--
Nach dem wieder sehr leckeren Frühstück gestern Morgen zwei Häuser neben unserem Apartmenthaus (wir hatten unser Gepäck im Videoüberwachungsraum des Apartmenthauses lassen können) teilten wir uns auf, Octavia und Maximus Adonis (siehe dazu auch den "anonymen" Leserbrief unter dem letzten Blogeintrag) machten einen Kirchenvormittag, Aurelia wanderte ein bisschen durch Burg und Innenstadt und Lady Voldemort und ich spazierten an der schönen Savepromenade an etlichen Kneipen vorbei, die aber am Morgen und bei regnerischem Wetter verwaist waren.
Danach wollten wir hoch zur Burg, ich jagte Lady Voldemort über Parkplätze und durch Matsch, weil ich nicht herausfinden konnte, wo die Straßenbahn denn nun abfährt - und am Ende stiefelten wir doch den Berg hoch, vorbei an der österreichischen Botschaft ... Ich schwitze gar nicht einmal so sehr wie befürchtet, wir setzten uns auch kurz auf eine der Bänke mit Blick auf die Save, bevor es dann wieder anfing zu tröpfeln und wir - den in letzter Minute eingepackten Knirps intensiv nutzend - noch einmal in Richtung Burg liefen.
Letzte Blicke auf Donau und Save wurden genossen, wir stellten uns kurz unter Bäumen unter (es gewitterte ja nicht) und trafen dann Octavia und Maximus Adonis bei der Statue mit dem Adoniskörper mit Blick auf Zusammenfluss von Save und Donau ... Von dort gingen wir gemütlich durch die Innenstadt zurück zur inzwischen liebgewonnenen Bank auf der Veranda der Cocktail-Bar direkt in unserem Apartmenthaus, in der wir kein einziges Mal (!) gewesen waren ...
Aurelia tauchte auch wieder auf, sodass wir unser Gepäck entgegennahmen und zwanzig Minuten durch die Stadt zur Starthaltestelle des Flughafenbusses wanderten.
Wir hatten den Bus laut Anzeige um wenige Minuten verpasst, und der nächste Bus sollte erst in 20 Minuten fahren, das hätte auch noch gereicht, aber ein paar Minuten später fuhr doch ein Bus Nr. 72 vor, der uns mitnahm (und wir bekamen sogar Sitzplätze!) ... Unterwegs kamen wir ein bisschen vom Weg ab (Umleitung), und der Bus brauchte auch eine gute Stunde zum Ziel, aber die Ausreise und Sicherheitskontrolle ging sehr fix (hier brauchte man auch nicht einen persönlichen Einweiser ...).
Im Duty-Free-Shop ging ich vermeintlich verloren, ein anderer Glatzenträger wäre fast fehlidentifiziert worden (hätte auch gut gepasst, meinten die anderen, weil der an der Bar saß ...), ein Bier wurde dann doch noch an der Bar konsumiert und ein bisschen Manöverkritik geübt, bis wir schließlich zum Gate gingen.
Wir kamen pünktlich weg, obwohl wir als Letzte boardeten, und weil wir vorne saßen, kamen wir nach der pünktlichen Landung (ich sah noch die letzten Sekunden des Spanien-Spiels) auch schnell aus dem Flieger raus. Der Zoll wollte nix von uns, aber trotzdem verpassten wir (wieder) das Verkehrsmittel, hier die S-Bahn, um wenige Minuten.
Das tat der Freude keinen Abbruch, wir stiegen am Hauptbahnhof aus, fuhren noch ins irische Pub, und wenn wir nächstes Jahr in Irland aufschlagen sollte, würde mich das nicht überraschen.
Belgrad hat mich - mal wieder und jedes Mal anders - überrascht. Und das lag nicht nur daran, dass ich wirklich nicht erwartet hätte, dass ich am Sonntag am Strand liegen und sogar (wortwörtlich) in (den) See stechen würde, aber das war eine sehr gute Idee (deswegen kam sie offenkundig nicht von mir). Auch sonst fühlt sich Belgrad so unglaublich viel mitteleuropäischer, weniger roh, raffinierter an als noch 2018 und erst recht 2004 - gefühlt jeder spricht (gut) Englisch, Kartenzahlung ist praktisch nirgendwo ein Problem, dass die öffentlichen Verkehrsmittel komplett kostenfrei sind, ist natürlich ganz grandios, jetzt noch freies (Daten-)Roaming, dann wäre das fast perfekt ...
Dass ich von der Sveti Sava begeistert war, konnte man vielleicht erahnen, aber auch die Atmosphäre in der Innenstadt, gerade mit den kleinen Alleechen, in denen es eine Kneipe neben der anderen gab, hat mir richtig, richtig gut gefallen.
Von der angespannten politischen Lage hat man mit den wirklich unzählingen "FCK BLK" bzw. "FCK SNS"-Graffiti und dem gesperrten Park direkt gegenüber des Parlaments durchaus etwas mitbekommen, aber dafür war jetzt nicht viel Polizei oder Militär auf der Straße. Das Leben geht im Wesentlichen seinen ganz normalen Gang - aber wenn die Regierungspartei SNS mit der kosovarischen Widerstandsarmee UÇK gleichgesetzt wird, geht es im dann doch recht nationalistischen Serbien wahrscheinlich nicht mehr vaterlandsverräterischer ...
--
Morgen geht es also um 4 Uhr in Bonndorf los, wir sollten so gegen 5.30 Uhr oder so am Flughafen sein, sodass der Flieger um 8.15 Uhr normalerweise kein größeres Problem darstellen sollte. Planmäßige Ankunft in Budapest ist um 9.50 Uhr - bis wir dann aus dem Flughafen raus sind, ist es 10.15 Uhr, und bis wir in der Stadt sind, ist es 11 Uhr - wir wohnen am Oktogon, können aber erst um 15 Uhr in die Bude. Wir werden sehen, ob wir das Gepäck entweder irgendwo unterstellen oder aber uns irgendwo so hinsetzen, dass das Gepäck nicht sonderlich stört, aber das kriegen wir sicherlich hin ... Jo, und dann lassen wir uns ein bisschen treiben ...
Nun bin ich kein echter "local" in Budapest, aber ein bisschen kenne ich mich dann schon aus, sodass ich hoffe, dass ich dieser Truppe diese schöne Stadt, die seit der letzten Parlamentswahl noch schöner geworden ist, nahebringen kann ...
![]() |
| Militärmuseum auf der Burg |
![]() |
| Uhrturm |
![]() |
| Auf dem Weg zum Uhrturm |
![]() |
| Burg vom Saveufer |
![]() |
| Da musste ich sehr feiern, auch weil ich schon in Slavonski Brod war ... |
![]() |
| Tote Hose an der Savepromenade |






Die angesprochene Ungleichbehandlung wird inzwischen sogar explizit erwähnt – gleichzeitig aber unverändert fortgeführt. Dass bei einem männlichen Kollegen der vollständige Name selbstverständlich verwendet wird, während ein weiblicher Name weiterhin gekürzt wird, vermittelt den Eindruck, dass Kritik nicht ernsthaft berücksichtigt wird. Genau solche Muster stabilisieren strukturelle Ungleichbehandlung. Der Blog wird daher künftig wohl mit einem Leser weniger auskommen müssen.
AntwortenLöschen