Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 10. September 2016

Wenn der Mensch nicht zum Tier kommt

... muss das Tier halt zum Menschen kommen.

Naja, erstmal haben wir uns heute Morgen wieder relativ zeitig aus dem Bett gequält, denn um 7 Uhr ging unser Game Drive los.

Unser Fahrer empfing uns, und wieder hatten wir das Safarigefährt für uns alleine - sehr toll. Heute war die Tierwelt nicht ganz so beeindruckend (wir sahen ja nur Oryx, Kudu, Warzenschwein, den einen oder anderen Vogel, Springbok, Wasserbock, eine Babygiraffe, deren Mutter gestorben war, am Horizont eine weitere Giraffenherde, Strauß und die riesigen Nester im Strommasten, die von kleinen Vögeln gebaut werden, welche dann zu fünfzigst in diesen Nestern hausen) - also, für einen Europäer ist das immer noch mehr Tierleben, als so mancher Städter im ganzen Leben sehen wird.

Richtig beeindruckend war für uns heute aber die Weite des Landes. Allein die Lodge hier hat eine
Fläche von 80 km², und wenn man in Kilometern Entfernung die verschiedenen Berge sieht und weiß, dass dazwischen kein anderer Mensch mehr ist, dann bekommt man erst eine kleine Vorstellung davon, wie riesig dieses Namibia ist (etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland bei etwa einem Vierzigstel der Einwohnerzahl). Das war sehr faszinierend.

Unser Guide steuerte unser Gefährt dann auf einen Felsen, packte einen Tisch, eine Tischdecke (!) und eine Kühlbox aus und dann konnten wir, auf diesem Felsen stehend und die beeindruckende Aussicht (und nicht minder beeindruckende Stille) genießend, ein kleines Frühstück zu uns nehmen. Atemberaubend (ähm, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich habe mich wohl ein wenig erkältet und hatte heute Morgen so einen Brand im Rachen, dass ich - und Uli bestätigte das leider - fürchte, dass ich heute die ganze Savanne abgesägt habe; kein Wunder, dass wir Giraffen nur am Horizont sahen, so weit bin ich in den paar Stunden mit dem Sägen dann doch nicht gekommen ...).

Nach der zweieinhalbstündigen Ausfahrt gingen wir an den Pool und guckten uns ein wenig das Wasserloch an, als eine der Bediensteten auf uns zukam und meinte, unser richtiges Frühstück sei fertig. Naja, nun aßen wir also Spiegelei und Pfannkuchen und Wurstbrot und (superleckere) Kiwi - joa, das Mittagessen ließen wir dann ausfallen ...

Den Tag verbrachten wir auf der Lodge mit Blick auf die Weite, und es kamen ein Springbok, ein Strauß und diese supersüßen Warzenschweine, die sich wegen ihren kurzen Halses zum Fressen hinknien müssen, zu uns - hier gibt es auf der Liegewiese wenigstens noch frisches Gras, was am Ende der Trockenzeit offenbar ganz lecker schmeckt (jetzt läuft gerade ein Hund vorbei, aber ich glaube, der gehört zu irgendeinem Gast ...).

Wir ließen es uns heute richtig gut gehen, machten einen total entspannten Tag, ich bin ein wenig gebräunt, glaube ich - das war heute richtig schöner Urlaub ... Gleich gibt es Abendessen, sobald die Sonne untergegangen ist, vielleicht kommt bis dahin noch ein kleines Viechlein zu Besuch.

Zum Abendessen gibt es heute gerösteten Oryx, das wird bestimmt auch lecker schmecken. Und morgen geht es dann nach Swakopmund, da wird es kühler sein (wenn auch nicht so kühl wie heute Morgen im Jeep, das war schon ziemlich schattig, und wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so schnell friere) und vielleicht traue ich mich ja ins Meer ...

Achso: Als wir gestern unser Auto übernahmen, glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen. Da lief Hitradio Namibia, ein deutschsprachiger Sender, der offenbar so beliebt ist, dass selbst der des Deutschen nicht mächtige Europacar-Mitarbeiter den eingestellt hatte. Sachen gibt's. Ich war völlig geflasht, dass da Nachrichten und Wetterbericht auf Deutsch kommen - erst da konnte ich richtig verstehen, dass Deutsch hier wirklich noch öfter im Alltag gesprochen wird ... Sehr, sehr cool ...

Good morning, Namibia

Safari-Gefährt Nr. 3

Die endlose Weite

Warzenschwein vor Swimming Pool

Rock Shandy, ein alkoholfreies Getränk (ehrlich!)

Freitag, 9. September 2016

Back to civilisation

Ohne Worte

Auch wenn heute „nur“ ein Reisetag war, es war ein schöner und interessanter Reisetag. Am Ende dieses Reisetages stand das erste Hotelzimmer mit gutachterlich bestätigter Zivilisation, sprich: Wir haben einen abnehmbaren Duschkopf ...

Wir hatten uns den Wecker auf 7.30 Uhr gestellt, waren aber schon früher wach und trödelten den Morgen so vor uns hin … Gegen 8.30 Uhr gingen wir in Ruhe frühstücken, nachdem ich unser Taxi für 10 Uhr bestellt hatte. Es wurde dann doch ein kleines bisschen eng, weil wir wirklich sehr in Ruhe frühstückten, aber wir waren ebenso um Punkte 10 Uhr am Foyer wie unser Taxifahrer.

Der fuhr uns die 20 oder 25 Kilometer zum Flughafen Katima Mulilo, der ein echter Feld-Wald-und-Wiesen-Flughafen ist. Wir waren zu früh dran (knapp zwei Stunden vor dem Abflug), denn die Tür zum Check-in war noch nicht offen. Irgendwann, eineinhalb Stunden vor Abflug oder so, wurde die Türe geöffnet, wir erhielten unsere handschriftlich ausgestellten Bordkarten, mussten uns Koffer abgeben (die niemals irgendwie untersucht wurden), mussten durch die Sicherheitsschleuse, bei der es egal war, ob man piepte oder nicht oder gar – wie Uli – eine Wasserflasche offen sichtbar in der Hand hielt.

Nun saßen wir da, mit uns warteten knapp 20 Leute auf das Öffnen des Boardings, was darin bestand, dass wir dem Kontrolleur unsere Bordkarten gaben und dann in Richtung Flugfeld watschelten. Es galt freie Platzwahl, sodass wir uns in eine Zweierreihe setzten und auf den Abflug warteten.

Während des Fluges, der auch zum Teil durch botsuanischen Luftraum verlief, bekamen wir ein kleines Frühstück, ehe wir so gegen 13.40 Uhr am Inlandsflughafen in Windhuk landeten. Unser Flug war vor einigen Tagen um eineinhalb Stunden vorverlegt worden, was ich aber der Autovermietung nicht mitgeteilt hatte. So gab es also einen Europcar-Schalter, aber der war nicht besetzt. Nun saßen wir noch eine gute Stunde am Flughafen herum, bis der Typ von Europcar kam und ein bisschen überrascht war, dass ich tatsächlich schon war.

Er redete irgendwas von Auto und Büro und keine Ahnung, bis wir unser Gepäck in den schönen weißen Golf wuchten konnten und er mit uns zu seinem Hauptbüro fuhr. Dort mieteten wir das Fahrzeug hochoffiziell an, und gegen 15.30 Uhr waren wir endlich im Windhuker Straßenverkehr unterwegs.

Da gab es ein Vorfahrt-Achten-Schild, aber als ich da Vorfahrt achtete, wurde ich angehupt, ansonsten ist das Fahren auf der linken Seite wie immer ein bisschen ungewohnt, aber kein Problem.

Wir überraschten eine alte Freundin von Uli, die uns anguckte wie ein Auto, als wir plötzlich vor ihr in ihrer Wohnung standen. Wir unterhielten uns wunderbar und werden uns spätestens am Donnerstag Abend in Windhuk zum Abendessen treffen. Leider musste ich ein bisschen ungemütlich sein, weil ich schon gern im Hellen in unserer laut Auskunft der Namibier eine Stunde entfernten Lodge ankommen wollte.

Wir fuhren also aus Windhuk raus, überstanden eine Polizeikontrolle völlig unbeschadet und blieben hinter einem Lkw stecken, bevor wir von der sehr gut asphaltierten Straße auf die Schotterpiste zur Lodge abbogen. 23 Kilometer Sand und Geröll standen vor uns, zweimal kam ich ein bisschen ins Schlingern, konnte das aber ganz gut abfangen, und einen platten Reifen haben wir (toi, toi, toi) bisher keinen.

Auf dem Weg zur Lodge standen ein paar Giraffen doof am Zaun herum, der Aufpasser an der Einfahrt zur Lodge gab uns sehr freundlich zu verstehen, dass wir recht spät dranwaren. Die zwei Kilometer Strecke zwischen Einfahrt und Rezeption überstanden wir, auch wenn uns drei Kudus die Vorfahrt nahmen. Der Check-in war einfach und schnell, das Abendessen gerade eben (ein Drei-Gänge-Menü mit Oryxsteak als Hauptgang) war fantastisch, und jetzt gucken wir gerade eine Eule an, die über das Wasserloch zehn Meter von der Lodge entfernt wacht.

Unser Zimmer ist groß und geräumig, wir bekam eben sogar noch einen Stromadapter, sodass ich jetzt in Ruhe Blog schreiben und über Nacht mein Handy aufladen kann.

Auch dieser Tag war absolut toll, und der morgige startet um 7 Uhr mit einem Game Drive. Besser als Chobe kann es nicht werden, aber gegen ein paar Giraffen oder so habe ich trotzdem nichts einzuwenden.
Unser Klepper
A pool with a view

Der erste Eindruck von Namibia war katastrophal, der zweite bis hundertste war fantastisch, vielleicht fange ich demnächst an, diesen bekloppten Zoll am ersten Tag zu vergessen.

Donnerstag, 8. September 2016

Wow

Einfach nur wow. Also nicht "wau" oder gar "wauwau", sondern wow, naja, okay, eher wow-wow-Doppel-wow.

Wer jetzt nicht auf Hund kommt, hat nichts falsch gemacht - ich bin einfach nur ziemlich überwältigt.

Das war ein ganz, ganz toller Tag.

Er fing nicht so gut an, nämlich mit einem um 5 Uhr röhrenden Wecker. Uli ging erst ins Bad (vielen Dank!), sodass ich nochmal ein paar Minuten dösen konnte. Aber irgendwann musste ich dann doch aufstehen. Natürlich waren wir viel zu früh fertig, gegen 6 Uhr, obwohl wir erst gegen 6.30 Uhr abgeholt werden sollten. Wir holten noch unsere Lunchpakete (hier haben sie es echt übertrieben mit Broten und Ei und Joghurt und Saft und allem, eins hat uns beiden fürs Frühstück gelangt, das andere mussten wir großteils wegschmeißen, weil Ei und Joghurt oder so uns nach ein paar Stunden in der Hitze nicht ganz koscher erschienen - naja, milchig-koscher schon, aber vielleicht salmonellenartig gefährdend).

Zwischendurch wurde ich unsicher, ob wir durch die Zeitumstellung eine Stunde - ach, das kann ich mir nie merken, wie herum man das sagt - also dass wir eine Stunde zu früh wären, aber dem war zum Glück nicht so, sodass wir wirklich um 6.30 Uhr pünktlich am Eingang zum Hotel standen,.

Kein Auto kam ... Argh, ich hatte die Buchung noch nicht bezahlt, aber dann hätten sie doch wenigstens abgesagt, dass sie storniert ... Ah, da kommt ja einer. Es war unser Fahrer, und er war der Erste unserer insgesamt drei Guides, die heute für uns (und nur für uns, wir hatten eine echte Privatveranstaltung) da waren, und die drei waren alle miteinander absolut fantastisch. So eine gute, unproblematische, clevere, sachkundige Safari habe ich noch nicht erlebt (und das war ja nicht meine erste). Wenn ich nochmal in Katima Mulilo bin, werde ich die Reiseagentur Tutwa wieder kontaktieren, wenn ich irgendwohin will - sehr empfehlenswert!

Wir fuhren eine Dreiviertelstunde bis zur namibisch-botswanischen Grenze, mussten wieder (für die Namibier) so einen Wisch ausfüllen, den sich eh keiner anguckt, konnten aber - auch vom Zoll unbehelligt - ohne Schwierigkeiten ausreisen. Die botswanische Einreise war völlig entspannt, keine Zettelwirtschaft, Pass abgeben, Stempel rein, Abmarsch - so mag ich das ... Liebe Namibier, da könnt ihr euch mal eine große Scheibe von Botswana abschneiden!

Wir fuhren eine weitere Dreiviertelstunde, Stunde schonmal durch den Chobe-Nationalpark (das ist eine großteils völlig kerzengerade Transitstrecke) und kamen an Elefanten, Zebras und anderen Tieren vorbei.

Es immer so unfair, die ersten zwei, drei Elefanten, Zebras, Giraffen und so weiter betrachtet man einzeln und völlig aus dem Häuschen, und ein paar Stunden später denkt man: "Achja, da sind nochmal zehn Elefanten. Total toll. (gähn)" (leicht übertrieben dargestellt)

Wir kamen also nach diesem ersten Schnuppern in Kasane in Botswana an und wurden umgeladen in ein Boot einer einheimischen (d.h., botswanischen) Reiseagentur. Ein 12-Mann-Boot für Uli und mich allein, das war schon schick. Jetzt standen drei Stunden Bootssafari auf dem Programm.

Erstmal mussten unsere Führerin uns an so einem Ufer-Checkpoint der Nationalparkverwaltung eintragen (die Nationalparkverwalter und auch die namibischen Zöllner scheinen ihr Geld teilweise dafür zu kriegen, dass sie einfach dasitzen, denn eintragen müssen die Guides die Leute schon selber, unfassbar ...), was sie tat. Danach umrundeten wir - in drei Stunden - eine früher zwischen Botswana und Namibia umstrittene Insel, die der Internationale Gerichtshof dann Botswana zugesprochen hat (dementsprechend steht dort als einziges Bauwerk ein großer Fahnenmast mit botswanischer Fahne) ... Es war fantastisch. Nilpferde, Krokodile (von riesig bis mini, dass Baby-Krokodile so süß sein können ...), viele Vögel, Echsen, total toll. Das ist richtig schwer, das zu beschreiben, weil man so überwältigt ist von diesem unfassbar vielfältigen Tierleben, da man da auf der Insel und auf dem Festland sieht. Leute, fahrt selber in den Chobe-Nationalpark, das muss man selbst sehen.

Unsere Führerin, die Schelmin (gibt's das Wort?), hatte uns eindringlich gebeten, die Daumen zu drücken, wenn wir Elefanten sehen wollten. Unsere Daumen waren schon blau, als wir am Ufer ein paar Elefanten an den Fluss hinunterschreiten sahen. Juchhe. Dickhäuterus grossus, auch "Elefant" genannt ... (Nein, niemand muss empört meine Lateinlehrer anrufen, das war gerade ein Scherz!) Und dann stehen da fünf Elefanten und spritzen sich selbst mit Schlamm voll und davor sitzen fünf Boote mit Leuten aus aller Herren Länder (einschließlich zweier Deutscher auf Privatsafari ...) und freuen sich ein Loch in den Bauch deswegen.

Wir umrundeten die Insel ganz gemächlich, sahen viele Nilpferde (eines tauchte ganz unvermittelt drei Meter vor uns auf und erschreckte sich vor uns genauso wie wir vor ihm; eines machte zu unserer großen Freude eine Rolle, was sehr lustig aussieht, wenn so ein Riesentier mit großem Ar..., äh, Gesäß, eine turnerische Übung vollführt), viele Krokodile (auf eines fuhr unsere Führerin zu, dann sprang das Viech auf einmal auf und kam auf unser Aluminiumboot zu, da geht einem eine Millisekunde lang der Allerwerteste auf Grundeis, auch in der trockenen Hitze des Chobe-Nationalparks), ganz verschiedene Vögel und zählten die Elefanten (damals ...) noch einzeln durch. Beim Stand von 14 begutachteten Elefanten fuhren wir überglücklich zurück in ein Luxushotel am Chobe-Fluss und aßen dort ganz gut zu Mittag.

Danach stand Teil 2 unserer heutigen Safari an, und es konnte eigentlich nicht mehr besser werden (dachte ich). Wir bekamen einen neuen Guide, wieder einen Botswaner (unser Namibier darf wahrscheinlich in Botswana gar keine Touren leiten), der mit uns in einem richtigen Safari-Jeep zum Eingang des Chobe-Nationalparks fuhr. Unser Namibier hatte uns gewarnt, dass die Fahrt ein wenig bumpy würde, ohja, das war sie. Es war toll.

Wir fuhren (wieder unser Guide und wir beide) auf Sandpisten in den Chobe-Nationalpark rein, und klar sieht man da Aberdutzende Impalas und andere Antilopen (Grünzeugexperten müssen bei meinen Äußerungen über die afrikanische Fauna ganz stark bleiben, Schnaps hilft, vielleicht), aber die sehen so treudoof aus, das wird dann irgendwann fast ein gewohntes Bild ...

An elephant! Wie, was, wo? Ja, ein Elefant, da oben, guck mal. Total toll. Wir fuhren weiter. Auf einmal steht dann eine Elefantenfamilie am Straßenrand, mit zwei Elefantenbabys, die soooooooo süß sind, und die Elefanten stehen wenige Meter von dir entfernt und du verdrängst den Gedanken, was du machst, wenn der deinen Jeep als Gefahr ansieht, denn das ist so schön, einen Elefanten aus nächster Nähe zu sehen. Soooooooo schön.

Da, eine Giraffe! Auch sooooo schön. Fünf Minuten später: Eine ganze Giraffenherde. Boah. Das ist einfach ein Wechselbad der Gefühle: Du freust dich wie ein kleines Kind, dass du endlich dieses und jenes Tier aus großer Entfernung siehst, und dann stehen ein paar Minuten später (die Guides wissen natürlich auch, wie sie einen Spannungsbogen aufbauen) ein paar dieser Viecher ein paar Meter vor dir. Das klappt bei Elefanten, bei Giraffen, bei Impalas ist es nicht schwer, davon gibt's so viele (die werden "McDonald's des Nationalparks" genannt, nicht nur, weil sie ein Rumpfmarkierung haben, die wir das geschwungene McDonald's-M aussieht, sondern auch, weil sie ziemliches Fast Food für die Großkatzen sind, denke ich), es klappt bei Pavianen. Ach Leute, du kannst mit einem guten Führer keine 30 Sekunden durch diesen Park fahren, ohne dass du ein Viech siehst und du völlig begeistert bist, wieviele es davon gibt oder wie nahe sie kommen oder beides. Es ist soooooo faszinierend, so fantastisch, so wunderschön, und ich habe heute weiß Gott mehr als einmal ein paar Freudentränen verdrückt.

Nach zweieinhalb Stunden Gerumpel und der leider vergeblichen Suche nach einem Löwen (was sich aber sehr, sehr, sehr gut verschmerzen ließ) rumpelten wir zurück zum Eingang und wurden da von unserem ersten Guide wieder in Empfang genommen. Es ging zurück durch den Chobe-Nationalpark zur Grenze, wir wurden aus Botswana aus- und nach Namibia eingestempelt (kein Zoll zu sehen, nirgends, und der Grenzer, der uns einstempelte, war der, der uns heute Morgen eingestempelt hatte). Unser Guide suchte mit uns noch einen Geldautomaten und bekam nicht zuletzt dafür ein gutes Trinkgeld (wie auch unsere beiden anderen tollen Guides), jetzt sitzen wir in der Hotellobby und werden vielleicht noch eine Kleinigkeit zu uns nehmen ...

Und morgen geht es schon nach Windhuk und dann mit dem Auto zur Lodge ... Ob das Tierleben da mit dem Chobe mithalten kann? Ich bezweifle es fast, aber mal sehen ...

Will jemand Fotos sehen? Nein? Okay, dann lasse ich ... Doch? In Ordnung, hier kommen "ein paar" (die doofe Upload-Funktion hat die falsch herum sortiert, naja, ist auch wurscht):
Und du sagst, wir sehen komisch aus? Seriously?

Familie Elefant auf dem Weg zum Schlammbad

Welches Tier könnte das sein?

Familie Pavian macht Rast

Ich lasse jetzt ganz langsam den Motor an, okay?

Frisch vermählt ...

Ein einsamer Büffel

Lecker Baum

Schlamm is beautiful

Zwischenmahlzeit

Mama, die da drüben sehen so komisch aus, ohne Rüssel ...

Ups ... (die Reling unten rechts in die unseres Bootes)

Törööööööö

Turnvater Nilpferd

Echse bei Boot

Büffels

Baby Croc

Junges Krokodil

Echse und Krokodil sind natürliche Feinde ...

... Impalas und Warzenschweine dagegen nicht

Mittwoch, 7. September 2016

Da steht ein Nilpferd auf dem Flur

... sangen wohl Klaus & Klaus, die wohl mal mit einem Lied, das ich längst vergessen habe (achne, "An der Nordseeküste"), meine Lieblingsband waren. Naja, okay, ich war drei und brauchte das ... Lassen wir diesen Ausflug in meine dunkle Vergangenheit ...

Jedenfalls schlief ich heute Nacht einigermaßen friedlich, als mich ein aufgeregtes Flüsterrufen von Uli aus dem Schlaf beförderte: "Hippos!" Was redet die da? Aber okay, ich stand auf, und tatsächlich, da stapften kaum zehn Meter von unserem "Safarizelt" (mit Dusche und Toilette!) zwei Nilpferde durch die Vegetation. Wow. Unfassbar, gestern das Krokodil und die Elefanten auf der anderen Flussseite, heute Nacht dann Nilpferde fast zum Anfassen auf unserer Seite. Sehr, sehr cool ...

Wir kamen nach dieser einigermaßen unheimlichen Begegnung (natürlich verließen wir unser Zelt nicht) doch noch zu ein paar Stündchen Schlaf (naja, jedenfalls taten wir so ...), bis um 6.45 Uhr endlich mein Wecker klingelte.

Wir frühstückten noch einmal gemütlich, checkten aus und ließen uns ein Taxi kommen. Die Rezeptionistin meinte irgendwas von Gaunern, die am Livingstoner "Busbahnhof", der den wunderbaren Namen "Big Tree" (Großer Baum) hat, herumlungerten. Dort, junge Dame, waren wir vorgestern aus dem Bus aus Lusaka ausgestiegen.

Unser Fahrer warf uns dann jedenfalls beim Büro unserer Busgesellschaft raus, der Typ dort druckte uns noch die Tickets aus, dann kam auch schon der Bus. Beim Einsteigen wurden unsere Namen abgehakt und uns Plätze zugewiesen, dann konnten wir den angenehm gekühlten Passagierraum betreten. Wir saßen noch eine Weile rum, bis wir einigermaßen pünktlich losfuhren. (Der Bus war aus Victoria Falls, also von der simbabwischen Seite gekommen, und offenbar ganz gut durchgekommen.)

Zunächst ging es um Livingstone herum über relativ gute Straßen, bei denen noch gelegentlich die Schlaglöcher, die auszubessern waren, markiert waren. Kurze Zeit später waren ganze Straßenabschnitte markiert, und noch ein bisschen später konnte kaum mehr Straße markiert sein, weil der Asphalt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil schon weg war und "nur noch" Staubpiste mit ein bisschen Uralt-Straße dazwischen lag.

Als wir dann in Richtung der sambischen Grenzstadt zu Namibia kamen, wurde die Straße leicht besser; wir überquerten den Sambesi und fuhren unmittelbar danach in die Grenzstation ein. Die sambische Einreise ging problemlos, wir sollten das Gepäck im Bus lassen und einfach in Richtung Namibia zu Fuß gehen. Das machten wir sogar.

In Namibia wurden wir dann zur Ebola-Kontrolle gebeten (erstens gibt es keinen Ebola-Ausbruch mehr und zweitens war der Tausende Kilometer weg, aber die namibischen Behörden haben, siehe auch gleich, ein ziemlich großes Rad ab ...).

Die Einreise ging nicht gerade schnell, aber wir waren recht früh dran, und positiv war, dass der Grenze die Schlangenspringer von seinem Fenster verjagte ...

Wir waren schon froh, durch den ganzen Schlamassel durch zu sein und wieder in den Bus einzustiegen, als unser Fahrer uns wieder aus dem Bus warf, weil noch die Zollkontrolle käme. Aber erstmal saßen wir eine Stunde im Schatten und nix ging.

Irgendwann fingen unsere Schaffner an, den Gepäckraum auszuräumen und die Gepäckstücke säuberlich aufzureihen, bis wir irgendwann gefordert wurden, zur - nach Männern und Frauen getrennten!!!!!!! - Zollkontrolle zu gehen. Wobei, "Kontrolle" ist eine Beleidigung jedes richtigen Kontrolleurs. Da saß eine Zöllnerin unter ihrem kleinen Baum im Schatten und bedeutete, keiner Fremdsprache - einschließlich der namibischen Amtssprache Englisch - mächtig, mit herrischen Handzeichen, dieses und jenes Gepäckstück zu wenden oder zu heben. Der Mann, bei dem ich dran war, warf einen Blick auf mein Gepäck und ließ mich gehen.

Das, liebe Leute, ist komplett bescheuert, und es bleibt mir ein Rätsel, wieso es sich ausgerechnet der Zoll in so vielen Staaten auf seine Fahnen schreibt, dafür zu sorgen, dass er in Zukunft weniger zu tun hat, weil die Touristen ausbleiben. Mein alter Uni-Rektor hat gerne den Satz "You never get a second chance to make a first impression" ("Man kriegt nie eine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu machen.") gesagt. Und, liebes Namibia, dieser erste Eindruck war außerordentlich bescheiden.

Wir fuhren dann im Zickzack durch Katima Mulilo und hielten an einer Tankstelle an, wo unser Schaffner uns - wie gewünscht - aus dem Bus warf. Ich ging zum Geldautomaten an der Tankstelle, welche ich außer Betrieb vorfand. Ich ließ Uli im Schatten warten und ging zur gegenüberliegenden Tankstelle, deren Geldautomat ebenfalls außer Betrieb war. So langsam wollte ich ganz dringend zurück nach Sambia.

Ein Privatauto hielt vor mir, bot mir seine Taxifahrerdienste an, und ich war schon so genervt, dass ich wieder nicht verhandelte. Wir sammelten Uli an der anderen Tankstelle ein und ließen uns zum Hotel fahren.

Namibia, wenn du in der Liste der Länder mit ganz schlechtem ersten Eindruck nicht in der gleichen Kategorie wie Bahrein und Japan (okay, da war's die zweite Einreise, aber trotzdem) landest, dann liegt es ausschließlich an diesem Protea Hotel hier in Katima Mulilo.

Das Hotel hat bei meiner ständigen Hotelbuchungsseite keine so gute Bewertung, aber unsere Rezeptionistin war außerordentlich freundlich und zuvorkommend, das Hotel ist klasse und unser Zimmer hat Ausblick auf den Sambesi! Als wir dann an der Bar saßen, auch mit Blick auf den Sambesi, wow, da wurde selbst ich wieder deutlich weniger sauer auf diesen Saftladen von Land.

Uli ist ein bisschen traurig, dass man nicht in den so einladend wie träge dahinschwimmenden Sambesi zehn Meter vor der Haustür hüpfen darf, nur weil da möglicherweise Krokodile und Nilpferde schon den Latz umbinden, um einen zu verspeisen, aber hey, es gibt hier wenigstens einen Pool, garantiert ohne Crocos und Hippos ...

Wir ließen es uns an der Bar gutgehen und gingen dann um 19 Uhr zum Essen. Die Schnecken in einer Knoblauchsauce (naja, eher die Knoblauchsauce mit Schnecken) würde meinem Bruder sehr gefallen, während ich mir zugleich sehr bildhaft vorstellen kann, wie gerade das Grauen unweit von der Adolfsallee in Wiesbaden einsetzt.

Danach gab es ein Filetsteak für Uli und Mixed Grill (Rindersteak auf Lammsteak, obendruff eine Boerewors und ein Spiegelei). Während Uli von dem Filetsteak leider nicht begeistert war (wir kennen halt den einen oder anderen Laden, wo ein Filetsteak zart wie Butter ist), habe ich mich vor lauter Übereifer an meiner Fleisch-mit-Fleisch-und-als-Dekoration-Fleisch-Mahlzeit völlig überfressen.

Eigentlich wäre, auch angesichts des heute erreichten 111. Landes (juchhe, ja, Namibia, du hast diese nicht so richtig verdiente Ehre ...), ein Schnaps nötig gewesen, aber bei mir passte beim allerbesten Willen nichts, aber auch gar nichts mehr in meinen Hals.

Morgen müssen wir früh aufstehen, dann geht es auf Safari in den Chobe-Nationalpark in Botswana ...
Unterwegs durch Süd-Sambia

Über den Sambesi

Blick von unserer Zimmertür auf den Sambesi

Belohnungsbierchen

Sambesi in der Dämmerung

Dienstag, 6. September 2016

Da sitze ich mitten im Sambesi

... einen Meter von der Abbruchkante des 100 m hohen Wasserfalls entfernt und was mache ich? Ich lösche alte Fotos von meinem Handy, weil der Speicher voll ist ...
Meine Anonymität ist ja seit dem Artikel in der Badischen Zeitung eh zum Teufel
So kreuzunglücklich wie heute Morgen habe ich meine Ersatzoma selten erlebt, als ihre Tochter ihr am Telefon (Skype funktioniert ja über das WLAN hier ziemlich ordentlich) erklärte, dass wir gleich tatsächlich zum Devil's Pool fahren und da schwimmen wollen. Jetzt hatte sie Uli über Jahrzehnte aufgepäppelt, nur damit so ein komischer Kauz von Weltenbummler daherkommt und dafür sorgt, dass die arme Uli die Victoria-Fälle runterfällt. Sie hatte offenbar bis zuletzt gedacht, dass wir nur Spässken machen - sie müsste es besser wissen.

Nach unserem Frühstück und entspannter Morgenroutine wurden wir um kurz nach 12 Uhr abgeholt (eigentlich war 12 Uhr abgemacht, aber das mit den afrikanischen Zeitangaben hatte ich ja schon im März erläutert) und - klar - pünktlich zum Luxushotel direkt am Sambesi gebracht. Auf dem Weg zum Parkplatz dort begegneten uns ein paar Giraffen, wobei ich so perplex war, dass ich das Handy nicht aus der Hose bekam  ...

Der Check-in beim Tourveranstalter ging fix, inklusive Kreditkartenzahlung, die auf Anhieb funktionierte, dann kam auch schon das Bötchen, das mit uns auf die Victoriafälle zufuhr (mit Doppelmotor, wie mir gerade auffällt) und dann kurz vorher links auf die Livingstone Island abbog.

Dort machten wir ein bisschen Fotos von der Schlucht, diesmal auf der sambischen Seite, ehe es zu einem der absolut, Entschuldigung an die ältere Generation, geilsten Plätze ging, die es auf dieser Erde gibt. Du machst dich schwimmfertig, wackelst über ein paar Steine und steigst dann - etwa dreißig Meter von der Abbruchkante weg, in den Sambesi. Du schwimmst ein bisschen stromaufwärts und dann mitten durch die Strömung durch (das klingt jetzt dramatischer als es ist, wenn man schwimmen kann [das sollte man allerdings können], dann ist das wirklich kein Problem). Da gibt es pro forma auch zwei Seile etwa 15 Meter vor den Fällen, an denen man sich im Falle eines Krampfes wahrscheinlich festhalten könnte, bis Rettung naht - ausprobiert haben wir es nicht.

Danach ging es auf eine noch kleinere Insel und von dort dann in den Devil's Pool. Die Stromschnellen, die wenige Meter von der kleinen Insel entfernt ungebremst in die Victoriafälle übergehen, sind schon sehr beeindruckend. Dass man sich dann fast selbstverständlich traut, in den Pool einzusteigen, ist eine der großen Leistung menschlicher Verdrängung ...

So, dann bist du in dem Pool drin und wirst von der Strömung ganz sanft in Richtung ... - äh, bitte was, ganz sanft in Richtung Victoriafälle?! - also, ja, ganz sanft in Richtung Victoriafälle getrieben. Die natürlichen Steinbarrieren sorgen für einen bequemen Sessel (mit Regenbogen als Hintergrund) und für eine schöne Liegefläche, wo dir dann aber schon gesagt wird, dass du nicht so weit drauf sollst - sonst könnte man höchst theoretisch über diese Kante gespült werden.

Die Guides animieren dich zu diversen Faxen, die man dann nachmacht, was - einen Meter vom sicheren Tod entfernt - nicht ganz so selbstervständlich ist.

(Sorry, für die Unterbrechnung, da waren gerade zwei Elefanten am anderen Flussufer hier in unserer Lodge, die unbedingt fotografiert werden wollten.)

Nach ein paar Minuten steigt man dann wieder auf die kleine Insel zurück, durchschwimmt den Sambesi wieder zur Livingstone Island - inzwischen ist man da ja fast Experte ... - und zieht sich dann an Land wieder um. Anschließend gibt es lecker Mittagessen, wobei unsere Dreiergruppe aus Uli, einer schwedischen UN-Mitarbeiterin, die in Kabul stationiert war, und mir ein eigenes Zelt hatten, auch gut.

Wir unterhielten uns über die sambische Innenpolitik und die Sicherheitslage in Afghanistan (Bamian soll sicher sein, vielleicht finde ich vor 2020 noch ein paar Tage Zeit, um dorthin zu fliegen ...). Danach ging es wieder mit dem Boot zurück zu dem Luxushotel und von da dann mit dem Taxi, das auf uns wartete, zurück zum Hotel. Jetzt wird hier noch ein paar Stunden Urlaub gemacht, ehe es morgen dann nach Namibia geht.

Unsere Buchung für Botswana am Donnerstag ist jetzt auch endgültig bestätigt, und die Mehrwertsteuer ist im Preis sogar wider Erwarten doch drin, noch besser ...

Die letzten beiden Tagenwaren ganz einfach grandios und wunderbar schön - und es kommt erst noch der Chobe-Nationalpark und Namibia mit zwei Game Drives auf unserer anderen Lodge, mit Swakopmund und dem Abschluss in Windhuk.

Nachträgliche Korrektur: Wenn man wider Erwarten "wider Erwarten" wieder mit "ie" schreibt, ist daran eindeutig die Mielch schuld. Sorry.

Weitere Fotos:
Der Maramba River an unserem Hotel

Fahrt auf dem Sambesi in Richtung Victoriafälle

Die Schlucht, diesmal von Sambia aus gesehen
Da hinten ist der Devil's Pool

Montag, 5. September 2016

Mosi-oa-Tunya

Am "Rauch, der donnert", waren wir heute - und selbst bei Niedrigwasser: halleluja, da war ganz gut Sprühwasser in der Luft, die Regenponchos, die ich nicht vergesse habe, brauchten wir trotzdem nicht, denn es war gelegentlich mal ganz angenehm, ein bisschen Kühle auf der Haut zu spüren.

Das Schlafen im Zelt erwies sich als in der Nacht durchaus kühl (ich habe mir relativ früh im Schlaf die Decke hochgezogen) und von ein wenig ungewohnten Geräuschen (Vögel und Affengeschrei) durchzogen, aber der Tag gestern war anstrengend genug gewesen, dass ich einigermaßen durchgeschlafen habe ...

Wir waren trotzdem relativ früh wach, frühstückten als Erste (andere kamen dann relativ bald danach), beguckten dabei das sich sonnende Krokodil und die das Wasser verlassenden Nilpferde am anderen Ufer des Maramba River, ließen uns ein Taxi rufen und ich buchte noch unseren Devil's-Pool-Schwimm morgen; die Organisatoren hatten auf meine Anfrage leider nicht zurückgeschrieben, aber unser Rezeptionist ergatterte uns noch einen Platz für morgen Mittag. Der ganze Spaß (mit Mittagessen inclusive) kostet 155 US-Dollar pro Person, aber die Chance, wenige Armlängen von der Abbruchkante eines der tollsten Wasserfälle der Welt (und das dachte ich schon, bevor wir heute da waren) zu schwimmen, lassen sich halt viele - wie wir - auch mal etwas kosten.

Unsere Taxifahrerin fuhr uns an die Grenze, wir reisten formal aus Sambia aus und liefen dann zu Fuß zur Brücke, auf der eine Fahrspur und eine Zugspur sind, über dieselbe (mit genauer Markierung, wo Sambia aufhört und Simbabwe anfängt, so mag ich das) und dann wieder einige hundert Meter bis zur simbabwischen Grenzstation.

Der Blick von der Brücke in die Schlucht des Sambesi war schon einmal auf Anhieb ziemlich fantastisch, und wir standen da etliche Minuten und ließen die Szenerie auf uns wirken. Währenddessen gingen und fuhren etliche Einheimische, Sambier wie Simbabwer, und auch manche Ausländer an uns vorbei, die nicht die fünf Dollar für die Taxifahrt vom sambischen zum simbabwischen Grenzposten zahlen wollten ...

Nach, naja, dreißig, vierzig Minuten entspannten Spaziergangs waren wir am simbabwischen Grenzposten. Nach dem dahingeschmierten Ausfüllen von Registrierungszetteln bekamen wir -  für 30 US-Dollar - ordentliche Aufklebevisa in die Pässe eingeklebt, die ordnungsgemäß gestempelt wurden. Am simbabwischen Zoll waren wir schnell durch und danach waren es nur noch wenige Meter bis zum Eingang des simbabwischen Victoria-Falls-Nationalparks (ich hatte zwischendrin überlegt, ob wir ein Taxi nehmen, weil ich die Strecke dann doch nicht einschätzen konnte, aber das wäre peinlich geworden ...).

Den Eintritt konnte man mit Kreditkarte bezahlen, was sehr praktisch war, da es dort keinen Geldautomaten gab und unsere US-Dollar-Reserven durch die sambischen und simbabwischen Visa und das gelegentliche Trinkgeld doch schon arg dezimiert waren ... Wir drückten also nach den 30 Dollar pro Person Eintritt ins Land Simbabwe nochmal 30 Dollar pro Person Eintritt in den Nationalpark ab, aber hey, man lebt nur einmal ...

Wir betraten also den Nationalpark, stöberten kurz im Souvenirladen und gingen dann in Richtung der Fälle, die man so langsam dann auch hören konnte.

Es ist schwer zu beschreiben, was man fühlt, wenn man dann um die Ecke biegt und diese majestätischen Wassermassen erblickt, die fast 100 m in die Tiefe stürzen, das Donnern hört, das Sprühwasser im Gesicht spürt, die Regenbögen sieht - es ist einfach fantastisch schön (und es ist durchaus spürbar, dass gerade nur Niedrigwasser ist, denn die Fälle füllen vielleicht den halben Vorhang, den sie bei Hochwasser füllen - bei Hochwasser wird man anscheinend sogar auf der Grenzbrücke nass, obwohl die Schlucht, auf die man von dort aus schaut, von den "Hauptfällen" relativ weit entfernt ist und zudem noch durch zwei Felseinschnitte abgeschirmt ist).

Wir gingen erstmal zur Livingstone-Statue, die an die erste Sichtung der Fälle durch europäische Augen Mitte des 19. Jahrhunderts durch David Livingstone erinnert. Von dort sieht man einen kleinen Seitenarm des Sambesi in die Schlucht fallen, und auf dem Weg dorthin hat man einen ziemlich guten Blick in die Schlucht. "Guten Blick"? Ich Vollhonk, das ist völlig atemberaubend und total cool.

Wir liefen parallel zu den Fällen auf dem wirklich schön gemachten Parkgelände entlang, auf dem es insgesamt 12 nummerierte Aussichtspunkte gibt, und von jedem Aussichtspunkt aus in die Aussicht einzigartig und jeweils unglaublich schön. So, so, soooo toll!

Auf einem der letzten Aussichtspunkte sah man dann einige Leutchen in Badeklamotten am Sambesi herumklettern - morgen werden wir das sein und uns von den Leuten von Simbabwe aus begucken lassen ("Biologische Sensation: Seekuhsichtung am Sambesi!"), die sich allesamt fragen, wie man so bekloppt sein kann, da ins Wasser zu gehen ...

Am äußersten Punkt simbabwischen Territoriums innerhalb des Park gibt es einen Abschnitt, der mit "extreme danger" angekündigt wird. Jeder TÜV-Prüfer, der bei einem Stromkabel, das einen Millimeter über dem Boden verläuft, größte Stolperfahr vermutet, würde hier Amok laufen: Da ist ein Betonweg, ein paar Warnschilder, ein paar Steine und nach den Steinen ..., huch, Abgrund. Da geht's 100 Meter in die Tiefe und es gibt kein Geländer, kein gar nichts. Uli meinte dann, wenn man jemandes überdrüssig sei, sollte man an die Victoriafälle reisen (was mich zweifeln lässt, ob es eine gute Idee war, mit ihr zu verreisen - ich bin ganz lieb!).

Da klettern dann Söhne vor den Augen ihrer Eltern einen Meter vom Abgrund entfernt in der Gegend herum und setzen sich auf Steine, die auf zweieinhalb Seiten von 100 Metern frischer Luft umgeben sind - meine Mutter hat jetzt allein vom Lesen feuchte Hände gekriegt, und mir ging's da auch nicht gut beim Zugucken ...

Wir guckten uns noch die Brücke an, die wenn nicht auf ihr steht, auch noch mal ganz anders aussieht, danach ging es zurück in Richtung Parkausgang,.

Wir aßen ein paar Samosas (Teigtaschen mit Rindfleisch-Minze-Füllung) und Krokodilschwanzwraps, beides sehr lecker, und tranken dazu südafrikanischen Cider und simbabwisches Zambezi-Bier (das ich schon vor sechs Jahren empfohlen hatte).

Nach einer kurzen Abschlussrunde (tschüss, Fälle, bis morgen ...) verließen wir den Nationalpark, guckten uns noch einen kleinen Souvenirmarkt am Parkplatz zum Nationalpark an und reisten dann völlig problemlos aus Simbabwe aus. Wir liefen wieder über die Brücke (insgesamt, sagt mein Handy, waren es heute 10,8 Kilometer), reisten relativ problemlos wieder nach Sambia ein (auch wenn sie uns das Visum jetzt auf noch fünf Tage verkürzt haben, aber das langt uns ja völlig, weil wir in zwei Tagen ausreisen), fuhren mit dem Taxi zum Hotel und waren so gegen 15 Uhr hier.

Jetzt machen wir hier so richtig schön Urlaub, Uli liest ein Buch, ich surfe im Internet und schreibe ominöse Blogs, vielleicht gehe ich gleich noch hier im Poolchen schwimmen, und heute Abend essen wir wieder im Hotel, weil das gestern Abend echt lecker war.

Doch, an die Victoriafälle komme ich nochmal, dann vielleicht bei Hochwasser, um auch dieses wahrscheinlich völlig andere Erlebnis noch einmal zu erleben - es ist wirklich toll!

Jetzt buche ich gleich noch die Safari nach Botswana am Donnerstag und dann ist auch mein 112. Land (nach dem 111. Land Namibia am Mittwoch) gebongt (wollte gerade "begongt" schreiben, achja,  ich wollte auch noch für die unvollendeten Sätze gestern Abend sorry sa..., und wer der Ansicht war, ich könnte die richtige Vergangenheitsform von "trügen" bilden, wurde auch eines Besseren belehrt - die Milch war schuld, offensichtlich).

Jetzt läuft hinter mir gerade ein Affe rum ...
Unterwegs in Sambia

Blick von der Grenzbrücke

Da springen manchmal freiwillig Leute runter!

Teufelskatarakt

Blick in die Schlucht

Livingstone persönlich

Somewhere over the rainbow

Fallendes Wasser

Die wollen auch die Fälle gucken

Wasser, viiiiel Wasser (und da hinten schwimmen Leute)

Wasser!

Blick in den Abgrund

Die Schlucht

Über diese Brücke musst du gehen (wenn du wieder nach Sambia willst)

Sonntag, 4. September 2016

Das erste Endziel

... haben wir heute erreicht. Die Überschrift strotzt zwar so vor logischen Ungereimtheiten und Überflüssigkeiten, aber sei's drum ...

Heute war ein guter Tag, auch wenn ich sowohl (den richtigen) Steckdosenadapter als auch sämtliche Gürtel auf meinem Küchentisch habe liegen lassen. Naja, dem Vergesslichen gibt's der Herr im Schlaf, oder so ähnlich ...

So ähnlich, weil heute auf den ersten Meter unserer Busfahrt von Lusaka nach Livingstone so ein Amateurprediger im Gang stand und uns was vom Psalm 23 erzählen wollte - ja, den kenne sogar ich, und das will was heißen ...

Wir waren heute Morgen relativ früh wach und verließen ohne Frühstück das Hostel, das okay war, aber jetzt nicht so wahnsinnig beeindruckend. In unseren Seitenstraße kam nix, auf der angrenzenden Mittelstraße kamen zwar Taxis, aber die hielten für uns nicht und am Ende standen wir an der mittelprächtigen Hauptstraße und ließen uns schließlich für ein paar Dollar von einem Privatauto zum Busbahnhof fahren ...

Der Fahrer bedeutete einem Passanten zu prüfen, ob bei unserer angestrebten Buslinie noch was frei war (er zeigte an: nein), was uns aber nicht davon abhielt, den Fahrer anhalten zu lassen und es auf eigene Faust nochmal zu probieren. Aber auch hier war die Antwort die gleiche (interessanterweise habe ich noch keinen Sambier beim Flunkern erwischt, das ist irgendwie unheimlich, selbst bei den Taxifahrern ...). Auf meine Frage, ob es eine andere Busverbindung gebe, verwies er mich an den Shalom Bus Service, bei dem ich im zweiten Anlauf und unter Ausnutzung einer zurückgegebenen Reservierung noch zwei Tickets für den 9.30-Uhr-Bus ergattern konnte (es war da gerade so 7.50 Uhr). Wir standen dann noch eine Stunde mehr oder weniger doof aus der Wäsche guckend in der Gegend herum, ich spazierte ein paar Mal um den Busbahnhof und den Frühschoppen mit Milch verkniffen wir uns ... Ich ließ mein Handy bei einer der vielen Charging-Stationen aufladen (ohne Nachweis, dass mein Handy mein Handy war, und für 30 Cent für den Strom), bekam es aber eine Stunde später anstandslos zurück. Glück gehabt ... Wie gesagt: Wenn man das Gute im Menschen sehen, muss man (bisher) nach Sambia fahren.

Um 9 Uhr sollten wir boarden, um 9.30 Uhr sollte es losgehen, tatsächlich verließen wir um 10 Uhr den Busbahnhof und bekamen uns - in einer Wolke aus Duftbaum und altem Schweiß in Fußballtrikots - auf unsere Reise. Gefrühstückt hatten wir nichts (Uli) bzw. eine Cola (ich).

Wir waren einigermaßen schnell aus Lusaka draußen und dann ging es auf die relativ gute Straße zwischen Lukasa und Livingstone. Die Landschaft ist schon beeindruckend, auch weil sie so (gaaaanz) langsam von Savanne in eher feuchtgebietig zu wechseln schien (entsprechend wurde es wärmer im Bus, dessen Klimaanlage aus geöffneten Fenstern bestand).

Nach drei Stunden hielten wir für eine kurze Rast, ich besorgte uns Pommes (bäh, furchtbar labrig) und wollte Fish&Chips haben. Fish gab's nicht, also nahm ich so eine Montezumas-Rache-Wurst, die mir Montezumas Rache aber bisher schuldig geblieben ist. War also wohl doch genießbar ...

Nach acht Stunden Fahrt, die ich gar nicht soo schlimm fand, weil ich zwischendurch über Gott und die Welt nachdachte, kamen wir dann in Livingstone an und wurden schon beim Aussteigen von zwei Taxifahrern bequatscht.

Ich ließ die arme Uli erstmal alleine und guckte mich nach Adaptern um, hatte dann aber Hoffnung, dass die im Hotel ja wohl Adapter haben würden (die Hoffnung trügte ...), und wollte auch die beiden Taxifahrer-Hyänen (ich übertreibe) nicht so lange mit Uli in der Gegend herumstehen sehen.

Es war am Ende ganz praktisch, dass es zwei Konkurrenten waren, denn ich versteigerte uns wenigstbietend für 40 Kwacha (etwa 3,50 €, wahrscheinlich immer noch zu viel) für die Fahrt zu unserem Hotel.

Unser Fahrer, Ephraim, stellte sich als ganz nett heraus, und ganz nett ist eine ziemliche Untertreibung für unser Hotel. Die Rezeptionistin ist superfreundlich (und lädt uns sämtliche Geräte auf - morgen müssen wir echt mal nach Adaptern gucken, und nach Gürteln, sonst laufe ich weiterhin ständig entweder mit rutschender Hose oder halbgeöffnetem Hosenstall herum, was beides nicht so toll aussieht und meine Mutter zu wahren Hasstiraden auf ihren verkommenen Sohn anstacheln würde), die Bar sehr schön (lecker Bier und lecker Wein, MIJ: heute Abend bist du mir wurscht, du glaubst mir doch eh nicht, dass wir hier Milch trinken) und das Abendessen (Uli: sambisches Rindscurry, ich: Brachse, soll wohl ein Fisch sein, auf Englisch einfach "bream" mit Nshima, der typisch sambischen Sättigungsbeilage aus Mais) war fantastisch.

Am Maramba-Fluss, der hier vorbeifließt (naja, eher vorbeisteht), gähnte heute Abend beim Pre-Dinner-Bierchen ein Nilpferd ziemlich herzhaft (ja, ich war auch müde, aber ich war's nicht) und gegenüber am anderen Flussufer machte ein Affenpärchen Geräusche, dass ich ihm dringend empfehlen musste, anständig zu bleiben (was sollen sonst die Leute sagen?).

Doch, hier gefällt's mir, aber leider kann ich es nicht mit Fotos beweisen, weil alle Fotografiermaschinen an der Rezeption zum Aufladen liegen ... Wir sind ja aber drei Tage hier, da werde ich es morgen Abend hoffentlich gebacken kriegen, mal ein Foto hochzuladen.

Morgen geht es nach Simbabwe,  um von da die Victoriafälle zu bewundern, erst übermorgen wollen wir uns dann an den Devil's Pool wagen (oder auch nicht, mal gucken ...).

Jetzt geht es aber erstmal in unser Zeltzimmer, das (bis auf den nichtabnehmbaren Duschkopf) ganz gut aussieht und morgen wird so etwas Ähnliches gemacht wie Ausschlafen ...

Over and out aus Sambia, schön ist's ...

Samstag, 3. September 2016

Von Nottingham bis an die Spree, der Sieger FCC

Joa, wie einst die Schwarzwaldmarie in Bahrein („dir bleib ich treu“ und so …) habe ich eben in aller Ruhe eines der Stadionlieder des FC Carl Zeiss Jena vor mich hergesummt. Zweite Stufe ist dann eine Selbstdichtung zur Melodie eines amerikanischen Liedes („Oh Istanbul, du schöne Stadt ...“). Die zweite Stufe ist noch nicht erreicht ... (und dabei blieb es dann auch am Abend)

Erste Etappe – in Addis Abeba
So, liebe Freunde von Ethiopian Airlines, das war ja alles ganz okay … Der Touchscreen hat zwar als solcher („touch“) nicht funktioniert, aber durch das Backup in Form der Armlehnentastatur konnte ich mal wieder zwei Filme gucken (naja, Batman vs. Superman habe ich nur angefangen, weil ich zwischendrin sowas Ähnliches wie „Schlafen“ versucht habe …). Ein bisschen mehr Wasser könntet ihr bringen, aber wahrscheinlich habe ich euch durch das angestrengte Schließen meiner Augen bei völlig verkrampfter Körperhaltung getäuscht und ihr dachtet, ich hätte entspannt gepennt.

Wir waren ein wenig verspätet losgekommen, kamen aber überpünktlich um kurz vor 6 Uhr äthiopischer Zeit an (5 Uhr deutscher Zeit), suchten uns ein Plätzchen, was nicht so einfach war, und gingen jetzt relativ zügig durch die Sicherheitskontrolle.

Es gibt drei ceterum censeos in diesem Blog: Der erste („Es war toll“) wäre nun doch ein wenig verfrüht, der zweite („Abnehmbare Duschköpfe sind der Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei“) muss noch geprüft werden und der dritte („Es sind schon mehr Menschen vor Ekel gestorben, weil sie in Socken über dreckige Flughafenteppichböden gehen mussten, als an Terroranschlägen seit Menschengedenken.“ – Quelle: Internet) ist definitiv mal wieder dran. Liebe Äthiopier, es ist vielleicht in seltenen Ausnahmefällen nicht völlig beknackt, den Amis was nachzumachen, aber dieses Schuheausziehen ist und bleibt total bescheuert. (Gerade ist hier in Addis Abeba Stromausfall, die Sicherheitsschleusen laufen aber offenbar auf Akku …)

Gleich geht es dann noch drei, dreieinhalb Stunden nach Lusaka, und da müssen wir uns dann irgendwie zum Hotel durchschlagen. Wird schon schief gehen.

Zweite Etappe - in Lusaka
So, auch die zweite Etappe war sehr entspannt, auch mit eigenem Bildschirm, wenn auch leicht anderem Programm, sodass ich zwar nicht mehr Batman zu Ende gucken konnte, aber dafür X-Men, auch gut ...
Unterwegs waren wir uns uneinig, ob es besser ist, wenn einem das Gesäß vom Sitzen wehtut oder wenn man es gar nicht mehr spürt, aber wie durch ein Wunder konnten wir uns in Lusaka vom Flugzeugsitz erheben und uns zum Eingangsgebäude schleppen.

Eine Sicherheitsfachtante war völlig inkompetent und schickte uns zur Visumerteilung zum Gesundheitscheck, was wir aber recht schnell eigenständig merkten. Schließlich stellten wir uns am Ende der Schlange ein. Ein sehr freundlicher Grenzer meinte, das Ehepaar vor uns und wir könnten uns auch bei den Diplomaten anstellen, was wir dann - nachdem er fast ein wenig beleidigt war, als wir das nicht sofort machen - auf zweite Aufforderung machten.

Dort ging es tatsächlich schneller, und wir kamen mit einem deutschen Ehepaar vor uns ins Gespräch, die die Tortur mit dem Online-Visum-Beantragen durchgemacht hatten. Die hatten zwar einen schönen Ausdruck von einem Visa Approval Letter, kamen auch nicht schneller voran als wir unmittelbar nach ihnen. Ich würde sagen, alles richtig gemacht, zumal der Grenzer von uns keines der Dokumente sehen wollte, das man beim Onlinebeantragen sonst braucht. Helden der Steinzeit ...

Unser Gepäck war schon da, wir konnten im vierten Versuch mit der Visa-Karte Geld abheben (Mastercard ging nicht ...), und nach einem kurzen Flackern, ob wir doch ein Auto mieten, entschieden wir uns für ein Taxi.

Die Taxifahrer an Flughäfen sind grundsätzlich mit einer Mafia gleichzusetzen, und so war es auch in Lusaka. Von unseren 20 Euro für die (dann zugegeben längere) Taxifahrt in die Stadt gingen sie nicht runter, naja ...

Der Fahrer brachte uns trotz diverser Ansätze für Frontalzusammenstöße mit Lkws einigermaßen sicher ins Hostel, das okay ist, aber - auch für den Preis - nicht so richtig prickelnd ist. Zivilisation gibt es hier nicht, sprich: abnehmbarer Duschkopf fehlt. Gräuslich.

Wir hielten uns nicht lange im Hostel auf, sondern machten uns auf zu einer Mall, in der es eine recht gute Kneipe geben sollte. So richtig Sightseeing haben wir in Lusaka also nicht gemacht, dazu waren wir doch ein wenig zu platt (zumal es soooooo viel hier jetzt auch nicht zu sehen gibt, sagt der Reiseführer).

Kurz vor dem Ziel, schon in der Mall, verliebten wir uns auf Anhieb in die Steaks des Nebenrestaurants, und so saßen wir draußen unter dem Zeltdach mit Blick auf einige Betonbauten und genossen Steaks und Milch und Eis ...

Anschließend schleppten wir uns ins Hotel zurück, jetzt gehe ich noch kurz in die große Badewanne, die hier "Pool" heißt, schwimmen, und dann geht's in die Heia.

Morgen geht es dann schon wieder nach Livingstone, und wir wollen einigermaßen früh aufstehen. Aber dann ist - irgendwann - Urlaub ...

Freitag, 2. September 2016

T - 1 Stunde

Gleich geht das Boarding für den Flug nach Addis Abeba los, und Uli und ich sitzen völlig entspannt am Gate.

Das war nicht ganz selbstverständlich ... Nach einem einigermaßen entspannten Arbeitstag fuhr ich um 17 Uhr in Richtung Flughafen und war pünktlich gegen 17.50 Uhr dort. Es hätte ganz gut gereicht, um Uli am Fernbahnhof abzuholen, wenn ihr Zug nicht wegen einer Weichenstörung fast eine Dreiviertelstunde Verspätung gehabt hätte. Die Bahn ist halt zuverlässig unzuverlässig ...

Die Zwischenzeit nutzte ich, um unsere Bordkarten nochmal auszudrucken (eingecheckt hatte ich schon heute Morgen) und dann ein paar Würstchen und zwei heimatliche Milchprodukte (Tannenzäpfle-Milch, um mal ein bisschen Rothaus-Werbung zu betreiben) aufzutreiben, mit denen ich Uli am Bahnsteig begrüßte.

Nach dem Check-in ging es ziemlich fix durch die Sicherheitskontrolle, nur hatte Uli vorher gesagt, dass der Fotoapparat ihrer Mutter wohl nicht funktioniere. Ich probierte ihn intelligenterweise kurz nach der Sicherheitskontrolle aus, es blitzte wie ein Donnerwetter (der Fotoapparat funktionierte also offensichtlich), was zu einem sehr freundschaftlichen Anschiss eines Sicherheitsfachonkels führte. Nach der Frage, ob ich das Foto (ein sehr vorteilhaftes Selfie meiner selbst) gelöscht hätte, was ich pflichtschuldigst bejahte (hähä), ließ er mich vom Haken.

Es folgte der Konsum von zwei Weizenmilchen nach der Passkontrolle, und jetzt ist Boarding.

Es wird lustig, hoffe ich. Weiteres morgen aus Lusaka. Gute Nacht und uns einen guten Flug.

MIJ: Wie du weißt, trinke ich nur noch Milch.
Alle anderen: Lecker Bierchen ...

Montag, 29. August 2016

Ganz was Verrücktes

... haben meine Ma und ich uns gestern auf der Rückfahrt aus Thüringen überlegt: Möglicherweise machen wir nächsten Spätsommer mal wieder einen Roadtrip durch ... - Trommelwirbel - ... Europa! Wir sind uns nur noch nicht ganz einig, ob es eher nach Italien (Toskana und/oder Süditalien) oder an die Ostadria (Kroatien/Montenegro) gehen soll.

Wir haben unsere Reiseplanung auch wieder zurückgedreht und wollen jetzt doch wieder im März nach Südostasien, was mich zwar 15 Urlaubstage (anstatt 12) kostet, aber vielleicht doch ein paar Schweißperlen weniger.

Danach bleiben - nach Abzug von vier Tagen zur Prüfungsvorbereitung - noch elf Tage.

Ende September kann man - zusammen mit dem Brückentag vor dem 3. Oktober - nochmal elf Tage für fünf Urlaubstage weg (Samstag bis Dienstag), und da soll dann die Süd(ost)europatour steigen.

Bleiben noch sechs Tage, die entweder für ein, zwei verlängerte Wochenenden, z. B. um Fronleichnam herum, verbraten werden könnten. Klingt auch wieder gut, zumal ich mal gucken will, ob es nächstes Jahr mal wieder für Istanbul und/oder Tel Aviv langt.

Mein Chef hat für den 18. März bis 8. April schon grünes Licht gegeben - könnte also was werden. (Der nimmt das nie so ernst, wenn ich ihn frage, ob das okay ist, aber am Ende klappt das ja immer ...)

März/April, drei Wochen (15 Urlaubstage): Südostasien
Mai (4): Prüfungsvorbereitung
um Fronleichnam (15. Juni) herum, eine Woche (3): da habe ich, glaube ich, mal so richtig Lust auf Strand irgendwo auf der Welt
September/Oktober, eineinhalb Wochen (5): Süd(ost)europa

Bleiben drei Tage, die sicherlich irgendwo gewinnbringend angelegt werden können.

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So, in 97 Stunden sitzen Uli und ich schon im Flieger nach Sambia. Das wird toll, hoffe ich ...

Dienstag, 16. August 2016

Visa (und MasterCard)

Eines meiner Reiseprinzipien (neben "Keine Versprechungen" und "Kein Geld an Kinder") lautet ja, die Länder durch mein Bereisen zu belohnen, in die ich mit meinem deutschen Pass möglichst ungehindert einreisen kann.

Am besten ist es natürlich, wenn man einfach komplett visumfrei einreisen kann, aber wenn ich halt ein Eintrittsgeld in den Freizeitpark das Land bezahlen muss, mache ich das halt - wenn es halt einigermaßen unkompliziert ist.

Für Sri Lanka habe ich nun für meine Reisebegleitung und für mich das Eintrittsgeld schon vorab bezahlt - 35 US-Dollar wollen die Behörden dort jeweils für eine Einreisegenehmigung haben. Nachdem ich im ersten Versuch an den Sicherheitsmodalitäten meiner neuen (MasterCard-)Kreditkarte gescheitert war, rief ich bei meiner (neuen) Bank an und ließ mir erläutern, wie das Freischalten funktioniert.

Im zweiten Anlauf konnte ich dann die Visa beantragen - und bekam nach wenigen Minuten bereits die Bestätigung, dass unsere Einreisegenehmigungen erteilt worden sind. Sehr schön ... Jetzt hoffe ich nur, dass ich mich beim Eintippen der Passnummern nicht vertippt habe, aber da bin ich zuversichtlich. Schlimmes kann sowieso nicht passieren, weil man im Zweifel das Visum für fünf Dollar mehr eh noch am Flughafen in Sri Lanka kaufen kann ...

Nun steht der Abreise am 28. September nun wirklich nichts mehr entgegen ...

Wir schauen noch, ob wir an einem unserer drei vollen Tage in Sri Lanka noch eine Safari in einen der Nationalparks machen, auch wenn wir da jeweils vier oder fünf Stunden Hin- und Rückweg haben, aber wenn man schon einmal in Südasien ist, kann man das auch mal machen - zumal wir die anderen Tage wahrscheinlich schön am Strand liegen ...

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Ich bin noch unsicher, ob ich das sambische Visum für die in zweieinhalb Wochen (wow, nur noch zweieinhalb Wochen - scheeee ...) beginnende Tour wirklich schon online beantragen soll. Das ist deutlich umständlicher, die wollen Scans von allerlei Dokumenten haben, aber bringt mir keinen Preisvorteil, weil die Beantragung in Lusaka direkt auch nur 80 Dollar für ein Doppel-Einreise-Visum kostet. Der Hauptgrund für meine Zögerlichkeit ist aber, dass die Sambier und Simbabwer wohl gerade dabei sind, ihr gemeinsames Visum, das es bis Ende 2015 schon einmal gab, wieder einzuführen. Das kostete damals 50 Dollar und würde uns also einen Haufen Geld sparen, weil wir ansonsten 80 Dollar für das sambische Doppeleinreisevisum und 30 Dollar für das simbabwische Einmalvisum abdrücken müssen, obwohl wir es ja nur für ein paar Stunden nutzen würden. Daher warte ich jetzt erstmal ab und hoffe, dass die das zum 1. September wieder anleiern, das wäre natürlich optimal für uns.

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Die Planungen für den März 2017 sind schon wieder hinfällig, weil meine Ma und ich uns jetzt vorläufig geeinigt haben, dass wir über ihren Geburtstag nur eine Woche verreisen und die große Tour dann eher in den Mai verschieben, wenn ich dann drei Wochen wegkönnen sollte und nur 12 Urlaubstage verbraten muss. Allerdings ist es in Südostasien dann ziemlich heiß, sodass wir schauen müssen, wie wir das final machen - andererseits: Ob man jetzt bei 35 oder 30 Grad schwitzt wie ein Ochse, ist dann wahrscheinlich auch wurscht.

Ohnehin muss ich jetzt erst einmal abwarten, wann das letzte Seminar ist, das ich im Rahmen der Weiterbildung besuchen muss, erst danach kann ich buchen - da sind also noch ein paar Wochen hin.

Für die eine Woche, die wir uns für den März überlegt haben, kamen jetzt mehr oder weniger spontan Mosambik (ohnehin ein Wunschziel meiner Ma), São Tomé und Príncipe (das letzte afrikanische Land, das für deutsche visumfreie Einreise gewährt und das ich bis dahin noch nicht besucht haben werde), Kuba (solange es da noch so ist, wie es dort ist) und auf meinen Wunsch die Kombination Philippinen/Brunei (zwei Länder in einer Woche) in Betracht - aber eigentlich wollte ich im März ein bisschen an den Strand ...

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Es bleibt dabei, dass das alles noch nicht so richtig ausgegoren ist, aber es wird, liebe Leute, es wird ...