Die geneigte Leserin und der geneigte Leser, so sie nicht komplett unfähig sind (und das wird keine und keiner sein!), werden schon aus dieser Einleitung erkannt haben, dass unsere Koffer immer noch nicht bei uns sind - sondern laut der Dame hier in Curaçao, die sich hervorragend um uns gekümmert hat, doch in Georgetown gelandet, obwohl mir die Typen von KLM mehrfach versichert haben, dass sie das in der Akte geändert hätten ... Das ist ein absoluter Saftladen, KLM, ganz ehrlich!
Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis die Freunde in Georgetown den Koffer jetzt wieder auf die Reise schicken, wahrscheinlich zurück nach Panama und dann - vielleicht, hoffentlich, irgendwann - nach Curaçao, sodass wir ihn abholen könnten.
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Das Aufstehen heute Nacht war nicht ganz so einfach, ich trödelte auch ein bisschen und musste mich dann beeilen, dass ich pünktlich um 0 Uhr fertig war. Die Rezeptionistin nahm die Zimmerkarte in Empfang, das Taxi stand schon da - und so ging es auf die nächtliche Tour in Richtung Flughafen. Auf der Straße war für diese Uhrzeit die Hölle los, wir brauchten die gute Stunde zum Flughafen wirklich.
Guyana war mal britisch, und das merkt man daran, dass es viele Schlangen gibt. Das ist völlig okay. Bekloppt wird es, wenn es keine Schlange gibt und man sich trotzdem in die Schlange stellen musste - ich hatte online eingecheckt, bekam aber keine Bordkarte, weil Copa Dokumente verifizieren musste - das ist okay. Nicht okay war, dass wir, als wir uns zum Web-Check-in gehen wollten, von einer übermotivierten Tante abgewiesen wurden, weil wir uns in die falsche (jeweils nicht existierende) Schlange gestellt hatten - die Web-Check-in-Schlange wäre zwei Felder weiter links gewesen, da stand natürlich aber gar nix dran, es war zum Mäusemelken, weil das mal wieder - wie am Samstag bei KLM - völlig sinnbefreite Prinzipienreiterei war. Schließlich war mir das zu blöd, wir stellten uns in die normale Schlange, weil wir eh Zeit hatten, ließen uns den Quatsch nochmal "erklären" und wurden zur Strafe bei der Bordkartenkontrolle auch wieder dazu gedrängt, uns in eine nicht existierende Schlange zu stellen. Boah, ey ...
Die Ausreise und die Sicherheitskontrollen gingen einigermaßen zügig, wir kauften noch einige wenige Souvenirs; zum Foodcourt muss man durch die Tür zum Gate 4 laufen, auch das verstehe, wer will, aber da oben gab es sogar Burger King ...
Wir gaben noch ein bisschen von den übrigbleibenden Guyana-Dollar aus (den Rest versuchten wir in Panama noch zu tauschen - erfolglos), dann ging das Boarding auch schon los.
Die dreieinhalb Stunden (!) von Georgetown nach Panama überstanden wir größtenteils schlafend, und in Panama mussten wir zum Glück durch keine Sicherheitskontrolle, sodass wir da massig Zeit hatten und uns schon ans Gate setzen konnten (das stand auch schon frühzeitig fest, kein so'n Blödsinn wie in Europa zunehmend, dass das Gate erst kurz vor Boarding bekanntgegeben wird, damit die Flughäfen schön Geld an den Menschen verdienen können ...).
(Copa macht etwas sehr Vernünftiges, finde ich, denn sie sagen an, dass man nach der Landung die Fensterläden runterziehen soll; dadurch heizt sich die Maschine nicht auf, man muss sie dementsprechend nicht so brutal herunterkühlen, kleine Maßnahme, große Wirkung - klasse!)
Das Boarding nach Curaçao ging fix, dann standen wir aber noch bis zur eigentlichen Abflugzeit in Panama auf dem Vorfeld herum und landeten nach eineinhalbstündigem Flug unbeschadet in meinem 17. abhängigen Gebiet.
Die Einreise ging sehr fix am Automaten (danke, liebe Curaçaoer), dann nahm das Kofferdrama seinen Lauf - und nach dem (vorläufigen) Ende der Geschichte liefen wir - unter Hilfestelle der Autovermietungskonkurrenz - zum Shuttleservice unseres Vermieters. Es ging zehn Minuten in Richtung Willemstad, dann bekamen wir unseren VW Polo und mit dem zuckelten wir erst einmal wieder zurück zum Flughafen, denn dort hatte ich WLAN, um einen Treffpunkt mit unserer Vermieterin auszumachen.
Wir einigten uns darauf, uns bei einem großen französischen Supermarkt zu treffen, das klappte schlussendlich, auch wenn wir in dem Einkaufsmarkt am Ende nur zwei Paar Flipflops erstehen konnten. Die Bezahlung klappte auch (auch wenn hier viele Maschinen nur mit US-Dollar funktionieren, nicht mit den hiesigen Gulden) - und so konnten wir aufbrechen und uns an der größten (und vollsten) Strandpromenade der Insel vielleicht doch noch mit Badebekleidung einzudecken versuchen.
Das klappte bei unseren Größen nicht so ganz gut, weil wir halt keine jungen Mädchen sind, ein Niederländer wollte 250 Euro für einen Badeanzug und ein Strandkleid haben, so viel wollten wir KLM nun auch wieder nicht in Rechnung stellen, aber am Ende kauften wir im Souvenirladen gegenüber für etwa 100 Dollar Klamotten ein. Mal gucken, wie sich KLM da anstellt ...
Danach ging es nach Westpunt in unsere Unterkunft - und da fing das Drama kurzzeitig schon wieder an: Unsere Vermieterin hatte vor lauter freundlichem Geplänkel die wesentlichen Informationen zu den Zugangscodes vergessen - und ich hatte keine Netz mehr, um sie zu lesen ... Ein kurzer Tobsuchtsanfall von mir folgte, der wurde von ihr peinlicherweise per Kamera verfolgt, dann schaltete ich halt kurz das Datenroaming doch an für teuer Geld, so hatte ich die Informationen.
Ich hatte so sehr gehofft, dass das Ding hier so ist wie erhofft - und das klappte wenigstens. Das Zimmer ist klasse, der Blick aufs Meer ist klasse, und nachdem wir den Zugang zum Steg durch den Fels hindurch gefunden hatten, erschien der zwar wacklig, aber auch klasse.
Wir entschieden uns gegen das Schwimmen, weil wir Hunger und Durst hatten und auch noch für morgen einkaufen wollten, denn morgen fliege ich ja mal kurz nach Aruba, während meine liebe Ma den ersten richtigen Erholungstag dieser dann doch anstrengenden Reise einlegen kann (und zu allem Überfluss fuhr ich auch noch - wie ich fand - normal, was sie aber definitiv nicht so sah ...).
Wir kauften im Minimarket eine Viertelstunde entfernt Wasser und Bier und Bananenchips und Shampoo zum Klamottenwaschen (eine Waschmaschine gibt es hier nicht), nahmen dann die zweite Essensoption wahr und aßen sehr, sehr gut zu Abend - meine Ma aß einen Salat mit Shrimps, ich aß Surf & Surf, also Fisch mit Shrimps, das war echt lecker - und da ich noch ein bisschen fahren musste, wurde es wirklich nur ein klitzekleines Bierchen bei mir, das bis zum Aufbruch längst verdunstet war.
Es ging zwei Kilometer heim, eben habe ich noch für morgen eingecheckt und die Einreiseanmeldung für Aruba beantragt und bekommen, die für Curaçao kann ich noch nicht aktualisieren, vermutlich, weil ich noch nicht ausgereist bin, aber das mache ich dann eben unterwegs.
Um 3.25 Uhr klingelt der Wecker, um 4 Uhr will ich unterwegs sein, um 5 Uhr am Flughafen, damit ich um 6.10 Uhr pünktlich boarden kann und wir um 6.35 Uhr loslegen. Der Flug dauert eine halbe Stunde, um 7.05 Uhr bin ich also in Aruba, da werde ich mich ein wenig umschauen, vielleicht mal schwimmen gehen (endlich!), ein bisschen Bus fahren und mir einfach einen gemütlichen Tag machen, bevor es um 20.25 Uhr zurückgeht, ich hoffentlich um 21 Uhr in Curaçao bin, sicherlich nochmal nach unseren Koffern fragen werde und dann hoffentlich so gegen 22.30 Uhr wieder bei meiner Ma bin ...
Auch heute noch kein erstes Zwischenfazit für Guyana, morgen wahrscheinlich auch nicht, aber übermorgen könnte es vielleicht was werden ...
Fotos:


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