Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 14. April 2012

Vancouver, Sommer, Azawad

So, recht spät kommen noch ein paar Bilder aus Vancouver auf diese Seite, nämlich Fotos vom Harbour Centre mit Blick auf die Untertasse, die einen schönen Aussichtspunkt darstellt, die Skyline von Vancouver und zwei der lustigen Gesellen, die in der Nähe des Stanley Parks Leute beglücken sollen.

Eine Korrektur muss ich noch anbringen: Der Grey-Goose-Wodka ist natürlich ein Franzose, kein Kanadier. Man lernt nie aus. Warum die Kanadier jetzt vielfach unbedingt französischen Wodka im Angebot haben müssen, versteht aber auch keiner ...

Dieser Sommer wird reisereich werden ...

Auf der einen Seite stehen Urlaubsreisen an: Der Polen-Ukraine-Trip nimmt so langsam Formen an. Die Karten müssten irgendwann in den nächsten Wochen an meine Mutter geschickt werden. Für meine Ersatz-Oma, die leider hat absagen müssen, habe ich in einem Studienkollegen einen angemessenen Ersatz gefunden. Unser Restaurant in Lemberg, das wir so gut fanden, reserviert leider während der EM nicht, sodass wir gucken müssen, ob wir so einen Platz kriegen. Wäre schön, wenn das klappt. Voraussichtlich fahren wir doch mit dem Auto meiner Ma. Ich habe ihr aber versprechen müssen, dass wir in Lemberg den Stadtring nehmen und nicht durch die Innenstadt fahren ...

Danach geht es vielleicht/hoffentlich doch noch nach Afrika im Juni. Die Reisebegleiterin, die im Raum stand, findet offenbar möglicherweise doch noch Zeit (und Geld), um eine etwa zweiwöchige Tour so rund um den Victoriasee oder so mit mir zu machen. Wäre sicher lustig, wenn das klappen würde. Dazu sollten wir aber wohl bald mal in die Planungen einsteigen ...

Und schlussendlich habe ich für Ende Juli und Anfang August Flüge nach und aus Bulgarien gebucht und für eine Woche in diesem Zeitraum auch schon ein Hotel. Es geht mit einer Freundin nach Burgas, wo wir die Hochzeit einer anderen Freundin miterleben dürfen. Das wird auch schön. Vielleicht gibt es sogar einen kurzen Abstecher ins heiße Istanbul ...

Neben diesen Urlaubsreisen mache ich aber vielleicht/hoffentlich/möglicherweise auch demnächst einige Reisen in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Ich fände es zumindest gut, wenn ich zum einen oder anderen Vorstellungsgespräch eingeladen würde. Der zweite Teil meiner diesjährigen Sommerreise durch Deutschland (der zweiten nach vergangenem Jahr, als ich in Bamberg, Berlin, Quedlinburg und in ein paar anderen Städten war und der zweite diesjährige Teil nach dem Konferenzaufenthalt in Mainz) führt mich ab morgen nach Bonn.

Ja, und der dritte Hinweis in der Überschrift heißt "Azawad". Ja, Azawad, der Nordteil Malis hat sich für unabhängig erklärt unter einer Touareg-Führung. Azawad wird sogar schon in der Liste der souveränen Staaten der englischsprachigen Wikipedia geführt. Ich persönlich werde allerdings noch ein wenig abwarten, bis ich Azawad als 208. Land anerkenne, da mir die Staatsgewalt dort noch, anders als in Somaliland, ein wenig undefiniert zu sein scheint (und auch noch keine Anerkennung erfolgte). Vielleicht ändert sich das demnächst, und dann wäre ich natürlich "unterwegs nach Land 208", aber im Moment bleiben wir erstmal bei 207.

Dienstag, 27. März 2012

Gute Heimkehr

Es ist immer schön, wenn man mal wieder einen Reisebericht mit dieser Überschrift beenden kann.

Am Sonntag Morgen wurden alle Beteiligten recht früh wach, sodass wir zeitig auschecken, unser Gepäck einschließen und dann zur S-/U-Bahn ein längeres Stück laufen konnten. Außer ein paar Joggern kam uns niemand entgegen, 20 Minuten Fußweg sind für Amerikaner halt schon ziemlich lang ...

Wir stiegen wieder an der University Street aus und gingen das kurze Stück runter zur Waterfront, um die meisten Geschäfte (noch) geschlossen vorzufinden. Wir liefen ein wenig herum, ehe wir dann Punkt 11 Uhr bei dem von uns ausgewählten Lokal auf der Matte standen. Es ist eine Schande, in einem Lokal, in dem Krabben Spezialität sind, einen Burger zu essen, aber ich hatte die letzten Wochen so viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen, dass mir da einfach nach Fleisch zu Mute war.

Nach dem frühen Mittagessen fuhren wir wieder zu unserer Haltestelle, liefen zurück ins Hotel, ließen den Shuttleservice kommen und fuhren zum Flughafen. Nach kurzer Verwirrung um unseren dritten Pass (meine Mutter hatte mir nur zwei herausgegeben, hatte aber gemeint, dass es drei seien; es stellte sich heraus, dass sich der dritte Pass noch in ihrer Handtasche befand ...) checkten wir bei sehr freundlichen und entspannten Check-in-Angestellten ein: Einer hatte sogar Familie (Großeltern oder sowas) aus Dortmund. Wie hätte es anders sein können, bei denen vielen Kanadiern und Amerikanern mit Verbindungen nach Deutschland, die wir kennengelernt haben?

In Seattle am Flughafen war so früh noch nicht sehr viel los, sodass die Sicherheitskontrolle sehr schnell ging. Wir fuhren gleich raus zum Satelliten(-terminal) und tranken dort noch etwas, ehe unser Flug nach Island sehr pünktlich gegen 16.30 Uhr ging.

Nach wenig Schlaf landeten wir gegen 6.30 Uhr isländischer Zeit in Reykjavik und durften nochmal eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen (weil die Amis ja so lasch kontrollieren ...), ehe die Passkontrolle fix ging. Der angeblich so passagierfreundliche Flughafen in Reykjavik kann im ganzen Schlauch zwischen Passkontrolle und Gates nicht eine einzige Toilette vorweisen, sodass wir den ganzen Weg in den Food Court laufen mussten, um eine Toilette zu finden. Nach acht Stunden Sitzen war ein wenig Laufen aber natürich auch nicht das Allerschlimmste.

Der Flug nach Frankfurt ging sehr pünktlich raus und kam pünktlich an, unser Gepäck kam zügig, kein Zöllner hielt uns auf, der Shuttlebus kam schnell und schnell waren wir am Auto, das uns auch sehr zügig nach Hause kutschierte. Auf die gute Heimkehr (und weil wir großen Hunger hatten!) kehrten wir noch ein wenig ein.

Mein Handyakku ist noch nicht ganz taufrisch, deswegen kommen Bilder später oder die nächsten Tage ...

Sonntag, 25. März 2012

Wieder in den USA

Man könnte sagen, dass wir es heute in Seattle bis knapp unterhalb der Grenze "Zu viel" geschafft haben ...

Nach Frühstück und deutlich tränenreicherer Verabschiedung fuhren wir kurz nach neun Uhr in Vancouver ab und in Richtung der US-Grenze. Eine Stunde Wartezeit wurde durch einen (wie immer in den USA) freundlichen Grenzer beendet; der sprach sogar ein wenig Deutsch ...

In Seattle erlebten wir ein wenig Stau, ehe wir nach ein bisschen Verfahren (der Navi-Akku war alle) unser Hotel fanden. Nach dem Check-in luden wir das Auto am Flughafen ab und fuhren von dort mit der S-Bahn bis in die Innenstadt.

Dort besichtigten wir den Pike Place Market im Schnelldurchgang und versackten dann beim Fisherman mit wunderbarem Blick auf den Ozean und die Berge. Sehr leckere Garnelen, Muscheln, Red Snapper, Thunfisch und ein Garnelen-Meeresfrüchte-Spieß wurden von uns verspeist. Den Abschluss machten ein paar Biere und Whiskeys in einer schönen Kneipe, ehe wir uns wieder der dreiviertelstündigen Fahrt bis in die Nähe unseres Hotels samt anschließender Taxifahrt ins Hotel widmeten.

Es ist jetzt 21.23 Uhr hier und wieder liegen alle im Bett.

Gute Nacht!

Samstag, 24. März 2012

Leaving Vancouver's never easy ...

Heute haben wir von Vancouver Abschied gefeiert.

Unserer Kanadierin ging es heute Morgen nicht so gut, sodass meine Ersatz-Oma, meine Ma und ich etwas (für Kanadier) ganz Verrücktes gemacht haben: Wir haben uns ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr gekauft und sind mit dem Bus in die Innenstadt gefahren.

Von unserem Ausstiegspunkt an der Granville Street gingen wir ein paar Schritte zur Waterfront und nahmen den SeaBus, die Fähre von der Innenstadt Vancouvers nach North Vancouver. Dort liefen wir wieder ein paar Schritte durch den begeisternden Markt dort drüben, ehe wir wieder mit SeaBus, Skytrain (U-Bahn) und Bus zu unserem Hotel zurückfuhren.

Unserer Kanadierin ging es inzwischen besser, sodass wir in ihrem Auto (damit ich auch etwas trinken konnte) zum Fishhouse im Stanley Park fuhren. Dort aßen wir wieder einmal, wie eigentlich immer in Vancouver, sehr, sehr gut (mal wieder Lachs, Mixed Grill und Alaska-Kabeljau). Nach einem kurzen Abstecher an den Strand (ich war mit den nackten Füßen im Wasser: saukalt!) fuhren wir zurück nach Uptown, luden meine Ersatz-Oma und Ma an unserer ersten Kneipe vom Samstagabend ab und fuhren zurück ins Hotel. Von dort gingen wir die paar Schritte zu jener Kneipe, in der wir der Kellnerin vermittelten, dass der Deutsche, dem wir den kostenlosen Eintritt zum Vancouver Lookout zu verdanken hatten, morgen von uns zwei Bierchen spendiert bekommt. Wir aßen dort noch ein wenig zu Abend (u. a. superleckeren Thunfisch), ehe wir jetzt zu unserem Hotel zurückgingen und gegen 20.30 Uhr bettfertig sind. Kein Wunder, wenn man um 7 Uhr aufsteht ...

Noch etwas Derbes zum Abschluss: Meine Ersatz-Oma fragte uns heute beim Studium der Dessert-Karte, was denn mit "Lava-Kacke" gemeint sei. Wir mussten lachen. Als wir sahen, dass sie "Lava Cake" gemeint hatte, mussten wir erst recht lachen ...

Eine längere Zusammenfassung der angenehmen und unangenehmeren Seiten der kanadischen bzw. nordamerikanischen Ess- und Trinkkultur gibt es vielleicht nach unserer Heimkehr. Jetzt bin ich erstmal wieder müde.

Gute Nacht!

Freitag, 23. März 2012

Granville Island

Heute waren wir auf Granville Island, einer kleinen Insel, die heute ein Einkaufs- und Gallerieort ist.

Nach wieder einmal essbarem Frühstück fuhren wir die 20 Minuten nach Granville Island und fanden, weil wir recht früh waren, sogar einen guten Parkplatz. Wir liefen durch den Public Market und waren begeistert: Es gab Fisch, in den wir uns am liebsten hingelegt hätten, natürlich frische Früchte und Handarbeitswaren, aber auch jede Menge Käse und Fleisch. Besonders angetan haben uns die Bratwürste ("great for Sauerkraut") und der "Black Forest Ham", aber auch die "Landjaeger" und "Baurnschinken" sowie das "Bunderfleish" (Bündnerfleisch) sahen sehr lecker aus, vom Tomahawk-Steak, einer Waffe aus Fleisch gar nicht zu reden.

Nach einem längeren Rundgang, währenddessen wir überraschend wenig einkauften, aßen wir in einer Gaststätte mit Blick auf den Creek und die Skyline von Vancouver sehr lecker: Fish und Chips auf der einen Seite des Tisches, Linguine mit Meeresfrüchten auf der anderen. Sehr gut ... Und das Hefeweizen ("Heffeweisen") kriegen sie hier in Vancouver auch sehr gut hin, selbst wenn die Zitrone am Glasrand ein wenig gewöhnungsbedürftig ist.

Wir wollten gerade zum Fishhouse im Stanley Park fahren, als das Auto unserer kanadischen Freundin mitten in der Innenstadt streikte. Während sie auf den BCAA (das British-Columbia-Äquivalent zum ADAC) wartete, schickte sie uns fort: Wir gingen etwa 15 Blocks in Richtung Yaletown, tranken dort noch zwei Bierchen (eines davon mit deutlicher Kaffeenote ...).

Glücklicherweise war das Auto nicht hin, sodass wir uns dann im Hotel wiedertrafen, das Starbucks unsicher machten und erneut das "Whip" besuchten, wo wir gestern schon waren. Wir einigten uns auf die Nachos, die wie gestern sehr lecker waren, und ließen die "Black Forest Mussels" dafür sausen ...

Nun liegen wir fast schon wieder im Bett und nehmen traurig zur Kenntnis, dass morgen unser letzter (voller) Tag in Vancouver ist. Die Woche ging richtig schnell rum, es war sehr schön hier.

Bilder gibt es heute keine ...

Donnerstag, 22. März 2012

Olympisches Dorf

Bericht vom 21. März

Heute waren wir in Whistler, dem Dorf, in dem ein großer Teil der Olympischen Spiele 2010 ausgetragen wurde.

Nachdem ich einigermaßen ausschlafen durfte, fuhren wir (d. h.: fuhr ich) über die Lions Gate Bridge und West Vancouver in Richtung Squamish und Whistler: Die Strecke war toll, weil man vom Blick auf den Ozean und dem Blick auf die schneebedeckten Berge gleichzeitig angezogen wurde. Wieder einmal erwies es sich, dass das Autofahren in Nordamerika sehr entspannt ist. Tempomat rein und fertig ...

In Whistler machten wir einen kleinen Spaziergang durch das Dörfchen und aßen in einer Brauereigaststätte ziemlich gut zu Mittag (u.a. gut genießbaren Lachsburger), ehe wir uns wieder auf den Heimweg machten. Nach einem kurzen Abstecher in einer Totem Hall in Squamish kamen wir gegen 15 Uhr in Horseshoe Bay in North Vancouver an. Dort machten wir noch einen kurzen Spaziergang am Wasser mit Blick auf die majestätischen Berge und den Fähranleger, ehe wir nach Vancouver Uptown zu unserem Hotel zurückfuhren.

Google wies uns eine nette Kneipe in unserer Nähe aus, die, als wir kamen, leicht versifft erschien, aber im Laufe des Abends wesentlich besser wurde. Insbesondere das Essen war wirklich hervorragend: Wir teilten uns Nachos (mit Jalapeños, Oliven, Käse und Tomaten) und eine Portion Muscheln mit Speck-und-Apfel-Sud (superlecker!). Nach den obligatorischen Bierchen ging es dann die paar Blocks wieder in unser Hotel.

Bisher haben wir sowohl mit unserem Hotel hier in Vancouver als auch mit unseren Gaststätten fast ununterbrochen Glück gehabt. Die Kneipe auf der Main Street hier in Uptown am ersten Abend mit dem deutschen Tourismusangestellten, der uns die Freikarten für den Vancouver Lookout verschaffte, war ein wenig laut, aber das Essen war ziemlich gut. Das Cactus Club Café, eine Restaurantkette, war sehr lecker, wenn auch ein bisschen teuer. Das Abendessen nahmen wir in einer Kneipe neben unserem Hotel ein, das war das einzige Mal, wo weder das Essen noch der Service besonders toll waren. Am Montag waren wir im Teahouse im Stanley Park: Sehr lecker (Lachs, Kohlenfisch), aber, naja, auch teuer, liegt aber auch an der Lage. Den Abend verbrachten wir im Lamplighter in Gastown, einem schönen Pub, wenn auch ein wenig laut ... Gestern, am Dienstag, aßen wir Sushi zu Mittag im Gen Sushi in der Lonsdale Avenue in North Vancouver, sehr lecker und extremst bezahlbar. Der Abend in der Tempest Lounge, in der wir die einzigen Gäste waren, war auch schick, meine Mädels sagen, dass ihre Burger geschmeckt haben. Ja, und heute waren sowohl das Brewhouse in Whistler als auch das Whip in der 6th Avenue hier in Uptown lecker bzw. extrem lecker.

Die Biere hier sind durchaus genießbar, wenn auch die meisten, besonders die Ales, ziemlich cremig sind. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber ganz gut ertragen. Die Lager (also unsere Pilsner) sind auch lecker, wenn auch ein wenig wässrig. Heute habe ich im Whip ein Wheat Ale, also ein Weizenbier, getrunken, das hervorragend war.

Die Wodka-Kultur ist hier jedoch nicht sehr ausgeprägt: Man bekommt die Wodkas entweder lauwarm oder on the rocks, wobei Letzteres im Zweifel vorzuziehen ist. Der kanadische Grey Goose schmeckt sogar ganz gut, wenn man ihn denn der Temperatur wegen herunterkriegt.

Man merkt, wir genießen unsere Tage hier in Kanada.

Bilder: Ausblick vom Highway 99 auf die Strait auf Georgia, Olympic Square in Whistler und Blick auf die Horseshoe Bay

Mittwoch, 21. März 2012

Ein Waldtag

Heute waren wir zweimal im Wald ...

Nach dem leckeren Frühstück fuhren wir, heute mit unserem supertollen schwarzen Dogde, rüben nach North Vancouver. Dort suchten wir die Capilano-Hängebrücke auf. Der Eintritt ist zwar nicht billig (30 Dollar für den Normalsterblichen), aber den Eintritt durchaus wert. Der Weg über die 150 Meter lange und 70 Meter hohe Brücke ist schon mal schick. Dahinter gibt es einen Naturpfad und einen Hängebrückenpfad, von denen aus man tolle Ausblicke auf die Capilano-Schlucht und auf den (im wahrsten Sinne des Wortes) Regenwald dahinter hat. Auf dem Rückweg kauften wir ein wenig ein und gingen dann über den Cliffwalk, einen Wanderweg über dem Wald in etlichen zig Metern Höhe, der nur durch ein paar Verankerungen in der Felswand gesichert wird. Die zwei Glasböden sind zwar nicht so richtig glasig, sodass man nicht gut hinuntersehen kann, aber das wird den vielen Angsthasen geschuldet sein, die Bedenken hätten, richtig transparentes Glas zu betreten.

Danach fuhren wir ein paar Kilometer, bis wir in North Vancouver ein heute Morgen für gut befundenes Sushi-Restaurant fanden. Dort aßen wir einen "Party Tray" und waren hinterher glücklich und satt -- es war extrem schmackhaft dort!

Anschließend wollten wir zur Horseshoe Bay, aber die Straße dorthin war gesperrt, sodass wir nun zum Lighthouse Park etwas südöstlich davon fuhren. Aber was heißt "nur": Vom dortigen Strand hat man einen wahrhaft fantastischen Ausblick auf Vancouver, den Stanley Park und die Lions Gate Bridge. Wow ...

Den Nachmittag verbrachten wir schließlich Starbucks und in einem kleinen Pub, in dem wir wieder einmal Bier und Wodka (und dazu Burger) verzehrten. Das Main Street Pilsner ist sehr lecker, auch die Granville-Island-Biere sind ganz gut zu trinken (vielleicht mit Ausnahme des sehr zimtlastigen Winter Ales) ... Der einheimische Grey-Goose-Wodka wurde leider ein wenig zu warm serviert, aber im zweiten Anlauf (on the rocks im Shaker) wurde es dann leidlich besser.

Nun sind wir wieder einigermaßen zeitig im Bett und lassen den Tag ausklingen.

Bilder: Die Capilano Suspension Bridge, unser Sushi-Schiffchen und der Blick auf Downtown-Vancouver vom Lighthouse Park aus

Dienstag, 20. März 2012

Gut gehen lassen ...

Bericht vom 19. März

... haben wir es uns heute, aus gegebenem Anlass.

Mal wieder viel zu früh war ich wach, und gleich wurde meine Mutter aktiv, damit ich dann mich gegen acht Uhr auch ins Bad begeben konnte. Das Frühstück war ganz okay, wie immer. Danach fuhren wir zum Vancouver Lookout, einem 181 Meter hohen Aussichtspunkt mitten in der Innenstadt. Wider Erwarten war der Name meiner Mutter tatsächlich Türöffner zum Lookout, weil der Deutsche, den wir am Samstag Abend in der Bar getroffen hatten, tatsächlich unseren Namen hinterlegt und dafür gesorgt hatte, dass wir kostenfrei dort hinauf wollten. So sparten wir über 50 Dollar ...

Der Blick über Vancouver und das umgebende Wasser war schon sehr schick, muss ich sagen. Unterlegt wurde der Blick häufig mit weiterführenden Informationen vom Aussichtspunkt aus, sodass das Ganze rundweg informativ war.

Nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt und einer kleinen Rundfahrt durch Gastown kamen wir relativ zeitig bei dem Lokal an, in dem wir feiern wollten. Es gab sehr leckeren Lachs bzw. den nur im Pazifik vorkommenden Kohlenfisch. Mit großem Vor und Zurück verließen wir das Lokal rund vier Stunden später.

Nächste Station war das Vancouver Aquarium, das ebenfalls sehr beeindruckend ist. Höhepunkte waren die Beluga-Wale, die Delphine und die Robben, die man über und unter Wasser beobachten konnte. Der tropische Bereich war tropisch warm und mir daher natürlich deutlich zu warm ...

Den Tag beendeten wir mit einer kleinen Stadtrundfahrt und zwei Bierchen (der Marke Granville Island, also so lokal wie möglich) in einem hübschen Pub in Gastown. Wieder einmal war das Granville Island sehr süffig, wenn auch das Winter Ale ein bisschen arg nach Zimt schmeckt. Das Pale Ale und auch das Lager dagegen waren sehr gut.

Auf dem Heimweg begegnete uns zum dritten Mal ein Schnorrer, der uns schon im Foodcourt unter dem Vancouver Lookout und auf dem Weg zur Kneipe aufgelauert hatte. In allen Fällen bekam er aber nüscht.

Es ist hier gerade mal 21 Uhr und wir sind schon extremst bettfertig.

Bilder des Tages: Blick vom Vancouver Lookout auf Downtown, Stanley Park und North Vancouver; Fischotter im Vancouver Aquarium (danach war leider der Akku alle ...).

Montag, 19. März 2012

Stanley Park

Bericht vom 18. März 2012

Heute war der große Tag, auf den wir seit Wochen gewartet hatten: Meine Ersatzoma traf zum ersten Mal nach 48 Jahren ihre Grundschulkameradin wieder. Unerwarterweise flossen gar nicht einmal so viele Tränen, nicht einmal bei mir ...

Nach frühem Wachwerden und spätem Aufstehen gingen wir frühstücken. Wieder einmal waren wir überrascht vom, naja, Wegwerfgeschirr zum Essen. Gegen zehn Uhr waren wir mit Cornflakes und Toast mit Marmelade geschafft und gingen in die Lobby, um dort auf diese Grundschulkameradin meiner Ersatzoma zu warten. Ich ging zwischendrin mal Wasser und einen Adapter kaufen, bis meine Ersatzoma gegen 12.30 Uhr ihre Freundin in die Arme schließen konnte.

Anschließend gingen wir nach einem mittelprächtigen Uptown-Spaziergang in einem sehr guten Lokal essen; wir aßen Lachs (die eine Hälfte von uns) und Spare Ribs (die andere Hälfte), beides war sehr lecker. Den Heimweg bewältigten wir auch, und weil wir noch Zeit hatten, fuhren wir (mit dem Auto der Schulfreundin) nach Vancouver downtown. Der Stanley Park dort unten (für Eishockey-Fans: ja, der Stanley vom Cup) ist sehr schön. Wir fuhren mit geringem Tempo den Rundkurs ab und hielten am Aussichtspunkt auf North und West Vancouver sowie die Lions-Gate-Brücke, die von Vancouver zu diesen beiden Ortschaften führt. Beeindruckend.

Nach der Rückfahrt machten wir ein wenig Siesta, ehe wir dann hier bei uns im Hotel eine Kleinigkeit (wirklich eine Kleinigkeit!) zu Abend aßen. Kanada ist schon schick ...

Ähem, peinlicherweise nimmt auch die nächste Reise schon sehr deutliche Züge an: Wir fahren nach Polen und in die Ukraine, um am 9. Juni das EM-Spiel zwischen Deutschland und Portugal in Lemberg zu sehen. Gestern Abend kam die E-Mail ...

Bilder heute: Blick vom Stanley Park auf downtown Vancouver und Blick vom Aussichtspunkt auf West Vancouver und die Lions-Gate-Brücke

Sonntag, 18. März 2012

Ein langer Tag

Heute war ein sehr langer Tag, hier ist es jetzt 2 Uhr nachts, und der Tag hatte 31 Stunden ...

Nach seeehr frühem Aufstehen und kurzer Morgentoilette gingen wir die paar Schritte zu dem anderen Apartmenthaus, von dem aus wir abgeholt werden sollten. Wir waren ein wenig früh dran und standen uns von 8.40 Uhr bis 9.25 Uhr die (kalten) Beine in den Bauch, ehe unser Bus kam und uns zur Blauen Lagune chauffierte.

Nach einer dreiviertelstündigen Fahrt durch die von Schnee bedeckte Lavalandschaft Islands kamen wir an einem recht schmucklosen Parkplatz an, von wo ein kleiner Fußweg zur Lagune führte. Um es kurz zu machen: Toll!

Nach dem Umziehen trafen wir uns im warmen Wasser, ließen uns von einem (warmen!) Wasserfall massieren, saßen im richtig heißen Wasser unter Geysirgerüchen, die nach faulen Eiern schmeckten, tranken ein kühles Bierchen, während wir im warmen Wasser saßen. Einfach klasse!

Gegen 13 Uhr (unser Bus sollte um 14 Uhr fahren) machten wir uns auf den Weg nach draußen, waren gut rechtzeitig fertig und warteten auf den Bus; der kam ziemlich verspätet, war aber trotzdem kein Problem, weil das Einchecken in Reykjavik extrem entspannt war. Wir waren also unsere fünf Gepäckstücke los, tranken noch ein Bierchen und aßen eine Kleinigkeit, ehe wir auf den Flug gingen.

Der Flug an sich war, naja, halt lang (siebeneinhalb Stunden über Grönland und Nord-Kanada incl. Rocky Mountains nach Seattle), aber erträglich. Ich habe sogar ein wenig geschlafen ...

Die Einreise in die USA war, wie immer, ein langwieriges Schlangestehen, bis die Amis alle Amis abgefertigt hatten. Dann ging die ganze Sache fix. Unser Gepäck mussten wir vom Satellitengebäude zum Hauptgebäude des Flughafens nochmal aufs Band legen, aber nach einigem Umweg fanden wir dann auch den Leihwagenschalter ....

Wir nahmen einen etwas größeren Wagen und fahren nun mit einem Dodge-Schlachtschiff durch die USA und Kanada ... Bei unserem Gepäck ist das aber auch ein wenig angemessen.

Nach drei Stunden Fahrt und einer halben Stunde Wartezeit an der Grenze kamen wir, endlich (weil meine Fahrweise nicht mehr den allersichersten Eindruck machte), an unserem Hotel an. Ein ultraknappes Einparken in der Hoteltiefgarage erlaubt uns Sorglosigkeit in Bezug auf unser Auto.

Wir liefen gegen 22 Uhr los auf der Suche nach etwas zu essen und fanden eine irische Kneipe, die zwar laut, aber schick war. Wir tranken ein "Main Street Pilsner" und aßen, unterbrochen von einem sehr hilfsbereiten Deutschen, den wir dort trafen, Thunfisch-Tartar, Lachs-Frühlingsrollen und (ich) einen ganz leckeren Burger.

Vancouver ist schick, jetzt geht es aber ins Bett. Eins noch: Ich war gerade am Autoausladen, als ein Passant mir die Hoteltüre aufhielt und sogar einen Koffer in die Lobby reinstellte. Verblüffend freundliche Leute hier ...

Bild heute (bis die Strom- und USB-Probleme gelöst sind): Blaue Lagune in Island

Samstag, 17. März 2012

Velkomin heim

Ein langer, nicht ganz unanstrengender, aber sehr schöner Tag geht zu Ende.

Schon um fünf Uhr heute Morgen war ich wach, meine Ma hätte mich aber ohnehin um 5.30 Uhr geweckt. Nach dem Duschen und dem endgültigen Kofferpacken holten wir um 6.30 Uhr meine Ersatzoma ab, gingen noch ein paar Brötchen kaufen und fuhren dann in Richtung Frankfurt bzw. Flörsheim. Gegen 10.30 Uhr kamen wir wie vereinbart am Parkplatz für den Flughafen an, parkten das Auto, stiegen um ins Flughafen-Shuttle und wurden schließlich zum Flughafen gefahren.

Der Check-in ging gut, auch wenn die Dame wollte, dass meine Ersatz-Oma auf der einen Seite und meine Ma und ich auf der anderen Seite getrennt einchecken, offiziell aus Sicherheitsgründen ... Wir gingen schnell durch die heute recht strenge Sicherheitskontrolle und tranken noch ein Bierchen, ehe wir zügig in die Maschine einsteigen können. Heute flogen wir mit der "Eyjafjallajökull"; die Maschine ist nach dem Gletscher benannt, der mit seinem darunterliegenden Vulkan 2010 für heillose Verwirrung im europäischen Luftraum gesorgt hatte ...

Das Ganze war trotzdem kein schlechtes Omen, weil wir gut in Island ankamen, auch wenn es im Flugzeug sehr bis unerträglich warm war ... Mein 75. Land begrüßte mich mit Schneeregen. Der Transfer zum Hotel ging mit Warten auf den Zweitbus und Umsteigen (und Umräumen) am Busbahnhof in Reykjavik leidlich schnell. Unsere Ferienwohnung für eine Nacht ist ganz in Ordnung, auch wenn wir unsere fünf (!) Gepäckstücke eine kleine Treppe hochwuchten mussten ... Nur das Schloss bzw. die Schlüssel spinnen regelmäßig, aber das kriegen wir auch noch hin.

Nach kurzem Einrichten unserer Wohnung ging es in die Reykjaviker Innenstadt und von dort nach kurzem Fußmarsch in die Gaststätte, die uns der Enkel meiner Ersatzoma empfohlen hatte. Dort aß ich eine isländische Spezialität, fermentierten Hai, zur Vorspeise. Ich habe selten etwas Furchtbareres gegessen (unser Hauswirt meinte nach unserer Rückkehr, man brauche etwa 20 Jahre, um sich an den Geschmack zu gewöhnen). Jedenfalls ließ ich den Großteil der Portion entgegen meiner Gewohnheit zurückgehen.

Das als Hauptspeise gereichte (Greenpeace-Aktivisten müssen jetzt ganz stark sein!) Walpfeffersteak war hingegen hervorragend. Ich weiß jetzt, wieso die Isländer noch Wale jagen; die schmecken einfach zu lecker ... Auch meine Ersatz-Oma und meine Ma waren mit ihren Essen sehr zufrieden. In der Gaststätte namens "Þrír Frakkar" nahmen wir noch einen Aquavit, ehe wir unter Einbeziehung einer netten Bierkneipe den Rückweg in unsere Ferienwohnung bewältigten.

Reykjavik gefällt uns.

Die isländischen Biere, wir haben die Marken Víking und Gull probiert, sind ganz gut, wenn auch ein wenig, ähm, ölig. Wir haben keineswegs nach dem ersten Bier aufgehört ...

Morgen geht es in die Blaue Lagune, dann zum Flughafen, dann nach Seattle und von dort mit dem Mietwagen nach Vancouver: eine Monsteretappe. Aber dann sind wir sieben Tage in Vancouver ...

Bild des Tages ist der Blick aus dem Flieger auf die verschneite isländische Landschaft.

Sonntag, 4. März 2012

Restaurants und noch 12 Tage

In der Leiste im rechten Seitenrand findet man jetzt die Rubrik "Restaurants". Das ist meine sehr subjektive Liste von empfehlenswerten Restaurants, in denen ich schon gespeist habe. Es fehlen, wie man leicht sieht, komplett Lokale in West- und Mitteleuropa. Das liegt darin, dass ich jetzt erstmal die Lokale eingetragen habe, die mir spontan in den Sinn gekommen sind. Die Liste wird sicher noch erweitert, sowohl durch neue Reisen als auch durch alte Lokale, die mir neu in den Sinn kommen. Vielleicht überarbeite ich die Liste auch noch, um sie etwas nutzerfreundlicher zu gestalten.

Ein paar Geschichten dazu:
Das Restaurant in Griechenland, der "Schnauz I", war der zweite Zwischenstopp auf der großen Balkantour, die meine Eltern und ich 2004 unternahmen. Der Schnauz I heißt so, weil der griechische Chef, der weder Englisch noch Deutsch sprach, einen mächtigen Schnurrbart sein eigen nannte. In dem (im März zur Nebensaison) fast leeren Gastraum servierte der Schnauz uns mächtige Portionen vorzüglicher Speisen, wobei er sowohl Fleisch als auch Fisch sehr gut zubereiten konnte.

Die Fischlokale am Grenzfluss zwischen Montenegro und Albanien haben wir zweimal, auf unseren beiden Balkantouren 2004 und 2005, aufgesucht. Für einen sehr humanen Preis bekommt man dort ganze Fische, hervorragende Fischsuppen und alles andere, was mit Fisch zu tun hat, kredenzt. Wenn man den Ort denn findet. Man muss von Ulcinj in Richtung Südosten fahren und immer weiter, bis es irgendwann scharf nach rechts geht. Dann ist man auf der richtigen Spur. Im Zweifel muss man fragen. Übernachtet haben wir beide Male bei einer sehr fürsorglichen Familie an der Ausfallsstraße, sehr nette Menschen.

Das Frida in Slowenien besuchen wir regelmäßig, wenn wir auch nur in der Nähe sind. Sehr gerne essen wir dort die Froschschenkel und die Tintenfische, aber auch die Nachspeisen sollen sehr gut sein (sagte mein Vater). Nicht schwer zu finden, direkt am Grenzübergang zwischen Italien und Slowenien.

Wenn man in Istanbul ist, sollte man auch mal rüber nach Asien fahren. Wenn man in Kadiköy landet, geht man ein paar Schritte den Berg hoch, bis man dann schließlich in einen nicht sehr touristisch geprägten Teil von Istanbul kommt: Hier aber gibt es eine ganze Straße, die morgens von den Fischern, abends von den Fischessern bevölkert wird. Sehr lecker, auch wenn manche Toilette nicht europäischer Bauart ist.

Zu den anderen Lokalen in der Liste habe ich in den einzelnen Reiseartikeln schon das eine oder andere geschrieben.

Womöglich kommen auch schon Restaurants in Island, in Vancouver und Umgebung oder in Seattle dazu. Jedenfalls sind es noch 12 Tage bis zu unserem Abflug. Ich bin sehr gespannt.

Montag, 13. Februar 2012

Planungen

So, der Februar wird ein Monat der harten Arbeit, damit ich dann irgendwann mal fertig bin und zwei Buchstaben vor meinen Namen setzen kann ...

Im März geht es aber erst einmal nach Vancouver. Da ich schon in Kanada war, wäre für mich nichts an Ländern dabei herausgesprungen, wenn meine beiden Mitreisenden, meine (eine) Ersatz-Oma und meine Ma, nicht so lieb gewesen wären, den Umweg über Island zu akzeptieren. Island wird mein 75. Land. Ich war so unvorsichtig, den beiden Damen eine Einladung an diesem Abend zu versprechen. Das wird nicht ganz billig ...

Somit werden wir am 16. März von Frankfurt nach Keflavik in Island fliegen, in Reykjavik die Nacht verbringen und am Tag darauf erst in der Blauen Lagune baden, danach zum Flughafen gefahren werden. Am Nachmittag des 17. März fliegen wir dann in Keflavik wieder ab und landen schon eine Dreiviertelstunde später (naja, die Zeitumstellung verschluckt die restlichen sieben Stunden des Fluges) in Seattle. Dort werden wir unser Mietauto übernehmen und die drei Stunden oder so nach Vancouver fahren.

Wir treffen eine Schulfreundin meiner Ersatz-Oma, die 1951 mit ihren Eltern nach Kanada ausgewandert ist. Die beiden haben sich also seit über 60 Jahren nicht mehr gesehen, wenn sie auch regelmäßig Briefkontakt hatten und in letzter Zeit auch telefoniert haben. Ich bin sehr gespannt ...

Nach einer Woche werden wir, nach einer Nacht in Seattle, den Heimflug antreten und Ende März wieder in Frankfurt aufschlagen.

Im Sommer, wenn ich dann hoffentlich meine Dissertation abgegeben habe, will ich natürlich auch noch mal eine größere Reise machen, ehe es ins Berufsleben geht. Heute hat mir meine Reisepartnerin, mit der ich durch Ost- und Südafrika touren wollte, mehr oder weniger endgültig abgesagt. Schade. Wahrscheinlich geht es jetzt alleine oder mit einem anderen Reisepartner, der noch gefunden werden müsste, nach Südostasien. Aber auch die alte Afrikastrecke oder Mittelamerika will ich noch nicht ganz ausschließen.

Das Ganze wird auch ein wenig davon abhängen, ob wir EM-Karten bekommen: Ich habe für das erste EM-Spiel Deutschlands gegen Portugal in Lemberg in der Ostukraine Karten bestellt. Vielleicht haben wir ja Glück und kriegen noch Tickets. Dann würde wieder im Mons Pius in Lemberg gespeist. Hotelzimmer habe ich schon gebucht, für Krakau auf der Hinfahrt und in Krasnobród in Südostpolen, zwei Stunden von Lemberg entfernt, da Zimmer in der Stadt selbst unbezahlbar teuer waren.

Mal sehen, wo es mich diesen Sommer hinverschlägt, ich werde berichten.

Sonntag, 1. Januar 2012

Wenn einer eine Reise tut ...

Wir sind gut wieder angekommen und haben das alte Jahr zu einem guten Ende gebracht.

Gestern Morgen sind wir ziemlich zeitig aufgestanden und waren dann fast zu früh fertig. Ich brachte unser Gepäck in den Innenhof unseres Ferienhauses, holte das Auto, hielt mitten in den engen Dorfgassen, um das Gepäck einzuladen, und schon waren wir auf dem Weg zum Flughafen.

Das Auto stellten wir einfach auf dem Parkplatz des Vermieters ab, da um sechs Uhr noch keiner auf dem Parkplatz wartete, um das Auto in Empfang zu nehmen. Zum Glück war am Flughafenschalter schon einer, dem ich die Autoschlüssel in die Hand drücken konnte.

Der Automaten-Check-in für unseren Flug ging nicht, wir wurden zum Check-in-Schalter verwiesen. Als wir dort endlich an der Reise waren, meinte die Dame dort, dass unsere Flüge von Athen nach Zürich und von dort nach Berlin "cancelled" seien, und dass ich bitte beim Handling auf der anderen Seite der Schalterhalle nachfragte.

Die dortige Dame fiel mir ständig ins Wort, meinte aber, die Tickets seien alle okay und die am Check-in sollten sie anrufen. Wir stellten uns also wieder in die Check-in-Schlange und erläuterten der Dame unser Problem. Die versuchte x-mal, bei der anderen Frau anzurufen, die aber nicht ranging: Clever, erst sich anrufen lassen wollen und dann nicht rangehen ...

Nach einigen Rückfragen bei der Check-in-Chefin und meiner Bekräftigung, dass SWISS auch eine Star-Alliance-Fluggesellschaft sei, wurde aber unser Gepäck nach Berlin durchgecheckt, und auch die Bordkarten erhielten wir.

Unser Flug sollte um 8 Uhr gehen. Danach kamen regelmäßig Ansagen: 8.20 Uhr, 8.40 Uhr, 9 Uhr, 10 Uhr. Argh. Da hätten sie uns gleich den alten Flug um 10.10 Uhr lassen können. Wenigstens bekamen wir von Aegean Airlines einen Zettel, der uns einen Freiflug für einen internationalen Flug auf deren Streckennetz zusagt. Naja, ob wir im nächsten Jahr nochmal mit Aegean fliegen werden, ist fraglich ...

Der Flug an sich war in Ordnung, bei der Ankunft in Athen wurden wir aber beim Versuch, den Transitbereich zu betreten, vom dortigen Grenzer abgewiesen und zum anderen Ausgang geschickt. Das war aber der Ausgang zum Gepäckband und raus aus dem Flughafen. Die griechischen Grenzpolizisten scheinen ähnliche Kompetenz zu besitzen wie die griechischen Steuereintreiber in den vergangenen Jahren ... Argh. Jedenfalls mussten wir nochmal durch die Sicherheitskontrolle, ich war stinksauer und schrieb dem Flughafenbetreiber auch gleich am Flughafen eine geharnischte E-Mail (wenigstens waren 60 Minuten W-Lan kostenlos ...).

Unser SWISS-Flug nach Zürich war ebenfalls ohne Probleme. Dass die SWISS im Flieger immer (sehr leckere) Schokoloade verteilt, verdient großes Lob ... In Zürich gingen wir zügig zum anderen Gate, weil im Flieger unser Verbindung als "close connection" angegeben war und wir "immediately" zum Gate gehen sollten. Naja, am Ende warteten wir noch eine gute halbe Stunde am Gate, eher wir in den Flieger gelassen wurden.

In Berlin kamen wir gut an, erhielten unser Gepäck, wurdem vom Shuttle abgeholt und ausnahmsweise, weil wir die einzigen Gäste waren, gleich zum Auto gefahren ... Von da ging es auf die (außer direkt in Berlin) unfassbar leere Autobahn, ehe wir um 21 Uhr in der Tiefgarage standen. Unsere Silvesterfeierlichkeiten konnten beginnen ...

Freitag, 30. Dezember 2011

Letzter Tag, volles Programm

So, an unserem letzten richtigen Tag auf Zypern haben wir noch einmal alle drei Hoheitsgebiete auf dieser Insel besucht.

Wir ließen uns heute Morgen Zeit und fuhren erst relativ spät in Richtung Osten nach Protaras und nach Agia Napa. Naja, zu dieser Zeit des Jahres sind diese Ortschaften, die im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit aus allen Nähten platzen, wahre Geisterstädte. Wir fanden gerade noch so einen Supermarkt, der von einem im Liegestuhl liegenden Besitzer und seiner kläffenden Fußhupe bewacht wurde, um ein paar Postkarten zu kaufen.

Da unsere Versuche, dort im Osten zu essen, also fehlschlugen, weil kein ansprechendes Restaurant geöffnet war, entschieden wir uns kurzerhand, nach Nikosia zu fahren und in der Gaststätte vom letzten Sonntag (im Norden der Stadt) mal wieder Fleisch zu essen. Der Stadtverkehr in Nikosia war diesmal, ähem, etwas stärker als letzten Sonntag, aber mit einem kleinen Schlenker fanden wir unser Parkhaus von neulich.

Der Grenzübertritt nach Nordzypern war diesmal ein wenig vertrackt: Ich stand in einer Schlange, und zwei Leute vor mir ging der Grenzer einmal weg. Auf verdutzte Nachfrage machte sein Kollege uns mit Fingerzeigen klar, dass er wohl essengegangen sei. Argh. So macht man sich bei Touristen nun wirklich nicht beliebt ...

Das Essen bei unserer Wirtin war dafür so lecker wie immer, nur leider vergaß sie hinterher den bestellten Tee. Naja, auch nicht so dramatisch.

Wir fuhren aus Nikosia raus, fuhren nach Hause, verabschiedeten uns von unserer Hauswirtin (Google sei Dank verstand sie uns diesmal einigermaßen ...), weil wir morgen recht zeitig rausmüssen, und gingen dann noch zu George (Schnauz III). Nach den obligatorischen zwei Bier verabschiedeten wir uns (abermals mit Google-Unterstützung) von ihm und bekamen noch eine Flasche des Dorfweines geschenkt.

Jetzt sind wir wieder in unserer Wohnung und bettfertig.

Was wir noch erwähnen wollten: Es gibt hier auf Zypern, bedingt durch Krieg und Besatzung, eine fast babylonische Sprachverwirrung. Die Hauptstadt, die auf Englisch "Nikosia" heißt, ist hier fast nur als "Lefkosia" bzw. "Lefkoşa" ausgeschildert. Die Küstenstadt im Norden, die bei den Türken "Girne" heißt, heißt bei den Griechen "Kyrenia"; und die Küstenstadt im Süden heißt auf Englisch "Limassol" und auf Griechisch "Lemesos". Man kriegt das alles hin, aber erstmal denkt man: Hä?

Insgesamt hat es uns hier auf Zypern sehr, sehr gut gefallen, und zwar im Norden wie im Süden. Wir haben (im Norden) eifrig Stempel gesammelt, weil wir fast jeden Tag "drüben" waren. Die Landschaft, das Essen und auch das Bier waren auf beiden Seiten sehr schön bzw. lecker. Wir haben die letzten Tage dann wirklich Urlaub gemacht und nicht die ganzen übrigen kulturellen Sehenswürdigkeiten, die es noch zu besichtigen gegeben hätte, besucht, weil wir ja ein wenig ausspannen wollten.

Zypern, wir kommen wieder ...

Donnerstag, 29. Dezember 2011

In britischen Hoheitsgewässern

Ja, heute haben wir einen ganz ruhigen Tag gemacht. Naja, "ruhig" für unsere Verhältnisse.

Wir haben einigermaßen lange geschlafen und sind dann in Richtung Limassol und darüber hinausgefahren. Wir wollten heute mal die Strände dort erkunden. Der Pissouri-Strand fand nicht so ganz unsere Zustimmung, aber ein paar Meter weiter gab es einen anderen Strand, der bereits in der Sovereign Base Area Akrotiri lag.

Nach eineinhalb Stunden Sonnenbad (der zyprische Angler war dick eingepackt und zeigte uns und den Russen, mit denen wir den Strand teilten, im Verborgenen einigermaßen sicher den Vogel) wagte ich mich in die (saukalten) Fluten. Zum ersten Mal in meinem Leben badete ich in britischen Hoheitsgewässern ...

Anschließend fuhren wir zurück, nahmen einen kleinen Abstrecher zum Salzsee auf der Akrotiri-Halbinsel und verließen schließlich die SBA. Wir suchten in Zygi, dem unserem Dörfchen am nächsten gelegenen Küstenort, eine schöne Fischkneipe und fanden das Zygiana. Dort aßen wir Fisch-Meze, die zwar nicht billig war, aber ihren Preis durchaus wert: Ein knappes Dutzend verschiedene Arten von Fischli und Meerestieren (Oktopus, Sardinen, Sprotten, Tintenfisch fritiert, Muscheln, Garnelen, Dorade und allerlei anderes Getier, was wir nicht detailgetreu identifizieren konnten), dazu Pommes, Salat, Brot, Dips etc. Sehr lecker!

Der Abend wurde heute bereits am frühen Nachmittag eingeläutet, die zwei Bier bei Schnauz III waren wie immer lecker. Danach gingen wir in die Wohnung und liegen schon wieder im Bett.

Fotos gibt's heute keine: War zu faul ...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Verrückt

So, wie gestern angekündigt, waren wir heute sehr verrückt.

Nachdem wir wieder einmal mit Tee und ein paar Weihnachtsplätzchen gefrühstückt haben, fuhren wir in Richtung Agia Napa. Auf dem Weg entschieden wir uns dann, heute doch den Grenzübertritt nach Nordzypern noch einmal in Angriff zu nehmen, zumal unsere Haftpflichtversicherung nur noch heute gültig war. Am fünften von uns benutzten Grenzübergang (insgesamt gibt es sechs auf Zypern) war ebenfalls der Hund begraben. Die Dame stempelte versehentlich meinen Pass zweimal und den meiner Mutter nicht, bis ich sie auf diesen Fehler aufmerksam machte. Der überflüssige Stempel in meinem Pass wurde als "iptal" (ungültig) gebrandmarkt, wir durften weiterreisen.

Wir fuhren über gut ausgebaute Straßen, sogar über eine sehr neue, noch nicht ganz fertige Autobahn irgendwo im Nirgendwo. Wir erreichten nach gut zwei Stunden die Gaststätte auf der Karpaz-Halbinsel, die wir vor zwei Tagen schon einmal besucht hatten. Heute gab es für mich die ganze Portion Oktopus, während meine Ma eine Art Tintenfischeintopf verspeiste, sehr lecker. Mit den diversen Vorspeisen, die wir (kostenfrei) vorher bekamen, waren wir schon fast satt, ehe das eigentliche Mittagessen kam. Sehr schön!

Danach fuhren wir zurück, gerieten an einen (nach Aussage meiner Ma) leicht angetrunkenen britischen Marineoffizier, der als Grenzwächter der Sovereign Base Area fungierte und uns sogar den Kofferraum öffnen ließ. Er fand außer den kurz zuvor gekauften Mandarinen nichts, sodass wir weiterfahren durften.

Wir stoppten in Agia Napa und nach ein bisschen Überlegung ging nicht nur meine Ma, sondern auch ich ins einigermaßen kalte Wasser. Trotzdem nicht unangenehm ...

Das leichte Abendessen nahmen wir in Zygi, dem unserem Dorf am nächsten gelegenen Küstenort, ein, ehe wir die obligatorischen zwei Bier (heute sogar drei ...) bei "Schnauz III" bei uns in Kalavasos einnahmen ...

Fotos: Der Reiseführer warnt: Fotografieren in der UN-Pufferzone oder der Sovereign Base Area kann Einzug des Fotofilms nach sich ziehen (bei einer Digitalkamera, hähä ...).

Dienstag, 27. Dezember 2011

Drei Tage, sechs Stempel

Heute waren wir wieder in der "Türkischen Republik Nordzypern", diesmal in Girne (Kyrenia).

Nach kurzem Frühstück fuhren wir heute Morgen ins Troodos-Gebirge. Durch zum Teil enge Straßen und verwinkelte Ortschaften mitten im Gebirge ging es in Richtung einer Kirche, die zum Weltkulturerbe gehört. Wir verfuhren uns erst ein wenig und fuhren dann an der unscheinbaren Kirche vorbei, bis ein Pope uns während eines Handy-Gesprächs den Weg zeigte ...

Das Innere der Kirche war sehr beeindruckend, über und über Fresken, sehr toll. Mehr als zwanzig Minuten konnte man sich dort aber beim besten Willen nicht mehr Neues angucken, und so fuhren wir weiter in Richtung Astromeritis und von dort über die "Grenze" nach Nordzypern. An diesem westlichsten Grenzübergang zwischen Süd- und Nordzypern liegt aber wirklich der Hund begraben. Das Erscheinen unseres Autos löste größten Trubel unter dem halben Dutzend herumstehender Grenzpolizisten aus; die Einreise verlief aber wie gehabt unproblematisch.

Wieder ließen wir uns die Pässe stempeln. Das ist nicht nur dem Stempelsammeln geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass wir zu faul sind, das Einlegevisum immer wieder auszufüllen (und ich auch Angst habe, das Ding zu verlieren ...). Jedenfalls stellen die Stempel im Pass kein Problem mehr für die (Wieder-)Einreise nach (Süd-)Zypern oder nach Griechenland dar, von daher alles gut.

Wir fuhren ein wenig in der Gegend herum in Richtung Girne (griechisch Kyrenia). Der dortige Hafen ist, wie der Reiseführer richtig sagt, malerisch; die Festung war leider schon geschlossen ... Wir aßen wieder einmal Meze (ca. sieben bis zehn kleine Tellerchen mit Vorspeisen, dazu Brot) mit sehr leckerem Fisch. Ich stellte mit Erstaunen fest, dass Efes auch ein Schwarzbier im Angebot hat, das ebenfalls sehr gut schmeckt!

Noch im Hellen fuhren wir aus Girne heraus und fanden in Nikosia schnell wieder den Grenzübergang, den wir gestern noch hatten suchen müssen. Inzwischen wussten wir auch, wie es dort läuft: Einfach ranfahren, meine Ma springt raus, geht Pässe abstempeln (dass ich nicht vor dem Grenzbeamten stehe, ist wurscht), danach geht es in Richtung Südzypern, Pässe nochmal vorzeigen, und schon ist man (wieder) eingereist.

Der Rest des Tages war ganz üblich: Stadtautobahn, Autobahn, Auto abstellen, in unsere Stammkneipe bei George (alias "Schnauz III", nach den beiden anderen schnauzbärtigen Männern, die uns 2004 in Griechenland bekocht hatten), zwei Bierchen, ins Bett.

Unsere Versicherung für Nordzypern gilt morgen noch, vielleicht sind wir so verrückt und fahren nochmal zum Essen in die Gaststätte auf der Karpaz-Halbinsel, in der wir gestern so gut gegessen hatten ...

Bilder: Außen unscheinbar, innen tolle Fresken: Die Weltkulturerbe-Kirche Panagia Asínou im Troodos-Gebirge; Hafen und Festung in Girne

Montag, 26. Dezember 2011

Eine Insel, drei Länder

So, heute haben wir eine größere Rundtour durch den Osten der Insel gestartet.

Nach einigermaßen frühem Aufstehen fuhren wir in Richtung Osten und suchten bei Lárnaka das Hotel, in dem meine Ma vor 15 Jahren mal gewesen war. Wir fanden dieses und gingen ein wenig an den Strand. Durchaus hübsch ...

Danach fuhren wir in die britische Sovereign Base Area (SBA) Dhekelia. 1960 blieben die beiden Basen Akrotiri und Dhekelia durch den Unabhängigkeitsvertrag beim Vereinigten Königreich und sind heute ein Überseegebiet der Krone. Naja, sehen kann man wirklich nicht viel, nur das Fotografierverbot und die Zäune fallen ins Auge, aber wenigstens war ich in meinem zweiten britischen Overseas Territory ...

Von Agia Napa fuhren wir dann wieder in die SBA ein und von dort zum Checkpoint nach Nordzypern. Die Ausreise war völlig unproblematisch, die Einreise an sich auch, allerdings muss man eine Autoversicherung (nur Haftpflicht) abschließen, die für drei Tage 20 Euro kostet. Die nehmen es auch von den Lebenden ...

Wir vermieden es, durch Famagusta zu fahren, fanden aber die Strecke auf die Karpaz-Halbinsel erst im werweißwievielten Anlauf. Die Beschilderung in der Türkischen Republik Nordzypern ist, ähem, mit Verlaub, beschissen: Da, wo man sie nicht braucht, weil es alles klar ist, da ist sie toll; aber dort, wo man sie bräuchte, ist sie nicht da. Argh. Jedenfalls fanden wir trotzdem den Weg auf die Halbinsel und aßen in einem Lokal direkt an der Felsküste sehr, sehr leckeren (und günstigen!) Octopus und Baby-Kalamar. Von dort fuhren wir noch mal eine halbe Stunde auf den Pfannenstiel hinaus, bis wir über eine, äh, Dreckpiste zum Golden Sands Beach fuhren, der im Reiseführer als einziger "echter Traumstrand" der Insel beschrieben wurde. Das war nicht übertrieben, sehr toll.

Dennoch waren wir froh, als wir wieder auf die (ansonsten gar nicht so schlechte, wenn auch recht kurvige) Strecke nach Hause kamen. In Famagusta, es war inzwischen dunkel, fanden wir wiederum die Strecke zur Grenze nicht (siehe: Beschilderung, beschissene), machten eine mittelprächtige Stadtrundfahrt (die erst für morgen oder übermorgen geplant war) und fuhren schließlich auf die Autobahn Richtung Nikosia. Die nordzyprische Autobahn war ebenfalls gut ausgebaut, und alle Naselang kam die Anzeige "Lefkoşa" (= Nikosia), was aber eh klar war (siehe: Beschilderung, b.). Als es dann um die Wurscht ging, nämlich in Nikosia den Grenzübergang zu finden, da half nur Fragen bei einem freundlichen Tankstellenwächter, zumal die Leute schlimmer als in Istanbul fahren. Argh ...

Der Grenzübertritt war dann chaotisch, aber unproblematisch, die Wiedereinreise nach Südzypern ohnehin. Nach einiger Fahrt über die Stadtautobahn in Nikosia kamen wir dann auf die A1 in Richtung Heimat. In unserer Stammkneipe waren wir ein wenig spät, sodass wir nur ein Bier tranken, weil die Leute offenbar (um halb acht!) zumachen wollten.

Wieder sind wir früh in unserem Zimmer, in unserem Häuschen, und gehen bald schlafen.

Fotos: Steinküste in Nordzypern, unterwegs in Nordzypern, Golden Sands Beach auf der Karpaz-Halbinsel

Sonntag, 25. Dezember 2011

In einem Land, das gibt's gar nicht

So, grammatikalisch war das jetzt sowas von falsch, aber man wird gleich erfahren, was gemeint ist.

Wir haben heute einigermaßen ausgeschlafen und dann einen Anruf der Hausbesitzer erhalten; der Mann spricht gutes Englisch, die Frau sogar sehr gutes Deutsch. Sie sind, wenn ich sie richtig verstanden habe, gerade im Urlaub ...

Danach fuhren wir, nachdem ich das Auto unter "Mithilfe" eines älteren Dorfeinwohners ausgeparkt hatte (ohne ihm den Fuß abzufahren, weil er sich mir ständig in den Weg stellte ...), in Richtung Nikosia. Dort wurden wir fast von einem Parkplatzwächter abgezockt, der pro Stunde 3 Euro haben wollte, obwohl an der Einfahrt groß und breit "3 € all day" dran stand. Zum Glück war ein kurzes Stück weiter (und noch näher an der Hauptstraße der Altstadt) ein Parkhaus, in dem wir gut parken konnten.

Wir gingen ein paar Schritte und waren in der Ledra-Straße, die bis vor drei Jahren eine Sackgasse war, weil sie direkt an der Green Line, also an der Waffenstillstandslinie zwischen den Zypern-Griechen und den Zypern-Türken, liegt. Erst einmal gingen wir aber von der Grenze weg und schauten uns ein wenig im griechisch-zyprischen Teil der Altstadt um, ehe wir den Grenzübertritt in die "Türkische Republik Nordzypern" wagten, einen Staat, den außer der Türkei kein anderer Staat der Erde anerkennt ... Weil er aber eben von der Türkei, einem UN-Mitgliedstaat, anerkannt wird, zählt er bei mir als Land, genauer, als mein 74. Land.

Der Grenzübertritt war sehr entspannt, im Niemandsland war ein Lager der Occupy-Leute, der türkisch-zyprische Grenzer sprach ein wenig Deutsch und stempelte auf Nachfrage den Stempel in den Pass (anstatt auf ein Blatt-Visum).

Es war faszinierend, wie sich innerhalb von hundert Metern die Zustände änderten. Klar, die Leute sprachen Türkisch, aber auch die Atmosphäre war anders, naja, halt, irgendwie, hm, türkischer ... Wir gingen ein wenig im türkischen Teil der Altstadt umher, besuchten den Atatürk-Platz. Insgesamt genossen wir es aber, mehr oder weniger ziellos in der Altstadt umherzuschlendern. Hier eine Moschee, die mal eine Kirche war, dort ein Handwerksbetrieb, hier eine Kneipe, dort ein Geschäft, das gefälschte Handtaschen feilbot.

Nach einem guten Essen in einem kleinen Lokanta (die Besitzerin war ein wenig enttäuscht, weil wir mit zuvor gewechselten türkischen Lira bezahlten und nicht in Euro, mit denen sie einen hübschen Wechselgewinn gemacht hätte) wanderten wir noch ein wenig umher, ehe wir wieder in den griechisch-zyprischen Teil gingen. Auch hier alles entspannt.

In Süd-Nikosia fiel uns wieder die Masse an asiatischen Frauen auf. Wo kamen die alle her? Wozu waren die in der Stadt? Der südliche Teil der Altstadt war (Weihnachten!) jedenfalls deutlich leerer und ungeschäftiger als der nördliche Teil, wohlfühlen konnte man sich aber in beiden.

Wir verlängerten unsere dreiviertelstündige Fahrt durch einen Besuch am Governor's Beach, einer schönen Steinküste, und fuhren über einen Fischerort namens Zygi in der Nähe unseres Dörfchens zurück in dieses. Den Abend verbrachten wir wieder in unserer 30-Männer-eine-Mutter-Kneipe bei unserem Häuschen.

Alles gut. Morgen geht es in den Osten der Insel, Richtung Agia Napa, und danach vielleicht nach Famagusta oder auf die Karpaz-Halbinsel. Wir werden sehen, wo wir morgen Abend gewesen sein werden.

Fotos: Agia Sophia von Nord-Nikosia, Steinküste am Governor's Beach in Südzypern

Mitten im Dorf ...

... wohnen wir hier in Kalavasos auf Zypern.

Nach dem problemlosen Transfer gestern vom Hotel zum Flughafen gingen wir durch die Sicherheitskontrolle, bekamen erklärt, dass ein Deoroller auch schon als Flüssigkeit zählt (argh!), und warteten dann auf unseren Flug.

Der Flug mit der Lufthansa (zum zweiten Mal in meinem Leben flog ich mit derselben) war etwas verspätet, weil der Wassertank leckte. Das Leck konnte nicht gestopft werden, deshalb musste aus Sicherheitsgründen (sonst hätten Eisbrocken vom Flieger fallen können) das komplette Wasser abgelassen werden: Es gab weder Kaffee noch Tee und auch keine Klospülung (keine Sorge, das Geschäft wäre trotzdem abgesaugt worden; jedenfalls ging meiner Erinnerung nach trotzdem niemand auf die Toilette).

Der Umstieg in München mit Passkontrolle war unproblematisch, wir konnten sogar noch (obwohl ich etwas drängte) die Kontaktlinsenflüssigkeit kaufen, die wir im Überschwang der Gefühle vergessen hatten ... Wäre das Boarding pünktlich gewesen, wäre es etwas eng geworden; da die Maschine aus Istanbul aber Verspätung mitgebracht hatte, war alles in Ordnung.

Nach ereignislosem Flug kamen wir um 14 Uhr zyprischer Zeit (13 Uhr deutscher Zeit) in Lárnaka an. Zypern ist mein 73. Land. Die Übernahme des Mietautos gestaltete sich als recht einfach, wir schlossen auch die Zusatzversicherung ab, die die Selbstbeteiligung auf 0 senkte; war mir nach meiner letzten Erfahrung im Linksverkehr (siehe: Bahamas, rauchendes Auto, schnelles Umdrehen auf Feldweg, Baum) einfach lieber.

Wir bekamen dieses Mal (anders in den USA, wo wir auch einen Kleinwagen gebucht und eine Mittelklasse-Limousine bekamen) wirklich einen Kleinwagen, ein Citroën. In den passte unser Gepäck gerade so rein, aber das reichte uns ja. Wir fuhren also über die Autobahn (sehr entspannt mit Automatikgetriebe) und dann in unser kleines Dörfchen vier, fünf Kilometer ab der Autobahn.

Wir fuhren ins Dörfchen und plötzlich war Ende: Bauarbeiten. Wir fragten herum, wo denn unser Hotel sei und bekamen gezeigt, dass wir, naja, eigentlich durch die Bauarbeiten müssten. Wir sollten doch unser Gepäck nehmen und zu Fuß dorthin gehen. Ähm, nö; wir suchten erstmal unser Hotel, fanden es recht zügig und guckten, wo wir gelandet waren.

Das Hausmütterchen, das nur Griechisch spricht, begrüßte uns, zeigte uns alles (mit Händen und Füßen), stellte uns Plätzchen, Brot, Käse und Tomaten hin und erklärte uns, wo wir wann essen könnten und so weiter.

Das mit den drei Zimmern in der Beschreibung stimmt wirklich und wir haben die Dachsuite. Das Wohn-/Schlafzimmer ist mit unverkleideten Steinblöcken gebaut, wir haben ein Himmelbett, einen hypermodernen Fernseher, Küche und ein schönes Bad. Der Zettel "hot water, when there's sun" machte uns ein bisschen Sorge, aber heute Morgen ist es ja auch ganz schön sonnig und warm, und das Duschen klappte.

Naja, wir fuhren erst durch die verwinkelten Straßen des Dörfchens hindurch (meine Ma regelmäßig: "Du bist zu weit links!"), anschließend zweimal um die Stadt rum (um das Loch zu unserer Straße zu finden) und finalmente falsch herum in die Einbahnstraße, aber jetzt hatten wir erstmal einen guten Parkplatz für die Nacht.

Wir packten unser Gepäck aus und richteten uns häuslich ein und gingen dann, als es dunkel wurde, durch das Städtchen. Wir tranken erstmal zwei Bier ("Keo", zyprisch, sehr lecker, vor allem, wenn man Durst hat) in einer trotz "No smoking"-Schildes verrauchten Kartenspielerkneipe, in der meine Ma die einzige Frau war ... Danach gingen wir auch Empfehlung unserer Hausdame in das Bridge-Restaurant, ja, an der Brücke, über den kleinen Fluss, und aßen als einzige Gäste des Abends Spear Ribs und Tintenfischringe. Auch lecker. Den Abschluss bildete ein Ouzo ...

Totmüde und hunde-k.o. fielen wir dann gestern Abend ins Bett und schliefen gut durch.

Heute geht es vielleicht nach Nikosia und dort womöglich über die Grüne Linie nach Nordzypern, äh, in die Türkische Republik Nordzypern, das -- heute oder in den nächsten Tagen -- mein 74. Land werden wird.

Bild: Blick von unserer Terrasse auf die enge Gasse, in der unser "Hotelele", wie mein Vater gesagt hätte, liegt

Freitag, 23. Dezember 2011

Berlin, Berlin, wir fahren nach ... Zypern

So, wer gedacht hatte, dass das Jahr 2011 reisetechnisch abgehakt ist, der hat sich getäuscht.

Heute Morgen sind meine Ma und ich nach Berlin gefahren. Hier haben wir in unserem Hotel für heute Nacht unser Gepäck hinterlegt. Danach sind wir zum Flughafen gefahren, um zu prüfen, ob wir schon einchecken (ja) und unser Gepäck off-droppen können (nein). Schließlich folgte die letzte Etappe zu unserem gebuchten Großraumparkplatz, wo wir nach ein bisschen Verhandeln sicherstellten, dass wir das Auto schon um 11 Uhr einstellen, uns aber erst um 19 Uhr (zum Vorabend-Check-in) zum Flughafen fahren lassen konnten.

Wir gingen dann ein paar Meter zur nächsten Bushaltestelle, fragten den Busfahrer, ob man bei ihm eine Tageskarte kaufen könne ("Ja, wenn Sie genügend Geld haben."), und fuhren in die Stadt. Wir stiegen am Alexanderplatz aus und gingen erstmal zu Mittag essen. Wir gingen zu "Mutter Hoppe", wo meine Ma und Freunde von ihr vor knapp zwanzig Jahren schonmal aufgeschlagen waren. Das Essen war sehr lecker, drei Biere (der Gattung "Berliner Kindl") wurden auch vertilgt. Der anschließende Spaziergang führte uns über den Schlossplatz am Berliner Dom vorbei, über den Werderschen Markt, das Holocaust-Mahnmal, das Brandenburger Tor, Reichstag und Bundeskanzleramt zum Hauptbahnhof. Von dort fuhren wir, leicht erschöpft, über den S-Bahn-Ring zurück zum Parkplatz, wo wir schon um 18 Uhr aufschlugen. Wir wurden zum Glück zügig zum Flughafen gefahren, konnten dort endlich das Gepäck off-droppen und liefen dann die paar Meter zurück zum Hotel.

Nach dem Check-in liegen wir nun schon im Bett, wir sind hundemüde ...

Morgen um 5.30 Uhr wollen wir den Shuttlebus zum Flughafen nehmen, danach geht um kurz vor sieben über München nach Larnaca, wo wir um 13 Uhr (deutscher Zeit, 14 Uhr zyprischer Zeit) ankommen. Wir sind sehr gespannt.

Dann gibt es vielleicht auch Fotos. Wir wünschen allen Lesern frohe Weihnachten!

Sonntag, 4. Dezember 2011

Aspendos und Side

In den letzten Wochen war ich mal kurz mit einer Freundin in der Türkei. Wir waren in Belek. Dabei haben wir natürlich auch einen Ausflug gemacht, nach Aspendos und nach Side. Das Theater in Aspendos ist wirklich beeindruckend. Unser Reiseführer, der den Eindruck erweckte, aller seiner Illusionen über ernsthaftes Interesse deutscher Touristen an den Kulturgütern der Türkei beraubt worden zu sein, war fachlich aber durchaus beschlagen. So erläuterte er uns den Unterschied zwischen römischen und griechischen Theatern: Römische haben ein Bühnenhaus, griechische nicht.

Wir fuhren weiter nach Manavgat, wo wir eine Bootsfahrt machten. Das Problem war einfach, dass es ziemlich kühl und windig und ein wenig regnerisch war, sodass viele an Bord froren. Das Essen wiederum war sehr lecker (Forelle); der Strandspaziergang war jetzt nicht so der Brüller.

In Side besichtigten wir die Ruinen und durften natürlich ein wenig einkaufen. Dabei begegneten wir einem älteren Türken, der uns fragte, wo wir herkämen. Auf meine Antwort "Ostdeutschland" meinte er, das sage man nicht, das klinge so negativ; auf unsere Präzisierung Thüringen stellte sich heraus, dass seine Tochter in Nordhausen und sein Sohn in Eisenach leben würde. Oder so ... Jedenfalls sei "Ostdeutschland" eine Beleidigung; dort lebten wenigstens noch die "Naturdeutschen", im Westen gebe es "zu viele Ausländer". Sagte der Türke.

Die anderen Tage verbrachten wir am Strand bzw. im Hallenbad. Das Wasser im Mittelmeer war ein wenig kühl, aber zum einmaligen Baden reichte es, zum Strandspaziergang allemal. Nur an dem einen Tag, als es regnete und ich zum Strand runterging, schickten sie mir einen Beobachter hinterher, auf dass der verrückte Deutsche nicht im eiskalten Meer ersaufe ...

Apropos eiskaltes Meer: In weniger als drei Wochen geht es nach Zypern. Das wird hoffentlich auch sehr schön ...

Reiseplanungen für 2012 sind im Entstehen; mehr verrate ich noch nicht ...

Freitag, 30. September 2011

Wieder daheim

So, mit einem Tag Verspätung kommt mein letzter Post von der USA-Bahamas-Reise.

Nach frühem Aufstehen in New York mit ein bisschen Kater vom blauen Mond (unser Bier in dem irischen Pub hieß Blue Moon und war, wenn man nicht zuviel davon trinkt, sehr lecker bzw. war so lecker, dass ich zuviel davon getrunken habe ...) ging es mit dem Shuttlebus mit zwei Russen und vier Japanern zum Flughafen. Check-in ging völlig unproblematisch, nur die Sicherheitskontrolle war ein bisschen unorganisiert. Regelmäßig wurden große Gruppen von Reisenden, die dringend zum Flug mussten, in ein anderes (schneller kontrollierendes) Terminal abkommandiert, sodass die Israelin vor uns nicht zu Unrecht von einer "mess" sprach ...

Die Sicherheitskontrolle war dann wiederum unproblematisch, diesmal machten nicht wir, sondern der Schwarze hinter meiner Ma und die Israelin "Ärger" ... Wir standen in einer 12-Flugzeuge-Schlange und kommen deshalb unpünktlich von New York weg, landeten aber doch einigermaßen pünktlich in Atlanta.

Es ging schnurstracks zu MARTA, dem U-/S-Bahn-System der Stadt und in die Innenstadt. Wir gingen bergab zur World of Coca Cola und ließen genügsam die Coca-Cola-Propaganda über uns ergehen, bis wir endlich die verschiedenen Sorten aus den verschiedenen Kontinenten probieren konnten ...

Nach einem mittelprächtigen Großeinkauf im Coca-Cola-Shop ging es nach kurzem Spaziergang durch den Olympic Park wieder zum Flughafen. Da wir inzwischen sicherheitskontrollerfahren genug waren, ging hier auch wieder alles glatt, sodass wir schnell am Gate waren und auf unseren Flug warten konnten.

Der Flug ging überraschend gut, ich konnte sogar ein paar Stunden schlafen! Wir kamen wenige Minuten verspätet an, wurden von unseren Schweizer Freunden schon empfangen und nach Hause kutschiert. Danach ging es erstmal unter die Dusche: Abnehmbare Duschköpfe sind wirklich eine Wohltat!

Jetzt sind wir also wieder zuhause, bei mir geht es wohl am Sonntag wieder in Richtung Studentenquälen ...

Mittwoch, 28. September 2011

Freiheitsstatue und 9/11-Memorial

So, heute war es nochmal ein anstrengender Tag.

Nach einigermaßen Ausschlafen ging es in Richtung Manhattan, wo wir am World Trade Center ausstiegen. Wir gingen zum Eingang des 9/11-Memorials, wo uns mitgeteilt wurde, dass wir eine Eintrittskarte benötigten, die wir schließlich ein paar Blocks weiter für 18 Uhr erhielten.

Danach liefen wir das Stückchen zum Battery Park und aßen in einem schönen Restaurant Lobster Roll und Seafood Salad. Anschließend ging es rüber nach Liberty Island, wo wir dann in die Krone der Freiheitsstatue stiegen. Anstrengend, aber sehr interessant. 354 zum Teil enge Stufen führen bis in die Tiara von Miss Liberty. Der Ausblick von oben ist sehr, sehr schön ...

Danach ging es gleich zurück nach Manhattan und mit der U-Bahn zum World Trade Center. Das neue 9/11-Memorial ist sehr schlicht, aber daher auch sehr schön. Die großen Wasserfallbrunnen, die symbolisch für die zwei Gebäude stehen, sind majestätisch.

Nach den Absackerbierchen in dem Irish Pub, in dem wir zuvor schon zu Abend gegessen haben, ging es nach Hause ins Hotel und ins Bett.

Bilder: Skyline von New York aus der Krone der Freiheitsstatue, das neue World Trade Center und einer der Brunnen im 9/11-Memorial



Dienstag, 27. September 2011

NYC

Wir sind müde ...

Das Einchecken zu unserem Flug heute ging gut, der Flug war pünktlich und kam überpünktlich an. Wir fuhren mit der flughafeninternen Bahn zum Hotelabholungspunkt, riefen am Hotel an und zehn Minuten später war der Shuttlebus da.

Auch das Einchecken ging gut (der mit uns im Bus Fahrende wollte heute Abend zum Baseball), und wir brachen sofort in die Stadt auf. Nach einer sicher dreiviertelstündigen U-Bahn-Fahrt kamen wir zum Metro Diner Ecke Broadway und 100. Straße und aßen dort sehr leckere Burger zu Abend.

Nach einem ausführlichen Bummel über den Times Square fuhren wir zurück ins Hotel und liegen nun im Bett.

Soviel zu heute im Kurzbericht. Gute Nacht!

Montag, 26. September 2011

Back in the U.S.A.

So, guten Morgen ...

Wir sind gestern dann mit dem Shuttlebus zum ultramodernen neuen Abfertigungsgebäude gefahren. Die Dame beim Check-in meinte, dass wir zuviel Gepäck hätten. Also fing ich in aller Seelenruhe an, das Gepäck aus dem Koffer ins Handgepäck umzupacken, bis sie nach zwanzig Sekunden genervt meinte, es sie jetzt okay. Waren immer noch sieben Pfund zu viel, aber das war dann in Ordnung.

Die Einreise ist die USA (auf den Bahamas!) war problemlos, nur schickte uns ein Grenzer erst zurück in eine Reihe, die gar nicht existierte. Hat er halt seine Allmachtsphantasie gestern an uns ausgelassen. Dafür war unser eigentlicher Grenzbeamter dann wirklich superfreundlich, und das sage ich angesichts der (wirklich und unironisch!) sehr guten Erfahrungen, die ich mit US-Grenzern gemacht habe.

Unser Flug hatte zwei Stunden Verspätung, dann war kein Shuttlebus da, weswegen ich dann bei unserem Hotel anrief. Die schickten den Bus, und zwanzig Minuten später waren wir im Hotel. Der Check-in bei einem maledivischen Einwanderer ging problemlos, das Essen beim Italiener um die Ecke war hervorragend, nur hätten wir die Vorspeise nicht nehmen sollen, da passte selbst bei mir die Piiiiiiiiza nicht mehr rein.

Wir gingen ins Bett, rieben uns die Mückenwunden und schliefen gut.

Jetzt sitzen wir in der Hotellobby und warten auf den Shuttlebus zum Flughafen. Heute geht es nach New York, übermorgen dann über Atlanta zurück nach Hause. Inzwischen freuen wir uns auf daheim.

Sonntag, 25. September 2011

Auf dem Rückweg

So, wir sitzen wieder in der Bar auf dem Flughafen in Nassau. Hier regnet es heute in Strömen, so wie vorgestern und gestern bei uns auf Eleuthera. Heute Morgen sah es schon wieder ein bisschen besser aus.

Wir haben uns vorgestern und gestern aber vom Regen nicht abhalten lassen, sind gar nicht mehr großartig durch die Gegend gefahren (Misstrauen ins Auto ...), sondern haben einfach in unserem Häuschen gesessen und gelesen, sind gelegentlich ins Meer gegangen (ob das Wasser nun zusätzlich von oben kommt, ist ja dann eh wurscht) und meine Ma hat selber gekocht, nochmal Langusten und gestern Spiegelei mit Speck. Auch sehr lecker.

Daher kein großer Bericht über die letzten Tage. Heute hat beim Abflug der Buchungscomputer gesponnen, wollte keine Bordkarten ausdrucken. War auch egal, sind eh nur ein paar Leute mit rüber nach Nassau geflogen, die konnten sie wirklich an zwei Händen abzählen und persönlich betreuen ...

Achso, ja, gestern sind uns die ersten Leute an unserem Strandabschnitt begegnet. Ts, ts ...

Gleich geht's in Richtung US-Einreise, die schon hier auf dem Flughafen auf den Bahamas stattfindet. Bin sehr gespannt, wie das abläuft.

Morgen, an einem für mich speziellen Tag, geht es dann von Fort Lauderdale nach New York, übermorgen auf die Freiheitsstatue, Donnerstag nach Atlanta und heimwärts, in Zürich kommen wir Freitag Morgen an. So langsam freuen wir uns auf daheim ...

Freitag, 23. September 2011

The Paradise - with elements of hell in it

Am Dienstag waren wir nach dem Schwimmen ein klein wenig unterwegs mit unserem Autochen, haben eingekauft, haben einen bestimmten Strand gesucht (den "Ten Bay Beach") und die nähere Umgebung erkundet. Wir suchten die Restaurants in unserer Nähe, die im Wikitravel-Reiseführer angegeben waren, nur um alle, wirklich alle geschlossen vorzufinden. Wir wissen nicht, ob Nebensaison hier wirklich so "off" ist oder ob das noch Folgen des Hurrikans sind, die man auch in anderer Hinsicht hier an fast jeder Ecke beobachten kann, ob das nun abgedeckte Hausdächer oder verwüstete Waldungen sind oder eben Strände, an denen ein knapper Meter einfach so fehlt ...

Wir waren gerade am letzten geschlossenen Restaurant, als meine Mutter Rauch aus dem Motor aufsteigen sah. Die Temperaturanzeige war "heiß". Wir vermuteten, dass wir dem Autochen ein bisschen viel zugemutet hatten, und fuhren nach Hause, um es abkühlen zu lassen. Wir kamen gerade auf die Einfahrt, aber nicht zu unserem Haus, da starb der Wagen ab. Mit viel gutem Zureden und heftigem Gasdruck schaffte ich die zehn Meter zum Parkplatz. Wir riefen die Autovermietung an, es kam sofort eine Dame, die Kühlflüssigkeit und danach einfach Leitungswasser in das Kühlsystem füllte. Naja, kann passieren.

Am Mittwoch waren wir unterwegs in den Norden, wir kamen an dem einzigen im Norden gelegenen Wikitravel-Restaurant vorbei (auch zu) und steuerten die Fähre nach Harbour Island an. Naja, "Fähre" traf es eher nicht so gut, es handelte sich um ein Wassertaxi, sprich ein Motorboot, das für fünf Dollar pro Schnauz die Leute auf die etwa eine Meile (?) entfernte Insel schaukelt. Da wir nur ein paar Stunden bleiben wollten, mieteten wir kein Golfwägelchen an, wie sie dort in Hülle und Fülle herumfahren, sondern gingen zu Fuß. Da es freundlicherweise auch öffentliche Strandzugänge gab, steuerten wir einen solchen an. Die (ebenfalls vom Hurrikan in Mitleidenschaft gezogene) Treppe wäre vom TÜV innerhalb von Millisekunden gesperrt worden, aber manchmal (manchmal!) ist es auch ganz in Ordnung, wenn nicht alles so ist wie in Deutschland, denn runter (und auch später hoch) kamen wir wenigstens.

Der Strand - wow! Auch wenn (Hurrikan ...) noch genügend Seepflanzenteile am Strand liegen, ist dort oben in der Tat einer der schönsten Strände der Welt. Der Sand ist zwar nur mit gutem Willen pink, aber der Strand ist völlig unfelsig, das Wasser zeigt alle Farbtöne von türkis und blau, kaum Menschen sind am Strand, und wenn, dann mehrere hundert Meter entfernt. Unser Strand direkt an unserem Häuschen ist auch sehr schön, und die paar Meter nebenan liegende Bucht ist fast so toll, aber in Harbour Island einen kilometerlangen Sandstrand zu haben, das ist schon toll. Das nächste Mal suche ich gleich nach bezahlbaren Unterkünften in Harbour Island ...

Wir spazierten wieder zurück durch das Städtchen Dunmore (das einzige auf Harbour Island), aßen ganz lecker in einem etwas abgelegenen Imbiss und ließen uns dann wieder zurück nach Eleuthera bringen. Den Zusammenprall der Gezeiten am Current Cut wollten wir uns auch ansehen, doch leider gerieten wir in einen binnen dreißig Sekunden zu voller Größe angewachsenen tropischen Regen und nahmen fix Reißaus. Trotzdem sahen wir, wie zwischen Eleuthera und einer kleinen Nachbarinsel die Strömungen aufeinandertreffen. Dort zu schwimmen oder zu schnorcheln dürfte nicht ganz ungefährlich, aber sehr spannend sein ...

Wir fuhren dann die etwa eineinhalb Stunden zurück nach Palmetto Point, wo wir nochmal kurz in unserem liebgewonnenen Supermarkt einkauften und dann zuhause gemütlich Thunfischsalat aßen.

Gestern, am Donnerstag, wollten wir dann den Süden der Insel erkunden. Ich badete im Ocean Hole in Rock Sound, einem an den Blautopf in Blaubeuren erinnernden ziemlich kreisrunden Bassin, das keine sichtbare Verbindung zum Ozean hat, aber salzig ist. Die Fischlein, die dort angeblich sein sollten, sahen wir leider nicht, wir unterließen aber auch die Fütterung der Viecher ... Danach wollten wir an den Lighthouse Beach im äußersten Süden der Insel, der sehr schön sein soll. Als wir auf der nicht gerade guten Straße unterwegs waren, fing auf einmal das Auto wieder an zu rauchen, die Temperatur war wieder im oder sogar über den roten Bereich. Hier wollten wir nicht liegen bleiben, mitten im Wald! Ich drehte also, und da, wo sonst immer nur Büsche waren, stand auf einmal ein Baum. Argh. Wenigstens kamen wir wieder auf die Hauptstraße, wo wir den Schaden begutachteten: Zwei Dellen und ein kaputtes Bremslicht ... Da wir aber auch nicht mitten in der Pampa stehen bleiben wollten, fuhren wir weiter. Wir kamen gerade ins nächste Dorf, als das Auto endgültig abstarb.

Wir hatten großes Glück, weil gerade ein Brüderpaar unterwegs war, das ein wenig Verstand im Umgang mit Autos (und Handys!) hatte. Erst fülllten sie Wasser nach (keines mehr drin!), dann Öl (keines mehr drin!), schließlich schoben sie das Auto unter einen Baum zum Abkühlen. Sie riefen bei unserer Autovermietung an, die offenbar schon ahnte, dass mit dem Auto etwas nicht stimmen würde, weil sie gleich nach dem weißen Mitsubishi fragte. Wir warteten, zufällig kamen (neben dem Arzt und dem Pfarrer) auch ein paar Automechaniker vorbei, die dem Auto Schrottplatzpotenzial bescheinigten, zumal sich im Motorblock offenbar Öl und Wasser schon vermengt hatten (was wohl ganz schlecht sei). In den zwei Stunden, die wir warteten, kamen wir wenigstens mit den Brüdern gut ins Gespräch, die uns eine Kokosnuss knackten und auch sonst sehr freundlich waren. Die Autovermietungstante kam mit zwei Mechanikern, sie schleppten unser Auto ab. Ein Wort der Entschuldigung oder des Bedauerns oder gar ein Erlass der Mietgebühr zumindest für diesen Tag? Fehlanzeige! Stattdessen ein "This happens to me all the day". Das weckt großes Vertrauen in diese Autovermietung ...

Wir kamen weitere zwei Stunden später in Palmetto Point an, das Auto wurde abgehängt, der Schaden begutachtet. Die Dame brachte uns wenigstens zu unserem Haus. Sie komme "gleich" vorbei, um uns ein neues Auto zu bringen. Naja, sie kam eineinviertel Stunden später mit einer Schrottkiste. Der Schaden an dem Vorauto beliefe sich auf 450 Dollar (der Automechaniker, der vorbeikam, hatte von höchstens 300 gesprochen). Und dass das Auto jemals die Straße wiedersieht oder gar repariert wird, wage ich tatsächlich zu bezweifeln. Sie wollte zwei Stunden später wiederkommen, mit einer Rechnung. Danach meinte sie noch, wir müssten uns jetzt aber ein bisschen beeilen, um noch einkaufen zu können!

Wir gingen einkaufen (Langusten zum Abendessen ...) mit einem Auto, an dem der rechte Außenspiegel fehlt und in dem das Armaturenbrett "Service engine soon" anzeigt. Als wir zurückkamen, war unsere Dame schon da (ausnahmsweise mal über-überpünktlich). Und ja, wir waren sauer. Wir gingen sie auch ziemlich an, was aber, denke ich, verständlich ist, wenn man mit einem Mietauto zweimal liegen bleibt und dann als Ersatzauto eine weitere schrottreife Kiste bekommt. Daraufhin machte sie uns noch wegen meines Unfalls Vorwürfe (es entstünden Mietausfälle, weil das Auto nicht in einem Tag repariert würde - das mag sein, aber das liegt dann eher am kaputten Motor als an zwei Dellen) und rief zu guter Letzt ihren Freund und einen weiteren Bodyguard. Die kamen ein paar Minuten später, und ihr Freund war wenigstens deutlich vernünftiger als sie. Er erläuterte mir, dass es hier nur alte Autos gäbe, weil die Zölle so hoch seien (geschenkt, aber alte Autos sind noch lange nicht automatisch dermaßen unzuverlässig), und schließlich habe man uns ja immer geholfen. Und für das Auto benötige man eine Spezialfarbe, die extra eingeflogen werden müsse. Dass ich nicht lache ...

Wenn ich wieder nach Eleuthera komme, dann nur, um das Wassertaxi rüber nach Harbour Island zu nehmen. Keinesfalls werde ich jemals wieder diese Autovermietung beauftragen. Dieses happy-go-easy ist ja ganz schön, aber wenn man zweimal mit einer Schrottkiste liegen bleibt und dann wieder eine Schrottkiste als Ersatz bekommt, dann hat man keine Gelassenheit mehr. Wenn schon der Motor verreckt, wieso sollte ich dann Vertrauen in die Bremsen haben?

Naja, nach einer unruhigen Nacht sind wir heute, Freitag, Morgen bei Regenwetter aufgewacht. Wie passend. Das Frühstück meiner Ma war wie immer sehr lecker, jetzt geht es in die Stadt zum Einkaufen. Hoffentlich kommen wir heute nochmal zum Schwimmen.

Die Strände von Eleuthera und Harbour Island sind fantastisch, die allerallermeisten Menschen supersuperfreundlich, aber diese unschönen Begleitumstände mit dem Auto haben mir persönlich schon ziemlich auf die Stimmung und auf den Magen geschlagen. Ich bin jedenfalls froh (und das sagen zu müssen finde ich sehr bedauerlich), wenn wir am Sonntag diese Insel wieder verlassen haben, weil wir dann unsere Schrottkiste nicht mehr am Bein haben.

Bilder: Strände bei uns vor der Haustür und auf Harbour Island, Blick auf Harbour Island aus dem Wassertaxis; ein einsamer Schwimmer im Ocean Hole