Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 17. September 2023

Das Ding wackelt! (2)

Diese Überschrift hatte ich schon einmal verwendet, am 11. August 2020, als ich auf der Wutachbrücke mit Blick auf die Sauschwänzlebahn stand, und schon da hatte ich mich ein bisschen erschreckt, weil das Stahlbrückchen auf einmal anfing zu wackeln. (Und ein Freund von den Gitterböden werde ich im Lebtag auch nicht mehr ...)

Heute jedenfalls verabschiedeten meine Mutter und ich Jessi und Christian mit einem gemeinsamen Frühstück im Kranz, bevor wir zu dritt - also ohne meine Ma - in Richtung Feldberg fuhren. Nach kurzer Zwischenstation am Feldberg-Kreisverkehr fuhren wir über den Feldbergpass nach Todtnau und dort wieder hoch in Richtung Freiburg. Unser Ziel war - bei der Einleitung wenig überraschend - die neueste Attraktion des Südschwarzwaldes, die Hängebrücke über den Todtnauer Wasserfällen.

Ich war nicht ganz sicher, wo wir parken sollten, aber wir fanden einen ganz akzeptablen Parkplatz wenige Meter vom Eingang entfernt, lösten unsere Tickets (12 Euro pro Person) und gingen durchs Drehkreuz durch. Holla, die Waldfee! Dieses Teil ist 450 Meter lang und 120 Meter über Grund, vor allem wackelt das Ding aber selbst bei der Beinahe-Windstille, die wir hatten, ganz eifrig - Höhenangst darfst du hier wirklich haben!

Die Ausblicke auf den Todtnauer Wasserfall und - fast noch mehr - ins Tal waren ganz grandios, zumal wir gestern und heute wieder richtig Glück mit dem Wetter gehabt hatten. Wir liefen einmal hin und dann - wackel, wackel - wieder zurück. Hochspannend!

Über den Notschrei ging es nach Freiburg hinunter, bis zum Hauptbahnhof würde es ein bisschen knapp werden, also fuhren die beiden mich zum Bahnhof in Freiburg-Wiehre, da erwischte ich den (gerappelt vollen) Zug nach Rötenbach, wo ich von meiner Mutter abgeholt wurde.

Den Muskelkater spüre ich jetzt schon, aber nicht von heute, sondern von gestern, denn auch da hatten wir gut gefrühstückt und waren dann - nach einem kurzen Spaziergang durch den Japanischen Garten - mit dem Bus zum Einstieg in die Lotenbachklamm gefahren. Die Klamm finde ich ja immer wieder schön, gerade wenn einigermaßen gutes Wetter ist, und so war es gestern auch.

Das Stück zwischen der Schattenmühle - dem Endpunkt der Lotenbachklamm - und Bad Boll finde ich persönlich ein bisschen langweilig, deswegen steige ich immer gerne erst in Boll ein; und so machten wir das gestern auch. Ja, wir wollten auch ein kleines bisschen Strecke sparen, um am Ende eventuell noch die Gauchachschlucht anzuhängen, aber vor allem, weil mein Fuß mir die letzten Wochen wieder ein bisschen Scherereien gemacht hat und ich ihn nicht völlig übermäßig beanspruchen wollte. Am Kanadiersteg entschieden wir uns dann trotzdem gegen die Gauchachschlucht, denn ich war von den elf Kilometern der Wanderung doch leicht k.o., zumal ich - wie der eifrig Leser gemerkt haben wird - in letzter Zeit nicht mehr so wahnsinnig oft wandern war ...

Nun denn, wir stiegen in Boll ein, liefen an der Ruine der Burg Boll vorbei und kamen in Bad Boll an. Die Reihenfolge der Hauptsehenswürdigkeiten der Wutachschlucht kann ich mir nie merken, vielleicht kriege ich es jetzt einigermaßen zusammen: Zunächst ging es - bei nicht leerer, aber auch nicht überlaufener - Wutachschlucht am Tannegger Wasserfall vorbei, bevor wir - irgendwie hatte ich die später erwartet - die Felsengalerie hinaufstiegen. Der Ausblick von dort oben auf die Wutach ist und bleibt grandios; nach dem Abstieg kamen wir an der Schurhammerhütte an, die anzeigte, dass wir (erst) drei der neun Kilometer zwischen Bad Boll und Wutachmühle geschafft hatten - das hatte sich wesentlich länger angefühlt ...

Nun ging es in Richtung Amselfelsen (auch den hatte ich später erwartet ...) und danach über den Rümmelesteg auf die linke Wutachseite. Die von mir so geliebte Brücke in den Fels hinein folgte (auch diesmal konnte ich mir den Scherz nicht verkneifen, dass die Brücke eine Fehlkonstruktion sei, höhö), ehe wir am Wutachaustritt vorbeikamen, den selbst ich mit meinem erstmals getragenen und daher noch nicht gewohnten Rucksack bewältigte (dort sind zwei größere Schritte zu machen, und ich hatte immer Angst, dass ich da im falschen Moment mit dem Rucksack am Fels hängenbleibe) ...

Die Doppelbrücke kurz vor dem Kanadiersteg ist - wohl vom Hochwasser - zerstört und muss erstmal wieder erneuert werden, also ging es rechtswutachisch weiter bis zum Kanadiersteg und dann den nach der Strecke einigermaßen brutalen, in Wirklichkeit aber keineswegs steilen Weg hinauf in Richtung Wutachmühle.

Meine Ma kam angefahren, wir machten erstmal eine Stunde Pause, fuhren dann noch nach St. Blasien an die Stätte meiner jugendlichen Erzählungen, ehe der Abend im Kranz sein wunderbares und völlig alkoholfreies Ende fand - herrlich war's, und ich hoffe, Jessi und Christian kommen bald wieder (vielleicht im Winter) ...

Lotenbachklamm

Lotenbachklamm

Kapelle im ehemaligen Bad Boll

Tannegger Wasserfall

Wutachschlucht von der Felsengalerie

Im Abstieg von der Felsengalerie

Trockene Wutach

Blick in Richtung Titisee vom Feldberg aus

Blackforestline

Blick ins Tal ...

... und auf den Wasserfall

Das Ding wackelt!

Von der Gegenseite

Nach dem Wiederausstieg

Montag, 11. September 2023

Keine Francesinha, dafür Bacalhau

... gab es am Samstag Abend in Porto. Wir trafen uns um 18 Uhr am üblichen Platz, dem Steinklotz vor unserem Hotel, und liefen gemütlich in Richtung Mercado Beira Rio. Wir hatten schon ein Hüngerchen, und so bestellten wir in der Fressgass, was uns halt schmeckte - eigentlich wollte ich ja eine Francesinha verspeisen, aber die Bewertungen waren für diesen Stand so schlecht, dass ich doch davon Abstand nahm. Zum Glück gab es ebenfalls dort einen Bacalhau-Stand, und so wurde es ein Bacalhau mit Zwiebeln und Chips, der ganz lecker war (auch wenn ich vielleicht doch noch einmal den Oktopus hätte verspeisen sollen ...).

Der Abend war noch jung, also brachen wir noch einmal auf, machten einen kleinen Spaziergang in ruhigere Gegenden an der Strandpromenade (flussabwärts vom Mercado wird es wirklich deutlich ruhiger, man glaubt es kaum), liefen an ein paar Flusskreuzfahrtschiffen zurück, gerieten noch in eine Darbietung örtlicher Musikvereine, die mit Trommeln und Trompeten an der Promenade entlangzogen - und gönnten uns zum Schluss eine Käseplatte ...

Wir waren alle drei überrascht, dass es erst 20.30 Uhr war, als wir hundemüde in Richtung Unterkunft gingen - und auch dort wurde kein Schnaps mehr verzehrt, irgendwie waren das schon nicht unanstrengende Tage gewesen, wenn sie auch schön und spannend waren.

Gestern Morgen gab es dann pünktlich um 8.30 Uhr Frühstück, denn um 9 Uhr wollten wir auf dem Weg zum Flughafen sein. Das Uber kam Sekunden nach der Bestellung, wir waren zügig mit einem zunächst wenig gesprächigen, dann sehr sympathischen Fahrer am Flughafen, konnten praktisch sofort einchecken und auch schnell durch die Sicherheitskontrolle gehen.

Ich wurde von meiner Mutter beauftragt, Unmengen an Ölsardinen mitzubringen, was ich natürlich tat, dann saßen wir noch ein bisschen am Gate, ehe wir pünktlich boardeten und pünktlich abflogen.

Wir landeten überpünktlich, und glücklicherweise hatte meine Mutter ausnahmsweise nicht auf mich gehört, denn sie war schon in der Nähe des Flughafens, obwohl ich erst ein Stück später mit unserer Ankunft und Kofferentgegennahme gerechnet hatte. Nachdem wir unser Zeug hatten, der Zoll überwunden war und alle zur Abflugebene getrabt waren, rief ich meine Mutter an.

Die kam und kam nicht, es stellte sich heraus, dass die Einfahrtsschlange sehr lang war und sie zudem noch von einem Trottel blockiert wurde, aber am Ende kam sie angefahren, und dann ging es gen Heimat. Unterwegs wurde noch Basketball gehört und dann geguckt, die letzten fünf Minuten schaute ich am Fernseher, brüllte die halbe Straße zusammen, als Dennis Schröder den vorentscheidenden Korbleger machte - und zur Feier des Tages (im mehrfachen Sinne) ging es dann in den Schnitzer. Joa, war schön ...

--

Für den, man höre und staune, 1. bis 16. März 2025, ja zweitausendfünfundzwanzig, haben Jessi, Christian und ich schon eine beängstigend konkrete Reiseplanung im Auge: Am 1. März soll es von Frankfurt nach Kairo gehen, damit wir uns die Pyramiden anschauen können, bevor es am folgenden Tag nach Asmara in Eritrea gehen soll (neues Land), ein paar Tage würden wir uns dort herumtreiben, bis wir nach Addis Abeba (Ethiopien, neues Land für die beiden) fliegen würden. Von da ginge es mit dem Zug in zwei Tagen - mit Übernachtung in Dire Dawa - nach Dschibuti-Stadt; Dschibuti wäre für uns alle ein neues Land. In einer schönen Frühlingsnacht wollten wir dann mit dem Kleinbus/Taxi/whatever über die dschibutisch-somaliländische Grenze fahren, am Morgen in Hargeisa ankommen, am nächsten Tag uns die Höhlenmalereien von Laas Geel anschauen und anschließend nach Dubai fliegen, um noch ein paar Tage am Strand zu verbringen.

Klingt gut, oder, Chef? Cheff????

Bacalhau in Porto

Samstag, 9. September 2023

Eingegroovt

... haben wir uns auf dieser Reise, hier in Porto wird keine Metro gefahren, sondern Uber, das ist deutlich entspannter, und ab und zu trinken wir auch etwas, damit ich nicht dehydriere. Ich schreibe diese Zeilen schon vor dem Abendessen, denn nach einem schönen und ereignisreichen Tag haben wir uns zwei Stunden Auszeit gegönnt, bevor es gleich zum Abendessen in den Fressmarkt geht - das wird schön, glaube ich ...

Ich kam heute Morgen zu spät zum Frühstück, das Bett und die Dusche waren zu schön, das sollte morgen nicht passieren, denn da sollten wir einigermaßen pünktlich zum Flughafen. Das Frühstück war sehr lecker, mit (gutem!) Brot und Croissants, mit Schinken und Käse und Rührei, das war echt schick. Danach ging es - das Wetter war noch bewölkt, wurde aber im Laufe des Tages immer besser - mit dem Teleférico, der Gondelbahn, hoch zur oberen Etage der Brücke über den Douro und dort über den Fluss.

Dort kauften wir ein paar Souvenirs (und Getränke!) ein und marschierten dann in Richtung Kathedrale. Schrägerweise kamen wir tatsächlich in die Kathedrale hinein, nur war in dieser gerade ein Gottesdienst; der Zugang zum schönen Kreuzgang und dem Innenhof war für uns nicht zu finden, also machten wir nur kurz Fotos von der Kathedrale.

Nun ging es mit dem Uber für kaum acht Euro ans Meer (Uber ist hier, gerade wenn man zu dritt oder zu viert ist, unglaublich günstig). Dort waren jetzt deutlich mehr Kneipen als noch letzten März, was damals sowohl an Corona als auch am frühen Zeitpunkt im Jahr gelegen haben dürfte, und in die erstbeste Kneipe setzten wir uns, mit teurem Bier, aber eben auch wunderbarem Blick auf die Wellen ...

Wir liefen ein paar Meter am Strand entlang, die Damen streckten ihre Füße ins Meer, wurden von den Wellen überrascht, kamen glimpflich davon, und nach einigen weiteren hundert Metern an der Promenade riefen wir uns das - praktisch sofort ankommende - Uber zurück in die Stadt.

Ich wollte den beiden "meine" Francesinha-Kneipe zeigen, aber in der Straße waren Bauarbeiten, und die Gaststätte war zu. Unverrichteter Dinge liefen wir also in Richtung Douro, vorbei an Igreja do Carmo mit ihrer wunderschönen Kachelfassade und am Klerikerturm, bis wir nach einem Spaziergang durch die gerammelt volle Altstadt am Douro ankamen. Die Kneipe war teuer und unterirdisch bewertet, aber für weißen Portwein, Bier und Pommes reichte es noch; danach ging es am Douro entlang zur Brücke, über den Douro (herrlich, der kalte Wind!) und dann ins Hotel.

Gleich geht es wieder in den Mercado Beira Rio, und dann schauen wir, was der Abend mit uns vorhat. Morgen geht es dann nach dem Frühstück zum Flughafen und hoffentlich gut zurück nach Zürich; ich hoffe, ich kriege zumindest noch die zweite Halbzeit des Basketball-WM-Finales mit, wenn wir dann endlich wieder in Deutschland sind ...

Aus dem Teleférico

Blick auf die Brücke

Blick von der Brücke

Kathedrale

... von außen

Das Meer

Igreja do Carmo

Klerikerturm

Brücke von unten

James Bond wird verfolgt ...

Blick auf die Altstadt von Porto

Freitag, 8. September 2023

Finale, oho!

Lydia und Bärbel haben das gar nicht so richtig mitgekriegt, wieso ich - im Uber sitzend - von Zeit zu Zeit die Faust geballt oder das Gesicht verzogen haben, denn ich hörte auf dem Kopfhörer, den ich mir vor Irland gekauft und inzwischen gründlich zerstört hatte, das Sportschau-Radio des Basketball-WM-Halbfinales der Männer, das die deutschen Herren 113:111 gegen die Vereinigten Staaten gewonnen haben. Das Spiel war gerade zu Ende, als wir an unserem Hotel auf der südlichen Seite des Douro angekommen waren - entsprechend glücklich war ich ...

Das Aufstehen war einigermaßen okay gewesen, wir trafen uns um 8 Uhr zum Frühstücken, gingen wieder in unsere Frühstücksgaststätte mit dänischem Namen, frühstückten dort wieder sehr gut, gingen wieder zurück ins Zimmer, überbrückten noch eine Stunde und fuhren dann mit der U-Bahn zur U-Bahn-Station Oriente, die unmittelbare Verbindung zu Zug und (Fern-)Bus verspricht.

Wir waren viel zu früh, ungefähr eine Stunde vor Abfahrt, setzten uns noch auf die Bank, gingen noch gemütlich auf die Toilette (gut so, denn im Bus gab es keine?!) und boardeten dann pünktlich um kurz vor 12 Uhr unseren Flixbus. Mit vier Minuten Verspätung fuhr der Express-Bus ohne Zwischenhalte nach Porto los, und unterwegs döste ich ein paar Minuten, bis ich pünktlich zum Beginn des Halbfinales aufwachte.

Der Sportschau-Radioreport war ziemlich gut, das Spiel spannend, wir kamen um kurz nach 15 Uhr pünktlich an, das dritte Drittel war gerade vorbei, ich bestellte uns ein Uber, das schon da stand, und dann ging es wild durch die südlichen Vororte von Porto in Richtung unseres Hotels.

Ich übersah die Rezeption, wir wurden aufgeklärt, konnten einchecken (Lydia hat eine Art Penthouse mit Blick auf den Douro), blieben aber nicht lange im Zimmer, sondern marschierten gleich in Richtung des Mercado.

Dort, wo ich vor eineinhalb Jahren schon mit Jessi, Christian und meiner Ma gewesen war, tranken wir lecker Bier (ich etwa Stout einer einheimischen Marke), aßen Pizza mit portugiesischen Zutaten bzw. Oktopustentakel (ich), und zum Nachtisch gab es ein paar Crostinis mit Lachs und anderen Leckerereien.

Wir zogen weiter, ein paar hundert Meter, zum Sandeman, tranken dort gemütlich eine ganze Flasche Portwein, genossen den Sonnenuntergang und brachen auf, als zu tröpfeln begann. Wir fielen erneut im Mercado ein, aßen Pommes und Lachs-Crostinis, tranken - man höre und staune - Wasser und Seven Up, und sind jetzt gut im Hotel gelandet.

Ein wunderbarer Tag, deutlich weniger hektisch für die Damen als in Lissabon, uns geht es gut, ich habe richtig schön gemütlich einen sitzen - gute Nacht!

Über den Douro im Bus

Lecker Oktopustentakel

Gondelbahn

Gasse und Porto

Lecker Portwein

Donnerstag, 7. September 2023

Zu wenig gegessen

... haben wir heute ganz bestimmt nicht, aber gestern habe ich ganz entschieden zu wenig getrunken gehabt, sodass mein Fuß mir heute überhaupt keine Freude machte. Ich litt still vor mich hin, aber wir hätten - denke ich - auch so die eine oder andere Pause gemacht, sodass das nicht ganz so einschneidend für die Reisegruppe war, dass ich ein bisschen fußlahm unterwegs war.

Wir trafen uns heute Morgen um 8.30 Uhr am Ausgang der Unterkunft und marschierten vielleicht 500 Meter zum von mir auserkorenen Frühstückslokal. Dort frühstückten wir sehr lecker mit (wirklich gutem!) Brot und Rührei und Lachs, tranken koffein- und schokoladehaltige Getränke und fühlten uns zunächst gut gestärkt.

Nach kurzem Abstecher beim örtlichen Lidl ging es dann mit der U-Bahn zum Cais do Sodré unten am Tejo. Den Damen gefällt die "hektische" Lissaboner U-Bahn irgendwie so gar nicht, also guckten wir, dass wir die möglichst vermeiden.

Hauptziel des Tages jedenfalls war Belém, denn wir wollten ins Jerónimos-Kloster. Dazu stiegen wir in den (pickepackevollen) Bus, wurden mehrfach durch die Gegend geschleudert und am Ende irgendwo in der Pampa in Belém herausgelassen. Es stellte sich heraus, dass (wohl) der portugiesische Präsident heute an seinem Amtssitz in Belém war und (wohl) den iranischen Botschafter empfangen hat, denn wir wurden nicht nur von der Polizei auf die andere Straßenseite verwiesen, sondern konnten - ich wollte mich mal kurz setzen - auch bewundern, wie ein Diplomatenfahrzeug mit der iranischen Flagge als Stander an uns vorbeifuhr.

Irgendwann kam eine ganze Reiterstaffel vor und nach einem Auto - ich will gar nicht ausschließen, dass da der Präsident höchstpersönlich drinsaß, denn nach der Reiterstaffel kam ein Krankenwagen - und danach ein Fahrzeug der Straßenreinigung, um die ganze Pferdeäpfel, die die Pferde der Reiterstaffel hinterlassen hatten, schnellstmöglich wieder aufzuräumen. Cool, wie das da in der Kolonne mitfuhr ...

Die Schlange am Kloster war unzumutbar lang, die Onlinebuchung klappt auch nicht so richtig, also ließen wir (leider) Kloster Kloster sein und gaben uns einer anderen Sehenswürdigkeit Beléms hin: Wir fielen ins Pastéis de Belém ein. Diese Institution von einem Café (seit 1837!) weist 250 Sitzplätze auf, und drei von denen okkupierten wir nach kurzem Anstehen. Es wurden drei der typisch Lissaboner/Belémer Blätterteigküchlein vertilgt, dazu gab es einen Apfel- bzw. Schokoladenkuchen und Tee und heiße Schokolade - sehr schön, zumal wir einen sehr freundlichen Ober hatten.

Auch der zweite Versuch, ins Kloster zu kommen, schlug fehl, sodass wir mit der Straßenbahn zurück zum Cais do Sodré zurückfuhren und mit der Fähre - gerade so eben, denn ausgerechnet bei der Fähre geht die kontaktlose Kreditkartenzahlung nicht, sodass ich noch kurz vor knapp Fahrkarten kaufen musste - rüber nach Cacilhas.

Auf der Fähre (gerappelt voll) hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die Brücke und auf Lissabon, drüben in Cacilhas ebenso, und dort setzten wir uns auch in eine Kneipe und aßen ein paar Austern und ein paar Sardinen (sehr lecker!).

Nun fuhren wir wieder zurück ans Nordufer (auf einer leereren Fähre) und mit der U-Bahn in unsere Unterkunft, wobei Bärbel auf mein (fälschliches) Geheiß fast eine Station zu früh den Umstieg versucht hätte ...

Wir verbrachten eineinhalb Stunden in unseren Zimmern, ich leckte Wunden, kam zu spät zum Abendessentreffpunkt (sorry!), aber als ich dann da war, brachen wir auf. Die anvisierte Kneipe war hochpreisig und angesichts unserer schon drei (kleinen) Mahlzeiten vielleicht dann ein bisschen überambitioniert, sodass wir ein paar Schritte weiter (aua!) liefen und bei einem Mosambikaner zum Stehen kamen.

Der Chef war außerordentlich freundlich, das Essen war auch klasse (Garnelen in Kokossoße, Schweinefleisch mit sieben Gewürzen und Hühnchen in Erdnussoße, wobei Letzteres meines war und ich halt mit Huhn am Knochen immer nicht so ganz glücklich bin), wir waren längst satt (auch aufgrund der Samosas als Vorspeise), als noch eifrig portugiesische Schnäpse und mosambikanischer Nachtisch verzehrt wurden.

Jetzt sind wir nach Hause gewackelt, ich sitze schon in Schlafzeug auf dem Bett, denn morgen früh klingelt der Wecker (toller Urlaub, gell?!). Wir frühstücken wieder dort, wo wir heute gefrühstückt hatten, checken dann aus dem Zimmer aus und fahren mit der U-Bahn zum Busbahnhof, von wo aus wir dann um 12 Uhr mit dem Bus nach Porto fahren.

Auf Porto bin ich auch schon gespannt; von Lissabon haben wir viel (aber natürlich bei weitem nicht alles!) gesehen, ich glaube aber, den Damen reicht das auch so, denn die nächste Reise mit den zweien wird wahrscheinlich keine Städtetour werden.

Vertragen tun wir uns aber definitiv, von daher alles bestens!

Reiterstaffel

Präsident (?)

Kehrmaschine ...

Pastéis de Belém (die drei Dinger rechts)

Jerónimos-Kloster

Brücke und Fähre

Mittwoch, 6. September 2023

Eine absolute Vollkatastrophe

... war die Gepäckausgabe heute am Lissaboner Flughafen. Wir waren in Zürich leicht verspätet weggekommen und in Lissabon noch leichter verspätet angekommen, wir liefen zur Gepäckausgabe, allein, unser Flug war nicht ausgeschildert. Flüge, die vor uns angekommen waren, Flüge, die nach uns angekommen waren, alle waren ausgeschildert, aber unser Flieger aus Zürich nicht.

Ich bat die Damen, an Ort und Stelle zu bleiben, sodass ich durch den Gepäckausgabebereich wandern konnte und unser Gepäckband suchen. Der war allerdings nicht zu finden, ich lief zum Gepäckhandler, zog eine Nummer, als mir Schweizer entgegenkamen und meinte, dass unser Gepäck am Band "drü" ankäme. Also ich hinter denen her zum Band 3, an dem aber nur London-Gatwick ausgeschildert war.

Gepäck wurde ausgegeben, aber nicht unseres, und plötzlich lief das Band nicht mehr. Ich also wieder zum Gepäckhandler, der meinte, ich müsse halt - mehr als eine Stunde nach Landung - noch ein bisschen länger warten (unfassbar!), der Flug nach Zürich war nicht und wurde auch nicht angeschrieben ("technisches Problem"), aber irgendwann - eineinhalb Stunden nach Landung - kam unser Gepäck tatsächlich angerollt.

Freunde, es kann ja sein, dass es technische Probleme mit der Anzeige gibt, aber dann muss jemand die Passagiere empfangen und sagen, wo das Gepäckband ist. Und ja, es kann sein, dass die Gepäckausgabe dauert (wobei eineinhalb Stunden schon heftig sind), aber auch dann muss man doch die Passagiere informieren.

Nun hatten wir also endlich unser Gepäck in Händen, und von da an lief der Tag einigermaßen gut ...

Er hatte auch akzeptabel anfangen, wir fuhren um kurz vor 8 Uhr in Richtung Zürich, kamen überpünktlich um kurz vor 9 Uhr an, mussten noch tief in die Eingeweide des Flughafens fahren, um einzuchecken, das klappte aber auch ganz gut, die Sicherheitskontrolle ging sehr fix, wir tranken noch ein teures koffein- bzw. ovomaltinehaltiges Getränk und gingen dann in Richtung Gate und an Bord.

Der Flug war problemlos, und als wir endlich unser Gepäck hatten, fuhren wir mit der Metro fast direkt zu unserem Hotel. Der Check-in (alles mit Codes) war problemlos, wir blieben nur kurz dort und fuhren mit der Metro zum Terreiro do Paço, tranken und aßen eine Kleinigkeit in einer hübschen Kneipe (auch wenn das Essen okay, nicht herausragend war) und fuhren dann nach kurzem Fußweg mit dem Bus hoch zum Castelo de São Jorge.

Der Eintritt wurde entrichtet, der Ausblick genossen, die Burg ordnungsgemäß erkundet, dann ging es zur Porta do sol, auch wenn der Blick von dort auf die Häuser angesichts des bewölkten Himmels nicht ganz so großartig war wie erhofft.

Die Straßenbahn nach Baixa-Chiado war gerammelt voll, sodass wir zu Fuß runter zur U-Bahn liefen, noch Desinfektionsmittel in der Apotheke kauften (Lydia war in ein Loch in der Straße gelaufen und in Zeitlupe gestürzt, aber alles okay) und dann eine Station nach Baixa-Chiado fuhren.

Dort fielen wir in eine hübsche Kneipe mit sehr teurem Bier ein, die Damen tranken (schon) Portwein, ich Guinness, wir hatten noch ein Hüngerchen und bestellten Nachos und Tintenfischstreifen, alles okay, aber keine Sterneküche, passte schon ...

Die U-Bahn-Fahrt zurück zum Hotel wurde überlebt, wir liefen durch das Einkaufszentrum durch, das noch offen ist, und kamen praktisch direkt an unserer Unterkunft raus. Jetzt sitzen wir noch im Zimmer, trinken einen Schnaps oder zwei und gehen gleich ins Bett ...

Lissabon ist halt eine Großstadt und ein bisschen hektisch, diese Gepäckausgabe ist dringend verbesserungsbedürftig, aber sonst ist alles in bester Ordnung bei uns.

Kastell

Auch Kastell

Terreiro do Paço

Ausblick vom Kastell

Kathedrale mit Straßenbahn

Donnerstag, 31. August 2023

Zum Weihnachtsessen zum Hamsi

Es muss doch jetzt endlich mal klappen, dass meine Mutter zum Hamsi in Istanbul kommt, denn zu dem habe ich schon Gott und die Welt geführt, aber wenn meine Mutter dabei war, hat das irgendwie nie geklappt.

Wir waren in den letzten Tagen um Weihnachtsreisen herumgeschlichen, und am Ende war eigentlich Tirana Favorit, weil da die Flugzeiten von Karlsruhe aus ganz vernünftig waren, Mallorca war (wieder) in der Verlosung, aber da waren wir schon zu Weihnachten 2022 gewesen, und Istanbul geht natürlich immer, auch wenn Direktflüge irgendwie nicht gut zu kriegen waren.

Im Schnitzer hätten wir am Dienstag fast schon Tirana gebucht, aber jetzt sitze ich im Zug nach Hannover, und jetzt machen wir eine ganz spektakuläre Route:

Am Abend des 23. Dezember, dem Samstag vor Heiligabend, fliegen wir abends, kurz vor 20 Uhr, von Zürich nach Warschau. Zum ersten Mal im Leben fliege ich mit LOT, der polnischen Fluggesellschaft. In Warschau kommen wir um kurz vor 22 Uhr an und lassen uns dann mit dem Taxi gleich einmal in die Altstadt fahren, denn ich habe ein schönes Hostel aufgetan, direkt in bzw. nahe der Altstadt, in dem wir ein Zweibettzimmer mit eigenem Bad (und guter Bewertung!) - jaha, und auch mit abnehmbarem Duschkopf - haben, und das für nicht einmal 50 Euro!

Am Morgen des 24. Dezember geht es aber schon einigermaßen früh - und nach nur kurzem Spaziergang durch die Altstadt von Warschau - zurück zum Flughafen, denn mittags geht der Flug nach Istanbul. Dort kommen wir am späten Nachmittag an und werden dann - wahrscheinlich mit Bus, U-Bahn und Fähre, vielleicht aber auch mit dem Taxi, das gucken wir dann spontan - zu unserem Hotel in Asien, in Kadiköy, fahren. Da sind wir nicht weit weg vom Hamsi und werden ihm versuchsweise schon einmal einen Besuch abstatten, denke ich ...

Am 26. Dezember geht es dann zu einer christlichen Zeit (11 Uhr oder so) vom asiatischen Flughafen Sabiha Gökçen mit (angeblich) Turkish Airlines direkt nach Stuttgart, wo wir - aufgrund der Zeitverschiebung - kurz nach Mittag ankommen und uns anschließend in den Schwarzwald durchschlagen werden.

Und dann wird das Weihnachtsabenteuer auch schon wieder vorbei sein ... (Achso, meine Ma wird hoffentlich glücklich sein, dass sie diesmal sogar ein richtiges Handgepäcksköfferchen mitnehmen darf ...)

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Einen wollte ich noch von Andorra erzählen: Der andorranische Ausreisegrenzer ignorierte uns, auch als Christian von ihm wissen wollte, ob er durchfahren könne - er fuhr dann tatsächlich zu. Die spanische Einreisegrenzerin dagegen wollte aber tatsächlich unsere Ausweise haben und überprüfte die auch, beim Zoll (der da ziemlich groß aufgemacht ist) wurden wir dann aber durchgewunken ...

Sonntag, 27. August 2023

Ein Regeninferno am Montserrat

... haben wir heute erlebt (und, jaha, ich weiß, dass ein Regen-Inferno ein lebendiger Leichnam ist ...) ...

Das Essen, das Jessi und Christian gestern in unserer Ferienwohnung herausgekurbelt haben, um mal den Christian'schen Terminus technicus zu verwenden, schmeckte ganz hervorragend, und der Ausblick auf Sant Julià de Lòria, den wir aus unserer Hütte hatten, erhöhte das Wohlbefinden noch zusätzlich. Naja, was soll ich sagen, wir konsumierten dazu auch andorranisches, spanisches und portugiesisches Bier, Jessi trank Wein, uns ging's gut gestern Abend, aber auch gut heute Morgen, vor allem, weil wir diesen fantastischen Ausblick natürlich auch heute Morgen hatten.

Es war heute ein regnerischer Tag, aber in Andorra ging es noch einigermaßen. Das Wegbringen des Mülls, um das wir gebeten worden waren, stellte sich als einigermaßen kompliziert heraus, aber am Ende war der Müll weg und meine Hände in Bier getränkt (das Restbier aus den Dosen und Flaschen), was allerdings zu überleben war.

Der Versuch, bei McDonald's typisch andorranisch zu frühstücken, schlug fehl, sodass wir durchstarteten. In Seu d'Urgell, dessen katholischer Bischof der zweite Co-Fürst von Andorra neben dem französischen Staatspräsidenten ist, fuhren wir aus dem wunderschönen Tal des Valira-Flusses heraus, durchfuhren wieder den schon gestern (war das erst gestern?!) durchfahrenen teuren Tunnel zwischen Puigcerdà und Berga und machten, dass wir in Richtung Barcelona bzw. in Richtung des Klosters Montserrat kamen.

Auch die Fahrt war - trotz des Regens - wunderbar, die Auffahrt zum Montserrat war noch einigermaßen nebelfrei (die Abfahrt wenige Minuten später nicht mehr), wir hielten uns am Montserrat regen- und zeitbedingt nicht arg lange auf, aber für ein Regenfoto langte es, und schon waren wir auf dem Weg in Richtung Girona.

Wir hatten jetzt eigentlich vor, unterwegs - jetzt aber wirklich - typisch katalanisch zu essen, aber die Fahrerei war bei jetzt strömendem Regen nicht so schön, wir sahen auch einen Unfall und entschieden uns daher, dann doch gleich zum Flughafen zu fahren, zumal wir nicht so ganz ewig viel Zeit hatten. Dort kamen wir früh an, es gab noch ein bisschen Verwirrung, wo wir das Auto abgeben müssten, wir gaben es an der richtigen Stelle ab und liefen dann durch den Regen zum Terminal.

Die Sicherheitskontrolle war gähnend leer, die Auswahl an Speisen und Getränken allerdings auch eher bescheiden, und so aßen wir bei Burger King typisch ... äh, nunja ... Der Burger King am Flughafen von Girona bietet auch Bier an, das ließen wir uns nicht zweimal sagen, auch wenn das zweite "Riesenbier" irgendwie deutlich kleiner war das erste ... Das ist eine ziemlich doofe Abzocke, aber am Ende dieses wunderbaren Ausflugs ließen wir uns davon nicht die Laune verderben.

Wir kamen mit ein bisschen Verspätung weg, ich pendelschlief im Flieger ein bisschen, wir landeten mit wenigen Minuten Verspätung, wodurch wir den 17-Uhr-Bus verpassten, aber den 18-Uhr-Bus erwischten wir (obwohl ich mir noch meine Brille, wo das Verbindungsstück zwischen Brille und Bügel abgebrochen ist, notdürftig reparieren musste), und jetzt sitze ich im Zug nach Donaueschingen, wo mich meine Mutter liebenswürdigerweise abholt, weil ich sonst noch ein bisschen später in Bonndorf wäre.

Das war ein ganz wunderbarer, sehr entspannter, sehr lustiger Ausflug in die Pyrenäen; Montserrat und den Port de Cabús erkunde ich nochmal (richtig), und diese Unterkunft in Andorra hat uns allen dreien sehr, sehr gut gefallen ...

Unterwegs in den regnerischen Pyrenäen

Kloster Montserrat

Samstag, 26. August 2023

Fast vom Verkehrsschild erschlagen

... worden wäre ich heute auf dem Port d'Envalira, denn als ich - es war sehr windig - ein Foto vom Schild auf dem Pass machen wollte, fiel hinter mir - Christian sagte, einen Meter von mir entfernt - ein mit einem Betonfuß ausgestattetes Verkehrsschild um. Ich hörte es dann zwar klappern, aber dass das so nah gewesen war, hatte ich gar nicht richtig mitbekommen ... Nun denn, juchhe, wir leben noch!

Ich hatte verblüffenderweise ganz gut geschlafen, bei offener Balkontür (Jessi und Christian hatten ihr Fenster sperrangelweitoffen), um 7 Uhr ging der Wecker, kurz danach schrieben die beiden mir, dass sie auf dem Weg ins Bad seien, also unternahm ich das beschwerliche Stück weg ebenfalls.

Um kurz vor 8 Uhr klopfte ich bei den beiden, an der Rezeption war niemand, also ließen wir die Schlüssel liegen und schrieben eine Nachricht, dass sie uns bitte das Geld über die (dem Vermieter bekannte) Kreditkarte abbuchen sollten. Das geschah dann auch, alles bestens, auch wenn wir die Inhaber nie zu Gesicht bekamen.

Daher verließen wir Puigreig gegen 8 Uhr und fuhren - nun bei Helligkeit mit wunderbaren Blicken auf die südlichen Ausläufer der Pyrenäen - in Richtung França (und keineswegs in Richtung "Francia", denn auf praktisch allen Verkehrsschildern wird in Katalonien ausschließlich Katalanisch geschrieben und kein Spanisch).

Die Schengengrenze nach Frankreich wurde so passiert wie vorgesehen, nämlich so, dass wir es nicht wirklich bemerkten, und kaum waren wir in Frankreich, waren wir schon wieder in Spanien, nämlich der katalanischen Exklave Llívia. In diesem nicht ganz kleinen Örtchen tranken wir erst einmal koffeinhaltige Heißgetränke (selbst ich trank einen Espresso), kauften Käse, Brot und Schinken ein (die Verkäuferin identifizierte uns schnell als Deutsche und sagte dann zur Verabschiedung "Danke schön!"), fuhren zurück nach Frankreich (wieder kein Grenzstein) und hielten an einem Parkplatz mit Blick auf die Berge an. Das Frühstück wurde auf der Kofferraumabdeckung zu- und ausgebreitet und genüsslich verspeist - herrlich!

Nun ging es weiter in Richtung der französisch-andorranischen Grenzkontrolle, von der wir im Vorfeld nicht so ganz richtig wussten, was uns erwarten würde: Einerseits ist das eine Schengen-Außengrenze, andererseits kann man aus Andorra ja nicht richtig raus und vor allem nicht richtig rein, ohne durch Spanien oder Frankreich zu reisen, am Ende wurden wir - ohne dass sich jemand ernsthaft unsere Ausweise anschaute - durchgewunken. Mal sehen, ob das morgen, wenn wir potenziell mit andorranischer Schmuggelware nach Spanien einreisen könnten, auch so locker gesehen wird ...

Um 11.02 Uhr erreichten wir andorranisches Territorium. Wir hatten uns schon vor Wochen entschieden, den Envalira-Tunnel zu verschmähen und stattdessen über den höchsten befestigten Straßenpass der Pyrenäen zu fahren, und das war eine sehr gute Entscheidung. Bei der Auffahrt war es sehr windig, was wir feststellten, als wir auf einem großen Parkplatz neben der Polizei parkten und Fotos vom Gebirge machten, denn mir wehte es die Mütze vom Schädel.

Oben auf der Passhöhe wurde ich nicht nur vom Verkehrsschild attackiert, sondern Christian geriet auch in einen Beinahe-Sandsturm (und hatte ob der windigen Kühle da oben einen Pullover angezogen), sodass wir - nachdem wir alle Fotos gemacht hatten, die wir machen wollten - nun auch in Richtung Andorra-Stadt fuhren.

Wir bogen allerdings vorher ab, denn wir wollten zum Port de Cabús, einem weiteren hohen Straßenpass der Pyrenäen. Leider wurden wir in Erts von der Polizei angehalten und abgewiesen, da läuft dieses Wochenende irgendein World Cup, sodass wir nicht zum Port de Cabús auffahren konnten. Wir drehten also und fuhren nun wirklich in Richtung Andorra la Vella.

Dort parkten wir in einem Parkhaus, von dem ich hoffte, dass es nahe der Innenstadt war, kamen ans Tageslicht und waren mitten, aber wirklich mitten in der Innenstadt. Wir aßen erst einmal ein Eis und wanderten dann in Richtung des Flusses Valira, der durch Andorra la Vella fließt, machten dort eifrig Fotos, auch vom deutschen Honorarkonsulat, wanderten dann zurück zum Auto und machten uns auf zum nächsten Etappenziel.

Wir fuhren in Richtung Süden und danach in Richtung Westen, denn wir wollten nach Os de Civís. Jetzt werden wieder einige Leserinnen und Leser anfangen zu gähnen, aber Os de Civís ist eine Anomalie im Schengen-Regime: Os de Civís ist ein spanischer Ort, der aber mit dem Auto nur über Andorra zu erreichen ist (wir haben es nachgeprüft, die Strecke ist hinter dem Dörfchen gesperrt und auch schlecht); dementsprechend überquert man auf dem Weg von Andorra dorthin zwar eine Schengen-Außengrenze, da aber keine Gefahr von Schmuggel oder illegaler Migration besteht, wird diese Schengen-Außengrenze nicht überwacht, man kann also einfach durchfahren.

Das machten wir dementsprechend auch, hielten nach Prüfung der Unwegbarkeit der vermeintlich weiterführenden Straße noch kurz in Os de Civís für ein Getränk an (da hatten wir wenigstens wieder spanisches Roaming) und fuhren noch einmal in Richtung Port de Cabús in der Hoffnung, dass der World Cup vorbei ist und wir hochkämen.

Also ging es wieder in Richtung Andorra la Vella, durch die Stadt durch, hoch nach Erts, und wieder wurden wir von der Polizei ausgebremst. Nun hatten wir genug, fuhren wieder zurück (also wieder durch Andorra la Vella) und endeten hier in unserem kleinen Örtchen im Centre Comercial zum Einkauf.

Jessi und Christian hatten sich bereit erklärt, heute zu kochen (es riecht schon wunderbar, während ich diese Zeilen schreibe), auch, weil wir aus der Beschreibung unserer Unterkunft hier gesehen hatten, dass wir einen wunderbaren Ausblick ins Tal haben müssten, und den wollten wir genießen.

Der Ausblick ins Tal ist noch wunderbarer als ausgemalt, das ist ganz großartig, wir sitzen hier in der Küche, Jessi und Christian brutzeln, ich gucke von Zeit zu Zeit aus dem Panoramafenster und verliebe mich immer wieder neu in diesen Ausblick.

Das war heute ein ganz fantastischer Tag, auch wenn wir nicht zum Port de Cabús kamen; diesen Pass erwischen wir noch irgendwann. Wir hatten auch echt Glück mit dem Wetter, denn aus dem angeblich tagfüllenden Regen haben wir nur heute Mittag auf dem Weg aus Os de Civís ein bisschen stärkeren Nieselregen erlebt - uns gefällt es hier in Andorra wirklich gut ...

Den Blog lade ich jetzt mal vor dem Essen hoch, denn wir haben viel Bier eingekauft ...

Unterwegs in Richtung Frankreich

Schon wieder in Frankreich

Frühstück in Frankreich mit spanischem Speck und Käse

Auf zum französischen Pass

Nebel im Tal

Fast schon auf dem Port d'Envalira

Ort des Beinahe-Verbrechens

Blick vom Pass

Andorra la Vella, Blick auf den Valira

Honorarkonsulat

Fußgängerzone

Blick auf Andorra

Os de Civís

Fast wieder in Andorra

Blick aus unserer Küche ins Tal

... auch ohne Stühle und Tisch

Alles auf den letzten Drücker

... klappten heute sehr viel Sachen, aber wenn sie klappen, ist es ja wurscht, ob es der erste oder letzte Drücker ist.

Ich hatte gerade den Blog abgeschickt gestern Abend, als wir in Baden-Baden angehalten wurden, weil bei Freiburg ein Baum, der durch den Sturm umgefallen war, die Oberleitung gekappt hatte. Wir standen und standen, irgendwann kam die Ansage, dass wir einen Ersatzhalt im Freiburger Vorort Denzlingen einlegen würden, also nahm ich von allen Taxischeinen Abstand (die Schlange war lang) und bat meine Mutter, mich in der Weltstadt Denzlingen abzuholen.

Irgendwann gegen 1 Uhr kam ich in Denzlingen an, meine Mutter trudelte ein bisschen später ein, und vor lauter Herumgefahre waren wir erst um kurz vor 3 Uhr in Bonndorf - kurzum: eine einzige Katastrophe.

Der heutige Arbeitstag war entsprechend - lang und außerordentlich ergiebig ... Höhö.

Gegen 14.30 Uhr brachen wir auf - meine Mutter, meine Ersatzoma und ich -, auf dass wir einigermaßen frühzeitig am Baden-Airpark wären, ohne dass ich (noch länger) Zug fahren müsste. Freiburg ging sogar einigermaßen, nach Freiburg standen wir auf der Autobahn kurz im Stau, weil in einer Baustelle ein Auto stehengeblieben war, aber wir kamen so gegen 16.45 Uhr oder so am FKB an. Ich stieg aus, verabschiedete mich von den beiden Damen, die fuhren los, und ich warte auf Jessi und Christian, denn die sollten ungefähr fünf Minuten später mit dem Bus ankommen.

Das Einzige, das ankam, war ein Telefonat von Christian, denn die hatten in Kaiserslautern bereits den Bus verpasst, weil der - obwohl die Baustelle, die die Umleitung bedingte, längst abgebaut war - noch mehr oder weniger zufällig nach Baustellenfahrplan fuhr. Dementsprechend wären die beiden arg knapp für die planmäßige Abflugzeit angekommen. Also wurde meine Ersatzoma instruiert, meine Mutter zum Bahnhof in Rastatt zu führen, damit die beiden die beiden abholen könnten.

Das klappte vorzüglich, Jessi und Christian wurden vom Mamataxi XL zum Flughafen kutschiert, die Sicherheitskontrolle ging natürlich fix, sodass wir gemütlich ein Bierchen im Biergarten des Flughafens trinken konnten ...

Die ganze Eile war völlig umsonst gewesen, denn der Flieger hatte sich schon auf dem Flug von Nürnberg nach Girona Verspätung aufgeladen und kam mit etwa zwei Stunden Verspätung erst an, sodass auch unser Flug zwei Stunden Verspätung aufwies. Das war insofern blöd, als dass unsere Autovermietung um 21.45 Uhr schließen wollten - und unsere neue Ankunftszeit war 21.40 Uhr -, aber auch, als dass wir nun sehr weit jenseits der Check-in-Zeit in unserem Hostel sein würden, denn diese Zeit (bis 21 Uhr) hätten wir schon bei planmäßiger Ankunft gerissen.

Nun denn, wir stiegen in den Flieger und landeten nach unruhigem Flug um 21.53 Uhr, liefen zügig zur Autovermietung, die gerade im Schließen begriffen war, aber uns noch bearbeitete, und so saßen wir - die Dame wartete schon darauf, den Fuhrpark abschließen zu können, als Christian sich noch mit dem Auto vertraut machte, gegen 22.15 Uhr im Auto.

Es ging durch die dunkle Nacht, erst viel auf der Autobahn, später durch Waldstücke, die tagsüber bestimmt toll aussehen, bis wir gegen 23.40 Uhr in unserem Hostel ankamen. Ich telefonierte - mein Spanisch ist mal wieder brutal eingerostet - auf Spanisch mit der Vermieterin, das klappte auch alles einigermaßen (nur das Hotel ist wahnsinnig heiß, ich sitze jetzt gerade halbnackt auf dem Balkon, weil es sonst zu heiß ist), wir gingen ganz kurz aufs Zimmer und suchten dann die letzte Bar auf, die hier noch offen haben sollte.

Auch diese Bar war im Schließen begriffen, wir bekamen aber noch 3+6 Dosen Bier, verzehrten diese bei schon abgeschlossener Bar auf der Veranda und sind nun im Hostel angekommen. Gleich gehe ich ins Bett, morgen soll es schon gegen 8 Uhr in Richtung Llívia und dann Richtung Andorra gehen.

Geklappt hat alles, aber wie - aber jetzt geht es uns gut.

Gute Nacht! (Heute vor lauter Dunkel keine Fotos, aber morgen kommen bestimmt welche ...)  

Donnerstag, 24. August 2023

Warten auf Mitternacht

Ich sitze im Moment im Zug nach Freiburg und komme gegen halb zwölf dort an, dann geht es zur S-Bahn hoch in den Schwarzwald, sodass ich hoffentlich gegen halb eins in Neustadt ankomme und in die Arme meiner Mutter fallen kann ... Bis dahin will ich aber - wenn das Internet im Breisgau und im Schwarzwald mitspielt - noch ein paar Landausflüge buchen, denn ab morgen kann man für unsere Kreuzfahrt im März Ausflüge reservieren, und ich gucke mal, ob das schon ab Mitternacht funktioniert ...

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Morgen fahre ich mit meiner Mutter und meiner Ersatzoma am Nachmittag zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, um von dort mit Jessi und Christian nach Girona zu fliegen. Wir nehmen diesmal ausnahmsweise das Auto zum Flughafen, weil ich sonst noch früher Schluss machen müsste, denn der Flieger geht schon vergleichsweise früh, um 18.40 Uhr. Mal sehen, ob wir noch am Berufsverkehr in Freiburg vorbeikommen ...

Vom Flughafen in Girona geht es dann mit dem Mietauto noch ein Stückchen in Richtung Andorra, aber wir werden noch in Spanien übernachten.

Der Samstag ist dann der große Ausflugstag, denn vom Übernachtungsort in Spanien geht es zunächst in Richtung der französischen Grenze. Wir durchqueren französisches Gebiet auf dem Weg in die spanische Exklave Llívia; von dort fahren wir - wieder über französisches Gebiet - nach Andorra. Die Grenze Andorras zu Frankreich und Spanien ist (okay, neben Gibraltar, aber das wird sich ja hoffentlich bald ändern ...) die letzte echte Landgrenze mit Grenzkontrollen in Westeuropa, aber auch das werden wir überstehen.

Um von Frankreich nach Andorra zu fahren, gibt es zwei Möglichkeiten: durch den Tunnel oder über einen höchsten Straßenpass der Pyrenäen, und natürlich nehmen wir den Pass am Port d'Envalira auf 2.408 Metern.

In Andorra fahren wir dann zum Port de Cabús, einer weiteren Passhöhe, auf 2.328 Metern; dort ist die Grenze zu Spanien, und dieser Grenzübergang ist - obwohl eine Schengen-Außengrenze - unbewacht. Naja, die Straße ist auf der spanischen Seite auch nicht asphaltiert, sodass wir wahrscheinlich tatsächlich oben auf andorranischer Seite stehen bleiben werden und dann zu Fuß ein paar Meter über die Grenze laufen ...

Die dritte Grenzüberquerung soll es dann auf dem Weg nach Os de Civís geben, das ist ein spanisches Dörfchen, das allerdings nur über Andorra mit dem Auto erreicht werden kann. Dementsprechend ist auch hier die Schengen-Außengrenze unbewacht; das wird sehr, sehr spannend ...

Den Abend verbringen wir dann voraussichtlich in unserem Häuschen oberhalb von Sant Julià de Lòria, von dem aus wir einen tollen Ausblick aufs Tal haben sollen - mal sehen ...

Am Sonntag geht es dann aus Andorra wieder zurück zum Flughafen, und wir sind noch nicht ganz sicher, ob wir einen Abstecher zum Kloster Montserrat machen (da war ich noch nicht) oder nach Lloret de Mar (da waren die beiden noch nicht), das entscheiden wir dann wahrscheinlich spontan ...

Jedenfalls freue ich mich schon sehr auf den Kurztrip in das 38. gemeinsame Land von Jessi, Christian und mir.

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Einen ganz kleinen Kurzurlaub in Deutschland habe ich gestern Abend gemacht, als ich beim Stammitaliener bei mir um die Ecke ein paar Stunden Kalabrien genossen habe; und die wunderbare Vorspeisenplatte, die ich da mal wieder verspeist habe, möchte ich - auch angesichts des Schnappschusses von Bildkomposition (wie ich finde) - den werten Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten: