Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 24. März 2024

Wunderbar kühle Schwarzwaldluft

... haben wir gestern Mittag und habe ich heute Mittag bei kleinen Spaziergängen genossen, es ist herrlich, wenn man draußen ist und nicht schwitzt, und bei wenigen Plusgraden war die Luft so wunderbar erfrischend, das war ganz großartig.

Notwendig ist das ganze Luftschnappen leider auch, denn sowohl meine Mutter und ich sind ziemlich erkältet - meine Ma seit dem Abend in der Waterkant quasi ununterbrochen mit Hochs und Tiefs, und ich huste auch mehr oder weniger still und leise vor mich hin. Da aber das halbe Schiff und der halbe Flieger in den letzten Tagen und Wochen Hustenarien von sich gegeben haben, fielen wir keineswegs aus der Reihe ...

Der Donnerstagabend auf dem Kutter brachte gar nicht mehr soooo viel, die 80er-Jahre-Party verließ ich nach wenigen Minuten, auch, weil mir da oben sehr warm war bei fehlendem Fahrtwind, also ging ich ins Bett, meine Ma und ich trieben uns zu immer größeren Hustengesängen an, aber irgendwann schliefen wir wahrscheinlich auch ein bisschen.

Die Koffer waren am Morgen weg, auch wenn es noch etliche Menschen gab, die Angst hatten, dass ihnen Schmuggelware oder sonstwas in die Koffer gesteckt würde und daher am Freitag Morgen noch mit ihren Koffern die Aufzüge ein wenig blockierten. Nach dem Frühstück ging es an Land, denn wir mussten unser Gepäck identifizieren und einchecken; das funktionierte ganz gut, auch wenn ich mir durchaus vorstellen könnte, dass man das auch noch weiter vereinfachen könnte, denn viel mehr als das Wiegen und Anbringen schon vorausgedruckter Gepäckbanderolen ans Gepäck machen die da auch nicht ...

Jedenfalls ging es nach getaner Arbeit wieder an Bord, wir schlugen jetzt mehr oder weniger die Zeit tot, tranken noch ein paar Getränke (ich Diesel/Drecksack/Colabier), gingen ein letztes Mal an die Außenalster, auf die glorreiche Idee, in der Sauna nochmal duschen zu gehen, war nicht nur ich gekommen, aber das klappte dann doch ganz gut, nur fand ich meine Ma nicht sofort, weil sie sich unabsichtlich vor mich versteckte und mit der Rückenlehne zum Durchgang an ihrem Platz saß ... Auf der Suche lief ich ein paar Mal übers Schiff, und dann schwitzte ich auch schon wieder ...

Kurz nach 15 Uhr gingen wir von Bord, der Bustransfer ging schnell, die Sicherheitskontrolle war auch erträglich, eine richtige Ausreisekontrolle gab es nicht für uns (das passte zur Nicht-Einreisekontrolle auf dem Hinweg), die Flughafenhalle war voll mit Flügen nach Verona und Leuten von unserem Kutter, aber nach endlicher Zeit bekamen wir einen Sitzplatz. Christian ermahnte mich noch, dass ich an den Flughafen-Imbissen mir nicht einfach so Essen nehmen dürfe - höhö ...

Die Bordkartenkontrolle war auch eher oberflächlich, und einigermaßen pünktlich starteten wir um 17.38 Uhr dominikanischer Zeit (22.38 Uhr deutscher Zeit). Meine Ma ratzte neben mir (wenn sie nicht hustete), ich hatte nur einmal kurz die Augen zu, konnte aber nicht schlafen, also guckte ich Filme (u. a. Edge of Tomorrow, obwohl ich den schon kannte, aber es macht einfach Spaß, Tom Cruise dutzende Male zermalmt werden zu sehen ...), und um 7.10 Uhr landeten wir in Frankfurt ...

Nach einer mittleren Flughafenrundfahrt stiegen wir am Terminal B aus, die Einreisekontrolle wäre problemlos gewesen, wenn nicht der Flughafen (nicht die Bundespolizei!) auf die völlig beknackte Idee gekommen wäre, anstatt des direkten Weges zur Einreisekontrolle da noch einen Clown hinzustellen, der die Leute zehn Meter zur Seite führen und dann in einer 180-Grad-Drehung in die Einreiseschlange bugsieren sollte ... Das alles ergab überhaupt keinen Sinn, das wurde der armen Sau auch von vielen Einreisenden sehr deutlich gesagt (ich war für meine Verhältnisse noch sehr freundlich), der pampte entsprechend zurück, und am Ende des Tages war für den Flughafen überhaupt nichts gewonnen - im Gegenteil, der wenige Platz, den es gab, war unnötig blockiert, so etwas ist unglaublich peinlich für einen angeblichen Weltflughafen, es ist unfassbar.

Ebenfalls peinlich ist die unglaublich lange Zeit, die die Leute in Frankfurt brauchen, um das Gepäck auszuladen (und dann werden sie noch von einem Gepäckarbeiter im Ausgabebereich mit dem Fahrrad über den Haufen gefahren, weil der nichts Besseres zu tun hat als durch die Menschenmassen - wild klingelnd - durchzufahren anstatt einfach mal abzusteigen und das Fahrrad ein paar Meter zu schieben), aber glücklicherweise kam unser Gepäck dann irgendwann einmal.

Das Chaos hatte aber noch kein Ende, denn das bestellte Uber steckte im Stau, weil einige Idioten die Ausfahrt aus der Abflugvorfahrt blockierten, aber am Ende kamen wir glücklich und zufrieden in Wiesbaden an.

Die Heimfahrt war langwierig, weil manche Menschen bei Regen offenbar nicht schneller als 80 fahren können, auch nicht auf der Überholspur (die sie aber natürlich blockieren), irgendwann bat ich meine Ma, das Steuer zu übernehmen, weil der Mann mit dem Hammer kam, und nach weiterem Stau kurz vor Freiburg kamen wir schließlich gegen 13.30 Uhr in Bonndorf an.

Ohne große Verzögerung suchte ich das Bett auf, aus dem ich mich gegen 16.15 Uhr erhob, denn wir waren im Schnitzer verabredet (das war der - wirklich kleine - Spaziergang, von dem ich in der Einleitung sprach) - das Essen dort ist immer gut, aber gestern fand ich es ganz besonders lecker, was auch an den Bieren gelegen hab, die ich dazu konsumierte ... Jedenfalls sah ich noch die ersten Minuten des Deutschland-Spiels in Frankreich, dann fielen mir die Augen zu, und ich stand heute Morgen erst um kurz nach 12 Uhr auf ...

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Bis auf die Erkältung war das eine von Anfang bis Ende wunderbare Reise. Jessi und, vor allem, Christian waren sehr gespannt, wie die Kreuzfahrerei meiner Mutter und mir gefallen würde, und ich glaube, ich darf mit für meine Ma sprechen, wenn ich sage, dass uns das sehr, sehr gut gefallen hat ...

Ich war wegen des Flugpaketes ein bisschen skeptisch, weil der Flug im Vergleich zu einer Nur-Kabine-Buchung doch recht teuer erschien, aber ich muss sagen, dass TUI das halt schon sehr, sehr gut organisiert - das Gepäck gibst du in Deutschland am Flughafen ab und siehst es erst auf der Kabine an Bord wieder, weil es vom Flughafen zum Schiff gebracht und im Schiff dann auf die Kabinen verteilt wird. Auch zurück ist das ganz gut geregelt, auch wenn ich es mir - wenn ich schon sehe, wie es auf dem Hinweg klappte - auch noch einfacher vorstellen könnte, aber es kann gut sein, dass es da irgendwelche Sicherheitsregeln gibt, die es verbieten, dass die das Gepäck direkt von der Kabine in den Flieger verfrachten.

Auch die Ein- und Ausreise klappt vorzüglich, weil die Dominikanische Republik da offenbar mit den Kreuzfahrtveranstaltern ausgedealt hat, dass die einfach nicht stattfindet bei Kreuzfahrten, denn sowohl zu Beginn als auch am Ende der Reise haben wir nie einen dominikanischen Grenzer in Aktion gesehen. Ingesamt ist das mit den Ein- und Ausreisen auf der Kreuzfahrt so gewesen, dass wir - außer in Anguilla, aber da waren wir ja auch eigenständig unterwegs - nie eine Passkontrolle hatten.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich eine Balkonkabine so schnell für so wichtig halte - aber es ist wirklich einfach schön, wenn man morgens die Vorhänge zurückzieht und aufs Meer schauen kann (oder auf den nächsten Zielort).

Auch das Bordleben war ganz großartig - die ersten Tage habe ich, man entschuldige die Wortwahl, gefressen wie ein Scheunendrescher, aber das pegelt sich nach ein paar Tagen sowieso ein, sobald das noch in der Steinzeit verdrahtete Gehirn merkt, dass man das ganze Fress und Sauf auch in Ruhe genießen kann, weil es am nächsten Tag wieder da ist ... Die Buffets waren ganz toll, die Fischauswahl war riesig, aber auch ein Fleischesser (und Vegetarier ebenfalls, da gab es teilweise richtig leckere Sachen, die wir den Vegetariern weggefuttert haben) kommt voll auf seine Kosten. Das "piekfeine" (Mutter) Bedien-Restaurant ist auch sehr schön, aber wir haben nach wenigen Tagen gemeinschaftlich entschieden, dass uns das Buffet-Restaurant absolut ausreicht, weil man da halt genau so viel essen kann, wie man mag, und nicht an die bestellte Gangfolge gebunden ist.

Ich weiß nicht, wie viele BBCs (Bailey's-Banane-Colada - oder Cocos?) ich getrunken habe, aber zwei Dutzend werden es insgesamt gewesen sein, denn auch die Getränkeauswahl ist toll. Das Bier ist trinkbar (Bitburger - da sollte sich die Lufthansa mal ein Beispiel nehmen - und Paulaner), die Weine haben auch geschmeckt, und die Spirituosen, die im Preis ja großteils enthalten sind, sind völlig ausreichend. Ja, Whisky-Liebhaber werden sich bei der inkludierten Auswahl nicht so richtig wohlfühlen, aber da ich das ja nicht wirklich bin, habe ich auch das gut überstanden.

Die Besatzung war insgesamt - von wenigen Ausnahmen abgesehen, ich hatte berichtet - absolut toll - Crew-Sprache ist Englisch, aber die meisten Leute, mit denen man in Kontakt kommt, verstehen jedenfalls sehr gut Deutsch (inklusive der gängigen Getränkevokabeln - "Schorle", "Diesel", "Radler" etc.). Die Crew-Show war auch klasse, auch wenn der Kreuzfahrtdirektor mit seinen eigenen (gelungenen!) Einlagen dem Rest der Crew ein bisschen die Show gestohlen hat ...

Insgesamt, der Kreuzfahrtdirektor: Der Typ war völlig Banane, aber im positiven Sinn, gesegnet mit kabarettistischem Talent knapp an der Grenze zur Unverschämtheit, Situationskomik (und singen!) kann er auch, nur wenn der - was eben auch sein Job ist - sicherheitsrelevante Durchsagen macht, tat ich mich immer ein bisschen schwer, ihn für voll zu nehmen. Der Kapitän hält sich schon auch für ziemlich geil, und die Vorstellung der leitenden Offiziere erinnerte mich so ein bisschen an Nordkorea, wenn der Kapitän jeden seiner Offiziere aufs Korn nahm und die ihre vorbereiteten Antworten wie Schulkinder runterratterten. Aber vielleicht muss man so sein, wenn man für mehr als 3.500 Leute verantwortlich ist ...

Nochmal auf Kreuzfahrt? Sofort, wahrscheinlich sogar, wenn kein neues Land und kein neues abhängiges Gebiet dabei herausspringen würde - denn: Es war toll!

Die Reiseziele habe ich ja schon im Einzelnen beschreiben - zwei "alte" (Dominikanische Republik und Barbados), fünf neue Länder (St. Vincent und die Grenadinen, Dominica, St. Lucia, St. Kitts und Nevis sowie Antigua und Barbuda) und fünf neue abhängige Gebiete (Martinique und Saint Martin - Frankreich; Sint Maarten - Niederlande sowie Anguilla und die britischen Jungferninseln - Vereinigtes Königreich) sind eine sehr ordentliche Ausbeute, auch wenn wir - natürlich - von diesen 5+5 oder 7+5 Ländern nur einen allerallerersten Eindruck gewinnen konnten. Wir waren ja selten mehr als zwölf oder vierzehn Stunden vertäut, und von denen waren wir vielleicht fünf, sechs, sieben an Land bzw. mit kleineren Booten auf dem Meer unterwegs. Andererseits - einen Eindruck gewinnt man halt schon, und der war gerade von Dominica und Antigua ganz überwiegend positiv und von St. Lucia und Nevis eben überwiegend negativ.

Die Länder 154+10 (Martinique, abhängiges Gebiet) bis 159+14 (Britische Jungferninseln, abhängiges Gebiet) waren Bestandteil meiner 66. Reise außerhalb Europas (wobei ich die Kanaren und den Kaukasus ebenso wie Zypern und Malta zu Europa zähle). Alle besuchten Länder und Gebiete - außer der Dominikanischen Republik und Barbados - sind auf der Liste der "Eintagsfliegen" gelandet und harren der zukünftigen Erkundung (und Streichung von dieser Liste).

Nach dieser Reise gibt es nunmehr drei Kontinente, auf denen mir nur noch ein einziges (unabhängiges) Land fehlt, nämlich Europa (Südossetien, wobei man hier sowohl über die Lage in Europa als auch über seine Unabhängigkeit diskutieren), Antarktika (wenig überraschend, weil die Antarktika das einzige "Land" auf dem Kontinent Antarktika ist und ich da halt noch nicht war) und nun eben Nordamerika, denn hier fehlt mir - an unabhängigen Staaten - nunmehr nur noch Haiti. Dass es in Nordamerika noch einige abhängige Gebiete gibt, die mir fehlen (Aruba, Bermuda, die Cayman-Inseln, Curaçao, Grönland [wenn man es zu Nordamerika zählt, was geografisch korrekt wäre], Guadeloupe, die karibischen Niederlande [Bonaire, Saba, Sint Eustatius], Montserrat, Puerto Rico, St. Barth, St. Pierre und Miquelon, die Turks-und-Caicos-Inseln sowie die US-Jungferninseln), lässt auf weitere Besuche in der Karibik und sonstwo in Nordamerika hoffen, das sehen wir dann ...

In jedem Fall bleiben jetzt noch 47 unabhängige Staaten zu besuchen: je eines in Antarktika, Europa und Nordamerika; drei in Südamerika [Ecuador - bald, Guyana und Venezuela]; sieben in Asien (Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Jemen, Nordkorea, Myanmar, Turkmenistan; bis auf Bhutan allesamt Muster der Demokratie und Sicherheit); zwölf in Ozeanien und noch 22 (!) in Afrika ...

Von den abhängigen Gebieten sind es noch 36, davon vier australische, zwei chinesische, ein dänisches, zehn französische, drei britische, ein neuseeländisches, ein norwegisches, neun britische und fünf US-amerikanische - wird schon werden ...

Korrektur am 27. März: Martinique war Land 154+10, die britischen Jungferninseln Land Nr. 159+14, da habe ich mich in meiner Zählerei mal komplett verheddert, sorry ...

Donnerstag, 21. März 2024

Stinkfaul mit Frühschoppen

 ... waren meine Ma und ich heute unterwegs, und Jessi und Christian vergnügten sich in der Sauna, alles bestens heute, am letzten vollen Tag auf dem Kutter und am (letzten) Seetag.

Wir schliefen heute einigermaßen aus und gingen dann gemütlich frühstücken. Danach verabschiedeten sich Jessi und Christian, während meine Ma und ich schon einmal in die Kommandoaktion Kofferpacken eintraten - zu meiner Überraschung führten wir tatsächlich nur Vorbereitungshandlungen durch, naja, okay, meine Ma hatte heute Nacht schon den einen Koffer gepackt, aber den zweiten packten wir dann schon einmal einigermaßen gemeinsam zusammen ...

Wir sollten heute Abend bis 22 Uhr die Koffer draußen stehen haben; nach Jessis Erläuterung werden die freien Fahrstuhlkapazitäten in der Nacht von den freundlichen Crewmitgliedern genutzt, um die Koffer schon einmal auf Deck 2 zu bringen. Dort werden sie morgen früh nach der Ankunft in La Romana dann ins Hafenterminal verfrachtet, in dem wir zum Check-in für den Flug, der im Hafenterminal erfolgt, entgegennehmen müssen (da können wir auch nochmal Zeug umpacken). Anschließend können wir aber noch einmal aufs Schiff und bis ca. 15 Uhr, wenn unser Transfer zum Flughafen geht, die öffentlichen Bereiche nutzen, auch wenn wir die Kabine schon um 9 Uhr verlassen müssen (ich gedenke, am Pool oder - noch besser - in der Sauna zu duschen). Das klingt schon alles sehr gut durchdacht und organisiert ...

Im Anschluss an die Vorbereitungshandlungen wollten wir einen Frühschoppen zu uns nehmen und setzten uns dazu an die Poolbar, in der wir aber ignoriert wurden - nach ein paar Minuten fragten wir, ob wir dort auch bedient würden, und bekamen zur Antwort: "Eigentlich nicht." Nun, Freunde, das ist Mist - wenn da Barhocker und Karten herumstehen, dann kann der Gast davon ausgehen, dass man etwas zu trinken kommt, so läuft das an Bars nämlich normalerweise; und wenn es ausnahmsweise einmal nicht geht (zum Beispiel, weil die Schlange am Außenpool so lang ist), dann sollte man das der Kundschaft auch gleich sagen und nicht erst gespannt verfolgen, wie lange sie es aushalten, bis sie verdursten ... Das war jetzt in zwei Wochen die zweite Kleinigkeit, die hier nicht gepasst hat, aber da ich den Gästefragebogen schon abgeschickt hatte, wurde dies an der Rezeption adressiert. Schlimm war's nicht, denn den Frühschoppen bekamen wir schlussendlich doch an der (heißen!) Außenalster, auch wenn wir erstmal sowohl das Pils- als auch das Weizenfass zum Leersein animierten - seufz ... Die Außenalster war so heiß, weil sich Fahrtwind und Rückenwind so ziemlich gegenseitig aufhoben, sodass es da oben praktisch windstill war.

Auch zum Mittagessen wurde ein bisschen Fisch verdrückt, dann gingen wir noch einmal an den Pool, schwammen ein wenig, legten uns auf die Liege und haben uns jetzt fürs Abendessen fertig gemacht; um 18.30 Uhr soll es zum Abendessen gehen, und dann gucken wir mal, was der Abend so bringt ...

Morgen um 15 Uhr also geht der Transferbus zum Flughafen, wir fliegen um 17.25 Uhr ab und landen am Samstag Morgen planmäßig um 7.20 Uhr in Frankfurt, sodass ich hoffe, dass wir so gegen 13 Uhr im Schwarzwald eintrudeln - nächster Blogeintrag mit den restlichen Ereignissen von heute und von morgen also dann voraussichtlich erst am Samstag oder Sonntag ..

Fertig mit der Welt

... war ich heute, und das lag nur sehr bedingt daran, dass Jessi, Christian und ich eine klitzekleine Wanderung ein Sträßchen hinauf machten, um einen guten Blick auf den Hafen von Road Town auf der Insel Tortola im britischen Überseegebiet der Britischen Jungferninseln zu erhaschen, das Problem war vielmehr, dass ich viiiiel zu wenig getrunken hatte und nach der Heimkehr aufs Schiff erst einmal fast zwei Liter Spezi in mich hineinschütten musste ...

Wir schliefen heute erst einmal aus, weil die Reise wunderbar, toll, großartig, aber eben auch anstrengend war, gerade weil meine Mutter und ich unseren Husten nicht so ganz richtig loskriegen. Die Klimaanlagen, die wunderbar kühl sind, sind ja grundsätzlich auch erst einmal toll, aber der Wechsel zwischen schwüler Bullenhitze und kalter, trockener Luft ist halt nicht immer ganz optimal. Sei's drum ...

Jessi, Christian und ich verließen die Mein Schiff 4 um 9.43 Uhr, für unsere Verhältnisse also wirklich spät, und ich hatte recht gut gefrühstückt. Ein noch größerer Kutter der Reederei Norwegian, die Norwegian Escape, hatte neben uns angelegt (mir scheint, dass unsere Backbordseite immer schön außen ist, von den anderen Schiffen weg, denn dort befindet sich die Sauna, aus der man gut rausschauen, aber in die man eben - mutmaßlich - auch ganz gut reinschauen kann, wenn man auf gleicher Höhe ist), sodass es schon am Pier von Road Town recht voll war.

Wir ließen die Taxifahrer alle stehen und liefen in Richtung des kleinen Örtchens. Der Markt war noch nicht oder gar nicht offen, also liefen wir in Richtung eines kleinen Kneipchens, das - wie sich herausstellte - einer Dominikanerin gehört. Dort quatschte uns ein sehr freundlicher Einheimischer an, die Dominikanerin besorgte uns ein WLAN, zum Dank tranken wir Bier und unterhielten uns mit dem Mann, dessen Namen ich dooferweise nicht erfragt habe. Er übersetzte immer mal wieder für einen älteren Herrn, der uns zuhörte und auch ganz gut verstand, aber doch besser das örtliche Kreol als Englisch sprach. Ein etwas unangenehmer Moment war, als er - in verschwörerischem Ton - fragte, ob es in Deutschland - so wie in den USA und im Vereinigten Königreich - auch Menschen gebe, die "don't care for people like me" (etwa "nichts für Menschen wie mich übrig haben"). Da wir vorher über Hautfarben geredet, er gefragt hatte, ob es auch in Deutschland Menschen mit schwarzer Hautfarbe gebe, und er um eine "faire" Antwort bat, bejahte ich seine Frage - toll fand er das nicht (wie auch?!), aber er war froh, dass ich ihm ehrlich geantwortet hatte. Alles in allem war das (trotzdem!) ein sehr angenehmes Gespräch.

Wir stiefelten auf seine Empfehlung den Anstieg hinauf, machten Fotos von den beiden Schiffen (die ganz schön Abgase ausstoßen), Christian wurde beim Versuch, eine optimale Fotoposition zu erwischen, von zwei - glücklicherweise angebundenen - Hunden verjagt, und dann waren wir fast schon wieder unten. Die Kneipe, die einst für die Abfüllung der täglichen Ration Rum für die britische Armee zuständig war, sah weniger imposant aus als auf Fotos, also liefen wir zu und zügig an Bord.

Ich wechselte das Hemd, weil ich mich sonst noch mehr erkältet hätte, denn ich war schweißgebadet, danach ging es kurz zum Brunch, ehe ich meine Ma im Poolbereich aufstöberte. Ein paar Minuten in Pool und Whirlpool taten Wunder für meine Knochen, aber als wir aufs Zimmer kamen, schlief ich erstmal - ungeduscht!!! - für drei Stunden ein ... Ich wurde von einer hungrigen Mutter geweckt, und so gingen wir sehr spät zu Mittag/sehr früh zu Abend essen. Jetzt gehe ich erstmal duschen, und dann schaue ich, ob ich noch den 80er-Abend an der Poolbar erleben oder - wie meine Ma schon jetzt - früh im Bett liege.

Morgen ist noch einmal Seetag, da heißt es Ausschlafen, Ausspannen, Essen, Trinken, Kofferpacken, denn um 22 Uhr sollen die Koffer auf den Gängen stehen, um übermorgen früh dann pünktlich am Hafen für den Flug-Check-in bereit zu sein. Wir checken am Vormittag ein (am Hafen), können aber bis 15 Uhr an Bord bleiben und fliegen dann um 17 Uhr irgendwas zurück nach Frankfurt. Da kommen wir um kurz nach 7 Uhr am Samstagmorgen an, schauen, wie wir zu Christians Arbeitsstätte kommen und treten dann den Heimweg an.

Ein richtiges Fazit kommt natürlich noch, auch mit Statistik (wer gähnt da hinten???!!!), aber den ersten Textbaustein des Fazits muss ich nicht ändern, wenn nicht noch außergewöhnlich Schlechtes passiert.

Good morning, BVI

Blick auf zwei Kutter

Flagge der britischen Jungferninseln

Road Town


Mittwoch, 20. März 2024

Plus drei

... das war gestern die Losung, denn da haben wir drei neue abhängige Gebiete besucht: Sint Maarten, eines der vier Länder im Königreich der Niederlande (neben Aruba, Curaçao und den großteils europäischen Niederlanden, wobei die [europäischen] Niederlande auch drei Besondere Gemeinden haben, die in der Karibik liegen, nämlich Bonaire, Saba und Sint Eustatius), Saint-Martin, ein Überseegebiet Frankreichs und Teil der EU, sowie Anguilla, ein britisches Überseegebiet.

Der Wecker ging brutalerweise um 5 Uhr herunter, denn wir wollten möglichst pünktlich um 7.30 Uhr den Kutter verlassen - wir frühstückten, während wir auf die neben uns liegenden drei anderen Kreuzfahrtschiffe guckten (die britische Arvia, die niederländische Eurodam und - von neulich - die Evrima von Ritz-Carlton, ebenfalls unter maltesischer Flagge), und gingen dann gefühlt als Erste um 7.42 Uhr an Land in mein Land Nr. 159+11 (die 159 blieben gleich, aber die Anzahl der besuchten abhängigen Gebiete erhöhte sich auf 11) ...

Wir schossen uns ein Taxi (die Unsitte mit den Preisen pro Person gibt es auch hier, aber gestern war uns alles egal, weil Muttern Geburtstag hatte) und fuhren - schon mit ziemlichem Verkehr - von Philipsburg auf der niederländischen Seite nach Marigot auf der französischen Seite. Um 8.19 Uhr überquerten wir die niederländisch-französische Grenze (das gibt es auch nur in der Karibik) und waren in Land Nr. 159+12 angekommen. Leider konnten wir nicht am Grenzstein anhalten, aber mir gelang aus dem fahrenden Auto ein halbwegs akzeptables Foto, denke ich ...

Gegen 8.30 Uhr waren wir - viel zu früh, die Fähre fuhr erst um 9.30 Uhr - in Marigot - der Taxifahrer gab auch Ruhe, nachdem er uns erst eine Inselrundfahrt aufschwätzen wollte, aber als er mitkriegte, dass wir zum Fähre wollten, sah er ein, dass das wenig erfolgversprechend war.

Der Schalter für die Fähre nach Anguilla war noch zu, während St. Barth gerade abgefertigt wurde, aber wir stellen uns vorsorglich schon einmal in die Schlange, und das war gut so, denn hier kann man nichts mit Bargeld bezahlen, weder die Hafensteuer (3 Euro, wenn man mit Euro bezahlt, sonst 5 Dollar) noch die eigentliche Überfahrt (30 Euro, wobei Dollar und Euro hier gleichwertig genommen werden). Also lief ich - unsere Pässe waren schon ins Schiffsmanifest eingetragen - zu einem Geldautomaten und hob Geld ab, bevor wir bei einem - unglaublich freundlichen und gutgelaunten - französischen Grenzer aus der Französischen Republik ausreisten (die Grenzer hier sprechen sogar ein bisschen Deutsch, sehr schön ...). Das Boarding ging auch ganz gut, an Bord bezahlten wir, und Jessi machte ein wunderschönes Fotos von Marigot.

Nach zwanzig, dreißig Minuten wilder Fahrt kamen wir in Blowing Point auf Anguilla an. Die Einreise um kurz nach 10 Uhr im wohltemperierten Terminalgebäude ging zügig, und zum ersten Mal auf dieser Reise wurde uns ein Stempel in den Pass gegeben - "Day Tripper" seien wir, Christian kalauerte von einer täglichen Geschlechtskrankheit, höhö ... Die Taxifahrer sind auch auf Anguilla eine Mafiabande, denn obwohl wir ein paar Schritte in Richtung Sandy Ground liefen (dass wir die vier, fünf Kilometer komplett laufen, war ohnehin unwahrscheinlich), blieb es beim angesagten teuren Preis für die paar Kilometer. Heute war mir alles egal, Muttern hatte Geburtstag, und sie sollte nix zu meckern haben, also charterten wir das Taxi; der Fahrer ließ uns am Sandy Ground raus, obwohl er versucht hatte, uns zum einem angeblich (und wahrscheinlich wirklich noch) schöneren Strand zu fahren, denn der war weiter entfernt und sicherlich teurer gewesen - und da ich heute sowohl Geld vergessen hatte als auch meine Kreditkarte nicht funktionierte, musste Jessi uns öfter mit ihren Dollar aushelfen ... Ich bin echt ein meisterlicher Reiseführer, gell?!

Am Sandy Ground fielen wir zehn Minuten vor Öffnungszeit in eine Bar ein, bekamen dort Bier und Cocktails, ich ging einmal kurz schwimmen, aber weil der Taxifahrer auf St. Martin und geraten hatte, vor 15.30 Uhr die Heimreise anzutreten, und weil wir noch zum Maho Beach in Sint Maarten wollten, fuhren wir schon eine gute Stunde später - wieder gegen entsprechende Gage - zurück zur Fähre.

Dort bezahlten wir jetzt die Fahrt schon im Terminal, die Ausreisesteuer konnte mit Kreditkarte bezahlt werden, die Ausreise ging auch schnell, und die Sicherheitskontrolle bestand darin, dass kontrolliert wurde, dass wir die Sicherheitskontrollsteuer bezahlt haben - sehr vertrauenerweckend! Wir boardeten gegen 12.30 Uhr unseren Kutter zurück, den Jessi und Christian, die oben saßen, als sehr laut empfanden, während meine Ma und ich uns unter Deck gut unterhalten konnten ...

Die Wiedereinreise nach Frankreich, also nach Saint-Martin, ging auch recht fix - US- und britische Bürger werden ordnungsgemäß ein- und ausgestempelt, EU-Bürger wie wir - natürlich - nicht, sehr löblich, und auch hier waren die Grenzer sehr freundlich und gut gelaunt - es gibt für einen französischen Grenzer sicherlich auch schlimmere Dienstorte als die Karibik ...

Ein weiteres Taxi zum Maho Beach wurde geentert, wir überquerten wieder die französisch-niederländische Grenze, diesmal konnte der Taxifahrer wundersamerweise kurz anhalten, sodass Christian ein Foto schießen konnte, dann ging es über die Brücke der Simpson Bay Lagoon und am Flughafen vorbei.

Dass am Maho Beach die Hölle los sein würde, hatte ich mir gedacht, aber es war wirklich die Hölle los - unglaublich! Die Touristen fielen fast übereinander, auch weil die Straße da unten am Maho Beach noch in voller Benutzung ist und öfter mal Autos durchfahren. Der Strand ist nicht wirklich breit, es gibt viele Kneipen, und ich hatte gerade das Taxi bezahlt, da flog eine Delta-Maschine über den Strand, die zu fotografieren wir knapp verpassten. Das machte nichts, denn alle paar Minuten kamen größere Jets und kleine Propellermaschinen angeflogen, und auch wenn das alles nicht soooo knapp über einem ist wie man aus manchen Bildern denkt: Es ist noch immer recht knapp. An diesem Flughafen, den fast jeder kennt, mal wirklich zu sein und die Flugzeuge anzuglotzen, wie sie da direkt über den Strand einfliegen, das war schon wirklich schick und hat großen Spaß gemacht. Nach vier, fünf Flugzeugen hat man's dann aber auch gesehen, also enterten wir das letzte Taxi des Tages und ließen uns - das war jetzt die längste Strecke, aber der geringste Preis, weil wir das Taxi mit ein, zwei anderen Gruppen teilten - zurück zum Kreuzfahrterminal fahren.

Wir boardeten, machten uns etwas frisch und trafen uns dann zum späten Mittagessen; bald aber gingen wir in die Kabinen zurück und bereiteten uns auf das Abendprogramm vor. Meine Ma und ich nahmen als Vorspeise bei Gosch zusammen sechs Austern ein, das war wirklich lecker, auch wenn sie erst auftauen mussten, glauben wir. Dann trafen wir uns an der Außenalster, ließen Abendessen Abendessen sein und brachen bei Abfahrt des Schiffes auf, um ins Klanghaus zu gehen. Dort hatte unsere favorisierte Bordkabarettistin Alicja Heldt ihren zweiten Auftritt, und auch der konnte was - kein Wunder, dass es beim Einlass eine große Schlange gegeben hatte und auch einige Stehplätze eingenommen wurden ...

Unmittelbar im Anschluss hechtete das ganze Klanghaus ins Theater, denn die Crew-Show stand an, und die sollte nach Aussage der alten Hasen stets gut (und sehr voll) sein ...

Wir bekamen aber noch sehr gute Plätze in der zweiten Reihe, der Kreuzfahrtdirektor führte als Conferencier durchs Programm (und trug einen unglaublich geschmackvollen Anzug, höhö), das aus einem Klavierstück mit Gesang (sehr gut), einer Schneewittchen-Persiflage (okay), einer Tanzeinlage (ziemlich gut), dem Intro zu "König der Löwen" (grandios), einer Arie (noch grandioser) und schließlich einem Lied des Kreuzfahrtdirektors selbst (auch ganz gut, auch wenn ich "I Am What I Am" im englischen Original besser finde) bestand - doch, das war ganz okay.

Nicht ganz okay war, dass ich mir auf die Austern im Gosch einen Sahne-Shot an der Außenalster gegönnt hatte, denn mir war die ganze Show hindurch schlecht, sodass meine Ma und ich nach kurzem Stopp in der Tag-und-Nacht-Bar und einem Stück Pizza die Segel strichen (und der Blog erst heute Mittag deutscher Zeit aufscheint) - sorry!

Jetzt machen wir gerade in Road Town, Tortola, Britische Jungferninseln fest - heute und morgen werden gemütliche Tage, wir gehen sicherlich an Land (gemeinsames Land 50+6 und so ...), aber dann machen wir ganz ruhig, heute und am Seetag morgen.

Fotos von gestern wollen die Leser sehen? Fotos von gestern kriegen sie!

Links Königreich der Niederlande, rechts Frankreich

Sandy Ground, Anguilla

Erster Stempel im Pass auf dieser Reise

Maho Beach mit großem ...

... und kleinem Flugzeug

Marigot (mit freundlicher Genehmigung von Jessi)

Austern zum Abendessen zur Feier des Tages

Dienstag, 19. März 2024

Freunde, das war ein schöner Tag!

Okay, er hatte echt sparsam begonnen, weil es mir wirklich nicht gut ging heute Nacht - meine Ma schimpft immer, wenn ich von einem Hitzschlag spreche, hat sie ja auch recht, aber sagen wir so, die Rotfärbung meines Gesichts hing nicht nur mit dem Sonnenbrand zusammen, den ich mir gestern - trotz Einschmierens - abgeholt habe.

Schwamm drüber - das Frühstück konnte ich gut aufnehmen, auch wenn wir Jessi und Christian verfehlten, aber wir trafen uns rechtzeitig zum Aufbruch für unseren Landausflug, während die beiden auf eigene Faust Antigua erkunden wollten.

So gegen 8.52 Uhr betraten wir den Staat Antigua und Barbuda und damit den 50. (fünfzigsten!) gemeinsam besuchten Staat, aber wir lagen uns nicht so richtig in den Armen, weil meine Ma und ich zu unserem Ausflug mussten. "Landausflug" trifft es nicht ganz, denn die allermeiste Zeit waren wir auf dem Katamaran, diesmal aber unter Deck, damit ein Malheur wie gestern nicht noch einmal passiert. Es hätte (gefühlt) nicht viel gefehlt, dass der Begleiter vom Schiff beim Hinweis auf das Ein- und Nachschmieren gesagt hätte, dass es den anderen nicht so wie mir ergehen sollte, aber da konnte er sich gerade noch zurückhalten ...

Wir fuhren mit einer durchaus freundlichen Crew aus dem Hafen von Saint John's hinaus und von dort in Richtung Süden. Es war unglaublich, aber hier folgt wirklich ein Traumsandstrand auf den anderen, sodass ich das mit den angeblich 365 Stränden, die es auf Antigua geben soll, inzwischen fast geneigt bin zu glauben. Da war alles dabei vom kleinen Strändchen, das kaum zu erreichen ist, bis hin zum Giorgi-Armani- und High-Society-Strand - ganz großartig ...

Den ersten Schwimmaufenthalt machten wir am Valley Church Beach im Südwesten der Insel - dort war der Sand ein bisschen muschelig, aber das war uns wurscht, denn sogar ich fand das Wasser warm, und herrlich war es sowieso!

An diesem Strand gab es dann auch den Grund für uns, diesen Ausflug zu buchen, denn es halb Lobster - das war pro Person ein halber Hummerschwanz mit einer knoblauchigen Knoblauchsoße, ein bisschen Reis und Salat, so richtig vollgefressen war wir nicht, aber lecker war es ganz bestimmt. Ich werde allerdings die zwei Mitreisenden nicht wirklich verstehen, die diese Fahrt buchen und dann lieber Hühnchen als Hummer haben wollen, aber solche Menschen gibt es ...

Nach Schwimm und Essen und Einschmieren (ich bin ja lernfähig, und außerdem blieb ich die ganze Zeit unter Deck) ging es nun wieder in Richtung Norden zum Deep Bay Beach, und an diesem Sandstrand war es ebenfalls unglaublich schön. Auch die Strandliegenanbieter und Verkäufer fielen nicht wie die Geier über einen her, so gefällt es dem Touristen ...

Nur der Kapitän unseres Bootes war ein wenig säuerlich, weil eine Frau schon von Bord gesprungen war, als die Schiffsschraube noch lief, da meinte er, dass das böse hätte enden können.

Nach abermals einstündigem Schwimm (die Stunde geht immer so schnell rum) ging es nun pünktlich zurück nach Saint John's und wieder an Bord. Meine Ma pennte ein wenig, ich ging kurz an den Pool und in die Sauna, und anders als gestern hielt ich es auch länger in Sauna aus (wenn auch ohne Aufguss).

Zum Abendessen trafen wir uns im Buffetrestaurant, danach erwischten wir (diesmal waren wie die Geier) einen drei Millisekunden zuvor freigewordenen Tisch an der Außenalster, tranken doch ein bisschen Gin Fizz, sind jetzt aber schon in der Kabine, denn morgen soll es früh rausgehen in Philipsburg, denn wir wollen von Sint Maarten (niederländischer Teil) in den französischen Teil der Insel (Saint Martin) und von dort mit der Fähre ins britische Überseegebiet Anguilla. Ich muss heute Nacht noch final verifizieren, wie das am besten klappt, aber dann werden wir das hoffentlich hinbekommen, idealerweise auch mit Zwischenstopp am Grenzstein und am Maho Beach, an dem die Flugzeuge wenige Meter über einem einfliegen ...

Jessi und Christian sind heute mit dem Minibus an einen Strand gefahren, und haben ebenfalls gute Erfahrungen mit den Menschen hier in Antigua gemacht - siehste, geht doch!

Jetzt aber geht es erstmal ins Bett ...

Antigua - Hügel, Strand, Meer

Importiertes Bier

Deep Bay Beach

Deep Bay Beach

Lobster Lunch

Valley Church Beach

Valley Church Beach

Montag, 18. März 2024

Rip-off Island aka Nevis

... so haben wir uns gestern gefühlt, "to rip off" heißt nämlich "abzocken" auf Englisch, und dass man während einer Stunde auf einer Insel eineinhalb Mal abgezockt werden soll, ist schon prächtig ...

Damit wir das aus dem Weg haben: Jessi und Christian wollten auf Nevis an einer Strandbar etwas trinken, guckten aber zum Glück noch in die Karte, denn die Cocktails hätten 20 Dollar, die Biere 8 Dollar gekostet, und zwar - wohlgemerkt - US-Dollar und nicht Ostkaribische! Währenddessen vagabundierte eine Tante am Strand entlang und versuchte, aus den Leutchen, die ihre Strandtasche auf die Liege gestellt hatten statt in den Sand, fünf Dollar abzuziehen, und als meine Ma sich beim Versuch, sich umzuziehen, am Ständer des Sonnenschirms festhalten wollte, versuchte es - in ihrer uncharmant-aggressiven Art - natürlich auch ... In der anschließen Diskussion log sie dann auch noch und meinte, meine Mutter hätte sich schon umgezogen gehabt, und meinte dann, wir wären schließlich auf einer Kreuzfahrt hergekommen und hätten das Geld - mag ja sein, dass wir auf einer Kreuzfahrt hergekommen sind, aber dass man uns deswegen abzocken muss und kann, ist ein Missverständnis, das auf den ostkaribischen Inseln offenbar doch etwas weiter verbreitet ist als gedacht. Schade, denn der Strand auf Nevis war großartig. Der Dame wünsche ich jedenfalls, dass ihre Mutter - soweit sie sie noch hat - nie einer solchen Person wie dieser Tochter begegnet ...

Wir waren gestern Morgen an Land gegangen und nach wenigen Metern Fußmarsch auf den ziemlich vollen Katamaran. Mit dem fuhren wir an der Südostküste von St. Kitts entlang bis zur - kein Scheiß - Shitten Bay, denn dort wollte wir schnorcheln. Das war ganz großartig, zumal die Sonne auch pünktlich herauskam (später mehr zur Sonne ...) - meine Taucherbrille war Mist, ständig strömte Wasser ein, aber wenn ich ein, zwei Mal mit dem Kopf nickte, spülte ich die Brille innen durch, dann konnte ich wieder gut sehen. Ich kann mir die Namen der Tiere keine drei Meter merken, aber neben vielen (kleinen) Fischen fande ich die Korallenfarne sehr interessant, weil die sich wirklich sehr hübsch in der Strömung bewegen.

Meine Ma war weniger begeistert, weil sie beim Einstieg von einem Crew-Mitglied gefragt wurde, ob sie schwimmen könne (wahrscheinlich haben die mit älteren Amerikanerinnen, die sich selbst überschätzen und dann fast ersaufen, schlechte Erfahrungen gemacht), aber das Crew-Mitglied machte das am Ende wieder gut, indem er meine Ma beim Ausstieg am Ende des Tour als "young lady" titulierte - Schelm!

Nach dem Schnorcheln ging es - bei Reggae-Musik und einem Bier in der Hand - hinüber nach Nevis, dort an den wunderschönen Strand zum Baden und danach - jetzt mit gesetztem Segel - zurück nach St. Kitts. In St. Kitts mussten wir am Eingang zum Hafen erstmals eine Foto-ID zeigen, aber die Passkopie auf dem Handy reicht wirklich aus, und schon bald darauf waren wir wieder an Bord. Wir aßen noch eine Kleinigkeit (auf dem Kutter hatte es Hähnchenschlegel und Nudelkuchen gegeben), tranken noch etwas an der Außenalster (ich schon meist Analkoholisches) und danach ging ich erstmal in die Sauna, denn ich hatte ganz gut Sonne getankt (andere nennen es "Sonnenbrand") und ich wollte zumindest mal das eiskalte Wasser dort zum Abkühlen nutzen.

Ich ging für eine Sekunde in die Sauna hinein, merkte, dass ich das lassen sollte, duschte entsprechend kalt und ging dann aufs Zimmer, duschte dort "richtig" - und ging dann um 17 Uhr ins Bett. Das war viel Hitze, viel Sonne gewesen, und vielleicht war das letzte Bier auch schlecht, jedenfalls schlief ich bis heute morgen fast durch, sodass der Blogeintrag auch erst verspätet kommt ...

Jetzt geht es zum Katamaranfahren mit Lobster Lunch hier in Antigua - aber erstmal zum Frühstück.

Ein Kutter

Strand auf Nevis

Bierkunde mit Nevis

Schnorchelwasser

... und -revier

Nevis aus der Ferne 

Sonntag, 17. März 2024

Bildungsurlaub

... war das heute auf unserem Seetag, weil wir zwei Vorträge angehört haben zu den noch kommenden vier Zielen - St. Kitts, Antigua, Sint Maarten und Tortola auf den britischen Jungferninseln. Oh Mann, es sind nur noch ein paar Tage, bis wir wieder zurück ins kühle Deutschland fliegen müssen - ich könnte gut noch ein, zwei Wöchlein auf diesem schönen Kutter bleiben ...

Das Abendessen war sehr lecker, und danach war Pool Party - ich Nonkonformist war natürlich zur White Night ganz in blau gekleidet, und blau war ich am Ende des Abe.., ach, lassen wir das ... Der geneigten Leserin und dem geneigten Leser wird es es genügen, wenn ich sage, dass ich am Ende "Country Roads" intensivst mitgesungen habe, bevor ich in der Tag-und-Nacht-Bar noch ein Pizzastück mampfte.

So ganz supergut ging es mir heute Morgen nicht, wahrscheinlich hatte ich das mit dem Ladykiller falsch verstanden, denn die Lady hätte fast mich gekillt (und nein, damit meine ich ausnahmsweise nicht meine Mutter!).

Jessi und Christian nahmen die frühen Aufgüsse heute mit, während meine Ma und ich verhältnismäßig spät frühstückten. Wir trafen uns dann um 11.30 Uhr zum Vortrag der recht liebgewonnenen Claudia, unserer Lektorin, auch wenn die immer die gleichen Klamotten zu tragen scheint. Heute berichtete sie über St. Kitts, Antigua, Sint Maarten und Tortol (Britische Jungferninseln), machte immer noch den gleichen Fehler, dass sie Commonwealth-Staat (Mitglied des Commonwealth, unabhängig davon, wer das Staatsoberhaupt ist) und Commonwealth Realm (Staat des Commonwealths, in dem Charles III. Monarch ist) gleichsetzte - der Commonwealth hat über 50 Mitgliedstaaten, während es nur 15 Commonwealth Realms gibt (und nach dieser Tour nur noch drei - Papua-Neuguinea, Tuvalu und das dritte vergesse ich immer und muss nachgucken: es sind die Salomonen -, die ich nicht besucht habe). Vier dieser Commonwealth Realms habe ich auf dieser Reise besucht bzw. werde ich auf dieser Reise besuchen, nämlich 1) St. Vincent und die Grenadinen, 2) St. Lucia, 3) St. Kitts und Nevis und 4) Antigua und Barbuda - mal sehen, wann ich dann mal alle besucht habe, weil gerade Tuvalu und die Salomonen nicht ganz so einfach zu erreichen sind, und auch Papua-Neuguinea ist kein Spazierflug nach England rüber ...

Danach gab es Mittagessen, das regionale Gericht schmeckte mir heute nicht gaaaaanz so gut (ich bin einfach kein Fan roter Bohnen), aber das war - zusammen mit dem Shot aus der Bar am Bug - zu ertragen. Um 14 Uhr gab es den Vortrag der Bord-Schauspielerin, die ihre Begeisterung für Antigua und die Schnorchelei für meinen Geschmack sehr gut herübergebracht hat, sodass ich mich noch mehr auf den Schnorchelausflug morgen in St. Kitts freue.

Der Kapitän hatte gestern Abend noch angesagt, dass wir heute zwar gegen 23 Uhr in Basseterre in St. Kitts anlegen, das Schiff aber erst gegen 6 oder 7 Uhr am nächsten Morgen verlassen können. Genau den Fall hatte ich befürchtet, aber da ich mich im Hoheitsgebiet von St. Kitts aufhalte und legal die (nicht vorhandene) Einreisekontrolle bereits überstanden haben werde (so argumentiere ich jedenfalls im Moment, aber vielleicht ändere ich da noch meine Meinung, weil der Präzedenzfall Malaysia nicht einhundertprozentig passt, weil es da eben die malaysische Einreisekontrolle noch auf singapurischem Gebiet gegeben hatte), dürfte ich den heutigen 16. März schon als Einreisedatum nach St. Kitts und Nevis zählen. Wie gesagt, das überlege ich mir noch ... (Dass ich mich aufgrund der behördlichen Anweisung, dass wir erst morgen an Land dürfen, nicht frei bewegen kann, könnte man ja durchaus als eine Art Einreisekontrolle ansehen ... Och menno!!)

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Nach reichlicher Überlegung - meine drei Reisekumpanen lachen immer, wenn ich damit anfange - und ein paar alkoholischen Getränken bin ich jetzt soweit, dass ich die Einreise doch erst auf den 17. März verorten würde, aber auch darüber schlafe ich nochmal ...

Jedenfalls ging es für mich noch an den Pool (wir rollten heute ganz schön, und da rollte natürlich das Poolwasser auch ganz hübsch, das war lustig ...) und für einen Aufguss in die Sauna, dann ging ich duschen, meine Ma und ich begannen den Abend an der Außenalster, wir aßen wieder lecker im Buffet-Restaurant, guckten uns danach die Musical-Show des Schiffs an, Jessi und ich tranken noch einen Absacker und jetzt bin ich auf dem Sprung ins Bett.

Fotos gibt es keine heute, weil wir auf See waren und vor weniger als einer Stunde in St. Kitts angekommen sind.

Freitag, 15. März 2024

Bananen sind keine Bananen, und andere Mafia-Geschichten

... kann ich nach heute von St. Lucia erzählen - alles in allem hat dieses Land weder meine Reisekumpanen noch mich überzeugt, und zwar ganz und gar nicht ...

Meine Ma und ich waren gestern - wenig überraschend nach dem ereignisreichen Tag - rechtschaffen müde und kamen erst gegen Mitternacht ins Bett.

Als ich heute Morgen aufwachte, waren wir schon in Castries, der Hauptstadt von St. Lucia, am Einparken - dafür wurde auch der direkt am Hafen gelegene kleine Flughafen zeitweilig gesperrt, weil die Mein Schiff 4 - so wie wahrscheinlich jedes moderne heutige Kreuzfahrtschiff - zu hoch ist und damit die Sicherheitshöhe reißt. Aber nach wenigen Minuten waren wir durch die Einflugschneise durchgefahren, der Flugbetrieb konnte weitergehen.

Wir frühstückten lecker, gingen von Bord (8.54 Uhr Betreten des 65. Landes von Jessi, 63. Landes von Christian, 89. Landes meiner Ma, meines 157. Landes und des gemeinsam mit Jessi und Christian bereisten 48. Landes) - und wurden von Taxifahrern über den Haufen gequatscht.

Die Herrschaften verlangten ziemliche Mondpreise, so weit, so normal. Ich ging aber bald in ein Geschäft und fragte nach der Bushaltestelle nach Soufrière, woraufhin mir eröffnet wurde, dass wir mit dem Taxi fahren sollten, weil ja nicht wüssten, wie wir in Soufrière wieder zurückkämen und überhaupt. Auf meine ziemlich entgeisterte Frage, ob die Menschen in St. Lucia so wenig hilfreich dem Ausländer gegenüber seien, sagte man mir, man müsse halt aufpassen, an wen man gerate - na, vielen Dank auch!

Es wäre so einfach gewesen, uns zu sagen, dass die Bushaltestelle zweihundert Meter die Straße hoch sei, dort war sie nämlich, und das war sogar angeschrieben.

Für 36 Ostkaribische Dollar, etwa zwölf Euro (zusammen, nicht pro Person - der Taxifahrer hatte für Hin- und Rückfahrt 180 US-Dollar aufgerufen!), fuhren wir von Castries in Richtung Soufrière, mit Karacho über enge und verwinkelte, von Haarnadelkurven gespickte Bergsträßchen, durch Urwald und am Meer entlang - und das alles bei Country Music (!!!!). Unterwegs stiegen eifrig Leute ein und aus, und so sagte ich dem Fahrer, dass er am Aussichtspunkt für die zwei Pitons, die Wahrzeichen St. Lucias, anhalten möge.

Er entgegnete, dass wir uns für sowas ein Taxi hätten bestellen müssen und fuhr weiter. Jetzt war ich endgültig bedient von dieser Taxi-Mafia, sein Schaffner wollte uns am Busbahnhof von Soufrière ein Taxi bestellen, woraufhin ich dann doch sauer wurde und ihm sagte, dass sein Land das erste sei, in dem man aus so einem Minibus nicht aussteigen könne, wo man wolle (Verkehrssicherheit vorausgesetzt, aber die hätte es da oben gegeben). Er erwiderte etwas in der Art, dass man aufgrund der anderen Fahrgäste nicht anhalten und auf die fotografierenden Touristen warten könne - davon, Freundchen, war überhaupt nicht die Rede gewesen, wir wollten wir ganz normale Kunden aussteigen. Er faselte etwas davon, dass wir von da oben nicht weitergekommen wären, aber das war - verdammt nochmal - nicht sein Problem.

Im Englischen gibt es den schönen Begriff "patronizing", der bedeutet, dass jemand etwas von oben herab erklärt, weil er denkt, das Gegenüber sei sowieso zu doof, das selbst zu wissen. Und dieses Verhalten hatte ich den ganzen Vormittag in St. Lucia von der Touristenmafia hier erlebt, das ging mir ganz gehörig auf den Senkel. Mag sein, dass es Touristen gibt, die doof sind, aber dann kann man doch nicht alle Touristen so behandeln, als ob sie doof wären, meine Güte!

In Soufrière gingen wir erst einmal in eine Bar, die Bier und WLAN hatte, und die Barkeeperin dort war das erste wirklich freundliche Gesicht in diesem Land. Dementsprechend konsumierten wir zwei Biere und meldeten uns zu Hause. Wir konnten nur bar bezahlen, aber das hatten sie auch deutlichst angeschrieben, das klappte auch alles, aber danach wollte ich noch Geld abheben, was vorbildlich klappte ...

Überhaupt nicht vorbildlich klappte das Buchen eines Taxis, denn der Taxifahrer wollte für die drei Kilometer hin und zurück zu den Schwefelbädern 80 US-Dollar haben (also 20 US-Dollar pro Person, was sowieso eine unglaubliche Unsitte hier ist, dass die Helden das pro Person angeben wollen, damit sie, wenn man nicht aufpasst, den ohnehin schon hohen Preis noch mal der Personenzahl abziehen können). Jetzt war es uns endgültig zu doof, sodass wir uns entschieden, zurück nach Castries zu fahren - wir erwischten am Busbahnhof (soviel zum "schwierigen" Finden der richtigen Abfahrtsstelle) den gleichen Minibus, mit dem wir schon hingefahren waren, wieder war das eine wilde Luzi, die da durch den Urwald fuhr, wieder machte uns das großen Spaß.

In Castries (das betont man übrigens auf dem "-stries") fuhren wir bis zum dortigen Busbahnhof mit und wanderten die wenigen hundert Meter zurück zum Schiff. Meine Ma wollte an einem Straßenstand noch Bananen einkaufen, ihr wurde gesagt, dass die Bananen keine Bananen seien und wir die Bananen da hinten - fuchtel, fuchtel - im Markt kaufen sollten, und jetzt war wirklich end-end-endgültig der Ofen für dieses komische Land hier aus. Sachma, seid's ihr alle nicht ganz sauber?!

Wenigstens das Boarding in den Kutter klappte, auch wenn ich trotz Ausziehen des Gürtels jetzt auf einmal immer noch piepste - es ist zum Heulen und liegt bestimmt auch an St. Lucia ... Wir gingen zum verspäteten Mittagessen, nahmen noch einen Drink an der Außenalster, ich ging ins Zimmer, ging noch kurz schwimmen im Innenpool, bevor ich mich mit Jessi und Christian für die Sauna traf.

Die Sauna hier ist sehr, sehr schick, mit echtem Panorama-Blick, heute auf den kleinen Flughafen und den Hafen von Castries, aber nach zwei Aufgüssen hatte ich genug, ging ins Zimmer und duschte, bevor ich jetzt diese Zeilen zusammengeklimpert habe.

Gleich geht es zum Abendessen, und um 23 Uhr legen wir ab für den morgigen Seetag (wobei wir um 23 Uhr morgen Abend in Basseterre auf St. Kitts ankommen). Hoffentlich wird St. Kitts besser als St. Lucia, denn um St. Lucia werde ich erstmal möglichst einen Bogen machen ... Saftladen!

Zumindest ein Piton vom Strand in Soufrière

Bier, trinkbar, in schöner Kneipe - sonst alles sonderbar hier ...

Per Minibus, per Anhalter und per pedes

... war ich heute unterwegs, Jessi und Christian waren im Dschungel wandern und meine Ma hat endlich wieder das Schiff verlassen - alles gut also ...

Gestern Abend waren wir noch bei einer Kabarettistin, die ich - ehrlich gesagt - ziemlich gut fand. Die Sprüche waren gelegentlich ähnlich ordinär wie die des Kreuzfahrtdirektors, aber bei der Kabarettistin durfte man - es war "Erwachsenenhumor" angesagt - so etwas in die Richtung erwarten. Die macht noch eine zweite Show, da kann es gut sein, dass ich da wieder einlaufe.

Heute Morgen dann verließ ich mit Jessi und Christian das Schiff und machte einen kleinen Stadtrundgang. Ich war schon ein Stückchen gelaufen, als Christian mir aus dem fahrenden Minibus zuwinkte - wirklich weit waren die beiden also noch nicht gekommen. Ich lief über den Fruchtmarkt, wurde von zwei Männern angesprochen, ob ich "something special" und - etwas später - ganz explizit "weed" haben wollte, also Gras, ich entschied mich dagegen und ging wieder aufs Schiff.

Meine Ma und ich frühstückten ganz gemütlich zusammen, mit Blick auf die unglaublich grüne Insel Dominica, bevor wir - gemeinsam! - das Schiff verließen. Ich freue mich sehr, dass meine Ma wieder einigermaßen fit ist - juchhe!

Nach einem kurzen Spaziergang gingen wir abermals aufs Schiff zurück, denn ich wollte meine Badetasche einpacken für den Fall, dass ich bei den Wasserfällen, zu denen ich wollte, tatsächlich mich abkühlen könnte.

Ich hatte auf den beiden Spaziergängen etwas gesehen, das wie eine Art Busbahnhof aussah, war es auch, allerdings nur für Busse in Richtung Norden. Da ich eher in Richtung Osten wollte, schickte einer der Fahrer mich ans andere Ende der Innenstadt, wo ich mit einigem Suchen den Minibus nach Trafalgar fand. Ein junger Dominicaner fragte mich, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass der Bus nach Trafalgar fährt, wo ich herkäme, und freute sich, dass ich öffentliche Verkehrsmittel benutze ...

Bald darauf ging die Fahrt mit dem Bus los, über kleine, steile Sträßchen hoch in die Berge der Insel, und mehr als einmal konnte ich kaum glauben, wie unglaublich grün diese Insel ist.

Der Busfahrer fuhr mich als letzten Fahrgast direkt vor den Eingang zu den Trafalgar-Wasserfällen (natürlich gegen etwas Gage) und gab mir noch auf den Weg, dass a) kein Minibus von da oben zurückführe und b) ich aufpassen solle auf den glitschigen Steinen.

Ich zahlte meine fünf Dollar Eintritt zum Trafalgar-Wasserfall, stiefelte vielleicht 500 Meter über Steintreppen durch den dichten Urwald und kriegte, als ich beim Aussichtspavillion ankam, den Mund vor Staunen nicht mehr zu: Die zwei Trafalgar-Wasserfälle heißen "Papa" (hoch, schmal) und "Mama" (etwas weniger hoch, breiter), und in dieser unglaublich grünen Vegetation war das ein echter Augenschmaus, jedenfalls so lange, bis ein ganze Horde von Amerikanern über den Pavillion hereinfiel. Der Spuk war glücklicherweise bald vorüber, auch die anderen waren weg und schließlich hatte ich den Blick ganz für mich alleine - großartig!

Ich machte Fotos, ich machte Selfies, ich machte sonstwas, dann lief ich zurück zum Eingang - mir begegneten zwei Mitpassagiere, die die acht steilen Kilometer zu Fuß hierhergelaufen waren - während er voller Tatendrang war, war sie kurz davor, die Scheidung einzureichen. Sie war aber ein wenig besänftigt, als ich ihr sagte, dass es sich lohnen würde.

Als ich das Gelände verließ, stand da tatsächlich kein Minibus, also lief ich in Richtung des Dorfs Trafalgar - zum Glück meist bergab. Unterwegs stärkte ich mich an einer Bar mit zwei Bier, und in Trafalgar-Dorf war dann etwas, was ich für eine Bushaltestelle hielt. Dort stand zwei Männer, einer mit Machete, aber die hauten bald ab, und es saß eine Zeugin Jehovas dort, die mir - ich hatte Zeit, und der Bus kam und kam nicht - ein Gespräch über - im wahrsten Sinne - Gott und die Welt ans Bein band.

Die Frau war sehr lieb, und irgendwann sprachen wir dann auch über Dominica und die Schönheit der Insel, als es plötzlich hupte: Schon auf dem Weg vom Wasserfall zur Bushaltestelle war mir ein älteres französisches Pärchen begegnet, die mich - er sprach ganz gut Englisch - fragten, wo ich hinwolle. Mein Ziel hatte nicht zu ihrem gepasst, also waren sie weitergefahren. Jetzt hatten sie aber gesehen, was sie sehen wollten, ich verabschiedete mich nach dem gefühlt einstündigen Gespräch von der Dame und stieg bei den Franzosen ins Auto.

An der Einmüdung zur Hauptstraße von Roseau hoch in den Berg wussten sie nicht, wo sie hinwollten, es stellte sich heraus, dass sie den Berg hoch wollten und ich den Berg runter, also dankte ich sehr herzlich und lief an der Straße entlang weiter in Richtung Roseau.

Ich war einen, vielleicht zwei Kilometer gelaufen, als es ein drittes Mal hupte - wieder die Franzosen ... Ich weiß nicht, was für einen Narren die an mir gefressen hatten, jedenfalls bedeuteten sie mir, erneut einzusteigen, sie würden mich nach Roseau bringen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, der Typ machte es wie ich in Südamerika und zeigte mit dem Scheibenwischer an, dass er abbiegen wollte, aber schließlich kamen wir unfallfrei in Roseau an, ich dankte erneut sehr herzlich und bewältigte auch die letzten Meter zum Schiff unfallfrei.

Zum dritten Mal an diesem Tag betrat ich das Schiff, holte meine Mutter zum nachmittäglichen Schwimm ab - und am Ende landeten wir in der Außenalster an Deck 14.

Joa, Jessis und Christians Meldung, dass noch ein Vortrag der Lektorin anstand, kam irgendwie plötzlich für uns, sodass ich den Vortrag live verfolgte, während meine Ma ihn während der Abendvorbereitungen über das Bordfernsehen schaute.

Der Vortrag über St. Lucia war wieder sehr informativ, danach ging es zum Abendessen, ich verzehrte typisch dominicanisches Roastbeef, und am Schluss ging es in die Bar. Jetzt aber sind wir müde, und es geht gleich ins Bett.

Jessi und Christian hatten ja eine Dschungelwanderung gebucht. Die wird nur den (bekloppten oder wanderfähigeren) Deutschen zugemutet, und die beiden waren begeistert, aber erschöpft von der Wanderung durch unwegsamen Dschungel. Das war also für alle Beteiligten ein gelungener Ausflugstag, würde ich sagen ...

Straßenbild in Roseau
Ein Kutter

Unterwegs in Dominica

Papa und Mama

Papa

Bierkunde

Unterhalb der Fälle

Mama

Mittwoch, 13. März 2024

Drei Seelenverkäufer

... haben wir heute okkupiert, nämlich zwei Kleinbusse/Maxitaxis und einen Kutter, der uns hinüber nach Young Island gebracht hat.

Der allererste Kutter des heutigen Tages war der Tenderkutter, der uns von unserem großen Kutter herüber nach Kingstown auf der Insel St. Vincent bugsierte. Davor hatten wir gefrühstückt, auch heute noch ohne Muttern (aber es wird), und danach den Fünfmaster bewundert, der hier ebenfalls auf Reede liegt.

Ziemlich pünktlich wurde unsere Ländergruppe ("Montenegro") aufgerufen, und wir gingen hinunter auf Deck 2, um durch die Tenderluke das Boot zu entern. Auf so ein Ding passen gut und gerne 200 Leute drauf, und so wurden wir - einen ziemlichen Spritzer gab es, aber keiner von uns dreien wurde getroffen - an Land gebracht. Um 9.23 Uhr hieß es "connected", um 9.25 Uhr hatten wir vincentischen Boden unter unseren Füßen.

Es ging ein paar Schritte durch Kingstown, die Hauptstadt dieses Landes, wir holten Geld (im ersten Versuch wurden beide Karten abgelehnt, bei einer anderen Bank "nur" meine Karte, aber bis auf den Bus konnte ich ohnehin alles mit Kreditkarte bezahlen, und die umgerechnet gut 100 Euro Bargeld kriegen wir nicht nur in St. Vincent, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Staaten und abhängiger Gebiete auf dieser Reise ausgegeben, die allesamt den Ostkaribischen Dollar als Währung haben) und liefen dann - durch das wuselige Treiben von Kingstown - in Richtung des Busbahnhofs.

Dort fragten wir herum, wurden zu einem roten Fahrzeug geschickt, wir waren die ersten Gäste, sodass Christian sich auf den Beifahrersitz setzen konnte, und nach einiger Zeit fuhren wir halb voll los.

Ich war mir nicht so ganz sicher, wo wir an der Indian Bay aussteigen sollten, aber irgendwann wurden wir - ich hatte dem Schaffner ja schon gesagt, dass wir dorthin wollte - aus dem Maxitaxi geworfen - gezahlt hatten wir am Ende zu dritt 10 EC-Dollar, umgerechnet etwas über 3 Euro, passt ...


Wir liefen ein Stück die Straße zurück an einen schmalen, aber schönen Strand, nur gab es dort keine Gaststätte. Ein Jogger schickte uns zu dem blauen Boot da hinten, da lagen auch einige Einheimische mit diesen Schwimmnudeln im Wasser, aber so richtig schöne Sitzgelegenheiten gab es nicht. Ein sehr freundlicher Herr schickte uns weiter, wir liefen den steilen Hügel hoch und wieder runter, wurden aber am dortigen - schönen - Strand sogleich von Liegenstuhlvermietern überfallen, sodass wir auch hier Reißaus nahmen.

Am Ende landeten wir in einer leeren, aber hübschen Bar, in der wir uns darüber beraten wollten, ob wir das Angebot eines Kutterkapitäns annehmen wollten, uns die paar hundert Meter auf die Young Island hinüberzukutschieren. Das Meer sah toll aus da drüben, und nach zwei, drei Bierchen hatten wir die Entscheidung getroffen, es zunächst mit dem offiziellen Young-Island-Shuttle zu versuchen (da brauchte man aber eine Reservierung fürs Resort), sodass wir für fünf US-Dollar pro Person für die Hin- und Rückfahrt zusammen (bezahlt werden musste nach der Hinfahrt, damit der Kapitän Sprit kaufen konnte, wir wären nämlich auf dem Hinweg fast mangels Treibstoff auf den 200 Meter breiten Kanal gestrandet; er kam dann aber wieder) hinüber zur Strandinsel fuhren.

Der Security-Typ war unfreundlich, ließ uns aber größtenteils gewähren (wenn sie nicht wollen, dass man irgendwohin geht, sollen sie halt ein Schild aufstellen, das kann ja nicht so schwer sein), Christian setzte sich in die Bar und genoss den Blick, während Jessi und ich ins wunderbare Wasser stiegen - ganz, ganz großartig, wenn auch nicht wirklich Badewanne.

Ich hatte auf dem Hinweg meinen Hut vom Kopf wehen lassen, der war ganz sandig, also machte ich aus der Not eine Tugend und ging mit Kappe schwimmen, so blieb meine Rübe wenigstens auch im Wasser geschützt, und die Kappe wurde sauber(er) ... Nach dem weiteren Konsum eines cocktailförmigen Kaltgetränks fuhren wir mit unserem Kutter (das war beim Ein- und Aussteigen ganz schön wackelig, aber wir kriegten das hin ...) zurück und wollten in Richtung Kingstown fahren.

Ein Maxitaxi in die Gegenrichtung hielt an und lud uns ein einzusteigen, was wir machten. Holla, die Waldfee - das war eine lustige Tour. Wir fuhren ein ganzes Stück in die falsche Richtung und lieferten die Leutchen in ihren Dörfern ab, ehe wir plötzlich und unerwartet drehten und - über die Landebahn des Flughafens!!! - zurück in Richtung Kingstown fuhren. Das Maxitaxi wurde voll, und der Fahrer ließ uns in der Nähe des Kreuzfahrtterminals raus (diesmal zahlten wir 12 EC-Dollar, nachdem mir der Schaffner auf meine 20 EC-Dollar erst nix, dann 5 EC$ und dann noch einmal 3 EC$ herausgegeben hatte, dieser Schlingel!) . Fast ohne Umweg ging es zurück zum Terminal, mit dem zweiten Schwung kamen wir auf ein Boot zurück zum Schiff (den Platz an Land weggeschnappt hatte uns übrigens die Costa Fortuna, denn auf die passen noch einmal fast 1.000 Passagiere mehr als auf unseren Kutter) und gingen zum (späten) Mittagessen, denn wir hatten Hunger.

Danach ging ich - endlich mal - in den Innenpool und in den Whirlpool. Während Letzterer recht angenehm ist, ist der Innenpool richtiggehend kühl (im Außenpool war ich noch nicht, da war mir zu viel los), und nach einem kurzen Rundgang über das Deck 14 landete ich schließlich in der Kabine.

Heute Abend legen wir um 19 Uhr, also in etwa zwei Stunden, ab, und morgen früh kommen wir um 7.30 Uhr dominicanischer Zeit (12.30 Uhr deutscher Zeit) in Dominica an. Jessi und Christian haben einen Wanderausflug gebucht, ich versuche vielleicht mal, mich auf eigene Faust (wie heute) zu einem Wasserfall durchzuschlagen, das gucken wir mal in Ruhe morgen ...

Blick aufs Tenderboot

Überfahrt nach Young Island

Fahrt über die Landebahn

Im Maxitaxi

Strand und Meer auf Young Island

Fünfmaster

Blick vom Balkon auf die Grenadinen

Heutige Bierkunde