Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 19. Februar 2023

Im Phantomzug

... saß ich eben auf der Heimfahrt aus Wiesbaden, denn plötzlich wurde der Zug nicht mehr in der Bahn-App angezeigt. Dass die Wagenreihung mal wieder nicht gestimmt hat (diesmal ohne Beschimpfung durch den Schaffner), versteht sich von selbst - und dass der Phantomzug dann in Kassel-Wilhelmshöhe liegengeblieben ist, sowieso. Glücklicherweise konnte ich mal meinen Geheimtipp für Bahnfahrer wieder gewinnbringend anbringen, denn ich stiefelte an die Position, an der die Spitze des folgenden ICE ankommen sollte, und bekam noch einen ganz entspannten Sitzplatz ...

Letztes Wochenende wollte ich ja Freunde in Halle besuchen, hab ich auch gemacht, aber nachdem ich sie (hoffentlich nicht!) mit meinen Erkältungsviren angesteckt hatte, fuhr ich am Samstag Vormittag wieder zurück (diesmal mit Maske, weil ich hustete wie ein Bieber), legte mich um 13 Uhr ins Bett und stand am Sonntag um 7 Uhr auf. Montag und Dienstag war ich krank, ging viel spazieren, dann ging es mir wieder gut und ich konnte am Mittwoch wieder arbeiten gehen. Juchhe!

Am Freitag fuhr ich dann zu den Freunden in Kaiserslautern (ich hatte eigentlich unter der Woche in den Schwarzwald fahren wollen, aber davon nahm ich dann doch Abstand), wurde wieder bestens verköstigt und schlief am Samstag richtig aus ... Auf dem Weg in die Sauna nach Bad Bergzabern (oh, einen Saunaführer der Pfalz könnte ich eigentlich auch mal anfangen ...) machten wir einen kleinen Ausflug, denn ich habe mir eine neue Idee überlegt.

Dieses Jahr will ich nicht nur in alle deutschen Nachbarstaaten kommen, sondern auch mindestens alle vierzehn Tage (also spätestens am 14. Tag nach dem Tag des letzten Grenzübertritts) eine Staatsgrenze überqueren. Seit mindestens dem 1. Januar hat das geklappt, wenn ich zurückrechnen würde, käme ich auf mindestens ein paar Tage früher, aber ich bin sehr gespannt, ob das dieses Jahr funktioniert, und wenn ich nachts noch kurz an den Wiizemersteg fahre ...

So also fuhren wir von Kaiserslautern nach Lembach im Unterelsass, suchten und fanden ein paar Grenzsteine und fuhren dann über Weißenburg (Wissembourg) nach Bad Bergzabern. Die Aufgussabfolge war sportlich, entsprechend gut schlief ich nach der Heimkunft mitsamt abermaliger guter Verköstigung.

Heute Morgen ging es dann mit Regionalbahnen nach Wiesbaden, wo wir uns - mitten im närrischen Trubel (soweit man das, was die Wiesbadener da veranstalten, als solches bezeichnen kann) - mit alten Bekannten zum Essen trafen. Nach dem Abschluss des Gourmetwochenendes wanderten wir zum Bahnhof, ich verabschiedete die beiden in Richtung Kaiserslautern und stieg dann in den ICE nach Dresden.

Ich überlegte zwischenzeitlich, ob ich bis Erfurt sitzen bleibe, aber ich war nicht sicher, dass ich noch eine Bratwurst in Erfurt bekomme, war dann vernünftig und stieg in Fulda in meinen Phantom-ICE ein. Joa, jetzt müsste ich gleich in Hannover sein, und dann ist dieses wunderbare Wochenende auch wieder rum ...

Am Dienstag geht es wahrscheinlich in den Schwarzwald, und dann bleibe ich eine Weile in Baden-Württemberg.


Grenzstein bei Wissembourg

Dienstag, 7. Februar 2023

Einen Granatapfelsaft schuldig

... bin ich meiner Mutter seit bald acht Jahren, seit wir am 1. Mai 2015 in der Jerusalemer Altstadt waren und sie immer wieder beantragte, einen solchen Saft käuflich zu erwerben. Ich vertröste sie immer wieder, und am Ende waren wir weder auf dem Tempelberg noch hatte sie ihr Granatapfelgesöff konsumiert.

Diese Scharte kann ich hoffentlich am 30. April und damit kurz vor Ablauf der Acht-Jahres-Frist auswetzen, denn am 28. April fliegen wir - ganz spontan heute gebucht - von Basel über Sofia nach Tel Aviv. Ich war ja die letzten Tage um eine ziemlich komplizierte Reise nach Málaga/Algeciras/Gibraltar/Tanger/Tétouan/Ceuta und vielleicht noch Ronda und den Caminito del Rey herumschlawenzelt (ich schlawenzel ja gerne um Reisen herum), und das nicht etwa für eine zweiwöchige Reise, sondern für zweieinhalb Tage ... Das klang alles irgendwie ziemlich stressig (wenn auch ziemlich cool), aber heute Morgen kam mir dann die Idee, dass man doch nochmal nach Israel schauen könnte.

Prompt fand ich günstige Flüge, und jetzt fliegen wir am 28. April abends in Basel ab und kommen gegen Mitternacht in Sofia an. In Sofia gibt es eine Kneipe nur mit Kerzenbeleuchtung, und meine Mutter ist ja so eine Kerzentante, sodass ich hoffe, dass es ihr gefällt, wenn wir da - nach erfolgter Einreise in Bulgarien und Taxifahrt in die Innenstadt - gegen hoffentlich 1 Uhr aufschlagen ...

Um 4 Uhr macht das Ding zu, und das ist die allerspäteste Zeit, dass auch wir wieder zum Flughafen müssen, denn um 5.55 Uhr geht der Weiterflug nach Tel Aviv. Dort kommen wir um kurz nach 8 Uhr an, und wie es dann weitergeht, müssen wir mal gucken.

Jedenfalls geht es am 1. Mai, dem Montag, dann um 12.10 Uhr (also zu einer für Tel Aviv untypischen Abflugzeit) zurück nach ... Karlsruhe/Baden-Baden. Genau so habe ich auch geguckt, als ich den Flug gefunden hatte, aber Ryanair fliegt tatsächlich vom Flughafen Ben Gurion non-stop zum Baden-Airpark ... Unglaublich!

Ein schönes Hotel in Jaffa habe ich uns ebenfalls schon organisiert, und jetzt müssen wir gucken, ob wir uns ein Auto mieten (teuer, sowohl beim Autovermieter als auch dann im Unterhalt, denn einen Parkplatz findet man erfahrungsgemäß nicht so einfach in Tel Aviv) oder ob wir uns am Sabbat das Taxi nach Jaffa gönnen, in Tel Aviv an den Strand gehen und dann am Sonntag mit dem Bus nach Jerusalem hochfahren und zum x-ten Mal versuchen, auf den Tempelberg zu kommen. Wie? Jaha, und natürlich Granatapfelsaft trinken!

Fünf Jahre ist es her, dass ich in Israel war, es ist höchste Zeit, dass ich mal wieder hinkomme ...

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Am 6. September geht es jetzt nach Portugal, und zwar mit meiner Irland-Reisegruppe. Wir hatten da ja schon ein bisschen diskutiert, zwischendurch war ich nicht ganz sicher, dass ich das mit meinen Urlaubstagen unter einen Hut kriege, aber ich wurde von der Wirtin einfach vom Platz gegrätscht und konnte gar nicht mehr anders ...

Jedenfalls geht es jetzt am 6. September von Zürich nach Lissabon, am 8. September von Lissabon nach Porto (mit dem Zug oder dem Bus, das muss ich noch buchen) und am 10. September dann von Porto zurück nach Zürich. Die Flüge und auch die Hotels sind nicht billig, aber man gönnt sich ja sonst nichts ... (Ruhe dahinten!)

Das wird wieder eine schöne Tour, denn Lissabon und Porto sind ja, wie der geneigte Leser weiß, jedenfalls für mich großartige Städte ... Ich werde mit den Damen in die Taberna da Rua das Flores in Lissabon gehen (wenn wir Platz kriegen) und ins Só Tapas in Porto (wenn die wieder offen haben, im Moment haben sie laut Google "vorübergehend geschlossen"), oh, das wird wunderbar!

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Am 19. August bin ich ja zur Hockey-EM in Mönchengladbach. Das erste Spiel beginnt um 11 Uhr, das letzte endet so gegen 22 Uhr. Das wäre alles mit sehr frühem Aufstehen am Samstagmorgen in und später Heimkehr nach Hannover gegangen, aber ich habe jetzt in Krefeld - zwanzig Minuten mit der Bahn vom Mönchengladbacher Hauptbahnhof entfernt - ein Zimmer gebucht. So kann ich in Ruhe am Freitagabend anreisen, am Samstagmorgen früh, aber nicht zu nachtschlafender Zeit aufbrechen und habe es am Samstagabend nicht so weit.

Am Sonntag treffe ich mich mit meinem niederländischen Ex-Kollegen wieder in Venlo (ja, das ist formal auch eine Auslandsreise, aber bei dem Platzmangel in meiner "Nächste Reisen"-Zeile war es nicht schwer, diese Auslandsreise mal zu ignorieren). Nach dem Brunch in Venlo geht es dann zurück nach Hannover, so ist das alles deutlich entspannter ...

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Jetzt bin ich - schon einen Tag früher als geplant - auf dem Weg nach Hannover. Die Bahn und vor allem ihre Schaffner haben eben in Freiburg schon wieder (mal) den Vogel abgeschossen: Kurz vor knapp zeigte die Anzeige am Gleis an, dass sie die Wagenreihung - mal wieder - umgekehrt hätten, sodass die übliche Völkerwanderung einsetzte, damit jeder an seinen (reservierten) Platz kommt. Nur - der Zug kam dann doch in der ursprünglich angezeigten Wagenreihung an. Saftladen!

Die Schaffner, die aus dem Zug ausstiegen, hatten aber definitiv kein Einsehen, dass das Mist ist, sondern meinten, mich veräppeln ("Der Zug fährt immer in die gleiche Richtung.") bzw. beleidigen zu müssen ("So sind die Badenser."). Öhm, nö, was soll so etwas? Naja, ich werde auf mein freundliches Feedback über die unfreundliche Behandlung wieder einen nichtssagenden Brief von der Beschwerdeabteilung kriegen, wie üblich ... (Und ja, wer den Ausdruck "Badenser" benutzt, will damit einen Badener beleidigen.)

Sonntag, 5. Februar 2023

Heimkehr ins Schneetreiben

Wenn ich gewusst hätte, dass es im Schwarzwald schneit, hätte ich meine Ma nicht nach Neustadt gejagt, um mich abzuholen, sondern hätte die Stunde Wartezeit bis zum Bus entweder in Freiburg oder in Neustadt vertrödelt. So aber dachte ich mir, dass ich eine Stunde früher zuhause wäre, und meine Ma war auch so liebenswürdig, mich trotzdem abzuholen - und tatsächlich war die Stunde, die ich früher daheim war, schon angenehm ...

Das Aufstehen heute Morgen war überraschend erträglich, und ich konnte meine Mutter, die ich gebeten hatte, mich sicherheitshalber aus dem Bett zu klingeln, schon eine Minute vor Wetterklingeln beruhigen - ich war wach.

Die Dusche bewirkte noch einmal Wunder, und um kurz vor 9 Uhr hatte ich ausgecheckt. Ich kaufte mir eine Umsteigefahrkarte (das war, glaube ich, das erste Mal in Budapest, sonst hatte ich da immer Zeitkarten ...) und stieg in den Metro-Ersatzbus ein. In Kőbánya-Kispest fuhr mir die Linie 200 zum Flughafen vor der Nase weg, aber ich hatte so dermaßen viel Puffer, dass mir das sogar fast recht.

Am Flughafen ging ich sofort in die Sicherheitskontrolle, und ich irgendwie erwische ich immer Menschen vor mir, die vermeintlich zum ersten Mal fliegen und immer ganz überrascht sind, wenn sie ihre Flüssigkeiten auspacken müssen ... Dieses Fiasko verzögerte mein Aufschlagen in der Lounge aber nur um wenige Minuten, und dort frühstückte ich erstmal.

Anders als der Fluggast mir gegenüber, der um 10 Uhr schon nach dem Sekt auf Wein umstieg (sowas würde ich ja nie machen, bei mir würde es dann Bier geben!), stärkte ich mich mit Cola, Schinkenbrötchen und Joghurt, und gegen 11.15 Uhr machte ich mich auf den beschwerlichen Weg zu meinem Wizz-Air-Gate.

Nach einer mittelprächtigen Wanderung kam ich dort gut an, durfte auch durchs Pre-Boarding und kam sogar mit an Bord. Der Flug wurde mit zwei Serienepisoden überbrückt, und in Basel reiste ich beim französischen Zoll ein (ich wollte ja heute definitiv in Frankreich gewesen sein).

Wenige Minuten später querte ich aber die flughafeninterne Zollgrenze und befand mich also staatsrechtlich noch immer in Frankfurt, zollrechtlich aber in der Schweiz. Mit dem Schweizer Bus ging es über die Zollfreistraße nach Basel SBB und von dort mit der Straßenbahn zum Badischen Bahnhof. (Der wird als "Bad. Bahnhof" beschildert, und ein englischsprachiger Vater meinte zu seinem Kind, sie führen nicht zum "Bad Bahnhof", sondern zum good Bahnhof. Gnihihi ...)

Am Badischen Bahnhof kaufte mir eine Rivella und ein paar Ovomaltine-Kekse und überquerte dann die Zollgrenze - ich war also staatsrechtlich jetzt immer noch in der Schweiz, aber zollrechtlich schon in Deutschland. Immer wieder herrlich, so etwas ...

Ich erwischte einen früheren als den angedachten Zug, der Zoll wollte nichts von mir, die schweizerisch-deutsche Grenze verpasste ich vor lauter Kabelsalat an meinen Gerätschaften, und in Freiburg kamen wir vorfristig an!

Dadurch erwischte ich eben auch den früheren Zug nach Neustadt, wurde auf der ganzen Fahrt nicht ein einziges Mal kontrolliert, und meine Mutter kam in dem Moment angefahren, als ich auf dem Bahnhofsvorplatz ankam. Ich ging nochmal duschen, damit jegliche Reste des nassen Sitzes vom Freitag von meinem Körper abgewaschen wurden, dann gab es lecker Abendessen und jetzt schaue ich gerade das Bayern-Spiel. Furchtbar!

Die nächsten Wochenende bin ich in Halle und Kaiserslautern/Wiesbaden, mal gucken, ob ich, jetzt, wo die Tage wieder länger werden, auch mal wieder wandern gehe, denn davon würde ich wahrscheinlich berichten ...

Fotos gibt's heute keine.

Samstag, 4. Februar 2023

Drei Minuten Einsamkeit

... hatte ich gestern Nacht im Rudas-Bad, denn ich war pünktlich - trotz Check-in im Hotel! - beim Bad angekommen und so schnell umgezogen, dass ich als erster Nachtbadender des Abends im türkischen Bad war. Diese drei Minuten, in denen ich das ganze Rudas-Bad (naja, den türkischen Teil) für mich allein hatte, waren noch toller als die folgenden viereinhalb Stunden, in denen ich das Bad mit etlichen anderen Menschen teilen musste.

Der Flug war völlig in Ordnung, bis auf die Tatsache, dass die im Flieger die Temperatur wieder viiiiiiel zu heiß eingestellt hatten: Ich verstehe das immer noch nicht und wiederhole gerne mein Mantra, dass es einfacher ist, sich etwas anzuziehen, wenn einem kalt ist, als sich auszuziehen, wenn einem warm ist - naja, "einfacher" nicht unbedingt, aber ansehnlicher definitiv, jedenfalls bei meinem Adoniskörper. Das ist mir einfach unbegreiflich, wieso die Fluggesellschaften da auch noch Energie verschwenden ...

Nun denn, die Fahrt mit dem Rallyebus zum Terminal (der Fahrer fuhr wie eine gesengte Sau) war abenteuerlich, aber ich überlebte sie, durchschritt schnellstens den Gepäckausgabebereich und besorgte mir eine Tageskarte für den Bus. Der kam und fuhr bald nach meinem Eintreffen an der Haltestelle, ich erwischte in Kőbánya-Kispest den Metro-Ersatzbus, der praktischerweise direkt vor meinem Hotel hielt. Leider setzte ich mich - unwissenderweise - in einen Sitz, der nass war - aber das war - latürnich! - nur Wasser, denn es hatte geregnet. Alles andere wäre ja auch einfach zu ekelhaft.

Ich checkte kurz ein und marschierte dann - es war brutal windig - über die Elisabethbrücke zum Rudas-Bad. Ich hatte ja online schon die Karte gekauft (die kostet inzwischen auch über 30 Euro fürs Nachtbaden ...), sodass ich sofort mein Armband erhielt und wenige Minuten später die Umkleidekabinen betreten konnte.

Wieder machte ich mein Zirkeltraining vom 28-Grad-Becken über das 30-, 33-, 36- und 42-Grad-Becken bis ins heute Nacht 12 Grad kalte Tauchbecken, schlief ordnungsgemäß im 33er-Becken öfter ein (manchmal auch im 36er-Becken, das hatte ich sonst nie) und verließ sehr erholt (aber zu wenig getrunken habend) gegen 2.40 Uhr das Bad.

Der Nachtbus kam auch bald, und um kurz nach 3 Uhr war ich im Bett.

Heute Morgen duschte ich erst einmal und verließ dann das Hotel. Ich fuhr zum Batthyány tér, genoss den Blick aufs Parlament, fuhr weiter zum Széll Kálmán tér und stieg dort in die Linie 16 hoch zur Burg ein. Das Wetter wurde im Verlauf des Tages immer besser, aber ich verzog mich erst einmal ins Gettó Gulyás, meiner Budapester Stammkneipe.

Da war ich immer zufrieden gewesen, aber heute haben sie sich selbst übertroffen: Schon der hortobágyi palacsinta war ganz hervorragend, das Kalbspaprikasch mit speckumwickelten Bandnudeltalern war ebenfalls - wie immer - sehr lecker, und das somlói galuska zum Nachtisch war ebenfalls grandios. Dazu trank ich drei Bier und erlebte, wie ein (wohl) amerikanischer Kunde so ein bisschen ausrastete ... Der Chef hat es überlebt.

Danach fuhr ich kurz zum Széchenyi-Bad, überstand eine Fahrkartenkontrolle, lief zum Heldenplatz, fuhr mit der 105 zu meinem alten Büro, kaufte da Knabberzeug ein und fuhr zurück ins Hotel, wo ich ein, zwei Stunden Mittagspause machte.

Um 19 Uhr traf ich mich mit zwei Ex-Kollegen in einer Bierbeiz, wo wir aber keinen Platz fanden, woraufhin wir in eine andere Bierbeiz direkt gegenüber der Synagoge aufbrachen. Gespräche über Gott und die Welt und die Arbeit und Reisen und was weiß ich noch folgten, bis wir nach dem letzten Bier aufbrachen. Ich brauchte noch definitiv etwas zu essen, McDonald's war meine letzte Hoffnung, die wurde erfüllt, und jetzt geht es ins Bett, denn morgen geht es um 9 Uhr oder so zum Flughafen ...

Schön war's in Budapest, und natürlich komme ich wieder!

Immer wollen sie Fotos sehen - dann sollen sie Fotos kriegen:

Burg gestern Abend

Parlament vom Donauufer aus

Fischerbastei

Panorama von Budapest

Parlament von der Fischerbastei


Freitag, 3. Februar 2023

Kann man sich mal gönnen

Ja, auch eine Reise nach Budapest kann man sich mal gönnen, aber eigentlich meine ich die Kalbsschulter in Pilzrahmsauce, die in der Lounge am Baseler Flughafen aufgetischt wurde. Dort habe ich eben lecker gespeist, und zum Nachtisch aus Oliven, Käse und Schinken gab es erst ein Bierchen und dann ein Gläschen Crémant - man gönnt sich ja sonst nichts ...

Ich machte heute früh Schluss, ließ mich von meiner Ma und meiner Ersatzoma jetzt doch nicht bis Basel, sondern nur bis zum Bahnhof in Tiengen kutschieren, denn dort konnte ich bequem in den Interregio-Express nach Basel einsteigen. Ich kaufte mir schon am Badischen Bahnhof die Fahrkarte zum Flughafen, denn die kostete gleich viel, egal ob sie am Badischen oder Bahnhof SBB buche - und am Badischen Bahnhof hatte ich noch WLAN. (Ich darf mit der Bahncard 100 mit Nahverkehrszügen auch zum Bahnhof Basel SBB fahren.)

Der Bus kam, und ab ging die Fahrt über die zollfreie Straße zum staatsrechtlich in Frankreich gelegenen EuroAirport. Die Sicherheitskontrolle durchlief ich aber trotzdem auf zollrechtlich Schweizer Gebiet (keine Sorge, ich hatte einen kleinen Spaziergang in das EU-Zollgebiet gemacht, da lasse ich ja nichts anbrennen ...) und dann marschierte ich schnurstracks in meine Lounge.

Jetzt sitze ich am Gate, warte aufs Boarding, das jede Minute anfangen müsste, und dann geht es nach Budapest. Ich plane, mich mit einer Tageskarte zu bewaffnen und mit dem Bus 200 bis zur Metrostation Kőbánya-Kispest zu fahren; und von dort fährt der Metro-Ersatzbus (die renovieren noch immer ...) direkt vor mein Hotel.

Ich checke kurz ein und fahre dann sofort zum Rudas-Bad, denn die Eintrittskarte fürs Nachtbaden habe ich schon gelöst. Also alles schon durchgetaktet, jetzt muss das nur noch so klappen ... Daumen drücken!

Fotos am Flughafen


 

Samstag, 28. Januar 2023

Nix Kugeln, nix Nockerln, dafür Bosna!

Ich war jetzt seit zwei Wochen nicht mehr im Ausland und war die letzten Tagen um den optimalen Plan herumgeschlichen, heute nach Österreich zu fahren. Ich war schon drum und dran, nach Lindau-Reutin zu fahren und von dort eine knappe Stunde nach Österreich zu spazieren, entschied mich aber dann doch um: Ich war noch gar nie oder, wenn, dann in frühester Kindheit, in Salzburg gewesen, und diese Scharte wollte ich heute auswetzen.

Das Alter trieb mich gegen 6 Uhr ins Bad, aber den Bus um 6.40 Uhr erwischte ich nicht mehr, also spannte ich das Auto an und fuhr nach Rötenbach. Dort erwischte ich den 7.40-Uhr-Zug nach Donaueschingen, dort den Regionalexpress nach Ulm und dort schließlich den angeblich völlig überfüllten Eurocity nach Salzburg.

Dafür, dass der überfüllt sein sollte, fand ich sehr schnell einen guten Platz an der Spitze des Zuges, auch wenn ich der jungen Dame, die ihre - besockten - Füße auf dem Gegensitz hatte, die Freude am Beineausstrecken nahm. In München wurde der Zug dann doch ziemlich voll, und eine besondere Perle bei der Deutschen Bahn ist, dass auch ein völlig überfüllter Zug noch auf Anschlussreisende wartet ...

Ich aber hatte und behielt meinen Sitzplatz bis Salzburg, wo ich ausstieg und erst einmal auf der falschen Seite den Bahnhof verließ. Das war aber nicht so schlimm, denn auch von dort kam ich in Richtung Altstadt. Ich latschte am Mirabellgarten vorbei und kurz vor dem Mozart-Wohnhaus entdeckte ich das Schild des deutschen Honorarkonsulats. Über den Marko-Feingold-Steg ging es - mit beeindruckenden Blicken auf Salzach, Altstadt und Festung auf die Altstadtseite südlich der Salzach.

Ich hatte leider nicht wirklich viel Zeit, dafür aber auf der Hinfahrt gelesen, dass eine weitere berühmte Salzburger Speise - neben den Mozartkugeln und den Salzburger Nockerln - die sogenannte Bosna sei, eine Art scharfer Hot Dog, die in Salzburg (oder auch in Linz, sagen die Linzer) erfunden worden ist. Und so müsste man in Salzburg eine Bosna essen.

Ich hatte auch den berühmtesten Bosnastand von ganz Salzburg, ach, was sag ich, von ganzes Welt, herausgefunden, und nach zweimaligem Verlaufen (der liegt ein bisschen versteckt in so einem Durchgang zwischen zwei Gassen) fand ich die Schlange und damit den Stand.

Die Bosna kostet 4,90 Euro das Stück, und da sind zwei Bratwürste und lecker Kraut in einem mit Curry bepuderten Weißbrotstück dabei. Lecker war's, ob's 4,90 Euro wert ist, ja mei, aber wenn man schon mal in Salzburg ist ...

Durch die Getreidegasse ging es in Richtung Dom, da machte ich auch ein paar Fotos, aber dann machte ich mich - nach einer guten Stunde in der Salzburger Altstadt - auch schon wieder auf den Weg in Richtung Bahnhof.

In einem Supermarkt mit uncharakteristisch freundlicher Kassiererin wurden noch zwei Almdudler gekauft, und dann lief ich durch wenig touristische Salzburger Straßen zum Hauptbahnhof. Ich erwischte noch den EC nach Ulm, sodass ich in Ulm noch eine gute Stunde Zeit haben sollte, um mir das Münster mal wieder anzuschauen, doch die Stunde schwand dahin: Erst warteten wir auf Anschlussreisende, dann machten die Bundespolizisten im Auftrag der Politiker wieder Europa kaputt, weil sie eine Grenzkontrolle durchführten (nicht bei uns im Wagen, Gott bewahre, da wurde mal kurz durch die Tür geguckt - alles Weiße - und wieder kehrtgemacht), jedenfalls kamen wir mit größerer Verspätung aus Traunstein weg.

Kurz hinter Rosenheim wurde meine Fahrkarte erstmals an diesem Tag kontrolliert (auf der Rückfahrt!), und in Ulm kamen wir fast einer halben Stunde Verspätung an.

Ich fand aber den Ausgang in die Innenstadt recht schnell, wurde von Guggenmusiken in die Flucht geschlagen, die die Ulmer Innenstadt heute Abend okkupierten, lief auf etwas abseitigen Wegen in Richtung Münster, fand das dann relativ unfallfrei, machte noch ein Foto vom (leider auch verdunkelten) Ulmer Großkirchlein und ließ mich dann zum - sehr, sehr schönen - Rathaus treiben ...

Von dort fuhr ich - das City-Ticket gilt in Ulm auch, das musste ich nutzen! - zurück zum Hauptbahnhof und sitze jetzt in meiner Bahn, die mich - wenn ich das richtig interpretiere - bis nach Donaueschingen bringt. Von dort geht es mit der S-Bahn nach Rötenbach und dann mit dem Auto zurück nach Bonndorf.

Das war ein schöner Ausflug, auch wenn das Salzburg-Zugfahrt-Verhältnis nicht so wahnsinnig hoch war, aber hier unten fahren halt nicht so viele ICEs, und es ist eben auch ein Stückchen einmal quer durch Süddeutschland.

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Am 19. August bin ich in Mönchengladbach - ich habe mir heute auf dem Hinweg eine Eintrittskarte für die Hockey-EM (der Frauen und Männer, die finden dieses Jahr gleichzeitig in Mönchengladbach statt) gekauft und werde an dem Samstag insgesamt fünf Spiele sehen, darunter eines der deutschen Männer. Am Vorabend oder an dem Abend (wobei das spät werden dürfte ...) könnte ich mich mit meinem niederländischen Ex-Kollegen treffen, mal gucken, wie wir das machen ... Vielleicht treffen wir uns in Mönchengladbach, ja, das wäre ein Idee - aber ich werde berichten ... Bis dahin müssen die Männer morgen erstmal Weltmeister werden, ich hoffe, das klappt!

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Fotos:

Blick auf Salzach, Altstadt, Festung

Bosna-Stand

Bosna

Dom und Festung

Dom
 

Gasse

Ulmer Münster

Rathaus in Ulm

Sonntag, 22. Januar 2023

Eine gelungene Überraschung

... war das eben, als ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Konzert meines Bruders besuchte. Das war allerhöchste Eisenbahn, denn mein Bruder ist schon seit 30 Jahren in der Hofkapelle in Meiningen unterwegs. Und ja, die Klavierquintette von Mozart und Beethoven haben mir - zerknirscht bekennendem Musikbanausen -  sehr gut gefallen, so etwas könnte man durchaus mal wieder machen. Im Anschluss setzte ich mich neben meine Schwägerin und meinen Neffen, die auch im Publikum saßen, und sagte "Guten Tag!", woraufhin meine Schwägerin vor Überraschung gefühlt erst einmal fast vom Stuhl fiel. Auch meinem Bruder fiel seine Klarinette beinahe aus der Hand, als er mich sah - die drei scheinen sich durchaus gefreut zu haben, mich mal wieder zu sehen (andersherum natürlich auch!) ... Leider sind die Zugverbindungen aus Südthüringen nach Hannover nicht so bestialisch gut, sodass ich relativ zügig wieder aufbrechen musste und jetzt im Zug zwischen Grimmenthal und Neudietendorf den Auftakt zu diesem Blogeintrag schreibe. (Und es war gut, dass ich diese Aktion nicht hier schon angekündigt hatte, denn auch diese Schwägerin liest gelegentlich mit ...)

(Achso, fast hätte ich das Konzert verpasst, weil ich die falsche Treppe hochgegangen war: Ich hörte zwar Musik aus dem Foyer, aber die Tür war - und blieb - zu. Also ging ich noch einmal runter und folgte den anderen Gästen, die die Treppe auf der anderen Seite des Konzerthauses hochgingen. Dort war die Tür offen - und ich verstand, dass ich die ganze Zeit vor jenem Eingang zum Foyer herumgelungert hatte, der direkt bei den Musikern und daher gesperrt war. Wäre lustig gewesen ...)

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Ich war vergangenen Samstag tatsächlich pünktlich in Berlin angekommen und wurde aufgrund des unschönen Wetters in Halle von meiner Studienfreundin vom Hauptbahnhof abgeholt. Der Abend wurde unter Konsum von leckerem Sushi und NFL-Sport verbracht, aber das Nachtspiel schafften wir beide nicht mehr ...

Am Sonntag ging es um 9 Uhr weiter bei mir, und den Vormittag und frühen Nachmittag verbrachte ich im Schlafanzug auf der Couchlandschaft meiner Freunde, bis der Hausherr irgendwann einmal freundlich-interessiert nachfragte, ob ich heute noch vor hätte zu duschen ... (Was sollen die Kinder denn denken, wenn man am Wochenende im Schlafanzug im Wohnzimmer herumschlumpft?) Ich folgte dem Wink, aber das hätte nichts daran, dass ich - jetzt halt in vernünftigen Klamotten - weiter auf der Couchlandschaft herumschlumpfte, bis wir abends wieder Football guckten.

Am Montag arbeitete ich im Arbeitszimmer der Freunde und fuhr dann am Abend zurück nach Hannover.

Am Mittwochabend musste ich dann mal dringend raus und entschied mich für Fulda, das zwar im tiefsten Osthessen liegt, aber von Hannover mit dem ICE doch nur eineinhalb Stunden entfernt. Ich machte einen kleinen Nachtspaziergang durch das im Moment nicht so schön beleuchtete Städtchen (den imposanten Dom muss ich mir nochmal im Hellen anschauen, oder wenn halt die Beleuchtung wieder an ist!) und landete schließlich beim Kubaner. Die Bedienung riet mir davon ab, Tapasplatte und Tortadillo zu essen, und das war ein sehr guter Rat, denn ich hatte die Größe des Tortadillos komplett unterschätzt - das langte dann definitiv und war auch seeeeehr lecker ...

Ich erwischte gerade noch so den Bus zurück zum Bahnhof (will ja mein City-Ticket in möglichst allen Städten abfahren ...), stieg dann - weil mein Zug verspätet und mir kalt war - in den ICE nach Berlin ein, verließ diesen in Göttingen, verzog mich dort wieder in die Bahnhofspassage und enterte schließlich den ICE nach Hannover, obwohl da alles verspätet war. Entsprechend kam ich statt um 23 Uhr eher gegen Mitternacht ins Bett ...

Ja, und gestern schließlich fuhr ich nach Jena, denn ich war zu einem 40. Geburtstag eingeladen von einer anderen alten Studienfreundin. Um 17.30 Uhr sollte es losgehen, und da ich im Hotel nur von 12 bis 14 Uhr einchecken konnte, saß ich schon um kurz vor 9 Uhr in der Bahn zum Hauptbahnhof in Hannover, weil der ich der Deutschen Bahn nicht traute. Das war auch ganz gut so, denn mit ein bisschen Puffer kam ich dann - wie von Anfang an geplant - gegen 12.30 Uhr am Hotel an. Selten habe ich einen so freundlichen Check-in erlebt (das wurde eben in der Bewertung gleich einmal positiv erwähnt!), aber ich brachte nur mein Zeug aufs Zimmer.

Danach ging es in die Stadt, denn ich musste noch Geschenke für das Geburtstagskind besorgen und auch für die älteren Tochter der (dritten) Studienfreundin, die ich gestern Mittag noch besorgte. Pünktlich zwischen 13.30 Uhr und 14 Uhr war ich bei denen, wurde mit Radeberger-Bier verköstigt, puzzelte, spielte Uno (und Schach!) und verbrachte einen ganz wunderbaren Nachmittag.

Im fliegenden Wechsel - und im Schneetreiben - ging es wieder in die Stadt, und es war ein wunderbarer Abend mit alten Freunden und Bekannten, die ich alle miteinander zuletzt bei der Hochzeit des Geburtstagskindes vor acht Jahren gesehen hatte ... Wir sind aber alle ein bisschen älter geworden, sodass um 23 Uhr fertig war; glücklicherweise wurde ich zum Hotel kutschiert. Ich schlief schlecht, weil das ansonsten wunderbare Hotel seeeeeehr dünne Wände hat und ein Herr gefühlt die ganze Nacht hindurch in sein Telefon brüllte.

Die Dusche heute Morgen war wohltuend, und ich war schon vor dem Frühstück aus dem Hotel draußen und im Zug.

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Ich habe jetzt länger mit der S-Bahn Hannover gekämpft, um eine möglichst korrekte (und zufriedenstellende) Antwort zu erhalten, ob ich mit meiner Bahncard 100 die S-Bahn Hannover nutzen kann.

Hintergrund ist, dass die S-Bahn Hannover von einem Unternehmen betrieben wird, das nicht "Deutsche Bahn" heißt, sondern eine Privatbahn ist. Die Freunde können grundsätzlich selbst bestimmen, ob sie DB-Fahrkarten akzeptieren, aber so richtig dazu äußern tun sie sich nicht. Das Problem kann auch darin liegen, dass eine Fahrt mit der S-Bahn Hannover mindestens drei verschiedenen Tarifen unterliegen kann. Der GVH-Tarif (Verkehrsverbund Hannover) beschränkt die Gültigkeit der Bahn auf das Gebiet der Stadt Hannover - so weit, so eindeutig, so schlecht. Der Niedersachsentarif verspricht eine Ermäßigung durch die Bahncard 25 und die Bahncard 50, äußert sich zur Bahncard 100 allerdings nicht explizit, allenfalls äußerst kryptisch.

Also rief ich bei diversen Stellen an und schrieb E-Mails, was aber wenig hilfreich war, denn die Aussagen widersprachen einander deutlich. In der Zeit zwischen Problemaufwurf und vermeintlicher finaler Beantwortung durch die S-Bahn Hannover wurde ich zum Tarifexperten für Deutschland, und als ich dann von der S-Bahn Hannover die pauschale Antwort bekam, dass sie die Bahncard 100 nur im Stadtgebiet von Hannover anerkennen, wusste ich (inzwischen), dass das so nicht richtig sein kann.

Die Antwort liegt im Deutschlandtarif, denn der sagt eindeutig, dass die Bahncard 100 anerkannt wird. Das Problem ist nur, dass der Deutschlandtarif nur dann Anwendung findet, wenn ich durch mehrere Verkehrsverbünde und/oder Bundesländer fahre, weil das sozusagen der Auffangtarif ist, wenn es keine lokaleren Tarife gibt.

Es könnte nun also so sein, dass auf ein- und dieselben Fahrt, sagen wir, Hannover - Ehlershausen, je nach Verbindung Folgendes gilt:
  • Wenn man sie allein fährt, gilt der GVH-Tarif, in dem die Bahncard 100 nicht gültig ist (weil ich das Stadtgebiet Hannovers verlasse);
  • wenn man sie als Teil der Strecke, sagen wir, Goslar - Hannover - Ehlershausen fährt, gilt der Niedersachsentarif, und da war ich bis heute nicht in der Lage herauszufinden, ob die Bahncard 100 gilt oder nicht;
  • wenn man sie als Teil der Strecke, sagen wir, Magdeburg - Goslar - Hannover - Ehlershausen fährt, gilt der Deutschlandtarif und damit die Bahncard 100.
Als ich neulich die Strecke Hannover - Ehlershausen gefahren bin, war (latürnich!) in Wirklichkeit in Magdeburg gestartet und hatte nur vergessen, davon zu berichten - verstehste?!

Das Ganze ist natürlich noch bescheuerter, weil selbstverständlich kein Schaffner prüfen kann, ob ich wirklich in Magdeburg losgefahren bin und die Fahrt damit dem Deutschlandtarif unterfällt oder ob ich in Hannover losgefahren bin und die Fahrt damit dem GVH-Tarif unterfällt.

Achso, das Allerbeste war, als ich dem S-Bahn-Hannover-Typen das aufgedröselt hatte, die Antwort, dass er Bahncard 100 und DB-Mitarbeiterausweis verwechselt hätte. Argh!?

Ich bin mal sehr gespannt, ob ich die Gesamtsituation jemals einem Schaffner in der S-Bahn Hannover erläutern muss oder ob die die Bahncard 100 gleich durchwinken ...

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Fotos der letzten Tage:

Halle

Fulda, Paulustor

Fulda, Dom

Fulda, Stadtschloss

Fulda, Kirche

Fulda, Tortadillo

Meiningen, Englischer Garten


Samstag, 14. Januar 2023

"Zwei Minuten!"

Ein bisschen stolz war ich ja schon, und das habe ich eben schon einer befreundeten (Handball-)Schiedsrichterin erzählt, als ich - okay, gemeinsam mit etlichen anderen Deutschen - nach einer unzulässigen Aktion eines Katarers lautstark "zwei Minuten" forderte (und die entsprechende Geste performte) - und die Schiris sogar auf mich (uns) hörten. Höhö ...

So einen kleinen Ausflug ins benachbarte Ausland (und insbesondere zu einer Handball-Weltmeisterschaft) könnte man jedenfalls wieder machen, das hat nämlich Spaß gemacht, auch mit der ganzen Zugfahrerei. Was nicht unbedingt dazugehören muss, ist eine durchgemachte Nacht, denn gestern Abend beim zweiten Spiel habe ich mir wirklich überlegt, ob ich mich flach auf die Sitze im Oberrang lege und das Spiel im Liegen (und mutmaßlich mit geschlossenen Augen) verfolge. So weit ist es am Ende nicht gekommen, aber viel gefehlt hat nicht, und ich war sooooo froh, als ich am Ende im Zimmer und im Bett war. (Dass ich wildesten Unfug geträumt habe, versteht sich nach zwei so hochinteressanten Tagen von selbst.)

Ich glaube, das Spiel ist bzw. die Spiele sind im Blogeintrag gestern Abend ein bisschen kurz gekommen (siehe: "war sooooo froh") ... Also, die Stimmung fand ich sehr gut, auch wenn die Halle nur zu einem Drittel gefüllt war. Das lag natürlich an den deutschen Fans, die sehr ordentlich Stimmung gemacht haben, auch wenn ich nicht immer so ganz sicher bin, was ich davon halten soll, wenn deutsche Fans auf dem Weg zum Stadion sich grölend durch Fußgängerunterführungen bewegen.

Es waren handgezählt drei katarische Fans da, und das waren Bosnier, weil die Katarer offenbar ein paar Bosnier eingebürgert hatten. Nach zehn Minuten taten mir vom Klatschen die Hände weh, weil die Handballfans weniger Gesänge anstimmen, denn über die Rhythmik anzufeuern scheinen. Die Deutschen machten ein paar spektakuläre Tore, und gerade gegen Ende der Partie, als es knapp zu werden drohte, war da schon sehr viel Jubel bei den einzelnen Toren dabei ...

Dass man ein Handballspiel wieder besuchen könnte (und zwar möglichst zeitnah), dabei bleibe ich aber mit einem Tag Abstand auf alle Fälle, denn auch wenn die Atmosphäre anders ist als beim Fußball, weil einfach viel mehr Tore fallen, so ist die Dramatik durchaus vergleichbar. Und in so einer vergleichsweise engen Halle ist der Einfluss der Fans aufs Spiel vielleicht sogar noch ein bisschen mehr vorhanden als in weitläufigen Fußball-Arenen. Also, ihr Recken in Hannover, das wird dieses Jahr hoffentlich noch was mit euch und mir!

Heute Morgen schlief ich insofern aus, als dass ich fünf Minuten vor dem Wecker wach war, danach verschwand ich erst einmal in Ruhe im Bad, kam fluchend wieder raus, weil ich kein Shampoo vorfand und keines dabei hatte, und wusch mir dann mit Seife die Haare - muss auch mal gehen ... (Zahnpasta hatte ich in ähnlicher Manier nicht dabei, weil ich meinen Reisekulturbeutel zuhause geplündert, aber nicht nachgefüllt hatte und dann auch keine Möglichkeit mehr fand - ehrlich nicht! - , welche zu kaufen. Das wurde heute Morgen mit viel Kaugummi kompensiert.)

Die Dusche war trotzdem wunderbar, ich packte meine sieben Sachen und ging zum anvisierten Frühstücksrestaurant. Da war aber gerammelt voll, sodass ich mehr in Richtung Bahnhof lief und mir dort ein anderes Frühstücksrestaurant anlachte. Das war definitiv keine schlechte Entscheidung, denn das Frühstück, das ich bestellte, bestand aus polnischer Wurst mit Senf, Bacon, Spiegeleier, ein bisschen Rote Bete und einem Salatblatt, und war sehr lecker - so wie auch die heiße Schokolade.

Trotz allem Getrödele war ich eine gute Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof, trödelte da noch ein wenig herum, telefonierte so lange mit meiner Mutter, bis ihr der Arm eingeschlafen war, und stieg dann in den ganz leicht verspäteten Eurocity ein, der aus Przemyśl an der ukrainischen Grenze ankam und über Krakau, Kattowitz, Oppeln, Breslau und Frankfurt an der Oder nach Berlin fahren sollte.

Auch dieser Eurocity war ziemlich voll, aber ich bekam meinen (reservierten) Platz an einem Vierertisch mit Leutchen, die allesamt in Breslau ausstiegen ... In diesem Eurocity gab es jetzt überhaupt kein WLAN (Wollt ihr einen veräppeln, polnische Bahn, welches Jahr ist bei euch? 1923?), sodass ich in den sauren Apfel biss und mit meinem Handy tethern musste. Das klappte aber wenigstens einigermaßen gut, auch wenn die Story, dass das Funknetz perfekt wird, sobald man die deutsche Grenze ins Ausland überschreitet, jedenfalls bei Polen eine Mär ist, denn da gibt es mindestens so viele Funklöcher auf der Zugstrecke wie in Deutschland.

In Glogau stieg eine ältere Dame zu, die mich eine ganze Zeit lang mit Videos ihrer Enkel erfreute, und ich kriege es immer nicht übers Herz, solchen Menschen ein bisschen brutaler zu zeigen, dass ich daran jetzt gerade nicht interessiert bin. Ich habe natürlich kein Problem damit, wenn man ins Gespräch kommt, aber wenn man so quasi genötigt wird, finde ich das immer nicht so toll ... Naja, ich überlebte das ebenso wie die Einreise zurück ins Vaterland und bin jetzt eben in Berlin aus- und in den Zug nach Halle eingestiegen.

Dort komme ich, wenn nicht noch wesentlich etwas schiefgeht, in einer guten Stunde an, und das restliche Wochenende dort wird auch sportlich bleiben (TV-sportlich, natürlich, mit Football und Handball morgen), aber dafür etwas entspannter werden (hoffe ich) als die jetzt doch nicht ganz unanstrengende Reise nach Kattowitz und zurück ...

Altes Lyzeum in der Innenstadt von Kattowitz

Bahnhofsvorplatz

Lecker Frühstück

Freitag, 13. Januar 2023

Dit is Berlin, oder: Handball, bloody hell

Ich hatte ja nicht so richtig gewusst, was ich in den fünf Stunden in Berlin mitten in der Nacht mit mir anfangen soll, also machte ich das, was ich normalerweise sowieso mache: Ich suchte ein bisschen im Internet herum. Ich war relativ schnell bei der East Side Gallery, aber dafür bräuchte ich keine fünf Stunden, also guckte ich weiter ... Ich landete - wie sollte es anders sein? - beim Essen und bei Kneipen, die rund um die Uhr oder zumindest bis spät in die Nacht Essen anboten.

Eine dieser Kneipen, das El Borriquito in Charlottenburg, sprach mich an - und die sollten bis 3 Uhr geöffnet haben unter der Woche - und sogar bis 5 Uhr am Wochenende! Es erwies sich als günstig, schon in Spandau in die S-Bahn umzusteigen, das tat ich, und so landete ich um halb eins am Savignyplatz, nachdem ich mit der S-Bahn, die in Richtung Flughafen fuhr, am Olympiastadion vorbeigekommen war.

Siehe da, es war tatsächlich noch offen, meine späte Ankunft führte zu keinem Aufruhr, im Gegenteil, ich konnte bestellen, was ich wollte (der Pulpo mit Venusmuscheln hatte mir schon im Zug zugesagt, dazu gab es kanarische Kartoffeln und eine Karaffe Weißwein ...), ich saß ein bisschen abseits der Musik, was dann aber dazu führte, dass der italienischsprachige Kellner sich ein bisschen mehr um mich kümmerte ... Ich fand das da richtig gemütlich, und ich habe dem Ober auch schon angekündigt, dass ich wiederkomme, denn die Portionen sind - auch für den aufgerufenen, nicht besonders günstigen, aber keinesfalls besonders teuren Preis - sehr üppig, sodass ich am Schluss wirklich kämpfen musste, die letzten Oktopusstücke zu verschlingen. Okay, die Tomatensauce hätte meiner Mutter offenkundig nicht so zugesagt, aber man kann nicht alles haben. Also, auch wenn ich normalerweise erst zweimal irgendwo essen will, um das Etablissement in meine Empfehlungen aufzunehmen: Das Borriquito wird einen zweiten Besuch erleben und dann, wenn sie nicht alles falsch machen, auch in meinen Empfehlungen landen (die muss ich ohnehin mal überarbeiten).

Um 2.40 Uhr verließ ich dann das Borriquito (und wurde also nicht herausgekehrt), lief zurück zur S-Bahn-Haltestelle Savignyplatz und fuhr zur Warschauer Straße. Es fasziniert mich immer wieder, was in Berlin mitten in der Nacht los ist, auch da war noch - naja, nicht High Life, aber doch viel los. Der eine oder andere Penner ist dort, aber im REWE hätte ich um drei Uhr etwas einkaufen können, als ich in Richtung Spree lief, kam mir ein schon sichtbar schwankender Mensch entgegen - "grüß dich!" - und kurz darauf ein Mann von der Verkehrsgesellschaft (nicht schwankend!). Ein weiterer Typ sprach mich schon aus zwanzig Metern an, ob ich ihm einen oder zwei Euro geben könne, und als verneinte, wurde er ganz melodramatisch (blieb aber harmlos) und kündigte an, schon bald seiner Existenz ein Ende zu bereiten ... Ja, sischer!

Dann war ich aber an der East Side Gallery, einem Stück der Berliner Mauer, und war erst einmal verwirrt. "Erzähl mir was Neues", sagt der Leser (oder die Leserin), aber hier hatte ich Grund verwirrt zu sein, denn ich befand mich in Ost-Berlin und also auf der Ostseite der Berliner Mauer. Die Ostseite war nun aber nicht für ihre Mauermalereien bekannt, weil da ja die Selbstschussanlagen und Hundelaufbahnen waren. (Und für das Bemalen der Westseite der Mauer musste man sich übrigens - da fände ich ja heute wahnsinnig spannend - illegal auf das Gebiet der DDR bewegen, denn die Mauer stand nicht genau auf der Sektorengrenze, sondern ein paar Meter dahinter, sodass es überall ein kleines Stückchen unbewachte DDR - bzw. unbewachtes Ost-Berlin - gab, auf das man vom Westen her draufspazieren konnte.)

Des Rätsels Lösung ist, dass diese Malerien erst 1990, von der letzten DDR-Regierung, organisiert wurden. Zudem sind die Malereien, die man heute auf der East Side Gallery sieht, Kopien der Originale, denn 2008/09 wurden die Mauerreste saniert, wobei man wohl die Kunstwerke zerstören musste. Man lud die Künstler dann ein, sie neu zu schaffen, was die meisten (aber nicht alle) tatsächlich gemacht haben, und so kann man neben - Entschuldigung - unglaublich viel Kitsch eben auch dieses berühmte Bruderkuss-Graffito von Breschnew und Honecker sehen, das ich weiter unten verewigt habe.

Die Wege in Berlin sind so kurz nicht, und so war ich froh, dass ich kurz vor 4 Uhr am Ostbahnhof landete. Ich entschied mich, mit dem nächstbesten Zug zum Hauptbahnhof zu fahren, und der nächstbeste Zug war ein ICE. In den stieg ich also ein, stellte fest, dass ich noch ausreichend Zeit habe, fuhr dann doch bis Spandau weiter, stieg dort in eine Regionalbahn zum Hauptbahnhof (schön, was für bekloppte Sachen man mit der Bahncard 100 machen kann ...) und vertrödelte dann die Zeit bis zur Abfahrt meines Eurocity.

Ich hatte mich ja entschieden, nicht den 2.40-Uhr-Zug ab Hannover zu nehmen, sondern einen früheren, und das war eine gute Entscheidung, denn der Zug musste unterwegs repariert werden und kam eine Minute vor Abfahrt meines Eurocity an. Wir warteten auf die Gäste aus dem ICE, und es hätte also für mich gereicht, aber ich hätte unterwegs einen Herzkasper gekriegt, weil die nächste Verbindung nach Kattowitz dann erst eine Ankunft um 17 Uhr bedeutet hätte, und das wäre mir arg eng geworden.

So kamen wir mit ein bisschen Verspätung los, die deutschen Zugbegleiter bestanden noch immer auf der Maskenpflicht und weckten sogar den Polen mir gegenüber, aber ab der Oderbrücke war die Maskenpflicht aufgehoben. Der Zug war ganz schön voll, da waren auch ein paar laute Deutsche unterwegs, die mit einem Kasten Bier ankamen - ich habe den Verdacht, die wollen auch zum Spiel heute, aber alles in allem war das eine entspannte Fahrt.

Wir kamen mit wenigen Minuten Verspätung in Posen an, ich fand mein Gleis schnell, aber keinen Wagenstandsanzeiger und musste dann, als der Zug einfuhr, ein bisschen schnelleren Schrittes laufen, denn mein Wagen (in Polen besteht in den ECs und ICs Reservierungspflicht) war ganz an der Spitze des Zuges. Die Digitalisierung in Polen verläuft auch nicht in ganz geordneten Bahnen, denn während gefühlt mehr Polen als Deutsche mit Online-Tickets reisen und diese von den Schaffnern auch ganz selbstverständlich abgescannt werden, ist das WLAN in den Zügen eine einzige Katastrophe - dagegen ist das WLAN bei der Deutschen Bahn richtig stabil, unglaublich schnell und insgesamt großartig, und das will was heißen, dass man etwas noch viel schlechter als die Deutsche Bahn macht!

Nun aber sitze ich, da ich diese Zeilen schreibe, im Zug nach Kattowitz, wir kommen bald in Gleiwitz an, und von da ist es noch einmal eine halbe Stunde Fahrt. Wir haben ein kleines bisschen Verspätung, aber das ist überhaupt nicht schlimm, denn ich gucke - mangels WLAN - aus dem Fenster und bewundere die südpolnischen Wälder und das vergleichsweise flache Land hier in Oberschlesien.

Ich werde, unvernünftig, wie ich nun einmal bin, gleich in eine Kneipe einfallen und ein bisschen zu Mittag essen, vielleicht auch ein Bierchen trinken, denn ich kann erst um 14 Uhr ins - per Handy-Schlüssel zu öffnende - Zimmer, und wenn ich um 13.10 Uhr oder so ankomme, muss ich ja fast eine Stunde überbrücken. Mal sehen, ob ich dann noch mal duschen gehe, denn ich habe bei meinen untauglichen Schlafversuchen eben im Zug von Posen nach Kattowitz ein bisschen geschwitzt, aber so gegen 17 Uhr will ich in der Halle sein. Und dann hoffen wir mal, dass Deutschland einen guten Start in die WM hat.

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Joa, ich fand ziemlich schnell die Gaststätte, aber draußen stand kein Schild, dass die Karte nehmen, also ging ich zu einem Geldautomaten, der mich nicht übers Ohr haute und hob (viel zu viel) Geld ab ... Damit ging in die Gaststätte, bekam in der wunderschönen Lokalität einen Platz nahe bei zwei anderen deutschen Handball-Anhängern und futterte mich durch die Karte. Aus dem ursprünglichen geplanten (vielleicht) ein Bier wurden, öhm, ein paar mehr, natürlich hätte ich mit Karte zahlen können, zahlte aber doch ausnahmsweise bar und ging dann in Richtung meiner Unterkunft.

Ich musste ein bisschen suchen, weil mir das jetzt zum zweiten Mal in Polen so geht, dass ich ein Apartment in einem Wohnkomplex habe, aber nachdem ich das gefunden hatte (und mit dem Handy über eine App die Türen geöffnet hatte), hatte ich ein wunderbares, gutes Zimmer mit allem, was man braucht. Ich hielt mich aber nicht lange auf, sondern ging - ich hatte mit den beiden Herren ein bisschen die Zeit vergessen - schnurstracks zur Halle (die wie ein UFO aussieht).

Ich war allerdings zu früh, die Halle öffnete erst eine Stunde vor Spielbeginn, sodass ich mir die Unzahl an ZDF-LKWs anschaute, die da in einem eingezäunten Bereich standen - Wahnsinn!

Um kurz vor fünf ging die Halle auf, einer kurzen Leibesvisitation folgte das Scannen der Karte, dann war ich im Spodek drin und fand recht schnell meinen Platz. Ein Bier gönnte ich mir noch, dann nahm das für meinen Geschmack viel zu spannende Spiel seinen Lauf. Dass Deutschland gewonnen hat, aber zwischenzeitlich mal ein bisschen ins Schwimmen geriet, hat jeder gesehen, aber die Stimmung in der Halle (3.500 Zuschauer, davon bestimmt 2.500 Deutsche) war schon ein Erlebnis ... Das war ja mein erstes Handballspiel mit einer deutschen Mannschaft, das kann man öfter machen, zumal es in Hannover ja eine Bundesliga-Mannschaft gibt.

Auch das zweite Spiel, Serbien - Algerien, schaute ich mir an, verzog mich in der Halbzeit aber auf den Oberrang, da war es luftiger als unten im Kessel, wo doch noch viele Leute auch das zweite Spiel schauten. Ich wurde jetzt auch echt müde, verzog mich mit dem Schlusspfiff und freue mich jetzt sooooo auf die Horizontale.

Morgen geht es zu akzeptabler Zeit zurück nach Berlin und dann zu Freunden nach Halle, das wird auch gut.

Fotos gibt es auch:

Bruderkuss East Side Gallery

Rynek in Kattowitz

UFO-Sporthalle

Zett-De-Eff

In der Halle

Donnerstag, 12. Januar 2023

Der Deutschen Bahn zu trauen

... wäre, gerade wenn man einen Termin hat, geradezu fahrlässig, und da ich morgen um 18 Uhr einen Termin in der Sportarena Spodek in Kattowitz habe, fahre ich jetzt einen Zug früher nach Berlin und schlage mir in der Bundeshauptstadt die Nacht um die Ohren: Normalerweise hätte ich den Zug um 2.40 Uhr genommen und hätte 17 Minuten Umsteigezeit in Berlin gehabt, bevor um 5.52 Uhr mein Berlin-Warschau-Express abfährt. 17 Minuten ist mir bei einem Zug, der aus dem Ruhrgebiet kommt, aber irgendwie ein bisschen knapp, sodass ich jetzt um 0.14 Uhr oder so am Berliner Hauptbahnhof ankomme und also fünfeinhalb Stunden durch das nächtliche Berlin wandern werde.

Um 8.32 Uhr komme ich morgen früh planmäßig in Posen an und habe genau 28 Minuten zum Umsteigen - das ist mir auch ein bisschen eng, aber da hoffe ich mal darauf, dass zumindest die polnische Bahn dem Prestigeobjekt ein bisschen Pünktlichkeit verpasst. Um 9 Uhr also geht es dann in Posen weiter, und um 13.02 Uhr komme ich planmäßig in Kattowitz an.

Das Hotel liegt auf dem Weg vom Bahnhof zum Spodek, sodass ich wahrscheinlich erst einmal einen kleinen Bummel durch Kattowitz machen und etwas zu Mittag essen werde, bevor ich dann kurz im Hotel verschwinde und dann so gegen 17 Uhr in der Halle aufkreuzen will.

Das Deutschland-Spiel gegen Katar beginnt um 18 Uhr, das zweite Spiel Algerien gegen Serbien um 20.30 Uhr, sodass ich hoffentlich so gegen 22.30 Uhr aus der Halle komme und um 23 Uhr im Bett bin. Das könnte nach der langen Nacht heute einigermaßen passen.

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Am Sonntag habe ich noch eine kurze Wanderung gemacht - von Ehlershausen ging es nach Celle, aber schon im Süden der Stadt, in Westercelle, hatte ich keine rechte Lust mehr - nach etwas über neun Kilometern -, sodass ich in den Bus stieg (das City-Ticket gilt in Celle, auch wenn der eine Busfahrer ziemlich kritisch guckte) und mit dem pickepackevollen ICE im Stehen die zwanzig Minuten zurück nach Hannover fuhr. Noch ein, zwei Etappen, dann komme ich in die (Süd-)Heide, aber wirklich!

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In der Karte oben ist jetzt Tadschikistan endlich grün (das hatte ich letzten Samstag vergessen), und wir haben auch schon erste vorläufige Planungen unternommen. Sich einen Fahrer für die ganzen Tage zu engagieren war beim ersten Anbieter ein bisschen teuer, aber ich gucke ein bisschen weiter - Abenteuer wird das so oder so, gerade wenn wir da über die Berge von Chudschand nach Duschanbe und wieder zurück von Duschanbe nach Samarkand wollen ...

Samstag, 7. Januar 2023

So viele Jahre herumschlawenzelt

... bin ich um dieses Tadschikistan, und endlich - endlich! - habe ich heute Morgen gebucht. Jessi und Christian hatte ich ja vor Jahren schon einmal gefragt, ob sie mit nach Tadschikistan wollten, Christian übte extra, um "Tadschikistan" unfallfrei aussprechen zu können, dann kamen Corona und unterschiedliche Reiseplanungen für 2023, zunächst wollte ich ja mit den beiden Wiesbadener Damen (und meiner Ma) reisen, aber die beiden haben mir zwischenzeitlich abgesagt, und jetzt fügt sich alles, dass Jessi, Christian, meine Ma und ich am 6. April, dem Gründonnerstag, abends von Frankfurt abfliegen.

Meine Ma war sich unsicher, ob sie mitwollen sollte, aber sowohl Jessi als auch Christian wollten sie wirklich gerne dabei haben (öhm, ich natürlich auch!), und als ich sie dann vor ein paar Tagen noch einmal fragte und sie nicht innerhalb der ersten drei Sekunden abgelehnt hatte, ich sah, wie es in ihr arbeitete, und sie dann dieses feine Lächeln auf den Lippen hatte, bei denen sie weiß, dass ihr vernünftiger Engel auf der Schulter gerade vernichtend geschlagen worden ist, war klar, dass sie mitkommt. Das wird gut! (Und schließlich war ich in drei der fünf zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken mit ihr, da konnte es ja nicht in die Tüte kommen, dass die vierte dann nicht ohne sie bereist wird!)

Am 6. April also fliegen wir von Frankfurt ab und landen erst einmal spät abends in Riga. Dort übernachten wir und reisen am nächsten Nachmittag weiter von Riga nach Taschkent. Am 14. April (das ist ein Freitag, weil es keine guten Rückflüge mit Abflug Samstag und Ankunft Sonntag gab) fliegen wir aus Taschkent zurück nach Riga, übernachten wieder dort und fliegen am frühen Samstag Morgen dann zurück nach Frankfurt.

Die Zeit dazwischen müssen wir uns noch gut überlegen, auf meinem vorläufigen Prospekt nimmt Samarkand in Usbekistan eine große Rolle rein, aber ich weiß ja, dass Jessi und Christian auch der abenteuerlicheren Tour nicht ganz abgeneigt sind ... Vielleicht verbringen wir auch ein paar Tage mehr in Tadschikistan und fahren/fliegen(?) in Richtung Khorog im Pamir-Gebirge, da ginge es dann auf viele zig Kilometer wenige Meter von der afghanischen Grenze entfernt am Grenzfluss entlang. Aber das überlegen wir uns alles in den nächsten Tagen in Ruhe - die Reise an sich ist jedenfalls erst einmal eingetütet - juchhe!

Für Jessi, Christian und mich werden Lettland, Usbekistan und Tadschikistan das 31., 32. und 33. gemeinsam besuchte Land, für mich Tadschikistan das insgesamt 148. Land, und meine Mutter nähert sich auch langsam, aber sicher der 100 an - ich bin so gespannt, wie das alles wird, das wird großartig - und abenteuerlich ...

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Gestern Abend und heute Nachmittag war ich in den zwei größten Städten Deutschlands unterwegs.

Nach Dienstschluss gestern Abend fuhr ich kurzentschlossen noch nach Berlin, aß eine Currywurst am Bahnhof, spazierte am Kanzleramt, am Bundestag und am Brandenburger Tor vorbei zum Holocaust-Mahnmal und nahm dann in einer Alt-Berliner Kneipe (so die Werbung) ein durchaus schmackhaftes Abendessen ein, nämlich die "Reichstags-Platte" mit Schweinesteak, Bratkartoffeln und Speckbohnen.

Im Zug nach Hause pennte ich ein paar Mal fast ein, aber ich schaffte es, pünktlich auszusteigen und um Mitternacht in meiner Bude zu sein.

Heute Morgen wurde ich dann abgeholt, denn eine Freundin, deren Hündin und ich wollten nach Hamburg. Wir stellten das Auto in Harburg, also im Hamburger Süden, auf einen Park-and-Ride-Parkplatz (zwei Euro für ein Tagesticket ist in Ordnung dafür, würde ich sagen), dann ging es mit der S-Bahn zur Reeperbahn.

Von dort liefen wir hinunter zu den Landungsbrücken, verdrückten an der obligatorischen Brücke 10 jeweils zwei Fischbrötchen (Backfisch und Krabben bei Madame, Matjes und Krabben bei mir, und die Wauwine bekam auch ein bisschen ab), liefen dann durch den Alten Elbtunnel hin und wieder zurück, fuhren mit der Fähre zur Elbphilharmonie - und wieder zurück - und machten uns dann nach sehr kurzweiligen drei, vier Stunden wieder mit der S-Bahn auf nach Harburg und danach im Auto zurück nach Hannover.

Das waren zwei richtig schöne Kurzausflüge, das hat Spaß gemacht (und war nach Monaten im Schwarzwald auch mal wieder höchste Zeit).

Und von diesen schönen Kurzausflügen gibt es auch Fotos:

Kanzleramt

Reichstagsgebäude

Brandenburger Tor

Vollmond über dem Holocaust-Mahnmal

Die Elphi!

Sonntag, 1. Januar 2023

Same procedure as last year

Nein, ich habe gestern Abend nicht "Dinner for One" geschaut (einmal im Leben reicht für mich), sondern meine Mutter und ich haben den Silvesterabend fast genauso gehändelt wie im vergangenen Jahr.

Der Umstieg in Frankfurt klappte vorzüglich, und ich bekam auch einen guten Platz. Ich hatte gerade meiner Mutter geschrieben, dass heute mal alles klappt, da gab es eine Türstörung am Zug, sodass wir einigen Minuten Verspätung aus Frankfurt herausfuhren. Nun hatte ich aber in Freiburg eigentlich genug Zeit zum Umsteigen, und tatsächlich konnte ich dort dann trotz leichter Verzögerung auch ohne Gerenne in die S-Bahn nach Neustadt einsteigen.

Auch die fuhr pünktlich, der Bus nach Bonndorf fuhr pünktlich, und pünktlich kam ich bei meiner Mutter an. Die Dusche war dringend nötig, aber bald darauf wurde gegessen, denn meine Ma hatte großen Hunger (ich hatte ja noch in Dresden ein Schnitzelbrötchen gefrühstückt).

Das Fondue war - wie letztes Jahr - ganz hervorragend, vor allem mit Mutters Soßen, aber danach kam der Mann mit dem Hammer, und ich ging für ein paar Stunden ins Bett. Der Wecker um 23 Uhr wurde auf 23.15 Uhr weitergestellt, dann stand ich aber wirklich auf und am Ende waren wir knapp zehn Minuten vor Mitternacht am Wiizemersteg - wie vergangenes Jahr.

Ich besuchte letztmals dieses Jahr die Schweiz, dann verpassten wir vor lauter Fotografieren fast Mitternacht, aber fünf Sekunden vor Mitternacht waren wir ordnungsgemäß aufgestellt: ein Bein in der Schweiz, eines in Deutschland und ... Prosit Neujahr!

Nach ein paar Minuten fuhren wir zurück nach Bonndorf, stellten das Auto ein und landeten - same procedure halt - wieder im Schnitzer. Naja, es ward vier Uhr, und es wurde viel gelacht (und gesungen).

Heute Mittag ging es dann mit dem Frühstück weiter - und der Neujahrstag wird ein fauler bleiben ...

Beweisfoto aus der Schweiz

Spooky Wiizemersteg (in letzter Zeit ist vieles spooky)

Samstag, 31. Dezember 2022

Auf der Verrücktheitsskala

... war diese Aktion von gestern und heute vielleicht nicht ganz in der Klasse "Spontan für 22 Stunden nach Israel fliegen", aber auch nicht wahnsinnig weit darunter.

Kein regelmäßiger oder auch unregelmäßiger Leser dieses Blogs wird sich wundern, dass ich gestern sogar schon um kurz vor 17 Uhr im IC nach Dresden saß. Dieser IC hatte den Vorteil, dass ich nicht - wie bei den späteren Verbindungen - in Leipzig umsteigen musste, sondern auch, dass er einer der wenigen Züge war, die nicht schon als komplett ausgebucht angezeigt wurden.

Nun tuckerte ich also gemütlich vier Stunden nach Dresden, kam gegen halb neun in Dresden-Neustadt an, stellte mein Gepäck ins Schließfach (und veräppelte auf dem Heimweg meine Mutter, dass ich das dort vergessen hätte ...) und machte einen gemütlichen Spaziergang durch Dresden, vorbei am Goldenen Reiter, über die Augustusbrücke, am Fürstenzug vorbei - leider werden die Kirchen im Moment nicht beleuchtet, sonst wäre das ein noch schöneres Panorama gewesen.

Am Altmarkt war mir dann irgendwie kühl, sodass ich dann doch mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof fuhr, mir dort zweimal eine Vita-Cola kaufte (die ostdeutsche Cola) und dann um kurz nach zehn in den Zug in Richtung Zittau stieg.

Unterwegs durchquerten wir auf einem Kilometer im Fugauer Zipfel tschechisches Gebiet, und in Ebersbach (Sachsen) stieg ich aus. Ich lief den halben Kilometer bis zur Grenze und bewunderte die drei, vier Grenzsteine, die ich da ohne größere Matschtouren erreichen konnte. Ich drückte mich bis Mitternacht größtenteils auf tschechischer Seite herum, bis ich schließlich um 0 Uhr den Tag mit dem linken Bein in Tschechien und dem rechten Bein in Deutschland begann. Juchhe - das sollen zwei Tage in Folge werden, an denen ich Mitternacht jeweils in zwei Ländern bin ...

Nach diesem erfolgreichen Start in den Silvestertag lief ich gemütlich wieder zurück zum zugigen Bahnhof in Ebersbach, aß noch ein Sandwich, das ich in Dresden gekauft hatte, und stieg um kurz vor 1 Uhr als einziger (neuer) Fahrgast in den Zug nach Zittau ein.

Dort kam ich ziemlich pünktlich um 1.12 Uhr an und marschierte gleich los in Richtung Altstadt. Auch hier wird wenig bis nichts beleuchtet in diesen Zeiten, aber nach Zittau komme ich mal im Hellen (oder im Dunkeln, wenn die Kirchen und das Rathaus beleuchtet sind) - da machte einen richtig schönen Eindruck!

Ich lief an der Friedensstraße entlang und über die Neiße (die Grenze als solche war nicht markiert, sowas hasse ich wie die Pest!), ehe ich auf einen Feldweg abbog, der mich zum Dreiländereck bringen sollte. Dieser Pfad in Polen war nicht unbedingt sehr matschig, aber er war ziemlich nass, sodass ich bald ein bisschen nasse Füße hatte.

Davon ließ ich mich aber nicht abhalten und lief - mit Handy-Taschenlampe im Anschlag - immer weiter, bis ich schließlich an dem Grenzbrückchen über den polnisch-tschechischen Grenzbach ankam, an dem ich mit Jessi und Christian auch schon unterwegs gewesen war. Die polnisch-tschechische Grenze wurde ebenfalls überquert, und der tschechische Weg war deutlich besser, insbesondere asphaltiert.

Ich hatte einen wunderbaren Sternenhimmel (da war auch kaum Lichtverschmutzung) und verlief mich nicht einmal. Ich überquerte auf tschechischem Gebiet die Neiße und reiste um kurz vor 3 Uhr wieder - unbehelligt - nach Deutschland ein.

Meine Mutter durfte als Telefonjoker entscheiden, ob ich mehr durch bebautes Gebiet zurücklaufe oder an der Neiße entlang, sie entschied sich spontan für "rechts", also an der Neiße entlang, und wenn Mutter was ansagt, sollte man das tunlichst tun ... naja, wenn nichts Gewichtiges dagegenspricht. Auch der Weg in Deutschland war sehr vernünftig asphaltiert, aber so langsam taten mir die Füße weh, und als ich wieder auf der Friedensstraße ankam, wurde ich von zwei Jugendlichen verfolgt, die aus Polen zurück nach Deutschland liefen. Irgendwann waren die dann aber verschwunden und ich lief die Strecke durch das nächtliche Zittau zurück.

Ich kam eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt des Zuges nach Dresden an, der Zug selbst kam eine halbe Stunde vor Abfahrt, und ich durfte schon einsteigen, weil dem Zugführer die "Fachkräfte" nicht "gefielen", die auch am Bahnhof standen ... Ich dankte trotz des fremdenfeindlichen Zungenschlages, denn im Zug war es ein bisschen wärmer und - noch wichtiger - ich konnte mein Handy aufladen, das inzwischen vor lauter Fußgängernavigation ausgefallen war.

Im Zug nickte ich ein bisschen ein, verpasste dabei auch die Durchfahrung des Fugauer Zipfels, stieg aber erfolgreich in Dresden-Neustadt aus, holte mein Gepäck aus dem Schließfach, kaufte mir ein Frühstück und stieg dann doch in die S-Bahn zum Dresdner Hauptbahnhof, weil mein Zug von dort kam und ich mir einen guten Platz sichern wollte.

Den sicherte ich mir auch, der Schaffner kam durch, ich zeigte meine Bahncard, doch der Mann gegenüber sprach Englisch mit dem Schaffner. Einige Minuten später kam der - wie sich herausstellte - Afghane auf mich zu und bat mich, dass er mit meinem Handy seine Familie in Mannheim anrufen könnte. Einen Anruf per WhatsApp konnte er gerne machen, und so langsam kam heraus, dass er gerade über Weißrussland, das Baltikum und Polen nach Deutschland gekommen sei. Ihm seien aber Handy und das meiste Bargeld unterwegs abgenommen worden, sodass er keine Fahrkarte habe kaufen können.

Er musste - wie ich - in Leipzig umsteigen, und der Schaffner hatte seinen Ausweisersatz mitgenommen, so langsam hätte er den wieder herausrücken müssen. Am Bahnhof in Leipzig wartete allerdings schon die Bundespolizei, und ich stand da dann auch in der Gegend herum, als der Afghane mit dem Bundespolizisten sprach. Wenn es nur um das Buchen der Fahrkarte gegangen wäre, hätte ich ja - gegen sofortigen bzw. vorherigen Auslagenersatz - gerne geholfen, aber der Schaffner klärte mich auf, dass der Afghane seine Residenzpflicht in Chemnitz, wo er registriert worden war, missachtet hätte und also sowieso nicht unterwegs sein dürfte.

Hm, es ist natürlich jetzt auch nicht so wahnsinnig clever, dann schwarzzufahren, wenn man Polizeikontakt tunlichst vermeiden sollte, aber am Ende des Tages glaube ich, dass der Mensch bald zu seiner Familie in Mannheim kommen wird, denn weder Schaffner noch Bundespolizei sahen so aus, als ob sie den Mann foltern wollten.

Ich verabschiedete mich und setzte mich in den ICE in Richtung Frankfurt, in dem ich nun diese Zeilen schreibe.

Tschechien und Polen waren mein 21. bzw. 22. Land dieses Jahr, das zweite Kalenderjahr in Folge (und überhaupt) habe ich den Fuß in alle deutschen Nachbarländer gesetzt, die letzte Wanderung des Jahres waren dann auch nochmal 13 Kilometer, entsprechend tun mir jetzt schon die Gräten weh, und das wird im Tagesverlauf wahrscheinlich nicht besser werden ...

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Am 31. Dezember wird traditionell Bilanz über die Reisen des Jahres gezogen, und das soll auch dieses Jahr so sein, auch wenn das Jahresende wieder so plötzlich kommt und ich also mir keine tiefergreifenden Gedanken gemacht habe.

2022 wurden vier neue Länder besucht (Dominikanische Republik, Seychellen, Jamaika, Mongolei), das waren jeweils vier mehr als in den Corona-Jahren 2020 und 2021. Mit Europa, Nordamerika, Afrika und Asien habe ich auch wieder vier Kontinente besucht, das hatte es seit 2019 nicht mehr gegeben.

Dieses Jahr war reich an Besuchen in nicht-unabhängigen, aber (mehr oder weniger) selbstverwalteten Gebieten, denn ich war auf der Insel of Man, auf den Färöern sowie auf den Inseln Guernsey und Sark der Vogtei Guernsey.

2022 hatte so gut angefangen, mit zwei Ländern in der ersten Sekunde des Jahres, auf dem Wiizemersteg, aber zwei Wochen später schon habe ich mir in Budapest (grundsätzlich toll!) Corona eingefangen und musste daher Lissabon sausen lassen. Jessi und Christian wollten aber mit mir nach Portugal, und so wurde Porto ein wenig später gebucht und meine Mutter gleich miteingepackt.

Porto war mit dem Só Tapas und der Hängebrücke und dem Douro gleich mal ein richtiges Highlight des Jahres. Auch 2023 soll es ja mit der Irland-Truppe nach Porto und Lissabon gehen, dann wird wieder eine Francesinha verdrückt.

Zwischen Lissabon und Porto war aber erstmal die Isle of Man, und die Robben da oben am Kieselstrand waren sooooooo toll, das war so fantastisch, zumal sowohl die Viecher als auch ich mich wahnsinnig erschreckten, als wir einander gewahr wurden.

Über Mutters Geburtstag ging es in die Dominikanische Republik, und das war ein wunderbarer Faulenzerurlaub, auch wenn ich die Chance auf Haiti verstreichen ließ. Die Walbeobachtung war hier auch soooo toll, auch wenn - oder gerade weil - wir so lange auf Suchfahrt fahren, und die Cola mit Vitaminen auf dem Bötchen war auch toll, boah, war ich bedient ...

Irland war ebenfalls fantastisch schön, gerade dieser Cliff Walk, aber auch Galway und natürlich die Klippen von Moher - Irland wird in Etappen erkundet, und das war dieses Jahr nicht die letzte Etappe, da bin ich einigermaßen sicher.

Die Färöer haben mir - irgendwie hat mich so vieles beeindruckt dieses Jahr - unfassbar gut gefallen, diese ganzen Wasserfälle, die Tunnel, das saftige Grün (kein Wunder bei dem ganzen Nebel), das war ein richtig schöner Osterausflug auf eine teure, aber wunderschöne Insel.

In die paar Tage auf Guernsey und Sark habe ich wirklich wahnsinnig viel reingesteckt, und Sark war ein echtes Erlebnis, mit der Bootsfahrt, der Autofreiheit der Insel und den unglaublich freundlichen Menschen - Alderney fehlt mir in der Vogtei Guernsey noch, das war dieses Jahr nicht zu schaffen, wird aber bestimmt bald nachgeholt.

Zwei Wochen sptäer kam die Schnapsidee der neun Länder an einem Tag, und ich bin meiner Ma so dankbar, dass sie die Autofahrt hoch - und vor allem, im Dunkeln - runter auf den und vom Splügenpass mitgemacht hat, dass sie mit mir durch Liechtenstein und Österreich gedüst ist und mich dann am frühesten Morgen nach Neustadt gebracht hat, damit ich es auf den frühen Zug schaffe. Neun Länder an einem Tag, das war schon ein Brett, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon eine Idee hätte, das zu toppen, aber da müssen Christian und ich (Jessi hat schon den Streik angekündigt) noch einmal in uns gehen. Die eine Voraussetzung, der Beitritts Kroatiens zum Schengen-Raum, passt ja ab morgen ...

Wiederum eine Woche später ging es auf die Seychellen, und vielleicht habe ich mich da ein bisschen verbucht. Ja, das Hotel war schön, aber der Strand war mit dem ganzen Seegras halt nicht sooooo toll. Andererseits war der Blick auf die Hauptinsel und die Paddelboottour zur Schildkröteninsel dann schon schön, und der Ausflug nach Praslin und La Digue sowieso. Die Paddelboottour um die Insel, wo ich ziemlich waghalsig war und am Ende dankenswerterweise von Einheimischen abgeschleppt wurde, hätte aber nicht unbedingt sein müssen.

Die nachfolgende Reise nach Jamaika war bei Hin- (Bahnchaos) und Rückreise (Gichtanfall) nicht vergnügungssteuerpflichtig, alles zwischendrin war aber toll: Das Jerk Chicken im Amerikaner-Hotel war überraschend lecker und fühlte sich authentisch an, der Abend im Dub Club in Kingston war eine ganz besondere Erfahrung und die Abschlusstage in Negril waren auch ganz wunderbar (bis auf den Abreisetag - aber so habe ich auch mal erlebt, wie es ist, im Rollstuhl durch den Flughafen gefahren zu werden ...).

Im Juli ging es dann noch - kurz - zur Fußball-WM der Frauen nach Milton Keynes. Das war auch eine kleine Schnapsidee, gerade weil ich da auch keine 24 Stunden in England war. Das 3:0 gegen Finnland war großartig und hat Lust auf mehr gemacht (siehe: Australien, Brisbane, gegen Südkorea).

Ein weiteres absolutes Highlight dieses Jahres war die Mongolei, weil es mir dort fast von Anfang bis Ende gefallen hat: freundliche Menschen, unglaubliche Landschaften, fremdes, aber sehr leckeres Essen und trotzdem die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens, wenn man nicht gerade in der Jurte übernachtet - ein unglaublich faszinierendes Land, da in der Hitliste der faszinierenden Länder mit ganz oben bei Israel und dem Sudan steht.

Die nächste Auslands-Übernachtungsreise war dann erst wieder Mallorca, und auch das war eine wunderbare Tour, wenn wir auch vielleicht ein bisschen viel gefahren sind, aber es gibt eben auch sooooo viel zu sehen auf dieser Insel.

2022 war gefühlt - fast - schon wieder ein normales Reisejahr, hoffen wir, dass 2023 wieder ein ganz normales Reisejahr wird, Ziele genug gibt es, Pläne auch, jetzt müssen die nur noch in die Tat umgesetzt werden ... 

Over and out (jaha, ich weiß, das sagt man nicht) für 2022 - allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und einen guten Start ins Jahr 2023!

Fotos von heute Nacht:

In Leipzig ...

Goldener Reiter

Fürstenzug

Unbeleuchtete Frauenkirche

Willkommen in Tschechien - Videoüberwachung

0 Uhr in zwei Ländern

Europadenkmal zum Beitritt Polens zur EU (2004)

Polnisch-tschechische Grenzbrücke

Spooky Dreiländereck