Treffpunkt am Bahnhof Gutachbrücke.

War ich die ersten vier Kilometer mit einem Schnitt von knapp über elf Minuten gelaufen (teilweise bergauf!), brauchte ich für den fünften Kilometer fast 20 Minuten, aber auch so war ich vor meiner Mutter da, die nach endlicher Zeit eintrudelte und erstmals seit dem 16. Februar (Schlussstück der Schaffhausen-Umrundung) den Herrn Sohn von einer Wanderung nach Hause kutschierte.

Das war eine kurze (5,2 km) Wanderung, aber eine richtig schöne, das hat Spaß gemacht.

Nachdem wir gestern, öhem, bei der Wiedereröffnung des "Sonntag" mithalfen (tatkräftig! Ohje ...), brauchte ich heute Abend eine Wanderung, auch wenn es mir schwerfiel ... Ein bisschen faul aber war ich, denn ich wollte mit dem Bus vom Rathaus hoch zum Abzweig nach Boll fahren, denn so sparte ich mir wenigstens den Aufstieg bis fast zum Lindenbuck.

An der Bushaltestelle traf ich die Nachbarin, die wurde fast vom Bus umgefahren, und da der Bus nicht lange hielt, musste ich sie höchst unsanft abservieren (sorry nochmal!). Nach einer Minute stieg ich am "Lindenbuck" aus und lief an der Stätte des gestrigen Großbrandes in der Fleischfabrik Adler vorbei in Richtung Krumm Föhrle und Münchingen. Es gibt zwei Straßen nach Münchingen, und die südliche war ich schon ein paar Mal gelaufen, aber die nur wenige Meter weiter nördliche hatte ich irgendwie  noch nie geschafft.

Kurz hinter der Verzweigung Dillendorf/Brunnadern bog ich in den Wald ein und lief über teilweise schlammige Wege durch den wunderbaren Wald. Soooo schön ... Als ich aus dem Wald herauskam, lief ich ein Stück über eine Wiese, an deren Rand ein Grenzstein steht - keine Ahnung, was der wann wie abgegrenzt hat, aber ein kleines bisschen freute ich mich doch über so einen Grenzstein ...

Ich kam auf die asphaltierte Straße nach Wellendingen, wurden von einem Schäfer sehr freundlich und von seinem Hund noch freundlicher gegrüßt (der Herr bot mir sogar an, mich nach Wellendingen mitzunehmen, komisch, ich sehe wohl nicht wie der typische Wanderer aus ...), und so lief ich - gar nicht einmal auf dem schnellsten Weg - nach Wellendingen hinunter.

Von diesem Hardtweg da oben kann man unglaublich weit in Richtung (ich glaube) Randen gucken, und auch nach Bonndorf und den Südschwarzwald hat man richtig schöne Aussicht. (Ja, das Wetter spielte heute Abend wieder wunderbar mit.) Ich glaube, da bin ich nicht das letzte Mal gelaufen.

Ich hatte nun die Auswahl, in Wellendingen in den Bus zu steigen oder aber die gut drei Kilometer noch zu Fuß zu bewältigen, entschied mich fürs Laufen und ging die Straße "Am Tännle" hoch ... Hier war ich im Winter mal im Dunkeln gelaufen, und heute erschien mir die Strecke besser bewältigbar. Mit ebenfalls schönem Blick auf Bonndorf ging es gen Heimat und durch den Stadtpark zum Schloss und zu meinem Zweitwohnsitz.

Das war zwar auch - mehr oder weniger nur - neun Kilometer heute, aber irgendwie war ich heute Abend ziemlich fertig. Sei es, wie es sei, morgen Abend und übermorgen (da macht der Kranz wieder auf ...) wird wahrscheinlich nicht gewandert, aber am Sonntag soll auch gutes Wetter sein, mal sehen ...

Die Fotos wollen heute nicht, weil mein Rechner ein Update zieht ... Vielleicht morgen ...

Montag, 24. Mai 2021

Einen Ententanz im Kondominium

 ... habe ich gestern aufgeführt, dass Jessi und Christian nicht umhin konnten, loszuprosten ... Jaha, ich weiß ja, dass ich ein Spinner bin ...

Nachdem ich am Freitag Abend nach Kaiserslautern angereist war, breiten wir über die wenig maßvolle Großzügigkeit von Jessi und Christian hinsichtlich der Versorgung des faulsten Gastes der Welt am besten den Mantel des Schweigens - wie immer war das Essen sehr lecker und die Getränke sowieso.

Gestern, am Sonntag, stand die große Reise an - wir fuhren von Kaiserslautern unter Vermeidung von Autobahnen in Richtung Hunsrück, dabei auch durch das Saarland, und ich muss gestehen, so richtig im Hunsrück unterwegs scheine ich noch nicht gewesen zu sein, denn ich war sehr beeindruckend von den schönen, hügeligen Landschaften - selbst im Saarland war es sehr hübsch ...

Kurz vor Vianden überquerten wir - an Land, denn hier ist das einzige Mal, dass die deutsch-luxemburgische Grenze nicht von einem der Flüsse Our, Sauer oder Mosel gebildet wird - die Grenze nach Luxemburg. Wir sahen sogar zwei Grenzsteine (ohne Rille!), und der Autor war zum ersten Mal an diesem Tag glücklich ...

Nicht so richtig glücklich waren wir allerdings mit der Ladesäule: Jessi und Christian sind seit ein paar Tagen stolze Besitzer eines Hybridautos, und dementsprechend wollten sie an einer luxemburgischen Ladesäule in Vianden Strom tanken. Allein, es funktionierte nicht, weil man anscheinend für diese luxemburgische Ladesäule eine luxemburgische Tankkarte benötigt. Leute, sorry, aber das ist richtig große Sch ..., ach, was soll's, richtig große Scheiße ... Wieso kann man da nicht wenigstens mit der Kreditkarte zahlen, wenn man - meinetwegen - bereit ist, auf die Vergünstigung für den Kunden dieses speziellen Ladesäulenverbundes zu verzichten?

Nachdem wir also den erfolglosen Tankversuch abgebrochen hatten, fuhren wir auf einen kostenlosen Parkplatz unterhalb des Restaurants, ein Spanier brachte uns mit seinen untauglichen Auspark- und Autofahrversuchen an den Rande des Wahnsinns, aber dann hatten wir das Auto abgestellt und konnten essen gehen.

Wir hatten einen Tisch in einem Heißer-Stein-Restaurant reserviert, aber vor den Genuss hatten die Götter den Schnelltest gesetzt. Wir bekamen die Schnelltests vom Restaurant (gegen Gage natürlich) und mussten dann selbst - theoretisch unter Aufsicht, praktisch .... öhm ... - die Dinger in die Nase einführen ...

Wieso denke ich jetzt an Mike Krüger und "Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen"?

Jedenfalls fielen die nach bestem Wissen und Gewissen (Gewissen viel, Wissen wenig) durchgeführten Schnelltests alle negativ aus, sodass wir nach drinnen durften (draußen wäre es ohne Schnelltest gegangen, aber das war doch ein bissel kühl und zugig ...

Es wurde luxemburgisches Bier konsumiert, Jessi aß - in einem österreichisch angehauchten Restaurant, naja, die Musik war sehr österreichisch und sehr laut ... - Käsefondue, während Christian und ich uns an 400-g-Steaks vom heißen Stein versuchten - natürlich erfolgreich, zumal das Ding sehr, sehr lecker war. Dass Christian keine Beilage wollte, sorgte für Verwirrung beim Ober, aber auch das kriegten wir behoben.

In einem Anfall von völligem Wahnsinn aß ich dann noch eine (große) Portion Kaiserschmarren und war für den Rest des Tages pappsatt.

Wir versuchten noch, einen Parkplatz für den Zugang zum Viandener Schloss zu ergattern, fanden keinen, machten schließlich zumindest noch ein Foto (bzw. ließen machen) und fuhren dann - wieder über Landstraßen - in Richtung des Dreiländerecks zwischen Belgien, Deutschland und Luxemburg.

"Dreiländereck" ist, wie der aufmerksame Leser dieses Blogs vielleicht schon weiß, nicht so richtig, denn es ist mehr eine Dreiländerlinie. Hä? Nun, soweit die Flüsse Our, Sauer und Mosel die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bilden, gehören sie zu beiden Staaten gleichzeitig. Dadurch gibt es aber nicht nur einen Punkt, an dem sich die belgischen, deutschen und luxemburgischen Hoheitsgebiete berühren, sondern eine Linie quer durch die Our, an der das belgische Hoheitsgebiet an das deutsch-luxemburgische Kondominium (nicht Kondominion, wie ich Graecolateiner das gestern verballhornt habe ...), also das gemeinschaftliche Hoheitsgebiet Deutschlands und Luxemburgs, anstößt.

Aber halt, auf dem Weg dorthin fuhren wir, nachdem wir aus Luxemburg wieder nach Deutschland gefahren fahren, zunächst wieder nach Luxemburg, und an selbiger Brücke waren auch ausdrücklich Grenzplaketten zwischen dem rein deutschen Gebiet und dem deutsch-luxemburgischen Kondominium und ein paar Meter später zwischen dem deutsch-luxemburgischen Kondominium und dem rein luxemburgischen Gebiet angebracht ... Ich bat Jessi - ekstatisch brüllend - anzuhalten, was sie natürlich tat, und ich jubilierte auf diese Brücke zu ... Die beiden wissen ja eigentlich schon, dass ich spinne, aber da erhielten sie mal wieder eine Bestätigung.

Wir fuhren also durch Luxemburg, über die luxemburgisch-belgische Grenze und hielten am Parkplatz des Europadenkmals. Von dort liefen wir kurz zurück nach Luxemburg, dann ganz kurz zum Europadenkmal, aber das eigentliche Ziel war die Fußgängerbrücke zwischen Belgien und Deutschland wenige Meter nördlich der Dreiländerlinie. Ach, Kinners, ist das schön ... Da standen drei Grenzsteine (Weisersteine!) in der Gegend herum, je einer auf deutscher, belgischer und luxemburgischer Seite - so, so, soooooooo schön ... (Und so schön, dass man zumindest zwischen diesen drei Länder im Moment wieder - jedenfalls, wenn man unter 24 Stunden unterwegs ist - ohne irgendwelche Anmeldungen unterwegs sein kann ...)

Jetzt ging es aber noch einmal nach Wasserbillig zum Tanken (in Wasserbillig wurden wir fast in einen Unfall verwickelt, weil uns jemand brutalomatestens die Vorfahrt nahm, zum Glück war da eine - leere - Parklücke, in die Jessi ausweichen konnte), danach auf die luxemburgische Autobahn, über die wir nach Deutschland fuhren ...

Nach der Ankunft in Kaiserslautern wurde nur noch ein kleiner Snack verzehrt, dann ging es ins Bett - ich war vor lauter Endorphinen so fertig ...

Heute geht es - nach einem kurzen Abstecher ins Testcenter in Mannheim - zurück nach Bonndorf, denn heute öffnet der Schnitzer, und wir werden - latürnich - wie im Vorjahr zu den ersten Gästen gehören, die zur Wiedereröffnung dort aufschlagen ...

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Am Donnerstag Abend machte ich - bei in diesem verregneten Mai ausnahmsweise gutem Wetter - früh Schluss und fuhr mit dem Bus nach Neustadt und weiter mit der S-Bahn nach Titisee. Über vergleichsweise flache Wege (teilweise auch an der sehr idyllischen Bundesstraße 31 - brummmmmm - vorbei) ging es - um den Hochfirst herum - nach Neustadt und von dort unter Gutachbrücke hindurch bis zur Kaplaneimatte, an der ich vor einigen Wochen schon einmal in den Bus eingestiegen war. Deswegen konnte ich dort natürlich nicht einsteigen, sondern musste - Graf Zahl ließ mal wieder grüßen - zur nächsten Haltestelle, Bahnhof Gutachbrücke, weiterlaufen. Dort stieg ich dann in den Bus ein und konnte meiner Mutter, die ich vorher gebeten hatte, fahrbereit zu sein, falls ich den Bus verpasse, Entwarnung geben ...

So schnell, nämlich fast 5,4 km/h, bin ich auf einer Wanderung noch nie gerannt. War der bisherige Rekord bei 11:30 Minuten pro Kilometer (am 11. Oktober 2020 auf der Strecke von Uttwil nach Horn am Bodensee entlang) gelegen, so brauchte ich jetzt nur 11:07 Minuten für den Kilometer - aber die 11:30 Minuten bleiben wenigstens Schweizer Rekord, höhö ...

Über die Gutach

Unterwegs auf der Außenseite des Hochfirst

Gutachtalbrücke

Grenzstein Deutschland-Luxemburg

Testsauerei

Schloss Vianden

Grenze Luxemburg - Kondominium

Blick von der Kondominiumsbrücke aufs Kondominium

Grenze Deutschland - Kondominium

Europadenkmal

Blick auf die Dreiländerlinie (Verlängerung des Bachs auf der Gegenseite); Vordergrund: Deutschland, Hintergrund links: Luxemburg, Hintergrund rechts: Belgien, flussaufwärts (rechts) von der Einmündung des Ribbach in die Our Grenzziehung zwischen Belgien und Deutschland in der Flussmitte, flussabwärts gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Gebiet

Dienstag, 18. Mai 2021

Vor und zurück

 ... ging es heute durch Schaffhausen, vor und zurück ging es auf dem Wiizemersteg kurz darauf, denn heute war ich mal wieder in der Schweiz.

Meine Mutter war sich nicht so ganz sicher, wie sie nach dem Bau des Galgenbucktunnels in Schaffhausen auf die Autobahn in Richtung Zürich kommt, und so fuhren wir nach Feierabend in Richtung Schleitheim und weiter nach Schaffhausen. Ich hatte heute Spaß daran, meine Mutter durch die diversen Schaffhauser Tunnel zu kutschieren - erst aus dem Tunnel kommend in Richtung Zürich, dann von Neuhausen kommend in die gleiche Richtung, danach aus Norden kommend in Richtung Stadt und schließlich von Norden kommend wieder in Richtung Tunnel ... Meine Mutter sprach von einem "Drehwurm", den sie bald bekomme, aber ich fand es lustig ...

Auf dem Heimweg machten wir noch am Wiizemersteg Station und gingen noch einmal kurz hinüber in die Schweiz, dann fuhren wir heim, bekamen aber leider kein Eis mehr ... So endet der Tag mit einem spontanen Ausflug ins Ausland und einer kleinen Enttäuschung ...

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Am Wochenende war ich wieder bei Jessi und Christian (und nächstes Wochenende wird es wahrscheinlich wieder so werden) ... Während die beiden lecker kochten, guckte ich zu und tat, was ich am besten kann: Ich plante eine Reise ... Seit längerer Zeit schleichen wir um eine Feuerlandtour umher, und wenn das so klappt, wie ich mir das vorstelle, verbinden wir Feuerland mit Montevideo und den Iguazufällen - aber das steht noch alles in den Sternen ...

Erstmal backen wir kleinere Brötchen, und das könnte bedeuten, am Wochenende mal Luxemburg unsicher zu machen, da war ich jetzt auch schon mehr als vier Jahre nicht mehr ...

Die Rumänientour müssen wir vielleicht eine Woche vorziehen, weil eine Kollegin im ursprünglich geplanten Zeitraum schon Urlaub angemeldet hat, aber das sollte trotzdem funktionieren, auch wenn das dann die letzte Ferienwoche in Rumänien ist - wird schon passen, denke ich.

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Das Wetter ist im Moment ja nicht so richtig einladend zum Wandern, aber ich hoffe, dass es gegen Ende des Monats besser wird, und dann mal ein Wochenende wieder (teilweise) in Wanderstiefeln verbracht, das wird dann auch schön - zumal ich jetzt ja auch wieder in die Schweiz wandern kann ...

Das Bild gab's schon öfter, ist aber trotzdem schön ...

Freitag, 14. Mai 2021

Die Testpflicht nach § 5 Abs. 2 CoronaEinreiseV

 ... ist für Personen, die weniger als 24 Stunden in ein Risikogebiet reisen (Ausnahme nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 CoronaEinreiseV), aufgrund der Rückausnahme in § 6 Abs. 4 CoronaEinreiseV ausgesetzt. Willkommen in Deutschland!

Was heißt das denn jetzt schon wieder (als Dokumentation für die Nachwelt)? Grundsätzlich unterliegen Menschen, die aus einem ("einfachen") Risikogebiet (wie der Schweiz) einreisen, der Anmelde-, Absonderungspflicht und Testpflicht nach § 3 bzw. § 4 bzw. § 5 Abs. 2 CoronaEinreiseV.

Allerdings sind in § 6 Ausnahmen von diesen Verpflichtungen geregelt, und zwar von § 3 und § 4 für diejenigen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder aber für weniger als 24 Stunden einreisen. Jetzt hätte man natürlich im ersten Satz § 6 nicht nur § 3 und § 4 aufnehmen können, sondern auch § 5 Abs. 2 (Testpflicht), aber nein, das wäre ja zu einfach gewesen, deswegen hat man die Ausnahme von § 5 Abs. 2 in den § 6 Abs. 4 geschrieben, und ich bin fast sicher, dass sie das erst vergessen hatten und dann mit heißer Nadel in die Verordnung geschrieben haben, die Leute im Gesundheitsministerium ... Wieso also einfach, wenn es auch umständlich geht?

Jedenfalls galt die CoronaEinreiseV gestern, an Christi Himmelfahrt, erstmals, sodass auch touristische und Einkaufsausflüge in die Schweiz seit gestern wieder zulässig sind (bei all den Verschärfungen, die es in letzter Zeit gab, war es sicher total sinnvoll, ausgerechnet am alkoholreichsten Feiertag des Jahres eine Lockerung einzuführen ...), aber wir waren ja ohnehin auf der sicheren Seite, weil meine Ersatzoma, meine Ma und ich uns gestern in Kreuzlingen mit Tochter und Schwiegersohn (und Hund!) getroffen haben, und Treffen mit Familie bzw. Freunden waren schon vorher - nach der strengeren baden-württembergischen Regelung - für bis zu 24 Stunden quarantänefrei möglich ...

So, ich werde diesen Text in drei Jahren wahrscheinlich lesen und mich fragen, was ich damals geraucht habe, aber das ist leider die volle Wahrheit ... Wieso man ein paar juristische Vorlesungen besucht haben muss, um die Regeln für etwas so Elementares wie die Einreise nach Deutschland (für Deutsche!) zu verstehen, ist eine Frage, die auch nur ein Jurist beantworten kann ...

Jedenfalls fuhren meine Ersatzoma, meine Ma und ich gestern um 10.40 Uhr mit dem Bus in Bonnd... Mit dem Bus?? Ja, die beiden Damen fuhren mit dem Baden-Württemberg-Ticket, sodass wir alle drei ein offenes Bierchen (oder vier) in Kreuzlingen trinken konnten, weil keiner mehr fahren musste - logisch, oder? Denn: Don't drink and drive!

Wir fuhren also um 10.40 Uhr in Bonndorf ab, stiegen in Neustadt in die S-Bahn nach Donaueschingen und dort in den Regionalexpress nach Konstanz. Wir hatten hin- und herüberlegt, ob wir noch nach Kreuzlingen weiterfahren (mit dem Baden-Württemberg-Ticket wäre das kostenlos gegangen, mit der BC 100 nicht), aber wir hatten uns mit den Schweizern geeinigt, dass wir in die "Alte Badi" gehen, und da war der Fußweg vom Konstanzer Bahnhof und vom Kreuzlinger Bahnhof praktisch gleich lang.

Wir kamen also in Konstanz an - und es fing an, in Strömen zu regnen. Na super! Auch in der Schweiz ist nur die Außengastronomie, öhm, ich meine natürlich die "Aussengastronomie", offen, und da ist es immer ein bisschen bescheiden, wenn es regnet ... (Auch wenn es immer noch Grenzsteine an der Staatsgrenze gibt, die immer wieder mein Herz aufgehen lassen, auch wenn ich diese Grenzsteine jetzt schon kannte ...) Wir kamen an der Kneipe an, stellten uns an und bekamen den Tisch prompt in dem Moment zugewiesen, als die beiden Schweizer (plus Hund) auch ankamen. "Den Tisch" ist nicht richtig, denn es gibt eine Beschränkung auf vier Personen in der Schweiz, sodass wir an zwei Tischen saßen, die - latürnich! - mit korrektem Abstand voneinander entfernt standen (und glücklicherweise unter einem Dach waren alles, später kam sogar noch die Sonne raus) ...

Wir aßen (assen) - wenn man schon am Bodensee ist - Fisch, der sehr lecker war. Die anderen tranken kleine Biere, ich dagegen trank "Kübel", so heißen halbe Liter offenbar im einen oder anderen Lokal in der Schweiz ... Passt ...

Wir liefen zurück zum Konstanzer Bahnhof (mit den Schweizern zusammen, die ja die 24-Stunden-Einreise-Ausnahme, ebenfalls in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 CoronaEinreiseV, auch nutzen konnten) und fuhren gemütlich über Donaueschingen zurück ... Wir fuhren noch bis Hinterzarten, weil an Feiertagen der Bus von Neustadt hoch nach Bonndorf nur alle zwei Stunden fährt, und ehe wir eine Stunde Wartezeit in Neustadt überbrückten, fuhren wir lieber noch ein bisschen weiter Bahn ...

Ich glaube, den beiden Damen hat es gestern auch mit dem Bus- und Zugfahren ganz gut gefallen, ja, es ist alles ein bisschen umständlicher als mit dem Auto, aber wenn man dann mit gutem Gewissen ein paar Bierchen trinken kann, wird das auch nicht so verkehrt sein.

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Das Wetter in Bonndorf in den letzten Tagen war regnerisch, sodass ich keine Wanderungen unternahm. Dafür habe ich vorgestern Abend mal einen kleinen Prospekt für die Rumänienreise gebastelt. Und das klingt alles ziemlich gut, so mit der Abreise am 4. September und der Rückkehr am 12. September, auch wenn ich das erstmal mit den Kolleginnen und dem Chef abklären muss, ob das arbeitstechnisch überhaupt sinnvoll machbar ist, aber das werde ich dann in den nächsten Tagen mal angehen.

Geplant ist jetzt, auf dem Hinweg in Wien zu übernachten und dann über Ungarn nach Hermannstadt (Sibiu) zu fahren. Dort wollen wir drei Nächte schlafen und an den beiden Tagen ein bisschen durch die Karpaten und Siebenbürger düsen ... Mal sehen, ob wir alles machen, aber Zielpunkte sind die Transfăgărășan-Straße zum Bâlea-See, die Schlösser Bran und Peleș sowie Kronstadt (Brașov) und Schäßburg (Sighișoara) ...

Wenn wir coronatechnisch einigermaßen unproblematisch in die Ukraine einreisen können, würden wir danach zu den Moldauklöstern fahren (das Moldovița-Kloster könnte es werden) und in Suceava, der nächstgrößeren Stadt mit vernünftigen Hotels übernachten ...

Am Folgetag ging es - wohl mit kleinem Abstecher nach Moldawien - dann in Richtung Lemberg in der Ukraine. Die Etappe am Tag darauf nach Krakau wäre eher kurz, sodass man wirklich noch ein paar Stunden Zeit in der Krakauer Altstadt hätte. Die vorletzte Etappe ginge zur Schneekoppe, über die die tschechisch-polnische Grenze verläuft, und von dort zur letzten Übernachtung in Görlitz. Von Görlitz aus würde ich dann mit dem Zug zurück nach Hannover fahren, während Jessi und Christian mit dem Auto weiter nach Kaiserslautern fahren würden.

Das klingt alles schon ziemlich gut ...

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Die Wochenenden nach meiner vollständigen Impfung könnte ich natürlich auch so verbringen, dass ich an einem Samstag nach Flensburg fahre und von dort mit dem City-Ticket bis ins dänische Krusau (Kruså), am darauffolgenden Sonntag nach Aachen und mit dem City-Ticket nach Vaals in den Niederlanden und nach Kelmis in Belgien, am darauffolgenden Samstag nach Perl und zu Fuß nach Schengen in Luxemburg und Apach in Frankreich sowie - als Highlight - am Sonntag dann nach Tschechien und Polen ...

Auf der Bahnstrecke Dresden-Zittau gibt es ein ganz kleines Stückchen, wo der (deutsche) Zug durch tschechisches Gebiet fährt, und ich werde dann unmittelbar vorher aussteigen, durch das tschechische Gebiet durchwandern und auf deutschem Gebiet wieder in den Zug einsteigen. In Zittau werde ich in den Zug nach Görlitz steigen; dieser Zug fährt teils über polnisches Territorium und hält auch am Bahnhof Krzewina Zgorzelecka, der aber gewissermaßen der Bahnhof der deutschen Gemeinde Ostritz ist. Das finde ich auch ziemlich lustig ...

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Man sieht also, die Planungen nehmen so langsam an Fahrt auf ... Flüge sind noch keine so ganz akut in der Überlegung, aber bis in zwei Monaten weiß man dann natürlich auch mehr, und dann sehen wir weiter.

Schnappschuss von der Seebrücke in Konstanz auf den Bodensee

Grenzstein Nr. 1 Baden-Thurgau

Sonntag, 9. Mai 2021

Alles mitgenommen

 ... an den üblichen Nebenwirkungen habe ich bei meiner COVID-19-Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff, von Kopfschmerzen (aua) über erhöhte Temperatur, Schüttelfrost und Gliederschmerzen bis zum besonders teuflischen "Druckempfinden an der Einstichstelle", aber ich habe das alles mannhaft überstand, das heißt, ich habe nur dreimal (und leise!) "mimimi" gemacht, allenfalls eine Nacht eine Wärmedecke zur Hilfe genommen und beinahe nicht nach meiner Mama gerufen, damit sie mir die letzte Ölung geben - von daher: alles bestens ...

Nein, im Ernst: Mir ging es nach der Impfung am Donnerstag noch einigermaßen gut, aber am Freitag war das eher nicht mehr so gut - wie so oft aber half viel Schlafen viel, und gestern war ich schon wieder ziemlich fit, und heute sowieso. Aber wenn ich so bedenke, wie selbst die Impfung mich nicht so richtig glücklich gemacht hat, bin ich umso froher, dass ich die Krankheit nicht hatte und hoffentlich nie kriegen werde ...

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DHL hatte ja den den Koffer meiner Mutter vergraben (und zwar in den Niederlanden!), als sie im März zu mir kommen wollte, aber nach immerhin nur sechs Wochen hatten sie ihn Mitte April doch an die beabsichtigte Adresse geliefert. Nun bin ich seit April im Schwarzwald und konnte den Koffer daher nicht im Empfang nehmen, aber dafür waren die Nachbarn im Erdgeschoss so freundlich, das Teil zu beherbergen. Gestern war ich (unter anderem deswegen) nach Hannover gefahren, und ich wäre pünktlich angekommen, wenn nicht die Landespolizei ewig gebraucht hätte, um zwischen Kassel und Göttingen spielende Kinder vom Gleis zu jagen. So war ich dann fast eine Stunde später als geplant in meiner Bude, aber die Nachbarn hatten den Koffer freundlicherweise schon vor meine Wohnungstür gestellt. Die fünf Portionen Schwarzwälder Schinken, die meine Mutter für die Beherbergung meines bzw. ihres Koffers hat springen lassen, waren also durchaus verdient ...

Heute Morgen war ich seeeehr früh wach, und dementsprechend war es nicht so megaschwierig, die Stadtbahn zum Bahnhof zu erwischen. Dort fiel ich im Reisezentrum ein und kaufte mir jetzt - damit die liebe Seele Ruh hat - die Bahncard 100 für die Zeit vom 26. Mai 2021 bis 25. Mai 2022. Zur Belohnung kaufte ich mir noch - morgens um halb neun - ein Eis und stieg dann in den ICE, mit dem ich nach Freiburg wollte.

Kurz vor Karlsruhe luden wir aber heftig Verspätung auf, sodass ich den Zug aus Freiburg hoch in den Schwarzwald verpasste. Meine Mutter und meine Ersatzoma waren aber im Kanton Thurgau in der Schweiz bei der Tochter meiner Ersatzoma, und so fragte ich vorsichtig an, ob die beiden mich bei der Rückfahrt in Schaffhausen abholen würden. Dem Vernehmen nach war meine Mutter eher begrenzt begeistert, aber ich habe das Donnerwetter bisher überlebt, zumal die beiden mich auch relativ schnell in Schaffhausen fanden und aufluden. So war ich also, nach dem Umsteigen in Basel am Badischen Bahnhof, heute zum zweiten Mal in der Schweiz gelandet, und da es kein einziges Mal aus touristischen Gründen war, muss hier niemand in Quarantäne - so soll es sein ...

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Apropos Quarantäne: Mit den lieben Freunden aus Kaiserslautern ist der Rumänientrip im September jetzt irgendwie fast gebongt. Wir werden sehen, ob ein Kollege von Christian mit seiner Frau auch noch mitwill (bisher wissen die beiden, glaube ich, noch gar nicht so richtig von ihrem Glück, außer natürlich, der Kollesch des Kollesch liest den Blog tatsächlich mit ...), aber zumindest für Jessi, Christian und mich sieht das jetzt recht fix aus. Ob es mit der Ukraine dann auch klappt, steht noch in den Sternen, aber der Plan wäre schon, noch Lemberg mitzunehmen auf dem Rückweg über Krakau und Görlitz. Das Hauptziel aber ist Hermannstadt (Sibiu), das Dracula-Schloss Bran und der Pass nahe des Bergs Moldoveanu - wenn die Ukraine coronatechnisch machbar ist, würde ich auch auf einen Abstecher zu den Moldauklöstern, ihres Zeichens UNESCO-Weltkulturerbe drängen, aber das planen wir dann ... Wenn Herr Spahn recht hat und innerhalb der EU der Sommerurlaub klappen sollten, wären zumindest Ungarn und Rumänien sehr ernsthaft in den Überlegungen enthalten - und da meine Zweitimpfung sogar schon am 1. Juli (also nach acht Wochen) stattfinden soll, könnte ich schon ab dem 16. Juli als voll geimpft durch die Weltgeschichte reisen ...

Ich schließe daher nicht aus (wenn alles so klappt wie gehofft), dass ich noch vor September meine Städte (Lissabon, Budapest, Istanbul, Tel Aviv) mal wieder besucht haben werden - allerdings ist die Schlange von Menschen, die mit mir (noch einmal) nach Israel wollen, nicht unbedingt kurz, da muss ich ohnehin schauen, wie ich die alle unter einen Hut bekomme ...

Der 1000. Blogeintrag ist nah, und ich bin so gespannt, ob ich da womöglich schon wieder irgendwohin fliege - beim Impftermin hatte ich jedenfalls Tränen in den Augen, und das lag keinesfalls am Schmerz wegen des Piekses ...