Bei meinen letzten (richtigen) Besuchen in Belgrad, 2004 und 2018, war die Sveti Sava noch Baustelle, inzwischen ist die größte serbisch-orthodoxe und eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt so ziemlich fertig und unglaublich prächtig - das war ganz großartig!
Das Aufstehen heute Morgen ging bei mir einigermaßen gut, auch wenn die Nacht wieder nicht so richtig lang war und ich in der Nacht auch nochmal den Blogeintrag etwas überarbeitet hatte, aber die Dusche tat wahre Wunder, sodass wir pünktlich Aurelia aus ihrem Hostel abholen konnten.
Wir gingen frühstücken, ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt, und aßen fast alle Avacadobrot mit Rührei oder Rührei mit Avacado - dazu trank selbst ich Cappuccino und, oh Wunder, der schmeckte mir sogar ...
Das Bezahlen funktionierte ganz gut, auch wenn die Bedienung statt der angesagten 5.500 Dinar nur 5.000 in ihr Gerät eingab, was ich erst sah, als wir schon um die Ecke waren. Also dackelte ich noch einmal zurück und gab ihr die fehlenden 500 Dinar in bar, weil sonst gefühlte 70 Cent Trinkgeld ein bisschen arg wenig gewesen wären ...
Im Supermarkt, der uns ziemlich "deutsch" vorkam, holten wir Getränke, ehe wir uns in der Straßenbahn aufmachten zum Karađorđe-Park. Durch diesen hindurch - Bauzäune stehen auch dort noch ebenso wie an der Sveti Sava, die tatsächlich noch nicht ganz fertig ist - liefen wir zum Eingang des Dom des heiligen Sava, wie die Kirche offiziell heißt. Eintritt wird keiner verlangt (das finde ich immer sehr löblich), aber wir wurden regelrecht erschlagen von den ganzen goldenen Mosaiken und dem riesigen Kronleuchter und der riesigen Kuppel in dieser riesigen Kirche.
Kirchen insgesamt haben mich in letzter Zeit in mehrfacher Hinsicht eher nicht mehr so umgehauen, aber die Sveti Sava war heute eine echte Ausnahme - boah ...
Auch die Krypta, deren Eingang wir schlussendlich noch fanden, ist beeindruckend - da sind die Bilder wahrscheinlich sprechender als jede unsachgemäße Beschreibung, daher lade ich gleich noch ein paar hoch ...
Nach dem Besuch der "großen" Sveti Sava gingen wir auch noch in die kleine, ältere Kirche, die ebenfalls frisch restauriert wirkte und viel dunkler und kleiner wirkte, aber nicht weniger beeindruckend war (jedenfalls für mich Kunstbanausen). Auch da wurde in den letzten Jahren wirklich viel gemacht, das hat mir sehr gut gefallen ...
Wir liefen auf Hinweis von Gemini in Richtung des Viertels Vračar, weil es dort ein paar schöne Cafés geben sollte. Ein solches okkupierten wir nach einem kleinen von mir produzierten Umweg, tranken wieder Cappuccino und wanderten dann in Richtung eines definitiv einheimischen Marktes, auf der von Obst und Gemüse über Fleisch, Fisch und Blumen ganz, ganz viele Produkte des täglichen Bedarfs verkauft wurden.
Leider schloss der Markt ziemlich genau zu der Zeit, zu der wir da unterwegs waren, sodass auch die angrenzenden Esslokalitäten im Schließen begriffen waren. Daher wollten wir zurück in die Innenstadt fahren, erwischten auch einen Bus, aber der fuhr im Kreisverkehr am Slawischen Platz einfach eine volle Runde und fuhr wieder in die Richtung, aus der wir kamen.
Also stiegen wir aus, liefen noch einmal durch den Karađorđe-Park, vorbei an einer weiteren Hochzeitsgesellschaft und stiegen in einen Bus ein, der uns schließlich zum Platz der Republik führte. Von da war es ein kurzer Spaziergang in die Cocktailbar, die wir angepeilt hatten.
Dort tranken wir, wenig überraschend, einen Cocktail und aßen recht lecker Italienisch, bevor wir einen kleinen Spaziergang zum Studentenpark machten und uns dort über Gott und die Welt unterhielten - insbesondere die Frage, weshalb eine Botschafterresidenz diplomatischen Schutzes bedarf, sorgte für Diskussionen ...
Es ging in Richtung Sonnenuntergang, als wir den Studentenpark verließen und durch die Fußgängerzone (eine Kneipe an der anderen) einen (längeren) Spaziergang in Richtung Parlamentsgebäude begannen.
Am Rektoratsgebäude der Uni sind unzählige Graffiti, die "FCK BLK" propagieren und damit nach unserer Recherche die Menschen zum Teufel jagen wollen, die gegen die aktuelle Regierung protestieren und dabei wohl auch Blockaden (daher "BLK") errichtet haben. Diese Graffiti wurden teilweise übersprayt mit "FCK SNS", wobei "SNS" für die Partei des amtierenden Präsidenten steht.
Auch am Pionierspark bekamen wir die Auswirkungen dieses politischen Kampfes zu spüren, denn dieser dient offenbar als Rückzugsort für die Pro-Regierungs-Protestierer, und zum Dank sperrt die Regierung anscheinend den gesamten Park ... Nun denn ...
Das Parlamentsgebäude konnten wir ungeschoren fotografieren; von dort ging es am Gebäude der Hauptpost vorbei zur Markuskirche, die wir aber schon geschlossen vorfanden. Schön ist der Bau von außen aber trotzdem. Der Spaziergang ging weiter durch den sehr schönen Tašmajdan-Park, der offenbar von der aserbaidschanischen Regierung im Rahmen ihrer "Denkmal-Diplomatie" gestiftet wurde ...
Jetzt war die Sonne aber endgültig untergegangen, sodass wir den Heimweg antraten und schließlich in der Nähe unserer Apartments noch ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen zu uns nahmen. Jetzt sind wir im Bett, morgen geht es so gegen 9 Uhr weiter - das war ein Tag, an dem ich wieder einmal viel Schönes gesehen habe ...
Mal sehen, wie heiß es morgen wird, vielleicht fahren wir mal zum Stadtstrand und strecken die Füße ins Wasser ...
Fotos gibt es heute einige:
![]() |
| Sveti Sava |
![]() |
| ... von innen |
![]() |
| Kronleuchter |
![]() |
| Krypta |
![]() |
| Decke |
![]() |
| Alte Sveti Sava |
![]() |
| Parlament |
![]() |
| Markuskirche |
![]() |
| Parlament |
![]() |
| Markuskirche |










Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen