Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 25. September 2017

Ich bin verliebt

Heute Morgen wurde ich sehr früh wach, gegen 6 Uhr (also schon 8 Uhr deutscher Zeit), obwohl ich erst spät im Bett war. Ich hielt mich nicht großartig mit Duschen oder Einschmieren auf, sondern zog mir meine Badehose an, ein Strandhemd, meine Flipflops und ab ging es herunter an den Strand.

Dazu lief ich durch das Wohnviertel hier, über die ungeteerten Straßen, vorbei an Frauen in mittellangen Röcken und Jungs in kurzen Hosen, ehe ich am Strand, der - jedenfalls im Vergleich zur Elfenbeinküste im März - sehr, ansonsten ziemlich sauber war.

Am Strand waren schon einige Leute unterwegs, die Flut hatte dreißig, vierzig Zentimeter des Strandes abgetragen, sodass da plötzlich eine Stufe war, und auch sonst sah das Wasser nicht ganz so gut beschwimmbar aus ... Kein Vergleich zur Elfenbeinküste, wo dich die Strömung schon nach ein paar Zentimetern im Wasser abrasiert hat, aber trotzdem ...

Ich stand also unschlüssig mit Badehose und Hemd da in der Brandung, als plötzlich sie hinter mir stand: Jeannette, eine sehr ansehnliche junge Frau (in Anbetracht des gestrigen Abends kann ich nicht umhin, mir vorzustellen, wie Herr Gauland und Korsorten sie nennen würden: "reinrassige Negerschönheit" vielleicht?). Jeannette jedenfalls sprach mindestens so gut Deutsch wie ich Französisch, also fast perfekt, und langsam wurden zarte Bande geknüpft.

Sollte ausgerechnet in Togo endlich eine Frau erkannt haben, was hinter meinem Waschbärbauch und unter meinem vollen Haupthaar schlummert, sollte endlich eine Frau sehen, was sonst nie jemand wahrgenommen hatte? So musste es sein, denn sie gab mir sogar ihre Telefonnummer.

Sei es, wie es sei, sie fragte, sie wo ich wohnte und ob sie mich in den nächsten Tagen mal nach Lomé begleiten dürfte. Ein Traum wurde wahr, so schien es mir. Sie lud mich zu sich nach Hause ein, um mir ein "cadeau", ein Geschenk, zu machen, und trug mir sogar meine Flipflops hinterher. Nun denn, am Nachmittag kam ich an der deutschen Botschaft vorbei, und wenn das mit dem Visum alles klappt, wird im November geheiratet ...

Blubb. Hallo? Haaalloooo? Kann mal jemand meinen Bruder versorgen, der mit Schnappatmung unter dem Schreibtisch liegt? Danke sehr!

"Jeannette", oder wie auch immer die Dame heißen mag, war natürlich viel zu freundlich, um nur freundlich zu sein, und ich will gar nicht wissen, ob sie mich nur zu ihrem Souvernirladen schleppen oder aber mir eine Dienstlestung verkaufen wollte, jedenfalls machte ich, dass ich fort kam (was gar nicht so einfach war). Meine Hotelwirtin warnte mich später auch vor der "einen Frau", die da am Strand lauert, und war beruhigt, dass ich dann doch nicht so einfach zu haben bin ... (Aber insgesamt warnt die gute Frau ein bisschen viel vor ihrem Heimatland, so dramatisch ist das in Lomé alles nicht, schon gar nicht im Vergleich zu anderswo, da  muss sie nicht so tun, als ob Togo ein Höllenloch wäre, das ist es nämlich nicht ...)

Nach dem Schreck it Jeannette sprang ich erstmal in den hübschen kleinen Hotelpool, und als der Koch kam und nach meinen Frühstückswünschen fragte ("scrambled eggs, please", der Koch spricht Englisch), kam ich aus dem Wasser.

Nach dem Frühstück verzog ich mich aufs Zimmer und verbummelte sehr erfolgreich den Mittag mit dem Verfolgen der Wahlberichterstattung aus Deutschland.

Gegen 14 Uhr wollte ich dann doch raus aus dem Hotel und mir ein Taxi schnappen, als ich von der Hotelchefin abgefangen wurde. Ein Bekannter der Familie, ein deutscher, naja, Bauunternehmer, der seit sechseinhalb Jahren nicht mehr in Deutschland war, war zu Gast, und es war durchaus interessant, bei einem Bierchen den beiden zuzuhören, wie sie über die (deutlich abnehmende) Korruption in Togo und die beschwerlichen Situationen mit den hiesigen Steuerbehörden klagten.

Die Hotelchefin besorgte mir einen weiteren Bekannten als Taxifahrer, der mich in Lomé herumfahrne sollte.

Erst einmal fuhren wir aber an einen Geldautomaten und dann zu einem Optiker, denn ich brauchte ja noch Kontaktlinsenflüssigkeit. Die Flüssigkeit gehört zu den teuersten Einkäufen von Kontaktlinsenflüssigkeit in meinem Leben, aber ich hab's ja ...

Danach ging es zu einem Souvernirverkäufersträßchen, wo ich mich nicht wirklich aus der Ruhe bringen ließ, handelte und am Ende einen jedenfalls für mich akzeptablen Preis für zwei Mitbringsel bezahlte, auch wenn die Togolesen wahrscheinlich über den Reibach lachten, den sie mit dem bekloppten Deutschen machten ...

Weiter ging es zum Unabhängigkeitsdenkmal, das man sich mal angucken kann (man kam nicht sehr nahe dran, da war alles abgesperrt), und zur ghanaischen Grenze, die halt eine Grenze ist. Sehr viel spannender ist der sich anschließende Stadtstrand mit vielen Kneipen, Fischerbooten und dem einen oder anderen sehr fotogenen Ausblick auf die Schiffe, die vor dem Hafen von Lomé auf Einfahrt warten.

Das eigentliche Highlight (neben dem zweimaligen Passieren der deutschen Botschaft) war aber der Fetischmarkt, der ein wenig abseits liegt. Auf dem Weg dorthin wechselt man aus dem afrikanisch-quirligen (Motos über Motos, rote Ampeln gelten auch hier als Empfehlung), aber doch irgendwie relativ gesitteten Stadtzentrum Lomés mehr oder weniger schlagartig in eine slumartige Umgebung mit unbehandeltem Müll direkt an der Straße (und nicht nur drei Verpackungen, sondern halbe Müllkippen), schlechteren Straßen und gelegentlich komischen Menschen (mein Fahrer musste für einen älteren Herrn bremsen, der dann - aus völlig unerfindlichen Gründen mit mehr oder weniger bösem Blick - mit dem Finger auf mich zeigte, was meinen sichtlich peinlich berührten Fahrer zum Vogelzeigen und dem Satz "Il est malade" ("er ist krank") veranlasste.

Am Fetischmarkt bezahlt man als Tourist für die Führung und die Fotografiererlaubnis eine Gebühr (und zwar nicht zu wenig, insgesamt knapp acht Euro), aber sowohl die Führung (der Typ sprach sogar verständliches Englisch) als auch die Fotografiererlaubnis lohnen sich.

Joa, und dann gehst du da vorbei an Ständen, an denen Hundeköpfen, Affenhände, Pferdeschädel, Schlangenhäute, Schildkrötenpanzer, Igelskalpe und aller möglichen und unmöglichen Tiere Überbleibsel feilgeboten werden, auf dass du - wenn ich es richtig verstanden habe - diese Fetische vom Priester segnen und dir dann die heilenden Kräfte dieser Tiere zunutzemachst. Hochinteressant - sehr bizarr, aber hochinteressant.

Ebenfalls interessant waren die "Dekorationsobjekte", bei denen die männlichen Gestalten mit durchaus ansehnlichen Phalli protzten - lustig.

Den Abschluss bildete eine Audienz beim Priester, der - durch den Übersetzer, denn der Priester sprach kein Englisch und auch kaum Französisch - erläuterte, welche verschiedenen Arten von Voodoo-Objekten (ja, hier ging es um Voodoo bzw., wie die Beniner sagen, Vodon, wenn ich es recht weiß) es gibt. Ich war versucht, den Talisman für Reisende zu erwerben, bei dem man zu Beginn einer Reise sich eine gute Reise wünscht, dann den Stab in eine dafür vorgesehene Nische steckt und den Talisman mit auf die Reise nimmt.

Aber auch der Stein zum Prüfungenbestehen (man nehme den Stein in die linke Hand, träufle drei Tropfen Wasser drauf, reibe ihn, fahre zweimal über die Stirn und einmal über die Nase und lege dann den Stein unter das Kopfkissen), der Verliebestein (ein Figürchen aus unzertrennlichen Mann und Frau), den man mit Parfüm besprüht, siebenmal den Namen der Angebeteten und siebenmal den eigenen Namen sagt, dann zu ihr hingeht, ihr die die Hand gibt und "Ja" sagt, auf dass man unzertrennlich sei für den Rest des Lebens) und das "afrikanische Viagra", ein Holzstab, von dem man ein Stück abschneidet, dieses säubert, in ein alkoholisches Getränk seiner Wahl legt, zwanzig Minuten ziehen lässt und dann trinkt) waren spannend zu hören.

Sehr angenehm war, dass Führer und Priester zwar gerne Amulette verkaufen wollten, aber mich in Ruhe ließen, als ich dankend ablehnte.

Alles in allem: Diesen Fetischmarkt muss man gesehen haben, das ist superspannend.

Der Fahrer fuhr mich heim, ich ging kurz aufs Zimmer und danach runter zum Pool. Ich bestellte mein Abendessen, trank eineinhalb Bier, wurde dann hochgebeten auf die Terrasse - der Fisch war fantastisch, sehr, sehr lecker, da haben die Bewertungen für dieses Hotel nicht gelogen - und musste dann, quasi kurz vor der Abreise, noch kurzzeitig meinen Pass zur Registrierung abgeben.

Ich duschte eben noch kurz und gehe jetzt, es ist knapp 21 Uhr, gleich ins Bett.

Eigentlich wollte ich ja am Strand bleiben, aber das wird irgendwie nichts hier, für übermorgen hat mir die Chefin des Hauses auch schon was in Ouidah in Benin empfohlen, was sehr spannend klingt, so richtig mit In-der-Sonne-Aalen werde ich mich auch diesmal nicht anfreunden können.

Aber morgen geht es erstmal über die Grenze nach Benin, wo dann am Abend sicher ganz besonders lecker gegessen und vielleicht ein Gläschen mehr getrunken wird, denn morgen gilt 35/126.

Gute Nacht!

Blick in Richtung Meer von der Hotelterrasse

Unabhängigkeitsdenkmal

Stadtstrand von Lomé

Hundekopf als Fetisch

Drei Phalli

Alles Anfänger

Es ist nicht so, dass ich mich an diesem schlechten Tag für Deutschland aus meiner Heimat verziehen wollte, es hat sich nunmal so ergeben.

Heute Morgen war ich als zweiter Wähler im Wahllokal und warf als erster Wähler meinen Stimmzettel ein, danach war ich mit einer Kollegin frühstücken und fuhr anschließend gemütlich zum Flughafen.

Mein Flieger flog ja ab dem Terminal 1B, sodass ich nicht weit zu laufen hatte und es unter normalen Umständen kein Problem gewesen wäre, viel zu früh am Gate zu sein. Heute waren keine normalen Umstände, denn heute in der Sicherheitskontrolle alle Anfänger auf einmal Dienst. Liebe Leute, das ist Mist, das solltet ihr so nicht machen. Was normalerweise bei dem geringen Andrang eine Minute hätte dauern sollen, ging eine Viertelstunde, und dabei kam ich mit meinem Gepäck ja noch ungeschoren davon. Unfassbar.

Die Anfängerveranstaltung war auch bei den Fahrmanövern des Fahrers des Busses vor uns zu besichtigen, wohingegen unser Fahrer offenbar doch schon drei Tage Erfahrung hatte. Entsprechend verspätet kamen wir in Frankfurt weg, aber wegen der großzügigen Kalkulation kamen wir so gut wie pünktlich in Lissabon an.

Ein Bordunterhaltungsprogramm war bei TAP weder auf dem innereuropäischen noch auf dem Interkontinentalflug vorhanden - auch das ist Mist, liebe TAP.

Am Gate stand schon jemand, der mich zur Passkontrolle schickte (da wäre ich auch von selbst hin), aber auch dort war Chaos - fünfzehn Mann standen dort an vier elektronischen Durchgängen, und die zwei Helfer stifteten mehr Verwirrung als alles andere. Ich schlich mich an der weiteren Fachkraft, die den Zugang zur - gähnend leeren - manuellen (also mit menschlichem Grenzer) EU-Bürger-Passkontrolle bewachte, vorbei und drückte dem Grenzer meinen Pass in die Hand. Er protestierte schwach, dass die Schlange für EU-Bürger aber da drüben sei, ich stellte mich doof und las demonstrativ das "UE" für "Europäische Union" über seinem Kabuff vor, und dann durfte ich auch durch.

Einmal im Leben wünschte ich mir eine Flugverspätung, und ich wurde erhört. Der planmäßige Abflug nach Lomé war für 16.40 Uhr (17.40 Uhr deutscher Zeit) angesetzt, was bedeutet hätte, dass ich die Prognose nicht mehr mitkriege - so stand ich um 18 Uhr deutscher Zeit gerade im Boarding und konnte sogar die ARD live auf dem Handy gucken.

(Das geht so einfach natürlich nur, weil die Europäische Union die Roaminggebühren innerhalb der EU abgeschafft habt. Es lebe die Europäische Union.)

Der Flug nach Lomé war bis auf das fast dauerbrüllende Kind einigermaßen entspannt, auch wenn der Typ vor mir ein bisschen anstrengend war - für die Stewardessen und für mich. Typ! Ich las halt meine gesammelten Spiegel der letzten drei Wochen aus ...

In Lomé wurden wir erst kontrolliert, dass wir wirklich nach Lomé wollten (der Flieger flog nach Accra weiter, so wie ich nächsten Sonntag), dann wurden die Impfpässe überprüft, doch die Schlange bei der Einreisekontrolle war überschaubar (vor mir stand ein Typ beim Grenzer, sonst war da schön leer).

Abgesehen davon, dass der Grenzer eine Telefonnummer wissen wollte (ich gab die des Hotels an, wofür brauchen die die denn?!), war die Einreise lang und schmerzlos, am Zoll wurde ich ignoriert, und die Hotelchefin stand schon am Ausgang. Allem Anschein nach stammt die Frau von hier und hat einen Deutschen geheiratet, denn sie erzählte (natürlich auf Deutsch) vom heutigen Wahlabend in der Botschaft ...

Nach der Ankunft im Hotel (ich habe ein großes Zimmer und einen Tanzsaal von Bad - natürlich mit abnehmbarem Duschkopf, ich habe noch kein Zimmer unter deutscher Führung irgendwo in der Welt erlebt, in dem es keinen abnehmbaren Duschkopf gab - das ist mal ein Kulturexport, der sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen hat ...) bekam ich im zweiten Anlauf auch das WLAN-Passwort, und jetzt geht es hier um kurz nach Mitternacht (kurz nach zwei Uhr deutscher Zeit) ins Bettchen.

Morgen früh wird geplanscht, ich freue mich ...

Samstag, 23. September 2017

Feuerwehrfest

Irgendwie verbinde ich mit der Zahl 125 vor allem bierreiche Jubiläen von freiwilligen Feuerwehren, die in den Jahren um die Reichsgründung herum (jaja, 1871 + 125 = 1996, es ist eine Weile her, dass mein Vater mich zu derartien Anlässen mitgeschleppt hat) entstanden sind. Ab morgen verbinde ich aber mit der 125 die (hoffentlich) schöne Republik Togo, denn Togo wird mein 125.Land, wenn nicht noch irgendwas Gravierendes dazwischenkommt.

Ich habe vor, heute einigermaßen früh ins Bett zu gehen, denn morgen möchte ich um 8 Uhr in meinem Wahllokal zwecks Ausübung meines Bürgerrechts auf der Matte stehen, denn um 8.15 Uhr bin ich zum Frühstück verabredet. Irgendwann so gegen 10 Uhr wird es dann zum Flughafen gehen, denn um 13.25 Uhr geht mein Flieger nach Lissabon, für den ich heute schon eingecheckt habe.

In Lissabon habe ich eine gute Stunde Aufenthalt, das dürfte gerade gut zum Ausreisen reichen, denn um 16.40 Uhr (Ortszeit, 17.40 Uhr deutscher Zeit) stößt mein Flieger planmäßig vom Gate zurück. Ausnahmsweise hoffe ich, dass wir ein bisschen Verspätung haben, sodass ich um 18 Uhr deutscher Zeit noch kurz die ersten Prognosen mitbekomme.

Knapp sechs Stunden später bin ich um 21.25 Uhr Ortszeit (23.25 Uhr deutscher Zeit) in Lomé. Dort werde ich von einem Fahrer meines Hotels abgeholt - die Bitte um Bestätigung meiner Ankunft kam auf Deutsch, und ich hatte irgendwo gelesen, dass zumindest ein Teil des Besitzerehepaares Deutsche(r) ist. Sowas ist immer ein zweischneidiges Schwert - natürlich erleichtert es die Kommunikation ungemein, vor allem in einem französischsprachigen Land, aber andererseits fürchte ich dann immer, dass ich nicht so richtig meine Ruhe habe - naja, wir werden sehen.

Am Dienstag werde ich ausschlafen, mir dann ein Buschtaxi suchen und die dreißig, vierzig Kilometer oder so zur Grenze fahren, diese überqueren (mal sehen, wie oft die meinen Impfpass sehen wollen) und dann noch fünfzehn Kilometer oder so zum beninischen Hotel fahren lassen. Dort werde ich mir in meinem 126. Land ein hoffentlich angemessenes Geburtstagsmenü gönnen ...

Am Donnerstag geht es zurück auf dem gleichen Weg und am Sonntag wieder nach Hause, wo ich am Montag Mittag um 12.30 Uhr oder so ankomme.

Ich freue mich schon so auf ein paar Tage am Strand, nur weiß ich nicht, ob ich es sieben Tage am Strand aushalte - aber Lomé soll ja auch ganz schön sein, sodass man sich da am Samstag oder so mal im Voodoo-Markt oder so umsehen könnte. Mal gucken ...


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Es gibt noch so eine lustige Statistik, die ich mir ausgedacht habe (ich bin ja kreativ): Es gibt nur noch ein paar von mir nicht besuchte Länder, die Landgrenzen haben und von deren Nachbarländern ich auch noch keines besucht habe.

Es sind, wenn ich mich nicht vertue, die Staaten El Salvador, Haiti/Dominikanische Republik (auf Hispaniola), Sierra Leone, die Republik Kongo, Gabun, Äquatorialguinea, Kamerun, Nigeria - und Benin, also zehn Staaten auf der Erde. Durch die Besuche in Togo und Benin betrete ich - offensichtlich - Benin und damit auch ein Nachbarland Nigerias, sodass die Liste auf acht Staaten schrumpft. Cool, gell?

Montag, 18. September 2017

Vor Glückseligkeit kreischende Mädels


… habe ich heute Morgen am Strand erlebt, und so gern ich es mir einbilden würde, das war nicht meinetwegen, sondern weil sie endlich im Meer schwimmen durften. Naja, okay, vielleicht haben sie auch eher wegen der Kälte gekreischt, denn ich hatte meine Schwimmplanung gestern Abend ohne den Sonnenaufgang gemacht, und deswegen war es um 6.45 Uhr, als ich dann endlich aus dem Zimmer und an den Strand kam, noch stockduster.


Das heißt aber nicht, dass ich der Einzige am Strand gewesen wäre, keineswegs – da waren Arbeiter damit beschäftigt, den Strand zu säubern und zu glätten (ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, über den frisch gemachten Sand zu spazieren), aber auch viele joggende Menschen und auch schon manch einer, der – wie ich – einfach nur am Strand entlangspazierte. Ich lief ein Stückchen in Richtung Süden (mein Hotel war ja im äußersten Norden des Stadtstrandes gelegen), und als ich vor mir ein paar Leute im Wasser sah, entschied ich mich auch, ins kühle Nass zu steigen. Das Wunderbare ist hier, dass du relativ schnell in relativ tiefem Wasser bist und gut schwimmen kannst, zumal die vor dem Stadtstrand noch so ein Riff haben, sodass da kaum hohe Wellen sind – das war einfach schön heute Morgen, auch wenn es nicht gerade warm war, aber wärmer wurde es halt so schnell nicht, Mädels ...

Ich schwamm und planschte ein wenig herum, tauchte unter, ohne meine Kontaktlinsen zu verlieren, jauchzte ein bisschen (nicht zu laut, die meisten Touristen schliefen ja noch) und war dann um 7.30 Uhr zur blauen Stunde schon wieder auf dem Weg in mein Zimmer. Hier duschte ich kurz, packte meine sieben Sachen, frühstückte gut und nicht überteuert im Hotel, stellte mich am Trinkjoghurtautomaten ziemlich dappig an, aber das passiert halt am frühen Morgen, und konnte dann der Dame beim Check-out aus vollsten Herzen zustimmen, als sie sagte, sie hoffe, dass ich mal wiederkäme (der Blick vom Balkon war ebenso wie der Blick von der Dachterrasse traumhaft, auch wenn der Himmel bewölkt war). Und ich verspreche, dann bleibe ich mehr als eine Nacht, denn es hat mir in dem Hotel im Speziellen und in Las Palmas im Allgemeinen richtig, richtig gut gefallen, und es gibt sicherlich sogar die eine oder andere Sehenswürdigkeit abseits des Strandes, die man sich dort mal angucken sollte.

Ich weiß nicht, ob ich das schon geschrieben hatte, aber das Bussystem auf Gran Canaria ist wunderbar, sehr effizient, ziemlich pünktlich, richtig gut. Ich stieg in die Linie 12 – zwei Ecken vom Hotel entfernt war die Haltestelle – ein, fuhr für 1,40 € bis zum Busbahnhof und stieg dort in den abfahrbereiten Bus zum Flughafen um, für den ich nochmal 2,30 € blechte. Ich war – trotz ein bisschen Berufsverkehr, aber der war eher nach Las Palmas rein als in Richtung Flughafen – sehr pünktlich am Flughafen, war sehr fix durch die Sicherheitskontrolle und dann auch zügig noch in meiner Lounge.

Ich verließ die Lounge, als schon Boarding angezeigt wurde, war noch völlig ausreichend am Gate und hatte Glück, dass der Mensch auf Platz 27B entweder nicht kam oder der Platz einfach nicht besetzt war, denn ansonsten ist die Ryanair-Bestuhlung schon ein bissel eng, aber in A-C-Besetzung geht das auch hier ganz gut.

Ich rechnete mal wieder ein bisschen was, las Kafkas „Die Verwandlung“, die ich mir noch kurz vor Abflug heruntergeladen hatte, und irgendwann landeten wir dann auch schon in Frankfurt. Wir parkten an den Vorfeldpositionen am Dreier, der Bus fuhr, die Skyline fuhr, die S-Bahn fuhr, der Bus fuhr, ich lief noch ein paar Schritte nach Hause und werde heute das Haus nicht mehr verlassen. Reise fertig …

Aus Mauretanien muss ich noch berichten, dass dort rote Ampeln – außer direkt in der Innenstadt – allenfalls als Stopp-Schild, eher sogar als „Vorfahrt achten“ verstanden werden. Wenn da nichts kommt, fährt man ohne Anhalten einfach drüber. Das habe ich so auch noch nicht soooo oft erlebt …

Gestern Nachmittag hätte ich nicht erwartet, dass ich das Fazit dieser Reise dann doch wieder mit „Es war toll“ anfangen würde, aber: Es war toll, denn Las Palmas hat es am Schluss nochmal rausgerissen, aber so richtig. Nouadhibou war jetzt keine Katastrophe, auf keinen Fall, aber es war schon ein bisschen mühsam, weil weder das Land noch die Menschen noch die Infrastruktur so richtig auf Tourismus eingestellt sind (das muss ja noch nicht schlimm sein, das war im Sudan und in Algerien und ein bisschen im Iran und in Syrien vor dem Krieg auch so, und trotzdem habe ich mich dort viel wohler gefühlt, auch weil die Menschen – wiewohl Muslime wie in Mauretanien – mir als nichtmuslimischem Ausländer gegenüber viel zugänglicher waren, was auch an der – außer und doch auch in Algerien – größeren Verbreitung der englischen Sprache gelegen haben mag) und die meisten Ausländer, die dort durchaus zu sehen sind, eher beruflich in der Handels-„Metropole“ Mauretaniens unterwegs sind. „Metropole“ schreibe ich in Anführungszeichen, weil Nouadhibou in der alten Innenstadt (die nördlich gelegenen Wohnviertel, die eine große Ausdehnung haben und in denen die Mehrheit der Nouadhibouer – oder wie auch immer man sie nennen soll – wohnen, habe ich so richtig erst beim Abflug gesehen) einen eher mittelstädtischen Charakter hat, mit großteils ein- und zweistöckigen Gebäuden, nicht immer geteerten größeren und regelmäßig staubigen Nebenstraßen. Zudem gibt es jetzt nicht so die dramatisch fantastischen Sehenswürdigkeiten – ja, der Schiffsfriedhof ist spannend, und ich bin froh, einen Teil davon noch gesehen zu haben, bevor die Chinesen da alles entsorgen, ja, der Fischereihafen ist in seiner Geschäftigkeit und ob der Vielzahl von Booten ganz bestimmt einen Abstecher wert, und auch das Essen in den beiden (europäischen) Gaststätten, in denen ich war, war ziemlich lecker. Mein Hotel war wirklich nicht schlecht, aber natürlich – gerade in Anbetracht dessen, dass ich in Las Palmas, also in der EU mit ihren höheren Lebenshaltungskosten, ein ganz tolles Zimmer hatte, für das ich weniger bezahlte – völlig überteuert. Klar, in zwei Tagen kann man nicht alles sehen, und vielleicht hätte ich auch mal einen Ausflug in den Nationalpark gemacht, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, vielleicht wäre Nouakchott doch die bessere Alternative gewesen, hätte, hätte, Fahrradkette, schlussendlich ist es so, dass ich so richtig begeistert – ich denke, das ist spätestens jetzt deutlich geworden – von Nouadhibou und von diesem Teil Mauretaniens nicht bin.

Womöglich fühle ich auch aufgrund des Kontrastes zu Nouadhibou so dermaßen von Las Palmas in den Bann gezogen, aber in Las Palmas war halt von hinten bis vorne alles gut, und damit meine ich nicht, dass die Ober jetzt alle Deutsch gesprochen oder ich überall Eisbein bekommen hätte, das war nämlich nicht so (und ist für mich auch nicht so wichtig, schon gar nicht das Eisbein …). Dass die (touristische) Infrastruktur auf Gran Canaria sehr gut ist, ist ja gar keine Frage und darf erwartet werden in der Europäischen Union, aber ich hatte nicht mit einem so völlig reibungslosen Aufenthalt in den zweimal wenigen Stunden, die ich dort war (also, das heißt, nachdem ich dann gestern Abend eingereist war …), gerechnet. Mauretanien drohe ich meine allzu baldige Wiederkehr nicht an, Las Palmas aber dafür umso heftiger …
Blick von der Terrasse auf den Strand

Bunt gegen Blau endete 2:2



Nein, das ist jetzt keine kryptische Anspielung auf meinen Alkoholkonsum oder auf ein nicht ganz glücklich verlaufenes Schwimmerlebnis im Meer (das war 2014 in Rio und 2016 in Swakopmund), sondern das ist der Ergebnisbericht des Spiels zweier Jugendmannschaften heute auf dem Sandplatz unterhalb des Unabhängigkeitsplatzes im Stadtzentrum Nouadhibous …

Ich war fertig gestern Abend, und dementsprechend früh ging ich zu Bett (oha, jetzt wird meine Sprache schon beeinflusst von der Norddeutschen, mit der ich ständig im Sherry zusammensitze) und dementsprechend spät stand ich heute auf. Gegen 9.30 Uhr frühstückte ich, danach verhandelte ich mit dem Rezeptionisten, dass ich – wie von der Buchungsseite angesagt – erst um 16 Uhr auschecken muss, ohne Aufpreis zu zahlen. Er wollte er mir dafür, dass ich über 12 Uhr hinaus bleiben darf, noch die Hälfte des Zimmerpreises abknöpfen, aber als ich ablehnte und schon auf dem Weg nach oben war, pfiff er mich zurück (das geschieht hier mittels eines Zischens, das mir tierisch auf den Geist geht, ich bin doch kein Gaul!), weil er wahrscheinlich – zurecht – befürchtete, dass ich diese, ähm, Ungereimtheit in meiner Bewertung für das Hotel hier niederschreiben würde. Ich bin mal gespannt (ich schreibe den Blog schonmal vor, während ich hier im Zimmer sitze), ob das wirklich klappt …

Die Zimmermädchen waren schon auf dem Zimmer, was mir nicht so recht war, weil ich ja auf alle Fälle noch ein paar Stunden hatte und sie – ich wollte nachmittags nochmal duschen – auf alle Fälle noch einmal das Zimmer würden machen müssen. Aber gut, sei’s drum, jetzt hatte ich halt ein frischgemachtes Bett – auch nicht schlecht für ein Tageszimmer …

Ich lief wieder (auch heute viel zu viel) in Richtung Innenstadt, bog aber bei der ersten Gelegenheit ab hoch auf die Hauptstraße, die N2, und lief dort durch den „Stadtkern“ Nouadhibous. Ich kaufte nichts zu trinken ein, weil ich noch etwas von gestern hatte und mit mir herumtrug. Ich entschied mich dagegen, auf die Straße zu gehen, die 25 m bis an die Grenze zur Westsahara heranreicht, weniger, weil Minengefahr bestünde, sondern vielmehr, weil es mir dann doch zu weit war und ich wahrscheinlich nicht so arg viel sehen würde außer Wüste und den Gleisen, die an diesem Stück angeblich schon in der Westsahara liegen …

Also steuerte ich den Port Artisanal, den Fischereihafen, an, aber auf dem Weg dorthin kam ich wieder an dem gestern schon beschriebenen Fußballsandplatz vorbei. Dort waren heute sehr viele Jugendliche (das ist immer so schwer zu schätzen, aber da war von U11 bis U15 alles dabei), denen ich beim Fußballgucken zusah. Ich dachte zunächst, die kicken da einfach nur ein bisschen rum, weil etliche barfuß spielten, ein paar sogar mit Badelatschen (die gelegentlich beim Schuss dem Ball hinterherflogen), einige hatten Plastikfußballschuhe an und mancher auch Socken. Plötzlich rief ein 25-Jähriger seine Jungs zu sich, und es ergab sich, dass hier ein Fußballspiel zu sehen war, auch wenn die Jungs, denen ich zugeguckt hatte und die ich dann auch anfeuerte, keine Trikots hatten (naja, doch hatten sie zum Teil schon, von Klose und Neymar zum Beispiel, aber eben keine einheitlichen), während die Gegner blaue Trikots trugen, auf denen aber bei zwei Spielern „Özil“ und bei zwei anderen „Sergio Ramos“ stand – komische Namen haben die hier …

Die Tore hatten keine Netze, Seitenlinien gab’s nicht, naja, doch, die Straße war die Seitenlinie, und wenn der Ball über die Seitenlinie flog und ein Spieler hinterherjagte, machte ich manchmal die Augen zu, weil die nicht immer guckten, ob ein Auto kommt … Auf der anderen Spielfeldseite war eine leichte Anhöhe und irgendwo dort befand sich, nach Gefühl des Schiedsrichters, dann auch eine Seitenlinie. Ich hatte einen Sitzplatz, nämlich auf einem Betonklotz. Achso, Abseits wurde auch nach Gefühl des Schiedsrichters gepfiffen, manchmal auch gar nicht, aber auch wenn der Schiri kaum älter und nicht größer als viele Spieler war, gab es nie Gemotze, so soll es sein …

Zu motzen hätte es ein bisschen was gegeben, weil der Schiri jedes Handspiel pfiff, auch wenn es offensichtlich unabsichtlich war (von hinten aus einem Meter angeschossen), die Entfernung zur Mauer beim Freistoß betrug drei Meter, hohes Bein wurde außer in den Schlussminuten nie gepfiffen und die Spieler grätschten und wühlten, was das Zeug hielt … Süß war, wenn die Spieler sich in der Mauer vom Ball wegdrehten und trotzdem die Hände vors Gemächt hielten – da könnte ja ein Querschläger kommen, und außerdem machen die Großen das auch so …

Die Blauen machten das 1:0, ehe meine Mannschaft das 1:1 erzielte und in der zweiten Halbzeit aus meterweiter Abseits-Position mit 2:1 in Führung ging. Kurz vor Schluss fiel aber leider noch das 2:2, das insgesamt aber in Ordnung ging … Zwischendrin grinsten der bunte Coach und ich uns gelegentlich an, vor allem, wenn ich auf Deutsch anfing, unwillkürlich Kommandos zu geben – ich musste mir erst klar machen, dass man mich hier zwar a) hören, aber b) nicht verstehen würde, sodass das – aus anderen Gründen als im Fußballstadion bei uns, aber genauso – unsinnig war … Weiter machte ich damit trotzdem. Zwei-, dreimal musste ich mich auf meinem Betonklotz, der auf der Seitenlinie stand, vom Spielgeschehen weg drehen, weil ich sonst durch die bloße Anwesenheit meiner Füße ins Spielgeschehen eingegriffen hätte, aber das war lustig – und ganz normal, es war also nicht so, dass der bekloppte Ausländer da irgendeinen Mist machte. Vielmehr liefen mehrfach Familien und Einzelpersonen in Seelenruhe durch das Spielfeld durch, sehr lustig …

Unmittelbar nach Abpfiff ging ich dann – jetzt aber wirklich – in Richtung Fischereihafen, den ich nach einigem Suchen (nicht nach der Örtlichkeit an sich, sondern nach dem Eingang) fand. Wenn man den Eingang mal gefunden hat und die vielen hundert blau-weißen Bötchen im Hafen liegt sieht, dann sieht das schon toll aus. Hier hätte ich sicher auch was trinken und sogar essen können, aber weil weder mein Arabisch noch mein Französisch ausgereicht hätten und ich Zweifel hatte, dass die eine französischsprachige Speisekarte (mit der ich umgehen kann) vorweisen konnten, lief ich einmal am Hafen entlang in der Hoffnung, auf der anderen Seite zur Flughafenstraße und von dort nach Hause zu gelangen.

Das war aber Pustekuchen, wie es auf Neudeutsch heißt, denn das Hafengelände wird von einer Mauer umzäunt, über die man zwar hätte klettern können, aber ich hatte jetzt nicht unbedingt Lust, mir beim Klettern das Bein zu brechen oder mir eine Kugel einzufangen, man weiß ja nie im Ausland … (Letzeres war ein Scherz!)

Also lief ich zurück zum Eingang, wo ich ein Taxi erwischte – das war auch nötig, weil ich selten so aggressiv bettelnde Kinder erlebt habe wie hier am Fischereihafen. Die fassen einen an und ließen auch nicht ohne Weiteres von mir ab, gerade weil ich für meine Verhältnisse (ich war zu überrascht von dieser plötzlichen Bettelei, weil die erwachsenen Menschen hier – bis auf den einen Alten gestern – sehr zurückhaltend dem Ausländer gegenüber sind) relativ ruhig blieb. Vielleicht hätte ich sie einfach mal mit meinem typischen Blick, wenn ich sauer werde, anschauen sollen, dann hätten sie Reißaus genommen …

So hing der eine Junge fast noch an mir dran, als das Taxi schon losfuhr. Dass der Taxifahrer dann für die zwei Kilometer zu meinem Ziel (ein Restaurant) mehr nahm (70 Cent) als der Fahrer gestern für die Fahrt aus der Wüste zurück nach Nouadhibou, nahm ich trotzdem dankend in Kauf. Boah, Kinners …

Im Restaurant Monaco war ich einer von zwei Gästen, die Kellnerin fragte, ob ich Spanisch spräche, was ich so halb bejahte, worauf sie den Spanier (den zweiten Gast) anstellen wollte zum Übersetzen. Das war wiederum nicht nötig, weil sie eine Speisekarte hatten, sodass ich mir ein Fischfilet (Corvina oder so) aussuchte und dazu – ich hatte inzwischen viel zu wenig getrunken – eine Cola nach der anderen bestellte. Die Pommes hier waren lecker, das Gemüse ebenfalls, und zum Abschluss trank ich ein Bier, auch wieder ein kanarisches, das schmuggeln die ganzen Gastwirte hier offenbar rein …

Am Ende zahlte ich 17 Euro, war zufrieden und ging zurück ins Hotel, wo ich nochmal duschte, packte und dann kurz vor 16 Uhr aus der Tür fiel. Ich hatte meine übrig gebliebenen 11.000 Ougiyas und dazu den passenden Betrag in Euro gepackt, sodass der Rezeptionist nach einigem Herumgerechne „Okay, very good“ meinte und das Hotel und ich getrennter Wege gingen.

Ich marschierte in Richtung Flughafen, als neben mir eine ganze Kolonne mit spanischen Militärfahrzeugen vorbeifuhr … Ich ging in den Flughafen hinein, als ich feststellte, dass hier direkt an der Tür eine der von mir besonders geliebten Eingangskontrollen lag. Zu allem Überfluss hatte ich mich an der Frau, die dort scheinbar unschlüssig im Weg herumstand, vorbeigedrängelt, sodass ich schmunzelnd um Entschuldigung bat und sie vorließ, was sie ebenfalls mit einem Schmunzeln quittierte … Plötzlich kam so ein Kerl, der vom Flughafen schien (und auch tatsächlich war) und wollte meinen Pass haben, also gab ich ihn ihm. Der Typ fabrizierte nur Chaos, keine Ahnung, was der dachte, was für ein Trottel ich bin oder wie selten ich fliege, denn es gab großes Hin und Her mit meinem Gepäck, keine Ahnung, was das sollte. Nun wollte er sich für mich vor die Frau drängeln, was dazu führte, dass die hinter uns Stehenden ihm sagten, er solle mal warten, was ich bestätigte. Der Herr wollte nach dem ganzen Chaos, das er veranstaltete, auch noch ein Trinkgeld; das wiederum konnte er sich in die Haare schmieren.

Jetzt hatte ich meine (handgeschriebene) Bordkarte, musste bei der Polizei anstehen, die mich ausstempelte, aber dann wieder in den öffentlichen Bereich zurückschickte – es ist alles ein bisschen ungewöhnlich hier, das muss ich schon sagen … Irgendwann ging es dann los mit der Handgepäckkontrolle, es fehlte mir noch irgendein Stempel, dass mein Visum, wenn ich wiederkomme, ach, keine Ahnung. Der Zivilist, der mir den Stempel besorgte, sprach Englisch, war sehr freundlich, aber sehr traurig, als ich dann sagte, dass ich wahrscheinlich nicht wiederkäme – bei so einem Bullshit, den die hier machen (wobei ich mir den letzten Teil des Satzes natürlich nur gedacht habe) … Dass ich einen Rechner und Flüssigkeiten im Gepäck hatte, störte – wenig überraschend – niemanden, aber danach kam der Zoll …

So langsam glaube ich wirklich, dass der tatsächliche Zweck des Zolls daraus besteht, sicherzustellen, dass die Leute das Land in möglichst schlechter Erinnerung behalten, es ist unglaublich. Der Typ war zwar recht freundlich, durchkämmte jedoch meine Rechnertasche und meinen Geldbeutel, als ob da irgendwelche Drogen drin sein könnten; meine größere Reisetasche guckte er sich dagegen nur oberflächlich an und fragte dann (kein Witz), ob ich Fisch dabeihätte … Da konnte ich nur noch lachen …

Als es dann ans Boarden ging, legte mir so ein Uniformierter die Hand auf die Schulter und meinte, es gehe jetzt los. Das sehe ich selber, du Kollege, dass die Schlange fünf Meter vor mir steht … Es gab freie Sitzwahl und so bekam ich meine eigene Reihe für mich ganz allein. Ich konnte vom Flieger aus noch ein letztes Mals mein Hotel sehen, und schon startete die Maschine. An der Freundlichkeit können die Stewardessen von Mauritania Airways noch ein bisschen arbeiten, aber ich bekam mein Wasser und meine Cola, auch wenn beides wunderbar warm war.

Als wir auf Gran Canaria ankamen, hatte ich etwa eine halbe Stunde, um zum Bus zu kommen. Leider war nur eine einzige Schlange offen, für alle, einschließlich Unmengen von Mauretaniern. Das würde extrem knapp werden … Nö, das wäre unschaffbar, so langsam, wie die Schlange voranging … Als ich noch 17 Minuten oder so hatte, wurde eine zweite Schlange für „españoles“ aufgemacht, aber ich wusste, dass ich da – als EU-Bürger – auch durch dürfen müsste. So war es dann auch. Ich hatte noch zwölf Minuten, der europäische Zoll war brav, ich rannte nicht, aber ich ging sehr schnell, hoch die Rolltreppe, ab zum Bus. Er stand noch da, ich sprang hinein, bezahlte und der Bus fuhr los – richtig Glück gehabt …

Endstation war in San Telme, den ersten Bus verpasste ich, weil ich ihn nicht als zielführend wahrnahm, der zweite kam zehn Minuten später. Stadtrundfahrt durch Las Palmas, durchaus ansehnlich hier, ausgestiegen in der Nähe des Hotels, eingecheckt, hoch ins Zimmer.

Liebe Leute, ich habe schon viele Hotels gesehen, aber das hier ist toll – fantastischer Strandblick (seitlich, aber toll), sehr schönes Design-Zimmer, das aber auch funktional ist, super, richtig super.

Raus an den Strand, an die Strandpromenade, lecker Pulpo (Tintenfisch, mit viel Knoblauch, wie ich jetzt merke), toller Blick, zweieinhalb Bier, am Ende 22 Euro mit Trinkgeld.

Fantastisch, toll, Las Palmas, ich komme wieder. Jetzt gehe ich aber erstmal ins Bett, denn morgen früh will ich noch schwimmen gehen.

Mehr dann von zu Hause, gute Nacht!
Downtown Nouadhibou

Fußball in Nouadhibou

Fischereihafen

Sonnenuntergang im Flieger

Korrektur am 18. September abends: Ich weiß natürlich, dass es "españoles" heißt, aber ich schnellen Vorschreiben habe ich die Tilde weggelassen und dann später nicht mehr drübergelesen. Das habe ich korrigiert.

Samstag, 16. September 2017

Der Kampf mit dem letzten Hemd

Boah, bin ich kaputt ...

Ich schlief wie ein Stein, außer, dass gegen 6 Uhr die Klimaanlage anfing zu klacken, keine Ahnung, wieso, aber davon wachte ich auf. Inzwischen war das WLAN zum Dienst angetreten, sodass ich heute Morgen den gestrigen Blogeintrag hochladen konnte.

Ich marschierte runter, wurde per Fingerzeig zum Frühstücksraum beordert und setzte mich dort hin. Der Kellner (kein Buffet) stellte mir zuliebe das Fernsehen auf einen englischsprachigen Kanal ein (wäre nicht nötig gewesen) und brachte dann das zwar nicht üppige, aber sehr leckere Frühstück, bestehend aus Orangensaft, Kaffee (ja, ich trank ihn mit viel Milch …), einer Flasche Wasser (wurde mitgenommen), einem Croissant und einem anderen Teilchen, Mutter, Marmelade, Honig, Streichkäse und einem Ei. Danach war ich durchaus gesättigt.

Ich ging nochmal kurz aufs Zimmer, schmierte mich ein (was sich als sehr sinnvoll erweisen sollte), obwohl es nebelig-diesig draußen war, und machte mich dann zu Fuß auf. Ich lief an der Flughafenstraße entlang in Richtung „Innenstadt“, es war kühl und windig, gerade recht für mich. „Innenstadt“ setze ich in Anführungszeichen, denn direkt unterhalb des – sehr kleinen – Unabhängigkeitsplatzes ist erstmal ein großer Sandplatz, auf dem zwei kaputte Fußballtore stehen. Mir kamen ein paar Esel auf Wanderschaft entgegen und ein weiterer legte sich mir in den Weg, sodass ich um ihn herumging. Soviel zur zweitgrößten Stadt Mauretaniens …

Ich lief weiter (unterwegs kam ich an einigen Lokalen, viele davon in der Nähe meines Hotels, und einigen Fischgeschäften, in denen ich eher keinen Fisch kaufen würde, vorbei), wurde auf einmal von einem Soldaten auf die andere Straßenseite verjagt, weil ich nicht direkt an der Kaserne vorbeilaufen sollte (ich könnte ja die großartige mauretanische Marine ausspionieren …), und merkte, dass ich nicht so einfach ans Wasser komme, denn überall ist schon Hafen.

Ich überlegte, mir ein Taxi weiter in Richtung Süden, zur Spitze der Halbinsel, auf der Nouadhibou liegt, zu nehmen, aber dafür brauchte ich erstmal Kohle. Zwei mauretanische Banken akzeptierten meine Kreditkarte nicht, aber bei der Société Générale (drei von vier Akzenten hatte ich von mir aus richtig gesetzt …) hatte ich Glück. Nun im Besitz von mauretanischem Geld setzte ich mich erstmal auf eine Bank, trank mein Wasser aus und wollte neues kaufen. Also lief ich in Richtung Supermarkt, merkte, dass ich erst jetzt auf der richtigen Hauptstraße war, die zwar belebter, aber auch nicht viiiiel großstädtischer war als die Straße, auf der ich gekommen war, lief spontan mal durch einen kleinen Handymarkt und machte dann im Supermarkt für 200 Ouguiya einen 5.000er klein (was der Inhaber nicht so ganz großartig fand …), ehe ich mich auf eine Bank setzte. Kurz zuvor hatte ich mit meinen zwei Flaschen Wasser am spanischen Konsulat gestanden, als ein älterer Mann vorbeilief, umdrehte, sich meine eine Flasche (aus der Tüte!) griff und mich anguckte: „Oui?“ Ich sagte „non“ und er trollte sich, aber irgendwie scheinen mir manche älteren Mauretanier ziemlich unverschämt zu sein – denkt ihr, ich bin auf der Wurstsuppe dahergeschwommen oder was? Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass ich unhöflich wäre – ich hätte ja vielleicht gestern Abend den Typen am Flughafen sogar vorgelassen, und ich hätte dem heute auch einen Schluck Wasser abgegeben, aber da muss man halt „mit de Leut“ reden, sich einfach vordrängeln oder etwas an sich nehmen, sorry, das geht nicht, auch nicht, wenn ich deutlich jünger bin als ihr.

Dieses sollte allerdings nicht das bizarrste Erlebnis des heutigen Tages sein, denn nun wollte ich ja mein Taxi nehmen, der Schiffsfriedhof war mein Ziel. Der Taxifahrer verstand mich so (sagen wir mal …), dass ich das ganze Taxi (mitsamt seinem Sohn …) chartern wollte, und da er das so verstand, war der Preis auch einigermaßen akzeptabel (1.000 Ougiyas, ca. 2,30 € für eine viertelstündige Fahrt), und mir war’s dann am Ende recht. Wir fuhren also aus Nouadhibou heraus durch mehr oder weniger Wüste, links war das Meer, rechts die Eisenbahnschienen und ein paar Meter dahinter die Westsahara (bzw. Marokko, wenn man Marokkaner ist).

Wir landeten in Cansado, einem Vorort von Nouadhibou mit ein paar Hotels, in denen man als Tourist vielleicht auch unterkommen könnte – nach rechts (nach Süden) wollte ich ein paar Schritte gehen, aber irgendwann kam da ein Schild, dass der Zutritt verboten sei, also wandte ich mich um und ging nach Norden, wieder in Richtung Nouadhibou, dort wo auch in Google Maps ein Schiffsfriedhof eingezeichnet war. Nachdem ich an einem Hotel vorbeigelaufen war, dessen Tennisplatz so aussah, als ob da zuletzt jemand Tennis gespielt hätte, als Boris Becker noch in die Windeln machte, ging es – an einer Moschee vorbei – in ein Gebiet, das eher wie ein Wohnviertel aussah. Irgendwie sah vieles verlassen aus, ich bog nach rechts auf eine Schotterpiste ab, denn ich wollte wenigstens einen Blick auf den Schiffsfriedhof erhaschen.

Ich ging immer weiter, und tatsächlich mehr oder weniger plötzlich stand ich am Strand – das war auch deswegen so unerwartet, weil bis dahin immer Klippen den Rand des Festlandes säumten, und jetzt hatte ich hier auf einmal ebenerdigen Zugang zum Atlantik. Schwimmen hätte ich dort allerdings selbst dann nicht schwimmen wollen, wenn ich meine tolle neue Badehose dabeigehabt hätte, denn erstens lag hier allerlei Müll rum und zweitens sah man überall im Wasser Schiffe, fahrtüchtige und unfahrtüchtige, dass ich nicht unbedingt riskieren wollte, eine größere Dosis Schiffsöl auf meine Haut zu kriegen …

Nun stand ich da und sah nur in der Ferne eben ein paar Schiffe in Strandnähe. Ich entschied mich, am Strand entlangzumarschieren. Unterwegs kam mir ein Mann vorbei, den ich zuvor mit einem Eselskarren am Strand entlangfahren gesehen hatte, unterwegs saß ein weiterer Mann nur mit Badehose und diesem Turban/Tuch vor dem Mund bekleidet am Strand (er war wohl gerade schwimmen gewesen …), und ich stolperte am Strand entlang (das ist anstrengend, da im Sand zu laufen). Meine Arme und meine Rübe hatten schon angefangen, Bekanntschaft mit rötlicher Farbe zu machen, sodass ich mein Hemd auszog (es flog mir nur einmal weg, aber ich fing es wieder auf) und es als Umhang verwendete. So kam nicht nur mehr Wind auf mein Unterhemd (schöööön), sondern auch weniger Sonne auf meine Arme und in meinen Nacken (gut und für meine Verhältnisse gar nicht so doof …).

Zwischendrin musste ich eine Art von Hafengebäude umgehen, also folgte ich den Spuren des Eselskarren um das Gebäude herum, wurde von dem Badenden (nur voll bekleidet überholt) und entschied mich dagegen, gleich zur Hauptstraße zu gehen, sondern guckte mit den Schiffsfriedhof aus der Nähe an.

Joa, da läuft man dann über dieses Sand-Müll-Gemisch, vorbei an den Hütten der Fischer, kämpft mit dem Hemd und dem Wind (irgendwann hatte ich das Hemd falsch herum über meinem Kopf …), schießt Fotos und erfreut sich an dieser sehr sonderbaren, sehr bizarren, aber irgendwie interessant-schönen Sehenswürdigkeit im wahrsten Sinne des Wortes.

In den 1980er-Jahren fing das wohl an, dass mehr oder weniger gewissenlose Schiffseigner mauretanische Beamte bestachen, ihre Schiffe hier auf Grund laufen und sie dann ihrem Schicksal überließen. Nach und nach landeten mehr Schiffe hier an ihrer letzten Ruhestätte, sodass der Schiffsfriedhof von Nouadhibou zu einem der größten der Welt wurde. Eigentlich wollten die Mauretanier mit chinesischer Hilfe bis September 2017 hier alle Wracks abräumen, aber – für mich zum Glück – kamen sie offenbar doch nicht so schnell hinterher wie gewünscht. Und so stand ich jetzt da und guckte mich satt – ich hoffe nur, dass keiner der Fischer seine Handykamera rausholte und mich fotografierte, wie ich da mit meinem Hemd im Clinch lag, sonst lachen die noch wochenlang über den bekloppten Ausländer …

So, jetzt war ich durch – gebraten und gedünstet – und lief die paar hundert Meter zur Straße. So’n bisschen kam ich mir vor wie James Bond, der irgendwo mitten in der Wüste aus einem unterirdischen Versteck aufsteigt, sich an die einsame Straße stellt und ins nächstbeste Taxi einsteigt, als wäre das das Selbstverständlichste der Welt. Naja, ich stand da zehn Minuten, Viertelstunde, bis endlich ein (nicht volles) Taxi kam (übrigens einer der ganz vielen uralten und manchmal etwas verbeulten, aber immer noch fahrtüchtigen Mercedes) und für mich anhielt.

Normalerweise, so steht es im Reiseführer, sollen auf dem Beifahrersitz zwei Personen und auf der Rückbank vier Personen sitzen. Jetzt saß vorne ein junger Mann und hinten auf der Rückbank nur eine alte Oma. Wahrscheinlich hätte ich mich, wegen Geschlechtertrennung und so, auf den Beifahrersitz quetschen sollen, aber hier machte ich mal wieder etwas, was ich gut kann, und stellte mich dumm. Auf der Rückbank war nämlich zwischen der Oma und mir noch so viel Platz, dass da selbst der strengste saudische Kleriker nicht auf die Idee kommen konnte, dass das unzüchtig oder sonstwas wäre (und wenn doch, gehört er ausgepeitscht). Am Ende brachten die mich zu dem Restaurant, in das ich jetzt wollte, ich zahlte 200 Ouguiyas, also weniger als 50 Cent für die viertelstündige Fahrt, und alle waren zufrieden …

Das Restaurant Galloufa begrüßte mich mit einem der englischen Sprache mächtigen Kellner, was ich so betone, weil das hier nicht so selbstverständlich ist. Meist werde ich auf Französisch angesprochen, und wenn sie an meinem verständnislos-panischen Gesichtsausdruck oder an meinen untauglichen Versuchen, die Sprache Molières zu vergewaltigen, merken, dass mein Französisch, öhem, verbesserungsfähig ist, sprechen sie meist sofort Spanisch mit mir, aber so schnell, dass ich größte Mühe habe, es zu verstehen. Jetzt sprach der Typ also Englisch, was mir das Leben erleichterte.

Am Meer isst man Fisch, und also aß ich eine Fischplatte für 10 €, also nicht ganz wenig Geld für hier, aber das ist ein Lokal, das von Spaniern geführt und von Spaniern frequentiert wird, da zahlt man halt auch halbwegs spanische Preise, passt schon (die Toilette würde in Europa allerdings ganz schnell aus dem Verkehr gezogen, aber das merkte ich zum Glück erst nach dem Essen …). Achso, das Essen (zwei Fische, vier Garnelen, Tintenfischringe, bisschen Reis, bisschen labrige Pommes, bisschen Gemüse) war lecker (wirklich!), die Cola auch, und als ich sah, dass etliche Spanier zum Essen ein (echtes) Bier tranken (alle Gerüchte, dass man Mauretanien „trocken“ sei, sind offenbar stark übertrieben), trank ich halt auch eins (und später, als sie mir zwei Bier berechneten, auch noch das zweite, ehe sie anfangen müssen zu rechnen …).

Jetzt war ich – nicht wegen des Bieres, sondern wegen der 14 km, die ich heute gelaufen war und von denen ein gut Teil anstrengenderweise durch Sand verlief – fertig, ich ging noch die letzten 500 m zum Hotel, holte Schlüssel und Pass an der Rezeption, schmunzelte über das verwackelte, unterbelichtete Bild von meiner Wenigkeit, das sie gestern Abend fürs Visum aufgenommen und auf selbiges gedruckt hatten, ging duschen und war schon sehr, sehr früh bettfertig …

Ein schöner, interessanter, spannender Tag war das heute – doch, hat Spaß gemacht.

Morgen geht es um 18.10 Uhr schon wieder zurück nach Gran Canaria, wo ich nach einer guter Stunde Flug um 20.20 Uhr Ortszeit (eine Stunde Zeitverschiebung) ankomme und dann hoffentlich noch irgendeinen der Busse nach Las Palmas erwische.

Zwei habe ich noch:

Das marokkanische Konsulat, das hier um die Ecke eines Hotels liegt, ist ja nur 1,5 km Luftlinie von der Grenze zur Westsahara (bzw., nach marokkanischer Lesart, zu Marokkos südlichster Provinz) entfernt – es dürfte nicht viele Konsulate geben, die geografisch so nah an der „Heimat“ liegen.

Und die Mauretanier tragen nicht diesen klassischen arabischen Kaftan, den ich zum Beispiel von den Golfstaaten kenne, der einfach ein langes Hemd ist, sondern die tragen ein normales, westliches Hemd und darüber ein weißes Gewand, das Ähnlichkeit hat mit Kleidern mit langen (und breiten) Trägern, die westliche Frauen manchmal tragen. Sieht erst ein bisschen komisch aus, ist aber halt so …

Moschee in Nouadhibou

Schon ein Weilchen her, dass der Knoblauch verfahren hat

Sagt ein Esel zum anderen Langohr - downtown Nouadhibou

Schiffsfriedhof I

Schiffsfriedhof II

Schiffsfriedhof III