Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 14. Juni 2026

"Overdressed"

... sei ich, sagte der - übrigens ziemlich gut und "of course", also "natürlich", Englisch sprechende - Kioskbetreiber am Save-Stausee, als er mir da in Hemd und Unterhemd und langer Hose und geschlossenen Schuhen an seinem Stand Bier kaufen sah. Recht hatte er, aber erstens hatte ich wirklich nicht damit gerechnet, dass wir in diesen Tagen am (Kiesel-)Strand landen würden, und zweitens war ich nur Minuten vorher in jenem Stausee schwimmen gewesen, denn ich war natürlich (oder latürnich, Gruß an Aurelia) einfallsreich gewesen und hatte meine Ersatzunterhose geopfert, um mit Unterhose im See baden zu gehen ... Herrlich war das, herrlich!

Wunderbar war auch das Frühstück gewesen, das wir in einem sehr hübschen Innenhof nur zwei Häuser neben unserem Apartmenthaus. Achso, wir haben ja mehrere Apartments hier in diesem Haus, das zunächst einmal ein ganz normales Wohnhaus ist. Eine dreistöckig ausgebaute Wohnung - mit Wendeltreppen, bei denen man nicht zu groß und definitiv nicht zu alkoholisiert sein sollte - enthält, keine Ahnung, sieben oder acht Apartments, die über so ziemlich alles verfügen, was man so haben will, auch wenn man an manchen Stellen merkt, dass da viel Eigenbau dabei ist. Trotzdem, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt jedenfalls für meinen Geschmack, und der Chef ist auch jederzeit zu erreichen, auch wenn wir ihn noch nicht gesehen haben ...

So, also, in dem Innenhof frühstückten wir mit Müsli und Schakschuka, einmal mit Tomatensauce, zweimal mit Spinatsoße, ich konnte währenddessen meine Powerbank dort noch aufladen, und nachdem wir alles geschafft hatten, liefen wir in Richtung der Bushaltestelle, von der aus uns zwei Busse zum Stausee bringen sollten.

Einmal mussten wir also umsteigen, und das war - ehrlich zufällig, wirklich, ganz im Ernst! - in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen und machte das obligatorische Foto vor der Botschaft - und auch ein Gruppenfoto wurde fabriziert. Schön, damit ist auch die Botschaft in Belgrad besucht ... (Und erschossen wurden wir offenbar auch nicht.)

Am Stausee kamen wir an, liefen der Meute hinterher, nachdem wir noch Getränke gekauft hatten, und kamen am Südufer des Sees ganz entspannt (es war heute sehr, sehr heiß) in ein bisschen Schatten an zwei Kieselstränden mit viel Gastronomie vorbei.

Am zweiten Kieselstrand ließen wir uns nieder, neben zwei Hunden, ich pennte fast ein, Octavia und Maximus Adonis kühlten sich die Füße im Wasser, sodass ich dann irgendwann auch Lust bekam, ins Wasser zu gehen, aber wenn, dann richtig.

Jetzt wollte ich den Kolleginnen und dem Kollegen nun nicht unbedingt notwendigerweise zumuten, meinen Adoniskörper neidvoll erblicken zu müssen, also verzog ich mich an den ersten Strand, an dem wir vorbeigekommen waren, denn dort gab es auch alte, verrostete, aber ihren Zweck noch erfüllende Umkleidekabinen. Ich zog mich also an der Uferlinie bis auf die Unterhose aus und watete ins wunderbar temperierte Nass (die Temperatur hatten Octavia und Maximus Adonis schon gelobt), und am Ende wurden 27,7 Grad auf irgendeiner Webseite angezeigt.

Beim Hechtsprung ins Wasser fünfzehn Meter von der Uferlinie entfernt schrammte mein Bauch leicht über den Boden, so richtig tief war es dort also noch nicht, aber im Grenzbereich zwischen Kieselboden und Vegetation konnte ich gut stehen und das Wasser absolut genießen - es war großartig!

Ich stiefelte zur Umkleidekabine, zog die nasse Unterhose aus und die frische an, machte mich auch sonst wieder stattfein, wusch mir noch einmal notdürftig die Füße und wanderte dann zurück zu "unserem" Strandabschnitt. Ein Belohnungsbier wurde verzerrt, meine Kleidung bewertet, Aurelia und Maximus Adonis gingen nochmal Füße kühlen, während Lady Voldemort und Octavia einen längeren Spaziergang machten, und am Ende saßen wir noch länger im Schatten eines Baumes und redeten zur Feier des morgigen Heimflugs von Flugzeugabstürzen ...

Irgendwie war die Zeit wie im Fluge vergangen, denn als Aurelia meinte, sie wolle noch kurz in die nahegelegene Mall, war es schon 15.30 Uhr. Dort kamen wir - schon wieder schwitzend - so gegen 16 Uhr an, die Mall war klimatisiert (herrlich), und während die Damen die Kleidungsläden unsicher machten, guckten Maximus Adonis und ich, ob wir etwas zu essen bekommen.

Den Chicken-Cheeseburger von KFC hätte ich mir sparen sollen, denn zwei Stände weiter gab es recht leckere ćevapi im Fladenbrot, und so hatte ich also mal wieder ausländisches Fast Food probiert und war gesättigt. Insgesamt ging es mir nicht hundertprozentig gut, das Belohnungsbier und die Hitze waren zusammen mit dem Ei beim Frühstück und der etwas schärferen Tunke bei den ćevapi eine ungute Kombination, aber das war nichts, was man nicht mit einer Cola oder einem Cocktail hätte heilen können.

Mit ein bisschen Verspätung ging es mit dem Bus zurück in die Innenstadt und dort in die Kneipenstraße. Irgendwie kriegten wir uns nicht sofort ausgekäst, aber am Ende landeten wir in einer akzeptablen Kneipe - und zwar im Innenraum, weil für in zwei Stunden Gewitter angesagt war.

Das Gewitter kam, aber wir saßen gemütlich drinnen, guckten das Deutschland-Spiel (obwohl sie bis kurz vorher noch Basketball gezeigt hatten), aßen und tranken noch Kleinigkeiten und liefen dann nach dem Gewitter zurück in unsere Unterkunft.

Morgen können wir das Gepäck im Apartmenthaus lassen, bevor wir am Nachmittag zum Flughafen fahren. Die Bordkarten hatte ich uns heute Morgen schon besorgt, um 17.55 Uhr geht der Flieger nach Hannover, um 20 Uhr kommen wir dort an.

Ein Fazit des kleinen Ausflugs wird es natürlich irgendwann geben, aber am Mittwoch geht es ja schon nach Budapest - und das wird bestimmt auch schön ...

Auch heute gibt es Fotos ...

Am See

Blick nach oben

Schakschuka

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen