Der Flughafen in Amsterdam ist schon groß, da war das mit dem Rollstuhl wirklich sehr praktisch, auch weil wir die ganzen Schlangen umgehen konnten. Die Einreise war problemlos, bei der Sicherheitskontrolle wurde die Seife (!) eingehend untersucht, aber am Ende durchgewunken, und dann hatten wir genügend Zeit, um sogar noch ein letztes Auslandsbier zu konsumieren, morgens um 10 Uhr (und wir waren auch da nicht die einzigen Reisenden!).
Der Flug nach Zürich führte ganz knapp nicht durch französischen Luftraum, wir konnten im Landeanflug Grimmelshofen und Mauchen ganz eindeutig identifizieren (Bonndorf war ein bisschen weit weg), und wir waren schnell am Gepäckband. Unser Gepäck war allerdings nicht da, sodass wir zur Gepäckermittlung gingen, dort wieder einmal an jemanden gerieten, der sich ganz gut auskannte und der uns versicherte, dass unser Gepäck zwar noch nicht da sei, aber bald komme und dann uns geliefert würde.
Am Ende wird unser Gepäck also ca. 15.000 Flugkilometer mehr gemacht haben als wir, da es zweimal außerplanmäßig über den Atlantik kutschiert wurde - werde Gepäckstück, da siehste was von der Welt!
Ich ließ mich zum Parkplatz fahren (der Shuttlebus kam gerade mit mir am Treffpunkt an, weil der Reisende zum Flughafen brachte), holte meine Ma am Flughafen ab, bekam noch einen leichten Anschiss, weil ich der Rollstuhlschieberin kein Trinkgeld gegeben hatte, weil ich es am Schluss geben wollte, die aber meine Ma schon abgesetzt hatte, und dann ging es nach Bonndorf zurück.
Wir duschten kurz (Wohltat!), zogen frische Klamotten an (noch größere Wohltat!) und landeten schließlich in der nahegelegenen Bonndorfer Gastronomie mit offenem Rothaus-Bier (allergrößte Wohltat - Ruhe dahinten!). Jo, da ließen wir eine Wohltat nach der anderen über uns ergehen (Ruhe dahinten, habe ich gesagt!) - und heute Morgen ging es dann mit der Arbeit weiter ...
Ich hoffe, dass unsere Koffer morgen kommen; ich jedenfalls fahre morgen nach Hannover, weil ich da ein paar Termine habe, und komme wohl um das Wochenende herum zurück. Ich habe eben schonmal nach Flügen geschaut, aber sowohl der mahnende Blick des Schuldturms als auch der erhobene Zeigefinger (womöglich auch der Mittelfinger ...) meiner Ma, dass ich mal ein Wochenende Ruhe machen soll, bevor es dann nach Burkina Faso geht, lassen mich innehalten. Schaun mer mal!
Auch dieser Urlaub war, trotz der fehlenden Koffer, wirklich schön, auch wenn meine Ma ein paar mehr Erholungstage in Curaçao schon gut gefunden hätte, gerade weil sie auch wie das im Rheinland sprichwörtliche Döppken durch Georgetown gelaufen war - das hat mich sehr gefreut!
In Georgetown hatten wir aber eben auch Zeit und konnten auch mal Pause machen, deswegen fühlte es sich auch nicht falsch an, dass ich sie in Amsterdam im Wägelchen durch die Gegend kutschiert hatte, denn da wäre es wirklich um Zeit gegangen, die Wege in Amsterdam sind lang und dann macht es nicht mehr so viel Spaß, ein paar Kilometer marschieren zu müssen, um pünktlich ans Gate zu kommen. Um "Spaß" geht es dabei natürlich gar nicht, sondern um Gesundheit und Wohlbefinden - und so war es für meine Ma gesünder und definitiv entspannter, auch wenn sie dann und wann meinte, dass sie ein bisschen langsamer an den Check-in laufen müsste, auf dass man sie nicht als Hochstaplerin entlarve.
Dass mein Ausflug kurzfristig gestrichen wurde, war natürlich schade, aber so hatten wir ein bisschen mehr Zeit für Georgetown und die unmittelbare Umgebung, so konnten wir es etwas geruhsamer angehen lassen, so war das entspannter für Mutter und Sohn - das passt schon, auch wenn ich die Wasserfälle schon gerne mal sehen würde.
In Georgetown gibt es jetzt nicht so die ganz großartigen Sehenswürdigkeiten, ja, die Kathedrale und diese Markthalle sind schon sehenswert, aber das Gesamterlebnis Georgetown mit den wuseligen Straßen (außer am Sonntag, da ist alles ausgestorben, das war ein ziemlicher Kontrast) erschien uns viel spannender.
Wir haben in Georgetown sogar recht gut gegessen, erst in dem nobleren Restaurant des nobleren Hotels bei uns gegenüber, aber auch in dem Bistro am Montag, das passte sehr gut (auch wenn ich wieder gemerkt habe, dass ich die scharfen Sachen nicht immer perfekt vertrage, aber lecker war das Zeug halt schon). Und in dieser Sports Bar mit Blick auf den Stabroek Market haben wir bei leckerem und günstigem Bier mehrere Stunden verbracht, uns in aller Ruhe unterhalten, Menschen beguckt, richtig Urlaub gemacht - das war klasse.
Es war eine gute Entscheidung, uns auch für die Nacht unseres Fluges nach Panama und weiter nach Curaçao das Zimmer nachzubuchen, denn die paar Stunden Schlaf waren wirklich was wert. So kamen wir zumindest ein bisschen ausgeruht in Panama und schließlich in Curaçao an, und in Curaçao wurde dann auch Conditioner gekauft (wir wollten Shampoo haben, haben uns aber vergriffen ...), um die Klamotten mal durchzuwaschen. Das hatten wir bis dahin nicht gemacht, weil wir ja immer gehofft hatten, dass die Koffer noch an Land kämen.
Die Zimmerübernahme-und-Einkaufsaktion in Einkaufszentrum und Strandpromenade war schon ein bisschen stressig, aber als wir dann in unsere Bude kamen, waren wir echt begeistert, weil das ein sehr geschmackvoll eingerichtetes, richtig schönes Apartment war - und der Meerblick sollte sich als ganz großartig erweisen.
Der Ausflug nach Aruba war auch schön, auch wenn ich ein paar Stunden mehr Schlaf hätte vertragen können. So habe ich zwei schöne Stände erlebt, relativ viele leckere Sachen gegessen (diese Funchi, frittierte Polenta, mag ich sogar, obwohl ich kein Maisfan bin), dafür ein kleines Sportprogramm mit der Wanderung zum Flughafen absolviert - das war ein guter Tag, und meine Ma hatte zumindest ein bisschen Erholung, ohne durch vier Grenzkontrollen zu müssen ...
Die folgenden Tagen waren dann aber wirklich Erholung, mit der kleinen Ausfahrt nach Willemstad samt Eisessen, vor allem aber mit Strand und Steg und Schwimmen und Essen und Trinken: Das erste Abendessen, zu dem wir ein paar Schritte gefahren sind, war schon lecker, aber danach blieben wir weitgehend in unserem Örtchen Westpunt und waren immer zufrieden bis - am Ende in der Strandbar - richtiggehend begeistert.
Meiner Ma gefiel es am Strand ein bisschen besser, auch wenn es da ein bisschen steinig wurde, denn der Einstieg an unserem Steg in das türkisblaue Wasser war zwar schön, aber ein bisschen wacklig und mit der Leiter ins Meer auch ein bisschen anstrengend.
Das ist aber alles Meckern auf hohem Niveau, wir haben aus der verfahrenen Situation ohne Koffer wirklich das Allerbeste gemacht - und ich habe viel darüber gelernt, wie die Gepäcknachverfolgung funktioniert oder eben nicht, denn KLM hatte keineswegs immer einen Überblick, wo unser Gepäck denn nun sei - da wird nicht mal jedes Beladen des Flugzeugs angezeigt ...
Jetzt hoffen wir, dass das Gepäck bald kommt, Curaçao und Aruba drohe ich hiermit förmlich auch meine Wiederkehr an, das waren spannende, aber auch wirklich schöne Tage.
In neun Tagen um diese Zeit bin ich ja schon wieder in Zürich für das nächste Abenteuer - es geht nach Äthiopien und Niger, vor allem aber nach Burkina Faso (das einzige afrikanische Land, in das ich auf der Reise tatsächlich einreise). Darauf bin ich auch schon richtig gespannt, auch wenn ich noch gar nicht genau weiß, was ich an den drei vollen Tagen, die ich da habe, so genau anstelle - also werde ich mich ein bisschen treiben lassen und vielleicht tatsächlich ein wenig Urlaub machen ...
Jetzt aber steht erstmal Hannover auf dem Programm, das wird auch gut, die Kolleginnen und Kollegen mal wieder zu sehen.
Ein Foto vom überquerten Rhein gestern gibt es:

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