So, ich bin gut in Atlanta angekommen und sitze gerade im Hard Rock Café (mein drittes nach München und Niagara Falls, nein, ich fange nicht an zu zählen ...) downtown Atlanta, ohne zu wissen, was mein Budweiser kostet, aber mehr als 10 Dollar (mit Trinkgeld) hoffe ich mal nicht ...
Nachdem ich vorgestern noch mein Hotel in Machu Picchu (bzw. Aguascalientes) gebucht hatte, bin ich heute Morgen um ein Uhr (morgens) aufgestanden. Um 2.00 Uhr ging es in Richtung Flughafen München, wo wir um 5.40 Uhr ankamen. Ich konnte noch nicht mein Gepäck abgeben, also gingen meine Ma, eine Bekannte von uns und ich noch frühstücken. Sie verließen mich dann gegen halb sieben, und so gegen 7 Uhr konnte ich einchecken. Jetzt weiß ich, wie die Israelis ihre Kurzbefragungen machen, denn Delta macht sowas auch: Habe ich selbst gepackt? Habe ich das Gepäck aus den Augen gelassen? Habe ich Geschenke dabei? Und so weiter ... Ich scheine das Ding ganz gut überstanden zu haben, jedenfalls haben sie mich durchgelassen. Mein Gepäck wird wider Erwarten (hoffentlich) bis Santiago durchgecheckt, sodass ich zumindest das nicht hier in den USA durch den Zoll schleusen musste. Die Sicherheitskontrolle in München war unproblematisch, alles einigermaßen locker.
Der Flug ging dann eine knappe Stunde später als geplant los, weil die Münchner den Finger zum Flugzeug nicht vom Flieger wegbekommen haben ... Flug ereignislos, außer, dass ich den Kampf mit der Salatsoße (und später mit der Pizza) verloren und mich beschlabbert habe. Ein netter Ami neben mir, der mir sogar sein Brötchen überlassen hat. Der Flug verlief über die Bretagne und Bermuda, gelandet in Atlanta etwas holprig.
Einreise halt umständlich, zumal gerade mal die Hälfte der Slots besetzt waren, aber dafür war mein Grenzer (wie bisher alle Ami-Grenzer) ziemlich freundlich. Neuer Stempel im Pass, und man braucht diesen grünen Zettel nicht mehr :-) Zoll problemlos, aber danach musste man, um aus dem Flughafen raus(!) zu kommen, durch eine weitere Sicherheitskontrolle. Total sinnlos ...
Skyline von Atlanta schon aus dem Flieger und dann aus MARTA, der U-/S-Bahn von Atlanta, gesehen. Schon auch schick. 2 $ pro Weg plus 50 ct für die Breeze-Karte (hab ich mir aufschwatzen lassen ...). Die Amis wie immer: gewöhnungsbedürftig, aber sehr freundlich. Meine Barkeeperin hier im Hard Rock Café spricht sogar ein ganz klein wenig Deutsch ...
So, in ein, anderthalb Stunden geht es wieder mit MARTA zum Flughafen, durch mal schauen wie viele Gepäckkontrollen, und dann ab nach Santiago de Chile. Chile wird mein 65. Land, Südamerika mein fünfter Kontinent.
Morgen freue ich mich auf die Dusche. Achja, Zimmer bestellen hat (bisher) nicht geklappt, H. (die Freundin, die ich besuche) werde ich frühestens morgen Abend sehen, aber das ist alles halb so schlimm. Unterwegs zu sein ist immer schön, und Georgia habe ich mir ganz anders vorgestellt. Aus dem Flieger sieht es, wenn man die Riesenmalls ausklammert, aus wie in Deutschland ...
Langer Rede kurzer Sinn: Bisher alles ganz lustig und gut.
Ich berichte von meinen Reisen, um alle 206 Staaten und 50 abhängigen Gebiete der Erde (meiner Zählung) zu betreten. Aktueller Stand: 172+1 besuchte Länder und 18 besuchte abhängige Gebiete.
Nächste Reisen: 28.-30.8. Grödig (Österreich), Brezovica (Slowenien/Kroatien), Umag (Kroatien) +++ 4.-6.9. Istanbul +++ 24.-27.12. Kairo/Gizeh +++ 15.-17.1.2027 Rom
Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.
Donnerstag, 30. September 2010
Mittwoch, 4. August 2010
Machu Picchu gebucht
So, habe jetzt den Zug von Cuzco nach Machu Picchu gebucht (daher ist in der Karte nun Peru auch hellgrün): Am 7. Oktober früh morgens fahre ich nach Aguas Calientes, übernachte dort und werde voraussichtlich am 8. Oktober morgens hoch nach Machu Picchu fahren und dann am Nachmittag zurück nach Cuzco.
Der vorläufige Plan sieht jetzt so aus, dass ich am 4. Oktober nach Arica komme, von dort zügig nach Tacna in Peru fahre und von dort weiter nach Arequipa, wo ich am 4. oder 5. Oktober ankomme. Ich will mir die Stadt ein wenig ansehen (ist ja immerhin auch ein Weltkulturerbe) und dann irgendwann nach Cuzco aufbrechen und mir auch die Stadt angucken. Wie es dann nach Cuzco weitergeht, ist die Frage, ich hoffe aber, dass ich nach Bolivien komme, und am 12. Oktober geht es ja schon wieder zurück nach Santiago de Chile ...
Der vorläufige Plan sieht jetzt so aus, dass ich am 4. Oktober nach Arica komme, von dort zügig nach Tacna in Peru fahre und von dort weiter nach Arequipa, wo ich am 4. oder 5. Oktober ankomme. Ich will mir die Stadt ein wenig ansehen (ist ja immerhin auch ein Weltkulturerbe) und dann irgendwann nach Cuzco aufbrechen und mir auch die Stadt angucken. Wie es dann nach Cuzco weitergeht, ist die Frage, ich hoffe aber, dass ich nach Bolivien komme, und am 12. Oktober geht es ja schon wieder zurück nach Santiago de Chile ...
Freitag, 23. Juli 2010
Hoch in die Anden
So, heute habe ich den Flug von Santiago nach Arica im äußersten Norden Chiles und zurück gebucht: Am 4. Oktober geht es morgens um 7.15 Uhr in den Norden, am 12. Oktober geht es zurück in die Hauptstadt Chiles, in der ich abends um 18.35 Uhr ankomme.
Mein vorläufiger Plan sieht so aus, dass ich versuche, den Zug oder einen Bus hoch nach La Paz noch am 4. Oktober zu kriegen, den 5. Oktober in La Paz zu verbringen, am 6. Oktober von La Paz über den Titicaca-See nach Puno zu fahren, am 7. Oktober von Puno nach Cusco, am 8. Oktober von Cusco nach Machu Picchu und am 9. Oktober zurück. Am 10. Oktober ginge es mit dem Bus nach Arequipa und am 11. Oktober über Tacna zurück nach Arica, wo ich den Morgen des 12. Oktober verbringen könnte.
Ich scheine es wirklich nicht zu lernen, mal ein oder zwei Tage Pause irgendwo einzubauen ... Allerdings habe ich ja an den ersten Tagen in Chile (1., 2. und 3. Oktober) und an den letzten Tagen (13. und 14.) noch ein bisschen Erholung, sofern ich da nicht nach Argentinien fahre :-).
Wahrscheinlich schaue ich mir dann Santiago am 13. und 14. an, weil ich die ersten Tage wohl in Valparaíso und Umgebung sein will, da die Freundin, die ich besuche, am Wochenende vielleicht frei hat.
Und auf dem Rückweg kann es passieren, dass ich noch einen Schulfreund in Atlanta treffe.
Also, mal wieder volles Programm und von Urlaub keine Rede.
Mein vorläufiger Plan sieht so aus, dass ich versuche, den Zug oder einen Bus hoch nach La Paz noch am 4. Oktober zu kriegen, den 5. Oktober in La Paz zu verbringen, am 6. Oktober von La Paz über den Titicaca-See nach Puno zu fahren, am 7. Oktober von Puno nach Cusco, am 8. Oktober von Cusco nach Machu Picchu und am 9. Oktober zurück. Am 10. Oktober ginge es mit dem Bus nach Arequipa und am 11. Oktober über Tacna zurück nach Arica, wo ich den Morgen des 12. Oktober verbringen könnte.
Ich scheine es wirklich nicht zu lernen, mal ein oder zwei Tage Pause irgendwo einzubauen ... Allerdings habe ich ja an den ersten Tagen in Chile (1., 2. und 3. Oktober) und an den letzten Tagen (13. und 14.) noch ein bisschen Erholung, sofern ich da nicht nach Argentinien fahre :-).
Wahrscheinlich schaue ich mir dann Santiago am 13. und 14. an, weil ich die ersten Tage wohl in Valparaíso und Umgebung sein will, da die Freundin, die ich besuche, am Wochenende vielleicht frei hat.
Und auf dem Rückweg kann es passieren, dass ich noch einen Schulfreund in Atlanta treffe.
Also, mal wieder volles Programm und von Urlaub keine Rede.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Wieso 206?
Eine Schulkameradin fragte mich neulich, wieviele Länder ich denn zählen würde? "192?" "Nein", antwortete ich, "ich zähle 206." Leider kamen wir nicht dazu, uns in die Diskussion zu vertiefen, wieso es denn jetzt genau 206 Länder auf dieser Welt wären. Das will ich hier kurz erläutern, auch wenn mir durchaus klar ist, dass meine Zählweise auf jeden Fall diskutabel, auf keinen Fall maßgeblich für irgendetwas anderes als die Zählung meiner Liste ist.
Die niedrigste Zahl, die man sinnvollerweise als Länderzahl einordnen kann, liegt bei 193, die höchste bei 230, 250? Wie das?
Nun, meine Schulkameradin lag mit ihren 192 nicht nur nicht so ganz falsch, sondern sogar ziemlich richtig: Es gibt nämlich genau 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Dazu zählen die Vereinigten Staaten natürlich genauso wie Deutschland oder Afghanistan, aber auch so schöne Länder wie São Tomé und Príncipe (im Atlantik vor Westafrika), Antigua und Barbuda (ein Land, in der Karibik) oder mein persönlicher Favorit, Nauru, im Pazifik (war übrigens mal deutsche Kolonie und ist die kleinste Republik der Welt). So, das war der einfache Teil. Auch wenn diese Staaten sich nicht alle untereinander anerkennen (Südkorea erkennt Nordkorea nicht an und umgekehrt, manche arabischen Staaten anerkennen Israel nicht, und die Türkei betrachtet die Republik Zypern nicht als souveränen Staat), besteht doch Konsens, dass alle diese 192 Staaten unabhängige Länder sind.
Die restlichen 14 Länder, die ich als solche zähle, sind wesentlich schwieriger, und fast jedes ist irgendwie ein Einzelfall.
Man kann aber zehn davon einigermaßen zusammenfassen, und zwar als Länder, die von mindestens einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen diplomatisch anerkannt werden.
In diese Kategorie gehört der Vatikanstaat, das kleinste Land der Welt, der Papst ist sein Staatsoberhaupt. Der Vatikanstaat selbst hat keinerlei (!) diplomatische Beziehungen, für ihn übernimmt das der Heiliger Stuhl (vulgo: der Papst), der ein eigenständiges und vom Vatikanstaat verschiedenes (!) Völkerrechtssubjekt ist. Deshalb meine Ausdrucksweise "diplomatisch anerkannt", nicht "diplomatische Beziehungen haben", denn der Heilige Stuhl ist kein Staat, die Vatikanstadt hat keine diplomatischen Beziehungen ... Alles klar?
Ebenfalls Sonderfälle sind die Cookinseln und Niue. Diese beiden Gebiete stehen in freier Assoziierung mit Neuseeland. Was heißt das? Die Bürger dieser beiden Länder sind neuseeländische Staatsbürger, Neuseeland ist für die äußere Sicherheit verantwortlich. Andererseits haben die Cookinseln mit vielen Staaten (unter anderem mit Deutschland und auch mit Neuseeland) diplomatische Beziehungen, Niue hat diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China. Beide werden also von UNO-Mitgliedstaaten anerkannt und gelten damit nach meiner Liste als unabhängige Staaten. Neuseeland hat übrigens sogar ein eigenes Gesetz, das bestimmt, dass die Diplomaten der Cookinseln in Neuseeland diplomatische Immunität genießen, obwohl sie ja neuseeländische Staatsbürger sind. Es gibt auch andere Gebiete, die relativ autonom sind (etwa viele britische Überseegebiete), aber da diese von niemandem diplomatisch anerkannt sind (und sich auch nicht für unabhängig erklärt haben), zähle ich die britischen Überseegebiete zum Vereinigten Königreich, auch wenn ich für sie eigene Listen habe ...
Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die sich beim Abzug der Spanier Marokko und Mauretanien (das ein paar Jahre später auch wieder abgezogen ist) unter den Nagel gerissen haben. Marokko hat inzwischen die ganze Westsahara annektiert und übt über den Großteil auch tatsächliche Gewalt aus, der Rest wird von der Befreiungsorganisation, der Frente Polisario, gehalten. Es gibt etliche Länder, die die Westsahara (mit der Frente Polisario als Regierung) anerkennen, also tue ich das auch.
Auch Palästina wird von etlichen Staaten diplomatisch anerkannt (die meisten anerkennen dafür Israel nicht an), deshalb tue auch ich das. Bei der Westsahara und bei Palästina ist auch eine Frage spannend, die bei vielen anderen Ländern weniger bedeutsam ist, weil das dort einigermaßen klar ist: Was zählt denn dazu? Zählt Ost-Jerusalem zu Palästina, weil es von Palästina beansprucht wird, weil es vor 1967 jordanisch war? Oder zählt es zu Israel, weil die Israelis es annektiert haben und besetzen? Genügt es, um die Westsahara besucht zu haben, im ziemlich sicheren und ziemlich leicht erreichbaren Gebiet gewesen zu sein, das von Marokko kontrolliert wird? Oder muss ich in den Zeltlagern der Frente Polisario gewesen sein? Kurzum: Muss ich nur im beanspruchten oder auch im tatsächlich kontrollierten Gebiet gewesen sein? Ich persönlich neige bei der Westsahara und bei Palästina zur ersteren Aussage, dass ich nur im von den Regierungen beanspruchten Gebiet gewesen sein muss. In keinem Fall zähle ich Ost-Jerusalem zu Israel oder die Westsahara zu Marokko, also muss das Gebiet irgendwo dazugehören, und daher zählt es für mich zu Palästina bzw. zur Westsahara.
Die Frage stellt sich nicht in den fünf Weltgegenden, in denen eine Macht das von ihr beanspruchte Gebiet auch (mehr oder weniger vollständig) kontrolliert. Da ich immer irgendwo sein muss, aber auch gleichzeitig nur in einem Land sein kann, bin im Kosovo und nicht in Serbien, wenn ich in Prishtina bin (von Deutschland und vielen anderen Staaten anerkannt), bin ich in Abchasien oder in Südossetien (jeweils von Russland, Nicaragua, Venezuela und, wieder mal, Nauru anerkannt) und nicht in Georgien, wenn ich in Suchumi oder Zchinwali im Café sitze, bin ich im von der Türkei anerkannten Nordzypern und nicht in der Republik Zypern (Südzypern), wenn ich in Famagusta am Strand liege, und bin ich in Taiwan (in der Republik China, die von etwa 20 Staaten anerkannt wird) und nicht in der Volksrepublik China, wenn ich mir in Taipeh einen Wolkenkratzer angucke. Natürlich bin ich aber, auch wenn die Republik China das behauptet, ebensowenig in derselben, wenn ich in Peking oder Shanghai eine gefälschte Uhr kaufe.
Also: Es gibt keine genaue Regel, wo ich gewesen sein muss, um in einem Land gewesen zu sein, ich verlasse mich hier auf den gesunden Menschenverstand, aber in der Regel wird in Streitfragen ein umstrittenes Land in den Grenzen betrachtet, in denen es anerkannt ist.
So, jetzt sind wir bei 202 Ländern, es fehlen noch vier. Zwei davon sind einfach, weil sie die obige Argumentation nur noch ein zweites oder drittes Mal durchlaufen. Also: Abchasien wird von mir als Land anerkannt, weil es von mindestens einem (in diesem Fall vier) UNO-Mitgliedstaaten anerkannt wird (1. Schritt). Der 2. Schritt lautet nun: Transnistrien wird als Land anerkannt, weil es von Abchasien anerkannt wird. Und der 3. Schritt ist, dass Bergkarabach als Land anerkannt wird, weil es, ja, richtig, von Transnistrien anerkannt wird.
Aber langsam: Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Nachfolgestaaten der Sowjetunion reich an spannenden völkerrechtlichen Fragen sind, und Transnistrien und Bergkarabach gehören dazu. Transnistrien ist ein kleiner Streifen moldawischen Gebiets östlich des Dnjesters (deswegen Trans-Nistrien), das sich Anfang der 1990er-Jahre von Moldawien losgesagt hat und nun zwischen Moldawien und der Ukraine eingequetscht ist. Abchasien und Südossetien anerkennen Transnistrien als unabhängig, also, taaraa, folge ich auch diesem Votum.
Die Umdrehung geht mit Bergkarabach weiter, das von Transnistrien, das von Abchasien, das von Russland anerkannt wird. Es war, auch Anfang der 1990er-Jahre, Gegenstand eines Krieges und ist auch heute noch Gegenstand eines tiefen Hasses zwischen Aserbaidschan (zu dem es nach Ansicht aller UNO-Mitgliedstaaten gehört) und Armenien (das es besetzt hält). Die meisten Einwohner Bergkarabachs bei Kriegsausbruch und praktisch alle heutigen waren und sind ethnische Armenier, die nicht unter aserbaidschanischer Herrschaft leben wollten. Auch heute wird jedem, der ein bergkarabachisches Visum im Pass hat, die Einreise nach Aserbaidschan verwehrt (wenn man nicht festgenommen wird), und erst vor ein paar Wochen fragte mich ein armenischer Student, was ich denn bitteschön in Aserbaidschan gemacht habe, als ich nichtsahnend von unserer Fußballtour erzählte.
So, mit Transnistrien (in das meine Ma und ich ja im Dezember wollen) und Bergkarabach sind wir bei 204 Ländern.
Nummer 205 kommt dank meiner Auffangregel durch: Jedes Land, das unabhängig sein will und auch tatsächliche Kontrolle über sein Hoheitsgebiet hat, mit Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsgewalt, jedes Land, das die Montevideo-Konvention erfüllt, wird von mir als unabhängig anerkannt. Im Moment betrifft das nur Somaliland, den einzigen stabilen Teil von Somalia, in dem es etwas wie eine (im Übrigen gar nicht einmal so undemokratische) Regierung gibt. Diese ganzen Mikrostaaten wie Sealand und weiß der Teufel betrachte ich nicht als Staaten: Fünf Mann sind kein Staatsvolk und eine Bohrinsel ist kein Staatsgebiet. Basta ...
So, jetzt haben wir fast alle Gebiete der Erde abgehakt. Abhängige Gebiete gehören grundsätzlich zur verwaltenden Macht (Puerto Rico zu den USA, die Falklands zum Vereinigten Königreich, die Kerguelen zu Frankreich, die Weihnachtsinseln zu Australien und so weiter), nur ein Gebiet gibt es noch, wo das so eine Sache ist mit der verwaltenden Macht, nämlich das Gebiet, für das es nach einem völkerrechtlichen Vertrag keine verwaltende Macht gibt, und das ist die Antarktis, und hier, genauer, der Kontinent Antarktika. Obwohl einige Staaten (etwa Argentinien, Australien und Frankreich) Ansprüche haben, sind diese durch den Antarktis-Vertrag eingefroren, und auf einen Teil der Antarktis gibt es überhaupt keine Ansprüche. Daher zähle ich ganz Antarktika, auch die Gebiete, die formal anderen Staaten einverleibt sind, als ein einzelnes weiteres Land dieser Erde.
Und damit sind wir bei 206 Ländern dieser Welt.
What's next? Nun, auf meinem Radar sind zur Zeit vor allem der Südsudan, in dem Anfang 2011 ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfindet, Neukaledonien, ein Überseegebiet Frankreichs, in dem ab 2014 eine solche Volksabstimmung stattfinden kann, und Bougainville, ein Gebiet, das heute zu Papua-Neuguinea gehört, wo auch um diesen Dreh herum abgestimmt werden dürfte. Ich bin sehr gespannt, was passiert, bis ich in die Nähe der Vollständigkeit komme ...
Die niedrigste Zahl, die man sinnvollerweise als Länderzahl einordnen kann, liegt bei 193, die höchste bei 230, 250? Wie das?
Nun, meine Schulkameradin lag mit ihren 192 nicht nur nicht so ganz falsch, sondern sogar ziemlich richtig: Es gibt nämlich genau 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Dazu zählen die Vereinigten Staaten natürlich genauso wie Deutschland oder Afghanistan, aber auch so schöne Länder wie São Tomé und Príncipe (im Atlantik vor Westafrika), Antigua und Barbuda (ein Land, in der Karibik) oder mein persönlicher Favorit, Nauru, im Pazifik (war übrigens mal deutsche Kolonie und ist die kleinste Republik der Welt). So, das war der einfache Teil. Auch wenn diese Staaten sich nicht alle untereinander anerkennen (Südkorea erkennt Nordkorea nicht an und umgekehrt, manche arabischen Staaten anerkennen Israel nicht, und die Türkei betrachtet die Republik Zypern nicht als souveränen Staat), besteht doch Konsens, dass alle diese 192 Staaten unabhängige Länder sind.
Die restlichen 14 Länder, die ich als solche zähle, sind wesentlich schwieriger, und fast jedes ist irgendwie ein Einzelfall.
Man kann aber zehn davon einigermaßen zusammenfassen, und zwar als Länder, die von mindestens einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen diplomatisch anerkannt werden.
In diese Kategorie gehört der Vatikanstaat, das kleinste Land der Welt, der Papst ist sein Staatsoberhaupt. Der Vatikanstaat selbst hat keinerlei (!) diplomatische Beziehungen, für ihn übernimmt das der Heiliger Stuhl (vulgo: der Papst), der ein eigenständiges und vom Vatikanstaat verschiedenes (!) Völkerrechtssubjekt ist. Deshalb meine Ausdrucksweise "diplomatisch anerkannt", nicht "diplomatische Beziehungen haben", denn der Heilige Stuhl ist kein Staat, die Vatikanstadt hat keine diplomatischen Beziehungen ... Alles klar?
Ebenfalls Sonderfälle sind die Cookinseln und Niue. Diese beiden Gebiete stehen in freier Assoziierung mit Neuseeland. Was heißt das? Die Bürger dieser beiden Länder sind neuseeländische Staatsbürger, Neuseeland ist für die äußere Sicherheit verantwortlich. Andererseits haben die Cookinseln mit vielen Staaten (unter anderem mit Deutschland und auch mit Neuseeland) diplomatische Beziehungen, Niue hat diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China. Beide werden also von UNO-Mitgliedstaaten anerkannt und gelten damit nach meiner Liste als unabhängige Staaten. Neuseeland hat übrigens sogar ein eigenes Gesetz, das bestimmt, dass die Diplomaten der Cookinseln in Neuseeland diplomatische Immunität genießen, obwohl sie ja neuseeländische Staatsbürger sind. Es gibt auch andere Gebiete, die relativ autonom sind (etwa viele britische Überseegebiete), aber da diese von niemandem diplomatisch anerkannt sind (und sich auch nicht für unabhängig erklärt haben), zähle ich die britischen Überseegebiete zum Vereinigten Königreich, auch wenn ich für sie eigene Listen habe ...
Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die sich beim Abzug der Spanier Marokko und Mauretanien (das ein paar Jahre später auch wieder abgezogen ist) unter den Nagel gerissen haben. Marokko hat inzwischen die ganze Westsahara annektiert und übt über den Großteil auch tatsächliche Gewalt aus, der Rest wird von der Befreiungsorganisation, der Frente Polisario, gehalten. Es gibt etliche Länder, die die Westsahara (mit der Frente Polisario als Regierung) anerkennen, also tue ich das auch.
Auch Palästina wird von etlichen Staaten diplomatisch anerkannt (die meisten anerkennen dafür Israel nicht an), deshalb tue auch ich das. Bei der Westsahara und bei Palästina ist auch eine Frage spannend, die bei vielen anderen Ländern weniger bedeutsam ist, weil das dort einigermaßen klar ist: Was zählt denn dazu? Zählt Ost-Jerusalem zu Palästina, weil es von Palästina beansprucht wird, weil es vor 1967 jordanisch war? Oder zählt es zu Israel, weil die Israelis es annektiert haben und besetzen? Genügt es, um die Westsahara besucht zu haben, im ziemlich sicheren und ziemlich leicht erreichbaren Gebiet gewesen zu sein, das von Marokko kontrolliert wird? Oder muss ich in den Zeltlagern der Frente Polisario gewesen sein? Kurzum: Muss ich nur im beanspruchten oder auch im tatsächlich kontrollierten Gebiet gewesen sein? Ich persönlich neige bei der Westsahara und bei Palästina zur ersteren Aussage, dass ich nur im von den Regierungen beanspruchten Gebiet gewesen sein muss. In keinem Fall zähle ich Ost-Jerusalem zu Israel oder die Westsahara zu Marokko, also muss das Gebiet irgendwo dazugehören, und daher zählt es für mich zu Palästina bzw. zur Westsahara.
Die Frage stellt sich nicht in den fünf Weltgegenden, in denen eine Macht das von ihr beanspruchte Gebiet auch (mehr oder weniger vollständig) kontrolliert. Da ich immer irgendwo sein muss, aber auch gleichzeitig nur in einem Land sein kann, bin im Kosovo und nicht in Serbien, wenn ich in Prishtina bin (von Deutschland und vielen anderen Staaten anerkannt), bin ich in Abchasien oder in Südossetien (jeweils von Russland, Nicaragua, Venezuela und, wieder mal, Nauru anerkannt) und nicht in Georgien, wenn ich in Suchumi oder Zchinwali im Café sitze, bin ich im von der Türkei anerkannten Nordzypern und nicht in der Republik Zypern (Südzypern), wenn ich in Famagusta am Strand liege, und bin ich in Taiwan (in der Republik China, die von etwa 20 Staaten anerkannt wird) und nicht in der Volksrepublik China, wenn ich mir in Taipeh einen Wolkenkratzer angucke. Natürlich bin ich aber, auch wenn die Republik China das behauptet, ebensowenig in derselben, wenn ich in Peking oder Shanghai eine gefälschte Uhr kaufe.
Also: Es gibt keine genaue Regel, wo ich gewesen sein muss, um in einem Land gewesen zu sein, ich verlasse mich hier auf den gesunden Menschenverstand, aber in der Regel wird in Streitfragen ein umstrittenes Land in den Grenzen betrachtet, in denen es anerkannt ist.
So, jetzt sind wir bei 202 Ländern, es fehlen noch vier. Zwei davon sind einfach, weil sie die obige Argumentation nur noch ein zweites oder drittes Mal durchlaufen. Also: Abchasien wird von mir als Land anerkannt, weil es von mindestens einem (in diesem Fall vier) UNO-Mitgliedstaaten anerkannt wird (1. Schritt). Der 2. Schritt lautet nun: Transnistrien wird als Land anerkannt, weil es von Abchasien anerkannt wird. Und der 3. Schritt ist, dass Bergkarabach als Land anerkannt wird, weil es, ja, richtig, von Transnistrien anerkannt wird.
Aber langsam: Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Nachfolgestaaten der Sowjetunion reich an spannenden völkerrechtlichen Fragen sind, und Transnistrien und Bergkarabach gehören dazu. Transnistrien ist ein kleiner Streifen moldawischen Gebiets östlich des Dnjesters (deswegen Trans-Nistrien), das sich Anfang der 1990er-Jahre von Moldawien losgesagt hat und nun zwischen Moldawien und der Ukraine eingequetscht ist. Abchasien und Südossetien anerkennen Transnistrien als unabhängig, also, taaraa, folge ich auch diesem Votum.
Die Umdrehung geht mit Bergkarabach weiter, das von Transnistrien, das von Abchasien, das von Russland anerkannt wird. Es war, auch Anfang der 1990er-Jahre, Gegenstand eines Krieges und ist auch heute noch Gegenstand eines tiefen Hasses zwischen Aserbaidschan (zu dem es nach Ansicht aller UNO-Mitgliedstaaten gehört) und Armenien (das es besetzt hält). Die meisten Einwohner Bergkarabachs bei Kriegsausbruch und praktisch alle heutigen waren und sind ethnische Armenier, die nicht unter aserbaidschanischer Herrschaft leben wollten. Auch heute wird jedem, der ein bergkarabachisches Visum im Pass hat, die Einreise nach Aserbaidschan verwehrt (wenn man nicht festgenommen wird), und erst vor ein paar Wochen fragte mich ein armenischer Student, was ich denn bitteschön in Aserbaidschan gemacht habe, als ich nichtsahnend von unserer Fußballtour erzählte.
So, mit Transnistrien (in das meine Ma und ich ja im Dezember wollen) und Bergkarabach sind wir bei 204 Ländern.
Nummer 205 kommt dank meiner Auffangregel durch: Jedes Land, das unabhängig sein will und auch tatsächliche Kontrolle über sein Hoheitsgebiet hat, mit Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsgewalt, jedes Land, das die Montevideo-Konvention erfüllt, wird von mir als unabhängig anerkannt. Im Moment betrifft das nur Somaliland, den einzigen stabilen Teil von Somalia, in dem es etwas wie eine (im Übrigen gar nicht einmal so undemokratische) Regierung gibt. Diese ganzen Mikrostaaten wie Sealand und weiß der Teufel betrachte ich nicht als Staaten: Fünf Mann sind kein Staatsvolk und eine Bohrinsel ist kein Staatsgebiet. Basta ...
So, jetzt haben wir fast alle Gebiete der Erde abgehakt. Abhängige Gebiete gehören grundsätzlich zur verwaltenden Macht (Puerto Rico zu den USA, die Falklands zum Vereinigten Königreich, die Kerguelen zu Frankreich, die Weihnachtsinseln zu Australien und so weiter), nur ein Gebiet gibt es noch, wo das so eine Sache ist mit der verwaltenden Macht, nämlich das Gebiet, für das es nach einem völkerrechtlichen Vertrag keine verwaltende Macht gibt, und das ist die Antarktis, und hier, genauer, der Kontinent Antarktika. Obwohl einige Staaten (etwa Argentinien, Australien und Frankreich) Ansprüche haben, sind diese durch den Antarktis-Vertrag eingefroren, und auf einen Teil der Antarktis gibt es überhaupt keine Ansprüche. Daher zähle ich ganz Antarktika, auch die Gebiete, die formal anderen Staaten einverleibt sind, als ein einzelnes weiteres Land dieser Erde.
Und damit sind wir bei 206 Ländern dieser Welt.
What's next? Nun, auf meinem Radar sind zur Zeit vor allem der Südsudan, in dem Anfang 2011 ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfindet, Neukaledonien, ein Überseegebiet Frankreichs, in dem ab 2014 eine solche Volksabstimmung stattfinden kann, und Bougainville, ein Gebiet, das heute zu Papua-Neuguinea gehört, wo auch um diesen Dreh herum abgestimmt werden dürfte. Ich bin sehr gespannt, was passiert, bis ich in die Nähe der Vollständigkeit komme ...
Montag, 19. Juli 2010
Der Tod eines Schulkameraden
Ich war am Samstag auf der Abschiedsfeier eines Schulkameraden, der beim Klettern in den Schweizer Bergen abgestürzt und ums Leben gekommen war. Bei der sehr würdigen Feier wurde häufiger erwähnt, dass dieser Schulkamerad stets aus dem Vollen geschöpft hatte und trotz der Kürze ein Leben reich an Erfahrungen gehabt habe. Danach sprach ich mit zwei Schulkameradinnen, die jede freie Minute ihres Arbeitslebens auf Reisen sind.
Beide Begebenheiten haben dafür gesorgt, dass ich gestern nun endlich den Flug nach Chile zum Besuch einer Studienkollegin gebucht habe. Ich werde am 30. September in München abfliegen, am gleichen Tag in Atlanta ankommen und abends nach Santiago de Chile weiterreisen, wo ich am 1. Oktober ankommen werde. Am 14. Oktober fliege ich zurück, bin am 15. Oktober früh morgens in Atlanta (wo ich zehn Stunden Aufenthalt habe und mir hoffentlich die Stadt noch ein bisschen angucken kann). Am Abend des 15. Oktober geht es dann weiter nach München; dort werde ich am 16. Oktober landen.
Ich habe auch mal geschaut, wo man so überall hinkommt; die Inlandsflüge in Chile sind nicht so furchtbar teuer (70 US-Dollar für einen Flug nach Arica im äußersten Norden Chiles, an der Grenze zu Peru und unweit der Grenze zu Bolivien).
Jedenfalls wird Südamerika, wenn das alles klappt, mein fünfter Kontinent werden. Olé.
Achso: Meine Mutter und ich haben jetzt für den 28. Dezember bis 1. Januar ein Zimmer in St. Petersburg gebucht. Wird sicher auch schön; das Visum wird beantragt, sobald ich aus Südamerika zurück bin.
Beide Begebenheiten haben dafür gesorgt, dass ich gestern nun endlich den Flug nach Chile zum Besuch einer Studienkollegin gebucht habe. Ich werde am 30. September in München abfliegen, am gleichen Tag in Atlanta ankommen und abends nach Santiago de Chile weiterreisen, wo ich am 1. Oktober ankommen werde. Am 14. Oktober fliege ich zurück, bin am 15. Oktober früh morgens in Atlanta (wo ich zehn Stunden Aufenthalt habe und mir hoffentlich die Stadt noch ein bisschen angucken kann). Am Abend des 15. Oktober geht es dann weiter nach München; dort werde ich am 16. Oktober landen.
Ich habe auch mal geschaut, wo man so überall hinkommt; die Inlandsflüge in Chile sind nicht so furchtbar teuer (70 US-Dollar für einen Flug nach Arica im äußersten Norden Chiles, an der Grenze zu Peru und unweit der Grenze zu Bolivien).
Jedenfalls wird Südamerika, wenn das alles klappt, mein fünfter Kontinent werden. Olé.
Achso: Meine Mutter und ich haben jetzt für den 28. Dezember bis 1. Januar ein Zimmer in St. Petersburg gebucht. Wird sicher auch schön; das Visum wird beantragt, sobald ich aus Südamerika zurück bin.
Donnerstag, 15. Juli 2010
Kurztrip nach Luxemburg
Gestern war ich mit meiner Mutter am Grab meiner Großeltern in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Rückweg wollten wir in Belgien einkehren, entlang einer Straße, die wir vor zwölf Jahren einmal gefahren waren. Leider fanden wir sie nicht (irgendwann wird es noch mal was!) ... Auf dem Weg nach Luxemburg (wir waren und sind sicher, dass es in Belgien war) kamen wir in ein Unwetter, sodass wir nur kurz über die Grenze fuhren, tankten (30 Cent Ersparnis - pro Liter!) und über Belgien, Rheinland-Pfalz, das Saarland, das Elsass und Südbaden wieder zurück nach Hause in den Schwarzwald düsten. Mein Luxemburg-Aufenthalt dauerte dieses Mal höchstens zehn Minuten und ich war vielleicht 40 Meter weit in luxemburgischem Territorium. So kurz war ich noch nie in einem Land ...
Mittwoch, 30. Juni 2010
Fotos


Hier noch ein paar Fotos unserer Reise, die ich jetzt endlich auf den anderen Rechner gekriegt habe: Das erste Bild ist einer der ersten Eindrücke in Südafrika, einer der vielen "Steinberge" im Nordosten dieses Landes. Über das zweite Bild bin ich sehr glücklich, weil es gut die fantastische Landschaft, aber auch die sehr stimmungsvolle Atmosphäre des Morgens des 13. Juni auf dem Weg von Clarens nach Lesotho eingefangen hat. Das dritte Bild ist im Golden Gate Highlands National Park, einem sehr, sehr schönen Nationalpark, wieder in Südafrika. Das vierte Bild zeigt das schöne Hotel in Mbabane in Swasiland. In dem Pool war ich aber nicht schwimmen, denn da oben war es einigermaßen kalt ... Die Bilder fünf und sechs habe ich im Kruger-Nationalpark geschossen, es zeigt ein paar Impalas sowie Elefanten, ganz in der Nähe der Straße - einfach schön! Das siebte Bild, die Robert Mugabe Road in Harare, spricht für sich. Das achte Bild ist ein rudimentärer Screenshot (im wahrsten Sinne des Wortes) vom simbabwischen Fernsehen auf dem Flughafen von Harare vor dem Spiel Deutschland gegen Serbien: Das Deutschlandtrikot ist von irgendwann aus den 90er-Jahren, wenn ich mich nicht ganz täusche. Und schließlich, Bild neun, passend zu Shakira ("This is Africa."), ein Gerüst in Addis Abeba.




Sonntag, 20. Juni 2010
Gute Heimkehr
Nach gutem Frühstück in Addis Abeba und einer kurzen Transferfahrt durch die Stadt waren wir wieder am Flughafen. Die Eindrücke von Addis Abeba sind nun nicht wirklich so begeisternd gewesen, das war schon ziemlich viel einigermaßen verbesserungsfähig ... Dafür war das Hotel echt in Ordnung. Aber der Hotelchefin war es durchaus recht, dass wir in Euro bar gezahlt haben und nicht mit Kreditkarte.
Die Ausreise ging gut, nur die Sicherheitskontrolleure sind ein wenig komisch. Bin ich denn in Amerika? Überall Schuhe ausziehen, aber der Rechner ist ohne Probleme im Handgepäck durchgelaufen. Hä? Zumal die äthiopischen Kontrolleure deutlich unfreundlicher waren als die simbabwischen, mit dem man sogar über das Schuhe-Ausziehen scherzen konnte ...
Der Flug war angenehm, bis auf einen besoffenen Fotografen vor uns, und wir erreichten sogar den Zug, der pünktlich (!) abfuhr. Danach waren wir noch zum Abendessen in der Wagnergasse, ehe wir rechtschaffen müde ins Bett fielen. Bin wieder daheim.
Ein Fazit folgt in ein paar Tagen, vielleicht auch schon heute. Eine gute Ausbeute gab es in puncto Reisepass, nämlich zwei Visa und 16 Stempel.
Die Ausreise ging gut, nur die Sicherheitskontrolleure sind ein wenig komisch. Bin ich denn in Amerika? Überall Schuhe ausziehen, aber der Rechner ist ohne Probleme im Handgepäck durchgelaufen. Hä? Zumal die äthiopischen Kontrolleure deutlich unfreundlicher waren als die simbabwischen, mit dem man sogar über das Schuhe-Ausziehen scherzen konnte ...
Der Flug war angenehm, bis auf einen besoffenen Fotografen vor uns, und wir erreichten sogar den Zug, der pünktlich (!) abfuhr. Danach waren wir noch zum Abendessen in der Wagnergasse, ehe wir rechtschaffen müde ins Bett fielen. Bin wieder daheim.
Ein Fazit folgt in ein paar Tagen, vielleicht auch schon heute. Eine gute Ausbeute gab es in puncto Reisepass, nämlich zwei Visa und 16 Stempel.
Freitag, 18. Juni 2010
Da ist man einmal nicht bei einem WM-Spiel ...
... und schon verliert Deutschland! Schade!
Nach einem guten Frühstück in Pretoria ging es mit dem Auto über uns schon bekannte Straßen zurück nach Johannesburg, wo wir gegen 10.45 Uhr unser Auto abgaben. Die Avis-Tante wollte noch irgendeinen Betrag von uns, aber nach meinem Verweis auf die Buchung in Deutschland und dass wir komplett versichert seien, war auf einmal alles okay.
Wir gaben unser Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und ließen uns mit dem Taxi ins Apartheid-Museum fahren. Dieses zählt in der Tat zu den besten Museen, die ich je gesehen habe. Ich muss auch gestehen, dass ich über die Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid (sicherheitshalber mal verlinkt ...) nicht allzuviel gewusst habe. Ausgerechnet am Donnerstag, am 16. Juni, war auch noch der Jahrestag des Aufstandes von Soweto gegen Afrikaans als Schul-Pflichtsprache, der das Südafrika der Apartheid nach übereinstimmenden Aussagen von Museum und Reiseführer für immer verändert hatte. Zudem befand sich eine Sonderausstellung über das Leben Nelson Mandelas im Museum, das das ohnehin schon sehr interessante Museum noch sehr interessanter machte. Danach ließen wir uns wieder in die Stadt kutschieren und aßen in einem portugiesischen Pub recht gut zu Mittag. Danach machten wir uns zu Fuß (in Jo'burg!) auf den kurzen Weg zurück zum Bahnhof. Irgendwie verliefen wir uns, und als ich den Reiseführer bemühte, liefen schon zwei Südafrikaner auf uns zu und fragten fast panisch, ob wir uns verlaufen hätten. Sie führten uns dann zum Busbahnhof und wurden ob ihrer lebensrettenden Aktion von uns zum Bier eingeladen. (Merkt man die Ironie? Ich meine, ja, Johannesburg ist nicht gerade das Paradies auf Erden, aber es war hellichter Tag und ich bin nun auch nicht gerade ein Hänfling ... Ich bin schon nachts [!] durch Chicago [!] gelaufen und mir ist nichts passiert.) Jedenfalls saßen wir dann mit den beiden in einem Lokal am Busbahnhof und beobachteten, wie sich die Spanier gegen die Schweiz abmühten (Glückwunsch, Lölis!). Als die beiden dann wegwaren, holten wir unser Gepäck und guckten außerhalb des Lokals noch den Rest des Spiels. Zu uns gesellte sich ein besoffener südafrikanischer Brasilien-Fan und ein schwuler südafrikanischer Ghana-Fan (oder schwuler Ghanaer?), der von uns - ja, seine Mutter lebt in Hamburg - wieder die obligatorische Einladung zwecks Visumbeschaffung wollte. Die Einladung bekam er nicht, dafür ein Bier spendiert, wofür Stephen uns dann noch runter zum Check-in für den Bus zurück nach Harare brachte.
Der Bus fuhr pünktlich 20.00 Uhr in Johannesburg ab, und die Fahrt war im Wesentlichen ereignislos. Der Grenzübertritt raus aus Süafrika war völlig problemlos, der nach Simbabwe wieder hinein war wesentlich komplizierter und ein Beispiel für afrikanische Bürokratie: Während ich meinen Pass einfach abgestempelt bekam (wir hatten ja noch das simbabwische Doppel-Einreisevisum, das für die zweite Einreise noch gut war), hätte meine Mutter am anderen Schalter wieder einen Einreisezettel ausfüllen müssen. Da sie aber zu mir rüberkam, stempelte der freundliche Grenzer meiner Mutter auch ohne Einreisekarte den Einreisestempel in den Pass und verwies uns an den Zoll.
Dort hätten wir wahrscheinlich eine Zollerklärung ausfüllen müssen, begaben uns aber schnurstracks zurück zum Bus, wo wir unser Gepäck ausladen mussten, ehe eine Zöllnerin uns mehr pro forma fragte: "Only personal clothes?", was wir bejahten. Danach durfte unser Gepäck wieder eingeladen werden, die blauen Zollerklärungen wurden vom Fahrer eingesammelt; als ich ihm sagte, ich hätte keine bekommen, war das aber "fine". Wir stiegen wieder - es war ziemlich kühl - in den Bus, bis der Busfahrer uns rausscheuchte und meinte, wir sollten eine Schlange bilden, damit die Grenzer gucken könnten, ob wir den Einreisestempel im Pass hätten. Wir bildeten die Schlange, es kam aber kein Grenzer. Nach zwanzig Minuten stiegen wir wieder ein, ein Grenzer ward nicht mehr gesehen, dafür gab der Busfahrer uns wieder die Zollerklärungen, damit wir unsere eigenen wieder heraussuchen sollten. Wir hatten ja keine abgegeben, also konnten wir keine heraussuchen, was ein Mitreisender wiederum "fine" fand. Wir standen noch etwa eine Stunde, bis eine Frau aus unserem Bus reinkam, sich entschuldigte und der Bus weiterfuhr - die Zollerklärungen hatte kein Zöllner sehen wollen ... Argh.
Die Landschaft Simbabwes ist anders als Südafrika, aber nicht weniger reizvoll. Es gibt zum Beispiel viele recht bizarre Steinformationen. Alles ist ein wenig ärmlicher als Südafrika, aber im Vergleich zu Indien oder Pakistan immer noch unheimlich sauber und relativ gepflegt.
Mit zweieinhalbstündiger Verspätung kamen wir nach einer Gesamtfahrtzeit von 19 Stunden in Harare an und wurden gleich von Taxifahren bestürmt, die für die Fahrt zum 500 Meter entfernten Holiday Inn 15 US-Dollar haben wollten. Ich konnte sie mit einigen Mühen auf fünf herunterhandeln, was der Portier im Holiday Inn immer noch lachhaft fand, aber gut, als Ausländer zahlt man halt ein wenig mehr ... Das Holiday Inn ist immer noch gut, auch wenn man ihm ansieht, dass es bessere Zeiten hatte, aber unser Zimmer war top. Wir setzten uns aber zügig hinunter ins Restaurant, da wir richtig Hunger hatten, und aßen Quesadillas, Calamari und jeweils einen 280-Gramm-Burger. Dazu gab es Castle-Bier. Das Ende des Griechenland-Nigeria-Spiels verfolgten wir in der Bar mit Zambezi-Dosenbier.
Danach ging es ins Zimmer und schnell ins Bett, weil wir hundekaputt waren.
Der Morgen brachte gleich ein wenig Aufregung, weil in der Rezeption ein Fehler passiert war und ich nur als Einzelperson anstatt als Zweierbelegung eingecheckt hatte/war. Nach etlichem Hin und Her musste ich einen Beleg für 20 US-Dollar unterschreiben, der mir beim Check-Out wieder gutgeschrieben wurde. Hatte ich schon von simbabwischer Bürokratie gesprochen? Nichtsdestotrotz waren alle im Holiday Inn um unser Wohlergehen bemüht, was sehr angenehm war.
Die Taxifahrt zum Flughafen war diesmal billiger (20 Dollar), wir mussten bis zum Check-in einige Zeit überbrücken, was aber mit Colatrinken und Handarbeit-Gucken (und -Kaufen) gelang. Check-in, Ausreisekontrolle und Sicherheitskontrolle waren problemlos, auch wenn ich das erste Mal seit der Ausreise aus den USA im Februar 2009 die Schuhe ausziehen musste. Wir verfolgten den Anfang des Deutschland-Serbien-Spiels, ehe es ins Flugzeug ging. Nach Zwischenlandung in Lusaka in Sambia kamen wir kaum verspätet in Addis Abeba an. Die Abholung funktioniert einwandfrei, das Zimmer ist chic (mit beweglichem Duschkopf - herrlich!), aber morgen geht es dann endgültig wieder gen Heimat.
Wieder einmal sind meine Vorstellungen und Vorurteile über den Haufen geworfen worden: Das südliche Afrika, vor allem Südafrika und Swasiland, aber durchaus auch Lesotho und Simbabwe, ist wunderbar zu bereisen mit größtenteils guten bis sehr guten Straßen, überaus freundlichen Menschen und grandiosen Landschaften. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bald wiederkommen wollen?
Nach einem guten Frühstück in Pretoria ging es mit dem Auto über uns schon bekannte Straßen zurück nach Johannesburg, wo wir gegen 10.45 Uhr unser Auto abgaben. Die Avis-Tante wollte noch irgendeinen Betrag von uns, aber nach meinem Verweis auf die Buchung in Deutschland und dass wir komplett versichert seien, war auf einmal alles okay.
Wir gaben unser Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und ließen uns mit dem Taxi ins Apartheid-Museum fahren. Dieses zählt in der Tat zu den besten Museen, die ich je gesehen habe. Ich muss auch gestehen, dass ich über die Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid (sicherheitshalber mal verlinkt ...) nicht allzuviel gewusst habe. Ausgerechnet am Donnerstag, am 16. Juni, war auch noch der Jahrestag des Aufstandes von Soweto gegen Afrikaans als Schul-Pflichtsprache, der das Südafrika der Apartheid nach übereinstimmenden Aussagen von Museum und Reiseführer für immer verändert hatte. Zudem befand sich eine Sonderausstellung über das Leben Nelson Mandelas im Museum, das das ohnehin schon sehr interessante Museum noch sehr interessanter machte. Danach ließen wir uns wieder in die Stadt kutschieren und aßen in einem portugiesischen Pub recht gut zu Mittag. Danach machten wir uns zu Fuß (in Jo'burg!) auf den kurzen Weg zurück zum Bahnhof. Irgendwie verliefen wir uns, und als ich den Reiseführer bemühte, liefen schon zwei Südafrikaner auf uns zu und fragten fast panisch, ob wir uns verlaufen hätten. Sie führten uns dann zum Busbahnhof und wurden ob ihrer lebensrettenden Aktion von uns zum Bier eingeladen. (Merkt man die Ironie? Ich meine, ja, Johannesburg ist nicht gerade das Paradies auf Erden, aber es war hellichter Tag und ich bin nun auch nicht gerade ein Hänfling ... Ich bin schon nachts [!] durch Chicago [!] gelaufen und mir ist nichts passiert.) Jedenfalls saßen wir dann mit den beiden in einem Lokal am Busbahnhof und beobachteten, wie sich die Spanier gegen die Schweiz abmühten (Glückwunsch, Lölis!). Als die beiden dann wegwaren, holten wir unser Gepäck und guckten außerhalb des Lokals noch den Rest des Spiels. Zu uns gesellte sich ein besoffener südafrikanischer Brasilien-Fan und ein schwuler südafrikanischer Ghana-Fan (oder schwuler Ghanaer?), der von uns - ja, seine Mutter lebt in Hamburg - wieder die obligatorische Einladung zwecks Visumbeschaffung wollte. Die Einladung bekam er nicht, dafür ein Bier spendiert, wofür Stephen uns dann noch runter zum Check-in für den Bus zurück nach Harare brachte.
Der Bus fuhr pünktlich 20.00 Uhr in Johannesburg ab, und die Fahrt war im Wesentlichen ereignislos. Der Grenzübertritt raus aus Süafrika war völlig problemlos, der nach Simbabwe wieder hinein war wesentlich komplizierter und ein Beispiel für afrikanische Bürokratie: Während ich meinen Pass einfach abgestempelt bekam (wir hatten ja noch das simbabwische Doppel-Einreisevisum, das für die zweite Einreise noch gut war), hätte meine Mutter am anderen Schalter wieder einen Einreisezettel ausfüllen müssen. Da sie aber zu mir rüberkam, stempelte der freundliche Grenzer meiner Mutter auch ohne Einreisekarte den Einreisestempel in den Pass und verwies uns an den Zoll.
Dort hätten wir wahrscheinlich eine Zollerklärung ausfüllen müssen, begaben uns aber schnurstracks zurück zum Bus, wo wir unser Gepäck ausladen mussten, ehe eine Zöllnerin uns mehr pro forma fragte: "Only personal clothes?", was wir bejahten. Danach durfte unser Gepäck wieder eingeladen werden, die blauen Zollerklärungen wurden vom Fahrer eingesammelt; als ich ihm sagte, ich hätte keine bekommen, war das aber "fine". Wir stiegen wieder - es war ziemlich kühl - in den Bus, bis der Busfahrer uns rausscheuchte und meinte, wir sollten eine Schlange bilden, damit die Grenzer gucken könnten, ob wir den Einreisestempel im Pass hätten. Wir bildeten die Schlange, es kam aber kein Grenzer. Nach zwanzig Minuten stiegen wir wieder ein, ein Grenzer ward nicht mehr gesehen, dafür gab der Busfahrer uns wieder die Zollerklärungen, damit wir unsere eigenen wieder heraussuchen sollten. Wir hatten ja keine abgegeben, also konnten wir keine heraussuchen, was ein Mitreisender wiederum "fine" fand. Wir standen noch etwa eine Stunde, bis eine Frau aus unserem Bus reinkam, sich entschuldigte und der Bus weiterfuhr - die Zollerklärungen hatte kein Zöllner sehen wollen ... Argh.
Die Landschaft Simbabwes ist anders als Südafrika, aber nicht weniger reizvoll. Es gibt zum Beispiel viele recht bizarre Steinformationen. Alles ist ein wenig ärmlicher als Südafrika, aber im Vergleich zu Indien oder Pakistan immer noch unheimlich sauber und relativ gepflegt.
Mit zweieinhalbstündiger Verspätung kamen wir nach einer Gesamtfahrtzeit von 19 Stunden in Harare an und wurden gleich von Taxifahren bestürmt, die für die Fahrt zum 500 Meter entfernten Holiday Inn 15 US-Dollar haben wollten. Ich konnte sie mit einigen Mühen auf fünf herunterhandeln, was der Portier im Holiday Inn immer noch lachhaft fand, aber gut, als Ausländer zahlt man halt ein wenig mehr ... Das Holiday Inn ist immer noch gut, auch wenn man ihm ansieht, dass es bessere Zeiten hatte, aber unser Zimmer war top. Wir setzten uns aber zügig hinunter ins Restaurant, da wir richtig Hunger hatten, und aßen Quesadillas, Calamari und jeweils einen 280-Gramm-Burger. Dazu gab es Castle-Bier. Das Ende des Griechenland-Nigeria-Spiels verfolgten wir in der Bar mit Zambezi-Dosenbier.
Danach ging es ins Zimmer und schnell ins Bett, weil wir hundekaputt waren.
Der Morgen brachte gleich ein wenig Aufregung, weil in der Rezeption ein Fehler passiert war und ich nur als Einzelperson anstatt als Zweierbelegung eingecheckt hatte/war. Nach etlichem Hin und Her musste ich einen Beleg für 20 US-Dollar unterschreiben, der mir beim Check-Out wieder gutgeschrieben wurde. Hatte ich schon von simbabwischer Bürokratie gesprochen? Nichtsdestotrotz waren alle im Holiday Inn um unser Wohlergehen bemüht, was sehr angenehm war.
Die Taxifahrt zum Flughafen war diesmal billiger (20 Dollar), wir mussten bis zum Check-in einige Zeit überbrücken, was aber mit Colatrinken und Handarbeit-Gucken (und -Kaufen) gelang. Check-in, Ausreisekontrolle und Sicherheitskontrolle waren problemlos, auch wenn ich das erste Mal seit der Ausreise aus den USA im Februar 2009 die Schuhe ausziehen musste. Wir verfolgten den Anfang des Deutschland-Serbien-Spiels, ehe es ins Flugzeug ging. Nach Zwischenlandung in Lusaka in Sambia kamen wir kaum verspätet in Addis Abeba an. Die Abholung funktioniert einwandfrei, das Zimmer ist chic (mit beweglichem Duschkopf - herrlich!), aber morgen geht es dann endgültig wieder gen Heimat.
Wieder einmal sind meine Vorstellungen und Vorurteile über den Haufen geworfen worden: Das südliche Afrika, vor allem Südafrika und Swasiland, aber durchaus auch Lesotho und Simbabwe, ist wunderbar zu bereisen mit größtenteils guten bis sehr guten Straßen, überaus freundlichen Menschen und grandiosen Landschaften. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bald wiederkommen wollen?
Dienstag, 15. Juni 2010
Swasiland und Kruger-Nationalpark
Ich begrüße die aus dem StudiVZ hinzugestoßenen Gäste.
So, Abendessen gestern Abend war sehr, sehr lecker. Buffet mit allerlei Fisch und Fleisch und das zu einem Spottpreis. Überhaupt kann man in Südafrika (und Swasiland in dem Fall) für nicht arg viel Geld sehr gut essen. Danach ins Pub und meine Anfeuerung für Paraguay hat ja zumindest teilweise geholfen gegen Italien.
Heute Morgen dann durch Nordwest-Swasiland und über die Grenze (wie immer problemlos, auch wenn sie immer alles ganz genau stempeln, sehr schön, so soll es sein ...) wieder nach Südafrika. Schnurstracks in den Kruger-Nationalpark. Eintritt 160 Rand (ca. 16 Euro), die sich absolut lohnen, selbst wenn man nur - wie wir - ein paar Stunden im Park bleiben kann. Schon nach ein paar Metern begrüßten Impalas den Besucher, es ging weiter mit einem Nashorn in der Nähe eines einsamen Wasserloches. Danach kamen ein weiteres Nashorn, etliche Impalas und Gnus dazu. Auf einmal bildete sich ein Stau auf der Straße, als man zehn Meter von der Straße entfernt einen Elefanten durch die Vegetation stapfen sehen konnte. Nach einem kurzen Einkauf von Südafrika-Souvenirs ging es weiter, bis wir an einem kleinen Wasserloch drei Elefanten begutachten konnten. Den Abschluss bildeten Zebras am Straßenrand, ehe wir den Nationalpark verließen. Hammer!
Danach über einige Seitenstraßen und in Nelspruit auf die Nationalstraße, die man größtenteils mit 120 befahren konnte und sich auf dem Weg nach Pretoria zur formvollendeten Autobahn entwickelte. Das war im Dunkeln ganz praktisch, auch wenn der Verkehr außer im Umkreis der großen Städte nicht sehr stark ist.
Nach 32 Grad im Kruger-Park waren es dann unterwegs einmal laut Auto-Thermometer 0,5 Grad - auch das ist Südafrika ...
Nachdem wir gestern mit Google Maps unser Hotel in Mbabane in Swasiland nicht gefunden hatten und uns auf unsere Augen und ein Hinweisschild verlassen mussten, ging das heute in Pretoria in einem verwinkelten Wohngebiet sehr gut. Leider gibt es hier in dem Gästehaus kein Abendessen, deswegen sind wir ein paar Meter in ein Einkaufszentrum gefahren, wo noch ein Restaurant offen war und wir ein paar gute Steaks verdrücken konnten.
Haben jetzt noch Ärger mit unserem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel in Durban. Das war das einzige enttäuschende Hotel hier in Südafrika, und jetzt haben sie uns noch die Fahrt zum Stadion in Rechnung gestellt, in die sie uns gedrängt haben mit dem Hinweis, dass wir sonst nicht mehr ins Stadion kämen. Mit dem Taxi haben wir (auf dem Rückweg) weniger gezahlt als sie jetzt für die Hinfahrt (mit drei anderen Deutschen) berechnet haben. Saubande!
Morgen Abend geht es in Johannesburg in den Bus nach Harare, am Freitag dann von Harare nach Addis Abeba und von dort am Samstag zurück nach Frankfurt. Wir würden gerne noch länger bleiben ...
So, Abendessen gestern Abend war sehr, sehr lecker. Buffet mit allerlei Fisch und Fleisch und das zu einem Spottpreis. Überhaupt kann man in Südafrika (und Swasiland in dem Fall) für nicht arg viel Geld sehr gut essen. Danach ins Pub und meine Anfeuerung für Paraguay hat ja zumindest teilweise geholfen gegen Italien.
Heute Morgen dann durch Nordwest-Swasiland und über die Grenze (wie immer problemlos, auch wenn sie immer alles ganz genau stempeln, sehr schön, so soll es sein ...) wieder nach Südafrika. Schnurstracks in den Kruger-Nationalpark. Eintritt 160 Rand (ca. 16 Euro), die sich absolut lohnen, selbst wenn man nur - wie wir - ein paar Stunden im Park bleiben kann. Schon nach ein paar Metern begrüßten Impalas den Besucher, es ging weiter mit einem Nashorn in der Nähe eines einsamen Wasserloches. Danach kamen ein weiteres Nashorn, etliche Impalas und Gnus dazu. Auf einmal bildete sich ein Stau auf der Straße, als man zehn Meter von der Straße entfernt einen Elefanten durch die Vegetation stapfen sehen konnte. Nach einem kurzen Einkauf von Südafrika-Souvenirs ging es weiter, bis wir an einem kleinen Wasserloch drei Elefanten begutachten konnten. Den Abschluss bildeten Zebras am Straßenrand, ehe wir den Nationalpark verließen. Hammer!
Danach über einige Seitenstraßen und in Nelspruit auf die Nationalstraße, die man größtenteils mit 120 befahren konnte und sich auf dem Weg nach Pretoria zur formvollendeten Autobahn entwickelte. Das war im Dunkeln ganz praktisch, auch wenn der Verkehr außer im Umkreis der großen Städte nicht sehr stark ist.
Nach 32 Grad im Kruger-Park waren es dann unterwegs einmal laut Auto-Thermometer 0,5 Grad - auch das ist Südafrika ...
Nachdem wir gestern mit Google Maps unser Hotel in Mbabane in Swasiland nicht gefunden hatten und uns auf unsere Augen und ein Hinweisschild verlassen mussten, ging das heute in Pretoria in einem verwinkelten Wohngebiet sehr gut. Leider gibt es hier in dem Gästehaus kein Abendessen, deswegen sind wir ein paar Meter in ein Einkaufszentrum gefahren, wo noch ein Restaurant offen war und wir ein paar gute Steaks verdrücken konnten.
Haben jetzt noch Ärger mit unserem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel in Durban. Das war das einzige enttäuschende Hotel hier in Südafrika, und jetzt haben sie uns noch die Fahrt zum Stadion in Rechnung gestellt, in die sie uns gedrängt haben mit dem Hinweis, dass wir sonst nicht mehr ins Stadion kämen. Mit dem Taxi haben wir (auf dem Rückweg) weniger gezahlt als sie jetzt für die Hinfahrt (mit drei anderen Deutschen) berechnet haben. Saubande!
Morgen Abend geht es in Johannesburg in den Bus nach Harare, am Freitag dann von Harare nach Addis Abeba und von dort am Samstag zurück nach Frankfurt. Wir würden gerne noch länger bleiben ...
Montag, 14. Juni 2010
Toll, super, fantastisch, 4:0
Nach gutem Mittagessen mit A. in Jena fuhr uns dieser liebenswürdigerweise zum Bahnhof in Weimar, damit wir nicht noch einmal umsteigen mussten. Die erste Überraschung war, dass der Zug mit 40 Minuten Verspätung ausgewiesen wurde - daraus sollten dann 60 Minuten werden. Naja, mit Verspätungen würden wir in Afrika wohl ohnehin leben müssen, daher war das kein Problem. Als der Zug dann endlich kam, wurden wir von einem im Gang Stehenden (Zug voll!) mit "Willkommen in der Sauna!" begrüßt - die Klimaanlage war ausgefallen, was uns der Schaffner in seiner Ansprache extra noch einmal mitteilen musste. Nachdem wir uns in Erfurt einen Sitzplatz erkämpft hatten, entschieden wir uns, in Eisenach schon wieder auszusteigen, da uns das im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß wurde. Der nächste Zug kam auch 20 Minuten später, hatte aber den Nachteil, dass wir in Frankfurt am Hauptbahnhof umsteigen mussten. Dies wurde aber durch den Monster-Vorteil mehr als ausgeglichen, dass dieser Zug leer und (aaaaah) kühl war ...
Nach Ankunft in Frankfurt Umsteigen in die S-Bahn, die dann auch zügig kam. Schnell waren wir am Flughafen. Dort fanden wir nach einigem Suchen und nach dem Beginn meines Kampfes mit meinem Gürtel unseren Check-in für den Ethiopian-Airlines-Flug. Allerdings war unser ursprünglicher Flug storniert worden und auf 45 Minuten später, also 24 Uhr Abflug, ein neuer Flug bestätigt. Davon hatte uns aber niemand in Kenntnis gesetzt, aber das war erst der Anfang ... Mein Gürtel wollte endgültig nicht mehr wie ich, und den Kampf gewann ich zwar, aber um den Preis des Gürtels, den wir zerschneiden und einen Ersatz kaufen mussten, damit ich zukünftig wieder die Chance haben konnte, die Toilette aufzusuchen und dort etwas auszurichten ...
Nach problemlosem Check-in und schneller Sicherheitskontrolle saßen wir am Gate und warteten ... Und warteten ... Und warteten ... Der Flug kam aus London und hatte dort schon Verspätung, konnte dann wegen Sturms lange nicht in Frankfurt landen, sodass wir erst um 2.45 Uhr am Freitag Morgen anstatt wie ursprünglich geplant um 23.15 Uhr am Donnerstag Abend abflogen. Es gibt auf unser Tour nur einen knappen Anschlussflug, und das war natürlich genau unser Flug von Addis Abeba nach Simbabwe, der zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft abfliegen sollte, jetzt waren wir schon dreieinhalb Stunden hintendran.
Der Flug selbst war sehr angenehm, selbst die Kinder um uns herum waren nach der ganzen Warterei angenehm müde und ruhig. Nach Ankunft in Addis Abeba war offenbar allen völlig klar gewesen, dass der Flug auf uns (es wollten einige aus Frankfurt nach Harare) wartet. Nach höchstens 200 Schritten auf äthiopischem Boden und einem Aufenthalt von dreieinhalb Minuten im Flughafengebäude standen wir schon im Shuttle-Bus zum anderen Flugzeug, das dann bald nach unserem Eintreffen startete.
Um 13.50 Uhr simbabwischer (und mitteleuropäischer Zeit) kamen wir in Simbabwe an, kauften uns das Doppel-Einreise-Visum für jeweils 45 US-Dollar unter den Augen von Robert Mugabe und den Klängen einzelner Vuvuzelas und warteten auf unser Gepäck, das schnell kam. Der Taxifahrer machte mit uns das Geschäft seines Lebens (naja, 25 Dollar für zehn Kilometer vom Flughafen zum Busbahnhof), aber dafür ging das Umtauschen meiner Internet-Buchungsbestätigung gegen die eigentlichen Busfahrkarten völlig problemlos, und das Gepäck konnten wir auch unterstellen. Anschließend suchten wir im ersten (und besten) Hotel Harares die Bar auf und verfolgten das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko. Dabei genossen wir ein sehr süffiges simbabwisches Bier namens "Zambezi".
Von Simbabwe und Harare waren wir in den wenigen Stunden, die wir bisher dort waren, recht überrascht. Die Menschen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, und so entschieden wir uns dann auch, die paar Meter vom Hotel zum Busbahnhof zurück im Dunkeln zu Fuß zu unternehmen - wir haben es offenkundig überlebt, entgegen so mancher Schauermärchen.
Der Check-in und das Einsteigen verliefen wie vermutet afrikanisch-chaotisch-effizient, und wir kamen zu meiner Überraschung mit nur wenigen Minuten Verspätung weg. Unser Bus war sehr modern und hatte im Gegensatz zu manch anderem vom Busbahnhof abgehenden Vehikel weder zwei Meter hoch Gepäck auf dem Dach noch Fahrgäste auf selbigem. 16 Stunden Fahrt standen vor uns - und das war nichts, worauf wir uns unbedingt aus ganzem Herzen freuten. Wir kamen aber doch ein wenig zum Schlafen, obwohl wir in der ersten Reihe saßen, aber auch die Straßensituation und die Fahrweise unserer Busfahrer war überraschend entspannt.
Gegen 4 Uhr am Samstag Morgen kamen wir zur simbabwisch-südafrikanischen Grenze: Die Ausreise aus Simbabwe war problemlos - Aussteigen aus dem Bus, ins Kabuff den Pass abstempeln lassen, vor dem Bus warten, dass kontrolliert wird, dass wir einen Ausreisestempel haben, rein in den Bus und weiter nach Südafrika. Der britische Einfluss in Simbabwe und auch in Südafrika wird daran sichtbar, dass man hier Schlange steht und nicht ein ganzes Pulk von Menschen sich nach vorne drängelt. Die Einreise nach Südafrika war komplizierter: Erst durch die Anti-Maul-und-Klauen-Seuche-Schleuse, dann zur Einreise (unproblematisch), aber der Zoll hatte es in sich. Erst alles Gepäck aus dem Bus, dann mit dem eigenen Gepäck durch den Zoll laufen (alle im grünen Kanal), danach Leibesvisitation und wir dachten, wir hätten es geschafft. Pustekuchen! Weiter das Gepäck ziehend, folgten wir unserem Bus durch den Zoll, bis auf einmal doch alle noch eine genauere Gepäckuntersuchung genießen durften ... Wie so oft ging es in meinem Gespräch mit dem Zöllner, während er pro forma in meinem Koffer herumwühlte, um Fußball - "a German, going to Durban to watch the match", wie er seinen Kollegen laut lachend mitteilte, alles in allem umständlich, aber dank der Freundlichkeit der (allermeisten) Zöllner dann doch nicht so schlimm.
Wir können nun einigermaßen nachfühlen, wie sich Schwarze in Deutschland fühlen, denn es waren nicht so viele Weiße auf die Idee gekommen, mit dem Bus von Harare nach Südafrika zu fahren. Neugierige Blicke von kleinen Kindern tun ja aber nicht weh, und die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir auch vom Norden Südafrikas einige schöne Landschaften gesehen haben. Überrascht waren wir bisher von der Sauberkeit des Straßenbildes, der Toiletten, eigentlich von allem, besonders in Südafrika.
Nachdem wir am Freitag nicht genau gewusst hatten, wann wir den Äquator überquert hatten, da gerade ein Film und auch keine Ansage kam, konnten wir die samstägliche Überquerung des südlichen Wendekreises zeitlich recht genau auf 8.45 Uhr festlegen. Damit fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis an den großen Breitenkreisen dieser Erde.
Nach der Ankunft in Johannesburg konnten wir dank der freundlichen Mithilfe einiger Bus-Angestellter unseren Avis-Stand finden, wo wir nach endlicher Zeit auch unseren ziemlich neuen VW Polo in Empfang nehmen konnten. Danach ging es prompt in den Großstadtverkehr von Johannesburg zum FIFA-Ticket-Center, in dem wir unsere Fußballkarten bekommen sollten. Ich parkte in zweiter Reihe und begab mich in das Gebäude. Nachdem der Automat und meine Kreditkarte nicht so wollten wie ich, schnitt der Automat meine WM-Karte mitten im Ausdruck ab, sodass ich mich doch in die Schlage stellen musste und der Dame erläuterte, dass es wohl ein Problem gegeben habe. Sie war zwar nicht extrem freundlich, aber hilfsbereit: Ich bekam meine Karten für das Spiel in Durban. Als ich zum Auto zurückkam, stand es anders da als vorher, ein freundlicher Südafrikaner hatte für meine Mutter das Einparken in die Parkbucht übernommen.
Insgesamt sind wir von der Freundlichkeit der Menschen hier sehr beeindruckt. Auch wenn es mal nicht perfekt läuft, sind die Südafrikaner stets guter Laune, das macht Spaß.
Schließlich kamen wir deutlich später als erhofft aus Johannesburg raus. Unterwegs gingen wir (auf der sehr guten Autobahn) erst einmal etwas einkaufen und trafen unsympathische Deutsche. Leider wurde es zunehmend dunkel, und es ist deutlich schöner, mit 120 über eine helle Autobahn als über eine dunkle zu fahren. Das Fahren im Linksverkehr stellte sich aber glücklicherweise einfacher als gedacht dar, sodass zumindest hierin kein großes Problem lag, wenn man davon absieht, dass meine Mutter ein paar Mal einen Herzkasper bekam, weil ich (ihrer Meinung nach) zu weit links war.
Wir fuhren also im Dunkeln über Straßen, meistens in der Mitte der Straße, weil links und rechts teilweise böse Schlaglöcher lauerten und kamen dann nach einer langen Fahrt bergauf schließlich in Clarens im Free State an. Dort fanden wir zügig unser Hotel, checkten nach kleinen Schwierigkeiten (die Rezeptionistin verstand "P" anstelle von "B" in meinem Nachnamen) und blieben kurz auf dem Zimmer, bevor es wieder zum Essen ins Foyer ging. Wir aßen sehr, sehr gut (Sushi bzw. Samosas als Vorspeise und Baby Chicken bzw. ein sehr leckeres Rinderfilet als Hauptgerichte) und tranken "Hansa"-Bier, durchaus genießbar. Ebenso genießbar war, dass England gegen die USA nur 1:1 spielte ... Danach ging es erst unter die Dusche (nach 60 Stunden sehr angenehm!) und dann ins Bett. Ich schlief auf der Stelle ein.
Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Lesotho, die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Lesotho waren völlig problemlos. Es ist sehr merkwürdig, denn man überquert die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho und fühlt sich in einer anderen Welt: Die Straßen sind dreckiger, die Wohngebäude weniger schön, dafür viel weiter ausgedehnt, sodass man kaum eine Strecke hat, an der kein Haus steht, während das in Südafrika sehr viel konzentrierter ist.
Die Landschaft ist dafür genauso fantastisch schön wie im Free State: Es ist nicht zu beschreiben und auch Fotos vermitteln keinen genügenden Eindruck, weil es zu traumhaft ist.
Wir fuhren durch den Golden-Gate-Nationalpark auf die Autobahn und von dort in Richtung Durban. Je näher wir Durban kamen, desto größer war die Konzentration von Deutschland-Fans ... Wir kamen in unserem von außen sehr schönen Hotel in einem Vorort von Durban an und waren schwupps wieder weg, weil andere Deutsche gerade auf dem Weg zum Stadion waren und der Hotel-Bus uns mitnehmen wollte/sollte. In der Hektik vergaßen wir Handy und Kamera und konnten keine Bilder von Durban oder vom Spiel machen. Schade ...
Durban: Toll. Strand: Toll. Mutter auslachen, weil eine Welle höher kommt als sie gedacht hatte: Toll. Dann selbst von der Welle erwischt werden: Weniger toll. Schlange fürs Klo im Food Court: Nicht so schön. Fischessen ebenda: Extrem lecker. Stimmung: Fantastisch. Einlass ins Stadion: Effizient. Stimmung im Stadion: Der absolute Hammer.
62.660 Mann mit geschätzten 30.000 Vuvuzelas (die übrigens gar nicht einen so furchtbaren Krach machen, klar, sie sind laut, aber es ist erträglich), die meisten Deutschland-Fans waren Südafrikaner (aber mit schwarz-rot-goldener Perücke, Vuvuzela, Bemalung, Trikot und Flagge). Es ist komisch, wenn man einen Deutschland-Fan in voller Montur anspricht und dann auf Englisch weitermachen muss, weil er kein oder kaum Deutsch kann ...
Spiel: klasse, wenn auch nach Herzinfarkt in der 3. Minute nach einer australischen Großchance. Unsere südafrikanische Sitznachbarin, mit der wir ins Gespräch kamen, fragte, wie wir Südafrika fänden. Die wahrheitsgemäße Antwort war: "Fantastic". Wir sollten es unseren Freunden erzählen, bat sie. Was wir hiermit tun und auch noch zu Hause oft genug tun werden. 4:0, tolles Spiel, fantastische Stimmung, ich plane schon für Brasilien 2014 ...
Danach mit dem Taxi nach Hause und ins Bett, nachdem wir unser Zimmer gefunden und nicht ganz so arg begeistert waren, da wir immerhin 180 € dafür gezahlt hatten, aber gut, Durban und in der Nacht nach einem WM-Spiel, da zahlt man keine Jugendherbergspreise.
Am nächsten Tag nach wider Erwarten im Preis inbegriffenen Frühstück auf die Autobahn in Richtung Norden, am Indischen Ozean entlang und dann ins Landesinnere, in Richtung Swasiland. Aus- und Einreise immer noch mühelos, wenn auch etwas bürokratischer als für Lesotho. Swasiland überraschend schön, auch angenehmer als Lesotho. Heute Abend im Hotel angekommen, Fußball geguckt (Japan - Kamerun). Jetzt gleich zu Abendessen und dann Paraguay gegen Italien anfeuern in einem sehr schönen Pub in einem sehr schönen Hotel mit tollem Ausblick auf die Umgebung von Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland. In vier Tagen vier neue Länder, ein schöner Nebeneffekt ...
Wir sind restlos begeistert von Südafrika. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, jedenfalls im Moment nicht.
Nach Ankunft in Frankfurt Umsteigen in die S-Bahn, die dann auch zügig kam. Schnell waren wir am Flughafen. Dort fanden wir nach einigem Suchen und nach dem Beginn meines Kampfes mit meinem Gürtel unseren Check-in für den Ethiopian-Airlines-Flug. Allerdings war unser ursprünglicher Flug storniert worden und auf 45 Minuten später, also 24 Uhr Abflug, ein neuer Flug bestätigt. Davon hatte uns aber niemand in Kenntnis gesetzt, aber das war erst der Anfang ... Mein Gürtel wollte endgültig nicht mehr wie ich, und den Kampf gewann ich zwar, aber um den Preis des Gürtels, den wir zerschneiden und einen Ersatz kaufen mussten, damit ich zukünftig wieder die Chance haben konnte, die Toilette aufzusuchen und dort etwas auszurichten ...
Nach problemlosem Check-in und schneller Sicherheitskontrolle saßen wir am Gate und warteten ... Und warteten ... Und warteten ... Der Flug kam aus London und hatte dort schon Verspätung, konnte dann wegen Sturms lange nicht in Frankfurt landen, sodass wir erst um 2.45 Uhr am Freitag Morgen anstatt wie ursprünglich geplant um 23.15 Uhr am Donnerstag Abend abflogen. Es gibt auf unser Tour nur einen knappen Anschlussflug, und das war natürlich genau unser Flug von Addis Abeba nach Simbabwe, der zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft abfliegen sollte, jetzt waren wir schon dreieinhalb Stunden hintendran.
Der Flug selbst war sehr angenehm, selbst die Kinder um uns herum waren nach der ganzen Warterei angenehm müde und ruhig. Nach Ankunft in Addis Abeba war offenbar allen völlig klar gewesen, dass der Flug auf uns (es wollten einige aus Frankfurt nach Harare) wartet. Nach höchstens 200 Schritten auf äthiopischem Boden und einem Aufenthalt von dreieinhalb Minuten im Flughafengebäude standen wir schon im Shuttle-Bus zum anderen Flugzeug, das dann bald nach unserem Eintreffen startete.
Um 13.50 Uhr simbabwischer (und mitteleuropäischer Zeit) kamen wir in Simbabwe an, kauften uns das Doppel-Einreise-Visum für jeweils 45 US-Dollar unter den Augen von Robert Mugabe und den Klängen einzelner Vuvuzelas und warteten auf unser Gepäck, das schnell kam. Der Taxifahrer machte mit uns das Geschäft seines Lebens (naja, 25 Dollar für zehn Kilometer vom Flughafen zum Busbahnhof), aber dafür ging das Umtauschen meiner Internet-Buchungsbestätigung gegen die eigentlichen Busfahrkarten völlig problemlos, und das Gepäck konnten wir auch unterstellen. Anschließend suchten wir im ersten (und besten) Hotel Harares die Bar auf und verfolgten das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko. Dabei genossen wir ein sehr süffiges simbabwisches Bier namens "Zambezi".
Von Simbabwe und Harare waren wir in den wenigen Stunden, die wir bisher dort waren, recht überrascht. Die Menschen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, und so entschieden wir uns dann auch, die paar Meter vom Hotel zum Busbahnhof zurück im Dunkeln zu Fuß zu unternehmen - wir haben es offenkundig überlebt, entgegen so mancher Schauermärchen.
Der Check-in und das Einsteigen verliefen wie vermutet afrikanisch-chaotisch-effizient, und wir kamen zu meiner Überraschung mit nur wenigen Minuten Verspätung weg. Unser Bus war sehr modern und hatte im Gegensatz zu manch anderem vom Busbahnhof abgehenden Vehikel weder zwei Meter hoch Gepäck auf dem Dach noch Fahrgäste auf selbigem. 16 Stunden Fahrt standen vor uns - und das war nichts, worauf wir uns unbedingt aus ganzem Herzen freuten. Wir kamen aber doch ein wenig zum Schlafen, obwohl wir in der ersten Reihe saßen, aber auch die Straßensituation und die Fahrweise unserer Busfahrer war überraschend entspannt.
Gegen 4 Uhr am Samstag Morgen kamen wir zur simbabwisch-südafrikanischen Grenze: Die Ausreise aus Simbabwe war problemlos - Aussteigen aus dem Bus, ins Kabuff den Pass abstempeln lassen, vor dem Bus warten, dass kontrolliert wird, dass wir einen Ausreisestempel haben, rein in den Bus und weiter nach Südafrika. Der britische Einfluss in Simbabwe und auch in Südafrika wird daran sichtbar, dass man hier Schlange steht und nicht ein ganzes Pulk von Menschen sich nach vorne drängelt. Die Einreise nach Südafrika war komplizierter: Erst durch die Anti-Maul-und-Klauen-Seuche-Schleuse, dann zur Einreise (unproblematisch), aber der Zoll hatte es in sich. Erst alles Gepäck aus dem Bus, dann mit dem eigenen Gepäck durch den Zoll laufen (alle im grünen Kanal), danach Leibesvisitation und wir dachten, wir hätten es geschafft. Pustekuchen! Weiter das Gepäck ziehend, folgten wir unserem Bus durch den Zoll, bis auf einmal doch alle noch eine genauere Gepäckuntersuchung genießen durften ... Wie so oft ging es in meinem Gespräch mit dem Zöllner, während er pro forma in meinem Koffer herumwühlte, um Fußball - "a German, going to Durban to watch the match", wie er seinen Kollegen laut lachend mitteilte, alles in allem umständlich, aber dank der Freundlichkeit der (allermeisten) Zöllner dann doch nicht so schlimm.
Wir können nun einigermaßen nachfühlen, wie sich Schwarze in Deutschland fühlen, denn es waren nicht so viele Weiße auf die Idee gekommen, mit dem Bus von Harare nach Südafrika zu fahren. Neugierige Blicke von kleinen Kindern tun ja aber nicht weh, und die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir auch vom Norden Südafrikas einige schöne Landschaften gesehen haben. Überrascht waren wir bisher von der Sauberkeit des Straßenbildes, der Toiletten, eigentlich von allem, besonders in Südafrika.
Nachdem wir am Freitag nicht genau gewusst hatten, wann wir den Äquator überquert hatten, da gerade ein Film und auch keine Ansage kam, konnten wir die samstägliche Überquerung des südlichen Wendekreises zeitlich recht genau auf 8.45 Uhr festlegen. Damit fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis an den großen Breitenkreisen dieser Erde.
Nach der Ankunft in Johannesburg konnten wir dank der freundlichen Mithilfe einiger Bus-Angestellter unseren Avis-Stand finden, wo wir nach endlicher Zeit auch unseren ziemlich neuen VW Polo in Empfang nehmen konnten. Danach ging es prompt in den Großstadtverkehr von Johannesburg zum FIFA-Ticket-Center, in dem wir unsere Fußballkarten bekommen sollten. Ich parkte in zweiter Reihe und begab mich in das Gebäude. Nachdem der Automat und meine Kreditkarte nicht so wollten wie ich, schnitt der Automat meine WM-Karte mitten im Ausdruck ab, sodass ich mich doch in die Schlage stellen musste und der Dame erläuterte, dass es wohl ein Problem gegeben habe. Sie war zwar nicht extrem freundlich, aber hilfsbereit: Ich bekam meine Karten für das Spiel in Durban. Als ich zum Auto zurückkam, stand es anders da als vorher, ein freundlicher Südafrikaner hatte für meine Mutter das Einparken in die Parkbucht übernommen.
Insgesamt sind wir von der Freundlichkeit der Menschen hier sehr beeindruckt. Auch wenn es mal nicht perfekt läuft, sind die Südafrikaner stets guter Laune, das macht Spaß.
Schließlich kamen wir deutlich später als erhofft aus Johannesburg raus. Unterwegs gingen wir (auf der sehr guten Autobahn) erst einmal etwas einkaufen und trafen unsympathische Deutsche. Leider wurde es zunehmend dunkel, und es ist deutlich schöner, mit 120 über eine helle Autobahn als über eine dunkle zu fahren. Das Fahren im Linksverkehr stellte sich aber glücklicherweise einfacher als gedacht dar, sodass zumindest hierin kein großes Problem lag, wenn man davon absieht, dass meine Mutter ein paar Mal einen Herzkasper bekam, weil ich (ihrer Meinung nach) zu weit links war.
Wir fuhren also im Dunkeln über Straßen, meistens in der Mitte der Straße, weil links und rechts teilweise böse Schlaglöcher lauerten und kamen dann nach einer langen Fahrt bergauf schließlich in Clarens im Free State an. Dort fanden wir zügig unser Hotel, checkten nach kleinen Schwierigkeiten (die Rezeptionistin verstand "P" anstelle von "B" in meinem Nachnamen) und blieben kurz auf dem Zimmer, bevor es wieder zum Essen ins Foyer ging. Wir aßen sehr, sehr gut (Sushi bzw. Samosas als Vorspeise und Baby Chicken bzw. ein sehr leckeres Rinderfilet als Hauptgerichte) und tranken "Hansa"-Bier, durchaus genießbar. Ebenso genießbar war, dass England gegen die USA nur 1:1 spielte ... Danach ging es erst unter die Dusche (nach 60 Stunden sehr angenehm!) und dann ins Bett. Ich schlief auf der Stelle ein.
Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Lesotho, die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Lesotho waren völlig problemlos. Es ist sehr merkwürdig, denn man überquert die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho und fühlt sich in einer anderen Welt: Die Straßen sind dreckiger, die Wohngebäude weniger schön, dafür viel weiter ausgedehnt, sodass man kaum eine Strecke hat, an der kein Haus steht, während das in Südafrika sehr viel konzentrierter ist.
Die Landschaft ist dafür genauso fantastisch schön wie im Free State: Es ist nicht zu beschreiben und auch Fotos vermitteln keinen genügenden Eindruck, weil es zu traumhaft ist.
Wir fuhren durch den Golden-Gate-Nationalpark auf die Autobahn und von dort in Richtung Durban. Je näher wir Durban kamen, desto größer war die Konzentration von Deutschland-Fans ... Wir kamen in unserem von außen sehr schönen Hotel in einem Vorort von Durban an und waren schwupps wieder weg, weil andere Deutsche gerade auf dem Weg zum Stadion waren und der Hotel-Bus uns mitnehmen wollte/sollte. In der Hektik vergaßen wir Handy und Kamera und konnten keine Bilder von Durban oder vom Spiel machen. Schade ...
Durban: Toll. Strand: Toll. Mutter auslachen, weil eine Welle höher kommt als sie gedacht hatte: Toll. Dann selbst von der Welle erwischt werden: Weniger toll. Schlange fürs Klo im Food Court: Nicht so schön. Fischessen ebenda: Extrem lecker. Stimmung: Fantastisch. Einlass ins Stadion: Effizient. Stimmung im Stadion: Der absolute Hammer.
62.660 Mann mit geschätzten 30.000 Vuvuzelas (die übrigens gar nicht einen so furchtbaren Krach machen, klar, sie sind laut, aber es ist erträglich), die meisten Deutschland-Fans waren Südafrikaner (aber mit schwarz-rot-goldener Perücke, Vuvuzela, Bemalung, Trikot und Flagge). Es ist komisch, wenn man einen Deutschland-Fan in voller Montur anspricht und dann auf Englisch weitermachen muss, weil er kein oder kaum Deutsch kann ...
Spiel: klasse, wenn auch nach Herzinfarkt in der 3. Minute nach einer australischen Großchance. Unsere südafrikanische Sitznachbarin, mit der wir ins Gespräch kamen, fragte, wie wir Südafrika fänden. Die wahrheitsgemäße Antwort war: "Fantastic". Wir sollten es unseren Freunden erzählen, bat sie. Was wir hiermit tun und auch noch zu Hause oft genug tun werden. 4:0, tolles Spiel, fantastische Stimmung, ich plane schon für Brasilien 2014 ...
Danach mit dem Taxi nach Hause und ins Bett, nachdem wir unser Zimmer gefunden und nicht ganz so arg begeistert waren, da wir immerhin 180 € dafür gezahlt hatten, aber gut, Durban und in der Nacht nach einem WM-Spiel, da zahlt man keine Jugendherbergspreise.
Am nächsten Tag nach wider Erwarten im Preis inbegriffenen Frühstück auf die Autobahn in Richtung Norden, am Indischen Ozean entlang und dann ins Landesinnere, in Richtung Swasiland. Aus- und Einreise immer noch mühelos, wenn auch etwas bürokratischer als für Lesotho. Swasiland überraschend schön, auch angenehmer als Lesotho. Heute Abend im Hotel angekommen, Fußball geguckt (Japan - Kamerun). Jetzt gleich zu Abendessen und dann Paraguay gegen Italien anfeuern in einem sehr schönen Pub in einem sehr schönen Hotel mit tollem Ausblick auf die Umgebung von Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland. In vier Tagen vier neue Länder, ein schöner Nebeneffekt ...
Wir sind restlos begeistert von Südafrika. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, jedenfalls im Moment nicht.
Dienstag, 1. Juni 2010
Ja, ist denn heute schon der 17. Juni?
Weihnachten ist heute jedenfalls nicht, aber für die äthiopische Botschaft war anscheinend am 25. Mai der 17. Juni ... Während nämlich auf der Quittung über den Überweisungsbetrag das (wahrscheinlich) korrekte Bearbeitungsdatum, nämlich der 25. Mai, steht, ist auf dem Visum als Ausstellungsdatum (!) der 17. Juni angegeben. Dafür läuft das Visum eben erst am 16. Juli aus, in jedem Falle ist es nur für eine Einreise gültig. Das reicht aber, da wir ja erst am 18. Juni nach Äthiopien kommen (also so richtig, also mit offizieller Einreise). Der erste Transit in Äthiopien am 11. Juni dauert ja nur knapp zwei Stunden (hoffentlich!).
Jetzt muss ich noch schauen, wie das mit dem Bahnticket funktioniert. Unsere Nachbarin zuhause ist ja Reisebürotante, und die meinte, auf meinem E-Ticket müsste etwas stehen. Sie hat sich das aber angeguckt und gemeint, da stünde keine Abholnummer der Bahn ... Naja, mal sehen, wie sich das ergibt, es sind ja noch neun Tage bis zur Abreise. (Juchhu, in neun Tagen geht's los!)
Meine Ma und ich haben uns überlegt, vielleicht Silvester/Neujahr in Sankt Petersburg zu verbringen. Ist ja von Estland aus um die Ecke (fünf Stunden Fahrt + Grenzübertritt) ... Und die Visumbeantragung (die Russen wollen persönliche Vorsprache zumindest eines Vertreters!) ist für 20 Euro zusätzlich zu den 35 Euro Visumsgebühr noch relativ günstig zu haben. Naja, mal gucken ...
So, mein neuer Pass ist nicht mehr jungfräulich, das ist schön ... Der nächste oder übernächste Post kommt dann wahrscheinlich schon von südlich des Äquators (den ich zum ersten Mal überquere).
Jetzt muss ich noch schauen, wie das mit dem Bahnticket funktioniert. Unsere Nachbarin zuhause ist ja Reisebürotante, und die meinte, auf meinem E-Ticket müsste etwas stehen. Sie hat sich das aber angeguckt und gemeint, da stünde keine Abholnummer der Bahn ... Naja, mal sehen, wie sich das ergibt, es sind ja noch neun Tage bis zur Abreise. (Juchhu, in neun Tagen geht's los!)
Meine Ma und ich haben uns überlegt, vielleicht Silvester/Neujahr in Sankt Petersburg zu verbringen. Ist ja von Estland aus um die Ecke (fünf Stunden Fahrt + Grenzübertritt) ... Und die Visumbeantragung (die Russen wollen persönliche Vorsprache zumindest eines Vertreters!) ist für 20 Euro zusätzlich zu den 35 Euro Visumsgebühr noch relativ günstig zu haben. Naja, mal gucken ...
So, mein neuer Pass ist nicht mehr jungfräulich, das ist schön ... Der nächste oder übernächste Post kommt dann wahrscheinlich schon von südlich des Äquators (den ich zum ersten Mal überquere).
Montag, 17. Mai 2010
Pass gekriegt und schon wieder weg
So, habe am Freitag meinen neuen Pass abgeholt und schon ist er wieder weg.
Ich bin am Donnerstag Abend nach der Männertagswanderung schon sehr früh ins Bett, weil ich einfach platt war nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag. Dafür war ich dann am nächsten Morgen früh wach und habe meine beiden Freunde aus Schulzeiten noch im Bett liegen lassen, während ich schon einen Spaziergang machte. Es kam mir die Idee, doch mal zu schauen, ob mein Pass schon da ist, also machte ich mich auf zum Bürgeramt. Leider öffnete das erst um 9 Uhr, und ich war schon um 8.20 Uhr da, aber mit einem "Kicker" bewaffnet war das zu überstehen. Und siehe da, mein nagelneuer Pass mit 48 Seiten war schon da. Ich bekam sogar mein biometrisches Passbild zurück!
Heute Morgen habe ich dann den Visumantrag für Äthiopien ausgedruckt und ausgefüllt, die Visumgebühren (jeweils 17 € für meine Mutter und mich) überwiesen und den ganzen Brief zur Post gebracht. Jetzt ist mein Pässlein also schon wieder weg, dafür – so hoffe ich – kriege ich ihn schon bald wieder zurück mit einem schönen Visum darin.
Und eben habe ich eine Straßenkarte für Südafrika gekauft. Die Spannung steigt, noch 24 Tage, dann geht es los ...
Ich bin am Donnerstag Abend nach der Männertagswanderung schon sehr früh ins Bett, weil ich einfach platt war nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag. Dafür war ich dann am nächsten Morgen früh wach und habe meine beiden Freunde aus Schulzeiten noch im Bett liegen lassen, während ich schon einen Spaziergang machte. Es kam mir die Idee, doch mal zu schauen, ob mein Pass schon da ist, also machte ich mich auf zum Bürgeramt. Leider öffnete das erst um 9 Uhr, und ich war schon um 8.20 Uhr da, aber mit einem "Kicker" bewaffnet war das zu überstehen. Und siehe da, mein nagelneuer Pass mit 48 Seiten war schon da. Ich bekam sogar mein biometrisches Passbild zurück!
Heute Morgen habe ich dann den Visumantrag für Äthiopien ausgedruckt und ausgefüllt, die Visumgebühren (jeweils 17 € für meine Mutter und mich) überwiesen und den ganzen Brief zur Post gebracht. Jetzt ist mein Pässlein also schon wieder weg, dafür – so hoffe ich – kriege ich ihn schon bald wieder zurück mit einem schönen Visum darin.
Und eben habe ich eine Straßenkarte für Südafrika gekauft. Die Spannung steigt, noch 24 Tage, dann geht es los ...
Mittwoch, 12. Mai 2010
Estland, Euro, Starter-Kits, Weißrussland und Transnistrien?
Hm, als ich meiner Mutter vor ein paar Monaten sagte, dass Estland wahrscheinlich im Januar 2011 den Euro einführen wird, dass ich da ganz gerne hinfahren würde und dass man da auch noch Weißrussland mitnehmen könnte, war sie skeptisch. Gestern telefonierte ich mit ihr und auf einmal war für sie völlig klar, dass wir diese Tour machen, auch wenn sie ein wenig Sorgen hat, im (kalten) Dezember in der Ukraine und in Weißrussland herumzufahren. Mag sein, dass zu diesem Sinneswandel auch beigetragen hat, dass mein Opa im April gestorben ist und meine Ma dieses Jahr Weihnachten nicht feiern möchte.
Jetzt sieht der vorläufige Plan so aus, dass wir irgendwann so um den 18. Dezember herum nach Osten aufbrechen, möglicherweise ein paar Tage in Polen sind und dann in die Ukraine einreisen. Vielleicht kriegen wir es sogar gebacken, Odessa und Transnistrien mitzunehmen. Transnistrien würde sogar als eigenes Land zählen, da es eigene Grenzkontrollen hat (die relativ bestechungsgeldberüchtigt sein sollen) und sich selbst für unabhängig hält, obwohl der Rest der Welt es offiziell als zu Moldawien (Republik Moldau) gehörig ansieht.
Jedenfalls ginge es von dort über Kiew nach Minsk und von dort über Vilnius und Riga nach Estland. Mal gucken, ob es zeitlich für Tallinn reicht, oder ob man schon in Pärnu oder so Station macht bzw. den Umkehrpunkt legt. Jedenfalls sollten wir da so um den 30. Dezember eintrudeln, um eventuell noch tatsächlich Starter-Kits zu kriegen. Das Semester geht am 3. Januar 2011 schon wieder los, sodass wir dann womöglich relativ zügig über Warschau zurückkehren müssten.
Jedenfalls stehen die Chancen gut, dass ich Ende dieses Jahres alle Staaten betreten habe, die unumstritten kontinentaleuropäisch und unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft sind. Die Einschränkung auf Kontinentaleuropa ist nötig, weil mir etwa noch Island fehlt, die erste Einschränkung "unumstritten", weil es noch einige Staaten gibt, die man nach umstrittenen Definitionen Europas zu Europa zählen kann (Armenien, Kasachstan), in denen ich aber noch nicht war, und die zweite Einschränkung "unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft", weil eben zum Beispiel Transnistrien kein allgemein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft ist, aber nun einmal für meine Zwecke als eigenes Land zählt.
Die Einreise nach Weißrussland dürfte mit einem Transitvisum erfolgen (Ukraine nach Litauen oder Lettland), das 48 Stunden gültig wäre (reicht für die Süd-Nord-Durchquerung mit Zwischenstopp in Minsk) und "nur" 20 € kostet. Mal sehen, ob das alles was wird ...
Jetzt sieht der vorläufige Plan so aus, dass wir irgendwann so um den 18. Dezember herum nach Osten aufbrechen, möglicherweise ein paar Tage in Polen sind und dann in die Ukraine einreisen. Vielleicht kriegen wir es sogar gebacken, Odessa und Transnistrien mitzunehmen. Transnistrien würde sogar als eigenes Land zählen, da es eigene Grenzkontrollen hat (die relativ bestechungsgeldberüchtigt sein sollen) und sich selbst für unabhängig hält, obwohl der Rest der Welt es offiziell als zu Moldawien (Republik Moldau) gehörig ansieht.
Jedenfalls ginge es von dort über Kiew nach Minsk und von dort über Vilnius und Riga nach Estland. Mal gucken, ob es zeitlich für Tallinn reicht, oder ob man schon in Pärnu oder so Station macht bzw. den Umkehrpunkt legt. Jedenfalls sollten wir da so um den 30. Dezember eintrudeln, um eventuell noch tatsächlich Starter-Kits zu kriegen. Das Semester geht am 3. Januar 2011 schon wieder los, sodass wir dann womöglich relativ zügig über Warschau zurückkehren müssten.
Jedenfalls stehen die Chancen gut, dass ich Ende dieses Jahres alle Staaten betreten habe, die unumstritten kontinentaleuropäisch und unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft sind. Die Einschränkung auf Kontinentaleuropa ist nötig, weil mir etwa noch Island fehlt, die erste Einschränkung "unumstritten", weil es noch einige Staaten gibt, die man nach umstrittenen Definitionen Europas zu Europa zählen kann (Armenien, Kasachstan), in denen ich aber noch nicht war, und die zweite Einschränkung "unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft", weil eben zum Beispiel Transnistrien kein allgemein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft ist, aber nun einmal für meine Zwecke als eigenes Land zählt.
Die Einreise nach Weißrussland dürfte mit einem Transitvisum erfolgen (Ukraine nach Litauen oder Lettland), das 48 Stunden gültig wäre (reicht für die Süd-Nord-Durchquerung mit Zwischenstopp in Minsk) und "nur" 20 € kostet. Mal sehen, ob das alles was wird ...
Montag, 10. Mai 2010
Ein großer Piekser für mich ...
So, heute auch medizinisch auf die (hoffentlich) sichere Seite gekommen: Habe meine Gelbfieber-Impfung hinter mich gebracht. Die ist erstens sinnvoll (gerade für Äthiopien und Simbabwe und weil ich ja trotz allem noch in den nächsten Jahren ein wenig reisen möchte - die Impfung ist zehn Jahre wirksam und gültig) und zweitens im Zweifel notwendig, weil die Simbabwer und Südafrikaner bei Ankunft aus einem Gelbfieber-Staat (zum Beispiel Äthiopien, im Extremfall auch im Transit) verlangen, dass man eine Gelbfieber-Impfung nachweist.
So, die Impfung kostet mich wahrscheinlich so um die 45 Euro, aber das ist hoffentlich gut angelegtes Geld. In zehn Tagen kommen eventuelle Nebenwirkungen, aber die Ärztin hat mir da keine zusätzlichen Sorgen gemacht, und wirkliche Bedenken hatte ich ohnehin vorher schon nicht. Ab in zehn Tagen, also ab dem 20. Mai, gilt die Impfung dann und sie ist gültig bis zum 20. Mai 2020, sogar etwas länger also als mein Pass, den ich nächsten Montag dann abholen werde.
Ich war ja in der Kinderklinik (die ist eine von zwei oder drei Gelbfieberimpfstellen hier) und die impften mich auch anstandslos, auch wenn ich weiß Gott kein Kind und kein Jugendlicher mehr bin. Das einzige Problem war aber, dass sie keine Impfnadel für mich hatten, die lang genug war. Die Ärztin erklärte mir auch, dass bei Frauen die Nadeln für Babys oder Kinder auch ausreichend wären, aber bei Männern würden die nicht tief genug kommen. Naja, sie hat mich dann mit der Nadel gespritzt (glaube ich), die sie zur Entnahme des Impfstoffs aus dem Glasbehälter benutzt hatte ... Hat sie aber danach schnell entsorgt ...
Achso, ich darf heute und morgen keinen (übertriebenen) Sport machen und heute auch keinen Alkohol trinken. Naja, das werde ich überleben ...
Eine Impfung gegen Cholera oder Tollwut habe ich nicht, ansonsten aber alle reisemedizinisch sinnvollen Impfungen hoffentlich schon. Jetzt muss ich noch gucken, wie das mit der Malaria aussieht. Ich meine, ich hatte in Pakistan ja auch schon nichts dabei an Prophylaxe und habe es (bisher) überlebt, vielleicht reicht es tatsächlich, sich gegen Mückenstiche einfach durch Sprühzeug zu schützen. Aber wahrscheinlich werde ich meine Mutter noch zu unserem Hausarzt schicken, damit der sie nochmal genauer berät und ggf. eine Prophylaxe oder ein Stand-By-Medikament verschreibt. Mal sehen.
Das Einzige, was mir heute zu denken gegeben hat, war, dass die Ärztin meinte, ich solle Spanien bei der WM anfeuern. Ähm, nope!
So, die Impfung kostet mich wahrscheinlich so um die 45 Euro, aber das ist hoffentlich gut angelegtes Geld. In zehn Tagen kommen eventuelle Nebenwirkungen, aber die Ärztin hat mir da keine zusätzlichen Sorgen gemacht, und wirkliche Bedenken hatte ich ohnehin vorher schon nicht. Ab in zehn Tagen, also ab dem 20. Mai, gilt die Impfung dann und sie ist gültig bis zum 20. Mai 2020, sogar etwas länger also als mein Pass, den ich nächsten Montag dann abholen werde.
Ich war ja in der Kinderklinik (die ist eine von zwei oder drei Gelbfieberimpfstellen hier) und die impften mich auch anstandslos, auch wenn ich weiß Gott kein Kind und kein Jugendlicher mehr bin. Das einzige Problem war aber, dass sie keine Impfnadel für mich hatten, die lang genug war. Die Ärztin erklärte mir auch, dass bei Frauen die Nadeln für Babys oder Kinder auch ausreichend wären, aber bei Männern würden die nicht tief genug kommen. Naja, sie hat mich dann mit der Nadel gespritzt (glaube ich), die sie zur Entnahme des Impfstoffs aus dem Glasbehälter benutzt hatte ... Hat sie aber danach schnell entsorgt ...
Achso, ich darf heute und morgen keinen (übertriebenen) Sport machen und heute auch keinen Alkohol trinken. Naja, das werde ich überleben ...
Eine Impfung gegen Cholera oder Tollwut habe ich nicht, ansonsten aber alle reisemedizinisch sinnvollen Impfungen hoffentlich schon. Jetzt muss ich noch gucken, wie das mit der Malaria aussieht. Ich meine, ich hatte in Pakistan ja auch schon nichts dabei an Prophylaxe und habe es (bisher) überlebt, vielleicht reicht es tatsächlich, sich gegen Mückenstiche einfach durch Sprühzeug zu schützen. Aber wahrscheinlich werde ich meine Mutter noch zu unserem Hausarzt schicken, damit der sie nochmal genauer berät und ggf. eine Prophylaxe oder ein Stand-By-Medikament verschreibt. Mal sehen.
Das Einzige, was mir heute zu denken gegeben hat, war, dass die Ärztin meinte, ich solle Spanien bei der WM anfeuern. Ähm, nope!
Donnerstag, 6. Mai 2010
Flug gebucht, endlich
Ja, ich hatte eigentlich gedacht, dass ich den Flug nach Südafrika schon gebucht hätte. Aber Pustekuchen ...
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass auf der Ethiopian-Airlines-Seite mein Flug nicht mehr steht, dort war er drei Monate verfügbar gewesen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Ethiopian den Flug immer noch nicht abgebucht hat, aber ich habe gedacht: "Solange die meinen Flug als 'bestätigt' anzeigen, muss er ja bestätigt sein." Nun, als er dann weg war, habe ich bei Ethiopian angefragt (nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte), aber diesmal rief ich sogar bei deren Vertretung in Frankfurt an. Und die sagten mir, der Flug sei storniert worden, weil nicht binnen 48 Stunden abgebucht werden konnte. Ich hatte ja erzählt, dass mein Kreditkartenunternehmen die Abbuchung (neben einigen anderen) gesperrt hatte.
Nun, ich versuchte die Online-Buchung erneut und wieder wurde sie von Barclay's geblockt. Wieder rief ich an und erhielt die Mitteilung, dass die Abbuchung geblockt worden sei. Den Vorschlag von Seiten der Sachbearbeiterin dort, dass Ethiopian es nochmal versuchen solle, gab ich an die hiesige Telefonzentrale von Ethiopian weiter. Die aber sagten, sie könnten nicht ein zweites Mal einen Abbuchungsversuch starten. Der sehr freundliche Mann am Telefon bot mir aber an, eine Rechnung zu schicken. Als Bonbon gab es den Zug zum Flug dazu ... Und, entscheidend, ich musste nicht mehr zahlen als im Februar, praktischerweise ...
Naja, hat ja noch alles geklappt. Bin schon sehr gespannt, wie das wird ...
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass auf der Ethiopian-Airlines-Seite mein Flug nicht mehr steht, dort war er drei Monate verfügbar gewesen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Ethiopian den Flug immer noch nicht abgebucht hat, aber ich habe gedacht: "Solange die meinen Flug als 'bestätigt' anzeigen, muss er ja bestätigt sein." Nun, als er dann weg war, habe ich bei Ethiopian angefragt (nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte), aber diesmal rief ich sogar bei deren Vertretung in Frankfurt an. Und die sagten mir, der Flug sei storniert worden, weil nicht binnen 48 Stunden abgebucht werden konnte. Ich hatte ja erzählt, dass mein Kreditkartenunternehmen die Abbuchung (neben einigen anderen) gesperrt hatte.
Nun, ich versuchte die Online-Buchung erneut und wieder wurde sie von Barclay's geblockt. Wieder rief ich an und erhielt die Mitteilung, dass die Abbuchung geblockt worden sei. Den Vorschlag von Seiten der Sachbearbeiterin dort, dass Ethiopian es nochmal versuchen solle, gab ich an die hiesige Telefonzentrale von Ethiopian weiter. Die aber sagten, sie könnten nicht ein zweites Mal einen Abbuchungsversuch starten. Der sehr freundliche Mann am Telefon bot mir aber an, eine Rechnung zu schicken. Als Bonbon gab es den Zug zum Flug dazu ... Und, entscheidend, ich musste nicht mehr zahlen als im Februar, praktischerweise ...
Naja, hat ja noch alles geklappt. Bin schon sehr gespannt, wie das wird ...
Montag, 19. April 2010
Pass beantragt
So, heute habe ich den vierten Reisepass meines Lebens beantragt. Erstmals wird er 48 Seiten haben, da ich hoffe, bis 2020 doch noch ein wenig zu reisen. Die 81 € (22 € mehr als gewöhnlich) sind hoffentlich gut angelegt ... Da der Pass bis in vier Wochen fertig sein soll, müsste das dann genau reichen mit der frühestmöglichen Beantragung des äthiopischen Visums (die wollen den Pass erst drei Wochen vor Reiseantritt haben). Ich denke, ich werde das äthiopische Visum schon in den neuen Pass geben lassen (ist ja genug Platz :-)). Dann nehme ich den alten Pass zwar mit (für Flug und WM-Karten ist der alte Pass noch angegeben), aber werde nur den neuen verwenden. Oder so ähnlich ...
Sonntag, 21. März 2010
Wieder in Deutschland
Ja, am letzten Tag in Pakistan war dann nicht mehr viel: Essen gehen mit F., dann zum Flughafen, ruhige Flüge nach Kuwait und Frankfurt, nicht mehr nach Kuwait eingereist (also jetzt "59+1" Länder ...), abgeholt von meiner Ma, gen Heimat. Jetzt brauche ich erstmal Erholung ...
Donnerstag, 18. März 2010
Letzter Tag
Heute ist der letzte Tag in Pakistan.
Ich habe die letzten Tage echt sehr geruhsam verbracht, bin am Dienstag noch mit dem Taxi nach Rawalpindi auf den Saddar Bazaar gefahren, habe dort aber nichts Gewuerziges gefunden, sondern nur Schuhe und Tuecher in Unmengen. Danach lag ich um halb sieben im Bett und schaute Cricket.
Gestern rief dann D. an und fragte, ob wir zusammen nach Taxila fahren, was wir dann gemacht haben: Mit dem Taxi nach Rawalpindi, von dort mit dem Minibus nach Taxila und innerhalb der Stadt dann mit der Rikscha zum Museum: Museum sehr chic, ja, durchaus ansehnlich. Danach mit dem Rikscha zu zwei Ausgrabungsstaetten gefahren: Waere ja langweilig gewesen, an einem Weltkulturerbe andere Touristen zu sehen ... Sind von einem der Aufseher sogar noch zu einer eigentlichen geschlossenen Staette gefuehrt worden, von wo aus man einen tollen Blick auf eine alte Stupa und auch auf das Tal, in dem Taxila liegt, hatte. Er erzaehlte auch, dass vor ein paar Jahren noch ganze Busladungen von Deutschen gekommen waeren, jetzt aber praktisch nix mehr. Nun, Taxila ist auch nur ein paar Kilometern von der Northwest Frontier Province entfernt, vor deren Besuch das Auswaertige Amt warnt - aber der Aufseher versicherte uns, dass es hier ganz ruhig sei.
Die Rueckfahrt war ein mittleres Abenteuer, aber schliesslich kamen wir mit Bus und Taxi und mit Essen bewaffnet bei F. an, wo wir bis halb zwoelf versackten.
Heute Morgen fuhren D. und ich zur Faisal-Moschee: Naja, sehr gross, sehr modern, innen auch modern und durchaus ansehnlich, aber jetzt nicht das ultimative achte Weltwunder ... Danach wurde ich hier im Internet-Cafe zweimal von Stromausfaellen unterbrochen. Nachher machen wir noch einen Bummel durchs Diplomatenviertel (wenn's klappt) und treffen uns dann um sechs mit F. zum Abschiedsessen. Gegen eins, halb zwei geht es dann zum Flughafen, wo unser Flug so um 5.30 Uhr geht. Hoffentlich fliegen wir puenktlich ab, damit ich mir noch die kuwaitischen Stempel im Pass holen kann ...
Achso, haben heute doch noch Gewuerze eingekauft und in dem Laden auch alkoholfreies Bier gesehen: mit Ingwer-Geschmack (sogar ganz lecker), mit Honig-Geschmack (eher weniger) und mit Zitronen-Geschmack (pfui Teufel). Kein Wunder, dass hier keiner Bier mag ...
Freue mich auf Zuhause ...
Ich habe die letzten Tage echt sehr geruhsam verbracht, bin am Dienstag noch mit dem Taxi nach Rawalpindi auf den Saddar Bazaar gefahren, habe dort aber nichts Gewuerziges gefunden, sondern nur Schuhe und Tuecher in Unmengen. Danach lag ich um halb sieben im Bett und schaute Cricket.
Gestern rief dann D. an und fragte, ob wir zusammen nach Taxila fahren, was wir dann gemacht haben: Mit dem Taxi nach Rawalpindi, von dort mit dem Minibus nach Taxila und innerhalb der Stadt dann mit der Rikscha zum Museum: Museum sehr chic, ja, durchaus ansehnlich. Danach mit dem Rikscha zu zwei Ausgrabungsstaetten gefahren: Waere ja langweilig gewesen, an einem Weltkulturerbe andere Touristen zu sehen ... Sind von einem der Aufseher sogar noch zu einer eigentlichen geschlossenen Staette gefuehrt worden, von wo aus man einen tollen Blick auf eine alte Stupa und auch auf das Tal, in dem Taxila liegt, hatte. Er erzaehlte auch, dass vor ein paar Jahren noch ganze Busladungen von Deutschen gekommen waeren, jetzt aber praktisch nix mehr. Nun, Taxila ist auch nur ein paar Kilometern von der Northwest Frontier Province entfernt, vor deren Besuch das Auswaertige Amt warnt - aber der Aufseher versicherte uns, dass es hier ganz ruhig sei.
Die Rueckfahrt war ein mittleres Abenteuer, aber schliesslich kamen wir mit Bus und Taxi und mit Essen bewaffnet bei F. an, wo wir bis halb zwoelf versackten.
Heute Morgen fuhren D. und ich zur Faisal-Moschee: Naja, sehr gross, sehr modern, innen auch modern und durchaus ansehnlich, aber jetzt nicht das ultimative achte Weltwunder ... Danach wurde ich hier im Internet-Cafe zweimal von Stromausfaellen unterbrochen. Nachher machen wir noch einen Bummel durchs Diplomatenviertel (wenn's klappt) und treffen uns dann um sechs mit F. zum Abschiedsessen. Gegen eins, halb zwei geht es dann zum Flughafen, wo unser Flug so um 5.30 Uhr geht. Hoffentlich fliegen wir puenktlich ab, damit ich mir noch die kuwaitischen Stempel im Pass holen kann ...
Achso, haben heute doch noch Gewuerze eingekauft und in dem Laden auch alkoholfreies Bier gesehen: mit Ingwer-Geschmack (sogar ganz lecker), mit Honig-Geschmack (eher weniger) und mit Zitronen-Geschmack (pfui Teufel). Kein Wunder, dass hier keiner Bier mag ...
Freue mich auf Zuhause ...
Dienstag, 16. März 2010
Von Hauptstadt zu Hauptstadt
Tja, so schnell geht das, vorgestern war ich noch in der Hauptstadt Indiens, heute Nacht schon wieder in der von Pakistan ...
Der Qutub Minar (der Turm) mit dem umgebenden Park ist sehr chic, macht Spass, darin herumzulaufen, auch und besonders, wenn man hundemuede ist, so wie ich es am Sonntag war. Danach fuhr ich wieder nach Pahar Ganj, ass in der Bar, in der ich am Abend zuvor gewesen war, zu Mittag, diesmal ohne Bier, ging noch kurz ins Internet und ins Hotel und liess mich dann ziemlich frueh rausfahren zum Bahnhof Nizamuddin. Dort fuhr dann um 19 Uhr mein Zug ab. Ich hatte ja ein Abteil in der Ersten Klasse gebucht, aber das mache ich nicht mehr. Das Badezimmer (ja, es gab etwas, was an eine Dusche erinnnern sollte!) war voellig verdreckt, es war ekelhafter als in der Zweiten oder in der Sleeper-Klasse. Auch der Typ in meinem Abteil furzte und ruelpste dauernd, und die Bettwaesche war nicht gerade sauber. Das erwarte ich in der Ersten Klasse doch etwas anders, auch in Indien.
Naja, jedenfalls kam ich trotzdem lebend in Amritsar an, liess mich fuer 500 Rupien zum Goldenen Tempel und anschliessend nach Attari zur Grenze fahren. Der Goldene Tempel der Sikh ist in der Tat beeindruckend. Leider kam ich nicht in den eigentlichen Tempel rein, weil eine Monsterschlage davorstand, aber schon von aussen ist das fantastisch. Ausserdem habe ich jetzt wieder einen Grund nach Indien zurueckzukehren ...
An der Grenze hatte ich dann zwei Stunden Wartezeit, bis die Grenze aufmachte. Ich lernte zwei Schweden kennen, die ein halbes Jahr in Indien waren. Waehrend einer der beiden recht ruhig war, war der andere ganz und gar nicht gelassen und liess kein "fucking" gutes Haar an den "fucking" Indern. Dabei sprach er nicht wirklich leise, sodass wir bald von einer Gruppe von Indern umringt waren, sodass mir doch ein wenig mulmig wurde. Die meisten verstanden aber, glaube ich, nicht so ganz wirklich genau, was er sagte, weshalb dann nichts passiert ist ... Naja, die Grenze oeffnete dann, und ich verliess als Dritter an diesem Tag Indien und kam als Erster in Pakistan an, haha.
Danach liess ich mich von einem Rikscha-Fahrer, der unterwegs seine Tuer verlor und nur dank meines "Stopp"-Gebruells anhielt, nach Lahore fahren. Er hatte mir aus Sicherheitsgruenden seinen (abgelaufenen) Pass gegeben. Interessant fand ich, dass die Inder an Pakistaner "Cricket-Visa" ausgeben, sehr lustig ... Jedenfalls kamen wir gut in Lahore an und in dem Hotel, in das ich wollte, waren keine schoenen Zimmer. Also fuhr ich zum Bahnhof und wollte dort mein Gepaeck einschliessen, bis ich am Abend weiterfahren wollte. Ich entschied mich kurzfristig, gleich nach Rawalpindi, sprich nach Islamabad, zu fahren, um dann heute mir das Rohtas-Fort anzugucken (was ich offenkundig gelassen habe ...). Gepaeck einschliessen ging nicht, und deshalb ging ich auf die Offerte eines Taxifahrers ein, mich zum Lahore Museum zu fahren (wo ich hinwollte), dort zu warten und mich dann zurueck zum Bahnhof zu bringen. Das Lahore Museum ist durchaus chic, aber jetzt keines der grossartigsten Museen, die ich je gesehen habe. Interessant fand ich die Ausstellung moderner Gemaelde pakistanischer Kuenstler, bei denen der Einfluss etwa Picassos oder Gauguins, aeh, nunja, ueberdeutlich zu sehen war ... Und ich bekam endlich Postkarten!
Ich ass dann zu Mittag und setzte mich drei Stunden vor Abfahrt auf den Bahnsteig. Aus einem Zug stieg ein Nobelpreisverdaechtiger aus, der mich darueber aufklaerte, dass er eine Behandlungsmoeglichkeit fuer alle Arten von Hepatitis gefunden habe. Er fragte mich, ob ich ihm behilflich sein koenne, ein Visum fuer Deutschland zu beantragen, damit er seine bahnbrechende Entdeckung in Europa vorstellen koenne. Leider konnte ich ihm nicht helfen, auch nicht, als er fragte, ob ich nach Lahore wolle: Wir sassen in Lahore!
Der Zug selbst (auch erste Klasse) war chic, die Zugbegleiter eher gerissen: Die stellen einem Tee und Essen und alles Moegliche ungefragt hin, und wenn man zugreift, kassieren sie hinterher ab ... Naja, 1,10 Euro an Lehrgeld ist jetzt nicht wirklich die Welt ...
Ich kam gut in Rawalpindi an, wenn auch mit Verspaetung, liess mich in das Haus fahren, in dem ich mit D. schon vor einer guten Woche geschlafen hatte, und legte mich ins Bett.
Heute mache ich einen ruhigen Tag und hoffe, dass ich mich spaetestens morgen mit F. und D. treffen kann, weil mein Koffer noch bei F. steht. Ansonsten koennte es mit den Unterhosen eng werden ...
Ich freue mich auf Zuhause, wo die Muetze von einem Tag Herumlaufen in der Grossstadt nicht schwarz wird und die eigenen Haare keine Dreckspuren auf dem Kopfkissen hinterlassen.
Der Qutub Minar (der Turm) mit dem umgebenden Park ist sehr chic, macht Spass, darin herumzulaufen, auch und besonders, wenn man hundemuede ist, so wie ich es am Sonntag war. Danach fuhr ich wieder nach Pahar Ganj, ass in der Bar, in der ich am Abend zuvor gewesen war, zu Mittag, diesmal ohne Bier, ging noch kurz ins Internet und ins Hotel und liess mich dann ziemlich frueh rausfahren zum Bahnhof Nizamuddin. Dort fuhr dann um 19 Uhr mein Zug ab. Ich hatte ja ein Abteil in der Ersten Klasse gebucht, aber das mache ich nicht mehr. Das Badezimmer (ja, es gab etwas, was an eine Dusche erinnnern sollte!) war voellig verdreckt, es war ekelhafter als in der Zweiten oder in der Sleeper-Klasse. Auch der Typ in meinem Abteil furzte und ruelpste dauernd, und die Bettwaesche war nicht gerade sauber. Das erwarte ich in der Ersten Klasse doch etwas anders, auch in Indien.
Naja, jedenfalls kam ich trotzdem lebend in Amritsar an, liess mich fuer 500 Rupien zum Goldenen Tempel und anschliessend nach Attari zur Grenze fahren. Der Goldene Tempel der Sikh ist in der Tat beeindruckend. Leider kam ich nicht in den eigentlichen Tempel rein, weil eine Monsterschlage davorstand, aber schon von aussen ist das fantastisch. Ausserdem habe ich jetzt wieder einen Grund nach Indien zurueckzukehren ...
An der Grenze hatte ich dann zwei Stunden Wartezeit, bis die Grenze aufmachte. Ich lernte zwei Schweden kennen, die ein halbes Jahr in Indien waren. Waehrend einer der beiden recht ruhig war, war der andere ganz und gar nicht gelassen und liess kein "fucking" gutes Haar an den "fucking" Indern. Dabei sprach er nicht wirklich leise, sodass wir bald von einer Gruppe von Indern umringt waren, sodass mir doch ein wenig mulmig wurde. Die meisten verstanden aber, glaube ich, nicht so ganz wirklich genau, was er sagte, weshalb dann nichts passiert ist ... Naja, die Grenze oeffnete dann, und ich verliess als Dritter an diesem Tag Indien und kam als Erster in Pakistan an, haha.
Danach liess ich mich von einem Rikscha-Fahrer, der unterwegs seine Tuer verlor und nur dank meines "Stopp"-Gebruells anhielt, nach Lahore fahren. Er hatte mir aus Sicherheitsgruenden seinen (abgelaufenen) Pass gegeben. Interessant fand ich, dass die Inder an Pakistaner "Cricket-Visa" ausgeben, sehr lustig ... Jedenfalls kamen wir gut in Lahore an und in dem Hotel, in das ich wollte, waren keine schoenen Zimmer. Also fuhr ich zum Bahnhof und wollte dort mein Gepaeck einschliessen, bis ich am Abend weiterfahren wollte. Ich entschied mich kurzfristig, gleich nach Rawalpindi, sprich nach Islamabad, zu fahren, um dann heute mir das Rohtas-Fort anzugucken (was ich offenkundig gelassen habe ...). Gepaeck einschliessen ging nicht, und deshalb ging ich auf die Offerte eines Taxifahrers ein, mich zum Lahore Museum zu fahren (wo ich hinwollte), dort zu warten und mich dann zurueck zum Bahnhof zu bringen. Das Lahore Museum ist durchaus chic, aber jetzt keines der grossartigsten Museen, die ich je gesehen habe. Interessant fand ich die Ausstellung moderner Gemaelde pakistanischer Kuenstler, bei denen der Einfluss etwa Picassos oder Gauguins, aeh, nunja, ueberdeutlich zu sehen war ... Und ich bekam endlich Postkarten!
Ich ass dann zu Mittag und setzte mich drei Stunden vor Abfahrt auf den Bahnsteig. Aus einem Zug stieg ein Nobelpreisverdaechtiger aus, der mich darueber aufklaerte, dass er eine Behandlungsmoeglichkeit fuer alle Arten von Hepatitis gefunden habe. Er fragte mich, ob ich ihm behilflich sein koenne, ein Visum fuer Deutschland zu beantragen, damit er seine bahnbrechende Entdeckung in Europa vorstellen koenne. Leider konnte ich ihm nicht helfen, auch nicht, als er fragte, ob ich nach Lahore wolle: Wir sassen in Lahore!
Der Zug selbst (auch erste Klasse) war chic, die Zugbegleiter eher gerissen: Die stellen einem Tee und Essen und alles Moegliche ungefragt hin, und wenn man zugreift, kassieren sie hinterher ab ... Naja, 1,10 Euro an Lehrgeld ist jetzt nicht wirklich die Welt ...
Ich kam gut in Rawalpindi an, wenn auch mit Verspaetung, liess mich in das Haus fahren, in dem ich mit D. schon vor einer guten Woche geschlafen hatte, und legte mich ins Bett.
Heute mache ich einen ruhigen Tag und hoffe, dass ich mich spaetestens morgen mit F. und D. treffen kann, weil mein Koffer noch bei F. steht. Ansonsten koennte es mit den Unterhosen eng werden ...
Ich freue mich auf Zuhause, wo die Muetze von einem Tag Herumlaufen in der Grossstadt nicht schwarz wird und die eigenen Haare keine Dreckspuren auf dem Kopfkissen hinterlassen.
Sonntag, 14. März 2010
Vizeweltmeister!
Gestern habe ich einen ganz ruhigen Tag gemacht: Ich bin spaet aufgestanden, habe ausgiebig geduscht, einen kleinen Spaziergang (so man das so nennen kann) durch Delhi gemacht und mich dann zum Hockey-Stadion kutschieren lassen.
Wieder war ich relativ frueh dran, aber das Stadion fuellte sich wesentlich besser als gestern. Vor dem Spiel setzte sich ein sehr freundlicher Deutscher aus Heidelberg neben wir und wir machten einen kleinen deutschen Block auf. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Niederlande, die mit grosser und lautstarker Unterstuetzung unterwegs waren, mit 4:3 gegen England, nachdem England schon 3:1 gefuehrt hatte.
Im Endspiel dann ging Australien nach sechs Minuten in Fuehrung. Das Stadion stand zu 80 % hinter Deutschland, was uns ein neben uns sitzender Inder mit der Cricket-Rivalitaet zwischen Indien und Australien erklaerte. Deutschland konnte nach der Halbzeit ausgleichen, kassierte jedoch noch das 1:2, wobei es bis zum Schluss blieb. Nach dem Spiel wurden die deutschen Spieler fast mehr gefeiert als die australischen Weltmeister, sehr interessant. Nach kurzem Spaziergang und einer Fahrt mit der Metro ging ich noch in eine Bar, schuettete zwei Liter (hier gibt es 650-ml-Flaschen) Kingfisher in mich hinein und ging einigermassen geraden Schrittes ins Hotel.
Heute geht es ein paar Kilometer nach Sueden, mein Ziel ist ein weiteres Weltkulturerbe und heisst Qutb Minar. Heute Abend geht dann um 19 Uhr mein Zug nach Amritsar. Morgen geht es zum Goldenen Tempel und ueber die Grenze nach Lahore in Pakistan.
Delhi macht sich. Letztes Jahr empfand ich das hier alles noch als dreckiger, lauter, unangenehmer. Nun kann es sein, dass das einfach der Schock des ersten Tages in Indien war, und/oder, dass es heisser war als jetzt (obwohl es immer noch gut 25, 30 Grad sind). Aber im Vorfeld der Commonwealth Games, die hier im Herbst stattfinden, wird hier jede Menge gebaut. Nach den Spielen wird Delhi fuer jemanden, der hier vor ein paar Jahren zuletzt war, nicht mehr wiederzuerkennen sein, glaube ich.
Wieder war ich relativ frueh dran, aber das Stadion fuellte sich wesentlich besser als gestern. Vor dem Spiel setzte sich ein sehr freundlicher Deutscher aus Heidelberg neben wir und wir machten einen kleinen deutschen Block auf. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Niederlande, die mit grosser und lautstarker Unterstuetzung unterwegs waren, mit 4:3 gegen England, nachdem England schon 3:1 gefuehrt hatte.
Im Endspiel dann ging Australien nach sechs Minuten in Fuehrung. Das Stadion stand zu 80 % hinter Deutschland, was uns ein neben uns sitzender Inder mit der Cricket-Rivalitaet zwischen Indien und Australien erklaerte. Deutschland konnte nach der Halbzeit ausgleichen, kassierte jedoch noch das 1:2, wobei es bis zum Schluss blieb. Nach dem Spiel wurden die deutschen Spieler fast mehr gefeiert als die australischen Weltmeister, sehr interessant. Nach kurzem Spaziergang und einer Fahrt mit der Metro ging ich noch in eine Bar, schuettete zwei Liter (hier gibt es 650-ml-Flaschen) Kingfisher in mich hinein und ging einigermassen geraden Schrittes ins Hotel.
Heute geht es ein paar Kilometer nach Sueden, mein Ziel ist ein weiteres Weltkulturerbe und heisst Qutb Minar. Heute Abend geht dann um 19 Uhr mein Zug nach Amritsar. Morgen geht es zum Goldenen Tempel und ueber die Grenze nach Lahore in Pakistan.
Delhi macht sich. Letztes Jahr empfand ich das hier alles noch als dreckiger, lauter, unangenehmer. Nun kann es sein, dass das einfach der Schock des ersten Tages in Indien war, und/oder, dass es heisser war als jetzt (obwohl es immer noch gut 25, 30 Grad sind). Aber im Vorfeld der Commonwealth Games, die hier im Herbst stattfinden, wird hier jede Menge gebaut. Nach den Spielen wird Delhi fuer jemanden, der hier vor ein paar Jahren zuletzt war, nicht mehr wiederzuerkennen sein, glaube ich.
Freitag, 12. März 2010
Hockey in Delhi
Nachtrag: Ein paar Links.
Jaja, Lahore. Wir waren dann am Abend noch in der Sufi-Qawwali-was-auch-immer-Singstunde und wurden ueberschwaenglich begruesst. Irgendwann bald nach Anfang der Zeremonie schliefen mir und anscheinend auch den anderen, die mitgefahren sind, die Fuesse ein; unser Aufpasser vom Hostel fuehrte uns hinaus in eine Teestube, um den eigentlichen Gesang abzuwarten. Dort lernten wir den Director einer Stiftung kennen, der uns ueberschwaenglich sein "Hospital" zeigte. Es handelt sich um eine groessere Arztpraxis, aber ich vermute fast, dass das in der aermeren Gegend in den Aussenbezirken von Lahore schon eine grosse Verbesserung gegenueber dem vorherigen Zustand ist. Jedenfalls kam dann der Gesang und das Dach war voll besetzt, aber wir wurden bis vorne zur Buehne geholt, wo wir gleich nach dem Obermufti, dem Mufti und dem Untermufti (oder so aehnlich) die vierthoechsten Ehrengaeste waren. Wieder schliefen mir die Fuesse ein, eingezwaengt zwischen Buehne und Menschen kauernd, aufpassend, dem Obermufti nicht die Fuesse entgegenzustrecken (im Islam eine Beleidigung) und immer wieder die Position wechselnd, wenn den Saengern Geldscheine ueber die Instrumente geworfen wurden ... Der Gesang an sich war uebrigens, nunja, interessant. D. fragte mich noch, ob ich nochmal hingehen wuerde, wenn ich wuesste, was auf mich zukaeme. Unser Gespraech wurde unterbrochen ...
Die Heimfahrt ist eine Geschichte fuer sich. Nachdem wir zunaechst erlebt hatten, wie zwei Frauen von ungefaehr zehn Maennern belaestigt wurden, nahmen wir eine Grossrikscha zurueck zum Hostel. Nun, dort ist ein Fahrerstuhl, eine Reihe fuer drei Menschen vorne und eine hinten (mit Blick nach hinten). Mit diesem Gefaehrt fuhren ungefaehr elf Menschen mit: Einer von uns (ein verrueckter Franzose - eigentlich waren alle drei Franzosen in dem Hostel verrueckt) hing sich erst an die Rikscha hinten dran, und als ihm das angesichts der Schlagloecher zu bunt wurde, setzte er sich D. und mir auf den Schoss. Wieder Beine eingeschlafen ... Wir kamen aber gluecklich im Hostel an.
Am naechsten Morgen checkte ich aus, und D. und ich (D. bleibt noch ein paar Tage in Lahore) fuhren in die Altstadt, liefen ein wenig durch die Basare, schauten uns die Badshahi-Moschee gegenueber dem Fort an (eine der groessten Moscheen der Welt, wobei D. nicht ganz unzutreffend meinte, man brauche ja nur einen Riesen-"Acker" zu ummauern und nach Mekka ausrichten, dann habe man eine Moschee), wollten in einen Hindu-Tempel ("no entry") und guckten uns noch den Turm an, der zu Ehren der Gruendungsdokumente Pakistans in Lahore steht. Der Aufzug hoch ist laut Lonely Planet geschlossen, weil es zu viele Selbstmorde gab ... Unten erklaerten uns dann auch zwei Jugendliche leicht widerspruechlich, hier sei es total sicher, aber es sei eine Taliban-Hochburg und es gebe Anschlaege. Naja, wahrscheinlich haben sie das Gleiche gemeint: Dass es total sicher ist. Oder so.
Ueberhaupt: Grundsaetzlich muss ich sagen, dass die Pakistaner sehr, sehr freundlich sind. Manchmal etwas gewoehungsbeduerftig, aber sehr freundlich und sehr neugierig auf Fremde, was gelegentlich, aber eher selten auch auf den Senkel geht, aber wenn man keine Haendeschuettel-Allergie hat, geht das auch, denn Haende schuetteln muss man oft, sehr oft.
Danach fuhren wir zurueck ins Hostel, ich holte mein Zeug und ab ging es mit Bus 3 und 4 ueber den Bahnhof nach Wagah und von da mit dem Minibus zur Grenze. Widerspruechliche Angaben (mal wieder) zur Grenzschliessungszeit liessen mich etwas frueher aufbrechen als ich es fuer notwendig hielt, aber das war keine Minute zu frueh. Ich kam als Letzter (!) an diesem Tag aus Pakistan raus (aber nicht als Letzter nach Indien rein, weil ich im neutralen Gebiet noch eine indische Reisegruppe ueberholte ...) und wurde von den indischen Grenzern schon mit grimmiger Miene zur Eile angetrieben ... Nach der Grenze kehrte ich erst ein und dann um: Ich wollte direkt zurueck zur Grenze, um die Grenzschliessungszeremonie zu beobachten. Aehm, ich merke gerade, das klingt komisch. Also: Die pakistanisch-indische Grenze ist lang: Zwischen erster Kontrolle auf pakistanischer Seite und letzter Kontrolle auf indischer Seite liegen sicher ein Kilometer und etwa eine dreiviertel Stunde Buerokratie: Pakistanische Einlasskontrolle in die Grenzzone, pakistanischer Zoll, pakistanische Grenzbeamte, pakistanische Ausreiseeintragung (in ein richtiges Buch!), Uebertritt der eigentlichen Grenze mit Den-Soldaten-den-Pass-mit-Ausreisestempel-Zeigen, indische Eintragung (auch in ein richtiges Buch!), indische Grenzbeamte, indischer Zoll, indische Auslasskontrolle aus der Grenzzone. Achso, und wenn dann der pakistanische Grenzer seinen Stempel nicht findet, wird's schonmal kribbelig, wenn die Zeit eng wird ;-). So, nach mir war die Grenze dann faktisch zu, man konnte sie also nicht mehr ueberqueren. Nach kurzer Zeit werden aber die Grenzzonen auf pakistanischer und indischer Seite wieder geoeffnet (nicht aber die Grenze!), damit die vielen (vielen!) Schaulustigen die formelle Grenzschliessung sehen koennen: Man kann also an die Grenze, aber nicht mehr ueber die Grenze.
So, zu dieser Grenzschliessungszeremonie kam ich aber mit meinem Rucksack nicht mehr rein, also musste ich den unterstellen. Ein findiger Wirt an der Grenze bot mir gleich an, dass ich den Rucksack bei ihm unterstellen koenne und fand gleich ein triftiges Argument, mich bei ihm niederzulassen: Bier (ich weiss, dass da gerade in der Naehe des Steinwegs jemand grinst). Jedenfalls versorgte er mich mit Bier (Haywards extra strong, mindestens 5,25 Prozent, lecker, aber eben stark). Er sagte aber, ich solle das Bier in ein Glas schuetten und die Flasche dann auf den Boden stellen. In Punjab ist offenbar der Genuss von Alkohol in der Oeffentlichkeit untersagt ... Jedenfalls bekam ich auch ein paar Samosas (Teigtaschen mit Kartoffel-und-was-weiss-ich-noch-Fuellung) und liess mich dann zu einer Taxifahrt im Anschluss an die Grenzschliessung ueberreden, bezahlte aber einen durchaus akzeptablen Preis dafuer.
Die Grenzschliessung an sich ist ganz lustig, auch wenn Europaeer mit diesem nationalistischen Zeugs nicht mehr so viel anfangen koennen, glaube ich. Im Lonely Planet stand was von "to out-shout the other side". Ich wusste nicht, was ich mir darunter vorstellen musste, aber die bruellen tatsaechlich gegenseitig ueber die Grenze, und welcher Soldat laenger den Vokal bruellen kann, dessen Seite hat gewonnen, oder so aehnlich. Jedenfalls hat es mich aber gefreut, mal wieder tanzende Frauen zu sehen.
Naja, nach der Grenzschliessung dann zurueck zu meinem Wirt, nochmal ein Bier (ich haette nach einer Woche Pakistan echt gedacht, dass man mich nicht ganz so leicht rumkriegt, aber ein Bier ...) und ein Tee, dann ins Taxi nach Amritsar. Dort nach einer Stunde Fahrt gut angekommen, in der Wechselstube mitbekommen, dass Deutschland im Hockey-WM-Halbfinale gewonnen hat, und zum Bahnhof. Dort zwei Stunden rumgessen. Ich hatte ja online eine Fahrkarte gekauft, aber dabei ein indische Fantasie-Handy-Nummer angegeben, da man nur nach Angabe einer solchen buchen kann. Daher wusste irgendein armer Teufel hier in Indien nix mit seiner Platzreservierungs-SMS anzufangen, aber eben ich auch nicht, wo ich sass. Ich musste also auf die Aushaenge warten, die dann endlich etwa 30 Minuten vor Abfahrt aushingen. Ich fand nach endlicher Suche meinen Namen und ging ins Abteil, wo schon ein einzelner Mann und eine Sikh-Familie sass. Kein Gespraech, kein gar nichts, aber das war mir in der Situation sehr recht. Ich verzog mich fuenf Minuten vor Abfahrt in mein Hochbett und ward nicht mehr gesehen, von der Fahrkartenkontrolle abgesehen.
Nach schlechtem Schlaf kam ich gegen 7 Uhr in Delhi an und ging erstmal ne Runde vor Taxi- und Rikschafahrern fluechten, bis ich mich schliesslich einem anvertraute, der mich nicht so ganz arg beschiss. Wieder nach Pahar Ganj gefahren, wieder ins Cottage Yes Please gewollt, wieder woanders hinschleppen lassen, aber das hier ist auch nicht so schlecht, vor allem schoen ruhig, was hier in Pahar Ganj eher selten ist: Das ist die Haupt-Basar-Gegend und dementsprechend brausen durch die groesseren Gassen auch nachts gerne mal die Motorikschas mit Hupen ... Die Bettwaesche sieht zwar nicht ganz so sauber aus, aber ganz sauber bin ich im Moment auch nicht mehr (ja, ich weiss, was ich gerade geschrieben habe). Ich freue mich auf die Dusche morgen Frueh!
Danach zum Ambedkar-Stadion gefahren (fahren lassen von einem ehrlichen Rikscha-Fahrer, nachdem ich ein Stueck gelaufen war), um meine Internet-Reservierung fuer die Karte fuer den Finaltag der Hockey-WM morgen in die richtige Karte umzutauschen. Habe dann auch gleich noch eine Karte fuer heute gekauft. Dann noch, um das Kulturprogramm heute mal anzufangen, zu Humayuns Grab fahren lassen: Weltkulturerbe, und das zu Recht. Schoene Mischung aus Taj-Mahal-Marmor und Rotes-Fort-Sandstein, sehr ansehnlich mit Park drumherum, in dem ich mich angesichts eines bevorstehenden Hitzschlags erstmal ein wenig erholt habe. Dann zum India Gate fahren lassen und von dort den kurzen Fussweg zum Hockey-Stadion. Man beachte: Karten umtauschen und kaufen an einem anderen Stadion als das Turnier!
Aehnlich intelligent verlief auch die Einlasskontrolle: Kameras sind verboten, und natuerlich hatte ich eine dabei. Die Sicherheitsleute liessen sich aber zum Glueck darauf ein, meine Kamera fuer mich aufzubewahren. Dafuer hatte ich dankbar sein wollen, merkte aber spaeter, dass alle Inder um mich herum ihre Handys und Kameras mit im Stadion hatten. Da war ich dann doch ein wenig sauer. Wenn ich Lust habe, schreibe ich den Organisatoren einen geharnischten Brief, aber nicht heute, weil ich morgen ja zum Finale noch ungeschoren reinkommen will (ohne Kamera ...).
Heute ging es um die Plaetze 5 bis 10. Im Spiel um Platz 9 besiegte Neuseeland Suedafrika im Siebenmeterschiessen, nachdem es in der letzten Aktion der regulaeren Spielzeit, einer Strafecke, zum 4:4-Ausgleich getroffen und die Verlaengerung ohne Tor geblieben war. Im Spiel um Platy 7, dem Highlight von der Stimmung her, unterlag Indien gegen Argentinien mit 2:4, bevor schliesslich Spanien mit einem 2:0 gegen Suedkorea sich den Platz 5 sicherte. Doch, Hockey ist ein schoenes Spiel, muss ich schon sagen, vor allem, weil die durch ein paar Regeln das Spiel schoen schnell machen: Der Ball muss zum Beispiel nicht zwingend ruhen bei einem Freischlag oder so und es wird sehr viel Vorteil laufen gelassen. Auch der Videobeweis, den es gibt, verzoegert das Spiel nur selten und dann nicht wesentlich, weil es regelmaessig um eine bedeutende Situation geht.
Heute wurde ich erst (vor Humayuns Grab) fuer einen Russen (wie schon in Syrien), dann im Stadion fuer einen Argentinier gehalten. Ich hoffe, dass ich morgen dank meiner Fahne (schwarz-rot-gold, kein Alkohol!) eindeutig identifiziert werden kann und werde.
Morgen ist Ausschlafen angesagt, dann geht es so gegen 15 Uhr oder so zum Stadion zum Spiel um Platz 3 und anschliessend gegen 20 Uhr steigt das Finale: Deutschland gegen Australien. Diese Begegnung hat es mir dieses Jahr angetan, im Juni werde ich bei der Fussball-WM die gleiche Paarung sehen ...
War mal wieder ein laengerer Eintrag. Jetzt geht es gleich ins Bett, glaube ich ...
Jaja, Lahore. Wir waren dann am Abend noch in der Sufi-Qawwali-was-auch-immer-Singstunde und wurden ueberschwaenglich begruesst. Irgendwann bald nach Anfang der Zeremonie schliefen mir und anscheinend auch den anderen, die mitgefahren sind, die Fuesse ein; unser Aufpasser vom Hostel fuehrte uns hinaus in eine Teestube, um den eigentlichen Gesang abzuwarten. Dort lernten wir den Director einer Stiftung kennen, der uns ueberschwaenglich sein "Hospital" zeigte. Es handelt sich um eine groessere Arztpraxis, aber ich vermute fast, dass das in der aermeren Gegend in den Aussenbezirken von Lahore schon eine grosse Verbesserung gegenueber dem vorherigen Zustand ist. Jedenfalls kam dann der Gesang und das Dach war voll besetzt, aber wir wurden bis vorne zur Buehne geholt, wo wir gleich nach dem Obermufti, dem Mufti und dem Untermufti (oder so aehnlich) die vierthoechsten Ehrengaeste waren. Wieder schliefen mir die Fuesse ein, eingezwaengt zwischen Buehne und Menschen kauernd, aufpassend, dem Obermufti nicht die Fuesse entgegenzustrecken (im Islam eine Beleidigung) und immer wieder die Position wechselnd, wenn den Saengern Geldscheine ueber die Instrumente geworfen wurden ... Der Gesang an sich war uebrigens, nunja, interessant. D. fragte mich noch, ob ich nochmal hingehen wuerde, wenn ich wuesste, was auf mich zukaeme. Unser Gespraech wurde unterbrochen ...
Die Heimfahrt ist eine Geschichte fuer sich. Nachdem wir zunaechst erlebt hatten, wie zwei Frauen von ungefaehr zehn Maennern belaestigt wurden, nahmen wir eine Grossrikscha zurueck zum Hostel. Nun, dort ist ein Fahrerstuhl, eine Reihe fuer drei Menschen vorne und eine hinten (mit Blick nach hinten). Mit diesem Gefaehrt fuhren ungefaehr elf Menschen mit: Einer von uns (ein verrueckter Franzose - eigentlich waren alle drei Franzosen in dem Hostel verrueckt) hing sich erst an die Rikscha hinten dran, und als ihm das angesichts der Schlagloecher zu bunt wurde, setzte er sich D. und mir auf den Schoss. Wieder Beine eingeschlafen ... Wir kamen aber gluecklich im Hostel an.
Am naechsten Morgen checkte ich aus, und D. und ich (D. bleibt noch ein paar Tage in Lahore) fuhren in die Altstadt, liefen ein wenig durch die Basare, schauten uns die Badshahi-Moschee gegenueber dem Fort an (eine der groessten Moscheen der Welt, wobei D. nicht ganz unzutreffend meinte, man brauche ja nur einen Riesen-"Acker" zu ummauern und nach Mekka ausrichten, dann habe man eine Moschee), wollten in einen Hindu-Tempel ("no entry") und guckten uns noch den Turm an, der zu Ehren der Gruendungsdokumente Pakistans in Lahore steht. Der Aufzug hoch ist laut Lonely Planet geschlossen, weil es zu viele Selbstmorde gab ... Unten erklaerten uns dann auch zwei Jugendliche leicht widerspruechlich, hier sei es total sicher, aber es sei eine Taliban-Hochburg und es gebe Anschlaege. Naja, wahrscheinlich haben sie das Gleiche gemeint: Dass es total sicher ist. Oder so.
Ueberhaupt: Grundsaetzlich muss ich sagen, dass die Pakistaner sehr, sehr freundlich sind. Manchmal etwas gewoehungsbeduerftig, aber sehr freundlich und sehr neugierig auf Fremde, was gelegentlich, aber eher selten auch auf den Senkel geht, aber wenn man keine Haendeschuettel-Allergie hat, geht das auch, denn Haende schuetteln muss man oft, sehr oft.
Danach fuhren wir zurueck ins Hostel, ich holte mein Zeug und ab ging es mit Bus 3 und 4 ueber den Bahnhof nach Wagah und von da mit dem Minibus zur Grenze. Widerspruechliche Angaben (mal wieder) zur Grenzschliessungszeit liessen mich etwas frueher aufbrechen als ich es fuer notwendig hielt, aber das war keine Minute zu frueh. Ich kam als Letzter (!) an diesem Tag aus Pakistan raus (aber nicht als Letzter nach Indien rein, weil ich im neutralen Gebiet noch eine indische Reisegruppe ueberholte ...) und wurde von den indischen Grenzern schon mit grimmiger Miene zur Eile angetrieben ... Nach der Grenze kehrte ich erst ein und dann um: Ich wollte direkt zurueck zur Grenze, um die Grenzschliessungszeremonie zu beobachten. Aehm, ich merke gerade, das klingt komisch. Also: Die pakistanisch-indische Grenze ist lang: Zwischen erster Kontrolle auf pakistanischer Seite und letzter Kontrolle auf indischer Seite liegen sicher ein Kilometer und etwa eine dreiviertel Stunde Buerokratie: Pakistanische Einlasskontrolle in die Grenzzone, pakistanischer Zoll, pakistanische Grenzbeamte, pakistanische Ausreiseeintragung (in ein richtiges Buch!), Uebertritt der eigentlichen Grenze mit Den-Soldaten-den-Pass-mit-Ausreisestempel-Zeigen, indische Eintragung (auch in ein richtiges Buch!), indische Grenzbeamte, indischer Zoll, indische Auslasskontrolle aus der Grenzzone. Achso, und wenn dann der pakistanische Grenzer seinen Stempel nicht findet, wird's schonmal kribbelig, wenn die Zeit eng wird ;-). So, nach mir war die Grenze dann faktisch zu, man konnte sie also nicht mehr ueberqueren. Nach kurzer Zeit werden aber die Grenzzonen auf pakistanischer und indischer Seite wieder geoeffnet (nicht aber die Grenze!), damit die vielen (vielen!) Schaulustigen die formelle Grenzschliessung sehen koennen: Man kann also an die Grenze, aber nicht mehr ueber die Grenze.
So, zu dieser Grenzschliessungszeremonie kam ich aber mit meinem Rucksack nicht mehr rein, also musste ich den unterstellen. Ein findiger Wirt an der Grenze bot mir gleich an, dass ich den Rucksack bei ihm unterstellen koenne und fand gleich ein triftiges Argument, mich bei ihm niederzulassen: Bier (ich weiss, dass da gerade in der Naehe des Steinwegs jemand grinst). Jedenfalls versorgte er mich mit Bier (Haywards extra strong, mindestens 5,25 Prozent, lecker, aber eben stark). Er sagte aber, ich solle das Bier in ein Glas schuetten und die Flasche dann auf den Boden stellen. In Punjab ist offenbar der Genuss von Alkohol in der Oeffentlichkeit untersagt ... Jedenfalls bekam ich auch ein paar Samosas (Teigtaschen mit Kartoffel-und-was-weiss-ich-noch-Fuellung) und liess mich dann zu einer Taxifahrt im Anschluss an die Grenzschliessung ueberreden, bezahlte aber einen durchaus akzeptablen Preis dafuer.
Die Grenzschliessung an sich ist ganz lustig, auch wenn Europaeer mit diesem nationalistischen Zeugs nicht mehr so viel anfangen koennen, glaube ich. Im Lonely Planet stand was von "to out-shout the other side". Ich wusste nicht, was ich mir darunter vorstellen musste, aber die bruellen tatsaechlich gegenseitig ueber die Grenze, und welcher Soldat laenger den Vokal bruellen kann, dessen Seite hat gewonnen, oder so aehnlich. Jedenfalls hat es mich aber gefreut, mal wieder tanzende Frauen zu sehen.
Naja, nach der Grenzschliessung dann zurueck zu meinem Wirt, nochmal ein Bier (ich haette nach einer Woche Pakistan echt gedacht, dass man mich nicht ganz so leicht rumkriegt, aber ein Bier ...) und ein Tee, dann ins Taxi nach Amritsar. Dort nach einer Stunde Fahrt gut angekommen, in der Wechselstube mitbekommen, dass Deutschland im Hockey-WM-Halbfinale gewonnen hat, und zum Bahnhof. Dort zwei Stunden rumgessen. Ich hatte ja online eine Fahrkarte gekauft, aber dabei ein indische Fantasie-Handy-Nummer angegeben, da man nur nach Angabe einer solchen buchen kann. Daher wusste irgendein armer Teufel hier in Indien nix mit seiner Platzreservierungs-SMS anzufangen, aber eben ich auch nicht, wo ich sass. Ich musste also auf die Aushaenge warten, die dann endlich etwa 30 Minuten vor Abfahrt aushingen. Ich fand nach endlicher Suche meinen Namen und ging ins Abteil, wo schon ein einzelner Mann und eine Sikh-Familie sass. Kein Gespraech, kein gar nichts, aber das war mir in der Situation sehr recht. Ich verzog mich fuenf Minuten vor Abfahrt in mein Hochbett und ward nicht mehr gesehen, von der Fahrkartenkontrolle abgesehen.
Nach schlechtem Schlaf kam ich gegen 7 Uhr in Delhi an und ging erstmal ne Runde vor Taxi- und Rikschafahrern fluechten, bis ich mich schliesslich einem anvertraute, der mich nicht so ganz arg beschiss. Wieder nach Pahar Ganj gefahren, wieder ins Cottage Yes Please gewollt, wieder woanders hinschleppen lassen, aber das hier ist auch nicht so schlecht, vor allem schoen ruhig, was hier in Pahar Ganj eher selten ist: Das ist die Haupt-Basar-Gegend und dementsprechend brausen durch die groesseren Gassen auch nachts gerne mal die Motorikschas mit Hupen ... Die Bettwaesche sieht zwar nicht ganz so sauber aus, aber ganz sauber bin ich im Moment auch nicht mehr (ja, ich weiss, was ich gerade geschrieben habe). Ich freue mich auf die Dusche morgen Frueh!
Danach zum Ambedkar-Stadion gefahren (fahren lassen von einem ehrlichen Rikscha-Fahrer, nachdem ich ein Stueck gelaufen war), um meine Internet-Reservierung fuer die Karte fuer den Finaltag der Hockey-WM morgen in die richtige Karte umzutauschen. Habe dann auch gleich noch eine Karte fuer heute gekauft. Dann noch, um das Kulturprogramm heute mal anzufangen, zu Humayuns Grab fahren lassen: Weltkulturerbe, und das zu Recht. Schoene Mischung aus Taj-Mahal-Marmor und Rotes-Fort-Sandstein, sehr ansehnlich mit Park drumherum, in dem ich mich angesichts eines bevorstehenden Hitzschlags erstmal ein wenig erholt habe. Dann zum India Gate fahren lassen und von dort den kurzen Fussweg zum Hockey-Stadion. Man beachte: Karten umtauschen und kaufen an einem anderen Stadion als das Turnier!
Aehnlich intelligent verlief auch die Einlasskontrolle: Kameras sind verboten, und natuerlich hatte ich eine dabei. Die Sicherheitsleute liessen sich aber zum Glueck darauf ein, meine Kamera fuer mich aufzubewahren. Dafuer hatte ich dankbar sein wollen, merkte aber spaeter, dass alle Inder um mich herum ihre Handys und Kameras mit im Stadion hatten. Da war ich dann doch ein wenig sauer. Wenn ich Lust habe, schreibe ich den Organisatoren einen geharnischten Brief, aber nicht heute, weil ich morgen ja zum Finale noch ungeschoren reinkommen will (ohne Kamera ...).
Heute ging es um die Plaetze 5 bis 10. Im Spiel um Platz 9 besiegte Neuseeland Suedafrika im Siebenmeterschiessen, nachdem es in der letzten Aktion der regulaeren Spielzeit, einer Strafecke, zum 4:4-Ausgleich getroffen und die Verlaengerung ohne Tor geblieben war. Im Spiel um Platy 7, dem Highlight von der Stimmung her, unterlag Indien gegen Argentinien mit 2:4, bevor schliesslich Spanien mit einem 2:0 gegen Suedkorea sich den Platz 5 sicherte. Doch, Hockey ist ein schoenes Spiel, muss ich schon sagen, vor allem, weil die durch ein paar Regeln das Spiel schoen schnell machen: Der Ball muss zum Beispiel nicht zwingend ruhen bei einem Freischlag oder so und es wird sehr viel Vorteil laufen gelassen. Auch der Videobeweis, den es gibt, verzoegert das Spiel nur selten und dann nicht wesentlich, weil es regelmaessig um eine bedeutende Situation geht.
Heute wurde ich erst (vor Humayuns Grab) fuer einen Russen (wie schon in Syrien), dann im Stadion fuer einen Argentinier gehalten. Ich hoffe, dass ich morgen dank meiner Fahne (schwarz-rot-gold, kein Alkohol!) eindeutig identifiziert werden kann und werde.
Morgen ist Ausschlafen angesagt, dann geht es so gegen 15 Uhr oder so zum Stadion zum Spiel um Platz 3 und anschliessend gegen 20 Uhr steigt das Finale: Deutschland gegen Australien. Diese Begegnung hat es mir dieses Jahr angetan, im Juni werde ich bei der Fussball-WM die gleiche Paarung sehen ...
War mal wieder ein laengerer Eintrag. Jetzt geht es gleich ins Bett, glaube ich ...
Mittwoch, 10. März 2010
Lahore
So, heute Mittag sind wir in Lahore angekommen - endlich ...
Gestern Morgen haben wir uns noch die St. Patrick's Cathedral in Karachi angeschaut, danach das Mausoleum des Staatsgruenders Jinnah und schlussendlich noch die groesste eindomige Moschee der Welt mit dem poetischen Namen Defense Housing Authority Mosque ... Ab ging es dann mit der Rikscha zu unserem Hotel, von dort weiter zum Bahnhof Karachi City. Dort waren wir zum Glueck deutlich zu frueh, denn es stellte sich heraus, dass das der falsche Bahnhof war: Wir mussten zum Bahnhof Karachi Cantt. Das hatte uns der freundliche Fahrkartenverkauefer am Karachi-City-Bahnhof natuerlich nicht gesagt, als er uns alles andere auf der Fahrkarte inklusive seines und meines Namens erklaert hatte. Naja, eine weitere Rikscha genommen und zum richtigen Bahnhof. Dort ging alles glatt und wir stiegen in unseren Zug ein.
Achja, mit meinem Handy funktioniert jetzt alles: Es waren zwar zwei weitere Anlaeufte noetig, bis ich endlich die richtige SIM-Karte aktiviert bekam, aber jetzt haut es hin. Leider habe ich erst danach herausgefunden, dass ein Anruf von einem der Strassentelefone hier kaum teurer ist als ein Anruf meiner Mutter bei mir. Naja, shit happens ...
Im Zug lernten wir viele nette Leute kennen, die uns zum Tee und zum Essen einluden, unser Wasser mittranken (das ist hier so ueblich) und uns ausfragten. Inzwischen haben wir uns daran gewoehnt, dass spaetestens in der dritten Frage nach unserer Herkunftsangabe "Germany" die Aussage "Germany? Ah, Hitler country!" kommt. Mich beschleicht das doofe Gefuehl, dass das positiv gemeint ist ...
Die Jungs vom Abteil brachten mich zwar dann nachts fast bis zur Weissglut, weil sie bis um drei Uhr rumbruellten und -sangen (die Teeverkaeufer an den Bahnsteigen, die geschaetzte 30 Mal durch den Zug "Chai, lecker, lecker Chai" - natuerlich auf Urdu - bruellten, nicht mitgerechnet). Dann waren sie aber wenigstens ruhig und am naechsten Morgen genauso geschafft wie wir.
Vom Bahnhof ging es mit der Rikscha zu dem angesagten Traveller-Hotel hier in Lahore, wo wir fuer ein Zimmer ohne Dusche zusammen 4 Euro oder so bezahlen. Naja, ab morgen bin ich ja alleine unterwegs. Alleine war ich dann heute auch in Lahore unterwegs, weil es D. nicht so gut ging im Zug heute Nacht. Wir trinken aber auch viel Wasser und essen wenig, weil es so warm ist (in Lahore etwas weniger als in Karachi), und wenn wir essen, dann oft an Strassenstaenden, aber mir geht es, toi, toi, toi, noch sehr gut. Ich habe mir das Lahore Fort angeschaut (Welt-Kulturerbe): Durchaus ansehnlich, auch wenn es nicht mit denen in Agra oder Delhi mithalten kann. In die gegenueberliegende Moschee, eine der groessten der Welt, konnte ich leider nicht, weil prompt der Muezzin anfing, als ich aus dem Fort rauskam. Danach ging ich den Weg zurueck durch die Altstadt: Sehr interessant. Heute Abend geht es dann, wohl mit D., noch zu den Sufis zu einer Zeremonie. Mal sehen, wie die wird ...
So, Deutschland hat das Halbfinale der Hockey-WM erreicht, also werde ich die Jungs von Markus Weise auf alle Faelle am Samstag in Delhi sehen, hoffentlich natuerlich im Finale mit dem besseren Ende, ansonsten halt im Spiel um Platz 3.
So, ich werde weiter berichten.
Gestern Morgen haben wir uns noch die St. Patrick's Cathedral in Karachi angeschaut, danach das Mausoleum des Staatsgruenders Jinnah und schlussendlich noch die groesste eindomige Moschee der Welt mit dem poetischen Namen Defense Housing Authority Mosque ... Ab ging es dann mit der Rikscha zu unserem Hotel, von dort weiter zum Bahnhof Karachi City. Dort waren wir zum Glueck deutlich zu frueh, denn es stellte sich heraus, dass das der falsche Bahnhof war: Wir mussten zum Bahnhof Karachi Cantt. Das hatte uns der freundliche Fahrkartenverkauefer am Karachi-City-Bahnhof natuerlich nicht gesagt, als er uns alles andere auf der Fahrkarte inklusive seines und meines Namens erklaert hatte. Naja, eine weitere Rikscha genommen und zum richtigen Bahnhof. Dort ging alles glatt und wir stiegen in unseren Zug ein.
Achja, mit meinem Handy funktioniert jetzt alles: Es waren zwar zwei weitere Anlaeufte noetig, bis ich endlich die richtige SIM-Karte aktiviert bekam, aber jetzt haut es hin. Leider habe ich erst danach herausgefunden, dass ein Anruf von einem der Strassentelefone hier kaum teurer ist als ein Anruf meiner Mutter bei mir. Naja, shit happens ...
Im Zug lernten wir viele nette Leute kennen, die uns zum Tee und zum Essen einluden, unser Wasser mittranken (das ist hier so ueblich) und uns ausfragten. Inzwischen haben wir uns daran gewoehnt, dass spaetestens in der dritten Frage nach unserer Herkunftsangabe "Germany" die Aussage "Germany? Ah, Hitler country!" kommt. Mich beschleicht das doofe Gefuehl, dass das positiv gemeint ist ...
Die Jungs vom Abteil brachten mich zwar dann nachts fast bis zur Weissglut, weil sie bis um drei Uhr rumbruellten und -sangen (die Teeverkaeufer an den Bahnsteigen, die geschaetzte 30 Mal durch den Zug "Chai, lecker, lecker Chai" - natuerlich auf Urdu - bruellten, nicht mitgerechnet). Dann waren sie aber wenigstens ruhig und am naechsten Morgen genauso geschafft wie wir.
Vom Bahnhof ging es mit der Rikscha zu dem angesagten Traveller-Hotel hier in Lahore, wo wir fuer ein Zimmer ohne Dusche zusammen 4 Euro oder so bezahlen. Naja, ab morgen bin ich ja alleine unterwegs. Alleine war ich dann heute auch in Lahore unterwegs, weil es D. nicht so gut ging im Zug heute Nacht. Wir trinken aber auch viel Wasser und essen wenig, weil es so warm ist (in Lahore etwas weniger als in Karachi), und wenn wir essen, dann oft an Strassenstaenden, aber mir geht es, toi, toi, toi, noch sehr gut. Ich habe mir das Lahore Fort angeschaut (Welt-Kulturerbe): Durchaus ansehnlich, auch wenn es nicht mit denen in Agra oder Delhi mithalten kann. In die gegenueberliegende Moschee, eine der groessten der Welt, konnte ich leider nicht, weil prompt der Muezzin anfing, als ich aus dem Fort rauskam. Danach ging ich den Weg zurueck durch die Altstadt: Sehr interessant. Heute Abend geht es dann, wohl mit D., noch zu den Sufis zu einer Zeremonie. Mal sehen, wie die wird ...
So, Deutschland hat das Halbfinale der Hockey-WM erreicht, also werde ich die Jungs von Markus Weise auf alle Faelle am Samstag in Delhi sehen, hoffentlich natuerlich im Finale mit dem besseren Ende, ansonsten halt im Spiel um Platz 3.
So, ich werde weiter berichten.
Montag, 8. März 2010
Chaos in Karachi
Argh. Heute war lustig, haha ...
Frueh aufgestanden, nach einigem (einigem!) Suchen eine Geldwechselstube gefunden, dort aber zu wirklich gutem Kurs gewechselt (115 Rupien = 1 Euro), dann zur Tourist-Info, dort von sehr freundlichem Menschen mit Karten ueberhaeuft worden, anschliessend zum Bahnhof, dort fuer 10 Euro einen Economy-Class-Schlafwagen-Platz gebucht, mal sehen, wie die Pakistan "Economy Class" definieren. Apropos Zug: Habe gestern noch erfolgreich meine Zugfahrten in Indien gebucht, die Hinstrecke in der Holzklasse (war sonst nix mehr frei), den Rueckweg von Delhi nach Amritsar in der Ersten Klasse. Mal gucken, wie gross der Unterschied ist.
Danach auf zum Mausoleum des pakistanischen Staatsgruenders Jinnah, das aber - im Gegensatz zur Angabe im Lonely Planet - heute (?) - zu war. Danach zum Hafen, um eine kuehle Brise auf der Fahrt mit einer im Lonely Planet empfohlenen Faehre auf eine Insel zu machen. Ankunft am Hafen, grosses Theater, so ein Typ sagt uns, wir muessten zur Polizei, damit die uns die Fahrt genehmigt und schleppt uns mit, aber die Polizei (oder Einwanderungsbehoerde oder was auch immer) sagt, wir duerfen nicht. Davon stand im Lonely Planet ueberhaupt nix. Naja, schade.
Dann den Besuch im Pakistan National Museum vorgezogen. Nun, ziemlich heruntergekommen ... Auf einer der Karten ist noch die UdSSR vermerkt, und so sieht das ganze Museum aus. Wenn das ein Ausstellungsstueck Pakistans sein soll, nun, dann gute Nacht.
Danach ein kurzes Nickerchen im Park davor gemacht. Am Abend zurueck in die Stadt, wollten eine Kirche besichtigen, auch zu (war allerdings fast zu erwarten, da es hier sicher den einen oder anderen fanatischen Moslem gibt, der gerne mal 'ne Kirche in die Luft sprengen wuerde ...). Dann wollte ich eine SIM-Karte fuer mein Handy kaufen, ging auch, aber die Freischaltung ging nicht, sondern nur im Service Center (weil ich Auslaender bin). Also auf zum Service Center, das demnaechst zu machte. Dort weiter verwiesen ans Hauptbuero am anderen Ende der Stadt. Habe aber bis um acht auf. Ich in eine Motorikscha gesprungen und dorthin geduest (bzw. mich duesen lassen), dort auch dank eines faehigen Rikschafahrers angekommen, aber schon zu (seit um sechs). Willkommen in Pakistan! Buerokratie und Inkompetenz (ja, ich pauschalisiere gerade).
Naja, so schlimm ist Pakistan wie gesagt auch nicht. Morgen wollen wir zwar nach Lahore, wo es heute einen Anschlag mit einer zweistelligen Zahl von Toten gegeben hat, und laut F. sagt die Regierung auch, dass es im Zuge der Fruehlingsfeste, die im Moment laufen sollen, wohl ein paar Anschlaege geben wird, aber wir sind einigermassen vorsichtig und hoffen das Beste.
Der weitere Plan sieht so aus, dass wir morgen Abend den Schlafwagen nach Lahore nehmen, wo wir uebermorgen (Mittwoch, 10.) Mittag ankommen. Davor werden wir uns hier noch eine moderne Moschee und (hoffentlich) das Jinnah-Mausoleum angucken. In Lahore nehmen wir uns ein Zimmer fuer eine Nacht und gucken uns die Stadt an. Am 11. (Do) mittags werde ich den Bus nach Wagah an die Grenze nehmen, die Grenze ueberqueren, mir die Grenzschliessung in Wagah und den Goldenen Tempel in Amritsar angucken und dann mit dem Nachtzug nach Delhi fahren, wo ich am 12. (Fr) ankomme. In Delhi will ich mir noch die zwei, drei beim letzten Mal verpassten Sehenswuerdigkeiten anschauen und natuerlich noch meine Hockey-Karte umtauschen und zum Spiel am 13. nachmittags gehen, bevor ich am 14. nachmittags den Zug nach Amritsar zurueck nehme, wo ich am 15. ankomme. Grenzueberquerung, Grenzschliessung angucken und ab nach Lahore, wo ich dann noch mal zwei Naechte zubringen will. Am 17. morgens nach Rawalpindi, wahrscheinlich mit dem Zug. Am 18. nach Taxila und Rawalpindi in den Basar, bevor wir wahrscheinlich mehr oder weniger die Nacht durchmachen und am 19. Maerz morgens um 2 Uhr zum Flughafen rausfahren und heimfliegen.
Pakistan: Hm, interessant. Der Verkehr ist gewohnt chaotisch, die Menschen in aller Regel herzensfreundlich, Abzocke viel weniger als in Indien (Karachi mehr als in Islamabad), Essen sehr scharf, aber sehr lecker, Lebenshaltung allgemein ziemlich guenstig. Sicher zur Zeit und womoeglich auch mittelfristig kein klassisches Urlaubsland, aber es hat dennoch Einiges zu bieten.
Achso, im National Museum stand ein denkwuerdiger Satz (Hervorhebung von mir): "Pakistan ist eines der wenigen Laender der Welt mit einem reichen kulturellen Erbe." Na dann ...
Frueh aufgestanden, nach einigem (einigem!) Suchen eine Geldwechselstube gefunden, dort aber zu wirklich gutem Kurs gewechselt (115 Rupien = 1 Euro), dann zur Tourist-Info, dort von sehr freundlichem Menschen mit Karten ueberhaeuft worden, anschliessend zum Bahnhof, dort fuer 10 Euro einen Economy-Class-Schlafwagen-Platz gebucht, mal sehen, wie die Pakistan "Economy Class" definieren. Apropos Zug: Habe gestern noch erfolgreich meine Zugfahrten in Indien gebucht, die Hinstrecke in der Holzklasse (war sonst nix mehr frei), den Rueckweg von Delhi nach Amritsar in der Ersten Klasse. Mal gucken, wie gross der Unterschied ist.
Danach auf zum Mausoleum des pakistanischen Staatsgruenders Jinnah, das aber - im Gegensatz zur Angabe im Lonely Planet - heute (?) - zu war. Danach zum Hafen, um eine kuehle Brise auf der Fahrt mit einer im Lonely Planet empfohlenen Faehre auf eine Insel zu machen. Ankunft am Hafen, grosses Theater, so ein Typ sagt uns, wir muessten zur Polizei, damit die uns die Fahrt genehmigt und schleppt uns mit, aber die Polizei (oder Einwanderungsbehoerde oder was auch immer) sagt, wir duerfen nicht. Davon stand im Lonely Planet ueberhaupt nix. Naja, schade.
Dann den Besuch im Pakistan National Museum vorgezogen. Nun, ziemlich heruntergekommen ... Auf einer der Karten ist noch die UdSSR vermerkt, und so sieht das ganze Museum aus. Wenn das ein Ausstellungsstueck Pakistans sein soll, nun, dann gute Nacht.
Danach ein kurzes Nickerchen im Park davor gemacht. Am Abend zurueck in die Stadt, wollten eine Kirche besichtigen, auch zu (war allerdings fast zu erwarten, da es hier sicher den einen oder anderen fanatischen Moslem gibt, der gerne mal 'ne Kirche in die Luft sprengen wuerde ...). Dann wollte ich eine SIM-Karte fuer mein Handy kaufen, ging auch, aber die Freischaltung ging nicht, sondern nur im Service Center (weil ich Auslaender bin). Also auf zum Service Center, das demnaechst zu machte. Dort weiter verwiesen ans Hauptbuero am anderen Ende der Stadt. Habe aber bis um acht auf. Ich in eine Motorikscha gesprungen und dorthin geduest (bzw. mich duesen lassen), dort auch dank eines faehigen Rikschafahrers angekommen, aber schon zu (seit um sechs). Willkommen in Pakistan! Buerokratie und Inkompetenz (ja, ich pauschalisiere gerade).
Naja, so schlimm ist Pakistan wie gesagt auch nicht. Morgen wollen wir zwar nach Lahore, wo es heute einen Anschlag mit einer zweistelligen Zahl von Toten gegeben hat, und laut F. sagt die Regierung auch, dass es im Zuge der Fruehlingsfeste, die im Moment laufen sollen, wohl ein paar Anschlaege geben wird, aber wir sind einigermassen vorsichtig und hoffen das Beste.
Der weitere Plan sieht so aus, dass wir morgen Abend den Schlafwagen nach Lahore nehmen, wo wir uebermorgen (Mittwoch, 10.) Mittag ankommen. Davor werden wir uns hier noch eine moderne Moschee und (hoffentlich) das Jinnah-Mausoleum angucken. In Lahore nehmen wir uns ein Zimmer fuer eine Nacht und gucken uns die Stadt an. Am 11. (Do) mittags werde ich den Bus nach Wagah an die Grenze nehmen, die Grenze ueberqueren, mir die Grenzschliessung in Wagah und den Goldenen Tempel in Amritsar angucken und dann mit dem Nachtzug nach Delhi fahren, wo ich am 12. (Fr) ankomme. In Delhi will ich mir noch die zwei, drei beim letzten Mal verpassten Sehenswuerdigkeiten anschauen und natuerlich noch meine Hockey-Karte umtauschen und zum Spiel am 13. nachmittags gehen, bevor ich am 14. nachmittags den Zug nach Amritsar zurueck nehme, wo ich am 15. ankomme. Grenzueberquerung, Grenzschliessung angucken und ab nach Lahore, wo ich dann noch mal zwei Naechte zubringen will. Am 17. morgens nach Rawalpindi, wahrscheinlich mit dem Zug. Am 18. nach Taxila und Rawalpindi in den Basar, bevor wir wahrscheinlich mehr oder weniger die Nacht durchmachen und am 19. Maerz morgens um 2 Uhr zum Flughafen rausfahren und heimfliegen.
Pakistan: Hm, interessant. Der Verkehr ist gewohnt chaotisch, die Menschen in aller Regel herzensfreundlich, Abzocke viel weniger als in Indien (Karachi mehr als in Islamabad), Essen sehr scharf, aber sehr lecker, Lebenshaltung allgemein ziemlich guenstig. Sicher zur Zeit und womoeglich auch mittelfristig kein klassisches Urlaubsland, aber es hat dennoch Einiges zu bieten.
Achso, im National Museum stand ein denkwuerdiger Satz (Hervorhebung von mir): "Pakistan ist eines der wenigen Laender der Welt mit einem reichen kulturellen Erbe." Na dann ...
Sonntag, 7. März 2010
Jetzt in Karachi
Nachtrag heute Abend: Waren heute am Meer, davor wurden wir in einen Hindu-Tempel zu einer religioesen Zeremonie eingeladen. Sehr gastfreundlich, sehr interessant, faszinierend. Der erste Eindruck (siehe unten) bleibt zwar ein erster Eindruck, aber der zweite Eindruck ist dann gar nicht mehr so schlimm. Waren relativ teuer essen (8 Euro fuer uns beide zusammen), aber die Portionen: Wenn ich eine "halbe" Portion nicht mehr schaffe, dann weiss ich auch nicht. War zwar sauscharf, aber eben auch extrem viel ...
Habe eben auch meine Zugfahrten von Amritsar nach Delhi und zurueck gebucht. Jetzt muss morgen nur noch die Zugbuchung von hier nach Lahore klappen, dann geht alles seinen geregelten Gang.
Alter Eintrag:
So, wir sind in Karachi, und der erste Eindruck der Stadt gefaellt uns weit weniger als Islamabad: Mehr Beschiss, lauter, dreckiger, teurer - und wir sind erst ein paar Stunden hier ...
Die Flugbuchung gestern ging relativ problemlos, auch wenn der Typ von Pakistan International uns erst einen Flug fuer den Montag anstatt den Sonntag verkaufen wollte ... Die Maschine selbst war dann eine Boeing 747 (Riesenteil), sehr angenehmer Flug und extrem weiche Landung.
Gestern war regnerisch, und F., D. und ich haben ueber Gott und die Welt (im woertlichen Sinne) diskutiert.
So, gleich soll es, so es uns gelingt, Geld zu wechseln, zum Clifton Beach gehen. Dort wird gegessen und dann geht es ins Bett.
Also nur eine kurze Zwischenmeldung: Alles in Ordnung.
Habe eben auch meine Zugfahrten von Amritsar nach Delhi und zurueck gebucht. Jetzt muss morgen nur noch die Zugbuchung von hier nach Lahore klappen, dann geht alles seinen geregelten Gang.
Alter Eintrag:
So, wir sind in Karachi, und der erste Eindruck der Stadt gefaellt uns weit weniger als Islamabad: Mehr Beschiss, lauter, dreckiger, teurer - und wir sind erst ein paar Stunden hier ...
Die Flugbuchung gestern ging relativ problemlos, auch wenn der Typ von Pakistan International uns erst einen Flug fuer den Montag anstatt den Sonntag verkaufen wollte ... Die Maschine selbst war dann eine Boeing 747 (Riesenteil), sehr angenehmer Flug und extrem weiche Landung.
Gestern war regnerisch, und F., D. und ich haben ueber Gott und die Welt (im woertlichen Sinne) diskutiert.
So, gleich soll es, so es uns gelingt, Geld zu wechseln, zum Clifton Beach gehen. Dort wird gegessen und dann geht es ins Bett.
Also nur eine kurze Zwischenmeldung: Alles in Ordnung.
Samstag, 6. März 2010
Gut angekommen in Pakistan
So, wir sind gut in Pakistan angekommen.
Zum Glueck hatten wir einen Puffer in unserer Zugverbindung, weil mein Mitreisender ein wenig zu lange seinen Abschied gefeiert hatte und etwas spaeter als geplant aufstand ... Die Zugfahrt ging dann schnell vorbei, das Einchecken war problemlos und die Fluege eigentlich auch. Alles in Butter. Wir kamen ganze fuenf Minuten verspaetet in Islamabad an, die Einreise war problemlos, auch wenn wir noch am Passkontrollschalter ein Formular ausfuellen mussten, was die Grenzbeamtin dann achtlos beiseitelegte ...
Die Einreise ging problemlos, auch wenn die Zoellner fuer zwei Minuten den Gruenen Kanal schlossen und, nunja, in einem Land, in das kein Alkohol eingefuehrt werden darf und in dem im Roten Kanal alle Gepaeckstuecke durchsucht werden, ging uns da ein wenig die Muffe ... Aber auch der Gruene Kanal wurde schnell wieder geoeffnet und wir gingen heraus. Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, und ein kleiner Junge, der uns das Gepaeck aufs (!) Auto wuchten half, wollte dafuer fuenf Dollar haben! Er bekam einen und war bisher (toi, toi, toi) die einzige echte versuchte "Grossabzocke". Nach drei Polizeikontrollen auf dem Weg zum Hotel (zwei wollten unsere Paesse sehen!) kamen wir dort gut an, schellten den Nachtwaechter aus dem Bett und gingen gegen sechs Uhr aufs Zimmer. Obwohl unsere "Gastgeberin" uns nahelegte, zuerst einmal zu schlafen, bevor sie uns abhole, blieben wir nur eine Stunde auf dem Zimmer (6,50 Euro pro Person und Nacht fuer ein ordentliches, relativ sauberes Zimmer, auch wenn sie uns fuer die ersten sechs Stunden bis um zwoelf Uhr einen ganzen Tag abgerechnet haben, aber okay, das verstehe ich sogar). Danach ging es per pedes zum Pakistan Monument (also durch die ganze Stadt und hoch auf einen Huegel). Wir waren als Auslaender freundlich beauegte Fremdlinge, wurden aber hoechst selten angesprochen und wenn, dann von Kindern. Eine Wohltat im Vergleich zu manchem arabischen Land ...
Auf dem Pakistan Monument wollten wir in die Einfahrt hinein (die allerdings von der Hauptstrasse durch Baustelle abgeschnitten war) und wurden vom Waechter mittels Pfeife um das Gelaende bis zu einem Loch im Zaun herumgelenkt, von wo aus wir dann dieses erst 2007 erbaute und durchaus imposante Bauwerk besichtigen konnten. Fuer den Rueckweg nahmen wir den Minibus (ca. 15 Cent pro Person ...) und gingen erst einmal duschen.
Gegen 14.30 Uhr kam F. uns abholen und wir gingen erst einmal Kuchen kaufen. Sie als einzige Frau unter 20 Maennern im Laden, in High Heels und durchaus ansehnlichem Ausschnitt, allein die Szene zu bewundern, war hochinteressant ... Wir assen bei ihrem Chef, bei dem sie ein Zimmer hat und der gerade ausser Haus in Karachi ist, Kuchen und erzaehlten. Danach gingen wir zu Fuss zum Parlament, wurden aber weit davor schon von der Polizei zur Umkehr angehalten und liefen dann zu einem im Lonely Planet angegebenen Restaurant. Dort assen wir ziemlich gut, unter anderem Gehirn (schmeckte besser als mein Taubenhirn in China) und bezahlten am Ende fuer drei Hauptspeisen, einen Salat und drei Getraenke sechs (in Zahlen: sechs) Euro - zusammen und inklusive Trinkgeld.
Danach fuhr ich alleine in unser Zimmer und schlief mich erst einmal. Ich hatte meinen toten Punkt ueberwunden und war seit ungefaehr 35 Stunden wach, da hatte ich mir meinen Schlaf redlich verdient.
Heute Morgen duschte ich erst einmal wieder und ging dann los, um eine SIM-Karte zu kaufen, die ich aber hier im Viertel nicht kriege. Nun sitze ich hier im Internet-Cafe und tippe fleissig. Heute soll es hoch auf den angrenzenden Berg hier gehen, soll eine schoene Aussicht sein, wenn nicht soviel Smog ist.
Morgen soll es per Flugzeug nach Karachi gehen, dann mit dem Zug nach Lahore, wo D. und ich uns trennen, weil er kein indisches Visum hat. Danach fahre ich nach Amritsar und Delhi, gucke mir den Goldenen Tempel, Humayuns Grab, die/den (?) Kutb Minar und das Finale der Hockey-WM an, bevor ich am 14. oder 15. Maerz wieder in Islamabad aufschlagen will. Dann ist noch genug Zeit fuer Rawalpindi und Taxila.
Auch wenn F. von einigen Bombenanschlaegen in ihrer "Naehe" und einer wegen De-facto-Ausgangssperre im Buero verbrachten Nacht erzaehlt, fuehlt sie sich und fuehlen wir uns hier, zumindest in Islamabad, ziemlich sicher. Es ist auch durchaus eine stattliche Menge von Polizei auf der Strasse. Die Menschen sind sehr freundlich, das Leben sehr guenstig und das Essen durchaus lecker.
Liebe R., leider kann ich (noch) nicht ueber Bier berichten, ich habe noch keines getrunken, und das wird in Pakistan moeglicherweise auch so bleiben, mal sehen. Obwohl ich das Murree schon gerne einmal probieren wuerde ...
Ich werde von Zeit zu Zeit weiter berichten. Wer Fragen hat, der kommentiere ...
Zum Glueck hatten wir einen Puffer in unserer Zugverbindung, weil mein Mitreisender ein wenig zu lange seinen Abschied gefeiert hatte und etwas spaeter als geplant aufstand ... Die Zugfahrt ging dann schnell vorbei, das Einchecken war problemlos und die Fluege eigentlich auch. Alles in Butter. Wir kamen ganze fuenf Minuten verspaetet in Islamabad an, die Einreise war problemlos, auch wenn wir noch am Passkontrollschalter ein Formular ausfuellen mussten, was die Grenzbeamtin dann achtlos beiseitelegte ...
Die Einreise ging problemlos, auch wenn die Zoellner fuer zwei Minuten den Gruenen Kanal schlossen und, nunja, in einem Land, in das kein Alkohol eingefuehrt werden darf und in dem im Roten Kanal alle Gepaeckstuecke durchsucht werden, ging uns da ein wenig die Muffe ... Aber auch der Gruene Kanal wurde schnell wieder geoeffnet und wir gingen heraus. Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, und ein kleiner Junge, der uns das Gepaeck aufs (!) Auto wuchten half, wollte dafuer fuenf Dollar haben! Er bekam einen und war bisher (toi, toi, toi) die einzige echte versuchte "Grossabzocke". Nach drei Polizeikontrollen auf dem Weg zum Hotel (zwei wollten unsere Paesse sehen!) kamen wir dort gut an, schellten den Nachtwaechter aus dem Bett und gingen gegen sechs Uhr aufs Zimmer. Obwohl unsere "Gastgeberin" uns nahelegte, zuerst einmal zu schlafen, bevor sie uns abhole, blieben wir nur eine Stunde auf dem Zimmer (6,50 Euro pro Person und Nacht fuer ein ordentliches, relativ sauberes Zimmer, auch wenn sie uns fuer die ersten sechs Stunden bis um zwoelf Uhr einen ganzen Tag abgerechnet haben, aber okay, das verstehe ich sogar). Danach ging es per pedes zum Pakistan Monument (also durch die ganze Stadt und hoch auf einen Huegel). Wir waren als Auslaender freundlich beauegte Fremdlinge, wurden aber hoechst selten angesprochen und wenn, dann von Kindern. Eine Wohltat im Vergleich zu manchem arabischen Land ...
Auf dem Pakistan Monument wollten wir in die Einfahrt hinein (die allerdings von der Hauptstrasse durch Baustelle abgeschnitten war) und wurden vom Waechter mittels Pfeife um das Gelaende bis zu einem Loch im Zaun herumgelenkt, von wo aus wir dann dieses erst 2007 erbaute und durchaus imposante Bauwerk besichtigen konnten. Fuer den Rueckweg nahmen wir den Minibus (ca. 15 Cent pro Person ...) und gingen erst einmal duschen.
Gegen 14.30 Uhr kam F. uns abholen und wir gingen erst einmal Kuchen kaufen. Sie als einzige Frau unter 20 Maennern im Laden, in High Heels und durchaus ansehnlichem Ausschnitt, allein die Szene zu bewundern, war hochinteressant ... Wir assen bei ihrem Chef, bei dem sie ein Zimmer hat und der gerade ausser Haus in Karachi ist, Kuchen und erzaehlten. Danach gingen wir zu Fuss zum Parlament, wurden aber weit davor schon von der Polizei zur Umkehr angehalten und liefen dann zu einem im Lonely Planet angegebenen Restaurant. Dort assen wir ziemlich gut, unter anderem Gehirn (schmeckte besser als mein Taubenhirn in China) und bezahlten am Ende fuer drei Hauptspeisen, einen Salat und drei Getraenke sechs (in Zahlen: sechs) Euro - zusammen und inklusive Trinkgeld.
Danach fuhr ich alleine in unser Zimmer und schlief mich erst einmal. Ich hatte meinen toten Punkt ueberwunden und war seit ungefaehr 35 Stunden wach, da hatte ich mir meinen Schlaf redlich verdient.
Heute Morgen duschte ich erst einmal wieder und ging dann los, um eine SIM-Karte zu kaufen, die ich aber hier im Viertel nicht kriege. Nun sitze ich hier im Internet-Cafe und tippe fleissig. Heute soll es hoch auf den angrenzenden Berg hier gehen, soll eine schoene Aussicht sein, wenn nicht soviel Smog ist.
Morgen soll es per Flugzeug nach Karachi gehen, dann mit dem Zug nach Lahore, wo D. und ich uns trennen, weil er kein indisches Visum hat. Danach fahre ich nach Amritsar und Delhi, gucke mir den Goldenen Tempel, Humayuns Grab, die/den (?) Kutb Minar und das Finale der Hockey-WM an, bevor ich am 14. oder 15. Maerz wieder in Islamabad aufschlagen will. Dann ist noch genug Zeit fuer Rawalpindi und Taxila.
Auch wenn F. von einigen Bombenanschlaegen in ihrer "Naehe" und einer wegen De-facto-Ausgangssperre im Buero verbrachten Nacht erzaehlt, fuehlt sie sich und fuehlen wir uns hier, zumindest in Islamabad, ziemlich sicher. Es ist auch durchaus eine stattliche Menge von Polizei auf der Strasse. Die Menschen sind sehr freundlich, das Leben sehr guenstig und das Essen durchaus lecker.
Liebe R., leider kann ich (noch) nicht ueber Bier berichten, ich habe noch keines getrunken, und das wird in Pakistan moeglicherweise auch so bleiben, mal sehen. Obwohl ich das Murree schon gerne einmal probieren wuerde ...
Ich werde von Zeit zu Zeit weiter berichten. Wer Fragen hat, der kommentiere ...
Montag, 15. Februar 2010
Pass da, Karten bestätigt
So, mein Pass und ich sind wieder vereint: Das indische Visum ist drin. Jetzt kann es losgehen ...
Auch die WM-Karten sind heute bestätigt worden: Es gibt zwar für uns nur Karten der Kategorie 2, obwohl wir Kategorie 1 bestellt hatten, aber Hauptsache, wir kommen ins Stadion ...
Bin müde vom Olympiagucken und von den Tagen zuhause ...
Auch die WM-Karten sind heute bestätigt worden: Es gibt zwar für uns nur Karten der Kategorie 2, obwohl wir Kategorie 1 bestellt hatten, aber Hauptsache, wir kommen ins Stadion ...
Bin müde vom Olympiagucken und von den Tagen zuhause ...
Montag, 8. Februar 2010
Kreditkartenprobleme
Ja, meinen Pass hatte ich nur ein paar Stunden, danach ging er wieder (ohne mich) auf die Reise: Er liegt jetzt bei der indischen Botschaft in Berlin und wartet darauf, dass abermals ein Visum in ihn eingeklebt wird ... Ich rechne mit seiner Wiederkehr bis Ende dieser, Anfang nächster Woche. Danach sind die Reisevorbereitungen dann in visumtechnischer Sicht abgeschlossen (wird ja auch so langsam dann mal Zeit; ich habe meinen Pass gerne relativ früh wieder ...).
Ich habe gestern Abend während des Super Bowls mal eine vorläufige Planung gemacht und muss mal schauen, wie sich das so mit den innerpakistanischen Flügen und innerindischen Zugfahrten so ergibt, aber ich nehme an, dass ich, wenn ich vorher noch ein wenig Zeit habe, den einen oder anderen Flug noch hier buche (auch wenn der Lonely Planet etwas anderes empfiehlt). Naja, mal sehen.
Neues in Bezug auf Südafrika: Das eine Hotel will Kreditkarten- und Passkopien haben, weil die Bank das angeblich so verlangt. Naja, sollen sie kriegen, irgendwann diese Woche. Das Interessantere war aber, dass ich Samstag einen Brief von meiner Kreditkartenfirma im Briefkasten hatte, dass sie meine Kreditkarte gesperrt hätten und ich bitte dort anrufen möge. Hab ich dann gemacht, es stellte sich heraus, dass ihr Sicherheitssystem angeschlagen hatte, weil so "komische" Buchungen in Äthiopien, Simbabwe und Südafrika abgegangen wären ... Nun, die Dame ließ sich aber schnell beruhigen, sodass die Kreditkarte nun wieder benutzbar ist. Juchhe.
Ich nehme immer stärker an, dass ich vor Südafrika einen neuen Pass beantragen werde, weil mir das zu heiß wird mit den zwei freien ("back-to-back") Seiten, den die Südafrikaner laut Lonely Planet verlangen. Aber ich werde weiter berichten.
Ich habe gestern Abend während des Super Bowls mal eine vorläufige Planung gemacht und muss mal schauen, wie sich das so mit den innerpakistanischen Flügen und innerindischen Zugfahrten so ergibt, aber ich nehme an, dass ich, wenn ich vorher noch ein wenig Zeit habe, den einen oder anderen Flug noch hier buche (auch wenn der Lonely Planet etwas anderes empfiehlt). Naja, mal sehen.
Neues in Bezug auf Südafrika: Das eine Hotel will Kreditkarten- und Passkopien haben, weil die Bank das angeblich so verlangt. Naja, sollen sie kriegen, irgendwann diese Woche. Das Interessantere war aber, dass ich Samstag einen Brief von meiner Kreditkartenfirma im Briefkasten hatte, dass sie meine Kreditkarte gesperrt hätten und ich bitte dort anrufen möge. Hab ich dann gemacht, es stellte sich heraus, dass ihr Sicherheitssystem angeschlagen hatte, weil so "komische" Buchungen in Äthiopien, Simbabwe und Südafrika abgegangen wären ... Nun, die Dame ließ sich aber schnell beruhigen, sodass die Kreditkarte nun wieder benutzbar ist. Juchhe.
Ich nehme immer stärker an, dass ich vor Südafrika einen neuen Pass beantragen werde, weil mir das zu heiß wird mit den zwei freien ("back-to-back") Seiten, den die Südafrikaner laut Lonely Planet verlangen. Aber ich werde weiter berichten.
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