Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 18. Mai 2023

Eine Google-Bewertung von 1,8

... ist normalerweise ein absolutes No-go für mich, weil da so viel schiefgehen muss, bis so eine Bewertung auftaucht, aber am Fischmarkt in Oistins auf Barbados sind so viele Kneipen, dass ich erst auf dem Weg raus gemerkt habe, wo ich da gelandet war ... Das war aber ganz definitiv zu verschmerzen, weil erstens die Bedienung - die ich ihrerseits vom Mittagessen abgehalten habe (sorry), aber dafür war das Trinkgeld am Ende größer - sehr, sehr freundlich, aber vor allem - zweitens - das Essen sehr lecker war. Ich bin nicht ganz so sicher, ob ich einen Mahi Mahi oder am Ende doch einen Merlin hatte, vom Preis her war's jedenfalls ein Mahi Mahi, dazu trank ich die eine oder andere (oder andere oder andere) Hopfenkaltschale mit wunderbarem Ausblick auf den Hafen von Oistins, das war richtig entspannend ... Und freies WLAN gab's auch!

Das Aufstehen heute Morgen klappte auch ohne Wecker, um kurz vor sechs Uhr war ich wach, ich packte meine sieben Sachen, ging noch einmal schwimmen, ging duschen und war dann um kurz vor acht Uhr zum Frühstück. Heute nahm ich keinen Saltfish, sondern eher klassisch Rührei mit Toast - das war aber auch sehr lecker. Danach bezahlte ich - langwierig, aber ich hatte ja einigermaßen Zeit - bei der einen Chefin, mit der ich mich in den letzten Tagen schon ein bisschen angefreundet hatte. Ich verschätzte mich bei der Gesamtrechnung um ziemlich genau vier Euro (war sehr stolz auf mich), dann saß ich schon fast bei Bonie in dessen Taxi.

Bonie lachte die ersten Minuten der Fahrt, weil ich wohl der Doppelgänger eines Dänen bin, der vor Corona regelmäßig in Grenada aufgetaucht ist und den er regelmäßig gefahren hat ... Ansonsten fuhr er vergleichsweise gesittet durch die Gegend, das mit der halben Stunde zum Flughafen sah zwischenzeitlich ein bisschen eng aus, aber am Ende war ich um ziemlich genau 9 Uhr am Flughafen.

Diesmal holte ich mir sicherheitshalber gleich die ausgedruckte Bordkarte am Kiosk, war wieder sehr schnell durch die Bordkarten- und durch die Sicherheitskontrolle durch und hatte dann viel Zeit, die ich nutzte, um auf einem abgelegenen Fernseher ein bisschen Cricket zu gucken.

Unser Flieger kam verspätet an, und als er im Anflug war, bewegte ich mich in Richtung des Gates. Das Bodenpersonal machte viele Durchsagen, und ich vermutete, dass sie irgendwann auch mich am Wickel haben würden, aber ich konnte meinen Namen beim besten Willen nicht heraushören.

Irgendwann kam eine Bodenpersonalerin zielstrebig auf mich zu (keine Ahnung, woran die mich erkannt hat, möglicherweise am fehlenden Kabinengepäck-Anhänger an meinem Köfferchen) und bat mich, mitzukommen. Ich fragte nach, ob sie mich schon ausgerufen hätten, die andere Tante sagte ja, ich bat um Entschuldigung, das war alles "no problem" und im Verlauf des folgenden Gesprächs stellte ich fest, wieso ich mich nicht angesprochen gefühlt hatte: Die Tante hatte die ganze Zeit meinen zweiten Vornamen aufgerufen, den wahrscheinlich noch schräg ausgesprochen, sodass ich mich wirklich unschuldig fühlte - ja, mein Rufname ist nicht ganz so eindeutig in der Aussprache, aber dann gleich nur den zweiten Namen zu nehmen, ist irgendwie auch nicht so richtig ...

Nun, jedenfalls wurde mir eröffnet, dass ich mein Handgepäckköfferchen - kostenfrei - an der Flugzeugtür abgeben solle, es würde sogar nach Tobago durchgecheckt. Nun, die Gelegenheit wollte ich nutzen und stopfte noch die Flüssigkeitstasche in mein Köfferchen. Das war zu viel des Guten, denn beim Zumachen hatte ich plötzlich den verbogenen Reißverschlussschieber in der Hand - Schockschwerenot! Ich versuchte, den wieder einzufädeln, zerstörte den Schieber dabei vollständig, sah mich schon panisch irgendwo einen neuen Koffer kaufen (im Duty-free-Bereich?!), als mir auffiel, dass der Koffer ja einen zweiten Reißverschlussschieber habe ... Den zog ich - gaaaaanz vorsichtig - um den Koffer herum, und siehe da, das hielt ... Jetzt muss ich halt nach Ausfall des doppelten Bodens ein bisschen aufpassen, dass ich mit dem Koffer heile nach Deutschland komme, dann muss Muttern da ran - die ist handwerklich deutlich begabter - und das reparieren ...

Der Flug hatte am Ende fast eineinviertel Stunden Verspätung im Abflug, und der Pilot begründete das - ehrlich, aber auch nicht so richtig megaberuhigend - damit, dass beim vorhergehenden Flug aus Barbados nach Grenada eine Warnmeldung angegangen wäre und dass gesellschaftsinterne Vorschriften dann eben eine Klärung vorgeschrieben hätten, bis das geklärt sei ...

Nun denn, der Flug dauerte am Ende 45 Minuten, wir kamen fast exakt eine Stunde verspätet an, ich teilte mir die Bank mit einer - öhm, recht stattlichen - Dame, und stattliche Dame und stattlicher Herr nebeneinander, da war es ein bisschen eng - wir kamen aber aneinander vorbei.

Die Einreise in mein 151. Land (juchhe!!!) ging sehr schnell, weil ich anscheinend der einzige Fluggast war, der sich vorher online angemeldet hatte. So stand ich schon an der finalen Einreisekontrolle, als die anderen noch an den (zahlreichen) Kiosken standen und ihre Einreise vorbereiteten. Einen Stempel bekam ich nicht in den Pass, wurde aber wieder begrüßt, und am Zoll war völlig tote Hose.

Ich nahm mir ein - teures - Taxi zum Oistins Fish Market, guckte mich dort ein kleines bisschen um, bis ich dann in der Kneipe unterkam, lecker aß und lecker trank und mich dann, etwa zwei Stunden vor geplantem Abflug, auf zur Bushaltestelle machte, denn ich wollte mit dem Minibus zurückfahren.

Das klappte auch, selbst wenn ich vor lauter schnellem Über-die-Straße-kommen-Wollen bald wieder ein Auto gerammt hätte (oder das Auto mich?), aber zum Glück fahren die Leute hier nicht so schnell, dass alles völlig entspannt blieb. Für die Fahrt zum Flughafen zahlte ich ungefähr 1,50 Euro, weniger als ein Zehntel als für die Taxifahrt, und das war wunderbar, weil der Minibus direkt bis zum Flughafen fuhr.

Die Bordkarten- und Sicherheitskontrollen waren wieder monsterleer, und jetzt sitze ich hier am Gate und warte aufs Boarding. Ich hoffe, dass mein Gepäck wirklich in Tobago vom Band kommt, denn beim Einladen in Grenada meinte der Gepäckbelader - entgegen der Auskunft des Bodenpersonals -, dass ich mein Gepäck in Barbados wieder an mich nehmen müsste - aber als ich hier ausstieg, war kein Gepäck (mehr) da, sodass ich jetzt mal gespannt bin, ob das geklappt hat ...

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Natürlich hat das geklappt! Mein Gepäck kam sogar gefühlt als Erstes, und auch wenn die Einreise und der Zoll hier mal wieder viel verkompliziert hat (lieber Trinidader und Tobager, das könnt ihr gerne so machen wie die Barbadier!), war ich am Ende des Tages schnell wieder nach Trinidad und Tobago eingereist. (Der Flug war leer und im Abflug fast, in der Ankunft überpünktlich, alles gut von daher ...)

Der Taxifahrer wollte auch nicht noch herumverhandeln - ich zahlte eh genug für die Fahrt hierher nach Buccoo, und dieser Taxifahrer wusste nun auch tatsächlich, wo er hinmuss. Er hupte die Chefin hier aus der Wohnung, die kam, zeigte mir das Zimmer, eine eigene Ferienwohnung mit klimatisiertem Schlafzimmer (herrlich), mit Küche und Bad (ohne abnehmbaren Duschkopf, aber das werde ich überleben) und mit Balkon mit Meerblick, auf den ich mich morgen schon freue (als ich ankam, war es schon dunkel, da konnte ich das nur erahnen, dass das schön sein wird ...).

Ich hielt mich nicht lange auf, zahlte schonmal das Zimmer und begab mich dann in die Kneipe keine hundert Meter entfernt. Die Bedienung war am Anfang ein bisschen wenig gut gelaunt, aber das gab sich dann mit der Zeit wirklich, ich trank einige wenige Hopfenkaltschalen und aß noch Thunfisch mit Pommes, auch sehr lecker und preislich jetzt erstmals für diesen Urlaub auch wirklich vernünftig, da gehe ich wieder hin (so viele Kneipen gibt es hier in Buccoo auch wieder nicht ...) ...

Jetzt bin ich müde und kaputt, aber freue mich auf den Meerblick und den Strand morgen ...

Abschied vom Hotel in Grenada

Abschied vom Strand in Grenada

Oistins, Barbados, Fischereihafen

Barbadisches Bier

Fisch mit Macaroni Pie und Reis in Barbados

Mittwoch, 17. Mai 2023

Schwertfisch ist der geilste Fisch der Welt

..., Fisch der Welt, Fisch der Wehehelt!

Okay, okay, ich habe ja schon mindestens in Kuba und in Monaco vom Schwertfisch geschwärmt, aber heute Abend - das war, Freunde, ganz fantastisch, unglaublich gut, so toll, dass ich vor lauter Begeisterung kein Foto gemacht habe ... Aber der Schwertfisch mit einer sehr ordentlichen Knoblauchsauce, mit Bratkartoffeln und ein bisschen gegrilltem Gemüse, das war ganz hervorragend - und dafür dann auch wirklich nicht so teuer ...

Ansonsten war der heutige - letzte - Tag in Grenada vom Genießen geprägt: Ich schlief aus, war wie üblich um kurz vor 6 Uhr wach, ging schwimmen, ging wieder in meine Bude bzw. auf meine Veranda, schraubte ein bisschen am Rechner herum, ging um 8 Uhr frühstücken, nahm wieder das lokale Frühstück (das ist einfach sooooo lecker!) und bestellte mir dann für morgen das Taxi, nachdem ich mit der Chefin verhandelt hatte, dass ich noch frühstücke und trotzdem einigermaßen pünktlich zum Flughafen komme.

Ich ging - nachdem ich das Frühstück einigermaßen verdaut hatte - noch einmal schwimmen (herrlich!) und landete dann nach wunderbarem Trödeln so gegen halb zwölf an der Bar. Ich trank ein Bierchen und möglicherweise noch ein(s/ paar), hatte dann ein Hüngerchen, bestellte die - ebenfalls unglaublich guten - Fischtacos und war dann so in Euphorie, dass ich zwei Cocktails verzehrte: Beide waren sehr lecker, der Rum Nut war mit Rum, Kahlua und Crème de cococut, der Landslide mit Wodka, Kahlua und Bailey's, danach ging es ins Zimmer - und ich starrte ein bisschen an die Decke ...

Nachdem ich mich von den Cocktails erholt hatte, ging ich nochmal schwimmen, wieder in die Bude, wieder schwimmen, und als die Sonne untergegangen war und es kühl (ja, kühl!) wurde bei 28 Grad, verließ ich das Meer und ging duschen.

Am letzten Abend wollte ich noch einmal zu Abend essen, trank aber jetzt nur Bier und aß dazu das fantastische Schwertfischfilet, ganz grandios der heutige Abschlusstag in Grenada, ganz wunderbar - ich drohe hiermit formal Wiederkehr an (auch wenn die Sandmücken nicht ganz so toll sind, ab dem Knie juckt alles ...).

Morgen geht es um 8.30 Uhr zum Flughafen, um 10.45 Uhr geht mein Flieger nach Barbados, dort komme ich um 11.45 Uhr an, muss einreisen (hätte ich ja sowieso gemacht, aber es geht auch gar nicht anders), fahre nach Oistins an den Strand, esse dort - mal wieder - Fisch und fahre dann zurück zum Flughafen, denn um 17.35 Uhr geht der Flieger weiter nach Tobago. Dort komme ich um 18.30 Uhr an, werde schon irgendwie zum Hotel kommen (entweder mit dem angeblichen kostenlosen Hotelshuttle, aber die antworten nicht oder aber eben mit dem Taxi) und dann gemütlich in Tobago zu Abend essen ...

Heute nur ein Cocktail- und ein Fischtaco-Bild:

Landslide, glaube ich ...

Fischtacos, auch sehr lecker ...

Dienstag, 16. Mai 2023

The BND is the German CIA

So jedenfalls erklärte ich es dem Typen, der sich in meinen Versuch, eine Wasserflasche am Busbahnhof in St. George's zu kaufen, einmischte, denn als ich auf die Frage der Verkäuferin, ob ich für business hier sei, nicht sofort antwortete, vermutete der Typ gleich, ich sei vom FBI oder von der CIA ... Das konnte ich so nicht stehen lassen, und weil die Wahrheit oft die beste Tarnung ist (höhö), sagte ich ihm, ich sei vom BND, der deutschen CIA. Er war höchst interessiert, fragte nochmal nach, ich sprach ihm "BND" noch einmal vor, dann war er zufrieden ...

Auch heute Morgen war ich wieder früh auf, so kurz vor sechs Uhr, ein bisschen Jetlag ist also noch vorhanden, aber das wird schon besser ... Ich stand auf, ging an den Strand und ging ins Wasser - herrlich, immer wieder, herrlich!

Ich duschte und zog mir Hemd und kurze Hosen an (ja, ich, kurze Hosen!) und ging in Richtung Frühstück. Ich holte mir von einer sehr freundlichen Managerin hier das Okay ab, dass ich so in die Stadt kann (und habe dann am Ende in St. George's auch etliche Grenader in kurzen Hosen gesehen), ließ auf ihr Anraten meinen Pass auch im Zimmer und genoss zunächst einmal mein Frühstück: Auch heute gab es The Local mit Saltfish und Bakes (die sind mit Kokosnuss gebacken, das hatte ich gestern vergessen) mit Muskatnuss-Gelee ...

Ich lief vielleicht zehn Minuten bis an die Hauptstraße, vorbei an diversen chinesischen Einrichtungen der grenadisch-chinesischen Zusammenarbeit (von der mein Taxifahrer vorgestern nicht so richtig viel hielt ...) und stand kaum da, als mich schon ein Minibus anhupte. Ich nickte dem Schaffner zu, der machte die Tür auf und ich stieg ein (zwischendurch wollte mein Nebenmann raus, also stieg ich auch aus und rammte beim Wiedereinsteigen - natürlich - meinen Schädel an die Karosserie) ...

Es ging - mit Gehupe, mit Überholen der anderen Minibusse, die natürlich bei nächster Gelegenheit zurücküberholten, mit teilweise schnellen Kurvenfahrten - in Richtung St. George's und kurz vor dem Minibusbahnhof stieg ich am höchsten Punkt der Route aus, damit ich da nicht hochlatschen musste. Ich zahlte drei Ostkaribische Dollar (etwa einen Euro - auf der Heimfahrt musste ich 3,50 XCD zahlen, keine Ahnung, wieso, vielleicht, weil ich da am Minibusbahnhof selbst eingestiegen war; normalerweise bescheißen die Minibusfahrer da nicht), stieg aus, verlor fast meinen Zimmerschlüssel (den ich dann gut in die Beintasche steckte) und hatte einen Blick auf die steilen Straßen von St. George's ...

Ich guckte mir die Kirchen da oben an, lief dann hinunter zum Fischmarkt, der aber nichts Besonderes war, lief am Busbahnhof vorbei in Richtung Hafen - und merkte dann, dass da ein Tunnel war ... Ich fürchtete schon, außenherum (über diverse Treppen) laufen zu müssen, als ich sah, dass Leute durch den Tunnel durchgehen - also machte ich das auch. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn sich Autos und Menschen einen Tunnel teilen, zumal es keinen Gehsteig oder so etwas gibt, aber das klappt ganz gut, weil hier halt grundsätzlich keine Autofahrer einen Fußgänger über den Haufen fährt.

Über den Parkplatz des Finanzministeriums ging es an die Carenage, die Caldera des einstigen Vulkans und heutiger Hafen. Dort, meine Damen und Herren, ist es sehr, sehr schön: Die buntbemalten Schiffe in diesem pittoresken Hafen, um den herum sich die Hügel mit ebenso bunten Häusern und viel Grün erheben, das macht schon was her, das muss ich sagen.

Auf den Taxifahrer und das Wassertaxi (100 Euro für eine halbe Stunde Fahrt!) verzichtete ich, aber die Statue zur Erinnerung an die Hilfe der Grenader für ein brennendes italienisches Schiff guckte ich mir an, ehe ich in Richtung des hochgelobten Restaurants auf einer Terrasse auf der Carenage marschierte.

Um zwanzig vor elf vor mir das irgendwie noch ein bisschen früh, also lief ich die steile Straße hoch zum Fort George - der kurze, aber schweißtreibende Aufstieg auf der Straße lohnt sich wegen des Blicks auf die Carenage, das Fort selbst ist geschlossen und wohl auch nicht so ansehnlich, sodass ich wieder nach unten marschierte und noch einmal den Tunnel durchquerte, weil das so viel Spaß machte ...

Ich landete nun doch in der Kneipe, trank erstmal (ich hatte natürlich wieder viel zu wenig getrunken) mein Hydrationsprogramm aus Wasser, Cola und Bier, bei Cola und Bier blieb ich dann weiterhin, aß einen Fisch des Tages, der sich als - sehr leckerer - Gelbflossenthun(fisch) herausstellte, gönnte mir danach noch einen (teuren) Blaubeer-Käsekuchen und einen (vergleichsweise günstigen) grenadischen Rum und war so euphorisch, dass ich ein bissel arg viel Trinkgeld gab, aber was soll's?

Nach zwei Stunden Schlemmerei bei wunderbarem Blick auf den Hafen und die Hügel und überhaupt lief ich - natürlich wieder durch den Tunnel - zum Busbahnhof, kaufte mein Wasser unter BND-Tarnung, überzeugte den Fahrer und den Schaffner, dass ich in diesem Bus mit der Nr. 2 mitfahren will (die verstanden mein Ziel falsch und wollte mich zu einer anderen Linie bugsieren), setzte mich hinein, eine Mutter mit kleiner Tochter setzte sich neben mich, wir verstanden uns gut, und nach wenigen Minuten Wartezeit ging es dann los.

Als wir in die Nähe meiner Unterkunft kamen, machte ich es wie die Grenader und klopfte an die Karosserie; das Gefährt stoppte, ich zahlte und zahlte nach und lief dann wieder die paar hundert Meter in Richtung meiner Unterkunft.

Ein Auto kam vorbei und bot mir an, mich mitzunehmen, aber ich jetzt war ich eh schon verschwitzt und wollte die paar Meter noch laufen, sodass ich dankend ablehnte und, als das Auto zurückkam, noch einmal winkte ... Sehr freundlich, diese Grenader!

Ich lief direkt in meine Bude, zog mich um und genoss den Rest des Nachmittages auf meiner Terrasse bzw. im Meer, als die Sonne gerade unterging ...

Nach dem guten Mittagessen verzichte ich heute wieder aufs Abendessen, aber ich kann ausschließen, dass ich diese Nacht verhungern werde.

Heute gehe ich also wieder früh ins Bett, wahrscheinlich bleibe ich morgen noch einmal gemütlich am Strand, aber es ist nicht ganz auszuschließen, dass ich noch eine kleine Ausfahrt in die andere Richtung der Hauptstraße, nach Grenville mache (meine Managerin hat mir die Inselrundfahrt - also einmal um die Insel herum - heute ausgeredet, weil sie meinte, ich bräuchte da zu lange; war am Ende auch nicht verkehrt so ...).

Fotos von St. George's:

Blick auf die Hügel in der Nähe meines Hotels

Anglikanische Kirche

Sendall-Tunnel

Da steht's ja!

Carenage I

Carenage II

Grenadische Flagge

Blick auf die Carenage vom Hügel oben

Blick aufs Kreuzfahrtterminal

Lecker Rum

Montag, 15. Mai 2023

Das Muttertagsmenü und einen Cornerstone

..., also, einen Cocktail namens "Grundstein", habe ich heute Mittag gemütlich genossen, so gemütlich, dass ich heute Abend aufs Abendessen verzichtet habe und mich aufs Frühstück freue.

Wenn es hier an diesem wunderbaren Hotel eine Sache zu kritisieren gibt, dann die, dass die Betten schon wahnsinnig hart sind - nun mag ich es ja eigentlich, wenn die Betten nicht zu weich sind, aber hier ist es ein kleines bisschen zu viel des Guten ... Dass ich nicht ganz so gut geschlafen habe, wird auch noch am Jetlag und an der Tatsache gelegen haben, dass ich gestern viel zu wenig (Nichtalkoholisches) getrunken habe - mal sehen, ob ich das heute besser gemacht habe ...

Ich war also gegen halb sechs endgültig wach, versuchte auch nicht mehr, irgendwie einzuschlafen, und war gegen 6 Uhr schon am Strand. Ich machte einen kleinen Spaziergang entlang des bogenförmigen Strandes und setzte mich dann schon gleich einmal auf meinen Stuhl am Strand - der ist jetzt quasi für mich reserviert, da traut sich auch kein anderer drauf ...

Ich ging schwimmen, wechselte die Badehose und ging zum Frühstück, das es wohl ab 8 Uhr gibt - ich bestellte das lokale Frühstück (das heißt wirklich so, also, klar, auf Englisch: "the local"), das aus Saltfish (also gesalzenem Fisch), Bakes (im Wesentlichen Brötchen), Papaya (saumäßig gut) und Muskatnussgelee besteht. Ja, so habe ich auch erstmal geguckt, aber das schmeckt wirklich lecker, gerade auf den Bakes drauf ...

So gestärkt verzog ich mich wieder in meine Bude, wanderte zwischen dieser und dem Strand hin und her, genoss es so richtig, einfach mal nichts zu tun und keinen Plan zu haben.

So gegen 12.30 Uhr kam ich aus dem Wasser, wechselte abermals die Badehose und ging zum Mittagessen. Ich bekam das Muttertagsmenü in die Hand gedrückt, das es sogar zu einem einigermaßen akzeptablen Preis gab, und bestellte also aus diesem Fischsuppe zur Vorspeise (sehr lecker, auch wenn da auch ein guter Teil Lambi, also Seeschnecke, drin war), Kingfish-Piccata als Hauptgericht (auch wenn das keine Piccata in dem Sinne waren, wie ich sie kenne, und zudem mit Kapern obendrauf, was ich ja mag), auch das war erstens eine Monsterportion und zweitens soooooo lecker, und mit ein bisschen Abstand gab es den Schokoladenkuchen, der inzwischen in aller Welt "Death by chocolate" heißt, also "Tod durch Schokolade". Lecker war der hier auch.

Das obligatorische Bier (den Ruf als Biertrinker habe ich auch hier schon weg ...) wurde am Schluss durch den Cornerstone-Cocktail, bestehend aus Crème de banana, Bailey's und Grand Marnier, ersetzt - joa, und dann war ich erstmal gut bedient, weil ich dann doch zweieinhalb Stunden da geschlemmt hatte ...

Es ging wieder an den Strand und nach einer ausreichenden Karenz ging ich schwimmen - herrlich! Wieder pendelte ich zwischen Strand und Zimmer, blieb am Strand sitzen, bis es dunkel war, ging dann ins Zimmer, duschte und schreibe jetzt diese Zeilen, ehe ich gleich früh ins Bett gehe ...

Ein herrlicher Tag, ganz entspannt, ganz wunderbar, mit tollem, leckerem, lokalem Essen - so stelle ich mir Urlaub vor ...

Am Morgen in meiner Bucht

Baum im Wasser

Blick auf meine Hotelanlage

Unten rechts wohne ich ...

Da fällt schon nix runter

Frühstück mit Saltfish


Sonntag, 14. Mai 2023

Even fantasticer

... fand ich, dass es hier im Hotel einen abnehmbaren Duschkopf gibt, und das sprach ich aus im völligen Bewusstsein, dass ich eine falsche Steigerungsform verwende (das englische Wort "fantastic" hat mehr als zwei Silben und deswegen heißt "fantastischer" dann "more fantastic"). Die Chefin hier schmunzelte auch wie gewünscht, und die Fackeln und Mistgabeln sollen Darko, Charles, Jeannette und Beatrix - meine Englischlehrer - schön stecken lassen ...

Das Aufstehen heute Morgen um 4 Uhr ging sogar einigermaßen gut - es war ja schon 10 Uhr in Deutschland und ich war gestern nicht zu spät ins Bett gekommen. Ich duschte und war pünktlich fertig. Ich verließ das Zimmer, als auch die Mitfahrerin aus Zimmer 2 aus ihrem Schlafgemach kam - das Taxi kam ein bisschen verspätet, aber das war völlig wurscht, weil wir völlig ausreichend Zeit hatten.

Die Fahrerin erläuterte mir - die Mitfahrerin und sie kannten sich, weil sie offenbar öfter miteinander unterwegs sind vom und zum Flughafen -, dass die Regierung von Trinidad und Tobago in Port of Spain offenbar viele Sozialwohnungen gebaut hat, in denen die Miete 100 Trinidad-und-Tobago-Dollar, also ungefähr 14 Euro, im Monat kostet - gleichzeitig gibt es aber in Port of Spain auch veritable Hochhäuser, die Einkommensverteilung scheint also wirklich sehr unterschiedlich zu sein ... (Achso, die Fahrerin guckte während des Stop-and-go kurz vor dem Flughafen auf ihrem Handy Tiktok-Videos ...)

Die Mitfahrerin hatte kein T&T-Bargeld mehr, sodass ich erst einmal auslegte und schon einmal zum Gate ging, während sie eincheckte.

Ich hatte online eingecheckt, konnte mit der Handy-Bordkarte aber nicht durch zur Sicherheitskontrolle, weil ... keine Ahnung, weil das halt nicht ginge - kompletter Bullshit, aber es blieb mir nichts übrig, als zu den Self-Service-Schaltern zurückzulatschen und mir da den Wisch zu holen (wenigstens ging das dann schnell, als ich mich an die - langsame - Verarbeitungsgeschwindigkeit der Automaten angepasst hatte) ...

Dann durfte ich durch, ging - mit Schuheausziehen (mehr Leute sind durch Bakterien wegen Schuheausziehen gestorben als durch Schuhbomber, der regelmäßige Leser kennt meine Litanei ...) -  durch die superschnelle Sicherheitskontrolle und war jetzt eineinhalb Stunden vor Abflug viel zu früh ...

Ich ging in die Lounge (meine Bank streicht mir zum 31. Mai die kostenfreie Lounge-Nutzung, ich fürchte, da muss ich mein Sonderkündigungsrecht ausüben ...), frühstückte dort und ging dann - vermeintlich pünktlich - zum Boarding zu Gate.

Dort traf ich Vernice (meine Mitfahrerin) wieder, es stellte sich heraus, dass sie nach Barbados fliegt, um ihre Heimat Dominica weiterzufliegen, sie hatte mich schon gesucht (sorry!), wir klärten das mit der Aufteilung der Taxifahrt sehr freundschaftlich, und ich setzte mich ans Gate.

Irgendwie bezog ich die Ansage der Boardingtante noch nicht auf mich, aber irgendwann konnten da nicht mehr nur Business-Class-Passagiere gemeint gewesen sein, als schon zwanzig Leute durchgingen, also stellte ich mich auch an.

Der erste Bus war gerade zum Flugzeug gefahren, aber hinter mir waren noch viele Leute, ich bekam zur Belohnung für geduldiges Warten erstmal ein "unable to board" ("kann nicht einsteigen"), aber das lag daran - das hatte ich mir schon gedacht -, dass ich keinem Check-in-Menschen begegnet war, der mir meine Ausreisekarte hätte abnehmen können. Die Boardingtante nahm die Karte an sich, dann konnte ich ein den Bus einsteigen.

Es ging einmal außenherum zu unserer Turboprop-Maschine, wir stiegen hinten ein (der Ausgang vorne ist nur Notausgang ...), ich hatte eine ganze Reihe für mich allein, denn der Flieger war recht leer. Als wir rollten, grinste ich wie ein Honigkuchenpferd ob der Aussicht, jetzt gleich in mein 150. Land zu kommen, das fand die Flugbegleiterin, die uns zugewandt saß, glaube ich, ein bisschen schräg, aber sie ließ mich trotzdem in Ruhe.

Nach 28 Minuten Flugzeit landeten wir um 8.05 Uhr auf Grenada. Es dauerte ein bisschen, bis wir aussteigen konnten, aber dann ging die Einreise einigermaßen fix. Die Grenzerin begrüßte mich ausdrücklich, das finde ich immer schön - der Zoll ging auch fix, und mein über das Hotel bestellter Fahrer stand schon da und begrüßte mich.

Es ging eine halbe Stunde durch die hügelige Landschaft von Grenada, der Fahrer, Antony, war ein wunderbarer Reiseführer, der mir nicht nur erläuterte, dass die Stimmung gegenüber der hiesigen Monarchie - Charles III. ist ja auch hier König - nicht ganz so ablehnend wie etwa auf den Bahamas oder in Jamaika, sondern auch, dass die Studenten hier in der Karibik ganz munter das Land zum Studium wechseln - wer etwa Medizin studieren will, komme hierher nach Grenada, aber wer Jurist werden wolle, gehe nach Barbados, und angehende Ingenieure werden auf Trinidad ausgebildet. (Nein, Katze, du kriegst nix! Hier mauzt gerade eine Katze um mich herum ...)

Gegen, ich weiß nicht mehr genau, 9 Uhr kamen wir - ich hatte unterwegs noch Geld am Automaten geholt, die Beschriftung war sogar auf Deutsch - am Hotel an. Schon der erste Blick war fantastisch, ich konnte schon einchecken, die sehr freundliche Chefin begleitete mich aufs Zimmer - abnehmbarer Duschkopf, großes Zimmer, großes Bad, Meerblick - wunderbar, wunderbar, wunderbar!

Ich machte es mir gemütlich, applizierte Sonnencreme (hatte ich mal erwähnt, wie eklig das jedes Mal ist?), auf dass ich nicht noch ekligeren Sonnenbrand bekäme, und begab mich an den Strand. Naja, was soll ich sagen? Traumhaft schön - wunderbarer Sand, wunderbare Palmen, wunderbares Meer in dieser kleinen, geschützten Bucht hier auf der Atlantikseite.

Ich ging schwimmen, setzte mich an den Strand, ging zum Mittagessen (wunderbare Fish & Chips mit einheimischem Fisch), ging wieder in meine Bude, ging an den Strand - und guckte noch Eurovision Song Contest, oder, wie Stefan Raab einmal so schön formuliert hat: die Europameisterschaft im Singen.

Zum Abendessen gab es dann Lambi, das ist die einheimische Seeschnecke, mit einer Tomatensauce und Reis - das war sehr lecker, auch wenn der Geschmack und Konsistenz der Seeschnecke etwas gewöhnungsbedürftig sind. Als Nachtisch gab es flambierte Banane, das war auch sehr gut, aber da war noch soviel Likör drin, dass ich auf den eigentlich angedachten Cocktail verzichtet habe und smart, wie ich nunmal bin, den Rückzug ins Zimmer angetreten habe.

(Eins noch von gestern von Port of Spain: Auf dem Weg zu meiner Abendessenkneipe habe ich auf der Straße so ziemlich das erste Mal in meinem Leben eine richtige Ratte gesehen ... Die war gut genährt, aber ausreichend weit entfernt von der Kneipe, als dass ich mir da Sorgen gemacht hätte ...)

Fotos werden die nächsten Tage vielleicht ein bisschen langweilig, denn außer am Montag, wenn ich eine kleine Inselrundfahrt ins Auge gefasst habe, werden das meist nur Strandfotos werden - schlecht fühle ich mich deswegen aber nicht ...

Strandpanorama

Strand

Samstag, 13. Mai 2023

"The gate is closing"

Blogeintrag für den 12. Mai 2023

Das sah heute Morgen nicht so ganz optimal aus ("Der Flugsteig schließt jetzt"), als ich da - zwar nicht rennend, aber doch zügig gehend - zum Gate in Amsterdam kam, aber selbstverständlich wartete man auf mich, weil ich ja für die Verspätung, die ich aus dem Flug von Frankfurt nach Amsterdam mitgenommen hatte, nichts konnte. Und selbst nach mir kamen noch ein paar Leute angetrabt.

Da war ich aber längst ins Gespräch mit einer sehr sympathischen Niederländerin vertieft, die zunächst neben mir saß, dann aber - vor lauter Vorfreude, ihren Freund, den sie in Sint Maarten besuchen wollte, wiederzusehen - ein bisschen schlafen wollte und die Flugbegleiterinnen fragte, ob sie sich auf einen der freien Zweiersitze setzen könnte. Das konnte sie - nach dem Start -, und das hatte den Vorteil, dass ich zumindest für den großen Flug auch nicht so beengt saß.

Ich hatte am Morgen fast noch für 40 Euro Aufpreis mir einen Fensterplatz ergattern wollen, dann aber doch davon abgelassen, so hatte ich 40 Euro gespart und trotzdem vergleichsweise viel Platz, wunderbar.

In Wiesbaden werden seit Corona auch schon um 22 Uhr die Bürgersteine hochgeklappt, denn wir fanden keine Gaststätte mehr, die uns aufnehmen wollte. Der Spätshop um die Ecke hatte aber noch offen, und da wurden Bier, Cola und Chips gekauft, auf dass wir sie in Ninas Wohnung vernichten. Wir quatschten noch bis Mitternacht, der Wecker um 3.30 Uhr war dementsprechend brutal, aber ich kam pünktlich zum Bus, pünktlich zur S-Bahn und pünktlich ans Terminal 2.

Die Smartway-Buchung wäre zumindest heute Morgen nicht notwendig gewesen, weil die Sicherheitskontrolle recht leer war, als ich ankam, aber der Smartway-Kontrolleur freute sich richtig, dass da jemand kam und musste erstmal seine App starten. Bei der Berechtigungsprüfung ging irgendetwas schief, sodass ich am Ende eine E-Mail bekam, wieso ich die Dienstleistung denn reserviert und dann nicht genutzt hätte - ich antwortete, dass das ein Fehler sei, weil ich sie genutzt hätte ...

Die Sicherheitskontrolleure waren nicht so wirklich gut gelaunt, aber mein Zeug lief alles ohne Probleme durch, beim Boarding musste noch mein Reisepass kontrolliert werden (für den Flug nach Trinidad), aber dann durfte ich auch in den Flieger steigen.

Wir standen und standen (in Frankfurt), weil in Amsterdam schlechtes Wetter war und deshalb weniger Landeslots verfügbar waren, aber im Landeanflug kam die Ansage, dass mein Flieger wartete, ich mich aber beeilen solle ... Das tat ich, ich durfte durch die Prioritätenpasskontrolle, wurde bei der Grenzerin (in den Niederlanden ist die Passkontrolle wohl Aufgabe einer Einheit der Armee!) schnell ausgereist und kam dann noch halbwegs pünktlich am Gate an.,

Der Flug mit KLM war - das muss ich wirklich sagen - sehr, sehr angenehm, das Essen war hervorragend, die Flugbegleiterinnen waren sehr freundlich, und kostenfreies WLAN (kostenfrei hieß hier langsam, für WhatsApp reichte es, für mehr nicht, da hätte ich dann was zahlen müssen), und so guckte ich unter anderem Everything Everywhere All At Once (da hatte ich schon drauf gehofft, dass der verfügbar war) und futterte mich sonst durch die Essensangebote durch.

Nach neun Stunden sehr entspannten Fluges kamen wir in Sint Maarten an, der Flieger leerte sich und füllte sich wieder mit Reisenden nach Amsterdam, diesmal war es nicht ganz so bequem, aber für eineinhalb Stunden Flug reichte auch das.

Wir waren schon fast an der Startbahn, als wir doch noch einmal drehten und zurück zum Gate fuhren, Sekunden später überlegten die Zuständigen sich das aber doch anders, sodass wir abermals drehten und wenige Sekunden danach schon starteten und abhoben.

Die Einreise nach Trinidad und Tobago war langwierig (Einreise und Zoll sind ziemlich bürokratisch hier), aber wenigstens brauchte ich außer der völlig sinnfreien Einreise- und Zollkarte, die ich schon im Flieger bekommen hatte, nichts mehr sonst ...

Der Taxifahrer begleitete mich erst zum Geldautomaten, dann fuhr er völlig im Seich herum, sodass ich ihm dann zwischendrin sagte, dass er jetzt endgültig in die falsche Richtung fährt, daraufhin drehten wir um, und ich kam endlich an meinem Hotel an.

Die Besitzerin hier ist sehr freundlich und sehr umtriebig, sie hat mir schon ein Taxi für morgen früh organisiert, das nicht nur deswegen sehr viel billiger ist als das Flughafentaxi, weil ich es mir mit einem anderen Gast des Hotels teilen kann, sondern auch, weil die Flughafentaxifahrer halt einfach eine semi-kriminelle Mafiabande sind - aber wo sind sie das nicht?

Insgesamt bin ich von Port of Spain auf den ersten Blick sehr angetan, die Berge als Hintergrund sind toll, die Straßen sind breit und gut, ich war eben noch in einem sehr schönen Lokal essen (Fisch süß-sauer, auch sehr, sehr lecker), so im Moment finde ich es ein bisschen schade, dass ich nicht länger in Port of Spain bin, aber ich hoffe, diesen Gedanken werde ich morgen in Grenada am Strand schnell abschütteln.

Mein 149. Land ist das jetzt, morgen kommt das 150. - ich bin sehr gespannt.

Jetzt bin ich aber fast 24 Stunden wach und entsprechend müde, gute Nacht!

Donnerstag, 11. Mai 2023

This is the (smart) way

Mal gucken, was das morgen am Frankfurter Flughafen wird: Seit März kann man sich für die Sicherheitskontrolle einen Zeitslot reservieren, und während der zehn Minuten vor und nach der Zielzeit kommt man durch diese spezielle "Smartway"-Schleuse dann zu seiner Sicherheitskontrolle. Für morgen habe ich als Zielzeit 5.45 Uhr angesetzt, also sollte ich von 5.35 Uhr bis 5.55 Uhr dort durch die Schleuse können. Wenn das alles klappt, ist das sehr gut, vor allem, weil das - jedenfalls im Moment - kostenlos ist, und die Schlangen am Terminal 2 (von dort fliege ich nach Amsterdam) können ja recht lang sein.

Im Moment bin ich auf dem Weg nach Wiesbaden, wo ich bei der Tel-Aviv-Ex-Kollegin übernachte - morgen um 4.28 Uhr geht der Bus zum Hauptbahnhof und von dort die S-Bahn zum Flughafen. Ich hoffe, ich bin pünktlich um 5.13 Uhr am Flughafen, denn ich muss noch vom Terminal 1 mit dem Shuttlebus zum Terminal 2 - die SkyLine ist mal wieder im Umbau.

Um 7 Uhr geht es dann von Frankfurt nach Amsterdam, dort komme ich planmäßig um 8.10 Uhr an. In den Niederlanden bin ich, glaube ich, noch nie aus dem Schengen-Raum ausgereist, das wird morgen also eine Premiere; durch die Sicherheitskontrolle muss ich zum Glück nicht (jedenfalls normalerweise nicht), und um 9.35 Uhr geht es dann in Richtung Sint Maarten, wo wir um 12.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr deutscher Zeit), also nach neun Stunden Flug ankommen. Eineinhalb Stunden dauert das Ent- und Beladen der Fluggäste, bis wir um 14.05 Uhr (20.05 Uhr deutscher Zeit) weiterfliegen. Um 15.40 Uhr (21.40 Uhr deutscher Zeit), eineinhalb Stunden später, landen wir am Flughafen von Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, meinem 149. Land.

Ich muss schauen, ob ich mit dem Bus oder mit dem Taxi in die Stadt fahre, das entscheide ich, glaube ich spontan.

Lange in Port of Spain werde ich mich nicht aufhalten, denn am Samstagmorgen geht es ja schon nach Grenada zur Feier meines 150. Landes.

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Bei meiner Heimfahrt am Montag standen wir natürlich vor Freiburg noch ein bisschen, weil die Gleise da irgendwie immer überbelegt sind. Der Anschluss nach Neustadt sollte um 19.50 Uhr (statt planmäßig um 19.40 Uhr) fahren, und als wir um 19.35 Uhr dann endlich in Freiburg eintrudelten, bewegte ich mich zügig, aber nicht im Vollsprint zum Gleis 7. Über die andere Unterführung musste ich zum Gleis 8 und wurde bei meiner Ankunft dort schon von einem Zugführer gefragt, wo ich hinwolle. Ich stieg in den Zug nach Villingen ein, und um 19.42 Uhr fuhr der (schon!) los - das ist dann natürlich auch mal wieder suboptimale Kommunikation seitens der Bahn, aber was will man schon erwarten?

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Nicht ganz so ruckzuck abgeschlossen wie für Zagreb war die Buchung, die Jessi, Christian und ich am Dienstag gebastelt haben, aber von Idee bis Buchung des Hotels waren es da auch nur 175 Minuten: Um 18.13 Uhr brachte ich - ich saß im "Sonntag" und hatte möglicherweise schon ein alkoholfreies stilles Wasser konsumiert - die Idee auf, über Pfingsten nach Irland zu fliegen. Die erste Idee war vom Flughafen Hahn am 27. Mai abends nach London zu fliegen, dort durchzumachen, am 28. Mai morgens von London nach Kerry zu fliegen und am 29. Mai mittags von Kerry direkt zurück zum Hahn.

Während ich einen Anschiss meiner Ma kassierte, dass ich in der Kneipe am Handy hing anstatt mit den Damen zu kommunizieren, verweigerte Jessi um 19.08 Uhr die Mitwirkung, weil sie keine Lust hatte, die Nacht in London durchzumachen und dann völlig übermüdet in Irland im Linksverkehr durch die Gegend zu fahren. SAD!

Sechs Minuten später, um 19.14 Uhr, brachte Christian die Idee auf, dass wir einfach schon am Freitag, dem 26. Mai, mittags vom Hahn direkt nach Kerry und am Pfingstmontag, dem 29. Mai, ebenso direkt wieder von Kerry zum Hahn zurückfliegen. Um 19.17 Uhr wollte ich noch einmal drüber schlafen, um 19.29 Uhr hatte ich drüber geschlafen, und um 19.59 Uhr (verzögert durch das Abendessen bei Jessi und Christian) war der Flug gebucht. Um 20.29 Uhr war das Auto klargemacht und um 21.08 Uhr - inzwischen war ich wieder zuhause - wurde auch die Unterkunft gebucht - wir haben jetzt eines von vier Häusern am Ende der Welt, aber mit - auf den Bildern - wunderbarem Meerblick, das Anwesen hat insgesamt 1.500 m², WLAN haben wir sogar auch, und das wird unsere Basis für Ausflüge durch County Kerry und County Cork.

Natürlich bin ich heilfroh, dass Jessi gegen diese Durchmach-und-dann-nur-ein-Tag-in-Irland-Aktion ihr Veto eingelegt hat, denn so haben wir zwei volle und zwei halbe Tage in Südwestirland, wo es etliche schöne Hügelchen mit entsprechenden Pässen gibt - das wird hoffentlich toll, vor allem, falls das Wetter mitspielen sollte, aber das können wir sowieso nicht ändern.

Nächster Blogeintrag kommt voraussichtlich erst am frühen Samstagmorgen (dem Freitagabend in Trinidad) ...

Montag, 8. Mai 2023

Einmal quer durch Deutschland

... fahre ich gerade, und obwohl ich mit der Bahn fahre (jedenfalls seit Flensburg), sieht es so aus, als käme ich heute noch an ... (Im Moment der Veröffentlichung bin ich zwischen Offenburg und Freiburg.)

Das Aufstehen heute Morgen war mühsam, obwohl ich einigermaßen früh ins Bett bin. Ich duschte, packte, belud das Auto, hinterließ das Häuschen in ordentlichem Zustand (meiner Mutter wird gerade angst und bange) und war um 6.10 Uhr unterwegs. Ziemlich pünktlich gegen 6.30 Uhr kam ich an der Fährstation an, die Kennzeichenerfassung funktionierte jedenfalls bei mir nicht (wenn die Kamera das technisch überhaupt kann), aber das war nicht schlimm, denn mit der eingegebenen Reservierungsnummer bekam ich meine Spur zugewiesen (Nr. 4) und stellte mich dort an.

Die Fähre kam erst um 6.50 Uhr an, ich vermutete, dass die Abfahrt nicht pünktlich sein würde, aber obwohl wir erst um 6.55 Uhr die Fähre befahren durften, kamen wir doch um genau 7 Uhr weg. Da stand ich natürlich schon an Deck und winkte Fünen zum Abschied zu.

Es ging an der Insel Lyø vorbei, der nächsten einstmals traumatischen Erinnerung, aber dann war ich auch mit der Verarbeitung fertig, und gegen 7.50 Uhr kamen wir in Fynshav auf der Insel Alsen an. Das Verlassen der Fähre klappte auch wunderbar, und genau 8.29 Uhr war ich wieder in Deutschland. Ich gab noch meine leeren Pfandflaschen ab (das Bier hatte ich - absichtlich - in Dänemark im Kühlschrank gelassen) und tankte, dann war ich schon vor 9 Uhr bei der Autovermietung. Dort klappte auch alles wunderbar, sodass ich schon den Bus um 9.11 Uhr zum Bahnhof erwischte.

Ich hatte jetzt viel Zeit und nutzte diese, um meine neue Bahncard 100 zu erstehen. Der Mitarbeiter im Reisezentrum meinte dann, jetzt könnte er den Laden für heute schließen, denn der Tagesumsatz sei erreicht - gern geschehen, junger Mann!

Um 10.15 Uhr fuhr der Regionalexpress in Richtung Hamburg ab, war immer wieder ein paar Minuten verspätet, aber den ICE in Neumünster erreichte ich am Ende doch völlig problemlos. Die Abfahrt verzögerte sich erst einmal um ein paar Minuten, aber dann ging es einigermaßen pünktlich durch Deutschland.

Ich erzeugte eine Präsentation der Neuseeland-Reise, und bis Frankfurt hatte ich meine aktuelle Serie dann auch schon fast zu Ende geguckt. In Baden-Württemberg klappte dann natürlich nicht mehr so arg viel, sodass ich jetzt den angepeilten Anschluss nach Neustadt sicher verpasse und mich auch sonst sputen muss, den nächsten Zug - dann aber sogar hoch nach Rötenbach - zu erwischen ...

Da dieser Abend wahrscheinlich in der Bonndorfer Gastronomie enden wird, wollte ich schon einmal die Reise blogtechnisch möglichst abgeschlossen haben.

Diese paar Tage in Dänemark waren - trotz der unglücklichen Reisepartner-Situation im Vorfeld - wirklich ganz wunderbar, dass ich wirklich in der Ostsee baden würden (ja, geschätzte 1,4 Sekunden, aber trotzdem!), hätte ich definitiv nicht gedacht, und mit dem Wetter hatte ich zumindest gestern richtig Glück - das war ganz toll. Aber auch der (regnerische) Samstag war mit dem Ausflug nach Ærø sehr, sehr schön.

Gut gegessen habe ich jeden Abend, und die Bierchen in der Bude waren auch gut, auch wenn es schon schöner ist, wenn man sein Tagwerk verbracht hat und zum Essen ein Bier trinken kann, weil man eben nicht mehr noch ein Stück fahren muss. Fisch am Meer ist natürlich ein Muss, und das war auch lecker, aber dieses Omelette gestern war auch wirklich gut, selbst wenn die zweite Portion nicht unbedingt hätte vollständig sein müssen.

Meine Vermieter habe ich jetzt gar nicht kennengelernt, aber das war jetzt nicht schlimm. Die Dänen, mit denen ich Kontakt hatte, waren sehr freundlich (in Ærøskøbing hat einer sogar auf Dänisch an mich herangeredet, ich hatte außer "skål" aber nicht viel verstanden, also hielt ich ihm mein Bier hin, und er stieß mit seinem Schnaps an - passte also), und Englisch spricht gefühlt jeder.

Doch, das hat mir gefallen in Dänemark, auch wenn natürlich alles (außer der Fährfahrt) sauteuer ist, aber das ist halt quasi Skandinavien, das weiß man im Vorfeld.

Fotos gibt es auch noch von gestern Abend und heute Morgen, aber dann ist es auch mal genug von dem Steg ...

Sonnenuntergang ...

... und Sonnenaufgang

Abschied von Fünen

Sonntag, 7. Mai 2023

Der erste Tag des Sommers

... war das heute gefühlt nicht nur für Dänemark, sondern auch für mich. Ja, in Zentralasien war es warm und gutes Wetter, aber das war nicht Europa und das zählt irgendwie nicht. Und in Israel war definitiv noch kein Sommer gewesen, aber als ich heute Morgen aufwachte und blauen Himmel erhaschte, der immer mehr wurde, bis schließlich keine einzige Wolke mehr am Himmel zu erkennen war, als ich heute im kurzärmligen Hemd durch die Städte getigert bin, ohne zu frieren, das fühlte sich wie Sommer an.

Auch heute schlief ich aus, auch heute zog ich mir die Badehose an, um mich mal auf den Steg zu wagen, auch heute ging ich zurück - erstmal ... Dann packte es mich aber doch, ich legte die Brille und das Badetuch auf die Veranda, marschierte zum Ende des Stegs, stieg ins Wasser, tauchte einmal komplett unter ... - und machte, dass ich wieder an Land kam und unter die Dusche. Ich muss aber gestehen, dass es gar nicht sooooooo kalt war wie gedacht, immer noch saumäßig, aber nicht so brutal. Schwimmbewegungen hat man trotzdem keine von mir gesehen, das muss bei acht Grad (plus, immerhin!) auch nicht sein ... (Jaha, bei minus acht Grad "Wasser"-Temperatur könnte ich nicht schwimmen, ich weiheiß!)

Nach der Dusche zog ich mich an und setzte mich erstmal auf die Veranda (da sitze ich jetzt gerade zum Blogschreiben nach dem Fußball auch wieder, so im Unterhemd ist es aber dann trotz Sonne doch ein bissel frisch, mal sehen, wie lange ich das aushalte ...). Dort gefiel es mir, dort blieb ich erstmal sitzen, beobachtete Enten und Schwäne hier in meinem kleinen Ostseereich und genoss, wie der Himmel immer blauer wurde ...

So richtig ganz warm war es heute Morgen aber noch nicht, also entschied ich mich doch zu einer kleinen Inselrundfahrt. Ich fuhr in Richtung Nyborg, dem Ort, an dem die Brücke nach Seeland Fünen verlässt und kam dabei - wie gestern Abend - nicht nur am Schloss Egeskov, sondern auch am Schloss Brahetrolleborg vorbei. Letzteres ist - egal, ob man von Osten oder von Westen kommt - sehr beeindruckend anzusehen, von Westen sieht man das Schloss selbst, von Osten das Verwaltungsgebäude, und auch das ist überraschend hübsch anzugucken ...

Es ging durch verwunschene Wälder, offene Agrarflächen, immer mal wieder konnte man einen Blick aufs Meer erhaschen, und ganz definitiv konnte ich das in Nyborg. Ich guckte mir die Stadt an sich gar nicht großartig an, sondern fuhr direkt an den Strand, und der war sehr schick, gerade mit der Brücke im Hintergrund.

Direkt am Ufer sind hier sehr häufig Steine, die den unmittelbaren Einstieg nicht ganz so einfach machen, aber für den einfachen Zugang haben die Dänen Stege erfunden und gebaut, die hier gefühlt alle paar Meter ins Meer ragen. Dort trauten sich auch ein paar Dänen ins Wasser, teilweise sogar komplett unbekleidet, aber zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass die es auch nicht stundenlang - oder auch nur mehrere Minuten lang - im Wasser aushielten ...

Weiter ging es, in Richtung Kerteminde, einer angeblich auch schönen Kleinstadt im Nordosten Fünens. Joa, schön ist es dort, aber ich hätte Ærøskøbing gerne noch einmal heute - bei Sonnenschein - gesehen, denn das war gestern im Regen für mich beeindruckender als Kerteminde heute in der Sonne.

Das ändert nichts daran, dass das Meer um Kerteminde herum mit seiner - bei Sonne - türkisen Farbe wunderschön ist, und der Nordstrand ist infrastrukturell auch sehr gut ausgebaut, da gibt es nicht nur Stege mit Wasserzugang für Menschen, die gehen können, sondern auch solche für Rollstuhlfahrer - ganz großartig!

Von Kerteminde nun aber fuhr ich nach Odense, gefühlt die einzige wirklich größere Stadt auf Fünen, was man auch daran merkte, dass ich hier erstmals ernsthaft einen Parkplatz suchen musste. Die öffentlichen Parkplätze sind aber sonntags kostenfrei (glaube ich ...), und nach einigem Suchen stellte ich mich auf einen solchen Platz.

Ein kurzer Stadtbummel folgte - strahlendblauer Himmel allenthalben -, zum Rathaus und zur St.-Knud-Kirche, dann durch einen kleinen (wunderschönen) Park an der Hans-Christian-Andersen-Statue vorbei, aber jetzt hatte ich dann doch Hunger und wollte mir eine Fünener oder jedenfalls dänische Spezialität einverleiben: Æggekage.

Übersetzt heißt Æggekage nichts anderes als Omelett, aber hier macht man das mit Tomate, Bacon und Schweineschwarte (achso, und Senf und Rote Bete), und wenn ich da schonmal ein All-you-can-eat-Restaurant erwische, das das im Angebot hat, dann nehme ich auch noch eine zweite Portion. Das Ganze fand ich einer recht gemütlichen Gaststätte in einem Park im Süden Odenses statt, es war gerade eine Hochzeit oder Taufe, aber ein Plätzchen bekam ich noch, so ganz richtig mit mir umzugehen (sprachlich) wussten sie nicht, weil ich erst ständig auf Dänisch angesprochen wurde, aber die Leutchen dort waren wirklich sehr, sehr freundlich und sprachen dann auch Englisch mit mir ...

Nach zwei leckeren Portionen also war ich pickepackesatt und fuhr auf direktem Wege zurück in meine Bude. Meine Vermieter habe ich bis jetzt nicht getroffen, aber ich lasse das noch ausstehende Geld jetzt auf dem Tisch liegen und mache mich morgen in aller Frühe vom Acker.

Morgen also geht um 5 Uhr der Wecker, um spätestens 6.10 Uhr will ich hier aufbrechen, damit ich um 6.30 Uhr an der Fähre bin, die um 7 Uhr fährt. Um 7.50 Uhr bin ich planmäßig in Fynshav (Fünenshaff), und von dort brauche noch eine knappe Stunde nach Flensburg. Ich muss noch tanken und die Pfandflaschen wegbringen, dann gebe ich hoffentlich um kurz nach 9 Uhr mein Auto ab und fahre dann mit dem Bus zum Bahnhof; von da soll es mit dem Regionalexpress nach Neumünster gehen und von dort dann mit dem ICE nach Freiburg. Wenn alles glatt geht, bin ich um kurz vor acht in Neustadt, ansonsten halt vielleicht um zwanzig vor neun in Rötenbach - irgendwie ankommen werde ich morgen hoffentlich.

Zu tun habe ich morgen im Zug auch: Uli hat darum gebeten, dass sie wieder so eine Präsentation unserer Reise bekommt, und da ich die Powerpoint-Version unserer für 2020 geplanten Reise verschlampt habe, mache ich jetzt halt eine neue ...

Fotos:

Schloss Brahetrolleborg

... und dessen Verwaltungsgebäude

Strand in Nyborg mit Blick auf die Brücke nach Seeland

Kirche in Kerteminde

Nordstrand Kerteminde

St.-Knud-Kirche in Odense

Rathaus von Odense

St.-Albani-Kirche

Hans Christian Andersen vor Sankt Knud

Park in Odense I

Park in Odense II

Æggekage

Samstag, 6. Mai 2023

Ein Hühnchen mit Ærø zu rupfen

... hatte ich seit gut 24 Jahren, denn damals, im Frühjahr 1999, war ich zum Abschluss eines (durch die EU geförderten) Projekts meiner Schule mit einigen Schülern meiner Schule und aus dem europäischen Ausland (unter anderem aus den Niederlanden und Österreich) auf der Ostsee segeln. Mir ging es während der Reise nicht wirklich gut, jedermann (einschließlich mir) missdeutete das als Heimweh (und das bei einem Sechzehnjährigen, wie peinlich!), aber ich wollte nicht heim zu Mama und Papa, sondern ich wollte vor allem meine Ruhe haben, und das war halt in der beengten Umgebung des Segelboots mit unserer Sechs- oder Acht-Mann-Kajüte nicht möglich. Ein Zwischenstopp auf der Reise war Marstal auf der Insel Ærø in der Dänischen Südsee, und auch wenn ich heute nicht nach Marstal kommen würde (sondern "nur" nach Ærøskøbing), wollte ich die Gelegenheit nutzen, das damalige Trauma aufzuarbeiten und meinen Frieden mit Ærø zu machen.

Ich schlief - es geschehen noch Zeichen und Wunder in einem meiner Urlaube dieses Jahr - einfach mal aus. Das hieß zwar immer noch, dass ich gegen halb neun wach war, aber ich blieb einfach noch ein bisschen liegen und kuschelte in meinem Schlafzimmer mit Blick aufs Meer. Schöööön!

Ein Blick hinaus zeigte, dass das Wasser heute Morgen nicht mehr ganz so hochstand, und in einem Anfall von Wahnsinn zog ich mir die Badehose an und die Flipflops und ging die paar Meter zum Meer. Ich bekam auf WhatsApp etliche Kommentare zu dem Bild vom Steg, wo ein Stückchen zwischen Steg und Ufer zu fehlen scheint, aber da sind Steine im (flachen) Wasser, sodass man von da gut auf den Steg steigen kann. Bei den paar Schritten über die Steine merkte ich aber schon, dass das Wasser a...llerwertestenkalt war, und als ich auf dem Steg stand, pfiff mir die Wind um die Ohren und durchs Handtuch (das ich mir um meinen nackten Oberkörper geschlungen hatte), dass ich von jedweder weiteren Ausübung der Schnapsidee absah und mich schleunigst in mein Strandhaus zurückzog.

Ich ging erst einmal warm duschen, sang dabei ein altes dänisches Volkslied namens "Mimimi" und pflegte danach meine halb erfrorenen Füße.

Als ich fertig war, guckte ich mal auf die Karte und sah, dass von Svendborg aus eine Fähre nach Ærøskøbing führe, allerdings schon in einer knappen Stunde. Ich hatte die Strecke unterschätzt, denn das Navi zeigte eine halbe Stunde Fahrtzeit an, also packte ich meine sechs Sachen (die siebte Sache, die Flasche Wasser, vergaß ich ...) und fuhr nach Svendborg.

Der Parkplatz, den ich in Svendborg angepeilt hatte, war voll, also fuhr ich ein Stück weiter und bog - schon nach der Autoschlange für die Fähre nach Ærøskøbing (ich wollte als Fußgänger mitfahren) - auf einen anderen Parkplatz ein. Dort checkte ich mit der Kreditkarte ein, die ersten zwei Stunden waren kostenfrei, danach musste ich nur bis 14 Uhr bezahlen, sodass ich am Ende mit weniger als zwei Euro Parkgebühren davon kam.

Ich lief schnellen Schrittes (ich wusste nicht, bis wann Fußgänger auf die 11.05-Uhr-Fähre drauf können) zum Schiff, buchte am Automaten meine Fahrkarte und wurde eingelassen. Ich begab mich - natürlich - direkt an Deck und verbrachte fast die ganze Fahrt dort oben (eine kleine Ausnahme machte ich, um das Passwort fürs Schiffs-WLAN zu suchen und zu finden).

Es war windig, es war frisch, aber mit Hut und Kapuze und Anorak war das alles gut zu überstehen (und trotz bewölkten Himmels habe ich gut Farbe im Gesicht). Die Abfahrt in Svendborg war toll, weil man dort einen schönen Blick auf etliche Fachwerkhäuser hatte, danach ging es an mehreren kleinen Inselchen vorbei, und 75 Minuten später kamen wir schon in Ærøskøbing an.

Viele Rapsfelder gibt es hier auf den dänischen Inseln, das hatte ich schon 1999 festgestellt, und da zu einer guten Traumabewältigung eine gewisse Stärkung gehört, ging ich erst einmal zu Mittag essen. Ich fiel in die heimische Räucherei (røgeri) ein und aß erstmal zwei Fischfrikadellen mit Kartoffelsalat (der dänische Ausdruck für Kartoffelsalat ist praktischerweise kartoffelsalat, ich spreche Dänisch!); dazu trank ich ein Bier, weil ich definitiv wieder nüchtern war, als ich das Auto wieder anspannte.

Danach lief ich durch das - zurecht so beschriebene - malerische Kleinstädtchen mit dem Kopfsteinpflaster und den bunten Häuschen, in denen unzählige Bars und Kneipen, kleine Lädelchen und sicherlich auch das eine oder andere Wohnzimmer waren. Ich lief eine Runde, stellte fest, dass die nächste Fähre erst in einer knappen Stunde führe, ging kurz einkaufen (ich brauchte Shampoo und Zahnpaste und dringend etwas zu trinken) und ging danach noch einmal eine größere Runde, bei der ich auch - zwischen zwei Häusern hindurch - an den Strandweg kam. So ein Häuschen da, mit größerem Garten und direktem Blick aufs Meer, würde ich auch nehmen - sehr, sehr schön!

Für die Rückflug buchte ich mir wieder die Karte am Automaten (7,50 Euro pro Strecke, das ist gerade für das sonst sehr teure Dänemark wirklich ziemlich günstig), ging an Bord und verzog mich jetzt aber - zum Aufwärmen nach dem ganzen Durchgepustetwerden - unter Deck. Ach nein, halt, für einen kurzen Blick auf Ærøskøbing war ich noch einmal kurz an Deck gewesen.

Ærøskøbing hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen, das Ærø-Trauma kann ich jetzt offiziell für beendet erklären (wenn es das nicht ohnehin schon lange war ...), vielleicht komme ich sogar mal wieder ...

In Svendborg ging ich als einer der Letzten von Bord, machte noch einen kleinen Spaziergang durch das ebenfalls sehr schöne Städtchen (schon moderner als Ærøskøbing, mit Glasfassaden von Banken, aber in der Innenstadt eben auch schöne Fachwerk- und Backsteinbauten) und lief dann zurück zum Auto.

Ich überlegte, ob ich in Svendborg schon zu Abend esse, aber das war ein bisschen früh, also fuhr ich zurück in Richtung Faaborg, machte aber einen kleinen Umweg zum Schloss Egeskov. Mein Navi sagte mir an, dass das schon zu sei, ich wollte aber ohnehin nicht rein (auch weil die es mit dem Eintritt meines Erachtens ein bisschen übertreiben, die wollen 260 Kronen Eintritt, umgerechnet 34 Euro), aber ein Foto vom Tor hin zum Schloss wollte ich machen. Der Parkplatz war schon ziemlich leer, ich lief die paar Meter zurück, machte das Bild und fuhr danach endgültig zu nach Faaborg.

Meine anvisierte Gaststätte war zu, also guckte ich nochmal auf Google Maps, fand jetzt hier in Faaborg auch eine røgeri, haderte ein bisschen, weil das nach kalter Küche aussah, was da auf den Bildern war, entschied mich dann für eine klassische Kompromisslösung und bestellte zu meiner Räuchereiplatte aus Makrele, Lachs, Hering und Garnelen mit Kartoffelsalat noch Pommes dazu, damit hatte ich lecker (wirklich sehr leckeren!) Fisch und noch dazu etwas Warmes im Magen.

Jetzt aber - es war erst 18 Uhr, 18.30 Uhr oder so - fuhr ich zurück in meine Bude, sitze jetzt hier, schreibe Blog, trinke Flens und genieße meinen Urlaub, das alles mit Blick aufs Meer - es ist ganz wunderbar (auch wenn mir die Gräten vom Kopfsteinpflaster wieder ein bisschen wehtun).

Das gegenläufige Schiff (mit dem fuhr ich zurück)

Ærøskøbing

Ærøskøbing: Bibliothek

Ærøskøbing

Ærøskøbing: Strandweg

Ærøskøbing: Häuschen am Strandweg

Das Schiff hat schon das Maul auf, um die Autos zu fressen

Kirche in Svendborg

Platz in Svendborg

Blick auf Schloss Egeskov

Hafen in Faaborg