Ich habe mitten in unserer Nacht noch mit KLM geschrieben, und die haben mir bestätigt, dass unsere Bitte, die Koffer nach Curaçao zu bugsieren, in der Akte hinterlegt worden sei; gucken wir mal ...
Nach dem Schriftverkehr schlief ich drei, vier Stunden wie ein Baby - herrlich! Wir kamen heute erst spät aus dem Zimmer, frühstückten wieder lecker und machten uns dann - Mutter läuft wie ein Döppken ohne ihre Handtasche, denn die ist in meinem Rucksack - wieder auf in Richtung Stabroek Market.
Wir liefen einen anderen Weg - and what a difference a day makes! Gestern war da noch alles behäbig und leer, und heute war alles - Verkehr, Menschen - deutlichst mehr. Manche Straße bekamen wir kaum überquert, bis wir uns eingegroovt hatten, aber dann klappte das auch ganz gut (zumal die Guyaner zwar schnell, aber rücksichtsvoll fahren).
Wir schauten uns die Märkte um den Stabroek Market und schließlich den letzteren selbst an. Auch heute fühlten wir uns überall sehr sicher, das muss ich wirklich sagen, was auch an der zurückhaltend-neugierigen Art der Menschen hier liegt. Der Market, jo, ist halt ein Markt, da gibt es von Stoffen über Essen bis hin zu Haushaltswaren fast alles, was das Herz begehrt.
Meiner Ma waren das - in der Hitze - zu viele Menschen, sodass wir uns zügig wieder nach draußen begaben und uns auf den - heißen, aber (deswegen?) menschenleeren - Vorplatz des Marktes setzten. Dort hatte ich auch einigermaßen WLAN und suchte nach einer Kneipe in der Nähe, fand aber nur eine mit 3,2 oder so bei Google bewertete "Sports Bar".
Bei einem meiner Spaziergänge, um gutes WLAN abzugreifen, sah ich, dass diese Bar direkt gegenüber war und wollte sie in Augenschein nehmen. Damit meine Ma keine Panik kriegt, wenn ich plötzlich weg bin, wollte ich ihr über die 80 Meter Entfernung per Zeichensprache andeuten, dass sie sitzenbleiben soll, während ich mal nachschauen gehe. So richtig verstanden haben wir uns nicht, aber sie blieb sitzen, ich ging.
Ich fand erst spät heraus, dass diese Bar in der ersten Etage war, als ich dann oben war, drehte ich gleich wieder um, denn der Blick über den Platz und den Verkehr vor dem Stabroek Market war super, es war da oben - alle Fenster waren offen und die Ventilatoren an - auch schön kühl, da wollte ich meine Ma dazuholen.
Jo, und da oben saßen wir, unterhielten uns über Gott und die Welt, die Bierpreise waren sehr akzeptabel (1,30 Euro für ein 275-ml-Fläschchen), sodass wir es uns dort gutgehen ließen (manche Kollegin wird da wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ...). Ab und zu wurden Wasser oder Cola dazugeschüttet, und irgendwann hatten wir ein Hüngerchen.
Dort essen wollten wir aber nicht, aber ich tat ein Bistro auf, zu dem wir uns - jetzt wollte Mutter doch nicht mehr so weit laufen, völlig nachvollziehbarerweise - ein Taxi gönnten. Für sieben Minuten Fahrt zahlten wir vier Euro, viel zu viel, aber bei der Taximafia ging es nicht anders, und am Ende ist das ja auch noch erträglich.
Dieses Bistro war ein Schickimicki-Laden mit betont teilnahmslosen Kellnerinnen, aber schön aussehen tat es, also setzten wir uns, obwohl wir in die letzte Ecke neben der Küche verfrachtet wurden. Auch hier wurde noch ein Bierchen getrunken, und angesichts der Preise und des Schickimicki-Gefühls waren wir sicher, dass die Portionen eher klein sein würden ... Wir bestellten also drei "Bistro Bites", nämlich Chicken Wings, Fish Fingers und Schweinefleischstücken in jamaikanischer Jerk-Soße - und als das kam, wussten wir, dass wir uns verrechnet hatten, denn die Portionen waren sehr ordentlich ...
Noch wichtiger aber: Sie waren sehr, sehr lecker ... (So lecker, dass wir keine Fotos gemacht haben, sorry!) Zu den Fish Fingers hatten wir scharfe Soße bestellt, und die war wirklich scharf, die Chicken Wings waren auch gut gewürzt, und diese Jerk-Soße ist ja sowieso spicy. Wir kämpften, wir besiegten die Portionen, aber danach brauchten wir definitiv noch ein Bierchen. Danach aber hatten wir genug für heute, zahlten insgesamt knapp 50 Euro (Guyana ist nicht wirklich billig, und schon gar nicht dort, wo Ausländer hingehen) und wackelten die sieben Minuten zurück in unser Hotel.
Jetzt ist es kurz vor 18 Uhr, meine Ma ist schon im Bett, ich gehe gleich, um 23 Uhr geht der Wecker, damit wir um 0 Uhr zum Flughafen fahren können. Ich hoffe, dass wir bis dahin eine (weitere) Information haben, wo unser Gepäck gerade unterwegs ist, damit wir uns entweder in Georgetown ins Gewimmel stürzen müssen oder aber gemütlich bis Curaçao warten, dass idealerweise unser Gepäck genau mit unserem Flieger ankommt ...
Jetzt ist es kurz vor 18 Uhr, meine Ma ist schon im Bett, ich gehe gleich, um 23 Uhr geht der Wecker, damit wir um 0 Uhr zum Flughafen fahren können. Ich hoffe, dass wir bis dahin eine (weitere) Information haben, wo unser Gepäck gerade unterwegs ist, damit wir uns entweder in Georgetown ins Gewimmel stürzen müssen oder aber gemütlich bis Curaçao warten, dass idealerweise unser Gepäck genau mit unserem Flieger ankommt ...
In Curaçao werde ich mir dann hoffentlich auch mal Zeit nehmen, in aller Ruhe von Guyana zu schreiben, von den interessanten Menschen, vom Fahrstil, von den Straßen und Wegen, das kommt gerade etwas zu kurz, aber meist bin ich nach dem Tag so fertig (es ist nämlich heiß!), dass ich an viele Dinge im ersten Moment gar nicht mehr denke.
Ein paar Fotos haben wir aber heute (und gestern) gemacht:
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| Rathaus von Georgetown |
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| Guyana-Curry von gestern Abend |
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| Stabroek Market heute |
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| Blick von der Bar auf den Stabroek Market |
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| Blick von unserer Bank auf dem Vorplatz (hinten rechts das Parlament) |
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| Sportsbar ... |






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