Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 18. März 2022

"Hombres buenos und hijos de dios"

"Gute Menschen und [im Gegensatz dazu, d. Red.] Söhne Gottes" gebe es in der Dominikanischen Republik, sagte der Reiseführer heute, und Rafael Trujillo sei eher der Kategorie "Sohn Gottes" zuzuordnen gewesen ... Glauben wir es dem guten Raúl mal ...

Der Tag gestern war noch einmal völlig faul gewesen, bis auf den "Stress", dass wir den Reiseführer unseres Reisebüros endlich trafen und bei ihm meine heutige Santo-Domingo-Tour buchten (meine Ma wollte heute im Hotel bleiben). Spontan buchten wir noch eine weitere Tour für morgen, aber dazu wird heute noch nix verraten - Spannungsbogen und wiederkehrende Leser und so ...

Zum Volleyball verpasste ich auch gestern den Absprung, fand meine Mutter - der es bei 28 Grad und ein bissel Wind kühl wurde (!) - am Pool erst im x-ten Anlauf, weil sie sich sehr gut versteckt hatte, doch ansonsten war das auch wieder ein sehr gemütlicher Urlaubstag mit schön Baden im Meerchen und gutem Essen und Trinken.

Der Reiseführer hatte uns auf Mamajuana, den dominikanischen Schnaps, aufmerksam gemacht, und den wollten wir dann gestern Abend probieren. Die Bedienung war unsicher, ob ich Mamajuana oder Banana Mama meinte, also bestellten wir beides, klar doch! Mamajuana schmeckt wie Underberg, also furchtbar, soll aber ein potentes Potenzmittel sein, Banana Mama hingegen schmeckt sehr, sehr lecker und wird auch heute Abend verdrückt, nachdem ich endlich von der Santo-Domingo-Tour heimgekehrt war ...

Die Abholung heute Morgen erfolgte sehr pünktlich, und ich war am Anfang der einzige Deutschsprachige im Bus ... Wenige Minuten später hielten wir aber für etwa zwanzig Minuten, und in den dann ankommenden Satellitenbussen saßen noch einmal einige Deutsche. Die Aufenthaltszeit nutzte ich, um dominikanisches Geld zu holen, danach ging es etwas zweieinhalb Stunden in Richtung Santo Domingo.

Lustig fand ich, als der Busfahrer (der zügig, aber sehr gut fuhr) an der Ampel die Tür öffnete, um mit dem Fahrer des neben uns stehenden Busses ein Schwätzchen zu halten ...

Unser Reiseführer sprach vier Sprachen (Spanisch, Französisch, Deutsch, Englisch), und ich fand es interessant, die unterschiedlichen Nuancen, die er in den vier Sprachen (soweit ich das verstand) machte, nachzuvollziehen. Bei uns, also im Deutschen, rutschte ihm in der Beschreibung des Verhältnisses zu Haiti ein ziemlich rassistischer Satz heraus (Haiti sei typisch afrikanisch mit kaputter Regierung und kaputter Wirtschaft), den er in dieser Explizitheit in den anderen Sprachen nicht machte, wenn ich das richtig verstanden habe ... Ansonsten beschrieb er die Situation in der Dominikanischen Republik nüchtern und durchaus nicht unkritisch, das hat mir gefallen ...

Santo Domingo ist die älteste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent, auch weil die früher gegründete Stadt La Isabela zwischenzeitlich aufgegeben wurde. Raúl machte dafür den Diktator Trujillo (Sohn Gottes!) verantwortlich, weil der sich missverständlich ausgedrückt habe, dass man La Isabela "aufräumen" solle, was seine Soldaten als Anordnung der völligen Zerstörung interpretiert haben sollen. Die Wikipedia sagt das etwas anders, aber interessanter ist die Story von Raúl ...

Nachdem wir etliche Mautstationen auf der sehr guten Autobahn passiert (mitsamt elektronischer Transpondererkennung, wobei die Motorräder an den Mautstationen ohne Bezahlung vorbeifahren dürfen) und auch die eine oder andere Rinderfarm auf diesem in Küstennähe flachen, dahinter aber gebirgiger werdenden Teil der Insel Hispaniola gesehen hatten, kamen wir zum ersten Ziel, den tres ojos. Dieser Nationalpark aus drei Mineralseen war durchaus schick, auch wenn insgesamt 150 Stufen zwischen den Seen zu überwinden waren - danach war ich schon das erste Mal angeschwitzt ...

Es ging weiter zum Kolumbus-Leuchtturm, einem herausragend hässlichen brutalistischen Bau aus den frühen 1990er-Jahren anlässlich des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Das Innere, das eines von vier (!) Grabmälern Kolumbus' beherbergt, sieht dagegen hübscher aus und beherbergt auch Ausstellungen zu fast allen amerikanischen Ländern, die den Bau dieses Teils mitfinanziert haben. Außen pfui, innen durchaus fast schon hui ...

Insgesamt war der ganze Ausflug ziemlich eng getaktet, und die Gruppe war mit 48 Leuten auch verflixt groß, sodass das mehr so "Japaner in Europa"-Charakter hatte als "Stadterkundung in der Karibik". Das geht mal, aber auf Dauer ist mir das im Urlaub zu stressig, zumal ich mir Santo Domingo gerne noch ein bisschen näher angeschaut hätte als in genau abgesteckten 40-Minuten-Zeitfenstern.

Jedenfalls ging es nun zum Präsidentenpalast, an dem wir zunächst nicht aussteigen durften (wir standen voll im Halteverbot, das wäre dem Polizisten aber eigentlich wurscht gewesen, wenn nicht gerade der Präsident im Anmarsch gewesen wäre ...). Erst als der Präsident in seiner Residenz angekommen war (mit Riesenkonvoi!), durften wir - wir standen immer noch im Halteverbot - aussteigen und Fotos schießen.

Danach ging es zum (wiederhergerichteten) Wohnhaus von Kolumbus' Sohn, der Vizekönig hier in der Neuen Welt war. Das war eine ziemlich interessante Ausstellung mit großteils originalen Schaustücken, auch wenn das Gebäude wohl wiederaufgebaut wurde.

Anschließend ging es wenige Meter weiter zum Mittagessen. Ich setze mich da immer gerne an einen neuen Tisch, weil ich es lieber habe, wenn andere an "meinen" Tisch kommen als andersherum. Nur setzten sich alle Deutschen (und zwei Franzosen, die nicht anders konnten) mit an den Tisch, was aber keineswegs dazu führte, dass ein Gespräch zustandegekommen wäre. Vielmehr herrschte gefräßige Stille, nachdem wir uns am - leckeren - (Touristen-)Buffet bedient hatten ...

Plötzlich blies Raúl zum Aufbruch, was aber nicht alle mitbekamen und uns sogar mal kurz suchten, aber danach ging es zur Calle de Damas, der ältesten Straße Amerikas, mit einer alten Jesuitenkirche (die Societas Jesu hatte also wenig verwunderlich auch hier die Finger im Spiel gehabt ...), die heute der Pantheon der Dominikanischen Republik ist. Interessant ...

Die Calle de Damas hätte ich gerne noch ein bisschen erkundet, aber stattdessen ging es in Richtung "mercado", was aber nicht ein Markt war, sondern eher ein großer Laden, in dem man mit Mamajuana abgefüllt ein bisschen was einkaufen sollte. Ich nahm nach zehn Minuten Reißaus und guckten mich in anderen Läden nach preisgünstigeren Souvenirs um, wurde aber zunächst nicht fündig.

Ich erwischte meine Reisegruppe aber wieder, als es in die Kathedrale ging. Joa, die Kathedrale ist - wie die meisten Kathedralen - ziemlich schick, aber besonders angetan hat es mir die - sehr! - moderne Weihnachtskrippe mit gesichtslosen Figuren ... Um das wirklich schöne Portal anzuschauen, muss man aber wieder herausgehen auf die Plaza Mayor und einmal ums Eck ...

Überhaupt ist die Plaza Mayor (die hier "Parque Colón", also "Kolumbuspark" heißt) mit ihren alten Bäumen und dem prallen Leben sehr, sehr interessant. Dementsprechend setzte ich mich in der "Tiempo libre", also der Freizeit, nach dem Einkauf von Souvenirs in ein Café dort, trank meinen üblichen Anti-Dehydrierungs-Dreiklang aus Wasser, Cola und Bier und war um Punkt 16.14 Uhr (Abmarsch war 16.15 Uhr) wieder an der Kolumbusstatue.

Dort erwischte ich gerade so eben meine Reisegruppe wieder, denn die war schon abgetrabt, es ging hinunter zum Hafen und dann in den Bus ...

Drei Stunden Heimfahrt folgten, vorbei am im Süden nur angeblich ruhigeren Meer, das in Santo Domingo zudem gegen eine Felsküste brandete. Es wurde dunkel, als wir noch in einen Satellitenbus umsteigen musste, und ich war froh, dass ich die Fahrt überlebte - der Fahrer tat wirklich alles, um die langen Distanzen zwischen den Hotels möglichst (oder unmöglichst) schnell zu überbrücken und überholte wild ...

Jetzt waren wir schön zu Abend essen, das Abendprogramm kriege ich vor lauter Blogschreiben kaum mit, aber das passt schon, denn jetzt kommen Fotos (maximal durcheinander gewirbelt, naja, iPhone halt) ...

Das war heute ein schöner und hochinteressanter Tag, ich bin sehr gespannt auf morgen, freue mich dann aber auch noch einmal auf eineinhalb faule Strandtage ...

Wohnhaus von Kolumbus' Sohn

Pantheon der Dominikanischen Republik

Kathedrale: Krippe

Tres Ojos

Tres Ojos

Kolumbus-Leuchtturm

Anti-Dehydrations-Set

Weiteres der tres ojos

Kathedrale

Im Inneren des Leuchtturms (amerikanische Flaggen)

Sitzbank in dem Kolumbus sein Sohn sein Wohnhaus

Duarte, Gründer der Dominikanischen Republik

Parque Colón

Im Leuchtturm

Zona Colonial in Santo Domingo

Grabmal Kolumbus'

Schildkröten gestern bei uns im Hotel

... und Flamingos gibt es auch

Präsidentenpalast

Kolumbus-Sohns Wohnhaus mit modernen Schiffen im Hafen

Bei den tres ojos

Leuchtturm

Papamobil von Johannes Paul II. bei seinem Besuch hier

In der Altstadt von Santo Domingo 

Dienstag, 15. März 2022

"Yo sé tu menú"

... sagte die Kellnerin heute zu mir: "Ich kenne deine Getränkeauswahl." Hm, es scheint, als ob wir an der Strandbar regelmäßig Cola holen, freie kubanische Cola natürlich, in der allenfalls Spuren von (im Übrigen sehr leckerem) dominikanischem Rum enthalten sein könnten. Bei der nächsten Runde bekam sie ein Trinkgeld, zumal sie mich auch der Horde springbreakender Amerikaner vorzog, die an der Bar herumstanden und lieber Selfies machten als eine Schlange zu bilden ...

Spring Break sind die Frühjahrsferien der amerikanischen Universitäten, und regelmäßig fallen dann Horden von amerikanischen Studenten im Süden der USA und auf den Karibikinseln ein. Im Süden der USA sind tendenziell eher die, die schon 21 und älter sind und daher in den USA Alkohol trinken dürfen, in der Karibik wohl eher die, die noch keine 21 sind und dementsprechend hier richtig einen draufmachen. Unsere Horde Amerikaner sieht eher so unter 21 aus, hören am Strand ziemlich laut mehr oder weniger gute Musik, klauen auch schonmal unsere Liege, wenn wir Strandspaziergang machen, obwohl daneben etliche freie Liegen stehen, sind also alles in allem nicht so richtig angenehm, aber am anderen Ende auch harmlose Gesellen, die mit den Mengen an Alkohol, die sie hier konsumieren, erkennbar nicht so ganz richtig klarkommen ... Passt schon.

"No China - heute saubillig!" So lief der Antiquitätenhändler gestern Mittag über den Strand, und wie schon in Thailand bin ich obwohl mich immer dagegen wehre - nahe am Fremdschämen, denn es bewahrheitet sich immer mehr, dass jeder Strandverkäufer auf dieser Welt das für Deutsche magische Wort "saubillig" kennt ... Unglaublich ...

Insgesamt halten sich die fliegenden Händler hier aber sehr in Grenzen, sodass die einzigen Komplikationen unseres Tagesablaufs darin bestehen, von der Liege wieder hochzukommen und zu entscheiden, wann wir essen oder einen Cuba Libre holen gehen.

Als wir vorgestern Morgen an den Strand gingen (wir waren um kurz nach sechs wach und hatten also noch ein wenig Jetlag), liefen vor uns nach uns jede Menge Menschen, die die Liegen am Pool und am Strand besetzten. Das werden jetzt nicht nur Deutsche sein, aber definitiv auch, und es ist immer wieder ärgerlich, wenn man dann nach dem Frühstück an den Strand kommt und leere, aber besetzte Liegen en masse vorfindet.

Wir haben immer unser Plätzchen gefunden - den Fleck ganz rechts am Strand übersehen die meisten anscheinend, obwohl es von dort zur Strandbar am kürzesten ist, und da konnten wir in diesen drei Tagen immer noch zwei schöne Liegen abgreifen, die allenfalls mal von Amerikanern stibitzt werden. Gestern hat meine Ma auch ein kleines Tischchen organisiert, seitdem geht es uns noch besser.

Das Wasser ist wunderbar, nicht ganz Badewanne, aber sehr, sehr aushaltbar, ein bisschen wellig und dementsprechend mit ein bisschen Salatbeilage aus Büschen im Meer, aber bisher haben wir tatsächlich überhaupt keinen Müll am Strand oder im Wasser gesehen. Wenn die Sonne scheint, ist das allerbestes Karibikwasser, wenn es ein wenig bedeckter ist, ist das immer noch sehr schön ...

Heute haben wir auch einen kleinen Strandspaziergang gemacht, einige Fotos sieht man am Ende des heutigen Eintrages. (Hiergeblieben, geht nicht mehr lang ...) Vor einem anderen Hotel, dessen Strand die Brandung ziemlich zugesetzt hat, sind seeeeehr große Sandsäcke als Küstenschutz ins Meer gesetzt worden, und offenbar haben direkt nach Kriegsbeginn einige Ukrainer sich dort verewigt - Sachen gibt's ... (Einige Russen haben offenbar die schlimmsten Beleidigungen von Herrn Putin - wenn ich das richtig interpretiere - versucht auszulöschen, Stellvertreterkrieg nennt man das, glaube ich ...) 

Die Corona-Maßnahmen hier im Hotel sind schon ziemlich zurückgefahren, es gibt im Büffetbereich noch eine Maskenpflicht, die auch durchgesetzt wird, aber ansonsten, ob im Theaterbereich oder am Strand, trägt kaum jemand Maske, selbst an den Bars steht die Kundschaft ohne. Die Angestellten tragen allesamt Maske, wenn auch häufiger unter die Nase gezogen, aber da hier fast alles in offener Bauweise errichtet ist und entsprechend immer mal wieder eine Brise durchzieht, finde ich das auch völlig in Ordnung. (Apropos Brise: Am Strand war es gestern und heute recht windig, für uns war das sehr angenehm, außer spätnachmittags, da fing meine Mutter auch schonmal an, ein bisschen zu frösteln - und das bei 28 Grad!)

Morgen früh starten wir den zweiten Versuch, einen Reiseführer zu treffen, denn wir möchten schon gerne wissen, wann wir am Sonntag abgeholt werden und ob wir - da wir erst am Abend fliegen - noch ein bisschen im Hotel bleiben können. Zudem würde ich gerne übermorgen oder am Freitag noch einen Ausflug nach Santo Domingo machen, damit ich zumindest ein bisschen was vom Land sehe, denn so schön das Hotel und der Strand und das Meer ist, so klar ist mir durchaus, dass das nicht die richtige Dominikanische Republik ist ... Aber das besprechen wir morgen alles mit dem Reiseführer, das wird schon klappen ...

Meer und Strand

Strand im Panorama

Meer

Küstenschutz gegen Putin

Innenhof des Hotels

Panorama Meer

Meer, Sand, Palmen

Montag, 14. März 2022

Statler und Waldorf

... habe ich heute in Personalunion gespielt, also die beiden alten Säcke auf dem Balkon der Muppetshow, als ich die Beachvolleyballer bei ihren Verrenkungen beobachtete und eifrig kommentierte, was sie alles falsch machen. Selbst mitzuspielen habe ich mich natürlich nicht getr..., äh, ich war noch viel zu erschöpft, um selbst mitzuspielen, und außerdem hatte ich um halb zehn schon den Frühschoppen intus, da ging das nicht ... irgendwie ...

Es geschieht alle Jubeljahre, dass ich früher wach bin als meine Mutter, und obwohl - oder gerade weil - ich versuchte, leise zu sein (anders als die Kruschteltante, die sie ist ...), baute ich unfreiwillig den Lampenschirm ab, sodass meine Mutter dann doch aufwachte ...

Es folgte der Gang zum Strand und der erste Schwimm bei roter Flagge, was aber niemanden scherte. Herrrrrrrrrrrrlich!

Danach ging es zum Frühstück, wo ich erst dominikanische Köstlichkeiten versuchte, danach aber zu europäischem Frühstück umschwenkte und am Schluss noch gefühlt einen ganzen Obstkorb verdrückte ...

Das - wie immer unglaublich eklige - Einschmieren mit Sonnencreme folgte (alles klebt, aber Sonnenbrand ist noch doofer), danach ging es auf die Liege am Strand, natürlich im Schatten ... Der eine oder andere Schwimm folgte, dann gab es - man muss ja die Mahlzeiten einhalten - lecker Mittagessen mit Dorade und einem ganz vorzüglichen anderen Fisch.

Ein letzter Schwimm folgte, dann ging es hoch auf den Balkon und schließlich zum Duschen. Ein Wodka Lemon bzw. Cuba Libre wurde als Aperitif genommen, danach gab es lecker Abendessen (mit Steak und Lachs), ehe eine Piña Colada den Abend abrundete.

Ein wunderbarer, ganz entspannter erster Urlaubstag geht zu Ende, das Hotel gefällt uns sehr gut, das Essen ist lecker, das Trinken sowieso, es sind ein bisschen lange Wege (zum Beispiel, wenn, wie heute, die Zimmerkarte plötzlich nicht mehr funktioniert), aber das ist auch zu ertragen, und das Zimmer ist auch schick. Alles gut bei uns, mal sehen, wie wir die nächsten Tage gestalten, ob wir mal nach Santo Domingo fahren, ob wir mal Paragliding über den Strand machen, wir werden sehen ...

Blick aufs Meer heute Morgen

Blick von der Strandliege nach oben

Hotelanlage

Sonntag, 13. März 2022

Ein bisschen Chaostoleranz

... kann nicht schaden, wenn man mit Eurowings Discover in die Dominikanische Republik fliegt, aber da wir das ja haben (besonders ich, hust), ist alles wunderbar ...

Die Anfahrt nach Wiesbaden gestern Abend ging problemlos, der Check-in machte pünktlich um 17 Uhr auf (die Dame wäre bereit gewesen, sogar noch ein bisschen früher aufzumachen, aber das System ließ das erst ab 17 Uhr zu), wir checkten ein, bekamen Fensterplätze und wollten dann nach Wiesbaden fahren.

Ich wusste nicht, dass vor zwei Wochen in Rüsselsheim ein Zug entgleist war, der jetzt die ganze Strecke lahmlegt, zumal am Gleis eifrig S-Bahnen nach Wiesbaden angezeigt waren. Die Information war auch eher anti-hilfreich, sodass wir zum Schienenersatzverkehr wollten, aber dessen Bussteig nicht fanden. Irgendwie war die Informationspolitik am Frankfurter Flughafen unterirdisch, aber - oh Wunder - wir fanden den Bus (bzw. der Bus fand uns), wir stiegen ein, fuhren bis Mainz und von da mit der Bahn nach Wiesbaden, checkten schnell im Hotel ein und kamen dann mit 20 Minuten Verspätung ins Sherry gestürzt.

Naja, was soll ich sagen? Das Sherry war wie immer gerammelt voll, das Essen wie immer fantastisch (auch wenn ich das Aioli heute Morgen noch lange schmeckte in meiner Maske), die Guinness wurden - öhm - viel zu schnell verzehrt, also auch wie immer, und am besten breiten wir den Mantel des Schweigens über den Abend, so schön er auch war ...

Wir ließen im Hotel die ganze Nacht das Fenster offen, was für mich gut war, aber meine Mutter in einen Eisblock verwandelte, aber der taute rechtzeitig zum Check-out auf. Mit der S-Bahn ging es nach Mainz und von dort wieder mit dem SEV (jetzt wussten wir ja, wo der abfährt) nach Frankfurt.

Unser Flug wurde mit eineinhalb Stunden Verspätung angezeigt (Saftladen), sodass ich gerne mit der Skyline zum Zweier gefahren, dort ausgereist, im Non-Schengen-Wagen zurück zum Einser gefahren und dort durch die Transfersicherheitskontrolle gegangen wäre. Wäre, wäre, Fahrradkette - ja, ich weiß, den bringe ich öfter, aber da die Skyline nicht fuhr, war alle Planung umsonst ...

Also gingen wir an 1B durch die Sicherheitskontrolle und die Ausreise und setzten uns schon einmal in den Gatebereich.

Als die Zeit zum verspäteten Boarding kam, ging noch nicht viel, die Helden kündigten aber schonmal an, dass aufgrund eines Fluggerätwechsels auch andere Sitzplätze verteilt würden. Nun, wir boardeten unter den Letzten, unsere schönen Fensterplätze waren passé und wurden zum Plätzen in der Mitte (na super!) und dann ging es mit dem Bus in die hinterletzte Ecke des Flughafens.

Der Flieger war nicht voll, und als das Boarding completed war, sah ich, dass noch zwei Fensterplätze frei waren. Ich fragte die Flugbegleiterin, ob wir uns umsetzen könnten (man weiß ja wegen Gewichtsverteilung nie, und mein Gewicht spielt sicher eine Rolle ...), sie bejahte das und ich war gerade im Umziehen begriffen, als sich ein anderes Pärchen auch auf den Platz setzen wollte.

Ich guckte wohl ausreichend grimmig, dass die beiden kampflos aufgaben, meine Ma kam hinter mir her, und jetzt hatten wir doch unseren Fensterplatz ... Wieso sie uns den nicht gleich zuteilen konnten, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, aber es wird nicht das einzige sein ...

Der Flug wurde mit Filmen und Musikhören verbracht, ich musste nicht einmal meine Downloads angreifen, nach acht Stunden fing mein Kreuz ein bisschen an zu schmerzen, kein Wunder, wenn man kein einziges Mal aufsteht, aber ich wollte halt meine Ma nicht hochjagen. Ein Tomatensaft wurde gegen Ende verzehrt (insgesamt liefert Eurowings ausreichend Getränke und sehr ausreichend Essen ...), dann ging es schon in den Landeanflug auf eine sehr grüne Insel.

Nach der sehr weichen Landung kamen wir zum Stehen und stiegen über eine sehr (sehr! SEHR!) wacklige Fußgängerbrücke aus (jeder deutsche TÜV-Mensch wäre weinend zurück ins Flugzeug und wäre sofort zurückgeflogen). Der (eiskalte) Bus fuhr zur Einreise, dort ging das alles in allem recht schnell, und ich war in mein 144. Land eingereist. Juchhe!!!!!!! Das ist das erste neue Land seit Ende Dezember 2019 in Saudi-Arabien, so lange musste ich schon lange nicht mehr auf ein neues Land warten ...

Das Gepäck war schon da, bei den Transfers herrschte ein einziges Chaos, weil die Schlangen nicht passten, die unsere Buchung nicht fanden, unser Bus nicht da war, aber schließlich fuhren wir mit zwei deutschen Paaren drei Hotels hier in der Nähe ab, wir wurden am zweiten Hotel aus dem Bus geschmissen, konnten einchecken, liefen dann mit dem Sicherheitsmenschen zu unserem Hotel, der wuchtete - trotz Existenz eines Aufzugs! - den Koffer zwei Etagen hoch und ich hinterher, bis es mir zu bunt wurde und wir zum Aufzug liefen.

Wir machten uns kurz frisch, aßen noch eine Kleinigkeit (vor allem Obst, das ist hier wieder himmlisch) am Abendessenbüffet, tranken dazu Bier und zum Absacker im Theater noch einen Cuba Libre, jetzt ist es hier auch schon bald Mitternacht und also 5 Uhr in Deutschland, jetzt geht es nach einem 29 Stunden langen Tag ins wohlverdiente Bett.

Ich denke, uns wird es hier gefallen, morgen gucken wir uns mal den Strand an, den wir heute wegen diverser Verspätungen verpasst haben ...

Toller Blick auf Frankfurt beim Start

Tomatensaft im Anflug auf Punta Cana

Donnerstag, 10. März 2022

Nicht überrascht

 ... sollte der Leser sein, denn die Aktion von heute Abend habe ich gestern Abend ja quasi schon angekündigt, als ich schrieb, dass ich nicht überrascht wäre, wenn es dieses Jahr noch an einem Wochenende nach Guernsey ginge ...

Nun, besagtes Wochenende ist, wie sich herausstellt, das Wochenende vom 29. April bis 1. Mai, denn am 29. Mai fliege ich spät abends von Hamburg (Ruhe dahinten!) nach London-Gatwick, wo ich in gewohnter Weise ein Hotel in Flughafennähe gebucht habe, wobei ich wahrscheinlich eine Station mit dem Zug fahre und dann laufe, weil es ganz zu Fuß doch ein bisschen arg weit wäre ...

Am 30. April dann fliege ich zu nicht ganz so nachschlafender Zeit (aber immer noch recht früh, nämlich um 8.35 Uhr) von Gatwick nach Guernsey, wo ich um 9.50 Uhr ankommen werde.

Am 1. Mai geht es dann um 14.40 Uhr zurück nach Gatwick, wo ich um 15.40 Uhr planmäßig ankomme. Drei Stunden müssten (hoffentlich!) zum Umsteigen in die Maschine nach Hamburg reichen, die um 18.40 Uhr abfliegt und um 21.20 Uhr in Hamburg ist. Dann komme ich noch irgendwie nach Hannover zum Hauptbahnhof und muss wahrscheinlich von dort mit dem Taxi nach Hause fahren, aber auch das werde ich schaffen.

In Guernsey werde ich nach aktuellem Stand Bus fahren, denn die haben ein sehr umfassendes Bussystem inklusiver zweier Ringlinien, und ich glaube, eine von den beiden Ringlinien werde ich vom Flughafen weg benutzen, um einmal um die Insel herumzufahren ... Ob ich es schaffe, auf eine der anderen Inseln hinüberzufahren, muss ich sehen und spontan entscheiden, denn vielleicht steige ich ja auch unterwegs aus, wenn mir was gefällt ...

Wohnen werde ich in St Martin, nicht weit von St Peter Port, der Hauptstadt, entfernt, und zwar in einem Pub, damit der Weg vom Biertisch ins Bett nicht so weit ist. (Nein, ich wohne nicht im Gastraum des Pubs, sondern in einem Zimmer wahrscheinlich über dem Gastraum, aber ich weiß ja, dass der treue Leser mir fast alles zutraut.)

Damit werde ich nach Jersey Ende 2013 und der Isle of Man vor wenigen Wochen also auch die dritte Kronbesitzung der britischen Krone besuchen, das wird cooooooooool ...

Und es ist auch cool, dass man spätabends auf der Zugfahrt so ein kleines Reiselchen buchen kann und binnen zwanzig Minuten Flüge und Hotels organisiert hat. Noch vor 30 Jahren wären das mehrere Tagesaktionen im Reisebüro gewesen, dieses Internet ist schon was Schönes ... 

(Aber irgendwann muss ich mal Jeans kaufen - versprochen! -, sonst werden mir die Hammelbeine langgezogen ... Bracas, sagt ich da nur, und ceterum censeo und so ...)

Mittwoch, 9. März 2022

1.500 Kilometer

 ..., nein, ich fange nicht wieder mit meinen Wanderrekorden an, sondern mit meinen Zugfahrrekorden: Innerhalb der 48 Stunden seit heute Nachmittag werde ich ungefähr 1.500 Zugkilometer abreißen, denn im Moment sitze ich im Zug von Freiburg nach Hannover. Morgen früh muss ich für einen Präsenztermin in Hannover sein, und ich hatte mich am Montag dafür entschieden, dass ich mit in den Schwarzwald fahre, da muss ich jetzt halb in den gar nicht so sauren Apfel beißen und (erst) heute Abend wieder nach Hannover fahren.

Morgen Abend geht es aber gleich wieder die gleiche Strecke zurück und - wie heute - auf der Strecke Freiburg-Neustadt bis in den Schwarzwald, wo meine Mutter mich dann morgen Nacht mangels Busverbindung abholt.

Am Freitag geht es dann wieder auf die gleiche Strecke, diesmal aber nur bis Frankfurt zum Flughafen, denn um 17 Uhr können wir für unseren Flug am Samstag einchecken. Danach geht es direkt nach Wiesbaden ins Motel One und dann ins Sherry & Port, und am Samstag Morgen geht es von Wiesbaden mit der S-Bahn nach Frankfurt.

--

Als wir am Sonntag Abend in das Só Tapas kamen (die stehen seit soeben auch in meiner Restaurant-Empfehlungsliste), wurden erstmal zwei Gäste, die an einem Vierertisch saßen, an einen Zweiertisch verjagt, damit Platz für uns war. Wir scheinen denen als Gäste also offenbar gefallen zu haben, denn die Tür war jedes Mal, wenn wir kamen, abgeschlossen (und ein "geschlossen"-Schild drangehängt), und es wurde nur für ausgesuchte Gäste geöffnet - also muss man lieb sein oder zumindest lieb aussehen ...

Wieder wurde uns die wunderbare Vorspeisenplatte aus Oliven, Brot und Thunfischpaste gebracht, und die Tochter des Hauses war ein bisschen enttäuscht, als wir nur Pimientos bestellten. Wir hatten aber einen Platz, und der lautete, nicht den Tisch zum Durchbiegen zu bringen - am ersten Abend hatten wir auf einmal so viel bestellt, dass kaum Platz auf dem Tisch war ...

Zum zweiten Mal in den drei Tagen tranken Christian und ich die Stouts leer (die schmecken uns beiden sehr gut, werden aber wohl nicht so oft nachgefragt; das war uns schon in dem teuren Fischlokal passiert), also mussten wir ab dem dritten Bier mit dem normalen Super Bock vorliebnehmen, das die Damen die ganze Zeit tranken.

Danach wurde aber eifrig weiterbestellt, die Chorizo war toll, die Tintenfischtuben sowieso, und eigentlich waren wir schon davor satt gewesen, sodass am Ende wieder ein Beirão der Verdauung dienen musste.

Anschließend verließen wir - wir waren jetzt die Letzten - das Lokal und tranken im Wohnzimmer im Hotel noch, öhm, eineinhalb Fläschlein Portwein leer - der schmeckte uns dort nämlich.

Am nächsten Morgen wurde um 7.30 Uhr gefrühstückt und dann ein (diesmal deutlich teureres) Uber zum Flughafen bestellt, diesmal überprüfte keiner beim Check-in irgendwelche Impfausweise ... Das Boarding war völlig bekloppt, weil die Leutchen noch eine ganze Weile im (engen und kleinen) Warteraum herumstehen mussten, nur damit Ryanair fünf Minuten kürzere Standzeit hat, aber schließlich kamen wir nach kurzweiligem Flug pünktlich in Hahn an.

Nach dem kleinen Spaziergang zum Auto ging es auf der Landstraße (auch schöne Landschaft!) nach Kaiserslautern und von dort - mit kleiner Schrecksekunde wegen vermeintlich fehlenden Autoschlüssels - zurück nach Bonndorf. Spontan ging es in den Schnitzer, und, naja, Mantel des Schweigens und so ...

--

Gestern Abend habe ich noch Hotels in Irland gebucht und dabei das bisschen an Reiseplanung, was schon da war, wieder ein bisschen über den Haufen geworfen. Jedenfalls habe ich das Hotel in Bushmills in der Nähe des Giant's Causeways storniert und stattdessen ein Hotel in der Nähe von Belfast gebucht, denn am 7. April soll es zum Gobbins Cliff Path gehen, einem Wanderpfad entlang der Klippen der Irischen See. Am Anreisetag, dem 6. April, fahren wir aber trotzdem zum Giant's Causeway, aber anstatt zehn Minuten Fahrt zurück ins Hotel haben wir dann eben eine Stunde, das wird zu schaffen sein.

Das Hotel ist in einem Pub, und ich habe die Hoffnung, dass das gleich mal ein schöner Abend werden wird ...

Am 7. April ist dann der Plan, nach dem Klippenweg einmal quer durch Nordirland und in die Republik zu fahren. Ich habe südwestlich von Sligo ein kleines B&B direkt am Meer gebucht, und in der Nähe ist ein - wenn man den Bildern glauben darf - wildes Pub, in das sich wahrscheinlich kaum ein Ausländer verliert - genau das Richtige für meine Damen, um mal das richtige Irland kennenzulernen ...

Am 8. April geht es dann - sicherlich mit kurzem Zwischenstopp in Galway - an die Cliffs of Moher, und ganz in der Nähe wohnen wir dort in einem - nach den Bildern - hübschen B&B.

Am 9. April schließlich soll es dann relativ zügig zurück nach Dublin gehen - ich habe ein Hotel direkt an der Buslinie zwischen Flughafen und Innenstadt gebucht, wobei die gute Verkehrsanbindung eher Zufall war. Vielmehr war das das einzige halbwegs bezahlbare Hotel, das unseren Zimmervorstellungen entsprach, es ist unglaublich, was in Dublin (und auch in Galway) für Hotelpreise aufgerufen werden.

Am 10. April geht es dann - relativ spät - zurück nach Zürich, sodass wir zwei gute halbe Tage in Dublin haben werden.

Ich werde wahrscheinlich das Auto schon am 9. April abgeben, denn unser Hotel in Dublin hat keinen Parkplatz und es bringt wenig, in Dublin mit dem Auto zu fahren - da wird es klüger sein, den Wagen los zu sein und den Rest der Strecke mit dem Bus zu fahren.

Das Mietauto muss ich aber tatsächlich noch buchen, aber das wird eine Frage von Tagen sein ...

--

Auf der Reisenleiste oben ist jetzt für den 29.-31.10. "Rom, Vatikan" verzeichnet, und wieder einmal könnte mit Jessi und Christian in Europa in der Weltgeschichte herumgereist werden. Wir waren noch nicht zusammen in Italien (Portugal war unser 30. gemeinsames Land), und die beiden waren noch nicht oder nicht richtig in Rom, sodass man an dem - für mich in Niedersachsen wegen Reformationstag - verlängerten Wochenende sowas machen könnte. Ansonsten habe ich ja im vierten Quartal nicht so richtig Muße zum Urlaubmachen, aber für ein Wochenende und einen Feiertag wird es vielleicht reichen.

Ansonsten wäre ich nicht überrascht, wenn es dieses Jahr an einem Wochenende noch nach Guernsey ginge (dann hätte ich, glaube ich, alle in Europa gelegenen ISO-Gebiete besucht). Wenn die Tadschiken oder Mongolen diesen Sommer die PCR-Testpflicht aufheben, könnte es in einer der fünf Wochen Urlaub, die ich noch nicht verplant habe (*Hände-reib-Geräusch ...*), nach Zentral- bzw. Ostasien gehen (wobei ich wahrscheinlich in Istanbul umsteigen würde). Malawi wäre auch eine Option, wohingegen Ecuador für den 76. Geburtstag meiner Ma im März 2023 fast schon gebongt ist. Israel ist dringend mal wieder dran, und die Komoren reizen mich auch aus irgendeinem Grund. 

Jetzt freue ich mich aber erst einmal so sehr auf Urlaub in der Dominikanischen Republik, ich hoffe, das wird richtig, richtig erholsam, und dann gucken wir mal weiter.

Sonntag, 6. März 2022

Gemütlich am Meer und am Douro

 ... entlanggewandert sind wir heute, ganz entspannt, und gleich geht es zum (kleinen) Abendessen, womöglich wieder in die Tapas-Bar von gestern Abend, die es uns allen sehr angetan hat ...

Wir frühstückten heute ganz gemütlich und ließen uns dann mit dem Uber zum Castelo de Queijo am Atlantik fahren. Unser Uber-Fahrer war einer von der gesprächigeren, aber sehr angenehmen Sorte, sodass wir auch ein paar Fragen zu Portugal und Porto loswerden konnten ...

Am Kastel stiegen wir aus und liefen auf der Strandpromenade - auch hier viel Holzplanken und wildromantische Blicke auf Strände und Meer - in Richtung der Douro-Mündung in den Atlantik. Unterwegs tranken wir ein Bierchen auf der Promenade, danach waren wir ausreichend gestärkt, um den Douro zu erreichen.

Es ging douroaufwärts zu einem kleinen Wochenmarkt, und in der Nähe war ein größeres Toilettenhäuschen - das erzähle ich, weil ich eine so schöne öffentliche Toilette noch nicht gesehen habe, das erinnerte mich an die Bäderarchitektur in Ungarn, und das alles für 20 Cent "Eintritt" ...

Wir wären gerade pünktlich gewesen, um mit der Straßenbahn am Douro entlangzufahren zurück in die Innenstadt, aber der Andrang war uns zu groß, und außerdem war das Uber billiger, sodass wir uns eines riefen. Auch dieser Fahrer war recht gesprächig, fuhr die gleiche Strecke wie die Straßenbahn und brachte uns zum gewünschten Ziel, nämlich zum Zugang zur Ponte Luís I in der Innenstadt.

Wir überquerten die Brücke, die traumhafte Ausblicke auf den Douro und die Altstadt von Porto liefert, mussten aber ab und zu zur Seite gehen, damit die Straßenbahn dort durchfahren konnte ... Für teuer Geld fuhren wir anschließend mit dem Teleférico, also einer Gondelbahn, hinunter ans Douro-Ufer in Gaia und suchten dort einen Foodcourt mit allerlei portugiesischen (und sonst europäischen) Leckereien auf. Es wurden Pasta und Bacalhau, Tintenfischtentakel und Shrimps, am Ende noch ein Nackenstück vom Schwarzen Schwein verspeist und dazu - wie so häufig in diesen Tagen - Super Bock hell und als Stout verzehrt. Dieses Ding war grandios, da komme ich wieder hin ...

Es zog allerdings ein bisschen, sodass wir raus in die Sonne wollten (obwohl ich heute durchaus schon Farbe gekriegt hatte ...). Sonne fanden wir auf der Terrasse von Sandeman, und ein weißer Tawny wurde gemeinsam geleert. Herrlich, dort unten zu sitzen mit Blick auf den Fluss und die Kathedrale und die Stadt!

Das nächste Uber wurde gerufen und brachte uns - mit einem diesmal etwas weniger gesprächigen Fahrer - zurück ins Hotel, wo wir nun zwei Stunden flachgelegen haben.

Morgen geht es - leider - schon wieder zurück nach Deutschland - es hat uns hier allen richtig, richtig gut gefallen, meine Ma ist froh, dass ich sie überredet habe, uns hierher nach Porto zu begleiten, alles wunderbar hier ...

Fotos gibt es natürlich auch von diesem wunderbaren Tag:

Blick von der Brücke auf die Stadt

Nicht genutzte Straßenbahn

Funikular vom Douro hoch in die Stadt

Blick von der Brücke auf die Straßenbrücke

Blick aus Gaia auf die Brücke

Blick auf den Teleférico

"It's nothing for me"

Nun, sagen wir so, der Ober in der Gaststätte in Alvarenga bestärkte uns nicht unbedingt in unserer Entschlossenheit, die 516 Meter lange Hängebrücke in Arouca zu überqueren. Das Essen - am Wochenende gab es Kalbfleisch mit Kartoffeln, das uns allesamt ansprach - war ganz hervorragend, das Fleisch zart, aber zum Glück hatte uns der Ober nur zwei Portionen - ich hätte eiskalt vier bestellt - verordnet, denn selbst die zwei Portionen bekamen wir nicht aufgegessen. Es war sehr lecker, das Bier war wunderbar gekühlt (ich selbst trank als Fahrer natürlich Cola), der Beirão wurde auch als Nachtisch verzehrt, das war eine richtig schöne Kneipe, in der wir als einzige Ausländer wunderbar aufgenommen wurden.

--

Das Aufstehen heute Morgen ging einigermaßen gut, obwohl wir für 8 Uhr das Frühstück bestellt hatten. Das Frühstück fand ich sehr, sehr lecker - mit Marmelade und Joghurt und leckeren Brötchen und Orangensaft, das konnte wirklich was ... Gegen 8.45 Uhr ließen wir uns ein Uber kommen und zum Flughafen fahren.

Am Flughafen fanden wir die Autovermietung nicht, sodass wir ein paar hundert Meter in deren Richtung liefen. Die Anmietung war problemlos, und schon waren wir auf der Piste. Wir hatten noch sehr viel Zeit, also programmierte ich den Routenplaner auf eine Brücke am Douro, und dorthin fuhren wir - teilweise über Kopfsteinpflaster in kleinen Dörfchen. Das war eine wunderbare Fahrt, wir schauten auf den Duoro-Stausee - sehr schön ...

Eine kurze Station machten wir auf der Staumauer, ehe wir nach Alvaranga fuhren, wo wir parken wollten und auch eine Kleinigkeit essen wollen.

Ich setzte die Damen an einem Fleischhaus aus (eigentlich wollte ich in ein anderes, aber das, in dem wir waren, war besser!), weil sie auf die Toilette mussten, während Christian und ich das Auto auf den Parkplatz stellten.

Nach dem wunderbaren Essen machten wir einen zwanzigminütigen Spaziergang zur Brücke. Am Morgen hatte meine Mutter mich noch gefragt, wieviel 516 Meter in "Bonndorf-Metern" seien. Meine Auskunft - von der Alten Sparkasse bis zum Schwarzwaldhotel - war gar nicht so furchtbar, und als wir dann an der Brücke standen, war das schon ganz schön weit.

Die Hängebrücke ... naja, die hängt halt ziemlich durch, wir waren die einzigen nichtportugiesischsprachigen Gäste, sodass wir vom Guide eine Sonderbehandlung erfuhren. Das hatte den Vorteil, dass die Portugiesen alle schon auf der Brücke waren und wir die Brücke gefühlt für uns allein hatten.

Joa, es ist ein atemberaubendes Gefühl, auf dieser Brücke - knapp 200 Meter über dem Flüsschen Paiva - entlangzuwandern, das Ding bewegt sich, der Boden besteht aus Metallgittern, sodass man direkt in den Abgrund sah ... Toll!

Als wir auf der anderen Seite ankamen - der Guide war langsam hinter uns hergelaufen -, verabschiedeten wir uns, denn wir wollten über den Wanderweg in die Paivaschlucht hinabsteigen. Das machten wir über einen wunderbaren Wanderweg auf Holzbohlen und mit sehr vielen Treppen, das war eine richtig schöne Wanderung mit tollen Blicken auf die Schlucht.

Allerdings hatte ich - wie so oft - die Strecke unterschätzt, und nach einigen Kilometern fingen Teile der Wandergruppe an, mit Streik zu drohen. Mit Müh und Not kamen wir am ersten denkbaren Ausstiegspunkt an, die Existenz einer Straße wurde von meinen Mitwanderern in Zweifel gezogen, aber an der Bar dort oben standen zwei Nummern für Taxidienste angeschrieben.

Dort wurden - überlebensnotwendige! - Getränke konsumiert, während wir auf das Taxi warteten, und selbiges fuhr uns dann - auf verschlungenen Wegen - zurück zu unserem Auto.

Mit dem Autochen ging es dann über - wieder verschlungene Wege und nur ganz am Schluss Autobahn - zurück zum Flughafen in Porto, wo wir das Auto wieder abgeben konnten, nachdem wir kurz vor dem Flughafen noch einmal - teuer - getankt hatten ...

Mit dem Uber ging es zurück zum Hotel, und nach einer kurzen Erfrischung ging es in eine Tapasbar, in der wir ganz fantastisch gut aßen: Oktopus, Tintenfisch, eine leckere Schinkenplatte, Alheira (eine typisch portugiesische Wurst), Blutwurst, dazu gab es Pils für die Damen und Stout für die Männer und zum Schluss dann wieder Beirão.

Schließlich wackelten wir entspannt nach Hause, sitzen jetzt - bei Jazzmusik - im "Wohnzimmer" unten im Hotel und gehen gleich ins Bett.

Ein wunderbarer, nicht unanstrengender, aber auch sehr ereignisreicher Tag geht zu Ende - das war echt schick heute ...

Lecker Kalbfleisch in Alvarenga

Blick auf die Paivaschlucht

Blick auf Brücke und Wasserfall

Frühstück heute Morgen

Die Brücke und der Fluss

Und nochmal in der Totalen

Freitag, 4. März 2022

"Give me a plate. I'll eat potatoes."

Der arme Christian hielt sich heute Abend sehr tapfer, während wir drei anderen eifrig Fisch und Meeresfrüchte in uns hineinschaufelten ... Christian mag keinen Fisch und aß daher Butterbrot und Gemüse - aber wenn er schon einmal den kleinen Finger hinhält und uns signalisiert, dass wir mal ein Fischrestaurant aufsuchen dürfen, dann muss man die Chance ergreifen ...

--

Als ich heute Morgen gegen 7 Uhr aufwachte, hörte ich aus dem Wohnzimmer schon vergnügte Stimmen. Vergnügte Stimmen von Jessi, Christian und meiner Mutter ... Dabei war es gestern Abend durchaus spät geworden, auch deswegen, weil ich erst gegen 21.45 Uhr angekommen war, es gab lecker Hawaii-Toast (und zwar wirklich lecker) und wacholderhaltige Getränke ...

Um 8 Uhr ging es dann in Richtung Flughafen Hahn, und die Fahrt durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald war richtig, richtig schön ...

Am Flughafen parkten wir auf einem alten Militärparkplatz mit entsprechend furchtbarem Asphalt, liefen ein paar Minuten und kamen schließlich im Terminal an. Wir hatten zwar online eingecheckt, aber Ryanair wollte uns hier noch einmal am Check-in sehen, um Impfpass und Einreiseanmeldung zu sehen, nun denn, das sollten sie kriegen ...

Danach ging es durch die Sicherheitskontrolle, sodass wir noch massig Zeit im sauberen Bereich hatten. Nach dem Boarding mussten wir noch eine mittelprächtige Wanderung bis zum Flieger auf uns nehmen, erreichten selbigen aber problemlos, und selbst Jessi/Christian, meine Ma und ich getrennt saßen, war es ein entspannter Flug, auf dem ich Serien schaute und am Ende mal kurz wegnickte ...

Die Portugiesen wollten am Ende gar keinen Impfpass sehen, die Abholung erwartete uns, nach 25 Minuten Fahrzeit waren wir am wunderbaren Hotel. Die Leutchen hier geben sich richtig, richtig Mühe, das ist wirklich schön hier ...

Wir liefen, nachdem wir uns ein wenig frischgemacht hatten, durch die Fußgängerzone und kehrten in der Francesinha-Kneipe ein, in die ich 2018 schon gestolpert war. Wir waren zwar ein bisschen spät dran, aber bekamen die gewünschten Francesinhas, Bierchen und am Ende noch einen Beirão, einen portugiesischen Schnaps.

Es ging weiter durch die Altstadt, steile Straßen hinunter, steile Treppen zur Kathedrale hinauf. Die Kathedrale wurde besichtigt, und von dem Platz bei der Kathedrale ging es - mit fantastischen Blicken auf den Duoro - hinunter zu selbigem. Eigentlich wollten wir hoch über die Brücke laufen, aber der Plan ging in die Hose. Plan B wurde, bis zum Duoro zu laufen und mit dem Funikular wieder hochzufahren, Plan C wurde schließlich umgesetzt: Bierchen am Duoro ... Herrlich, auch wenn die Biere dort für Touristenpreise aufgerufen wurden ...

Wir liefen auf dem unteren Brückenträger über den Duoro, warteten dort auf unser Uber und fuhren zurück ins Hotel. Die Taxi- und Uber-Fahrer fahren hier ... öhm, südländisch, aber sie wissen (meistens), was sie tun, sodass man sich nicht unsicher fühlt ...

Nach abermals kurzem Aufenthalt im Hotel wollten wir etwas zu Abend essen, die erste Kneipe, die vom Hotel empfohlen war, war ein wenig kompliziert, und da Christian nicht so richtig Hunger hatte, nahmen wir Reißaus. Mit dem nächsten Uber ging es weiter in die Stadt und in eine Fischkneipe. Dort wurden Austern verspeist, und danach ein Rotfisch und eine Flunder und Garnelen auf mosambikanische Art, sehr lecker, wenn auch alles in allem nicht so richtig günstig ...

Ein drittes Uber wurde bestellt für den Rückweg ins Hotel, da sitzen wir nun, nuckeln noch an einem Fläschchen Portwein und gehen bald ins Bett, denn morgen geht es erst zum Flughafen und dann mit dem Mietauto zur längsten Fußgängerhängebrücke der Welt ...

Porto gefällt uns auf Anhieb sehr, sehr gut, die Gässchen sind schick, die Fliesen an den Hauswänden sind toll, doch, wir sind gespannt auf die nächsten Tage.

Fotos:


Kathedrale

Brücke über den Duoro

Hinabgestiegen zu dem Duoro

Kathedrale

Blick auf den Duoro

Turm der Kleriker

Duoro in der Dämmerung

Innenhof der Kathedrale

Kreuzgang