Meine Länder

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Montag, 16. März 2026

Spaziergang und Spazierfahrt

... haben wir heute gemacht, das war ein relativ entspannter Tag (wenn KLM nicht wäre ...).

Wir haben beide nicht so brutal gut geschlafen, aber die mehr oder weniger durchgemachte Nacht ließ uns beide etliche Stunden die Augen zumachen. Gegen 5.30 Uhr waren wir aber wach, duschten, zwängten uns in die Klamotten, die unter der Klimaanlage gelegen hatten und sich einigermaßen frisch anfühlten, und gingen zum Frühstück.

Das wiederum war ziemlich lecker, wenn auch teilweise ungewöhnlich: Neben Brötchen und Rührei gab es auch Fisch in Tomatensauce und Rindfleisch in scharfer Soße, beides sehr lecker, und die Papayas, die es hinterher gab, sowieso. Nur bei der Suche nach einem Gefäß für den Saft stellte ich mich besonders deppert an, sodass der Koch, der das alles beaufsichtigte, fast die Augen verdrehte - jo, nach seinem Hinweis habe ich die Gläser dann auch gefunden.

Wir verließen unser Hotel und marschierten weiträumig in Richtung Demerara; den ersten Stopp legten wir bei dem chinesischen Baumarkt ein, denn bei dem erhofften wir uns (zutreffend), einen Steckdosenadapter kaufen zu können, denn mein Rechnerakku war schon fast leer. Das hätte geklappt, wenn ich denn guyanisches Bargeld gehabt hätte; das hatte ich nicht, also marschierten wir erstmal weiter zur Bank. Dort konnte ich - im zweiten Anlauf - Geld abheben. Ich ließ meine Ma zurück, ging über einen kleinen Markt zurück zum Baumarkt und erstand dann für 1,67 Euro einen wunderbaren Adapter mit mehreren Anschlüssen.

Nachdem ich meine Ma wieder eingesammelt hatte, machten wir einen Spaziergang an der St. George's Cathedral vorbei (da war entweder gerade Gottesdienst oder Probe dafür), ließen das Nationalmuseum rechts liegen (war eh zu) und steuerten auf den Stabroek Market zu. Auch wenn das Marktgebäude heute geschlossen war, ist der Bau sehr markant (wenn auch von Verfall nicht frei) - und davor war auch heute viel los, gerade weil da auch die ganzen Minibusse abfahren.

Wir setzten uns erstmal auf einen kleinen Platz, auf dem man sogar WLAN bekam. Das nutzten wir für Anrufe in die Heimat und für die Kommunikation mit KLM, denn unsere Koffer sind inzwischen (wohl) in Panama-Stadt angekommen. Sie sollten morgen Abend mit dem Copa-Flieger nach Georgetown kommen, was aber ziemlich bescheuert ist, denn mit ebendiesem Flugzeug fliegen wir eine gute Stunde später nach Panama!

Das hatte ich KLM auch gesagt, yadda, yadda, yadda, jetzt haben sie wenigstens in den Systemen (hoffentlich!) hinterlegt, dass wir das Ding einfach nur in Curaçao am Flughafen abholen wollen; kein Transfer nach Georgetown, keiner zur Unterkunft dort (weil die keine feste Rezeption haben), mal sehen, was das wird, ich berichte ...

Das Problem bei KLM ist, dass die Freunde nicht (richtig) lesen zu können scheinen: Ich hatte für meine Ma für den (knappen) Umstieg in Amsterdam einen fahrbaren Untersatz beantragt, weil sie ja durchaus gut laufen kann (das hat man heute gesehen), aber eben nicht mehr so gut auf Zeit schnell laufen kann. Und ich hatte keine Lust, dass meine Ma in Amsterdam am Flughafen einen Herzinfarkt hat, weil sie, um den Flieger zu erwischen, schnell hinter mir herrennen muss. Das habe ich genau so auch KLM geschrieben, nur um die Antwort zu bekommen, dass sie uns für die gesamte Verbindung (inkl. Abflug und Ankunft) - und auch für den Rückflug - einen Rollstuhl organisiert haben. Nun denn, da habe ich jetzt auch wirklich kein schlechtes Gewissen, für Amsterdam hatte ich einen Grund, für den Rest nicht unbedingt, zumal ich gar nicht will, dass meine Ma sich in den Rollstühlen wohlfühlt, die soll schon wetzen, außer es ist wirklich knapp, aber wenn KLM halt auch da schon nicht lesen konnte, dann ist es eben so. Und dass man wesentlich schneller durch die ganzen Kontrollen kommt, ist auch kein Hinderungsgrund, das in Anspruch zu nehmen.

Nach dem ganzen Organisieren auf dem Platz (eine Person fasste noch freundschaftlich, aber - für mich - unerwartet meine Ma an, sodass ich anscheinend so böse schaute, dass sie Reißaus nahm, obwohl meine Ma meinte, sie hätten sich schon zugewinkt gehabt) fand ich in dem WLAN dort eine Übersicht über die Minibuslinien. Wir suchten uns eine längere, nicht zu lange Fahrt aus (eine Stunde nach Mahaica), suchten und fanden die "Haltestelle" für den Minibus und setzten uns - nach der Frage nach dem Preis: 300 Guyana-Dollar, etwa 1,25 Euro - in den Minibus. Nach vielleicht 20 Minuten waren genug Leute dabei, sodass wir losfuhren.

Meine Ma hatte wieder Todesängste in dem Gefährt, weil die - jedenfalls für die mitteleuropäische Autofahrerin - verflixt rabiat fahren, mit geringem Abstand und einem Affenzahn.

In Mahaica stiegen wir an der "Endhaltestelle" aus und suchten nach einer Kneipe. Nach einigen erfolglosen Versuchen fragten wir nach und wurden in eine Burger-Kette geschickt; tatsächlich gab es dort aber Bier, und zwar in nicht geringer Auswahl. Dort gönnten wir uns das eine (und vielleicht das andere, oder so) Wegbier, bevor wir nach kurzem Einkauf von Wasser und Kokoswasser zurück zur "Endhaltestelle" gingen.

Eine ältere Dame erbarmte sich unserer, weil das gar nicht so unmissverständlich geregelt ist, weil manchmal Minibusse der Linie 44 auch nur eine Teilstrecke in Richtung Georgetown fahren. Am Ende landeten wir in einem der richtigen Minibusse, der fuhr auch nicht wesentlich weniger aggressiv - aber schlussendlich kamen wir nur eine Querstraße von unserer Unterkunft entfernt zum Stehen, wir stiegen aus (so mussten wir nicht in die Stadt und von da mit dem Taxi heim) und wackelten nach Hause.

Dort genossen wir die Klimaanlage und das Bett, aber nach zwei, drei Stunden machten wir uns fertig und gingen wieder ins Nachbarhotel zum Essen. Entsprechend der Wikivoyage-Einschätzung "splurge", also "wenn man sich was gönnen will", aßen wir Jakobsmuscheln und Garnelen und ein traditionalles guyanisches Curry, tranken dazu Cocktails und Bier, und sind jetzt eben wieder in unser Zimmer gewackelt.

Das Zimmer haben wir jetzt auch für nächste Nacht verlängert; da brechen wir zwar um Mitternacht zum Flughafen auf, aber die Möglichkeiten zu duschen und noch ein paar Stunden zu schlafen, das ist es uns wert. Jetzt gucken wir, was das morgen und übermorgen mit KLM wird - ich glaube erst, dass wir die Koffer kriegen, wenn wir sie haben.

Jetzt aber unter die Dusche und dann ins Bett!

Stabroek Market von außen

St. George's Cathedral

Lecker El-Dorado-Rum von gestern

Metemgee von gestern

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