... wurde heute in Belgrad beobachtet, denn ich habe gestern beim Memory-Gewinnspiel auf der Arbeit ein Datenschutz-Hündin-Stofftier gewonnen, und das wird jetzt hier brav in Belgrad ausgeführt. Die guckt immer so traurig (müssen Datenschützer wohl), aber ich glaube, am Ende hat es ihr bei uns auch gefallen ...
Oh Gott, was schreibe ich hier?!
Der gestrige Abend endete in einer örtlichen (Hannoveraner) Gastronomieeinrichtung, in der man auch noch die Musik selbst machen musste, ich trank wirklich nur Fanta, und gegen 1.30 Uhr war ich im Bett ...
Die Nacht war kurz, denn um 6 Uhr stand ich schon wieder auf, um 6.48 Uhr fuhr meine Bahn vom Treffpunkt mit Aurelia Célestine Vivienne ab, allein Aurelia Célestine Vivienne ward nicht gesehen. Die S-Bahn wollte ich aber schon erreichen, also fuhr ich die eine Stadtbahnstation zur S-Bahn, ich stiefelte hoch, die S-Bahn fuhr ein - und in diesem Augenblick schwebte Aurelia völlig selbstverständlich die Treppe hoch. Die Coolness bewundere ich ja fast.
Somit waren nicht schon in den ersten Minuten Verluste zu verzeichnen, am Hauptbahnhof stiegen Lady Voldemort, Octavia Florentina Lucrezia (die zudem den Ehrentitel "Prinzessin" zu führen gedenkt) und Maximus Adonis (das war die erste Version des Namens, und irgendwie gefällt mir die wesentlich besser) zu - und wir kamen pünktlich am Flughafen an.
Der Check-in (den wir machen mussten, weil in Hannover ja kein Online-Check-in möglich ist) funktionierte einigermaßen zügig, die Sicherheitskontrolle ist eine Katastrophe, weil die Kontrolleure durchaus unfreundlich die Leute anschnauzen, wenn in einer für vier Personen zur gleichzeitigen Kontrolle eingerichteten Anlage tatsächlich vier Personen gleichzeitig die Wannen einräumen wollen, wenigstens kam mein Zeug ungeschoren durch. Die elektronische Ausreisekontrolle war natürlich auch nicht angeschaltet, aber am Ende hatten wir - latürnich - genug Zeit, um in aller Ruhe uns ein Stück vom Gate entfernt hinzusetzen.
Das Boarding startete ein bisschen verzögert, auch danach verzögerten sich noch ein paar Dinge, sodass wir erst um 9.54 Uhr starteten. Der eineinhalbstündige Flug ging recht angenehm vorbei und um 11.30 Uhr landeten wir fast pünktlich in Belgrad.
Ein gewisser Reiseblogautor musste drinkend um Eck, sodass wir - nachdem Aurelia von den Rollstuhlfahrertrupps unsanft ausgebremst worden war - ein bisschen in der Passkontrollschlange warten mussten, weil wir von den Insassen einer anderen Maschine überholt worden waren. Die Einreise nach Serbien geht mit deutschem Reisepass sogar elektronisch (sehr löblich!), aber mit deutschem Ausweis halt nicht, sodass die Passreisenden sich in Solidarität mit den Ausweisreisenden mit in die manuelle Kontrollschlange stellten.
Wir kamen noch pünktlich für den 12.15-Uhr-Bus zur Haltestelle, allerdings fuhr die Linie 600 vor der Linie 72 ab, und da der Online-Reiseführer beide als zielführend postuliert hatte, stiegen wir eben in die 600 ein.
Das stellte sich - abgesehen davon, dass die wie überall in Belgrad kostenfreien Nicht-Express-Busse gerammelt voll waren - als nicht komplett zielführend heraus, denn die 600 fuhr nur in die weiter draußen gelegenen Innenstadtgebiete. Also stiegen wir an der Station Mostar aus und fuhren mit der Straßenbahn 2L in Richtung Stadt. Leider änderte die Fahrerin mitten in der Fahrt die Linien- und Streckenführung, sodass wir erneut das Gefährt wechseln und nunmehr mit dem Bus Nr. 26 bis annähernd vor die Haustür des Hotels gefahren wurden.
Wie üblich führe ich einmal pro Reise die Truppe im Seich herum, wenn das bei der Anreise passiert, ist das immer unglücklich, aber sie haben mir, glaube ich, verziehen ...
Wir konnten - nachdem wir die Apartments gefunden hatten - schon einziehen, Aurelia bezog auch ihr Hostel, und so liefen wir kurz nach unserer Ankunft durch die Straßen der Innenstadt in Richtung Skadarlija. In diesem Kopfsteinpflastersträßchen ist eine Kneipe an der anderen, Octavia und Aurelia entschieden sich für eine Brasserie, und, joa, da wurde sehr lecker gegessen und das ein oder andere Getränk verspeist.
Nach dieser Aktion liefen wir über den Platz der Republik in Richtung Burg und kamen dabei durch die Knez Mihailova, die Fußgänger- und Einkaufsstraße von Belgrad. Eine typisch serbische Nachspeise, Princess Puff, wurde - passend zum Ehrentitel von Octavia - verzehrt (sehr lecker!), danach ging es vorbei an Straßenmusikanten zur Touristeninformation.
Nach dem Erwerb eines analogen Stadtplans liefen wir in den Burgkomplex hinein, staubten noch ein Brauseprodukt aus Atlanta ab, guckten uns mal die Public-Viewing-Zone von Belgrad an und setzten uns dann mit Blick auf die Save auf Bank und Mauer.
Irgendwann bekamen wir Durst, und es wurden Kaltgetränke geholt - da haben es die Belgrader mit der Digitalisierung aber mal komplett übertrieben: An den Ständen beim Public Viewing kannst du nicht mit Karte zahlen (und offiziell auch nicht bar), sondern muss dir ein Guthaben auf eine App aufladen und kannst dann mit der bezahlen. Das soll schneller gehen, ist natürlich komplett Banane, das geht mit normaler Kartenzahlung deutlich schneller, aber hey, da hat ein App-Entwickler gut Geld mit gemacht ...
Nun marschierten wir in Richtung des eigentlichen Burgareals, genossen die Blicke auf Save und Donau (und auf die Burg), meinten ständig, irgendwelche Kolleginnen und Kollegen zu sehen, und landeten eine Stunde vor Sonnenuntergang an einer Stelle, an der wir selbigen wunderbar beobachten konnten.
Dort nahmen wir dann weiter deutlich Tempo raus, erzählten weiter (das war ein richtig schöner Tag, fand ich!), verpassten den Sonnenuntergang nicht (!), auch da spielte wieder ein Straßenmusikant passend-dramatische Musik, und am Ende suchten wir eine Gaststätte in der Nähe unserer Apartments auf, um den Abend ausklingen zu lassen.
Geld geholt haben wir am Ende des Tages dann auch, das klappte erst gar nicht, weil ich zunächst die Gebühren zu hoch fand, dann die Geldautomaten nicht die gewünschte Summe auszahlen wollten, aber da wir das Hotel bar zahlen müssen, blieb uns nichts anderes übrig ...
Jetzt sind wir in sämtlichen Betten, denn morgen machen wir die Walking Tour mit und treffen uns um 9 Uhr zum Frühstück.
Fotos gibbet auch:
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| Viel alter Baumbestand hier |
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| Trauriger Hund |
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| Reiterstandbild auf dem Platz der Republik |
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| Blick auf die Save |
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| Blick auf Save und Donau |
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| Dramatische Bilder erreichen uns aus Belgrad |






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