Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 15. April 2018

Helmut Kohl

... hatte mal diesen berühmten Blackout, und den hatte ich heute auch, aber solange mich sowas nur zwölf Dollar kostet und nicht den Ehrenvorsitz einer Volkspartei (jaja, ich weiß, das war nochmal eine andere Affäre), ist das alles zu ertragen. Und die Leser dieses Blogs haben einen weiteren Grund, breit zu grinsen ...

Das Boarding zu meinem Flug nach Guatemala war ein wenig unorthodox: Am Flughafen in Mexiko gibt es Gates, und die führen dann nochmal zu "Unter"-Gates, von denen man dann mit dem Bus abgeholt wird. Ich sollte also beim Gate 75A raus, mir wurde auch die Einreisekarte abgenommen, als Zeichen, dass ich schon wieder aus Mexiko ausgereist war, und ich bekam auf die Bordkarte eine "7" gekritzelt - das bedeutete, dass ich bei der Tür 7 in den Bus einsteigen musste.

Am Ende fuhr der Bus von der 7 gerade weg, ich sollte dann in den Bus einsteigen, der bei der 9 stand, das tat ich, und - Wunder über Wunder - ich kam tatsächlich im richtigen Flieger an. Meine Sitznachbarin blockierte zunächst mit ihrem, ähm, sogenannten, "Hand"-Gepäck meinen Sitz, ehe sie den dann noch an der Tür einchecken konnte - besser war das.

Der Flug war ereignisarm, ich las den aktuellen "Spiegel". Die Einreise in Guatemala war sehr fix, die Gepäckausgabe etwas chaotischer und langwierig (es gab keine Anzeige, wo das Gepäck ankommen sollte), aber nach endlicher Zeit kam mein geliebtes schwarzes Stück Plastik. Die Ampel am Zoll zeigte für mich "grün" an (die machen das in Guatemala wie in Mexiko und untersuchen nach dem Zufallsprinzip die eingeführten Gepäckstücke ...).

Im Ankunftsbereich gibt es keinen Geldautomaten, sodass ich - Pass vorzeigend, aber zum Glück keine Bordkarte benötigend (Ausländerbonus) - in den Abflugbereich marschierte, dort Geld holte und mich dann mit dem (teuren) Flughafentaxi zu meinem Busunternehmen bringen ließ.

Ich konnte schon "einchecken", d.h. insbesondere meine Koffer aufbewahren lassen, und fuhr dann mit leichtem Gepäck und nach ein bisschen Suchen (erst nach dem richtigen Einstieg und dann nach einem Markt, wo ich eine Kleinigkeiten kaufen konnte, um die Fahrkarten für jeweils 11 Cent zu lösen ...).

Nach einem längeren Spaziergang durch die sehr wuselige Fußgängerzone von Guatemala-Stadt kam ich an der Plaza de la Constitución raus, dem Verfassungsplatz. Dort weht eine riesige Flagge und am Kopf des Platzes ist eine durchaus hübsche Kirche. Guatemala-Stadt ist ein bisschen unübersichtlich und hat wohl auch nicht die Mega-Highlights von Sehenswürdigkeiten, aber diese Plaza ist ganz hübsch.

Ich aß in einer Touristenkneipe (naja, sagen wir, gehobenen Gaststätte ...) sehr gut und nicht gaaaaanz billig zu Mittag. Es gab ein angeblich typisches Gericht, nämlich ein vernünftig gebratenes Steak und danach eine ganze Barrage an Beilagen: Nachos, Guacamole, Pico de Gallo (eine Tomatensalsa), eine gar nicht so schlechte Bohnenpampe und Maistortillas, deren graue Farbe ich recht gewöhnungsbedürftig fand (lecker waren sie aber). Als Abschluss gab es eine Art Milchreis, auch sehr schmackhaft.

Mein Transmetro-Bus, den ich danach aufsuchte, stand im Standverkehr im Stau, aber ich kam gerade noch pünktlich eine halbe Stunde vor Abfahrt zu meinem Ticabus. Mein Gepäck war auch schon im Bus, was mir nicht ganz recht war, weil ich meinen Rechner gerne zum Aufladen des Handys genutzt hätte, aber das hat am Ende doch (knapp) gelangt ...

Joa, und dann ging es erst eine Stunde aus dem Stadtverkehr von Guatemala-Stadt raus hoch auf die Hügel und dann durch selbige in Richtung grenze. Das waren teilweise fantastische Ausblicke auf die Hochebenen, aber (leider) machte sich der fehlende Schlaf nun doch bemerkbar, sodass mir öfter die Äuglein zufielen.

Ich schreckte hoch, als wir an der Grenze waren. Ich stampfte im Halbschlaf hinter den anderen zur Ausreisekontrolle, in der Schlange fiel mir auf, dass mir der Zollzettel, den wir zum Ausfüllen bekommen hatten, fehlte; es war weniger eine bewusste Entscheidung denn meine schläfrige Trägheit, es einfach ohne zu versuchen - hat geklappt. Die Dame war ein wenig verwirrt, aber wohl vor allem deswegen, weil ich am Tag der Einreise nach Guatemala auch gleich wieder rauswollte, ansonsten ging das recht fix.

Joa, und dann kamen die Geldwechsler. Der Kurs, den sie mir ansagten, 7,4 Quetzales für einen US-Dollar war sehr gut, sodass ich zumindest für die Taxifahrt ein paar Dollar ertauschen wollte. Nur kamen meine Schläfrigkeit und ein manipulierter Taschenrechner zusammen, sodass ich - Mathematiker und Zahlen ist ja eine schwierige Geschichte - am Ende "mal" und "geteilt" verwechselte und mich nach allen Regeln der Kunst über den Tisch ziehen ließ ...

Jeder normale Mensch merkt, dass 200 geteilt durch 7,4 nicht 15 sein kann, aber ich habe es in der Minute nicht gemerkt - zum Glück habe ich nicht 100 Dollar wechseln wollen, das wäre ärgerlicher gewesen.

Fünf Minuten später war ich hellwach, als mir das auffiel, aber da war es schon zu spät - sei's drum, das passiert halt, wenn man Taschenrechnern blind glaubt ...

Den guatemaltekischen Ausreisestempel hatte ich im Pass, aber in El Salvador bekam ich keinen Einreisestempel (das hätte wieder Gemecker in der Matthias-Claudius-Straße gegeben ...), als die Grenzerin in den Bus kam, die Pässe anschaute und dann den Bus wieder verließ. Zwei Zöllner kamen kurz darauf auch noch einmal rein, aber die interessierten sich eher für Drogen oder Lebensmittel, denn für einen Touristen und seine Habe.

Eine Stunde später kamen wir in Santa Ana an, ich nahm mir ein Taxi zu meinem - bis auf den nicht abnehmbaren Duschkopf - sehr schönen Hotel und ging kurz darauf - es war schon dunkel geworden - durch die Straßen der Stadt in Richtung des Hauptplatzes. Das Theater und die Kathedrale sahen auch im Dunkeln sehr schön aus, da war auch viel los, aber an den Ständen dort etwas zu essen kaufen traute ich mich noch nicht, zumal ich heute schon viel gegessen hatte.

Als ich keine mich ansprechende Kneipe fand, lief ich durch die immer dunkler werdenden Gassen Santa Anas in Richtung einer Fischkneipe. Ein bisschen mulmig war mir, als die Straßenlaternen spärlicher wurden, im Hintergrund eine Alarmanlage heulte und mir eine Dame aus dem horizontalen Gewerbe über den Weg lief, aber ansonsten war die Straße so leer, dass mir keiner auflauerte.

In der Fischkneipe aß ich wider besseres Wissen einen Garnelen-Krabben-Cocktail, der aber sehr lecker war, und trank zwei Bier.

Nach dem Heimweg wollte ich eigentlich in den Pool, aber der war schon geschlossen und ich hielt mich mal dran (morgen früh geht's um 6 Uhr vielleicht rein, mal sehen ...). Jetzt spielt gerade eine Band auf der Tankstelle gegenüber, ich hoffe, die geben bald Ruhe, aber heute Nacht schlafe ich wahrscheinlich ohne Rücksicht auf Verluste.

Morgen geht's nach Copán in Honduras, mein 132. Land ...

Fotos wollen heute nicht, gibt's dann hoffentlich morgen - gute Nacht bzw. guten Morgen nach Deutschland!

Samstag, 14. April 2018

Die Hälfte

... ist in gewisser Weise geschafft, denn ich habe die Etappen von Frankfurt nach Paris und von Paris nach Mexiko-Stadt sehr gut überstanden. In einer Stunde (7.30 Uhr Ortszeit, 14.30 Uhr deutscher Zeit) boarde ich zum Flug nach Guatemala-Stadt, wo ich um 9.20 Uhr Ortszeit (17.20 Uhr deutscher Zeit) ankomme. Von dort geht um 14 Uhr Ortszeit (22 Uhr deutscher Zeit) dann in Richtung El Salvador, wo ich - in Santa Ana - so hoffentlich gegen 18 Uhr Ortszeit (2 Uhr deutscher Zeit am Sonntag Morgen) ankomme. Vielleicht kann ich mein Gepäck bei der Busstation abgeben und dann noch zwei Stunden oder so in die Stadt fahren, weil ich sonst von Guatemala-Stadt nicht so wahnsinnig viel sehen werde.

Ich werde in Santa Ana sicherlich noch was essen und vielleicht noch kurz den Pool aufsuchen, aber irgendwann kommt der Mann mit dem Hammer ganz bestimmt heute Abend. (Ich bin jetzt auf einen Hochstuhl hier in den Lounge in Mexiko-Stadt umgezogen, da ist die Gefahr kleiner, einzupennen und dann den Flieger zu verpassen).

Wir kamen mit einer halben Stunde Verspätung in Frankfurt weg, aber kamen pünktlich an, und außer einem schönen Ausblick aufs Abendrot war der Flug ereignislos. Kurz vor der Ankunft am Gate gegen 21.25 Uhr hatten sie uns vorgewarnt, dass der Shuttlebus, der im sauberen Bereich (d.h. ohne weitere Sicherheitskontrolle) verkehrt, ab 21.30 Uhr den Dienst einstellt. Leider hatten sie recht, sodass ich durch den öffentlichen Bereich und mit dem öffentlichen Shuttle fahren musste und am anderen Terminal wieder durch die Sicherheitskontrolle.

Bei der Passkontrolle stellte ich mich doof (das kann ich ja gut ...) und durfte durch die Business-Class-Schlange. Bei der Sicherheitskontrolle half alles nichts mehr, da musste ich mich ganz normal anstellen, aber das passte. Die Sprengstoffkontrolle überstand ich auch unbeschadet, und dann stieg ich als einer der Letzten in den Flieger ein.

Ich saß ganz hinten, gegenüber der Toilettentüre, aber das war weder von der Geruchs- noch von der Andrangbelästigung her auch nur ansatzweise so schlimm wie befürchtet. Der Franzose neben mir war sehr freundlich, nur verstand ich nicht, wieso er nicht umzog, als die Türen geschlossen waren und wir schon rollten, weil der Platz neben ihm frei war. Ich schlug ihm das dann vor, aber er zeigte dann auf den Sitz, auf dem eine Decke angeschnallt war, was wir als Zeichen interpretierten, dass da auch noch ein Ruheplatz für die Besatzung ist. (Irgendwann nach ein paar Stunden Flug zog er dann doch um, da hatten wir dann Business-Class-Belegung, das war deutlich angenehmer ...)

Das Unterhaltungsprogramm von Aeroméxico hat auch eine deutsche Benutzerführung, aber leider waren die Filme nur auf Englisch (oder Spanisch oder Französisch) zu kriegen, aber komischerweise verstand ich heute Nacht mehr als sonst.

Ich guckte drei Science-Fiction- bzw. Fantasy-Filme, von denen ich einen schon wieder vergessen habe, schlief ungefähr zwei Stunden und schaute den Rest der Zeit entweder auf die Karte, Fernsehserien oder Live-Fernsehen (CNN) - das war letzte Nacht ganz interessant, weil sie über die Luftangriffe der Alliierten in Syrien berichtet haben.

Der Flug dauerte elf Stunden und fünfzig Minuten, weil wir nicht nur böse Gegenwind hatten (teilweise über 100 km/h) und ab und zu wild gewackelt wurde (auch einmal, als ich auf der Toilette war, hui ...), sondern auch eine ziemlich nördliche Route flogen und im Süden der USA mehr oder weniger im Zickzack unterwegs waren.

Die Einreise in Mexiko-Stadt (man muss hier - ähnlich wie in den USA - beim Umsteigen auf alle Fälle einreisen) ist ein bisschen chaotisch, weil es hier Einreiseautomaten gibt, die auch auf Deutsch beschriftet sind, aber an die darf man nicht ran (da muss ich noch genauer eruieren, was da Sache ist, vielleicht auf dem Heimflug), aber am Ende kam ich in der Schlange für die Mexikaner relativ schnell durch. Sowohl die Dame beim Check-in in Frankfurt als auch die hier am Gepäckband meinten zu mir, dass mein großes Gepäck durchgecheckt würde, dann hoffen wir mal, dass das so ist.

Joa, und jetzt bin ich seit eineinhalb Stunden in meiner Lounge, habe erstmal am frühen Morgen (5.30 Uhr Ortszeit) zwei Bier getrunken und bin jetzt gespannt auf den zweistündigen Weiterflug in mein 130. Land, Guatemala, und danach die Busfahrt in mein 131. Land, El Salvador. Zwei neue Länder und drei nichteuropäische Länder an einem Tag hatte ich auch schon lange nicht mehr ...

Freitag, 13. April 2018

Hänschen klein

... ging allein in die weite Welt hinein, Stock und Hut steh'n ihm gut, ist gar wohlgemut ...

Mit diesem Kinderlied verbinde ich eine Hassliebe - immer, wenn ich es sang (und aus einem unerklärlichen Grund habe ich als Kind freiwillig gesungen), fing ich an zu heulen, denn: "Aber Mutter weinet sehr", und das fand ich wohl eher nicht so toll ...

Nun denn, 31 Jahre später oder so, heute Morgen fing eine Kollegin an, die Melodie zu summen, und prompt durchlief ich wieder jenes Wechselbad der Gefühle ...

Der Autor dieses Blogs - nennen wir ihn Hans - ließ und lässt sich aber von der Sorge seiner Mutter (oder auch seines Bruders) nicht beirren und reist weiterhin durch die Weltgeschichte. (Und nein, die Notrufnummer des Auswärtiges Amtes habe ich zwar herausgesucht, werde sie aber hier nicht posten, damit ich es euch nicht zu einfach mache, die armen Beamten in Berlin mit besorgten Anrufen zu überziehen, wenn ich mal bloße drei Tage nichts von mir habe hören lassen ...)

Heute also geht es nach Guatemala, und weil das so ganz ohne Umsteigen langweilig wäre, nehmen wir die doppelte Portion, mit Umstiegen in Paris und Mexiko-Stadt.

Obwohl ich erst vor kaum zwei Wochen im Urlaub war, war heute so ein Bürotag, an dessen Ende ich mich so auf Urlaub freute wie selten (und ich freue mich meistens auf einen Urlaub), und das Schietwetter, das Wiesbaden heute ereilte, tat sein Übriges dazu (ich habe heute Morgen kein Jäksche angezogen, aber dafür noch eine Regenjacke eingepackt, jene aber gut tief unten im Koffer verstaut ...).

Also denn, auf zum Flughafen, hieß es, und beim Baggage Drop-off war gähnende Leere, weil ich für den Flug vorher zu spät und für meinen Flug ein bissel früh da bin. Ehe ich dazu kam, mich zu wundern, wo denn alle hin sind, fand ich sie, also alle - die Schlange vor der Sicherheitskontrolle war so lang wie noch nie von mir in Frankfurt gesehen. Wenigstens ging alles relativ schnell (und ich kam mit einem Franzosen ins Gespräch, der nach Riga flug und deutlich knapper dran war als ich), die Air-France-Lounge war hinsichtlich meiner Lounge-Karte das Gegenteil von kulant, aber dafür habe ich sie jetzt - nach einer Viertelstunde Wartezeit, weil ich erst ab 18.30 Uhr mit meiner Karte hier reindarf - mit Würstchen und Brötchen und Soft Drinks gut geschädigt - die Biere hier sind furchtbar, und außerdem will ich vielleicht doch ein bisschen pennen, und ich bin immer noch unsicher, ob Bier dem Flugzeugschlaf zu- oder abträglich ist.

Der nächste Blogeintrag kommt, wenn alles gut läuft, morgen Vormittag (deutscher Zeit) aus Mexiko-Stadt - bis dahin hoffe ich, dass mir jeder einen guten Flug wünscht. Gute Nacht schon einmal ...

Donnerstag, 12. April 2018

Mañana

..., ja, morgen geht es mal wieder auf große Tour.

Ich habe heute für meine Flüge eingecheckt, und auch wenn ich auf dem großen Flug ein bisschen doof sitze, wird das durch die Fensterplätze auf den Flügen von Frankfurt nach Paris und von Mexiko nach Guatemala ausgeglichen - wird schon passen, zumal ich ja sowieso Filme gucken werde, so wie ich mich kenne ...

Ich plane, um 16.30 Uhr aus dem Büro zu verschwinden, dann müsste ich gegen 17.30 Uhr am Flughafen sein und genug Zeit zum Baggage Drop-off haben, denn mein Flieger geht um 19.50 Uhr. Um 21.15 Uhr komme ich in Paris am Flughafen Charles de Gaulle an und mich mich ein wenig sputen, denn um 23 Uhr geht es weiter mit Aeroméxico weiter, und ich muss das Terminal wechseln und ausreisen (und das Gepäck sollte idealerweise auch mitkommen ...).

Übermorgen komme ich um 4.15 Uhr Ortszeit (11.15 Uhr deutscher Zeit), also nach zwölf Stunden Flug, in Mexiko-Stadt an. Dort muss ich wohl einreisen, durch die Sicherheitskontrolle und auch durch den Zoll, sodass ich gut zu tun haben werde, ehe es um 8.15 Uhr Ortszeit (15.15 Uhr deutscher Zeit) weiter nach Guatemala-Stadt geht. Dort komme ich planmäßig um 9.20 Uhr Ortszeit (17.20 Uhr deutscher Zeit) an und werde mich zum Busbahnhof begeben (Taxis vom Flughafen sind angeblich recht teuer), um gleich weiter nach Santa Ana in El Salvador zu fahren. Wenn ich da am Samstag Nachmittag (also gegen Mitternacht deutscher Zeit) ankomme, bin ich sicherlich glücklich und zufrieden, aber ich fürchte, ich werde El Salvador nicht viel Ehre erweisen und nach einem kurzen Spaziergang durch Santa Ana erst in den Pool und dann ins Bett fallen - wir werden sehen ...

Ich habe eben den Bus von Copán nach Guatemala für den Montag gebucht (problemlose Online-Buchung), und meinem Hotel in Flores habe ich geschrieben, dass ich den von denen angebotenen Ausflug nach Tikal mitmachen möchte und am Tag darauf nach Belize fahren will. Mal sehen, dass das alles gut klappt.

Jetzt muss ich noch packen, und morgen früh will ich recht zeitig ins Büro, damit ich dann morgen Abend rechtschaffen müde bin und vielleicht im Flieger doch ein bisschen schlafen kann - wird schon klappen.

Sonntag, 8. April 2018

Heißgelaufen

... ist meine Kreditkarte in der letzten halben Stunde, denn ich habe jetzt endlich Hotels und Flüge in Mittelamerika gebucht. Jetzt muss ich nur noch ein paar Landstrecken buchen ...

Ich werde mich unmittelbar nach meiner Ankunft am 14. April in Guatemala-Stadt zum Busbahnhof kutschieren (lassen) und nach Santa Ana in El Salvador weiterfahren. Dort soll es eine hübsche Kathedrale geben, und es ist nicht so weit nach Guatemala und nach Copán in Honduras. Vielleicht habe ich sogar ein bisschen Zeit, um mir Tazumal anzugucken, was eine Viertelstunde von Santa Ana entfernt ist.

Am 15. April werde ich mich von Santa Ana nach Copán in Honduras durchschlagen und dabei wahrscheinlich erst einmal wieder nach Guatemala einreisen. Nach ein paar Stunden sollte ich dann in Copán ankommen.

Ich habe für die ersten beiden Nächte teurere Hotels genommen, Hotels mit Pool und Klimaanlage, damit ich mich hier erstmal richtig in den Urlaub einfinden kann.

Am 16. April werde ich mir morgens die Ruinen von Copán anschauen, die zu den wichtigsten Maya-Stätten gehören sollen, ehe ich nachmittags den Shuttle-Bus nehmen werde, der mich im Laufe des Nachmittags und frühen Abends wieder zurück nach Guatemala bringt.

Dort habe ich mir ein Hotel in Flughafennähe genommen, weil es am 17. April frühmorgens (6 Uhr) mit dem Flieger nach Flores geht (das spart mit eine zehn- bis zwölfstündige Busfahrt). Dann werde ich die Tikal-Tour um 12 Uhr mitnehmen, denn Tikal ist ebenfalls ein Weltkulturerbe.

Am 18. April geht es wieder in aller Herrgottsfrühe (5 Uhr) in Richtung Belize-Stadt und dann weiter nach Caye Caulker, denn dort habe ich - einmalig auf dieser Reise - ein Hotel für zwei Nächte gebucht. Dort will ich noch ein wenig den Strand genießen.

Am 20. April fahre ich wieder zurück nach Flores, wo ich hoffentlich pünktlich für meinen Rückflug nach Guatemala-Stadt um 21 Uhr am Flughafen bin. Um 22.13 Uhr lande ich planmäßig in Guatemala-Stadt und habe mir das gleiche Hotel gebucht wie drei Nächte zuvor.

Joa, und am 21. April geht es dann wieder an den Flughafen und zurück in Richtung Mexiko, Paris und Frankfurt.

Ich denke, so ist es das eine ausgewogene Mischung aus Sightseeing und Urlaub. Es sollte nicht zuuuu stressig werden, aber ein bissel was sehen möchte ich natürlich auch,

Die Air-France-Mitarbeiter wollen ja in den nächsten Tagen streiken, aber sie haben ihre Streiktage freundlicherweise so gelegt, dass sie meine Flüge nicht beeinträchtigen sollten, zumal ich sowieso nur einen meiner sechs Flüge tatsächlich mit Air France mache (den Flug von Mexiko nach Paris im A380), obwohl alle Flüge Air-France-Flugnummern haben ...

Dienstag, 3. April 2018

Imagens

Der Heimflug aus Lissabon war völlig problemlos, ich saß am Notausgang. Wir waren zu früh in Frankfurt und bekamen erst nach einer Wartezeit einen Gateplatz. Der Fußmarsch im Terminal 1A war mal wieder langwierig, aber ich erwischte die angestrebte S-Bahn, war pünktlich in Wiesbaden, ging nochmal kurz duschen und dann ins Bett. Schön war's, und jetzt gibt's noch ein paar Fotos ...

Reichsplatz in Bissau

Fähre

Alles Rindviecher am Strand

Strand ohne Rindviecher

Strandpanorama

Wenn's der Kuh zu warm wird, geht sie an den Strand

Bissau Velho

Lissabon zum Abschluss

Montag, 2. April 2018

Gut, machen wir es offiziell

Ich hatte es neulich im Gespräch mit ein paar Kollegen schon angedeutet: Hiermit nehme ich Lissabon in den Kreis meiner Lieblingsstädte auf - damit steht die portugiesische Hauptstadt neben Istanbul, Tel Aviv und Sydney in diesem illustren Kreis der schönsten Städte des Planeten Erde. Wie? Subjektive Wahrnehmung? Pah!

Mein Wecker ging pünktlich sogar schon um 1 Uhr, und als ich aufwachte (ich hatte schlecht geschlafen), nahm ich mir vor, meine Definition von "funktionierender Klimaanlage" zu überdenken: Nur weil das Ding brummt, heißt das noch lange nicht, wie ich diese Nacht lernte, dass es auch kühlt. Entsprechend wachte ich gut gedünstet auf, sprang nochmal unter die Dusche und zog mich mehr auf dem Balkon als im Zimmer an, weil es dort kühler war.

Ziemlich genau um 2 Uhr kam mein Fahrer, der erst die Provision ans Hotel abdrückte, um dann nach getaner Arbeit von mir bezahlt zu werden. Um das Flughafengebäude überhaupt betreten zu können, musste ich dem Nationalgardisten meinen Pass vorzeigen, der Check-in ging dann wesentlich schneller, da war nämlich keiner vor mir.

Die Franzosen von gestern waren auch heute wieder unterwegs, denn ich hatte anhand ihrer Kofferanhänger schon geahnt, dass sie auch über Casablanca zurückfliegen. Bei der Sicherheitskontrolle wollte der eine Kontrolleur Trinkgeld haben, was er aber nicht bekam ... Ts.

Wir boardeten schon sehr früh, und am Ende flogen wir tatsächlich vor der planmäßigen Abflugzeit ab - lustig, sowas habe ich seit den Ryanair-Zeiten in Altenburg nicht mehr erlebt. Entsprechend frühzeitig kamen wir in Casablanca an - liebe Marokkaner, ihr seid doch sonst ein umgängliches Völkchen, aber am Flughafen veranstaltet ihr ein dermaßen großes Chaos, es ist nicht zu fassen. Erst fragen sie einen, wenn man in den internationalen Transfer will, wo man herkommt, dann muss man die Schuhe ausziehen, danach wird man abgetastet, egal ob das Ding piept oder nicht, aber ob man Flüssigkeiten oder einen Computer im Gepäck hat, ist scheißegal ('tschuldigung ...). Ts².

Ich ging kurz in die Lounge, weil nur dort das WLAN (mit Schwierigkeiten) funktionierte und um meiner Mutter kundzutun, dass ich noch lebe, danach ging es an Bord für den kurzen Hüpfer nach Lissabon.

Nachdem wir in Lissabon eine halbe Flughafenrundfahrt gemacht hatten, durften wir endlich einreisen (kein Mensch an den elektronischen Einreisekontrollen, sehr löblich), aber wieso die Leute auf den Laufbändern die gesamte Breite des Bandes stehend blockieren müssen, erschließt sich mir immer noch nicht ...

Nach einiger Wartezeit gab ich mein Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und fuhr dann mit der Metro in die Stadt. Ich stieg wieder in Baixa-Chiado aus, fuhr die fünf Rolltreppen hoch und fiel - nach kurzer, zehnminütiger Wartezeit - in der Taberna da rua das flores ein. Der Chef war so geschäftsmäßig wie immer (nur ein kleines Kind brachte ihn wirklich zum Lachen ...), die Essensauswahl mittags ein bisschen kleiner als abends, aber das Essen war immer noch hervorragend. Heute gab es eine Koriandersuppe und danach gebratene Makrelen mit Tomatenreis. Den Abschluss bildete - natürlich - der Schokoladenkuchen, die ich als den besten der Galaxie bezeichne.

In der Taberna ist nichts mit gemütlichem Sitzen am Mittag, und so war ich nach einer guten halben Stunde schon wieder draußen. Ich spazierte runter zum Tejo, mir fiel auf, dass ich erstmals im Frühjahr in Lissabon war und also alles noch wärmer, sonniger und schöner ist als im Winter, aß ein Eis und ging am Tejo entlang bis zum Arco und dann in die Metro.

Jetzt sitze ich hier am Flughafen in der Lounge, trinke ein Schwarzbier (!) von Sagres und genieße die letzten Stunden meines diesjährigen Osterurlaubs - falls auf dem Heimflug noch was ganz Bemerkenswertes passiert, berichte ich morgen darüber.

Wenn es nicht so kompliziert (und durchaus teuer) wäre, erstmal nach Bissau und dann nach Bubaque zu kommen, würde ich dem Bruce Beach im Süden der Insel Bubaque meine ganz baldige Wiederkehr ankündigen, denn das ist ein wirklich toller Strand. Helfen würde es sicher, wenn das Hotel noch ein klitzekleines bisschen moderner wäre und insbesondere eine Klimaanlage und WLAN hätte ...

Von der Unkompliziertheit der Einreise war ich sehr positiv angetan, das war sehr entspannt, auch wenn sie (wie so viele Länder) dieses Einreisekartengedöns lassen könnten. Die Hotels in Bissau (und auch das in Bubaque) sind für den gebotenen Komfort überteuert, auch wenn ich in Bubaque an dem Strand noch eher bereit bin, die Unterhaltskosten in der aufgerufenen Höhe mitzutragen. Das Essen von Paul war gute, leckere Hausmannskost (in viel zu großen Portionen, und wenn ich das sage, heißt das was), Papa Loca war etwas raffinierter (und ein bisschen teurer) - alles in allem passte Guinea-Bissau für mich ziemlich gut.

Achja, und Porto wird - genauso wie Lissabon - auch noch einmal in aller Ruhe erkundet.

Fotos gibt's immer noch keine, die werden morgen nachgeliefert.

Ja, und in elf Tagen geht es, am Freitag, dem 13., in Richtung Guatemala. Ich bin immer noch nicht so ganz sicher, wie ich das möglichst clever plane, um möglichst viel zu sehen, möglichst viel zu schlafen und möglichst viel richtigen Urlaub zu haben - sobald ich da Hotels gebucht habe, werde ich berichten und gucken, wieviel der neue Plan noch mit meinem ursprünglichen Plan aus dem Sherry & Port zu tun hat ...

Kriminelle Kühe muhen auf Französisch


... oder so ähnlich, hier sind die gesammelten Werke für Freitag, Samstag und Sonntag; ich bin gerade in Casablanca und berichte heute oder morgen Abend von den finalen Etappen, dann auch mit Bildern. Ahoi!

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30. März: Kriminell

… die Fährfahrt, der Transfer zum Hotel, einfach alles – richtig Abenteuer war das heute, aber jetzt bin ich im Hotel und schreibe diese Zeilen schon einmal vor, auch wenn ich sie voraussichtlich erst am Sonntag Abend versenden kann. Das Meer rauscht, es geht eine kühle Brise, was gut ist, weil mein Zimmer wieder keine Klimaanlage hat, aber ich habe die Tür aufstehen und hoffe, dass nicht so viele Viecher hier reinkommen …

Frühstück in Bissau (mit übrigens hervorragenden Brötchen!) gab es im Restaurant im sechsten Stock, und von dort hatte man eine schöne Aussicht, nicht nur auf den Platz des Reiches, von dem ich gestern schon geschrieben hatte, sondern auch aufs Meer und ein bisschen aufs Umland der Innenstadt von Bissau. Das Palastgebäude, von dem ich gestern Abend schwadroniert hatte, ist wohl tatsächlich der Präsidentenpalast – ich hab mal ein Foto gemacht, auch wenn ich fast sicher bin, dass das verboten ist, aber sei’s drum …

Nach dem Auschecken (wieder viele Formulare …) wanderte ich mit meinem Rollköfferchen in Richtung Hafen und sah zwei Aushänge von Gesellschaften, die von Bissau nach Bubaque fahren. Die einen sollten um 11 Uhr, die anderen um 13 Uhr fahren.

Die um 13 Uhr hatte ihr Büro in unmittelbarer Nähe, sodass ich dort vorbeischlenderte – sie wollten ungefähr 24 Euro für die Überfahrt haben. Komisch, die vom Hotel hatten von 11 Euro geschrieben. Da ich aber ohnehin früh am Strand sein wollte, wollte ich die um 11 Uhr in Augenschein nehmen und latschte zu deren Büro in der Nähe eines Hotels.

Unterwegs wurde ich von Geldwechslern und Parkplatzbewachern angesprochen, aber ich wollte nix. Ich kam zum Büro der zweiten Gesellschaft – zu, na super … Also wanderte ich zurück zum Hafen, es war inzwischen kurz vor zehn Uhr und guckte zu,  wie ein größeres Bötchen (kein Schiff!) beladen bzw. überladen wurde. Auf dieses Bötchen wollte ich sicher nicht gehen, es hieß aber auch nicht so wie das von der ersten Gesellschaft, und dieses Schiff war nicht in Sicht. (Zwischendurch sah ich, wie ein Taxifahrer ein lebendes, quiekendes Schwein in den Kofferraum seines Taxis verfrachtete …)

In der Ferne sah ich an einem anderen Pier ein Schiff, in dessen Richtung Menschen liefen. Also verließ ich mein Pier, fragte einen Soldaten nach der Gesellschaft und dieser wies mich in die Richtung des Piers, an dem ich Menschen gesehen hatten.

Es war jetzt zeitlich ein bissel eng, aber ich bekam noch für etwas über fünf Euro eine „normale“ Fahrkarte und latschte aufs Schiff. Auch dieses war völlig überfüllt, und selbst einen Stehplatz konnte ich nicht in Ruhe einnehmen.

Plötzlich winkten mich zwei junge Frauen in den Innenbereich des Schiffs, der für „VIPs“ war. Nun hatte ich zwar eine solche Fahrkarte nicht gelöst, aber sie machten mir trotzdem deutlich, ich solle hier drinbleiben, was ich tat, denn hier hatte ich einen Sitzplatz.

Nun wollte ich nicht schwarzfahren und zeigte dem Herrn, den ich als „Schaffner“ vermutete, meine Fahrkarte; er meinte, ich solle ruhig sitzen bleiben, und dann war ich beruhigt, wobei ich die zwei Euro Aufschlag eigentlich gerne sofort gezahlt hätte. Das war jetzt mal positiver Rassismus … (Am Ende der Fahrt gab ich ihm die 1.500 CFA-Francs in die Hand, er wollte sie immer noch nicht, aber als ich sie ihm „für seine Tochter“ gab, nahm er sie an …)

Überraschenderweise fast pünktlich ging es los, nur leider war die angegebene Fahrtzeit von dreieinhalb bis vier Stunden deutlich zu optimistisch angegeben; am Ende waren es gut sieben Stunden, die ich auf dem Kutter verbrachte, bis wir in Bubaque anlegten.

Ich trank mir anfangs mit zwei Bier ein bisschen Mut an in der Hoffnung, dass die griechischstämmige Fähre nicht absäuft, ansonsten las ich und verfolgte ein bisschen auf Google Maps, wo wir waren. In diesem VIP-Raum wurde gekocht (!), mit Gas, es wurde ferngesehen, es wurde getanzt, gestritten (jedenfalls hörten sich die lauten Gespräche wie Streit an …), gesoffen und gekifft wurde auch – das pralle Leben spielte sich auf dieser Fähre ab.

Als wir ziemlich genau um 18 Uhr in Bubaque ankamen, lag unter Schiff deutlich unter der Hafenebene, was dazu führte, dass die Gangway ziemlich hoch lag und die Leute auf die Reling steigen mussten, um auf die Gangway zu klettern. In dem Gedränge wollte ich mit meinem Rollkoffer nicht unterwegs sein, sodass ich noch ein bisschen an Bord blieb, bis zumindest der VIP-Raum geleert war (zwischendurch regelte ein Typ von der Nationalgarde die Aussteigereihenfolge, sehr bizarr …).

Nach einer halben Stunde war ich dann draußen, aber von meinem Hotel ward niemand gesehen. Ich stand da rum, hielt Ausschau, es blieb dabei – keiner war da. Dabei hatte ich denen doch zweimal geschrieben, dass das mit dem Visum geklappt hatte und alles. Ich guckte extra nochmal in meine Mails und sah dann mit Grausen, dass ich an eine „Do-not-reply“-(Nicht-antworten-)Adresse geantwortet hatte: Ich bin es von booking.com, meiner Leib- und Magenbuchungsseite, gewöhnt, dass man auf die Benachrichtigung des Hotels mit „Antworten“ antworten kann. Das Hotel hier hatte ich über einen anderen Anbieter gebucht, und da funktionierte das nicht. Davon unabhängig hatte ich denen aber auch geschrieben, dass ich mich melde, wenn etwas nicht klappt, sodass ich mich trotz meines Missgeschicks im Recht sah – half aber alles nix, argh, das war jetzt ärgerlich …

Meine Versuche, einen dieser motorisierten Bollerwagen zu organisieren, schlugen fehl, aber ein Motorradfahrer nahm sich meiner an. Er bot mir an, mich zu fahren, was ich in Anbetracht meines Rollkoffers für eine doofe Idee hielt, aber er schnappte sich den Koffer, stellte ihn sich zwischen Lenker und Körper und bedeutete mir, aufzusteigen.

Also ging es wieder helmlos in Afrika mit dem Motorrad über schlechte Asphaltstraßen (zwischendurch war’s immer mal wieder Lehmboden, das war deutlich besser) in Richtung meines Hotels. Es graute (weniger mir, sondern vor allem der Himmel), und während der Fahrt wurde es dunkel. Mein Fahrer schaltete das Licht nur bei Bedarf an, was bei kreuzenden Kühen und Wettrennen veranstaltenden Ferkeln (!) auf den Straßen für leichtes Haarsträuben bei mir sorgte. Unterwegs winkten immer wieder Kinder dem dicken Weißen zu, der natürlich zurückwinkte, jedenfalls solange, bis ihm vom Festhalten seines Stoffbeutels die ganze linke Seite eingeschlafen war …

Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir an einen Strand, und ich sollte absteigen und dem Fahrer hinterherlaufen. Meinen Rollkoffer nahm er mit, aber mit meinen gut zwei Zentnern Zusatzgewicht wäre das Motorrad wohl im Sand versunken …

Ich watschelte also in einer wunderbaren Vollmondnacht an einem ruhigen Strand in die Richtung, in die das Motorrad gefahren war. Plötzlich kam mir eine Frau entgegen, die mir den Beutel entreißen wollte – in Wirklichkeit war es die Hausdame, weil die Besitzer wohl heute Abend nicht da sind (okay, es ist Karfreitag, und das scheinen Spanier zu sein …). Sie führte mich in mein Zimmer, das ziemlich groß ist, aber recht schlicht eingerichtet ist, was sich aber durch den Meerblick von der Veranda gut ertragen lässt. (Der Motorradfahrer wollte trotz zweifacher Nachfrage kein Geld haben, und machte Zeichen, die ich so verstand, als dass er mit den Hotelbesitzern ziemlich dicke sei … Naja, wenn sie mir die Fahrt abrechnen, hoffe ich mal, dass es keinen Abenteuerzuschlag gibt.)

Essen oder Trinken bekam ich heute Abend keines mehr, aber das werde ich überleben. Mal sehen, wie der Strandtag hier morgen wird …

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31. März: Mit mehr Kühen als Menschen

… teile ich mir den Strand auf Bubaque, und als jemand den Begriff „Traumstrand“ erfunden hat, muss er hier gewesen sein. Hier gibt es nicht nur feinen, weißen Sand, sondern auch ganz, ganz wenig Müll am Strand und im Wasser und außerdem, noch besser, man kann völlig gefahrlos in dem wunderbaren Meerchen hier schwimmen. Naja, das „Meerchen“ heißt Atlantischer Ozean, und wer diesen Blog verfolgt, hat gelesen, dass ich mit dem Schwimmen im Meer in Westafrika so meine (negativen) Erfahrungen gemacht habe, aber hier ist wirklich alles, alles toll am Strand.

Heute Morgen war ich gegen 7 Uhr wach, cremte mich ordnungsgemäß ein und verließ dann das Zimmer durch die Verandatür, vor der direkt der Strand liegt. Erst ging ich nach rechts, weil mir nach links ein paar Kühe im Weg lagen und ich ihnen nicht in die Quere kommen wollte. Rechts runter also sah ich nach ein paar Minuten Fußweg einige Zelte mit Regenschutz darüber – das hatte mein Fahrer gestern also gemeint, als er vom „campo“ sprach. Als ich an dem Camp vorbei war (kein Mensch war zu sehen), sah ich den Strand in reinster Form, keine Bebauung, nur Wasser, Sand und Dschungel dahinter – wenn die Anreise nicht so beschwerlich wäre (und die Zimmer ein kleines bisschen besser), diese Insel würde überrannt werden von Touristen auf der Suche nach dem ultimativen Strand (und genau dann, klar, wäre er nicht mehr der Traumstrand, der er heute ist – also: pssst!).

Der Koch hier, Paul, hatte mein Frühstück schon vorbereitet. Ich hatte so Durst, dass der Pfefferminztee so gut schmeckte wie nie in meinem Leben, und so Hunger, dass die Bananen und Orangen zu den süßesten gehören, die ich je aß (naja, jedenfalls die Bananen). Dazu gab es Crêpe und eine Art Omelett (keine Ahnung, was da drin war …), dazu Yams und frisch gebackenes Brot – sehr lecker und sehr guineisch, passt.

Nach dem Frühstück machte ich Strandspaziergang Teil II. Ich hatte mir die Rindviecher jetzt lang genug angeguckt, um zu entscheiden, dass sie ungefährlich sind. Also ging ich jetzt nach links, festen Schrittes und mit ausreichendem Sicherheitsabstand, und sah auch links herunter völlig unberührte Natur. Dazu gehört natürlich ein bisschen Seetang am Strand, aber auch hier lag so wenig Müll herum, dass ich mich dann nach diesem Verdauungsspaziergang ins Wasser traute.

Sanfte Wellen, das Wasser gar nicht mal so richtig warm, Sandboden überall, nur ein paar Blätter im Wasser – zu einem Traumstrand gehört für mich die Möglichkeit, traumhaft zu baden, und das ist hier gegeben. Doch, hier gefällt es mir sehr, sehr gut …

Um 12.30 Uhr gab es Mittagessen und Paul hatte einen sehr leckeren Fisch aufgetischt, die Kartoffeln waren okay, die Spaghetti in Sahnesoße hätte er lassen können – die waren nicht schlecht, aber mit der Sahne war das einfach so schwer, dass ich total satt war. (Das Abendessen hätte ich fast ausfallen lassen, aber der Blick in Pauls traurige Augen verriet mir, dass das keine gute Idee war. Auch so war aber keine gute Idee, denn es gab schon wieder einen Monsterfisch, diesmal zwar „nur“ mit Gemüse, aber ich musste trotzdem aufgeben …)

Nach dem Mittagessen sagte ich den Herrschaften, dass ich ja am Ostersonntag wieder zurückmuss. Aber leider hatte ich mich nicht verguckt, als ich meinte, gelesen zu haben, dass die Fähre, die normalerweise am Sonntag zurückgeht, erst am Ostermontag fährt – ausnahmsweise. Am Ende gab es die Möglichkeit von Schnellbootfahrten, entweder um 6 Uhr oder um 10 Uhr, und ich entschied mich – wer wundert sich – für die um 10 Uhr. Erstens musste ich nicht so früh aufstehen, und zweitens konnte ich nochmal schwimmen gehen. Zahlen musste ich sofort, und 60 Euro für so eine Fahrt sind natürlich nicht wenig Geld, aber so hatte ich Chance, am Ostersonntag eben das Meer zu verabschieden und mich noch ein bisschen in Bissau umzusehen.

Den Rest des Nachmittags verbummelte ich mit Strandspaziergängen, ein bisschen Wasser und ein bisschen Bier, ehe ich – nach dem oben beschriebenen Abendessen – dann früh Feierabend machte. (Achso, abends kamen dann doch noch ein paar Menschen an den Strand, sodass es im Laufe des Tages dann doch mehr Menschen als Kühe geworden waren, die mir dort begegnet sind. Aber nur knapp …)

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1. April: Französisch

… habe ich heute mehr gesprochen als Portugiesisch, aber das ist in einem Land, das trotz seiner portugiesischen Kolonialvergangenheit seit ein paar Jahren Mitglied der Francophonie, also des Bundes der französischsprachigen Staaten, ist, nicht ganz so verwunderlich wie es zunächst anmutet.

Ich wachte drei Minuten vor dem Wecker auf und begab mich ein letztes Mal für absehbare Zeit an den afrikanischen Atlantikstrand (wenn alles gutgeht, bin ich in knapp zwei Wochen am karibischen Atlantikstrand …). Ich nahm nochmal ein letztes Bad im relativ kühlen Nass, ehe ich ins Zimmer ging, alles zusammenpackte und duschte.

Um 8 Uhr gab es Frühstück, weil ich um 9 Uhr abgeholt werden sollte, damit ich pünktlich um 10 Uhr am Hafen bin, um eineinhalb Stunden später, also um 11.30 Uhr, in Bissau am Hafen anzukommen. Das mit den afrikanischen Zeitangaben hatte ich schon mehrmals beschrieben und auch diesmal war der Einzige, der pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück da war, meine Wenigkeit. Ich bin so deutsch manchmal …

Nein, Paul war auch schon fertig, und ich bekam um kurz nach acht wieder mein leckeres Frühstück mit dem undefinierbaren Omelett. Einen Tee aufs Haus bekam ich auch noch, um 8.45 Uhr checkte ich aus und bezahlte mein Essen und den Transport (den Rest hatte ich tatsächlich schon im November gezahlt, da war ich nicht mehr sicher gewesen …). Um 9 Uhr war keiner da, um 9.15 Uhr nicht, um 9.30 Uhr trudelte der Motorradfahrer wieder ein, Paul trug mir mein Gepäck über den Strand (das Angebot nahm ich gerne wahr), wieder wurde mein Rollkoffer zwischen Lenker und Fahrer eingeklemmt, und wieder ging es helmlos durch Afrika. Irgendwann wird mir das mal zum Verhängnis, aber dieses Mal habe ich es wieder einmal überlebt.

Wir waren fast noch pünktlich um 10.05 Uhr am Hafen (unterwegs waren wir an einem Festivalgelände vorbeigekommen, das sah gar nicht schlecht aus …), aber außer zwei Brasilianern saß da keiner am Hafen. Kein Problem, Pauls Bruder, der gestern den ganzen Deal schon eingefädelt hatte, erschien auf der Bildfläche und bat mich in das Haus am Uferweg.

Es stellte sich heraus, dass ich mit einem Schnellboot eines anderen Hotels auf Bubaque die Überfahrt wagen sollte, und dort oben wartete ich ein bisschen zusammen mit Pauls Bruder und, wie sich herausstellte, unserem Kapitän (der fragte, ob es in Deutschland auch „black men“ gäbe, was ich mit „a few“ beantwortete …).

Gegen halb elf ging es in Richtung Bötchen, das ich mit sechs Franzosen teilte (die mich selbstverständlichst mit „bonjour“ begrüßten). Joa, und dann ging es um kurz vor elf Uhr mit zwischen 25 und 42 km/h (laut GPS) in Richtung Bissau zurück.

Ich saß die erste Stunde auf der Reling, aber nur solange, bis das Spritzwasser meine Jeans so durchnässt hatte, dass ich in der rechten (und nur in der rechten) Kniekehle schon das Wasser stehen hatte. Ich überlegte mir, dass es strategisch klüger wäre, wenn nur die Franzosen an Bord denken würden, dass ich mich eingemacht hätte, und stand auf, um mich ein bisschen zu trocknen.

Nach gut zwei Stunden Fahrt (40 km/h auf dem Wasser ist eine lustige Angelegenheit, die, wenn man steht, ein bisschen auf die Knie gehen kann, sobald das Boot wieder wie ein Brett aufs Wasser aufschlägt) tuckerten wir in den Bissauer Hafen ein und wurden dort von einem Kleinbus erwartet. Mein Gepäck wurde etwas abseits gestellt, ich stieg aus, schnappte mir meinen Rollkoffer und ging „au revoir“ sagend an den Franzosen und am verdutzten Fahrer des Minibusses vorbei in Richtung Hafenstraße.

Heute Nacht, entschied ich mich, würde ich mein Quartier in einem anderen Hotel aufschlagen (auch wenn der Check-in nur auf Französisch ging …), und hier funktioniert die Klimaanlage einigermaßen gut, dafür ist das WLAN nicht zu gebrauchen. Ich fürchte, meine Mutter schlägt gerade (es ist 17.45 Uhr am Sonntag, da ich diese Zeilen schreiben) bei der deutschen Botschaft im Senegal und bei der portugiesischen Botschaft hier in Guinea-Bissau (die ist nämlich für EU-Bürger zuständig, deren Länder hier keine Botschaft haben) Alarm, weil ich mich noch nicht zurückgemeldet habe, aber ich kann ja nix machen – auch mein Handy meldet sich in keinem hiesigen Netz an. Naja, ich werde morgen Mittag aus Lissabon anrufen, dann wird das schon passen.

Ich ging durch die ausgestorbene Innenstadt von Bissau in Richtung Bissau Velho, also Alt-Bissau, guckte mich in den verwunschenen Gässchen dort ein wenig um, trank im Hotel Império ein Bier in der (enttäuschten) Hoffnung, dass ich das WLAN dort noch nutzen könnte. Währenddessen schmierte mein Handy ab (Akku zu heiß), sodass ich nach dem Bier ins „Papa Loca“ wanderte und dort zu Mittag/Abend essen wollte.

Ich hatte in den ganzen Tagen hier keinen Reis bekommen, obwohl das hier angeblich die Hauptsättigungsbeilage ist, aber heute bekam ich Reis und Pommes und ein Fischfilet mit obendruff Muscheln und Garnelen. Freunde, das war sehr lecker, das Papa Loca kommt in meine Restaurantempfehlungen!

Joa, und danach schlenderte ich heim ins Hotel, an einem Fußballplatz vorbei und an Frauen, die Austern verkauften,  als ich in der Nähe meines Hotels Rauchwolken sah. Schockschwerenot! Naja, zum Glück brannte „nur“ der Acker gegenüber, und die Feuerwehr hat auch schon gelöscht, sodass nichts passiert zu sein scheint.

Heute Nacht geht um 1.30 Uhr mein Wecker und danach geht es zum Flughafen, damit ich über Casablanca nach Lissabon fliegen kann. Ich werde berichten, ob das alles gut klappt …

Freitag, 30. März 2018

Bestialisch

... früh musste ich heute Morgen aufstehen, um 3.25 Uhr klingelte der Wecker zum ersten Mal. Heute ging das Aufstehen aber überraschend gut, weil ich ausnahmsweise vor einem frühmorgendlichen Flug nicht im Sherry versackt bin und entsprechend schon um kurz nach 21 Uhr im Bett war.

Nach dem Duschen ging ich zur Bushaltestelle und war wieder einmal überrascht, wieviele Menschen um 4.29 Uhr schon im Bus sitzen. Am Bahnhof kaufte ich mir eine Spezi zum Wachwerden und ein Brötchen.

Nach der Ankunft am Terminal 2 des Flughafens musste ich mich zwingen, nach unten zum Schengen-Abflugbereich zu gehen, weil ich in den letzten Monaten immer von oben vom Non-Schengen-Bereich abgeflogen war.

Der Flug nach Porto ging einigermaßen pünktlich raus, wir waren ziemlich pünktlich in Porto und ich erwischte die Metro um 9.11 Uhr, das war sehr praktisch. Ich stieg erstmal an der Kathedrale aus, bewunderte diese (immer schön meinen Rollkoffer hinter mir her zerrend) und genoss dann vom Vorplatz der Kathedrale einen Blick auf den gegenüberliegenden Hügel mit drei Kirchen und, ein paar Meter weiter, einen Blick über den Douro - schon allein für diese beiden Ausblicke hatte sich die Fahrt in die Innenstadt gelohnt.

Ich zerrte immer schön weiter, erst den Berg runter, dann wieder hoch (Porto ist ziemlich hügelig ...), weil ich in einer typischen Kneipe eine Francensinha essen wollte.

Der Chef der Kneipe, in der ich landete, gab mir nachher ein Kommentarbuch, das ich auch signieren sollte, und zwei Deutsche hatten es ein paar Tage vor mir ziemlich treffend ausgedrückt: das ist eine "pornoröses Essen" ...

Man nehme einen Toast, packe darauf ein kleines Steak, darüber zweierlei Arten Wurst, wieder einen Toast, darüber ein Ei, koche das Ganze in einer tollen Tomate-Bier-Sauce und serviere dazu Pommes. Ein Traum ... Sehr, sehr lecker und definitiv sehr, sehr sättigend. Eine Francesinha esse ich wieder ...

Danach ging es zurück zum Flughafen und dabei sogar durch landschaftlich schöne, fast ländliche Gebiete. Als ich durch die Sicherheitskontrolle war, stand das Gate noch gar nicht fest, aber es kam dann bald und ich watschelte zum Gate Nummer 15.

Planmäßiger Abflug war um 13.55 Uhr, planmäßige Ankunft in Lissabon um 14.55 Uhr, sodass ich zum Umsteigen massig Zeit hatte - korrigiere: gehabt hätte -, denn mein Flieger nach Bissau sollte erst um 19 Uhr das Boarding beenden, mehr als vier Stunden, sollte langen, auch wenn ich bei dem Ryanair-Flug mein Gepäck erstmal wieder aus der Gepäckausgabe holen musste.

Nun, ab jetzt ging alles schief, was schiefgehen konnte: Das Boarding ging erst gegen 14.45 Uhr los, dann standen wir noch ein bisschen im Gatebereich, ehe wir einsteigen durften. Aus irgendwelchen Gründen (die Informationspolitik von Ryanair ist unterirdisch) durften wir aber erst eine Stunde nach Ende des Boardings, gegen 16.30 Uhr, starten. Ankunft dann 17.15 Uhr, sollte passen.

Als wir schon fast auf der Landebahn waren, kam es mir so vor, als ob wir ein bissel weit nach rechts (also Steuerbord) abdriften würden. Folgerichtig erlebte ich das zweite Durchstartmanöver meines Lebens, ganz toll ... Der zweite Versuch, zwanzig Minuten später, klappte, sodass wir gegen 17.40 Uhr standen.

Nun holte uns der Bus aber vom Terminal 2 ab und fuhr zum Terminal 1, das Gepäck kam ewig, wirklich ewig, nicht, erst um 18.25 Uhr hatte ich es in der Hand, das Boarding für den Bissau-Flug begann um 18.50 Uhr, und ich musste noch durch die Sicherheits- und die Passkontrolle ...

Bestialisch eng würde es jetzt werden. Ich lief schnellen Schrittes, aber (noch) nicht rennend zur Sicherheitskontrolle. Dort wäre ich fast Amok gelaufen: Die Lissaboner machen das genauso klug (ernsthaft!) wie die Glasgower und haben pro Sicherheitskontrollschleuse drei oder vier Abteile, sodass drei oder vier Leute gleichzeitig ihre Sachen umpacken können. Doof ist es nur, wenn die Leute - und zwar fast durchweg - zu blöd sind, das zu kapieren.

Zum Glück ging bei mir alles glatt, bis auf die Tatsache, dass zwischendurch diese Wannen ausgingen und man dort alles, auch das Köfferchen, ins Handgepäck geben muss.

Um 18.43 Uhr oder so war ich durch die Gepäckkontrolle und sah auf den Bildschirmen für meinen Flug schon "Final Call". Spinnt's ihr. Der Schritt wurde schneller, und als ich um 18.47 Uhr an einer weiteren Anzeige vorbei kam, dass ich noch 12-17 Minuten (plus Passkontrollzeit) bis zum Gate bräuchte, fing ich an zu rennen.

An der elektronischen Passkontrolle musste ich erst noch meinen Pass in den Untiefen meiner Tasche suchen, dass schon die Hilfsperson zu Hilfe eilen wollte, was ich dann aber doch noch selbst geregelt bekam, und auf den Laufbändern zum Gate 43A rannte ich auch, auch wenn es jetzt doch erst 18.53 Uhr war und ich das Gate schon sah.

Als ich am Gate ankam, dampfte ich wie ein schöner Schweinebraten und sah, dass da noch etliche Leute am Boarden waren. Leute, macht nicht so einen Stress!

Unten am Gate wollten sie noch die Größe meines Handgepäcks kontrollieren, auch mit viel Stopfen passte es nicht so richtig in das Fach, aber die, die mich dorthin beordert hatte, guckte ich nicht, und die andere interessierte es nicht, dass es nicht ganz passte. Nun war ich vom meisten Handgepäck befreit und durfte in die wunderbare kühle Brise, die ich zum Abkühlen dringend benötigte.

Ich stieg als letzter Passagier ein, weil ich sah, dass wir sowieso noch 45 Minuten stehen würden, und als ich zwei Sekunden in meinem Sitz saß, wusste ich, dass das lange vier Stunden werden würden.

Hinter mir saß ein Paar mit zwei Töchtern, und es ist mir unbegreiflich, wie zwei so hübsche Mädels so bestialische Töne von sich geben können. Dass bei den Tonhöhen nicht die Fenster geplatzt sind, wundert mich ernsthaft ... Die Kleine auf dem Platz am Fenster brüllte die ersten zwei Stunden praktisch ununterbrochen, ihre Schwester, die beim Vater auf dem Schoß saß, trat öfter von hinten auf meinen Sitz ein, es war nicht angenehm.

Freunde der Sonne, wenn ein Kind mal brüllt, kann passieren, gerade beim Start und bei der Landung, aber wenn es Kind so dermaßen hyperaktiv ist, dass die Eltern gar nicht mehr den Versuch unternehmen, es zu beruhigen, sollten die Eltern ihren Mitmenschen so einen Flug ersparen, tut mir leid.

Irgendwann schlief ich - mit Kopfhörern in den Ohren - dann doch ein bisschen ein, und wir landeten um 23.45 Uhr Ortszeit mit einer guten Stunde Verspätung. Der Flughafen von Bissau hat genau einen Bus zur Verfügung, und der pendelt zwischen Flugzeug und Ankunftsbereich (Luftlinie 100 m, könnte man auch gerne laufen ...). Der Bus stammt aus Deutschland, was man immer noch an den "Suchen Sie beim Stehen festen Halt"- und "Schwarzfahren kostet 40 Euro"-Plakaten sieht, sehr lustig ...

Die Einreise war ein bisschen chaotisch, ich musste so eine Einreisekarte ausfüllen (den Stift lieh ich mir von einem Flughafenmenschen), dann ging ich zur Einreisekontrolle, mein Pass wurde gestempelt, danach aber einem Laufburschen gegeben, hinter dem ich zur Visaausgabe gehen sollte. Er legte meinen Pass den Leuten hin, fünf Minuten später wurde ich aufgerufen, hatte nun auch mein Visum und war fertig.

An der Gepäckausgabe stand schon mein Fahrer, wir warteten noch auf zwei ältere Portugiesen, die dann aber doch von ihrem Tourveranstalter abgeholt wurden, sodass der Hotelfahrer mich am Ende ganz allein fuhr (er fuhr mich auch zum Geldautomaten, weil hier alles über Barzahlung geht, aber die Ecobank funktioniert wenigstens zufällig zum Geldabheben - das war schon in Togo und in Benin so und ist sehr lobenswert).

Die Straße vom Flughafen in die Innenstadt ist sehr ordentlich, zweispurig und ohne Schlaglöcher, das war ziemlich gut. Ich wohne hier direkt am Reichsplatz mit einer Statue in der Mitte und einem palastartigen Gebäude gegenüber, aber ich zahle hier ja auch nicht schlecht für ein Zimmer mit sehr ordentlichem Bad und nicht funktionierender Klimaanlage. Wenigstens habe ich einen Balkon und so langsam wird's kühler hier drin.

Jetzt ist es hier gleich 2 Uhr, ich gehe ins Bett und werde morgen dann mal gucken, wie ich mich nach Bissagos durchschlage. Ein Bierchen habe ich hier noch gekriegt, jetzt bin ich aber erstmal rechtschaffen müde ...

Gute Nacht - der nächste Eintrag vielleicht erst wieder am Sonntagabend, mal gucken, wie das auf
Porto

Douro

Kathedrale

Francesinha
der Insel mit dem WLAN aussieht (angeblich wohl eher schlecht ...).

Mittwoch, 28. März 2018

Früh aufstehen

... werde ich morgen mal wieder, denn - wenn die Busse in Wiesbaden morgen nicht streiken wie heute - um 4.29 Uhr geht mein Bus zum Hauptbahnhof, an dem ich in die S-Bahn einsteige, sodass ich um 5.16 Uhr am Frankfurter Flughafen und hoffentlich kurz vor sechs Uhr am Gate bin.

Um 6.40 Uhr geht mein Flieger nach Porto, dort komme ich um 8.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr deutscher Zeit) an. Ich bin immer noch unsicher, ob ich in die Stadt fahre oder nicht, weil ich nur fünfeinhalb Stunden Aufenthalt habe - ich denke, das werde ich spontan entscheiden, sobald ich mein Gepäck wieder habe (meinen Koffer muss ich ja am Flieger abgeben, fürchte ich ...) und weiß, ob mir die Metro vor der Nase weggefahren ist oder nicht ...

Um 13.55 Uhr geht es auf die zweite Etappe nach Lissabon; dort komme ich planmäßig genau eine Stunde später, also um 14.55 Uhr, an. Hier fahre ich wahrscheinlich nicht in die Stadt, weil ich nur knapp viereinhalb Stunden Aufenthalt habe und zudem noch ausreisen muss. Ich werde also mein Gepäck holen, wieder durch die Sicherheitskontrolle und mich in der Lounge niederlassen.

Um 19.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr deutscher Zeit) geht es auf die Schlussetappe nach Bissau - dort komme ich um 22.50 Uhr Ortszeit (0.50 Uhr deutscher Zeit, denn es gibt eine weitere Stunde Zeitumstellung) an. Wenn dann mit dem Visum alles klappt und ich eingereist bin, werde ich von einem Fahrer meines (teuren) Hotels in der Innenstadt abgeholt und dann geht es in die Heia.

An Karfreitag soll zwischen 11 und 13 Uhr meine Fähre auf die Bissagos-Inseln abfahren; diese braucht etwa 3,5 bis 4 Stunden, sagt mein Hotel auf Bubaque, sodass ich kurz vor Sonnenuntergang wahrscheinlich in meinem Hotel ankommen werde.

Dort bleibe ich zwei Nächte (und habe wahrscheinlich kein Internet, daher auch kein Blog ...), ehe es am Ostersonntag zurück nach Bissau geht. Ich denke, ich werde mir ein Hotel in Bissau, in der Hauptstadt, nehmen, denn mein Rückflug geht an Ostermontag erst um 4.25 Uhr. Die Maschine von Royal Air Maroc kommt von den Kapverden und fliegt nach Casablanca; dort kommt ich um 8.55 Uhr Ortszeit an. Nach einer guten Stunde Aufenthalt, die gerade zum Umsteigen reichen sollte, geht es um 10 Uhr weiter nach Lissabon. Dort komme ich am Ostermontag um 11.20 Uhr an.

Diesmal fahre ich in die Stadt, denn der Heimflug geht erst um 18.10 Uhr. Ich werde in die Stadt fahren und dann wahrscheinlich in meiner Stammkneipe, der Taberna da rua das flores in der Innenstadt, zu Mittag essen. Mal gucken, ob die Zeit dann noch langt, um runter an den Tejo zu flanieren - das entscheide ich dann spontan.

Am Ostermontag um 22.20 Uhr wird der kleine Osterausflug nach Westafrika dann am Frankfurter Flughafen enden, sodass ich gegen Mitternacht oder so im Bett bin. Passt ...

Ich habe eben noch drei kleine Tuben Sonnencreme gekauft, die ich ins Handgepäck nehmen kann, da werde ich mir hoffentlich die Rübe nicht mehr verbrennen lassen.

Aber gleich geht es letztmals im März 2018 ins Bett in Wiesbaden.

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Ich bin noch am Hin-und-her-Überlegen, wie ich es mit Mittelamerika mache, aber es kristallisiert sich so langsam heraus, dass ich wohl wirklich eine Nacht in dem Hotel auf Caye Caulker in Belize verbringen werde. Das heißt dann aber, dass ich morgens nicht ganz früh zurück nach Flores in Guatemala fahren kann, sondern erst am "normalen" oder gar späteren Vormittag oder so. Neuerdings überlege ich sogar, ob ich von Guatemala nach Flores und zurück fliege, damit ich mir die zehn bis zwölf Stunden Busfahrt pro Strecke erspare ... Das ist zwar ein bisschen teurer, aber wenn ich 24 Stunden nicht im Bus sitzen muss, ist mir das vielleicht sogar ein paar Euro wert ...

Zeitangabe der Ankunft in Bissau korrigiert.

Sonntag, 25. März 2018

Langer Reise kurzer Schluss

Es war toll!

Hände hoch, wen überrascht das jetzt? Ernsthaft, keiner? Naja, okay, dann wird es so gewesen sein.

Wir sind eben gut wieder in Wiesbaden angekommen, aber wahrscheinlich ergibt es Sinn, wenn ich noch an den Ankunftsabend in Brunei zurückgehe ...

Die Abholung durch den, wie wir glauben, Chef des Hotels war wunderbar, der Typ stand da, als wir aus der Pass- und Zollkontrolle kamen, und lief mit uns ein paar Meter zu seinem Autochen. Während des kurzen Spaziergangs fing es an zu tröpfeln, und als wir dann im Auto waren (Linksverkehr!) und in Richtung "Innenstadt" fuhren, fing es richtig an zu regnen. Das war der erste echte Regen auf unserer Reise, aber uns war's egal.

Das Zimmer war in Ordnung (bis auf den fehlenden abnehmbaren Duschkopf!), keineswegs eine Luxussuite, aber für eine Nacht tat's das völlig. Das Beste an dem Hotel war sowieso nicht das Zimmer, sondern der kostenfreie Shuttleservice nicht nur vom Flughafen zum Hotel und zurück, sondern auch zu und zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt - und davon machten wir am Freitag ausgiebig Gebrauch.

Nach einem kurzen Frühstück liefen wir in Richtung Waterfront, kamen aber erst am Kianggeh-Tagmarkt vorbei, dem wir einen kurzen Abstecher vergönnten. Auf dem Tagmarkt gibt es viel zu essen (vor allem Gemüse, aber auch die eine oder andere Garküche), aber auch anderes Zeugs, was man so im Alltag brauchen kann. Wir waren froh, ein bisschen im Schatten zu sein, und ich kaufte für 1 Brunei-Dollar (ungefähr 60 Cent) eine Portion Nasi Katok, das ist Reis mit Hühnerschenkel, scharfer Sauce und ein bisschen Gemüse. Für 60 Cent kann man da nicht meckern, auch wenn es keinen Michelin-Stern verdient hat, aber wen interessiert schon meine Meinung?

Wir spazierten weiter entlang eines kleinen Kanals und wurden von einem Bootsführer angequatscht, ob wir nicht eine Tour durch das Dorf Kampong Ayer gegenüber der Uferpromenade machten wollten. Dieses Dorf ist angeblich die größte Pfahlbautensiedlung der Welt, und grundsätzlich wollten wir die schon sehen. Erst einmal wollten wir aber Sonnencreme kaufen, weil unsere fürs Handgepäck zu groß war und wir daher keine hatten. Naja, der Typ laberte immer weiter, bot eine Tour für 20 Dollar an (was vernünftig klang), der Himmel war bedeckt - heute am Sonntag spüre ich den Sonnenbrand schon fast nicht mehr. Dussel, ich, ich weiß ...
Als wir dann auf dem Boot waren und durch dieses wirklich interessante (und riesige!) Dorf fuhren, kam er auf die schlaue Idee, eine Tour in den Mangrovenwald mit uns zu machen. Wir einigten uns auf 40 Dollar, was genug Geld ist, aber andererseits schon irgendwie passt, und er kaufte erstmal Sprit mitten in diesem Pfahl-Dörfchen ... Die Fahrt in den Mangrovenwald führte uns vorbei am Sultanspalast, sodass wir Paläste und andere Gebäude sahen, die man von Land aus nicht sieht - sehr schick.

Plötzlich steuerte unser Bootsmann mitten in den Wald rein (und blieb an einem Ast hängen, sodass sein Dach fast in Mitleidenschaft gezogen wurde), weil er meinte, dass in dem Wald Affen lebten und er einen gesehen zu haben glaubte. (Wer jetzt sagt, der Affe war doch schon im Boot, wird gehängt.) Wir konkurrierten mit einer johlenden Menge Chinesen auf einem großen Boot, sodass er diese überholte und noch ein bisschen weiter auf den Wasserwegen raus aus Bandar Seri Begawan rausfuhr.

Und da waren sie, mittelgroße Äffchen, die da von Ast zu Ast sprangen und uns große Freude bereiteten. Sehr, sehr cool (der Bootsmann spekulierte auf ein bisschen Trinkgeld, aber Trinkgeld war in den 40 Dollar schon enthalten, nix gibt's, Freundchen ...) - und damit hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet.

Nach einer guten Stunde ging es - nun schnelleren Tempos - wieder zurück, wie in jedem Urlaub verlor ich eine Mütze, weil sie mir der Fahrtwind vom Kopf riss, als ich sie einmal nicht festhielt, der Bootsmann sammelte sie wieder ein, aber die war so von dem schlammigen Wasser getränkt, dass ich seine Frage, ob ich sie ihm schenke, bejahte ... Statt Trinkgeld, oder so.

Er ließ uns um 12.15 Uhr an einem Anlegeplatz raus und wir liefen in die Stadt. Diese stellte sich uns als ausgestorben dar, denn am Freitag zwischen 12 Uhr und 14 Uhr ist in Brunei alles, aber wirklich alles zu - Geschäfte, Restaurants, Banken, alles - denn um 13 Uhr ist das wichtigste Mittagsgebet der Woche. Nun verbummelten wir - nachdem wir die deutsche (und die französische) Botschaft gefunden hatten und der französische Botschafter mit seinem Fahrer an uns vorbeigelatscht war - die Zeit bis 14 Uhr, in dem wir uns auf die Bänke setzten (und legten ...), ein bisschen im Internet surften und sonst unseren Gedanken nachhingen. So krass habe ich das mit dem Freitagsgebet wirklich noch nicht erlebt - sehr eindrücklich ...

Ab 14 Uhr machte alles wieder auf, ich kaufte mir eine neue Mütze, wir aßen eine Kleinigkeit zu Mittag und machten uns auf den Weg zum Hotel, denn um 15 Uhr sollte unser erstes Shuttle fahren. Wir waren die ersten Meter gelaufen, als ich zufällig einen Van von unserem Hotel sah und diesen geistesgegenwärtig (das kann ich alle Jubeljahre sein!) anhielt - so kamen wir in den Genuss einer weiteren kostenfreien Shuttlefahrt, und das ohne Reservierung.

Sonnenaufgang auf Boracay

Pfahlbautendorf in Brunei

Unterwegs in die Mangrovenwälder

Mangroven

So ein Affe!

Die dem Vater des aktuellen Sultans gewidmete Moschee

Die dem aktuellen Sultan von Brunei gewidmete Moschee

Moschee in Bahrain


Um 15 Uhr fuhr unser Shuttle zur nach dem aktuellen Sultan von Brunei benannten Moschee Jame'Asr Hassanal Bolkiah, das wir nach kurzer Fahrt im entspannten Verkehr von Bandar Seri Begawan (ich werde kurz "BSB" schreiben, wie jeder) erreichten. Von außen sieht die Moschee sehr beeindruckend raus, und normalerweise kann man da auch als Nicht-Muslim rein, außer donnerstags und freitags, was es am Freitag halt schwierig machte, das ganze Ding zu betreten.

Da uns das Shuttle erst zwei Stunden später wieder abholen sollte und wir zwar Fotos von außen machten, aber das ganze Gebäude doch etwas abgelegen war, versuchten wir einen Bus zu erwischen, der uns von hier weg- und möglichst in eineinhalb Stunden wieder hierherbrachte. Das gelang - heute war mein Glückstag - überraschenderweise im ersten Versuch, wir wir die Linie 01, die sogenannte Circle Line, kriegten. Wir fuhren für einen Dollar pro Person zum Busbahnhof (wieder an der Waterfront). Auf dem Weg dorthin sah ich eine Kneipe, die Produkte der Durian, dieser mehr oder weniger Stinkefrucht (über die Abenteuer mit derselben hatte ich in Malaysia 2015 schon ausführlich berichtet), verkaufte; prompt fielen wir in dieses hübsche kleine Café ein (Alkohol gibt es in Brunei ja nicht, daher ist der Begriff "Kneipe" wahrscheinlich fehl am Platz). Meine Ma aß ein Durian-Eis, ich trank einen Durian-Shake, und verdünnt schmeckt die Durian gar nicht soooo schlimm (auch wenn ich noch mehrere Stunden mit meiner Durian sprach ...).

Wir hatten die Zeit wieder einmal umgebracht, stiegen am Busbahnhof wieder in die Circle Line ein (Freunde, so chaotisch wie behauptet sind die Buslinien gar nicht, da gibt es sogar einen Plan am Busbahnhof!) , stiegen an der Moschee wieder aus, beobachteten noch ein Hochzeitspaar und wurden dann von unserem Shuttlebus abgeholt.

Nun ging es in Richtung der Mall mit dem wunderbar einfachen Namen "The Mall". Wir wollten nicht unbedingt viel einkaufen, aber in der Nähe dieser Mall ist der Nachtmarkt, und den wollten wir auf alle Fälle besuchen. Weil es noch Tag war, gingen wir doch kurz durch die Mall, in einem Kindermodengeschäft sahen wir Lätze mit deutschsprachiger (!!!) Aufschrift (in Brunei!!!), und gegen 18.30 Uhr war es uns dunkel genug, um uns auf den Nachtmarkt zu begeben.

Es ist kein Wunder, dass man in Singapur mit bruneiischem Geld und andersherum bezahlen kann, denn diese Nachtmärkte und Fresshallen sind vergleichbar wunderbar - das fängt bei der Auswahl an Speisen an und hört bei der Hygiene keineswegs auf. Wir liefen durch die überdachte Halle, guckten uns im ersten Durchgang alles mal an und steuerten dann im zweiten Rundgang einen Fischanbieter an. Meine Ma aß Sardinen, ich hatte nach Aussage meiner Mutter eine Makrele, beides war sehr lecker und sehr reichhaltig. Dazu tranken wir große Pötte von Milchshakes, mit denen wir auch beidhängig anstießen und damit das uns gegenübersitzende bruneiische Ehepaar ziemlich belustigten. Zum Nachtisch gab es Hühnchenspieße mit scharfer Barbacue-Soße, sodass wir vollauf satt waren.

Die Uhr zeigte auch schon 20.30 Uhr, sodass wir zurück zur Mall schlenderten, dort ziemlich abgeholt wurden und um 21.15 Uhr oder so am Flughafen waren. Da wir kein Gepäck hatten und nur zum Dokumentencheck mussten, stellten wir uns an der kurzen Schlange an, die Tante wollte einen Nachweis, dass wir aus den Philippinen wieder ausreisen, den ich nach einiger Suche auf meinem Handy (ohne WLAN zu dem Zeitpunkt) auch halbwegs erbringen konnte, und schon waren wir noch kaum 24 Stunden wieder aus Brunei ausgereist. Schön war's, gar nicht mal sooooo heiß, den Strand im Norden des Landes und die Moscheen (von innen) möchte ich schon noch einmal sehe, Brunei, du stehst nicht ganz oben auf der Hitliste, aber irgendwann werde ich dir noch einen Besuch standesgemäßer Länge (d.h. mehr als 24 Stunden) zuweisen.

Achso, unser Hotelchef fragte meine Ma, während ich Geld holte, woher wir kämen. Meine Mutter meinte "westlich von München", was geografisch korrekt ist, aber auch nicht wesentlich wahrer als "östlich von New York", und als sie weitererzählte, dass sie 350 km aus dem Schwarzwald nach Wiesbaden fährt, um ihren verkommenen Sohn (hat sie nicht so gesagt ...) zu besuchen, meinte der Typ völlig perplex, Brunei sei ja nicht mal 350 km lang ...

Der Flug nach Manila zurück war problemlos, diesmal traf der Pilot auch die Parkposition, damit der Finger andocken konnte (auf dem Hinflug war das noch in die Hose gegangen, was dann zum Einsatz eines Flugzeugschleppers führte ...), und wir waren ziemlich zügig wieder auf die Philippinen eingereist.

Wir holten unser Gepäck, verpassten aber natürlich den Hotelbus und wollten zum Hotel laufen. Wir kamen nicht so richtig weit, denn mit Gepäck über eine mehrspurige Straße ist irgendwie doof. Da stand ein Taxi in der Gegend, ein Schlepper sprach mich an, wo wir hinmüssten, ich sagte es ihm und auch, dass wir nur noch 100 Pesos hätten (1,50 Euro), das passte aber für den Taxifahrer, obwohl er 150 hatte haben wollen. Also packten wir unser Zeug ins Taxi, der Dispatcher bekam für seine Dienste nitschewo (= nichts, denn wenn ich sage, ich habe nicht mehr als 100 Pesos, dann ist das die Wahrheit!) und der Fahrer fand das Holiday Inn nur, weil ich ihm dank der Buchungsbestätigung sagen konnte, dass es früher Remington hieß.

Die Sicherheitskontrolle am Eingang (!) überstanden wir, der Check-in ging fix, wir fuhren mit dem Gepäcktrolley im Aufzug in unseren Stock und ins Zimmer (wir ließen ihn die paar Stunden im Zimmer stehen, weil wir ja morgens wieder runter mussten) und machten, dass wir ins Bett kamen, was angesichts des hochspannenden Tages nicht ganz so einfach wahr.

Der Wecker drei Stunden später (...) war außerordentlich grausam, und diesmal bewegte sich auch meine Ma weniger wie ein Rehkitz denn wie eine angeschossene Hirschkuh zur Dusche ins Bad. Auch hier fehlte der abnehmbare Duschkopf, nichtsdestrotrotz vollbrachte die Dusche es, zumindest die hartnäckigeren Lebensgeister zu reanimieren, und wir kamen pünktlich aus dem Zimmer. Das Frühstück war jetzt kein Megabrüller, aber auch nicht ungenießbar, sodass wir wohlbehalten auschecken und auf den 8-Uhr-Shuttlebus warten konnten, der uns zum Terminal 1 bringen sollte.

Alle anderen im Bus stiegen am Terminal 2 aus, sodass der Bus die paar Meter vom Zweiter zum Einser allein mit uns fuhr. Ein letzter Blick auf die Skyline von Manila (viel mehr haben wir von Manila nicht gesehen, was schade ist, aber Manila ist ja nicht ab der Welt ...) wurde erhascht, dann ging es durch die erste Sicherheitskontrolle in die lange Schlange, bei der ein halbes Dutzend (freundlicher) Aufseherinnen dafür sorgten, dass die Schlange ordentlich war (das ist da alles ein bissel eng und drei Flüge checkten nebeneinander ein, sodass das durchaus sinnvoll war, auch wenn ich anfangs mit dem Augen rollte).

Der Platzzuweiser am Check-in fragte uns, nachdem wir uns als Deutsche enttarnt hatten, ob Tschechien in Russland oder in Deutschland läge. Meine entgeisterte Antwort, dass Tschechien ein eigenständiges Land sei, ließ ihn - der Selbstironie durchaus fähig - von seinen fantastischen Geografiekenntnissen schwärmen. Von dem Scharmützel abgesehen ging der Check-in an sich dann fix, die Ausreise ebenso und die Sicherheitskontrolle wurde zu allem Überfluss auch noch überlebt.

Gulf Air betrachtete unseren Tagflug als Nachtflug, denn das Flugzeug wurde verdunkelt, sodass man fast genötigt war zu schlafen, und tatsächlich, man höre und stauen, habe ich zwischen kambodschanischem und indischem Luftraum gefühlt drei Stunden geschlafen. Entsprechend entspannt kamen wir um 17 Uhr Ortszeit in Bahrain ein, ein Geldautomat ward nicht gefunden, sodass wir für die Einreisegebühr Geld wechseln mussten, was wir bei einem sehr freundlichen Kassierer taten, der uns trotzdem (Location, Location, Location - vor der Passkontrolle) einen bösartigen Kurs abverlangte. Die Einreise ging, als ich dann die richtige Schlange gefunden hatte (Kollesch, dass es das visa on arrival möglicherweise unter dem "Visa on arrival"-Schild gibt, ist nun durchaus nicht unnaheliegend), sehr fix, den Zoll überstanden wir auch, und wir erwischten auch sofort unseren Bus A1 in die Innenstadt.

Für 300 Fils (0,3 Dinar), etwa 70 Cent, fuhren wir vom Flughafen zum Bab-el-Bahrain, was so quasi das Tor zum Manamaer Souk ist. Die Handgepäcktasche, die wir leider nicht in einer Gepäckaufbewahrung in Bahrain abgeben konnten, weil es eine solche dort nicht gibt, war schwer, meine Ma und ich waren nach dem Laufen in Brunei am Tag zuvor und dem ganzen Aktivurlaub ein bisschen fertig, meine Ma wollte die Gefahr bannen, im Souk irgendetwas zu kaufen, sodass wir uns entschieden, Souk Souk sein zu lassen und gleich in das angestrebte Pub im Crowne Plaza zu fahren, im dem wir bei Guinness und Cider den Abschluss unseres Urlaubs genießen wollten.

Nach einiger Wartezeit an der Bushaltestelle entschieden wir uns für ein Taxi, das uns dorthin fuhr, meine Mutter war eine ganze Zeit lang die einzige Frau im Pub, wir tranken lecker Guinness und lecker Somersby-Cider, aßen dazu Burger und wackelten mit den Ohren, als die Rechnung kam. Sagen wir so: Norweger würden sich ob der Bierpreise in Bahrain heimisch fühlen. Aber sei's drum, es war ein gelungener Abend, alles in Ordnung.

Wir nahmen mit den letzten Dinar, die wir hatten, ein weiteres Taxi zum Flughafen, denn es war jetzt doch schon 23 Uhr geworden. Dennoch waren wir schnell am Flughafen, warteten (ich wollte das so, damit ich "eine Nacht" in Bahrain hatte für meine Statistik) bis Mitternacht, um durch die Ausreisekontrolle zu gehen und waren trotzdem pünktlich am Gate. Wir kamen ein wenig verspätet weg, hatten leider doch jemanden, der uns unsere Business-Class-Sitzbelegung (A und C mit freiem Platz B) streitig machte, sodass es etwas enger war als erhofft, ich schlief nochmal ein bisschen oder döste zumindest, der Flieger ruckelte drei-, viermal ganz hübsch, was ich zum Entsetzen meiner Ma halbschlafenderweise völlig ignorierte, und dann kamen wir um 7 Uhr heute Morgen in Frankfurt an.

Joa, wir stiegen an den Vorfeldpositionen des Terminals 3 aus, wurden zum Terminal 2 kutschiert, reisten ein, das Gepäck kam akzeptabel schnell, zur Skyline, zur S-Bahn. Ich holte das Auto im Büro, und nun bin ich geduscht, meine Ma ist auch gerade fertig mit dem Duschen, nachdem sie umgepackt hat, und gleich gehen wir etwas zu Mittag essen, weil wir heute Morgen das Frühstück im Flieger abgelehnt hatten, nachdem wir gestern Abend irgendwie doch durch den Burger ziemlich satt wurden.

Erstes Kurzfazit: Boracay war fantastisch, ein traumhafter Strand, schönes Meer (leider mit ein bissel Verpackungen als Zugabe ...), eine riesige Hotelanlage, die aber dank der gut funktionierenden Shuttlebusse gut zu navigieren war, der Panoramablick auf den Golfplatz war wirklich etwas Schönes, von dem wir nicht erwartet hatten, dass wir das so schätzen würden, doch Boracay darf ruhig wieder besucht werden. Brunei war - welche eine Überraschung - zu kurz, da werde ich hoffentlich irgendwann nochmal zwei, drei Tage verbringen. Nach Manila muss ich auch nochmal, und Bahrain war dann ein kurzer, gemütlicher Abschluss. Passt scho.

So, und in vier Tagen geht es nach Guinea-Bissau. Wer hat "Spinner" gesagt da hinten? Ich hab's genug gehört, also wirklich!