Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 21. Januar 2021

Bekloppter Wanderer auf der B 315

Ich hoffe, diese Ansage kam heute Abend nicht im Radio, denn ich lief mit Taschenlampe voraus auf der linken Straßenseite. Wieso macht man denn sowas? Nun, ich war nicht sicher, dass der mehr oder weniger parallel verlaufende Fuß-/Radweg geräumt ist, und nach dem traumatischen Erlebnis am Sonntag wollte ich auf keinen Fall die Alternative haben, ob ich ein ganzes Stück zurücklaufe oder aber durch den Tiefschnee wate. Schlussendlich lief ich also - im Dunkeln - an der Bundesstraße entlang, wurde überraschenderweise nicht umgefahren, war aber heilfroh, als ich zeitweise über die Parkplätze ausweichen konnte und dann am Ende auf dem Fußweg direkt neben der Straße Bonndorf erreichte ...

Heute Abend machte ich überpünktlich Schluss, lief durch die Vogelsiedlung und danach auf der Dillendorfer Straße in Richtung Windrad. Von der Straße hatte ich einen tollen Ausblick auf die - gefühlt unglaublich nahen - Alpen, und das, obwohl es ein bisschen nieselte.

Ich nahm - aus Gründen, die ich später erläutern werde - keinen der beiden Wege in den Wald hinein, sondern blieb auf der Kreisstraße in Richtung Brunnadern, auf der kaum ein Auto an mir vorbeifuhr, wanderte durch Brunnadern hindurch, lief in Richtung Spitzkehre und dann auf die Wannenstraße in Richtung Wellendingen.

Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich hier noch nie unterwegs, wandertechnisch im vergangenen Jahr schonmal gleich gar nicht, aber ich bezweifle selbst, dass ich als Kind jemals diesen Verbindungsweg zwischen Brunnadern und Wellendingen gegangen bin. War es bis kurz vor Brunnadern noch mehr oder weniger hell gewesen, war es nun stockdunkel, aber es ging schön durch den Wald, nicht zu steil, das war schön ...

In Wellendingen kam ich durch mir völlig unbekannte Ortsbezirke, bis ich schließlich an der "Insel" auf bekanntes Terrain stieß. Von dort ging es auf direktem Wege (mir war gar nicht klar, dass es von Wellendingen nach Bonndorf sanft, aber doch spürbar bergauf geht, das fällt einem im Auto halt einfach nicht auf ...) zurück ... Am Ende waren es zwölf Kilometer, mal wieder knapp über 5 km/h, was sicherlich daran lag, dass ich schnell von der Bundesstraße runterwollte ... Die Nachbarin sagte mir, als ich zurückkam, noch mit aller Selbstverständlichkeit, dass der Parallelweg geräumt sein müsse (war er auch gewesen, wie ich am Ende feststellte), aber da war schon alles zu spät ... Okay, hatten die mir entgegenkommenden Autofahrer und ich halt ein bisschen Nervenkitzel um kurz vor 19 Uhr ...

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Die oben erwähnten Gründe, nicht in den Wald hineinzugehen, obwohl die Wege geräumt waren, erklären sich aus dem Abendspaziergang am Montag - da war ich, auch an der Bundesstraße entlang, aber da ist wenigstens ein Gehweg, in Richtung Galgenbuck gelaufen. Ich wollte eigentlich über Außer Ort (das ist ein Hof) zurück, und die ersten Meter des Weges dorthin waren auch geräumt, doch nach drei-, vierhundert Metern hatte der Schneepflug(fahrer) offenbar keine Lust mehr gehabt, sodass ich durch den Tiefschnee hätte stapfen müssten, worauf ich jetzt keine Lust mehr hatte. Also drehte ich um, ging doch die große Runde über den Galgenbuck, dann in Richtung "Wacht" und am Lindenbuck vorbei in Richtung Vogelsiedlung. Ich bog scharf rechts und den Berg runter ab, überquerte letztmals die Bundesstraße und kam dann nach Hause.

Die 100. Wanderung insgesamt und 98. im Schwarzwald war nicht so sonderlich spektakulär, aber das war nicht schlimm - ich bin einfach immer wieder froh, wenn ich ein, zwei Stunden unterwegs sein kann und (meistens) den Kopf frei kriege.

Das waren jetzt mehr als 18 Kilometer Abendspaziergang an zwei Tagen, es wurde auch wieder Zeit ...

Fotos von heute (am Montag war's schon dunkel, als ich raus bin):

Blick auf die Alpen von der Dillendorfer Straße

Unterwegs nach Brunnadern

Kurz vor Brunnadern

Sonntag, 17. Januar 2021

Anstrengende Wege

 ... waren es in den letzten Tagen, aber es hat sich gelohnt ...

Am Mittwoch war mir nicht wohl, sodass ich nachmittags einen kleinen Spaziergang um Bonndorf herum machte. Ich lief durch die Allmendstraße, bog im Feld auf das Sträßchen in Richtung Wellendingen ab, lief ein Stück zurück in Richtung Bonndorf, querfeldein (durch hohen, aber wunderbaren Pulverschnee) zum Sportplatz, weiter in Richtung Bahnbrücke und - nach kurzen Zwischenstopps auf dem Friedhof und beim Wildgehege am Philosophenweg - über die Lindenstraße zurück.

Ich hatte zum Kränkeln den richtigen Tag "herausgesucht", denn ich hatte echtes Traumwetter - natürlich war halb Bonndorf auch unterwegs, sodass ich drei verschiedene Verwandte/Bekannte/Freunde traf, die bei dem wunderbaren Wetter auch spazieren waren.

Am Tag danach war bei mir der Ofen aus, mir wurde unter der Dusche schwindlig, sodass ich wieder ins Bett ging und mich krankmeldete. Dagegen hatte also auch der Spaziergang nicht mehr helfen können, zumal der Winter wirklich heftig gewesen war.

Am Freitag Abend ging es in Richtung Wiesbaden, denn am Samstag stand der Besichtigungstermin einer Wohnung an. Zwischenstation machten wir am Abend in meiner bisherigen Wohnung in Wiesbaden, am Samstagmorgen ging es dann in den Hannoveraner Stadtteil Ricklingen. Wir waren viel zu früh, sodass ich meiner Mutter erstmal meine neue Arbeitsstätte zeigte und wir danach noch kurz in die Innenstadt fuhren. Natürlich ist Hannover ganz anders als Wiesbaden, aber ich bin sehr gespannt, wie es mir dort ergehen wird.

"Eine" Wohnung besichtigen? Sechs Wohnungen! Glücklicherweise alle von der gleichen Vermieterin, sodass ich die Qual der Wahl hatte ... Am Ende entschied ich mich für eine Bude im Hochparterre, von der ich zur Arbeit, zur Innenstadt und zum Naherholungsgebiet am Maschsee jeweils binnen weniger Minuten komme (mit der Bahn oder zu Fuß), ich glaube und hoffe, dass ich mich in der Wohnung wohlfühlen werde.

Gestern Abend ging es dann zurück nach Wiesbaden und heute Morgen nach insgesamt 1.400 Kilometern Fahrt zurück in den Schwarzwald.

Nach so viel Herumgesitze im Auto musste ich noch einen kleinen Spaziergang machen und begab mich abermals in Richtung Allmendstraße, bog aber eins vorher ab, um an der Straße in Richtung Steinasäge zum Waldrand zu laufen. Dort bog ich ins sogenannte Pfingstloch ab (einer der Wege ins Steinatal, die ich noch nicht gegangen war), weil ich zum Steinabad wollte und von dort weiter zum Wanderparkplatz an den Roggenbacher Schlössern.

Ich hatte die Rechnung aber ohne den Wirt namens Schnee gemacht, denn ich sank bei jedem Schritt fast bis zu den Knien ein, sodass das ein richtig anstrengender Weg war. Zu allem Überfluss ging mein Schuh auf, sodass ich von dem ganzen Schnee, der oben hineindrückte, bald nasse Füße hatte, an den nassen Waden wurde es richtig kalt und einmal musste ich unter einem Baum durchklettern, verlor das Gleichgewicht und lag auf einmal wie eine Schildkröte im Tiefschnee (nicht lachen da hinten!) ... Ganz am Schluss schließlich hatte ich mich zum Verschnaufen unter einen Baum gestellt, da warf der mit Schneebällen ...

Am Steinabad brach ich die Wanderung nach gerade einmal knapp drei (aber drei sehr anstregenden) Kilometern ab, rief das Mamataxi und stapfte zum Treffpunkt, weil auch der Hauptwanderweg im Steinatal natürlich nicht geräumt war.

Als ich schließlich an der Brücke über die Steina ankam, war ich glücklich, weil ich die Wanderung überlebt hatte, aber das war eine ganze schöne Schnapsidee gewesen, wenn auch schlussendlich eine schöne durch den tiefverschneiten Wald.

Unterwegs im winterlichen Schwarzwald

Auf zum Sportplatz

Symbolbild Winter im Schwarzwald

Blick in Richtung Wutachschlucht

Abstieg ins Pfingstloch

Die Steina am Steinabad im Winter

Samstag, 9. Januar 2021

Als Tourist einen Schritt weiter

..., dann hätte ich in die Quarantäne gemusst, denn ich stand direkt am Grenzstein Nr. 1 Baden-Zürich und damit unmittelbar an der Grenze zur Schweiz. Die baden-württembergische Landesregierung hat in ihrer unermesslichen Weisheit dekretiert, dass man, wenn man als Tourist den Grenzstein passiert, einem so großen Risiko einer Corona-Infektion ausgesetzt ist (anders ist es natürlich, wenn man beruflich den gleichen Grenzstein passiert), dass man dann in Quarantäne muss, sobald man wieder nach Baden-Württemberg zurückkehrt.

Ich weiß nicht genau, was gewesen wäre, wenn ich am Grenzstein einen Schwächeanfall erlitten und zur Vermeidung eines Sturzes einen Ausfallschritt in die Schweiz gemacht hätte - ich würde sagen, das wäre dann ein medizinisch notwendiger Grund gewesen, in die Schweiz einzureisen, sodass ich von der Quarantäne verschont geblieben wäre.

Aber glücklicherweise muss ich mir darüber keine Gedanken machen, weil ich keinen Schwächeanfall am Grenzstein erlitten habe und daher auch nicht in die Schweiz eingereist bin. Alles bestens, lieber Leser. Wirklich!

Einen Schwächeanfall anderer Art hat allerdings das Auto meiner Mutter heute am Buckel in Wittlekofen erlitten - ich wollte meiner Ma den Anstieg zeigen, den ich mich auf der Bettmaringen-Wanderung mühsam hinaufgequält hatte. Als wir am Fuß des Berges ankamen, sahen wir, dass da - offenbar bewusst - nie geräumt wird. Draufgängerisch, wie es meine Art ist, startete ich trotzdem den Berg hoch, das Auto mühte sich, wurde immer langsamer, ich Depp schaltete dann auch noch in den ersten Gang zurück, und am Ende steckten wir fest ... Na super ...

Bergauf ging nichts mehr, da waren wir uns einig, also drehte ich - mit Müh und Not - auf der Straße, was wider Erwarten funktionierte, und wir rollten den Berg wieder runter. "So klein mit Hut", sagt man da wohl, aber zum Glück hat uns keiner gesehen, als wir wieder unten am Fuße des Berges ankamen.

Okay, fuhren wir halt die normale geräumte Strecke über die obere Alp. Wir fuhren durch den Klettgauer Ortsteil Bühl, dort nach mehrfachem Verfahren auf die Straße nach Stetten, und dort irgendwo in der Walachei sollte meine Mutter mich am Ende der Wanderung auflesen. (Am Ende entschied ich mich anders, weil ich nach 15 Kilometern keine Lust mehr auf den relativ steilen Anstieg da hoch hatte ...)

Sie schmiss mich schließlich an dem Radweg kurz nach der Gemeindegrenze zwischen Küssaberg und Hohentengen am Hochrhein raus, an dem ich vor ewigen Zeiten nach der Grenzüberquerung am Kraftwerk Reckingen erstmals Hohentenger Boden betreten hatte.

Von da ging es direkt am Rhein entlang, auf teilweise rutschigem Untergrund, sodass ich ab und zu schauen musste, dass ich nicht unfreiwillig im Wasser lande. Das Wetter war heute alles andere als neblig, obwohl Nebel und Bewölkung angesagt war - vielmehr war ziemlich viel Sonnenschein, so viel, dass ich fast ein bisschen Sonnenbrand auf den Ohren habe ...

Ich machte ein paar Bilder vom malerischen Rhein, wurde vom Steinlebach-Wasserfällele beglückt, lief an der Burg Rotwasserstelz vorbei und an der Grenzbrücke nach Kaiserstuhl, passierte den großen Campingplatz in Hohentengen und genoss es einfach nur, im Wald und am Rhein zu sein, kaum eine Menschenseele (und wenn, dick eingepackt, während ich einen Teil der Strecke nur im - langärmligen - Hemd unterwegs war ...).

Das Wehr in Eglisau ließ ich rechts liegen, nachdem ich den einzigen richtig üblen Anstieg des heutigen Weges gemeistert hatte, danach ging es mehr oder weniger eben weiter. Ich kürzte ab an einer Stelle, an der der Rhein eine Kurve macht, und lief einfach geradeaus, wurde von diversen Radfahrern, die zwischen Deutschland und der Schweiz unterwegs waren, überhaupt - und landete schließlich an einem weiteren Grenzstein Nr. 1, dem zwischen Baden und Kanton Zürich.

So richtig gut erkennbar ist die Grenze (glücklicherweise) nicht, aber mein Grenzsteinadlerauge sah natürlich den Grenzstein, sodass ich nicht etwa versehentlich in die Schweiz übertrat. Würde ich ja nie tun.

Am Grenzstein 1 kehrte ich um, ging ein paar hundert Meter zurück und bog rechts ab. Auf dem Weg ging es an einem Steinbruch (auf deutscher Seite) vorbei, ein Reiterin begegnete mir, doch da ich bisher erst einen Grenzstein gesehen hatte, bog ich rechts ab in Richtung Grenze. Der Landbach bildet hier die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz, und am Ufer des schmalen Bächleins stehen daher Grenzsteine. Ich verließ nach einigen hundert Metern die Grenze, lief durch das Örtchen Günzgen hindurch (von dem ich noch nie gehört hatte), guckte mir einen weiteren Grenzstein zwischen Günzgen/Hohentengen und Wasterkingen in der Schweiz an, erlitt auch an dem Grenzstein keinen Schwächeanfall und lief dann über Feldwege (meine Wanderstiefel waren heute richtig matschig) zur Straße, an der ich meine herbeitelefonierte Mutter erwartete. Die kam wenige Minuten später, blieb einfach auf der Straße stehen (da fahren nicht so viele Autos), ich stieg ein, und wir fuhren zurück. Beim Dönermann wurde verspätetes Mittagessen geholt und zuhause verzehrt, sehr lecker war's ...

Das war eine richtig schöne, aber überraschend anstrengende Wanderung, Rhein, Grenzsteine, was will man mehr? Den Hochrhein in Deutschland bin ich jetzt - bis auf kleine Ausnahmen - abgelaufen, mal sehen, ob die anderen Stücke und vor allem die noch fehlenden Abschnitte in der Schweiz irgendwann noch abwandere, aber ich habe ja Zeit ...

Am Rhein in Hohentengen

Hohentengen am Hochrhein

Kein See, sondern der Rhein

Rheinkilometer 86

Steinlebach

Kaiserstuhl (Schweiz), coronaverseucht

Grenzstein Nr. 1 (Baden-Zürich)

Grenzstein Nr. 14 (Baden-Zürich)

Samstag, 2. Januar 2021

"Sweet Caroline"

 ... war heute mein Ohrwurm, Neil Diamond, Fenway Park, Boston, Erinnerungen an 20011, als ich meiner Ma in Neuengland, in Florida und auf den Bahamas war ...

Gar nicht bahamasmäßig waren die Temperaturen, denn im Schwarzwald waren es -3°C, unten am Rhein +3°C, und Schnee lag - jedenfalls oben im Schwarzwald - auch noch ganz ordentlich. Das war auch der Grund, wieso ich mich gestern noch spontan gegen die Verlängerung der Nordroute in den Nationalpark Schwarzwald entschieden hatte, denn ich war fast sicher, dass dort nicht (alle) Wege geräumt sind, und steile Anstiege im Wald auf Schnee, unter dem man keine Wurzeln und nichts sieht, das war mir nicht ganz geheuer ...

Ich fuhr also mit meinem Autochen nach Schwörstadt kurz hinter die Grenze zum Landkreis Lörrach, auf dass ich die Hochrheinroute verlängere ... Dort stellte ich das Auto am Friedhof ab, lief ein Stück die Straße runter zur Kirche, machte meine "Strecke verbunden"-Armbewegung und lief nach Überquerung der Bahngleise am Sportplatz von Schwörstadt vorbei.

An den Gleisen entlang ging es, meist mit Blick auf den nicht weit entfernten, aber auch nicht ganz nahen Rhein, in Richtung Rheinfelden. Am Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt war ich nicht sicher, ob ich auf deutscher Seite hätte weitergehen können (und in die Schweiz wollte ich nicht, weil man da ja nach Ansicht der baden-württembergischen Behörden im Moment des Grenzübertritts sofort coronainfiziert wird), also bog ich nach rechts ab und lief einen kleinen Anstieg hoch.

Ich überquerte die Bundesstraße 34 und landete in Karsau, dem Geburtsort meines Vaters, oder jedenfalls einem Unterortsteil dieses heutigen Ortsteils von Rheinfelden (Baden). Ich latschte ein bisschen da durch, stieg eine Treppe herunter, unterquerte die Bundesstraße durch einen engen Tunnel und landete jetzt wirklich nah am Rhein ...

Am Schloss Beuggen war der eine Parkzugang abgeschlossen, sodass ich außenherum laufen musste, aber das Schloss dort ist schon ansehnlich, das muss ich sagen. Kurze Zeit später kam ich zum Kraftwerk Rheinfelden, und bei dem anschließenden Flussabschnitt merkt man, dass das alles erst 2014 angelegt wurde, denn es gibt nicht nur eine naturnahe Fischtreppe dort, sondern auch einen schönen Spazierweg am Rhein entlang - das macht richtig Spaß, dort entlangzugehen!

Nach einem schönen Blick auf Rheinfelden (Schweiz) ging es durch Rheinfelden (Baden) hindurch, und ich ignorierte die Streckenführung meiner Wanderapp, sondern lief an der Hauptstraße entlang. Ich überquerte die Autobahn in die Schweiz (ich hätte hier theoretisch die Brücke nutzen können, um in die Schweiz zu kommen, da gibt es einen Fußweg, aber auf Quarantäne habe ich halt eher keine Lust ...).

Fast hätte ich, nachdem ich einige hundert Meter weiter an der Bundesstraße entlanggelaufen war, den Abzweig runter zum Rhein verpasst, aber ich erwischte ihn gerade noch. Es ging jetzt ein bisschen auf und ab, manchmal mit kurzen, aber steilen Anstiegen landeinwärts, einmal durch einen sehr matschigen Grillplatz hindurch, meist aber auf vernünftigen Wanderwegen (das ist ja schließlich der Hochrhein-Wanderweg!), meist ziemlich nah am Rhein entlang.

Das Wetter war heute durchwachsen, trocken, aber eben auch stark bewölkt, daher war das nicht die wunderschönste Wanderung der Wandersaison (wenn auch die schönste des Jahres, höhö), aber es hat wieder großen Spaß gemacht, selbst wenn die letzten der 18 Kilometer wieder mühsam waren. Ich hörte einen Krankenwagen mit Tatütata, als ich abermals an den Bahngleisen entlangging, und die letzten Meter zum Kraftwerk in Wyhlen ([wi:len], nicht [wü:len], auch wenn ich mich da immer vertue ...) schleppte ich mich in freudiger Erwartung, von meiner Mutter ... aber, öhm, wo ist sie denn?

Meine Ma war nicht da, weil sie in eine Polizeikontrolle geraten war (unverschuldet), aber das konnte sie mir nicht sagen, weil ihr Handy mal wieder den Geist aufgegeben hatte, sodass ich mir - gerade nach dem Tatütata weiter oben - tatsächlich Sorgen machte, zumal sie ausreichend früh losgefahren war. Irgendwann fanden wir einander dann doch, und es ging zurück nach Schwörstadt und danach mit zwei Autos über die B 500 zurück nach Bonndorf.

Die nächste Wanderung entlang des Hochrheins mache ich erst, wenn wieder in die Schweiz und nach Frankreich kann, dann überquere ich in Wyhlen die Kraftwerksgrenze in den Kanton Basel-Landschaft, wandere nach Basel-Stadt, laufe am Grenzstein Nr. 1 (Basel/Frankreich) vorbei nach Hüningen im Elsass und überquere danach die Dreiländerbrücke nach Weil am Rhein. So machen wir das ...

Jetzt aber erstmal Fotos der ersten Wanderung des Jahres 2021:

Rhein und Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt

Eingang zum Schloss Beuggen

Fischtreppe links, Rhein rechts

Blick auf Rheinfelden (Schweiz)

Blick auf die A 861 in die Schweiz


Donnerstag, 31. Dezember 2020

Was für ein Jahr

Normalerweise ergehe ich mich an dieser Stelle über die vielen wunderbaren Reisen, die ich im auslaufenden Jahr gemacht habe, über neue besuchte Länder, neue Erfahrungen, interessantes (und abgründiges) Essen ... Dieses Jahr ... ist es eigentlich gar nicht so anders, auch wenn ich kein einziges neues Land bereist habe, erstmals seit 2007, aber neue Erfahrungen habe ich definitiv gemacht und meine Mutter hat durchaus immer interessantes, meist sehr leckeres, aber gelegentlich auch abgründiges Essen gekocht, seitdem ich am 14. März zu ihr in den Schwarzwald geflohen bin ... (Nein, nicht wirklich, aber das Scherzle musste ich jetzt machen ... "Scherzle", ohje, ich bin eindeutig schon wieder zu lange im alemannischen Sprachraum ...)

Das Jahr 2020 hatte so gut begonnen, in Saudi-Arabien, mit Buchungen von Hotels in Neuseeland, mit Kurzreisen nach Catania, Istanbul und Irland, und als ich am 14. März in den Schwarzwald fuhr, als die Firma, in der ich arbeite, die Büros mehr oder weniger schloss, dachte ich, ich bliebe vielleicht zwei Wochen, bis der Spuk vorüber sei. Ich packte sogar meine Wanderschuhe ein, weil ich am Wochenende darauf zu Freunden nach Kaiserslautern fahren wollte, und eine Wanderung war fest eingeplant.

Das war nun auf alle Fälle nicht die letzte Reise, die wegen Corona ins Wasser fiel, denn Ende März wurde nach und nach jede der gebuchten Reisen, auf die Isle of Man, nach Neuseeland, Fidschi und Samoa, nach Thailand und Myanmar, storniert, und die geplante Reise im Juni nach Tadschikistan und vielleicht Usbekistan löste sich ebenso in Luft auf, bevor sie überhaupt gebucht war ...

Was nun, sprach Zeus, und im Gegensatz zu diesem sprang ich nicht in den Orkus, als ich dann im Mai endlich Urlaub hatte (nach einem seeeehr anstrengenden Winter), sondern ich fing an, die Wanderei, die ich am 5. April mit einem Spaziergang zu den Roggenbacher Schlössern angefangen hatte, zunehmend zu professionalisieren. Die Wanderschuhe hatte ich ja zum Glück im Schwarzwald, sodass ich im April 172 und im Mai gar 265 Kilometer wanderte.

Niemals, das hatte ich schon ab und zu erwähnt hier, hätte ich gedacht, dass ich freiwillig einen Schritt mehr laufen würde als unbedingt notwendig, aber ich fing an, den Schwarzwald auf Schusters Rappen zu erkunden, und das war auf gar keinen Fall so laaaaaaaangweilig, wie ich mir das immer vorgestellt hatte.

Ja, die erste Wanderung über 15 Kilometer zeigte mir meine Grenzen auf, als ich in Achdorf weniger ankam als ankroch, und nicht nur der Schnitzerwirt meinte, dass "der nie wieder wandert", aber von wegen, lieber Thomas, es ging weiter, immer weiter ...

Am 10. Mai war ich erstmals wieder ganz nah an der Schweiz (manche bösen Zungen unterstellen mir, ich wäre links herum um den Grenzstein gelaufen, hätte also die Schweiz illegal betreten, aber, pah, sowas würde ich doch niemalsnie machen), als ich auf dem Grenzweg am Randen entlanglief.

Ich wartete viel lieber auf den 15. Juni, als die europäischen Staaten sich wieder daran erinnerten, dass wir eine Schicksalsgemeinschaft sind und Grenzschließungen einfach ganz großer Mist, denn am 15. Juni um 0 Uhr stand ich auf dem Wiizemersteg und betrat erstmals wieder die Schweiz. Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann mit meiner Mutter um den Bodensee, nach Österreich, nach Liechtenstein und noch einmal in die Schweiz.

Im verhältnismäßig coronafreien Sommer ging es zum Stilfserjoch und nach Monaco, im Spätsommer nach Süditalien, das war alles richtig, richtig schön, und wenn ich nicht im Ausland war, wanderte ich eifrig durch den Schwarzwald - das Mamataxi (ohne meine Fahrten alleine) hat dieses Jahr deutlich über 4.000 Kilometer abgerissen, als ich weit in die Schweiz hinein und am Bodensee vorbei, ein Stück nach Österreich bis nach Liechtenstein hineinwanderte, und auch auf der westlichen Route betrat ich in Chalampé kurz französisches Gebiet.

Auf einer der Schwarzwaldwanderungen Ende November/Anfang Dezember erreichte ich die 1.000 Kilometer ("niemalsnie", das hatte ich erwähnt, hätte ich gedacht, dass ich das schaffe), und auch wenn das mit dem Besuch in der Schweiz an Weihnachten bzw. an Silvester an den Quarantäne- bzw. Ausgangssperreregelungen, die ich diesbezüglich nicht so ganz richtig nachvollziehen kann, scheiterte, war 2020 ein irgendwo reiseintensives Jahr.

Klar, das war eher "slow travel", per pedes oder im Auto und nicht im Flugzeug, und natürlich freue ich mich wie eine Wildsau auf neue Länder 2021, wenn ich endlich geimpft bin und die Länder wieder öffnen, aber zumindest finanziell konnte ich mich dieses Jahr ein bisschen gesundstoßen, nachdem ich dem Schuldturm schrittweise, aber bedrohlich nahegekommen war ...

Gestern und heute waren meine Mutter und ich in Wiesbaden und haben meine Wohnung dort ein wenig entrümpelt, denn ich starte ja im März in ein neues Lebensabenteuer in Hannover, aber ich hoffe sehr, dass ich nach Abschluss der Probezeit dann durchstarten kann: Neuseeland, Fidschi und Samoa, die Isle of Man wollten nachgeholt werden, die Färöer und Hongkong/Macau machen mich gerade so richtig an und Gabun klingt auch cool - es gibt so viel zu entdecken auf dieser Welt, wenn es nicht 2021 wird, dann wird es 2022, 2023, 2024 ...

Mal sehen, was 2021 so bringt, aber von meinem Arbeitsplatz habe ich in den letzten Tagen zwei - wie ich finde - recht hübsche Bilder vom Bonndorfer Schloss gemacht, die ich dem werten Leser nicht vorenthalten will:

Am Abend des 28. Dezember

Am 29. Dezember

Guten Rutsch allen Lesern, und auf ein gesundes 2021!

Freitag, 25. Dezember 2020

"Laudato si"

 ... war heute, passend zum 1. Weihnachtsfeiertag, mein Ohrwurm - den ganzen Tag über ... Furchtbar!

Ganz und gar nicht furchtbar war die heutige Wanderung, erstmals seit dem Samstag vor zwei Wochen konnte ich heute mal wieder raus, ohne arbeiten zu müssen und ohne zu arbeiten (der kurze Luftholenspaziergang letzte Woche Donnerstag wurde zwar getrackt, war mit 3,45 km aber eigentlich gegen meine Wanderregeln, aber was soll's?), und ich hatte die Wahl zwischen "Nordroute verlängern" und "Rheinroute verlängern".

Ich entschied mich, weil ich doch ausschlafen wollte (und außerdem meine arme Mutter wieder einmal zum Abholen einspannte), gegen die zweistündige Fahrt in Richtung Nordschwarzwald und fuhr stattdessen nach Murg am Hochrhein.

Dort stellte ich das Auto auf dem Friedhofsparkplatz ab (nachdem ich mich zweimal bei der Streckenführung vertan hatte ...), lief zur Bushaltestelle, an der ich am 31. Oktober in den Bus zurück nach Laufenburg eingestiegen war, machte meine "Strecke verbunden"-Armbewegung und lief dann durch Murger Innenstadt, wobei die Wanderung durch Straßenbauarbeiten ziemlich erschwert wurde.

Sei's drum, nach endlicher Zeit landete ich am Rhein und lief auf dem Rheindamm in Richtung Basel. Nach kurzer Zeit bog ich auf den Fischereipfad ab, der direkt am Rhein entlangführt (bei Hochwasser soll man den nicht begehen, sowas auch ...) und stiefelte da weiter, bis ich kurz vor der Grenze zwischen Murg und Bad Säckingen auf die Straße hochmusste, weil auf dem fortgesetzten Fischereipfad Absturzgefahr bestünde.

Nun denn, es waren etliche andere Leute unterwegs, die mich - ich hatte zwischenzeitlich mal wieder meine dicke Jacke ausgezogen - in meinem Kurzarmhemd zwischen entgeistert und belustigt anschauten - direkt am Rhein ging es eigentlich mit dem Wind, aber da oben auf dem Sträßchen pfiff der Wind ein bisschen mehr, sodass ich meine Jacke einigermaßen zügig wieder anzog.

In Obersäckingen lief ich wieder auf den Rheinuferweg und kam am Rheinkraftwerk Säckingen vorbei. Dort wäre ich normalerweise über die Grenze und an der Holzbrücke wieder zurück nach Deutschland, aber da die baden-württembergische Landesregierung der Ansicht ist, dass man sich beim Spaziergang in der Schweiz mit größerer Wahrscheinlichkeit mit dem Coronavirus ansteckt als beim Spaziergang in Deutschland, verkniff ich mir den Grenzübertritt, weil ich keine zehn Tage in Quarantäne will, wenn es nicht unbedingt sein muss ...

Ich unterquerte die Holzbrücke und lief bald durch eine eher parkähnliche Landschaft am Rhein entlang, das war so richtig entspannend (wenn da nicht ständig "Laudato si" im Kopf herumgeschwirrt hätte), und hier kamen mir auch kaum andere Menschen in die Quere.

Die Fähre zwischen Mumpf und Bad Säckingen ist nur bis Anfang September in Betrieb, aber die könnte ich auch nochmal nehmen, irgendwann, in besseren Zeiten, also lief ich weiter am Rheinufer entlang.

Unterwegs kam die Sonne (wider Erwarten) heraus, sodass ich sogar ein paar schöne Fotos machen konnte (die Monsieur Fotospezialist in Kaiserslautern zum Teil noch ein bisschen bearbeitet hat), vom Rhein zur einen und vom schneebedeckten Schwarzwald zur anderen Seite ... Das war richtig, richtig schön!

Ich kam nach Wehr und überquerte die Wehra (Bad Säckingen und Wehr waren zwei Gemeinden des Landkreises Waldshut, die mir noch fehlten, jetzt fehlen noch fünf von den 32), hielt mich aber dort nicht lange auf (dafür sorgten schon die Gänse, die an der Brücke Wache hielten), sondern lief weiter, überquerte den Lachengraben und war damit im Landkreis Lörrach und der Gemeinde Schwörstadt angekommen. Ich lief ein wenig durchs Städtchen und stellte mich dann an der Kirche an der Bundesstraße auf, auf dass meine inzwischen längst alarmierte Mutter mich abholen komme.

Wir hatten das gut abgepasst, sie kam fünf Minuten später, wir fuhren zurück nach Murg, holten mein Auto und fuhren dann getrennt, aber hintereinander über die B500 (da war Schnee neben und teilweise auf der Straße, weiße Weihnacht und so ...) am Schluchsee vorbei zurück nach Bonndorf.

Knapp 17 Kilometer, die Füße tun gar nicht mal so weh, die 1.050 Kilometer insgesamt sind überschritten, morgen wird nicht gewandert und am Sonntag wahrscheinlich auch nicht, Mitte nächster Woche soll es mal nach Wiesbaden gehen, aber Neujahr könnte man nochmal unterwegs sein ... Mal schauen.


Die Murg in Murg

Der Rhein

Gallusturm in Bad Säckingen

Holzbrücke in Bad Säckingen
Blick auf Rhein und Mumpf

Blick auf Schwarzwald unter dunklen Wolken

Unterwegs am Rhein

Mündung der Wehra in den Rhein



Sonntag, 13. Dezember 2020

"Scrapyard Movie"

 ... schrieb die Kollegin über meine Bilder und damit war sie ein Opfer der Autokorrektur. Sie wollte eigentlich "Scary Movie" schreiben und auf eine Horrorfilmpersiflage anspielen, aber "Schrottplatz-Film" passte durchaus auch zur Qualität meiner Nachtaufnahmen ...

Vorgestern Abend machte ich gegen 19 Uhr Schluss und lief - im Dunkeln und im Schnee - eine kleine Abendrunde durch die Allmendstraße, dort hinten - jetzt war es endgültig stockduster - ins Feld, bis zur Wellendinger Kapelle und dann am Waldrand zurück in Richtung Bonndorf, nur um noch einen kurzen Abstecher durch den Wald in Richtung Sportplatz zu machen. Von dort ging es durch die Waldallee zurück.

So fangen Horrorfilme an, denn die Straße war zugeschneit, aber ich hatte wenigstens meine Handytaschenlampe dabei (die gar nicht mal so schlecht war). und die fiel nicht mal aus. So richtig angenehm war das aber auch nicht zu laufen, weil ich im Schnee oft wegrutschte, aber es war herrlich, die frische Luft zu atmen.

Das kurze Stück durch den Wald in Richtung Sportplatz war auch toll, aber am Ende war ich froh, wieder in der Zivilisation gelandet zu sein. Um 20.30 Uhr war ich am letzten Tag, an dem ich das vor dem "harten Lockdown" und der Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr durfte, zu Hause.

Gestern dann machte ich doch schon nach drei Stunden Schluss und lief noch einmal in Richtung Allmendstraße. Diesmal bog ich relativ früh nach rechts in den Wald ab, und bei Tag im Wald auf Schnee - das ist anstrengend und sorgt für nasse Füße, aber ist trotzdem sooo, sooo schön ...

Kurz vor dem Wellendinger Sportplatz kam ich aus dem Wald, und hier war es so neblig, dass ich praktisch ein White-out hatte: Ich sah nicht bzw. kaum, wo der schneebedeckte Boden aufhörte und der neblige Horizont begann, aber ich hatte wenigstens die Straße zur Orientierung.

Ich lief an der Fuchsberghütte vorbei, an der ich als Kind jeden zweiten Geburtstag gefeiert hatte, aber auch seit zwei Jahrzehnten (mindestens!) nicht mehr war. Ich wusste gar nicht, dass da hinten ein Weg weitergeht, und, naja, so richtig fand ich den Weg auch nicht. Ich orientierte mich an meiner Handyapp und einzelnen Bäumen sowie einer alten geloipten Spur, sodass ich einigermaßen unbeschadet am Waldrand ankam (ich muss mal im Frühjahr gucken, wo da der Weg gewesen wäre ...).

Es ging weiter durch den Wald, auf rutschigen Schotterwegen, bis ich auf die Verlängerung der Wellendinger Grimmstraße kam, die nach Wittlekofen führt. Da war Asphalt und geräumt, das war dann schön zu laufen ...

Ich latschte durch Wittlekofen (was ich so gefühlt auch seit Jahrzehnten nicht mehr gemacht habe, Durchfahren - das hatte ein paar Mal in diesem Jahr stattgefunden - und dortiger Etappenstart zählt nicht) und dann eine - ungeräumte, aber öffentliche - Straße einen ziemlich brutalen Anstieg hoch, der durch die Matschmassen noch brutaler wurde ...

Ich bog scharf rechts ab ins Feld, ging über eine Berg-und-Tal-Piste, erreichte Stühlinger Gebiet (bis dahin war ich immer auf Bonndorfer Gebiet unterwegs gewesen) und lief in Richtung Golfplatz.

Dort stand ein Schild, dass man das Golfplatzgebiet betrete (mir war gar nicht so richtig klar gewesen, dass die das einfach so zulassen) und sich vor Bällen in Acht nehmen solle, aber bei 15 Zentimeter Schnee war natürlich kein Spielbetrieb (obwohl eine Lochfahne tatsächlich einsam im Nebel stand).

Bei einer Blitzschutzhütte bog ich scharf rechts ab, es folgte eine etwas hügelige Strecke, bevor ich - nach Verlassen des Golfplatzgeländes - so langsam in Richtung Bettmaringen abstieg.

Dort kam ich am Brunnen im Unterdorf an, und zwei Minuten später kam die Kavallerie in Form meiner Mutter angetuckert. Durchs Steinatal ging es heim, und zuhause ärgerte ich mich ein kleines bisschen, dass die Uhr 1.029,99 km anzeigt - die zehn Meter hätte ich auch noch laufen können ...

Heute war ich dann stinkendfaul, nachdem meine Mutter und ich uns mit Freunden, die uns heute besuchen wollten, geeinigt hatten, dass wir ausnahmsweise vernünftig sind und uns in diesen Zeiten nicht treffen, sondern das Treffen auf die Zeit nach dem Impfen verschieben - das ist ja hoffentlich absehbar ...

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Und weil das absehbar war, fange ich so langsam wieder an, nach potenziellen Reisezielen für die zweite Jahreshälfte 2021 zu suchen. Am 1. März fange ich ja in Hannover an zu arbeiten, und dann müsste ich nach der Probezeit so ungefähr ab September auch Urlaub in größerem Umfang kriegen können, was dann hoffentlich mit der Zeit zusammenfällt, in der zumindest reisetechnisch vieles ist wie vor Corona.

Mal gucken, ob Neuseeland schon klappt und ob dafür Zeit ist, die Isle of Man wartet auch, und Thailand/Myanmar könnte man trotz allem mit den dann Ex-Kollegen ins Auge fassen. Und daneben gibt es ja Tadschikistan und Turkmenistan, die Mongolei, Åland und die Färöer ... Und die Lüneburger Heide ist zum Wandern auch vor der Tür ...

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Fotos im Schnee:

Ortsausgang Bonndorf im Dunkeln

Spuren im Schnee

Unterwegs im Wald

Whiteout (fast, rechts Wald)

Vor Wittlekofen

Das ist die Sonne, nicht der Mond

Einsame Flagge auf dem verschneiten Golfplatz

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Eine kleine Nachtwanderung

... über den Galgenbuck in Bonndorf sorgte für die Vollendung der 1.000 Kilometer im Schwarzwald.

Ich brauchte heute einmal mal wieder den Kopf frei, sodass ich schon kurz vor 18 Uhr Feierabend machte und nochmal aus dem Haus ging. Über die Mühlenstraße ging es in die Bahnhofstraße und dann in Richtung Bahnbrücke. Ich unterquerte dort die Bundesstraße und ging über ein Stück des Galgenbucks zurück in Richtung Friedhof.

Ich war völlig überrascht, dass selbst diese kleinen Sträßchen, die teils sogar nur Anliegerstraßen sind, tadellos geräumt sind, denn der Schnee ist schon ein paar Zentimeter hoch bei geschlossener Schneedecke.

Ein Friedhof im Dunkeln ist immer ein etwas gruseliger Ort, aber ein Foto machte ich natürlich (auch wenn ich den Friedhof nicht betrat) ...

Es ging über die Joggingstrecke, bei der ich mich im März schwer verletzt hatte (mein Ranzen war die schnellen Durchwalkungen nicht gewohnt und hat ziemlich schnell gestreikt), aber diesmal in Wandertempo, und dann ab in Richtung des Hofs an der Wacht. Diesen Weg bin ich jedenfalls dieses Jahr, aber auch sonst, glaube ich, noch nie gelaufen, in der herrlichen kalten Luft heute Abend war das richtig schön ...

Über den Philosophenweg und die Bergstraße ging es zurück nach downtown Bonndorf, nicht ohne ein Bild der violett angestrahlten katholischen Kirche gemacht zu haben.

Das waren 5,27 km, also eine sehr kurze Wanderung, aber das reichte, um die Uhr im Schwarzwald auf 1001,45 km und insgesamt auf 1011,15 km zu stellen. Woohoo!

Zwischen dem 24. Dezember und dem 3. Januar muss ich nur zwei Tage arbeiten, da werde ich - wenn das Wetter halbwegs mitspielt - hoffentlich noch die eine oder andere Wanderung machen können.

Schlosskapelle

Friedhof im Dunkel (es war deutlich dunkler als es scheint)

Bonndorf Catholic Church

Sonntag, 6. Dezember 2020

Im Kreis herum

 ... führe ich normalerweise meine Reisebegleitung einmal pro Reise, aber heute war ich erstens allein und zweitens absichtlich auf einem Rundkurs unterwegs ...

Die Wettervorhersage für heute war insgesamt nicht so richtig wanderfreundlich, sodass ich auf die glorreiche Idee kam, einfach mal das Baden-Württemberg-Ticket für seinen Zweck zu nutzen und durch (Süd-)Baden-Württemberg (jaha, und die Nordschweiz) zu fahren ...

Ich war gestern früh im Bett und daher heute Morgen einigermaßen früh fit, sodass ich - im Schneegestöber - das Auto holte und nach Rötenbach (Baden) fuhr. Uiuiui, einmal rutschte ich ganz schön, obwohl ich für meine Verhältnisse übervorsichtig fuhr, aber ich kam ganz gut in Rötenbach an. Ich dachte, ich hätte auf Google Maps eine Unterführung vom "Parkplatz" zum Bahnhof gesehen, aber da hatte ich mich wohl getäuscht, sodass ich mein Auto umparkte und auf die "richtige" Seite stellte. Keine Ahnung, ob ich da offiziell stehen durfte, aber am Sonntag war es jedem egal ...

Ich stieg in die Breisgau-S-Bahn Nr. 10 ein, die in Titisee zur S1 nach Freiburg wurde, ohne dass ich umsteigen musste. Die Ansagen, die das automatische System macht, waren grob falsch (da hatte jemand die falsche Linie eingegeben), aber das war nur ein wenig belustigend - beeindruckend war die verschneite Schwarzwaldlandschaft, das war richtig, richtig schön ...

In Freiburg frühstückte ich ein Fleischkäsebrötchen, dann ging es in die Regionalbahn in Richtung Basel Badischer Bahnhof. Ich fuhr durch Ortschaften, die ich bewusst noch nie wahrgenommen hatte, aber das ist kein großes Wunder, denn auf der Oberrheinstrecke südlich von Freiburg bin ich zu allen Zeiten sehr selten unterwegs gewesen.

Hinter Weil am Rhein überquerte ich die Staatsgrenze zur Schweiz, aber die Zollgrenze überquerte ich erst, als ich am Badischen Bahnhof aus dem Gleisbereich heraus ins eigentliche Bahnhofsgebäude lief. Wie das? Nun, der Badische Bahnhof gehört zum deutschen bzw. EU-Zollgebiet, und so sind hier auch die (deutschen) Zoll- und Bundespolizeibehörden - auf schweizerischem Gebiet - hoheitlich tätig.

Ich spazierte (mit vier Kilometern hätte ich das fast für meine Wanderliste takten können) durch die Kleinbaseler (rechtsrheinische) Altstadt, überquerte den Rhein auf der Mittleren Brücke (hier ist die Grenze zwischen Hochrhein und Oberrhein), lief zum Münsterplatz und schaute dann, dass ich zum Bahnhof Basel SBB komme.

Dort sprang ich wenige Minuten vor Abfahrt in die Wiesentalbahn, die mit Stopp in Basel Bad Bf in Richtung Lörrach und Zell im Wiesental fährt. Die Wiesentalbahn verläuft zwischen Basel und Riehen offensichtlich auf Schweizer Gebiet, die Trasse wird aber von der (deutschen) Bahn betrieben. Lustigerweise fährt auf dieser von der deutschen Bahn betriebenen Trasse in der Schweiz Zuggerät ... der schweizerischen SBB - entscheiden können die sich auch nicht so richtig, wer hier zuständig ist ...

Ich wollte mit diesem Abstecher ein bisschen Zeit verbrauchen, weil ich den frühen Zug nicht mehr erwischt hätte und auf den späten Zug eine ganze Stunde hätte warten müssen. Trotzdem stieg ich kurz hinter der deutschen Grenze in Lörrach (noch vor dem Hauptbahnhof) aus, wechselte das Gleis und fuhr nach Basel Bad Bf zurück (sonst wäre es knapp geworden, den Gegenzug zu erwischen).

Eigentlich wollte ich im deutschen Zollgebiet bleiben, aber ich lief doch ins Hauptgebäude (und damit in Schweizer Zollgebiet) hinein, weil ich mir im Geschäft dort eine Flasche Rivella kaufen wollte. Natürlich stellte ich mich beim Bezahlen an der Selbstbedienungskasse so dappig an, dass die Verkäuferin mir den Unterschriftsbeleg herauslassen musste ...

Nach dieser peinlichen Episode setzte ich mich in den bereits bereitstehenden Interregio-Express, mit dem ich nach Radolfzell (und von dort weiter nach Konstanz) fahren wollte. Es ging - "Express" trifft es wirklich - über Rheinfelden, Bad Säckingen und Waldshut nach Schaffhausen (also in den zweiten Schweizer Kanton des heutigen Tages) und dort ohne Aussteigen weiter nach Singen.

Ich stieg dann doch in Singen um, weil mein Zug in Singen Verspätung auflud und der Zug, in den ich in Radolfzell einsteigen wollte, sowieso von Singen kam. Nun denn, am Bodensee entlang ging es bis Konstanz, und dort stieg ich aus ...

Es regnete, sodass es ungemütlich war, ich lief ein bisschen durch die Altstadt, bog dann nach Süden ab, lief ein paar Meter über die Grenze nach Kreuzlingen (Kanton Thurgau), kehrte um und setzte mich mit dem Burger einer amerikanischen Fastfood-Kette an den Bahnhof ...

In der Dämmerung und später im Dunkeln ging es von Konstanz nach Donaueschingen und dann im ersten relativ vollen Zug des Tages zurück nach Rötenbach.

Pünktlich zu meiner Ankunft fing es wieder an zu schneien, sodass ich wieder gaaaanz vorsichtig durch das Wutachtal zurückfuhr.

Das war eine richtig schöne Rundreise, ich war in drei Schweizer Kantonen (Basel-Stadt, Schaffhausen, Thurgau) und sieben deutschen Kreisen (Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg, Lörrach, Waldshut, Konstanz, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar), überquerte wahrscheinlich achtmal im Zug und noch zweimal zu Fuß die Grenze - das hat richtig, richtig Spaß gemacht. ("Wahrscheinlich achtmal", weil es zwischen Schaffhausen und Singen ein kleines Stückchen gibt, wo man auf dem südlichen der beiden Gleise wenige Meter auf deutsches Gebiet kommt, bevor man wieder in die Schweiz kommt ... Google Maps behauptet, dass es ziemlich genau fünf Meter seien - auf dem Stück sah ich auch den einzigen Grenzstein des heutigen Tages, den ich aus dem Zug sah - in Konstanz/Kreuzlingen sah ich nochmal ein paar, als ich zu Fuß unterwegs war.)

Kann man mal wiederholen, durchaus auch bald ...

Am Bahnhof in Rötenbach

Unterwegs im weißen Schwarzwald

Zollrechtliche Einreise in die Schweiz

Rhein und Mittlere Brücke

Basler Münster (ja, Bild ist schepps, ich weiß)

Schweizerische Selbstironie in Basel

Blick auf den Rhein und das schweizerische Laufenburg

Grenze zu Kreuzlingen (Thurgau)

Den Grenzstein hatten wir schonmal ...