Meine Länder

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Dienstag, 24. März 2026

Genau 15.466 Kilometer

... hat unser Gepäck mehr zurückgelegt als wir, aber seit heute Nachmittag, 16.53 Uhr, sind beide Koffer wieder daheim, und meine Mutter hat sie in ihre Arme schließen können.

Aus diversen Quellen habe ich mir folgenden Verlauf der Odyssee zusammenreimen können - mit den Flughäfen bin ich mir ziemlich sicher, mit den Flügen bzw. Tagen nicht vollständig, aber erzählen wir heute mal nicht die Reisestory von meiner Ma oder mir, sondern von GEOKLXX700 und GEOKLXX702, wie wir sie inzwischen liebevoll nennen.

Als es auf die Reise ging, hießen 700 und 702, wie wir unsere Zwillingskoffer kurz nennen wollen, noch gar nicht so, eigentlich sollten sie jedenfalls auf der Tour noch gar keinen Namen kriegen, denn wir wollten sie ja als Handgepäck mitnehmen. In Zürich wurden ihnen aber schon KLM-Baggage Tags zugewiesen, als sie zwangsweise von uns getrennt wurden und in den dunklen Bauch des Flughafens gefahren wurden.

Den Flug nach Amsterdam am 14. März machten wir noch gemeinsam, dann reichte die Verbindung nicht mehr (Frauchen und Herrchen sahen beim Boarding in Amsterdam schon ein gelbes Licht, was mir erst im Nachhinein einfiel; das hatte ich schon in Mexiko erlebt und bedeutete auch damals, dass mein Gepäck nicht mitgekommen war), und 700 und 702 blieben einsam in Schiphol zurück.

Es dauerte fast einen ganzen Tag, an dem sich 700 und 702 am Amsterdamer Flughafen mit ihren Kollegen, die auch liegengeblieben waren, vergnügen konnten, bis sie am Sonntag Morgen, dem 15. März, aufgegriffen und in einen KLM-Flieger nach Panama-Stadt verfrachtet wurden. In Panama-Stadt kamen sie am Sonntag Nachmittag an - und bekamen leider kein leckeres Rodizio vorgesetzt, wie es Frauchen und Herrchen vor ein paar Jahren ergangen war, sondern nur einen Frachtraum, in dem sie wieder mehr als einen ganzen Tag warten mussten.

Am 16. März, dem Montag Abend, ging es von Panama mit der Copa-Maschine nach Georgetown, wo 700 und 702 am frühen Morgen des 17. März (Dienstag) ankamen. Fast konnten sie Frauchen und Herrchen zuwinken, weil diese nämlich mit dem ebendiesem Flugzeug, mit dem 700 und 702 eben angekommen waren, nun ihrerseits von Georgetown zurück nach Panama flogen.

Die kommenden Tage versuchte Ashley vom Gepäckhandling in Georgetown, ihr liebes Ersatzfrauchen in dieser Zeit, das Frauchen oder Herrchen von 700 und 702 zu erreichen. Aber die Telefonnummern, die KLM in das System eingetragen hatte, stimmten wohl nicht (bei meiner Telefonnummer war die 0 in der Vorwahl zu viel, aber ich konnte das auch nicht ändern), und erst am Donnerstag schrieb Ashley dem Herrchen von 700 und 702 eine E-Mail, dass die Koffer schon seit Dienstag Morgen in Georgetown sehnsüchtig auf ihn warteten.

Das Herrchen von 700 und 702 schrieb natürlich schnell zurück, aber da hatte Ashley die Zwillinge schon auf die Maschine nach Amsterdam laden lassen, die am Donnerstag Abend in Georgetown abflog, noch einen kleinen Zwischenstopp in Barbados einlegte und am Freitag Morgen, 20. März, in Amsterdam ankam.

700 und 702 hatten ein bisschen Hoffnung, gleich auf den Anschlussflug nach Curaçao umsteigen zu können, zumal der zwei Stunden Verspätung hatte, aber die Gepäckpacker in Amsterdam wollten auch noch ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen, weshalb sie erst am Samstag Morgen nach Curaçao fliegen durften. Nach mehr als achtstündigem Flug - zum dritten Mal war es über den Atlantik gegangen - konnten 700 und 702 zum zweiten Mal ihrem Frauchen und ihrem Herrchen zuwinken, denn wieder flogen die mit genau dem Flugzeug weiter, mit dem 700 und 702 angekommen waren. So langsam beschlich 702 das Gefühl, dass sein Herrchen ihn gar nicht mehr haben wollte, aber 700, der das Gepäck von seinem Frauchen treu bewacht hatte, überzeugte ihn vom Gegenteil. Und überhaupt hätten sie doch jetzt einen schönen Tag in Curaçao, denn natürlich wurden die beiden nicht sofort wieder zurück in den Flieger geladen, auch wenn die Leute am Check-in Frauchen und Herrchen genau das versprochen hatten.

Also ging es für 700 und 702 am nächsten Tag, dem Sonntag Abend, wieder nach Amsterdam, wo die beiden am Montag Morgen ankamen. Diesmal wurden sie recht schnell verladen und kamen schon mit einer der Abendmaschinen am gleichen Tag in Zürich an.

Von hier wurden Frauchen und Herrchen informiert, Herrchen schickte am Dienstagmorgen sofort die Zollerklärung unterschrieben zurück, und so wurden 700 und 702 am Dienstagmittag über die letzte Staatsgrenze mit dem Auto kutschiert und bei Frauchen abgegeben, weil Herrchen schon wieder unterwegs nach Hannover war.

Sage und schreibe 35.913 Flugkilometer haben unsere beiden Freunde 700 und 702 in den letzten zehn Tagen zurückgelegt, das ist fast eine Weltumrundung. Sie haben viermal den Atlantik überquert, waren mit Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Panama, Guyana, Barbados, wieder den Niederlanden, Curaçao, ein drittes Mal den Niederlanden und schließlich wieder der Schweiz und Deutschland in sieben Ländern (wenn man Curaçao als Land zählt) und sind siebenmal ein- und wieder ausgeladen worden.

700 und 702 jedenfalls freuen sich schon auf die nächste Reise, hoffen aber, dass sie dieses Mal Frauchen oder Herrchen auch mal unterwegs antreffen und sie den beiden nicht immer hinterherjagen müssen ...

(Und das GEOKL in der vollständigen Bezeichnung steht für GEO, Georgetown, den Flughafen, an dem wir das Gepäck vermisst gemeldet haben, und KL für KLM, die Fluggesellschaft, die unsere Koffer vergraben hat - aber gründlich. Die Zahlen sind dann fortlaufende Nummern, bei denen ich die ersten beiden Zahlen durch "XX" ersetzt habe, und nein, ich weiß nicht, was mit der GEOKLXX701 passiert ist ...)

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