Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 21. März 2010

Wieder in Deutschland

Ja, am letzten Tag in Pakistan war dann nicht mehr viel: Essen gehen mit F., dann zum Flughafen, ruhige Flüge nach Kuwait und Frankfurt, nicht mehr nach Kuwait eingereist (also jetzt "59+1" Länder ...), abgeholt von meiner Ma, gen Heimat. Jetzt brauche ich erstmal Erholung ...

Donnerstag, 18. März 2010

Letzter Tag

Heute ist der letzte Tag in Pakistan.

Ich habe die letzten Tage echt sehr geruhsam verbracht, bin am Dienstag noch mit dem Taxi nach Rawalpindi auf den Saddar Bazaar gefahren, habe dort aber nichts Gewuerziges gefunden, sondern nur Schuhe und Tuecher in Unmengen. Danach lag ich um halb sieben im Bett und schaute Cricket.

Gestern rief dann D. an und fragte, ob wir zusammen nach Taxila fahren, was wir dann gemacht haben: Mit dem Taxi nach Rawalpindi, von dort mit dem Minibus nach Taxila und innerhalb der Stadt dann mit der Rikscha zum Museum: Museum sehr chic, ja, durchaus ansehnlich. Danach mit dem Rikscha zu zwei Ausgrabungsstaetten gefahren: Waere ja langweilig gewesen, an einem Weltkulturerbe andere Touristen zu sehen ... Sind von einem der Aufseher sogar noch zu einer eigentlichen geschlossenen Staette gefuehrt worden, von wo aus man einen tollen Blick auf eine alte Stupa und auch auf das Tal, in dem Taxila liegt, hatte. Er erzaehlte auch, dass vor ein paar Jahren noch ganze Busladungen von Deutschen gekommen waeren, jetzt aber praktisch nix mehr. Nun, Taxila ist auch nur ein paar Kilometern von der Northwest Frontier Province entfernt, vor deren Besuch das Auswaertige Amt warnt - aber der Aufseher versicherte uns, dass es hier ganz ruhig sei.

Die Rueckfahrt war ein mittleres Abenteuer, aber schliesslich kamen wir mit Bus und Taxi und mit Essen bewaffnet bei F. an, wo wir bis halb zwoelf versackten.

Heute Morgen fuhren D. und ich zur Faisal-Moschee: Naja, sehr gross, sehr modern, innen auch modern und durchaus ansehnlich, aber jetzt nicht das ultimative achte Weltwunder ... Danach wurde ich hier im Internet-Cafe zweimal von Stromausfaellen unterbrochen. Nachher machen wir noch einen Bummel durchs Diplomatenviertel (wenn's klappt) und treffen uns dann um sechs mit F. zum Abschiedsessen. Gegen eins, halb zwei geht es dann zum Flughafen, wo unser Flug so um 5.30 Uhr geht. Hoffentlich fliegen wir puenktlich ab, damit ich mir noch die kuwaitischen Stempel im Pass holen kann ...

Achso, haben heute doch noch Gewuerze eingekauft und in dem Laden auch alkoholfreies Bier gesehen: mit Ingwer-Geschmack (sogar ganz lecker), mit Honig-Geschmack (eher weniger) und mit Zitronen-Geschmack (pfui Teufel). Kein Wunder, dass hier keiner Bier mag ...

Freue mich auf Zuhause ...

Dienstag, 16. März 2010

Von Hauptstadt zu Hauptstadt

Tja, so schnell geht das, vorgestern war ich noch in der Hauptstadt Indiens, heute Nacht schon wieder in der von Pakistan ...

Der Qutub Minar (der Turm) mit dem umgebenden Park ist sehr chic, macht Spass, darin herumzulaufen, auch und besonders, wenn man hundemuede ist, so wie ich es am Sonntag war. Danach fuhr ich wieder nach Pahar Ganj, ass in der Bar, in der ich am Abend zuvor gewesen war, zu Mittag, diesmal ohne Bier, ging noch kurz ins Internet und ins Hotel und liess mich dann ziemlich frueh rausfahren zum Bahnhof Nizamuddin. Dort fuhr dann um 19 Uhr mein Zug ab. Ich hatte ja ein Abteil in der Ersten Klasse gebucht, aber das mache ich nicht mehr. Das Badezimmer (ja, es gab etwas, was an eine Dusche erinnnern sollte!) war voellig verdreckt, es war ekelhafter als in der Zweiten oder in der Sleeper-Klasse. Auch der Typ in meinem Abteil furzte und ruelpste dauernd, und die Bettwaesche war nicht gerade sauber. Das erwarte ich in der Ersten Klasse doch etwas anders, auch in Indien.

Naja, jedenfalls kam ich trotzdem lebend in Amritsar an, liess mich fuer 500 Rupien zum Goldenen Tempel und anschliessend nach Attari zur Grenze fahren. Der Goldene Tempel der Sikh ist in der Tat beeindruckend. Leider kam ich nicht in den eigentlichen Tempel rein, weil eine Monsterschlage davorstand, aber schon von aussen ist das fantastisch. Ausserdem habe ich jetzt wieder einen Grund nach Indien zurueckzukehren ...

An der Grenze hatte ich dann zwei Stunden Wartezeit, bis die Grenze aufmachte. Ich lernte zwei Schweden kennen, die ein halbes Jahr in Indien waren. Waehrend einer der beiden recht ruhig war, war der andere ganz und gar nicht gelassen und liess kein "fucking" gutes Haar an den "fucking" Indern. Dabei sprach er nicht wirklich leise, sodass wir bald von einer Gruppe von Indern umringt waren, sodass mir doch ein wenig mulmig wurde. Die meisten verstanden aber, glaube ich, nicht so ganz wirklich genau, was er sagte, weshalb dann nichts passiert ist ... Naja, die Grenze oeffnete dann, und ich verliess als Dritter an diesem Tag Indien und kam als Erster in Pakistan an, haha.

Danach liess ich mich von einem Rikscha-Fahrer, der unterwegs seine Tuer verlor und nur dank meines "Stopp"-Gebruells anhielt, nach Lahore fahren. Er hatte mir aus Sicherheitsgruenden seinen (abgelaufenen) Pass gegeben. Interessant fand ich, dass die Inder an Pakistaner "Cricket-Visa" ausgeben, sehr lustig ... Jedenfalls kamen wir gut in Lahore an und in dem Hotel, in das ich wollte, waren keine schoenen Zimmer. Also fuhr ich zum Bahnhof und wollte dort mein Gepaeck einschliessen, bis ich am Abend weiterfahren wollte. Ich entschied mich kurzfristig, gleich nach Rawalpindi, sprich nach Islamabad, zu fahren, um dann heute mir das Rohtas-Fort anzugucken (was ich offenkundig gelassen habe ...). Gepaeck einschliessen ging nicht, und deshalb ging ich auf die Offerte eines Taxifahrers ein, mich zum Lahore Museum zu fahren (wo ich hinwollte), dort zu warten und mich dann zurueck zum Bahnhof zu bringen. Das Lahore Museum ist durchaus chic, aber jetzt keines der grossartigsten Museen, die ich je gesehen habe. Interessant fand ich die Ausstellung moderner Gemaelde pakistanischer Kuenstler, bei denen der Einfluss etwa Picassos oder Gauguins, aeh, nunja, ueberdeutlich zu sehen war ... Und ich bekam endlich Postkarten!

Ich ass dann zu Mittag und setzte mich drei Stunden vor Abfahrt auf den Bahnsteig. Aus einem Zug stieg ein Nobelpreisverdaechtiger aus, der mich darueber aufklaerte, dass er eine Behandlungsmoeglichkeit fuer alle Arten von Hepatitis gefunden habe. Er fragte mich, ob ich ihm behilflich sein koenne, ein Visum fuer Deutschland zu beantragen, damit er seine bahnbrechende Entdeckung in Europa vorstellen koenne. Leider konnte ich ihm nicht helfen, auch nicht, als er fragte, ob ich nach Lahore wolle: Wir sassen in Lahore!

Der Zug selbst (auch erste Klasse) war chic, die Zugbegleiter eher gerissen: Die stellen einem Tee und Essen und alles Moegliche ungefragt hin, und wenn man zugreift, kassieren sie hinterher ab ... Naja, 1,10 Euro an Lehrgeld ist jetzt nicht wirklich die Welt ...

Ich kam gut in Rawalpindi an, wenn auch mit Verspaetung, liess mich in das Haus fahren, in dem ich mit D. schon vor einer guten Woche geschlafen hatte, und legte mich ins Bett.

Heute mache ich einen ruhigen Tag und hoffe, dass ich mich spaetestens morgen mit F. und D. treffen kann, weil mein Koffer noch bei F. steht. Ansonsten koennte es mit den Unterhosen eng werden ...

Ich freue mich auf Zuhause, wo die Muetze von einem Tag Herumlaufen in der Grossstadt nicht schwarz wird und die eigenen Haare keine Dreckspuren auf dem Kopfkissen hinterlassen.

Sonntag, 14. März 2010

Vizeweltmeister!

Gestern habe ich einen ganz ruhigen Tag gemacht: Ich bin spaet aufgestanden, habe ausgiebig geduscht, einen kleinen Spaziergang (so man das so nennen kann) durch Delhi gemacht und mich dann zum Hockey-Stadion kutschieren lassen.

Wieder war ich relativ frueh dran, aber das Stadion fuellte sich wesentlich besser als gestern. Vor dem Spiel setzte sich ein sehr freundlicher Deutscher aus Heidelberg neben wir und wir machten einen kleinen deutschen Block auf. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Niederlande, die mit grosser und lautstarker Unterstuetzung unterwegs waren, mit 4:3 gegen England, nachdem England schon 3:1 gefuehrt hatte.

Im Endspiel dann ging Australien nach sechs Minuten in Fuehrung. Das Stadion stand zu 80 % hinter Deutschland, was uns ein neben uns sitzender Inder mit der Cricket-Rivalitaet zwischen Indien und Australien erklaerte. Deutschland konnte nach der Halbzeit ausgleichen, kassierte jedoch noch das 1:2, wobei es bis zum Schluss blieb. Nach dem Spiel wurden die deutschen Spieler fast mehr gefeiert als die australischen Weltmeister, sehr interessant. Nach kurzem Spaziergang und einer Fahrt mit der Metro ging ich noch in eine Bar, schuettete zwei Liter (hier gibt es 650-ml-Flaschen) Kingfisher in mich hinein und ging einigermassen geraden Schrittes ins Hotel.

Heute geht es ein paar Kilometer nach Sueden, mein Ziel ist ein weiteres Weltkulturerbe und heisst Qutb Minar. Heute Abend geht dann um 19 Uhr mein Zug nach Amritsar. Morgen geht es zum Goldenen Tempel und ueber die Grenze nach Lahore in Pakistan.

Delhi macht sich. Letztes Jahr empfand ich das hier alles noch als dreckiger, lauter, unangenehmer. Nun kann es sein, dass das einfach der Schock des ersten Tages in Indien war, und/oder, dass es heisser war als jetzt (obwohl es immer noch gut 25, 30 Grad sind). Aber im Vorfeld der Commonwealth Games, die hier im Herbst stattfinden, wird hier jede Menge gebaut. Nach den Spielen wird Delhi fuer jemanden, der hier vor ein paar Jahren zuletzt war, nicht mehr wiederzuerkennen sein, glaube ich.

Freitag, 12. März 2010

Hockey in Delhi

Nachtrag: Ein paar Links.

Jaja, Lahore. Wir waren dann am Abend noch in der Sufi-Qawwali-was-auch-immer-Singstunde und wurden ueberschwaenglich begruesst. Irgendwann bald nach Anfang der Zeremonie schliefen mir und anscheinend auch den anderen, die mitgefahren sind, die Fuesse ein; unser Aufpasser vom Hostel fuehrte uns hinaus in eine Teestube, um den eigentlichen Gesang abzuwarten. Dort lernten wir den Director einer Stiftung kennen, der uns ueberschwaenglich sein "Hospital" zeigte. Es handelt sich um eine groessere Arztpraxis, aber ich vermute fast, dass das in der aermeren Gegend in den Aussenbezirken von Lahore schon eine grosse Verbesserung gegenueber dem vorherigen Zustand ist. Jedenfalls kam dann der Gesang und das Dach war voll besetzt, aber wir wurden bis vorne zur Buehne geholt, wo wir gleich nach dem Obermufti, dem Mufti und dem Untermufti (oder so aehnlich) die vierthoechsten Ehrengaeste waren. Wieder schliefen mir die Fuesse ein, eingezwaengt zwischen Buehne und Menschen kauernd, aufpassend, dem Obermufti nicht die Fuesse entgegenzustrecken (im Islam eine Beleidigung) und immer wieder die Position wechselnd, wenn den Saengern Geldscheine ueber die Instrumente geworfen wurden ... Der Gesang an sich war uebrigens, nunja, interessant. D. fragte mich noch, ob ich nochmal hingehen wuerde, wenn ich wuesste, was auf mich zukaeme. Unser Gespraech wurde unterbrochen ...

Die Heimfahrt ist eine Geschichte fuer sich. Nachdem wir zunaechst erlebt hatten, wie zwei Frauen von ungefaehr zehn Maennern belaestigt wurden, nahmen wir eine Grossrikscha zurueck zum Hostel. Nun, dort ist ein Fahrerstuhl, eine Reihe fuer drei Menschen vorne und eine hinten (mit Blick nach hinten). Mit diesem Gefaehrt fuhren ungefaehr elf Menschen mit: Einer von uns (ein verrueckter Franzose - eigentlich waren alle drei Franzosen in dem Hostel verrueckt) hing sich erst an die Rikscha hinten dran, und als ihm das angesichts der Schlagloecher zu bunt wurde, setzte er sich D. und mir auf den Schoss. Wieder Beine eingeschlafen ... Wir kamen aber gluecklich im Hostel an.

Am naechsten Morgen checkte ich aus, und D. und ich (D. bleibt noch ein paar Tage in Lahore) fuhren in die Altstadt, liefen ein wenig durch die Basare, schauten uns die Badshahi-Moschee gegenueber dem Fort an (eine der groessten Moscheen der Welt, wobei D. nicht ganz unzutreffend meinte, man brauche ja nur einen Riesen-"Acker" zu ummauern und nach Mekka ausrichten, dann habe man eine Moschee), wollten in einen Hindu-Tempel ("no entry") und guckten uns noch den Turm an, der zu Ehren der Gruendungsdokumente Pakistans in Lahore steht. Der Aufzug hoch ist laut Lonely Planet geschlossen, weil es zu viele Selbstmorde gab ... Unten erklaerten uns dann auch zwei Jugendliche leicht widerspruechlich, hier sei es total sicher, aber es sei eine Taliban-Hochburg und es gebe Anschlaege. Naja, wahrscheinlich haben sie das Gleiche gemeint: Dass es total sicher ist. Oder so.

Ueberhaupt: Grundsaetzlich muss ich sagen, dass die Pakistaner sehr, sehr freundlich sind. Manchmal etwas gewoehungsbeduerftig, aber sehr freundlich und sehr neugierig auf Fremde, was gelegentlich, aber eher selten auch auf den Senkel geht, aber wenn man keine Haendeschuettel-Allergie hat, geht das auch, denn Haende schuetteln muss man oft, sehr oft.

Danach fuhren wir zurueck ins Hostel, ich holte mein Zeug und ab ging es mit Bus 3 und 4 ueber den Bahnhof nach Wagah und von da mit dem Minibus zur Grenze. Widerspruechliche Angaben (mal wieder) zur Grenzschliessungszeit liessen mich etwas frueher aufbrechen als ich es fuer notwendig hielt, aber das war keine Minute zu frueh. Ich kam als Letzter (!) an diesem Tag aus Pakistan raus (aber nicht als Letzter nach Indien rein, weil ich im neutralen Gebiet noch eine indische Reisegruppe ueberholte ...) und wurde von den indischen Grenzern schon mit grimmiger Miene zur Eile angetrieben ... Nach der Grenze kehrte ich erst ein und dann um: Ich wollte direkt zurueck zur Grenze, um die Grenzschliessungszeremonie zu beobachten. Aehm, ich merke gerade, das klingt komisch. Also: Die pakistanisch-indische Grenze ist lang: Zwischen erster Kontrolle auf pakistanischer Seite und letzter Kontrolle auf indischer Seite liegen sicher ein Kilometer und etwa eine dreiviertel Stunde Buerokratie: Pakistanische Einlasskontrolle in die Grenzzone, pakistanischer Zoll, pakistanische Grenzbeamte, pakistanische Ausreiseeintragung (in ein richtiges Buch!), Uebertritt der eigentlichen Grenze mit Den-Soldaten-den-Pass-mit-Ausreisestempel-Zeigen, indische Eintragung (auch in ein richtiges Buch!), indische Grenzbeamte, indischer Zoll, indische Auslasskontrolle aus der Grenzzone. Achso, und wenn dann der pakistanische Grenzer seinen Stempel nicht findet, wird's schonmal kribbelig, wenn die Zeit eng wird ;-). So, nach mir war die Grenze dann faktisch zu, man konnte sie also nicht mehr ueberqueren. Nach kurzer Zeit werden aber die Grenzzonen auf pakistanischer und indischer Seite wieder geoeffnet (nicht aber die Grenze!), damit die vielen (vielen!) Schaulustigen die formelle Grenzschliessung sehen koennen: Man kann also an die Grenze, aber nicht mehr ueber die Grenze.

So, zu dieser Grenzschliessungszeremonie kam ich aber mit meinem Rucksack nicht mehr rein, also musste ich den unterstellen. Ein findiger Wirt an der Grenze bot mir gleich an, dass ich den Rucksack bei ihm unterstellen koenne und fand gleich ein triftiges Argument, mich bei ihm niederzulassen: Bier (ich weiss, dass da gerade in der Naehe des Steinwegs jemand grinst). Jedenfalls versorgte er mich mit Bier (Haywards extra strong, mindestens 5,25 Prozent, lecker, aber eben stark). Er sagte aber, ich solle das Bier in ein Glas schuetten und die Flasche dann auf den Boden stellen. In Punjab ist offenbar der Genuss von Alkohol in der Oeffentlichkeit untersagt ... Jedenfalls bekam ich auch ein paar Samosas (Teigtaschen mit Kartoffel-und-was-weiss-ich-noch-Fuellung) und liess mich dann zu einer Taxifahrt im Anschluss an die Grenzschliessung ueberreden, bezahlte aber einen durchaus akzeptablen Preis dafuer.

Die Grenzschliessung an sich ist ganz lustig, auch wenn Europaeer mit diesem nationalistischen Zeugs nicht mehr so viel anfangen koennen, glaube ich. Im Lonely Planet stand was von "to out-shout the other side". Ich wusste nicht, was ich mir darunter vorstellen musste, aber die bruellen tatsaechlich gegenseitig ueber die Grenze, und welcher Soldat laenger den Vokal bruellen kann, dessen Seite hat gewonnen, oder so aehnlich. Jedenfalls hat es mich aber gefreut, mal wieder tanzende Frauen zu sehen.

Naja, nach der Grenzschliessung dann zurueck zu meinem Wirt, nochmal ein Bier (ich haette nach einer Woche Pakistan echt gedacht, dass man mich nicht ganz so leicht rumkriegt, aber ein Bier ...) und ein Tee, dann ins Taxi nach Amritsar. Dort nach einer Stunde Fahrt gut angekommen, in der Wechselstube mitbekommen, dass Deutschland im Hockey-WM-Halbfinale gewonnen hat, und zum Bahnhof. Dort zwei Stunden rumgessen. Ich hatte ja online eine Fahrkarte gekauft, aber dabei ein indische Fantasie-Handy-Nummer angegeben, da man nur nach Angabe einer solchen buchen kann. Daher wusste irgendein armer Teufel hier in Indien nix mit seiner Platzreservierungs-SMS anzufangen, aber eben ich auch nicht, wo ich sass. Ich musste also auf die Aushaenge warten, die dann endlich etwa 30 Minuten vor Abfahrt aushingen. Ich fand nach endlicher Suche meinen Namen und ging ins Abteil, wo schon ein einzelner Mann und eine Sikh-Familie sass. Kein Gespraech, kein gar nichts, aber das war mir in der Situation sehr recht. Ich verzog mich fuenf Minuten vor Abfahrt in mein Hochbett und ward nicht mehr gesehen, von der Fahrkartenkontrolle abgesehen.

Nach schlechtem Schlaf kam ich gegen 7 Uhr in Delhi an und ging erstmal ne Runde vor Taxi- und Rikschafahrern fluechten, bis ich mich schliesslich einem anvertraute, der mich nicht so ganz arg beschiss. Wieder nach Pahar Ganj gefahren, wieder ins Cottage Yes Please gewollt, wieder woanders hinschleppen lassen, aber das hier ist auch nicht so schlecht, vor allem schoen ruhig, was hier in Pahar Ganj eher selten ist: Das ist die Haupt-Basar-Gegend und dementsprechend brausen durch die groesseren Gassen auch nachts gerne mal die Motorikschas mit Hupen ... Die Bettwaesche sieht zwar nicht ganz so sauber aus, aber ganz sauber bin ich im Moment auch nicht mehr (ja, ich weiss, was ich gerade geschrieben habe). Ich freue mich auf die Dusche morgen Frueh!

Danach zum Ambedkar-Stadion gefahren (fahren lassen von einem ehrlichen Rikscha-Fahrer, nachdem ich ein Stueck gelaufen war), um meine Internet-Reservierung fuer die Karte fuer den Finaltag der Hockey-WM morgen in die richtige Karte umzutauschen. Habe dann auch gleich noch eine Karte fuer heute gekauft. Dann noch, um das Kulturprogramm heute mal anzufangen, zu Humayuns Grab fahren lassen: Weltkulturerbe, und das zu Recht. Schoene Mischung aus Taj-Mahal-Marmor und Rotes-Fort-Sandstein, sehr ansehnlich mit Park drumherum, in dem ich mich angesichts eines bevorstehenden Hitzschlags erstmal ein wenig erholt habe. Dann zum India Gate fahren lassen und von dort den kurzen Fussweg zum Hockey-Stadion. Man beachte: Karten umtauschen und kaufen an einem anderen Stadion als das Turnier!

Aehnlich intelligent verlief auch die Einlasskontrolle: Kameras sind verboten, und natuerlich hatte ich eine dabei. Die Sicherheitsleute liessen sich aber zum Glueck darauf ein, meine Kamera fuer mich aufzubewahren. Dafuer hatte ich dankbar sein wollen, merkte aber spaeter, dass alle Inder um mich herum ihre Handys und Kameras mit im Stadion hatten. Da war ich dann doch ein wenig sauer. Wenn ich Lust habe, schreibe ich den Organisatoren einen geharnischten Brief, aber nicht heute, weil ich morgen ja zum Finale noch ungeschoren reinkommen will (ohne Kamera ...).

Heute ging es um die Plaetze 5 bis 10. Im Spiel um Platz 9 besiegte Neuseeland Suedafrika im Siebenmeterschiessen, nachdem es in der letzten Aktion der regulaeren Spielzeit, einer Strafecke, zum 4:4-Ausgleich getroffen und die Verlaengerung ohne Tor geblieben war. Im Spiel um Platy 7, dem Highlight von der Stimmung her, unterlag Indien gegen Argentinien mit 2:4, bevor schliesslich Spanien mit einem 2:0 gegen Suedkorea sich den Platz 5 sicherte. Doch, Hockey ist ein schoenes Spiel, muss ich schon sagen, vor allem, weil die durch ein paar Regeln das Spiel schoen schnell machen: Der Ball muss zum Beispiel nicht zwingend ruhen bei einem Freischlag oder so und es wird sehr viel Vorteil laufen gelassen. Auch der Videobeweis, den es gibt, verzoegert das Spiel nur selten und dann nicht wesentlich, weil es regelmaessig um eine bedeutende Situation geht.

Heute wurde ich erst (vor Humayuns Grab) fuer einen Russen (wie schon in Syrien), dann im Stadion fuer einen Argentinier gehalten. Ich hoffe, dass ich morgen dank meiner Fahne (schwarz-rot-gold, kein Alkohol!) eindeutig identifiziert werden kann und werde.

Morgen ist Ausschlafen angesagt, dann geht es so gegen 15 Uhr oder so zum Stadion zum Spiel um Platz 3 und anschliessend gegen 20 Uhr steigt das Finale: Deutschland gegen Australien. Diese Begegnung hat es mir dieses Jahr angetan, im Juni werde ich bei der Fussball-WM die gleiche Paarung sehen ...

War mal wieder ein laengerer Eintrag. Jetzt geht es gleich ins Bett, glaube ich ...

Mittwoch, 10. März 2010

Lahore

So, heute Mittag sind wir in Lahore angekommen - endlich ...

Gestern Morgen haben wir uns noch die St. Patrick's Cathedral in Karachi angeschaut, danach das Mausoleum des Staatsgruenders Jinnah und schlussendlich noch die groesste eindomige Moschee der Welt mit dem poetischen Namen Defense Housing Authority Mosque ... Ab ging es dann mit der Rikscha zu unserem Hotel, von dort weiter zum Bahnhof Karachi City. Dort waren wir zum Glueck deutlich zu frueh, denn es stellte sich heraus, dass das der falsche Bahnhof war: Wir mussten zum Bahnhof Karachi Cantt. Das hatte uns der freundliche Fahrkartenverkauefer am Karachi-City-Bahnhof natuerlich nicht gesagt, als er uns alles andere auf der Fahrkarte inklusive seines und meines Namens erklaert hatte. Naja, eine weitere Rikscha genommen und zum richtigen Bahnhof. Dort ging alles glatt und wir stiegen in unseren Zug ein.

Achja, mit meinem Handy funktioniert jetzt alles: Es waren zwar zwei weitere Anlaeufte noetig, bis ich endlich die richtige SIM-Karte aktiviert bekam, aber jetzt haut es hin. Leider habe ich erst danach herausgefunden, dass ein Anruf von einem der Strassentelefone hier kaum teurer ist als ein Anruf meiner Mutter bei mir. Naja, shit happens ...

Im Zug lernten wir viele nette Leute kennen, die uns zum Tee und zum Essen einluden, unser Wasser mittranken (das ist hier so ueblich) und uns ausfragten. Inzwischen haben wir uns daran gewoehnt, dass spaetestens in der dritten Frage nach unserer Herkunftsangabe "Germany" die Aussage "Germany? Ah, Hitler country!" kommt. Mich beschleicht das doofe Gefuehl, dass das positiv gemeint ist ...

Die Jungs vom Abteil brachten mich zwar dann nachts fast bis zur Weissglut, weil sie bis um drei Uhr rumbruellten und -sangen (die Teeverkaeufer an den Bahnsteigen, die geschaetzte 30 Mal durch den Zug "Chai, lecker, lecker Chai" - natuerlich auf Urdu - bruellten, nicht mitgerechnet). Dann waren sie aber wenigstens ruhig und am naechsten Morgen genauso geschafft wie wir.

Vom Bahnhof ging es mit der Rikscha zu dem angesagten Traveller-Hotel hier in Lahore, wo wir fuer ein Zimmer ohne Dusche zusammen 4 Euro oder so bezahlen. Naja, ab morgen bin ich ja alleine unterwegs. Alleine war ich dann heute auch in Lahore unterwegs, weil es D. nicht so gut ging im Zug heute Nacht. Wir trinken aber auch viel Wasser und essen wenig, weil es so warm ist (in Lahore etwas weniger als in Karachi), und wenn wir essen, dann oft an Strassenstaenden, aber mir geht es, toi, toi, toi, noch sehr gut. Ich habe mir das Lahore Fort angeschaut (Welt-Kulturerbe): Durchaus ansehnlich, auch wenn es nicht mit denen in Agra oder Delhi mithalten kann. In die gegenueberliegende Moschee, eine der groessten der Welt, konnte ich leider nicht, weil prompt der Muezzin anfing, als ich aus dem Fort rauskam. Danach ging ich den Weg zurueck durch die Altstadt: Sehr interessant. Heute Abend geht es dann, wohl mit D., noch zu den Sufis zu einer Zeremonie. Mal sehen, wie die wird ...

So, Deutschland hat das Halbfinale der Hockey-WM erreicht, also werde ich die Jungs von Markus Weise auf alle Faelle am Samstag in Delhi sehen, hoffentlich natuerlich im Finale mit dem besseren Ende, ansonsten halt im Spiel um Platz 3.

So, ich werde weiter berichten.

Montag, 8. März 2010

Chaos in Karachi

Argh. Heute war lustig, haha ...

Frueh aufgestanden, nach einigem (einigem!) Suchen eine Geldwechselstube gefunden, dort aber zu wirklich gutem Kurs gewechselt (115 Rupien = 1 Euro), dann zur Tourist-Info, dort von sehr freundlichem Menschen mit Karten ueberhaeuft worden, anschliessend zum Bahnhof, dort fuer 10 Euro einen Economy-Class-Schlafwagen-Platz gebucht, mal sehen, wie die Pakistan "Economy Class" definieren. Apropos Zug: Habe gestern noch erfolgreich meine Zugfahrten in Indien gebucht, die Hinstrecke in der Holzklasse (war sonst nix mehr frei), den Rueckweg von Delhi nach Amritsar in der Ersten Klasse. Mal gucken, wie gross der Unterschied ist.

Danach auf zum Mausoleum des pakistanischen Staatsgruenders Jinnah, das aber - im Gegensatz zur Angabe im Lonely Planet - heute (?) - zu war. Danach zum Hafen, um eine kuehle Brise auf der Fahrt mit einer im Lonely Planet empfohlenen Faehre auf eine Insel zu machen. Ankunft am Hafen, grosses Theater, so ein Typ sagt uns, wir muessten zur Polizei, damit die uns die Fahrt genehmigt und schleppt uns mit, aber die Polizei (oder Einwanderungsbehoerde oder was auch immer) sagt, wir duerfen nicht. Davon stand im Lonely Planet ueberhaupt nix. Naja, schade.

Dann den Besuch im Pakistan National Museum vorgezogen. Nun, ziemlich heruntergekommen ... Auf einer der Karten ist noch die UdSSR vermerkt, und so sieht das ganze Museum aus. Wenn das ein Ausstellungsstueck Pakistans sein soll, nun, dann gute Nacht.

Danach ein kurzes Nickerchen im Park davor gemacht. Am Abend zurueck in die Stadt, wollten eine Kirche besichtigen, auch zu (war allerdings fast zu erwarten, da es hier sicher den einen oder anderen fanatischen Moslem gibt, der gerne mal 'ne Kirche in die Luft sprengen wuerde ...). Dann wollte ich eine SIM-Karte fuer mein Handy kaufen, ging auch, aber die Freischaltung ging nicht, sondern nur im Service Center (weil ich Auslaender bin). Also auf zum Service Center, das demnaechst zu machte. Dort weiter verwiesen ans Hauptbuero am anderen Ende der Stadt. Habe aber bis um acht auf. Ich in eine Motorikscha gesprungen und dorthin geduest (bzw. mich duesen lassen), dort auch dank eines faehigen Rikschafahrers angekommen, aber schon zu (seit um sechs). Willkommen in Pakistan! Buerokratie und Inkompetenz (ja, ich pauschalisiere gerade).

Naja, so schlimm ist Pakistan wie gesagt auch nicht. Morgen wollen wir zwar nach Lahore, wo es heute einen Anschlag mit einer zweistelligen Zahl von Toten gegeben hat, und laut F. sagt die Regierung auch, dass es im Zuge der Fruehlingsfeste, die im Moment laufen sollen, wohl ein paar Anschlaege geben wird, aber wir sind einigermassen vorsichtig und hoffen das Beste.

Der weitere Plan sieht so aus, dass wir morgen Abend den Schlafwagen nach Lahore nehmen, wo wir uebermorgen (Mittwoch, 10.) Mittag ankommen. Davor werden wir uns hier noch eine moderne Moschee und (hoffentlich) das Jinnah-Mausoleum angucken. In Lahore nehmen wir uns ein Zimmer fuer eine Nacht und gucken uns die Stadt an. Am 11. (Do) mittags werde ich den Bus nach Wagah an die Grenze nehmen, die Grenze ueberqueren, mir die Grenzschliessung in Wagah und den Goldenen Tempel in Amritsar angucken und dann mit dem Nachtzug nach Delhi fahren, wo ich am 12. (Fr) ankomme. In Delhi will ich mir noch die zwei, drei beim letzten Mal verpassten Sehenswuerdigkeiten anschauen und natuerlich noch meine Hockey-Karte umtauschen und zum Spiel am 13. nachmittags gehen, bevor ich am 14. nachmittags den Zug nach Amritsar zurueck nehme, wo ich am 15. ankomme. Grenzueberquerung, Grenzschliessung angucken und ab nach Lahore, wo ich dann noch mal zwei Naechte zubringen will. Am 17. morgens nach Rawalpindi, wahrscheinlich mit dem Zug. Am 18. nach Taxila und Rawalpindi in den Basar, bevor wir wahrscheinlich mehr oder weniger die Nacht durchmachen und am 19. Maerz morgens um 2 Uhr zum Flughafen rausfahren und heimfliegen.

Pakistan: Hm, interessant. Der Verkehr ist gewohnt chaotisch, die Menschen in aller Regel herzensfreundlich, Abzocke viel weniger als in Indien (Karachi mehr als in Islamabad), Essen sehr scharf, aber sehr lecker, Lebenshaltung allgemein ziemlich guenstig. Sicher zur Zeit und womoeglich auch mittelfristig kein klassisches Urlaubsland, aber es hat dennoch Einiges zu bieten.

Achso, im National Museum stand ein denkwuerdiger Satz (Hervorhebung von mir): "Pakistan ist eines der wenigen Laender der Welt mit einem reichen kulturellen Erbe." Na dann ...

Sonntag, 7. März 2010

Jetzt in Karachi

Nachtrag heute Abend: Waren heute am Meer, davor wurden wir in einen Hindu-Tempel zu einer religioesen Zeremonie eingeladen. Sehr gastfreundlich, sehr interessant, faszinierend. Der erste Eindruck (siehe unten) bleibt zwar ein erster Eindruck, aber der zweite Eindruck ist dann gar nicht mehr so schlimm. Waren relativ teuer essen (8 Euro fuer uns beide zusammen), aber die Portionen: Wenn ich eine "halbe" Portion nicht mehr schaffe, dann weiss ich auch nicht. War zwar sauscharf, aber eben auch extrem viel ...

Habe eben auch meine Zugfahrten von Amritsar nach Delhi und zurueck gebucht. Jetzt muss morgen nur noch die Zugbuchung von hier nach Lahore klappen, dann geht alles seinen geregelten Gang.

Alter Eintrag:

So, wir sind in Karachi, und der erste Eindruck der Stadt gefaellt uns weit weniger als Islamabad: Mehr Beschiss, lauter, dreckiger, teurer - und wir sind erst ein paar Stunden hier ...

Die Flugbuchung gestern ging relativ problemlos, auch wenn der Typ von Pakistan International uns erst einen Flug fuer den Montag anstatt den Sonntag verkaufen wollte ... Die Maschine selbst war dann eine Boeing 747 (Riesenteil), sehr angenehmer Flug und extrem weiche Landung.

Gestern war regnerisch, und F., D. und ich haben ueber Gott und die Welt (im woertlichen Sinne) diskutiert.

So, gleich soll es, so es uns gelingt, Geld zu wechseln, zum Clifton Beach gehen. Dort wird gegessen und dann geht es ins Bett.

Also nur eine kurze Zwischenmeldung: Alles in Ordnung.

Samstag, 6. März 2010

Gut angekommen in Pakistan

So, wir sind gut in Pakistan angekommen.

Zum Glueck hatten wir einen Puffer in unserer Zugverbindung, weil mein Mitreisender ein wenig zu lange seinen Abschied gefeiert hatte und etwas spaeter als geplant aufstand ... Die Zugfahrt ging dann schnell vorbei, das Einchecken war problemlos und die Fluege eigentlich auch. Alles in Butter. Wir kamen ganze fuenf Minuten verspaetet in Islamabad an, die Einreise war problemlos, auch wenn wir noch am Passkontrollschalter ein Formular ausfuellen mussten, was die Grenzbeamtin dann achtlos beiseitelegte ...

Die Einreise ging problemlos, auch wenn die Zoellner fuer zwei Minuten den Gruenen Kanal schlossen und, nunja, in einem Land, in das kein Alkohol eingefuehrt werden darf und in dem im Roten Kanal alle Gepaeckstuecke durchsucht werden, ging uns da ein wenig die Muffe ... Aber auch der Gruene Kanal wurde schnell wieder geoeffnet und wir gingen heraus. Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, und ein kleiner Junge, der uns das Gepaeck aufs (!) Auto wuchten half, wollte dafuer fuenf Dollar haben! Er bekam einen und war bisher (toi, toi, toi) die einzige echte versuchte "Grossabzocke". Nach drei Polizeikontrollen auf dem Weg zum Hotel (zwei wollten unsere Paesse sehen!) kamen wir dort gut an, schellten den Nachtwaechter aus dem Bett und gingen gegen sechs Uhr aufs Zimmer. Obwohl unsere "Gastgeberin" uns nahelegte, zuerst einmal zu schlafen, bevor sie uns abhole, blieben wir nur eine Stunde auf dem Zimmer (6,50 Euro pro Person und Nacht fuer ein ordentliches, relativ sauberes Zimmer, auch wenn sie uns fuer die ersten sechs Stunden bis um zwoelf Uhr einen ganzen Tag abgerechnet haben, aber okay, das verstehe ich sogar). Danach ging es per pedes zum Pakistan Monument (also durch die ganze Stadt und hoch auf einen Huegel). Wir waren als Auslaender freundlich beauegte Fremdlinge, wurden aber hoechst selten angesprochen und wenn, dann von Kindern. Eine Wohltat im Vergleich zu manchem arabischen Land ...

Auf dem Pakistan Monument wollten wir in die Einfahrt hinein (die allerdings von der Hauptstrasse durch Baustelle abgeschnitten war) und wurden vom Waechter mittels Pfeife um das Gelaende bis zu einem Loch im Zaun herumgelenkt, von wo aus wir dann dieses erst 2007 erbaute und durchaus imposante Bauwerk besichtigen konnten. Fuer den Rueckweg nahmen wir den Minibus (ca. 15 Cent pro Person ...) und gingen erst einmal duschen.

Gegen 14.30 Uhr kam F. uns abholen und wir gingen erst einmal Kuchen kaufen. Sie als einzige Frau unter 20 Maennern im Laden, in High Heels und durchaus ansehnlichem Ausschnitt, allein die Szene zu bewundern, war hochinteressant ... Wir assen bei ihrem Chef, bei dem sie ein Zimmer hat und der gerade ausser Haus in Karachi ist, Kuchen und erzaehlten. Danach gingen wir zu Fuss zum Parlament, wurden aber weit davor schon von der Polizei zur Umkehr angehalten und liefen dann zu einem im Lonely Planet angegebenen Restaurant. Dort assen wir ziemlich gut, unter anderem Gehirn (schmeckte besser als mein Taubenhirn in China) und bezahlten am Ende fuer drei Hauptspeisen, einen Salat und drei Getraenke sechs (in Zahlen: sechs) Euro - zusammen und inklusive Trinkgeld.

Danach fuhr ich alleine in unser Zimmer und schlief mich erst einmal. Ich hatte meinen toten Punkt ueberwunden und war seit ungefaehr 35 Stunden wach, da hatte ich mir meinen Schlaf redlich verdient.

Heute Morgen duschte ich erst einmal wieder und ging dann los, um eine SIM-Karte zu kaufen, die ich aber hier im Viertel nicht kriege. Nun sitze ich hier im Internet-Cafe und tippe fleissig. Heute soll es hoch auf den angrenzenden Berg hier gehen, soll eine schoene Aussicht sein, wenn nicht soviel Smog ist.

Morgen soll es per Flugzeug nach Karachi gehen, dann mit dem Zug nach Lahore, wo D. und ich uns trennen, weil er kein indisches Visum hat. Danach fahre ich nach Amritsar und Delhi, gucke mir den Goldenen Tempel, Humayuns Grab, die/den (?) Kutb Minar und das Finale der Hockey-WM an, bevor ich am 14. oder 15. Maerz wieder in Islamabad aufschlagen will. Dann ist noch genug Zeit fuer Rawalpindi und Taxila.

Auch wenn F. von einigen Bombenanschlaegen in ihrer "Naehe" und einer wegen De-facto-Ausgangssperre im Buero verbrachten Nacht erzaehlt, fuehlt sie sich und fuehlen wir uns hier, zumindest in Islamabad, ziemlich sicher. Es ist auch durchaus eine stattliche Menge von Polizei auf der Strasse. Die Menschen sind sehr freundlich, das Leben sehr guenstig und das Essen durchaus lecker.

Liebe R., leider kann ich (noch) nicht ueber Bier berichten, ich habe noch keines getrunken, und das wird in Pakistan moeglicherweise auch so bleiben, mal sehen. Obwohl ich das Murree schon gerne einmal probieren wuerde ...

Ich werde von Zeit zu Zeit weiter berichten. Wer Fragen hat, der kommentiere ...

Montag, 15. Februar 2010

Pass da, Karten bestätigt

So, mein Pass und ich sind wieder vereint: Das indische Visum ist drin. Jetzt kann es losgehen ...

Auch die WM-Karten sind heute bestätigt worden: Es gibt zwar für uns nur Karten der Kategorie 2, obwohl wir Kategorie 1 bestellt hatten, aber Hauptsache, wir kommen ins Stadion ...

Bin müde vom Olympiagucken und von den Tagen zuhause ...

Montag, 8. Februar 2010

Kreditkartenprobleme

Ja, meinen Pass hatte ich nur ein paar Stunden, danach ging er wieder (ohne mich) auf die Reise: Er liegt jetzt bei der indischen Botschaft in Berlin und wartet darauf, dass abermals ein Visum in ihn eingeklebt wird ... Ich rechne mit seiner Wiederkehr bis Ende dieser, Anfang nächster Woche. Danach sind die Reisevorbereitungen dann in visumtechnischer Sicht abgeschlossen (wird ja auch so langsam dann mal Zeit; ich habe meinen Pass gerne relativ früh wieder ...).

Ich habe gestern Abend während des Super Bowls mal eine vorläufige Planung gemacht und muss mal schauen, wie sich das so mit den innerpakistanischen Flügen und innerindischen Zugfahrten so ergibt, aber ich nehme an, dass ich, wenn ich vorher noch ein wenig Zeit habe, den einen oder anderen Flug noch hier buche (auch wenn der Lonely Planet etwas anderes empfiehlt). Naja, mal sehen.

Neues in Bezug auf Südafrika: Das eine Hotel will Kreditkarten- und Passkopien haben, weil die Bank das angeblich so verlangt. Naja, sollen sie kriegen, irgendwann diese Woche. Das Interessantere war aber, dass ich Samstag einen Brief von meiner Kreditkartenfirma im Briefkasten hatte, dass sie meine Kreditkarte gesperrt hätten und ich bitte dort anrufen möge. Hab ich dann gemacht, es stellte sich heraus, dass ihr Sicherheitssystem angeschlagen hatte, weil so "komische" Buchungen in Äthiopien, Simbabwe und Südafrika abgegangen wären ... Nun, die Dame ließ sich aber schnell beruhigen, sodass die Kreditkarte nun wieder benutzbar ist. Juchhe.

Ich nehme immer stärker an, dass ich vor Südafrika einen neuen Pass beantragen werde, weil mir das zu heiß wird mit den zwei freien ("back-to-back") Seiten, den die Südafrikaner laut Lonely Planet verlangen. Aber ich werde weiter berichten.

Mittwoch, 3. Februar 2010

So, Visa da

So, die Reisepässe meiner Kommilitonin und von mir mit den pakistanischen Visa habe ich eben bei der Post abgeholt. Wie ich es mir gedacht habe, habe ich nur ein Doppel-Einreisevisum erhalten, obwohl ich gehofft hatte, dass mein Appell für ein Mehrfach-Einreisevisum ankommt. Andererseits: Mehr als zwei Einreisen brauche ich eh nicht. In den Iran und nach Afghanistan sowie nach China will ich nicht, und das indische Visum (das ich noch beantragen muss), wird neuerdings sowieso nach der ersten Ausreise für zwei Monate inaktiv, sodass ohnehin nur die Folge Pakistan-Indien-Pakistan auf dem Programm steht.

Der purpose of visit darf nicht geändert werden, und ich darf cantonment areas oder reisebeschränkte Gebiete nicht ohne Genehmigung des Innenministeriums oder einer anderen Stelle betreten. Naja, das werde ich überleben, auch wenn Kaschmir vielleicht eine Reise wert gewesen wäre ...

Nun, dann dürfte mein Pass aber auch so langsam voll sein, vor allem, wenn dann die Kuwaiter noch ungünstig stempeln. Ich habe gestern gelesen, dass die Südafrikaner mindestens noch zwei freie Seiten im Pass haben wollen, und das könnte dann eng werden ... Ich werde also möglicherweise einen neuen Pass beantragen müssen, zweieinhalb Jahre nach der Ausstellung meines aktuellen ... Ich habe zwar bei der Buchung unseres Fluges nach Simbabwe meine aktuelle Passnummer angegeben, aber ich glaube, ich werde den Pass behalten dürfen, da dann ja noch das gültige indische Visum im Pass sein müsste. Somit könnte ich für die Fluggesellschaft meinen alten Pass vorzeigen und für die Grenzen dann schon den neuen Pass benutzen. Naja, mal sehen.

So, die Reiseplanung Südafrika schreitet auch voran. Es sind gebucht: die Flüge, die Busfahrten von Harare nach Johannesburg und zurück, das Mietauto, das Hotel in Durban nach dem Spiel, das Hotel in Harare vor dem Rückflug und seit heute Morgen auch das Hotel für die erste Nacht in Südafrika. Es fehlen noch zwei Übernachtungen nach dem Spiel, da müssen wir sehen, ob wir das noch vorher machen oder uns in Südafrika irgendetwas suchen (sofern das noch geht).

Unsere erste Übernachtung in Südafrika ist nicht weit weg von Lesotho, sodass ich sehr zuversichtlich bin, zusätzlich zumindest noch in dieses Land zu kommen. Vielleicht klappt's mit Swasiland, und Mosambik wäre dann ja auch nicht weit. Ich hoffe, dass das Mietauto zumindest nach Lesotho und Swasiland mitgeführt werden darf, aber das muss ich dann nochmal nachfragen.

So, jetzt muss noch das indische Visum beantragt werden und dann freue ich mich auf Pakistan und Indien.

Dienstag, 2. Februar 2010

Visa wohl da, auf zur WM

So, unsere Visa sollten da sein. Jedenfalls hatte ich heute einen Hinweis der Post im Briefkasten, dass ein Einschreiben an mich nicht zugestellt werden konnte. Nun, es ist schwierig, jemanden anzutreffen, wenn man nicht klingelt, werte Zusteller!

Hm, ich habe heute nochmal, naja, nicht verzweifelt, aber doch wenig hoffnungsfroh, nach günstigen Flügen nach Südafrika, also ins südliche Afrika, während der WM gesucht ... Und ich bin überraschenderweise fündig geworden! Ich war drauf und dran, für meine Mutter und mich zu buchen, ohne ihr etwas zu sagen (wofür ich grundsätzlich grünes Licht habe), habe sie dann aber doch zu erreichen versucht und erreicht. Und, naja, meine Mutter hat die Reaktion gezeigt, die ich erwartet hatte: Sie fliegt mit.

Jetzt fliegen wir am 10. Juni spätabends mit Ethiopian von Frankfurt nach Addis Abeba, wo wir am 11. Juni morgens landen. Nach kurzem Aufenthalt geht es dann nach Harare (Simbabwe), wo wir gegen 12.30 Uhr ankommen. Von dort werden wir wahrscheinlich den Bus nach Johannesburg nehmen und von dort den Bus oder Zug nach Durban, um dort am 13. Juni anzukommen. Am 13. Juni spielt um 20.30 Uhr Deutschland gegen Australien sein erstes WM-Spiel. Danach müssen wir irgendwie wieder nach Harare kommen, wo unser Flug am 18. Juni mittags gen Heimat geht. Nach Zwischenstopp in Lusaka (Sambia) ohne Aussteigen kommen wir abends in Addis Abeba an. Da wir 13 Stunden Aufenthalt haben und am nächsten Morgen erst um 10 Uhr weiterfliegen, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit einreisen und uns ein Zimmer nehmen. Am 19. Juni geht es dann zurück nach Frankfurt, wo wir um 16.35 Uhr ankommen. Jetzt muss ich nur noch Karten kriegen, dann steht einem richtigen Fußball-Abenteuer nichts mehr im Wege ...

Die erste Äquator-Überquerung ist gebucht und wird am 11. Juni beim Flug von Addis Abeba nach Harare stattfinden. Juchhe! Auf dem Weg von Harare nach Durban wird dann kurz nach der Einreise nach Südafrika auch der südliche Wendekreis überquert werden, sodass ich innerhalb von ein bis zwei Tagen zwei der wichtigeren Erdkreise übertreten werde. Dann fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis ...

Donnerstag, 28. Januar 2010

Oh Pakistan, oh Visa ...

Hm, bisher hat mit meinen Visumanträgen immer alles geklappt und ging ganz fix. Anfangs, für Russland 2000 und China 2001 haben meine Familie bzw. meine Reisegruppe bzw. ich noch Visumdienste in Anspruch genommen. Für Indien 2009 habe ich mich selbst herangetraut, für Aserbaidschan mit einem Freund und für Syrien mit zwei Freunden vergangenes Jahr ebenfalls. Auch für Pakistan habe ich jetzt die Visa für meine Kommilitonin und mich beantragt, und es scheint auch zu klappen, aber wie ...

Ende letzter Woche bekam ich einen Anruf von ihr, dass das pakistanische Generalkonsulat in Frankfurt sie angerufen und verlangt habe, neben einer Änderung ihrer Einladung aus Pakistan auch einen von der Bank gestempelten Überweisungsbeleg für die Visumgebühren beizuschaffen. Nun, ich hatte die Online-Banking-Überweisungsbelege natürlich im Visumantrag mitgeschickt, aber offenkundig war das Generalkonsulat nicht in der Lage, auf seinem eigenen Konto den Eingang des Geldes zu verifizieren, sodass ich mit Kontoauszug und Kopie desselben bewaffnet bei meiner Sparkasse hier in Jena auftauchte und um eine Beglaubigung bat (denn meinen Original-Kontoauszug wollte ich durchaus behalten). Das klappte überraschend reibungslos und schnell (danke nochmals an die Sparkasse!), und wir schickten die Unterlagen ein.

Nun erhielt ich heute einen Anruf, wiederum aus Frankfurt, dass sie mir die Reisepässe, die nun fertig seien (juchhe!), aber leider nicht zurückschicken könnten, da der Rückumschlag nicht ausreichend frankiert wäre. Ein normaler DIN-A-4-Brief kostet 1,45 €, einer als Einschreiben 3,50 € und die Differenz macht genau 2,05 € aus. Das Generalkonsulat erbat Übersendung von Briefmarken im Wert von genau 2,05 €. Nun, ich hatte meiner Kommilitonin die Absendung des Briefes mit Rückumschlag überlassen, weil sie noch die Einladung erwartete, und hatte ihr wohlweislich auch eine To-do-Liste aufgeschrieben, auf der "Rückumschlag mit 3,50 € in Briefmarken bekleben" stand. Ich nehme jetzt an, dass meine kluge Studienkollegin zur Post ging, der Brief nach Frankfurt nur 1,45 € kostete (wer braucht schon Einschreiben, wenn zwei Pässe im Brief sind?) und auch den Rückumschlag nur mit 1,45 € beklebte. Hm, unpraktisch, dass die Pakistaner (die ich hier sogar völlig verstehe) nicht das Risiko eingehen möchten, dass Pässe aus ihrem Verantwortungsbereich verschwinden und deshalb Pässe in Einschreibebriefen zurückschicken wollen. Noch unpraktischer, wenn sie das ausdrücklich auf die Visumanträge schreiben und man sich trotzdem nicht dran hält ... Dankenswerterweise hat das Generalkonsulat wenigstens angerufen und mir das gesagt, sonst würde ich mich noch in zwei Wochen wundern, dass die Pässe auf sich warten lassen.

Nun, ich hoffe jetzt, dass mein Brief am Samstag in Frankfurt ankommt, der Gegenbrief vielleicht schon am Montag mit ausreichender Frankierung rausgeht und möglicherweise schon am Dienstag bei mir ist. Das wäre schön. Dann wären mein Pass und ich nämlich wieder vereint, wenn auch nur für kurze Zeit, weil ich noch das indische Visum beantragen will, da ich noch ein paar Tage nach Amritsar und möglicherweise noch nach Neu-Delhi will, wenn ich schon mal da unten bin.

Ich werde berichten.

Dienstag, 5. Januar 2010

Zurück aus Ägypten

Ach Leute, ja, auch Ägypten ist toll. Wir haben gebadet und geschnorchelt am Strand von Safaga am Roten Meer. Unser Tagesausflug führte nach Luxor zum Karnak-Tempel und zum Tal der Könige und endete mit einer kurzen Fahrt über den Nil: Sagenhaft, beeindruckend, toll. So, und jetzt wird aber erst einmal wieder ein bisschen gearbeitet ...

Freitag, 25. Dezember 2009

Syrien II und Libanon

So, auch mit einigen Tagen Abstand immer noch sehr beeindruckt von Syrien.

Der Abend in Aleppo fand nach einem kurzen Stadtbummel sein Ende im Sissi House im armenischen Viertel; sehr leckeres Essen mit sehr leckerem syrischen Wein. Anschließend noch zweiter kurzer Stadtbummel durch menschenleere Aleppiner Straßen und trotzdem keine Bauchschmerzen dabei gehabt ...

Am nächsten Morgen mit Blick über Aleppo auf der Dachterrasse unseres Hotels gefrühstückt und die Altstadt eingetaucht. Im Souk ein wenig verhandelt, aber erstmal Zitadelle vorgezogen. Naja, was soll ich sagen? Mal wieder "wow". Nach einigen Stunden dort oben zurück durch den Souk, ein wenig eingekauft, zum Hotel und Abfahrt in Richtung Damaskus.

Dort waren nach dreistündiger problemloser Fahrt (nur Paul meinte irgendwann, ich müsse aufpassen, dass ich in Deutschland nicht so fahre wie in Syrien, als ich mit Lichthupe und drängelnd auf der Autobahn einem hinterherfuhr ...) leider kein schönes Hotel gefunden und (für zwei Nächte) mit einem weniger guten vorliebnehmen müssen, bei dem die Klospülung so ihre Eigenarten hatte ...

Danach trafen wir uns mit einer Studienkollegin von Paul am Bab Touma in Damaskus. Sie führte uns natürlich prompt zu dem Lokal, wo wir ein paar Tage zuvor schon sehr gut gegessen hatten. Dort aßen wir dann ein zweites Mal sehr gut.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Bosra und damit zum fünften (und letzten) syrischen Weltkulturerbeort. Das Theater in der Zitadelle von Bosra fasst 15.000 Menschen, dementsprechend, naja, bevor's langweilig wird ... Nach unfreiwilligem Kurzritt über die dortige Römerstraße zurück nach Damaskus und Stadtbummel mit Pauls Kollegin. Einige Geschenke eingekauft, danach zu ihrer Familie in den Außenbezirken. Um eins dort weg, um zwei im Bett, um sechs aufgestanden, da Andreas und ich noch in den Libanon wollten und davor das Auto abgeben.

Nun, der letzte volle Tag im Nahen Osten hatte es in sich: Um halb acht aus dem Hotel losgekommen, Pässe besorgt (Paul blieb im Hotel) und ab zum Hotel Dedeman, um dort das Auto abzugeben. Wir mussten aber noch auftanken und wollten dort fragen. Die Dame von Europcar erklärte uns das auch, meinte aber so nebenbei, dass wir das Auto eigentlich schon am Vorabend hätten abgeben müssen. Herz in Hose, ganz weit unten! Naja, tanken gefahren (hatten kaum mehr Geld, hat gerade so gereicht), dabei im Vertrag gesucht und gefunden, dass heute schon richtig war, puuh. Zurück zum Hotel. Auto abgegeben, Geld holen. Vier Automaten im Hotel, keiner funktionierte mit Maestro. Schweinebande. Auch das Hotel wollte uns nichts auf Kreditkarte auszahlen, Spaziergang zum Four Seasons (:-)), Geldautomat dort ging auch nicht, Concierge gefragt, der sehr freundlich, beschrieb uns den Weg zu einem Geldautomaten der Hoffnung. Dort angekommen, eingegeben, es knirscht und rattert, juchhe, wir haben Geld! Ab zum Minibus, für pro Person 15 Cent zum Busbahnhof, dort Ankunft kurz vor 10. Nach einigem Suchen Busse in den Libanon gefunden, Ticket gebucht (3 Euro pro Person!), Abfahrt erst um 11. Tee trinken. Alter Mann kommt hinein, spricht sehr gut Englisch, fragt, woher, wohin, mit welchem Verkehrsmittel. "So, Bus? Sehr sicher! Neulich haben sie zwar einen Bus in Tripoli [Nordlibanon] entführt, aber nur den Busfahrer erschossen. Haha." Entsprechend um 11 Uhr im Bus, Abfahrt 11.30 Uhr, problemlos. Syrische Ausreisesteuer 550 Pfund (8 Euro), libanesisches Visum 25000 Pfund (12 Euro), ging alles trotzdem relativ schnell. Hab dem Bussteward versehentlich den Kuli geklaut, den er uns fürs Ausfüllen der Entry-Exit-Formulare geliehen hatte ... Sorry! Ankunft in Anjar, Rausschmiss aus dem Bus wie gewünscht.

Taxi angehalten zu den Ruinen nach Anjar, 2,50 Euro, aber der Taxifahrer brachte erstmal 'ne alte Oma nach Hause. Die fragt: "Woher?" Wir: "Almanja, Britanja." Und sie mochte uns! Nach kurzer Fahrt (also Abzocke, aber egal, hatten eh zuviel Geld gewechselt) Ankunft an den Ruinen des alten Kalifenpalastes gegen 14 Uhr. Einlass erhalten, mal wieder waren Andreas und ich alleine an einer Weltkulturerbestätte, mal wieder, naja, sehr, sehr schön ... Nach ca. einer Stunde Herumtoben Einsicht in die bittere Tatsache, dass es mit Baalbek (andere Weltkulturerbestätte im Libanon) nix wird. Der Einlasswächter hatte aber nichts Besseres zu tun und erläuterte uns die Schönheit von Baalbek mit Hilfe eines Buches, damit wir richtig wissen, was wir verpassen. Naja, er wollte nur freundlich sein ...

Stattdessen in einem einheimischen Lokal essengegangen. Fisch soll in Anjar sehr lecker sein, also Forelle bestellt und Bier. Am Ende hatten wir entweder die Karte falsch verstanden oder das Restaurant hat sich selbst beschissen, denn wir mussten statt etwa 30 Euro, was wir vermutet hatten, nur 17 Euro zahlen. Zudem schrieb uns der freundliche Kellner auf, wo wir nun hinmüssten, um zurück zur Grenze zu kommen. Naja, die zehn Minuten bis zur Hauptstraße liefen wir (und hatten keinerlei Sorgen deswegen). Dann kamen wir an der Einmündung an und stellten uns an die Hauptstraße in Richtung Grenze, um auf einen Bus zu warten. Ein Libanese stellte sich dazu, ich fragte: "Suriye", also ob er nach Syrien fahre, er bejahte. Kurz darauf kam ein Privatauto, das anhielt, der Mann stieg ein und bedeutete uns, auch einzusteigen. Wahnsinn! Der Fahrer brachte uns zur Grenze, kassierte ein dickes Trinkgeld und bot uns an, uns bei unserer nächsten Libanon-Reise herumzuführen. Er sagte, das hätte er selbst gemacht, wenn wir Israelis wären ... An der Grenze erst die Ausreiseformalitäten erledigt und dann umgeguckt, wie wir zurück nach Damaskus kommen. Am Ende wurde es ein Taxi mit uns beiden und drei weiteren Fahrgästen. Insgesamt sechs Personen drin, von denen drei nur Arabisch und zwei (wir) kein Arabisch konnten, und einer Arabisch und ein wenig Englisch sprach. War eine sehr lustige Fahrt in dem engen Moskowitsch, der den Berg hinauf erbärmlich krächzte. Nach Ankunft am Busbahnhof wieder mit dem Minibus in die Stadt und dem Taxi zum Treffpunkt mit Paul.

Wir waren alle satt, tranken nur einen Tee und kauften ein wenig ein, bis wir uns um 11 Uhr abends im Hotel trafen und mit dem Taxi zum Flughafen fuhren. Dort setzten wir uns zunächst, alle hundemüde, in eine Lounge und hörten zum ersten Mal seit unserer Ankunft wieder Deutsch um uns herum. Hinter uns saßen zwei Stunden lang zwei junge Deutsche, die wir aber ignorierten und sie uns. Im Aufbruch quatschten Paul und Andreas sie an, wie es ihnen gefallen hätte, und die vier kamen ins Gespräch, während ich abgewandt und ohne Interesse an weiterer Kommunikation dasaß. Als sie die Gesprächssprache zum Deutschen hin wechselten und sie beiden Jungs uns dann fragten, wo wir herkämen, meinte Andreas, ich sei aus Südbaden. Einer fragte: "Woher genau?" Ich: "Aus dem Südschwarzwald." Er: "Naja, woher genau?" Ich nannte meinen Heimatort. "Naja, ich bin dort in der Nähe zur Schule gegangen." Es stellte sich heraus, dass wir auf die gleiche Schule gegangen waren und das auch noch mit einer zeitlichen Überschneidung von 2000 bis 2002. Zu allem Überfluss kannte er mich nach genauerem Hinsehen auch noch ...

Da war ich schlagartig wach und wir machten Fotos und unterhielten uns sehr gut. Gemeinsam gingen wir zum Check-in, denn die beiden flogen auch nach Istanbul, aber dann weiter nach Stuttgart. Der Rückflug bzw. die Rückflüge bestanden aus Schlafen, Kopfweh, zu wenig Wasser und dem Aufenthalt in Istanbul. Wir trennten uns in Frankfurt, nachdem ich meinen Zug schon verpasst hatte. Paul flog weiter nach Manchester, ich erreichte den nächsten Zug nach Freiburg, wo meine Mutter schon wartete, und Andreas fuhr in Richtung Jena. Am frühen Abend fiel ich todmüde ins Bett und freute mich auf Heilig Abend.

So, und morgen, am 2. Weihnachtsfeiertag geht es schon wieder nach Ägypten. Diesmal Faulenzerurlaub. Ich hoffe, es wird so richtig schön ...

P.S.: Der Ort, in den der Taxifahrer uns mit der alten Oma hinnahm, hieß Majdel Anjar. Vor dem Besuch dieses Ortes wird vom Auswärtigen Amt "mit Nachdruck gewarnt". Wieso, weiß ich allerdings nicht. Wir waren jedoch auch nur versehentlich und einige Minuten dort und hatten vielleicht auch einfach nur Glück ... Jedenfalls will ich trotzdem versuchen, sowas nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Kurzer Zwischenmeldung

Ja, wir leben noch, hatten die letzten Tage nur kein Internet. Wir sitzen nun wieder in Istanbul, warten auf den Flug und sind wieder hundemüde. War toll. Bin müde. Weitere Berichte später.

Samstag, 19. Dezember 2009

Begeistert von Syrien, auch wenn's nur per Proxy geht

Alter Eintrag vom 19. Dezember, der wegen schlechter Internetverbindung nicht hochgeladen werden konnte ...

So, wir sind gut in Aleppo gelandet. Und wir sind alle drei von Syrien absolut begeistert. Leider kann ich dies hier nur über einen Proxy-Server schreiben, da blogspot.com sonst "zufälligerweise" nicht erreichbar bzw. vom syrischen Staat geblockt wird. Aber Gott sei Dank gibt es heutzutage Proxy-Hinweisseiten, die sogar ich verstehe ...

Also, nach der Ankunft in Damaskus in der Dunkelheit durch den Verkehr gefahren (die meisten Damaszener Autofahrer sind geisteskrank, der Rest nur bekloppt) und nach einigem Hin- und Herfahren unser Hotel Afamia gefunden. Dort eingecheckt und gut gewohnt. Über die Via Recta zu einem Restaurant gefahren (wollten zwar eigentlich in ein anderes, aber egal). Waren dort im teuersten Restaurant in Damaskus, und haben es trotzdem bezahlen können. Rückfahrt ins Hotel.

Am nächsten Tag über sehr gute Straßen mit Tempo 120 durch die Wüste; nur selten ein anderes Auto getroffen. Gegen Mittag in Palmyra eingetroffen; absolut begeisternd. Ich muss gestehen, dass ich vor der Vorbereitung auf diese Reise nicht einmal wusste, dass Syrien eine so tolle alte Ruinenstadt hat. Nach kurzem Mittagssnack durch die Gegend gelaufen, Bel-Tempel, Theater. Dann auf die mittelalterliche Festung von Palmyra gefahren: Sehr schön. Von Sicherheitsmaßnahmen keine Spur, man kann praktisch überall hinlaufen, auch wenn einen kein Geländer von einem meterhohen Abhang trennt. Noch kurze Tour durch das Tal der Gräber (Tal, in dem viele Turmgräber stehen: Gräber mit großen Turm - 10 Meter und mehr - drüber). Abfahrt zum Krak des Chevaliers. Nach kurzer Nachtfahrt im Regen über Autobahn und anschließend relativ schlechte (und steile!) Straße am Krak vorbei und im Nachbarort ein schönes Hotel gefunden. Dort gut gegessen.

Heute Morgen zum Krak. Fantastisch! Ich meine, ich war nie so ein Burgen-Fan, aber die war wirklich extrem schön ... Es hat dort oben zwar ziemlich gezogen, aber da sind einige tolle Bilder entstanden. Weiterfahrt nach Hama, der Stadt der Wasserräder; dort zu Mittag gegessen. Danach Weiterfahrt nach Aleppo. Hier nach ebenfalls atemberaubender Fahrt durch den Stadtverkehr (noch schlimmer in Damaskus, falls das geht ...) unser angestrebtes Vier-Sterne-Hotel gefunden. Jetzt gehen wir essen.

Syrien ist toll. Die Leute sind freundlich, das Essen ist sehr lecker, die Straßen- und sonstige Infrastruktur sind im Allgemeinen gut bis sehr gut (außer, dass die halt so fahren wie sie fahren). Hier komme ich wieder her.

Morgen Aleppo, dann Rückfahrt nach Damaskus. Montag wahrscheinlich in den Libanon, Dienstag in Damaskus, Mittwoch Morgen Rückflug. Das im Kurzdurchgang.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Zwischenstopp in Istanbul

So, nach guter Fahrt heute Nacht und problemlosem Parken in Flörsheim mit anschließendem Transit ging auch der Check-in sehr schnell, auch wenn der Computer anfangs ein wenig herumspinnte wollte. Im Flugzeug nach Istanbul kam ich nicht viel zum Schlafen, aber insgesamt ging der Flug doch relativ schnell vorbei. Jetzt sitzen wir gerade im Burger King am Flughafen Atatürk und trinken Cola, da Bier hier schweineteuer ist (8 Euro für eine 0,33-Liter-Flasche!). In zwei Stunden geht unser Anschlussflug nach Damaskus. Hoffentlich geht das Autoanmieten und -fahren auch so problemlos wie bisher alles. Toi, toi, toi. Melde mich dann aus meinem 56. Land ... Apropos Syrien: Paul und ich hatten die gleiche Idee und haben jeweils eine Rolle Klopapier mitgenommen, die Andreas am Flughafen gleich einmal öffentlich herumtragen musste, weil Paul seine Wasserflasche im Rucksack nicht zugemacht hatte, das Wasser auslief und er seinen gefluteten Rucksack trockenlegen musste ...

Montag, 14. Dezember 2009

Letzte Vorbereitungen für Syrien

So, in knapp zwei Tagen geht es los. Meine beiden Mitreisenden und ich haben am Samstag unser Auto gemietet, mit dem wir fünf Tage durch Syrien unterwegs sein werden. Ich darf fahren (ich bin der Einzige, der einen internationalen Führerschein besitzt); die zwei Jungs haben aber auf einem Volvo als Fahrzeug bestanden, weil sie sich darin sicherer fühlen ... Wir werden uns voraussichtlich einigermaßen treiben lassen, wobei es halt schon schön wäre, wenn wir nach Jordanien und/oder in den Libanon kämen. Reiseführer, Straßenkarte, Dokumentenmappe sind bereit gelegt, seit heute bin ich auch stolzer Besitzer einer Fahrkarte vom Frankfurter Flughafen nach Freiburg am 23. Dezember. Ich muss nur noch am Mittwoch das Gespräch mit meinem Chef überstehen, dann geht es am Donnerstag früh morgens gegen etwa 1.30 Uhr los: Auch der Parkplatz in Frankfurt ist schon reserviert.

Eine neue Reise (nach Syrien und nach Ägypten im unmittelbaren Anschluss) ist auch schon gebucht: Am 4. März 2010 werde ich dann nach Pakistan fliegen (mit Kuwait Airways über Kuwait).

Dienstag, 10. November 2009

Pässe da

So, heute Morgen sind die Pässe angekommen. Auch wenn als Beruf "mathematker" angegeben ist, glaube ich, dass die Syrer uns reinlassen werden. Die Mehrfacheinreisevisa sind gestern ausgestellt worden und bis Mai 2010 gültig. Ging also alles in der Tat relativ zügig: Acht Tage Bearbeitungszeit sind ordentlich. So, damit sind mein Pass und ich wieder vereint ... Als "Fee" ist bei mir sogar nur 42 € angegeben, obwohl ich 45 € überwiesen hatte, aber auf die 3 € kann ich verzichten. Muss nochmal in Ruhe die Passnummern prüfen, aber das scheint alles seine Richtigkeit zu haben. Juchhe ...

Mittwoch, 4. November 2009

Reise-Soundtracks

Habe heute endlich mal nach dem Lied gesucht, das Marcel und mich in Aserbaidschan ständig genervt hat, weil es rauf und runter lief in allen Bussen, Cafés und wo wir sonst noch waren (übrigens auch in Teilen der Türkei). Und, juchhe (?), ich glaube, ich habe es gefunden: Es ist der Eurovision-Song-Contest-2009-Beitrag von, Achtung, ja, Aserbaidschan. Es handelt sich um „Always“ von AySel und Arash. Es klingt, jetzt mit Abstand angehört, gar nicht mehr so dramatisch schlimm.

Ein anderer, ähnlicher Ohrwurm, den ich gerade mal wieder gehört habe, ist „Human“ von den Killers. Lief auf der USA-Kanada-Tour Anfang 2009 im Auto rauf und runter. Auch nicht schlecht.

Bin jedenfalls gespannt, ob wir auf der Syrien-Libanon-Tour auch so ein Lied die ganze Zeit hören. Ich werde berichten ...

Achso: Heute war noch kein Brief von der Botschaft dabei. Wäre aber auch zu viel erwartet gewesen ...

Montag, 2. November 2009

Post weg

So, heute habe ich unsere Visumanträge abgeschickt. Ein dicker Brief macht sich per Einschreiben auf die Reise nach Berlin zur syrischen Botschaft, proppevoll mit drei Pässen, sechs Visaanträgen (pro Person zwei mit jeweils einem - übrigens nicht zwingend biometrischen - Passbild pro Antrag), drei Überweisungsbelegen, drei Kopien der Passkarten, Kopien der Daueraufenthaltskarte und der Meldebescheinigung bei meinen Briten, einem Begleitschreiben über zwei Seiten und einem frankierten und addressierten Rückumschlag. Hab ich was vergessen? Ich hoffe nicht.

Die Syrer schreiben etwas von drei Wochen Bearbeitungszeit, aber ich bin gespannt, ob sie die Aserbaidschaner, die sich vier Wochen Zeit erbeten hatten und dann die Pässe samt Visa nach vier Tagen zurückgeschickt haben, übertrumpfen können. Obwohl, müssen sie gar nicht, wenn Syrien dafür nicht so schlecht wird wie Aserbaidschan.

Jedenfalls haben sie auf meine zwei E-Mail-Anfragen immer extrem zügig (und nebenbei freundlich!) geantwortet; ich hoffe, dass das bei den Visaanträgen ebenso zügig verläuft. Meine zwei britischen Mitreisenden müssen übrigens für ihr Mehrfach-Einreisevisum 65 Euro bezahlen, während ich nur 45 Euro berappen muss.

Wenn wir tatsächlich in den Libanon reisen (wobei das sonst ja einigermaßen zurückhaltende Auswärtige Amt da einen mit seinen Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen ganz schön kribbelig machen kann), wollen wir natürlich nur in den Gebieten herumfahren, in denen es sicher zu sein scheint (das betrifft erstmals tatsächlich die Route, da ich bisher vorhatte, vom Krak des Chevaliers direkt über Tripoli nach Beirut zu fahren). Ein Visum benötigen wir für den Libanon auch, aber das kriegen wir bei der Einreise für etwa 17 $, sagt Wikitravel. Eine ähnliche Visum-bei-Einreise-Prozedur gälte übrigens auch für Jordanien.

Die Frage auf dem syrischen Visumantrag, ob wir schon einmal im „besetzten Palästina“ (gemeint ist Israel) gewesen seien, haben wir wahrheitsgemäß verneinen können. Dementsprechend weisen unsere Pässe (der des einen Mitreisenden ist übrigens noch jungfräulich, ist aber erst 2008 ausgestellt worden, während der des anderen Mitreisenden schon 2001 ausgegeben, aber erst dieses Jahr mit den US- und kanadischen Stempeln beglückt worden ist) keine israelischen Stempel auf und auch keine von anderen Staaten an Grenzübergängen zu Israel. Das ist in dem Fall auch gut so, denn sonst bekämen wir kein Visum bzw. würde uns die Einreise nach Syrien und auch in den Libanon verweigert werden.

Ich überlege immer noch, ob es sinnvoll sein könnte, ein Auto zu mieten, aber erstens sollen die Stadtverkehre in Damaskus und so verheerend sein (das wäre nicht das Problem, das bin ich ja fast schon gewohnt), und zweitens befürchte ich fast, dass man ein Mietauto nicht in den Libanon mit hineinnehmen darf, sodass die Sache dann sowieso unvernünftig würde.

Die Planung steht jetzt so einigermaßen und ist auf einem Bierdeckel aus dem Cheers hier in Jena verewigt: Die Nacht vom 17. bis 18. Dezember verbringen wir in dem Hotel in Damaskus, das auf dem Visumantrag angegeben ist. Danach wollen wir noch Palmyra einen Tagesausflug machen, in der Nacht von Damaskus nach Aleppo fahren, uns am 20. Dezember Aleppo anschauen und das Krak des Chevaliers, am 21. Dezember nach Beirut aufbrechen und am 22. Dezember morgens nach Damaskus, um dann gegen Mitternacht zum Flughafen zu fahren, da unser Flug am 23. Dezember schon um 3 Uhr irgendwas geht. Aber das ist alles vorläufig, da fehlt auch Bosra im Süden, von wo aus ein Abstecher nach Jordanien und Jarash sicher möglich und sinnvoll wäre, also mal sehen, ob wir vielleicht von Palmyra gleich nach Aleppo kommen oder was auch immer; zum Glück müssen wir uns nicht jetzt schon so genau festlegen.

Nun, ich hoffe, ich kann den nächsten Eintrag möglichst bald mit „Post da“ überschreiben.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Planungen: Ägypten, Syrien, Libanon

So, mal wieder geht es um Planungen. Die Urlaubsreise nach Ägypten mit meiner Mutter über Silvester ist gebucht, da wird es nicht so wahnsinnig viel zu berichten geben, vermute ich, auch wenn ich mich höchstwahrscheinlich wieder zu einem Tagesausflug ins Tal der Könige zwingen werde; gibt ja auch Schlimmeres, als eine der bedeutendsten historischen Stätten Ägyptens zu besuchen. Wird zwar wahrscheinlich eine Monstertour, aber das bin ich ja gewohnt ...

Ähnlich spannend, weil unausgelutschter, dürfte die Tour sein, die ich heute gebucht habe: Mit zwei britischen Freunden fliege ich am 17. Dezember über Istanbul (leider nur zwei, drei Stunden zum Umsteigen) nach Damaskus in Syrien. Am 23. Dezember geht es wieder zurück. Die Planungen für die eigentliche Reise haben aber erst heute begonnen: Wahrscheinliche Sehenswürdigkeiten sind neben der Damaszener Altstadt, Palmyra und dem
Krak des Chevaliers auch ein Ausflug in den Libanon mit Baalbek und Beirut. Selbst Jordanien ist nicht auszuschließen, aber es sind ja nur sechs Tage. Also mal sehen: Wie gesagt, die Planungen beginnen erst, und beantragt sind die Visa auch noch nicht.

Ich werde in unregelmäßigen Abständen berichten, denke ich doch ...

Samstag, 29. August 2009

Ankunft im Schwarzwald

So, wir sind heute Morgen glücklich und zufrieden in Bonndorf angekommen. Das Auto hat sich jetzt, nach über 9.000 Kilometern, eine Pause und ein Wellness-Wochenende in der Werkstatt verdient: Die Beule an der Felge sollte auf alle Fälle ausgebessert werden, und schaden kann eine Überprüfung der Stoßdämpfer auch nicht ...

Wir sind gestern Morgen in Krk aufgebrochen und sind dann über Kroatien, Slowenien und Italien wieder ein Stück nach Slowenien hineingefahren, wo wir bei der altbekannten Frida direkt nach der italienisch-slowenischen Grenze bei Kranjska Gora wieder einmal sehr gut zu Mittag gegessen haben. Danach ging es über Salzburg, Rosenheim, Innsbruck, ein wenig Aquaplaning, Bregenz, Friedrichshafen und ein paar letzte Schlaglöcher (dabei hatte ich meinem Auto versprochen, dass das in Deutschland nicht mehr vorkommt!) hier nach Hause.

Die letzte Etappe, von Bonndorf nach Jena, werde ich wahrscheinlich mit dem Auto meiner Mutter in Angriff nehmen.

Mittwoch, 26. August 2009

Noch mal ein wenig Urlaub auf Krk

So, jetzt sitze ich auf dem Balkan unseres Hotels auf der kroatischen Insel Krk. Die Stadt Krk ermöglicht über ein kostenfreies WLAN meinen Internetzugang, wie übrigens auch die Stadt Istanbul. Herzlichen Dank für diesen sehr praktischen Service!

Wir sind gestern gegen 8 Uhr aus Burgas aufgebrochen, über bulgarische Schnellstraßen und Autobahnen, dann über serbische Schnellstraßen und Autobahnen, schließlich über die kroatische Autobahn gefahren und haben in Slavonski Brod nach Nachfrage beim Mauthäuschenwärter eine schöne Pension gefunden, wo wir dann auch zu Abend gegessen haben.

Heute sind wir wieder um 8 Uhr aufgebrochen und haben um 12 Uhr Krk erreicht. Hier waren wir schön im Städtchen zu Mittag essen und anschließend im Mittelmeer und im Pool schwimmen. Jetzt freuen wir uns auf das Abendessen und danach auf das Bett! Bis bald ...

Montag, 24. August 2009

Seele baumelt noch etwas länger

Nun, in Anbetracht der gestrigen Party von D. und V. erschien es meiner Ma und mir sinnvoll, mal nachzufragen, ob eine Verlängerung unseres Aufenthaltes hier am Sonnenstrand bis Dienstag in Betracht käme; sein Übriges tat sicher dazu, dass wir uns hier sowieso sehr wohlfühlen. Das klappte und somit konnte ich völlig ohne Sorgen in die Geburtstagsparty gehen. Ich kam zehn Minuten zu spät (sorry nochmal!), weil wir das Hotel nicht fanden, weil die (eigentlich sehr gute) Beschilderung auf den Parkplatz des Hotels "Bulgaria" führte und, nun, am Parkplatz stand nicht dran, dass er zum "Bulgaria" gehörte. Naja, ärgerlich, aber die beiden Mädels waren trotzdem nicht unglücklich, mich zu sehen (hatte ich zumindest das Gefühl ...). Nach einem kurzen Rundgang durch Burgas gingen wir in eine schicke Bar, tranken dort ein paar Cocktails und dann ging es auch schon, relativ nüchtern (das lag nicht an den Cocktails, sondern an dem klugerweise ausreichend dazugelieferten Wasser) und nur von einer kurzen Polizeikontrolle unterbrochen, zurück zum Sonnenstrand.

Hier wurde nochmal einigermaßen ausgeschlafen, gut zu Mittag gegessen, Wasser- und Beachvolleyball gespielt (ja, im Urlaub werde ich zur Sportskanone!), gut zu Abend gegessen und jetzt geht es gleich ins Bett.

Morgen geht es dann endgültig (?!) hier los und über Serbien, Kroatien (Krk) und Frida in Slowenien nach Hause. Bis bald in Bonndorf oder in Jena!

Sonntag, 23. August 2009

Seele baumelt ...

Hm, ja, also, meine Ma und ich sind Donnerstag gut am Sonnenstrand in Bulgarien angekommen ... Hier haben wir ein schönes All-inclusive-Hotel gefunden, Strand ist in der Nähe, zwei Pools gibt es, ne Poolbar, eine Lobbybar, ein Restaurant, gar nicht mal teuer und sogar ganz angenehm ...

Der Tagesablauf ist hier natürlich ein wenig unhektischer als in den vergangenen dreieinhalb Wochen: Aufstehen gegen neun (weil meine Ma dann richtig Radau im Zimmer macht ...), Frühstück, Frühschoppen, Schwimmen oder an den Pool liegen, Mittagessen, Schwimmen und am Pool, Abendessen, Bett. Einfach schee ...

Heute Abend wird es etwas stressiger, da geht es nach Burgas. D. und V. feiern Geburtstag, mal sehen, wie lange das dauert ... Meine Ma sollte derweil noch ein wenig den Strand genießen.

Morgen (Montag) geht es dann wahrscheinlich so langsam gen Heimat; es wird wohl durch Serbien und Kroatien auf die Insel Krk gehen. Da nochmal ein Tag Urlaub und dann heim ... Aber mal sehen, wie das so alles hinhaut ...

So, die Reise liegt in den letzten Zügen, sie hat größten Spaß gemacht, aber ab übernächster Woche sollte ich dann auch mal wieder ein bisschen arbeiten ...

Dienstag, 18. August 2009

Und wieder in Istanbul

So! Jetzt sitze ich mit meiner Mutter im Hotelzimmer, sie räumt noch ein bisschen um, vor halb fünf werden wir wohl nicht ins Bett kommen.

Die Fahrt nach Ankara war relativ ereignislos. Das Fußballspiel Ankaraspor gegen Gençlerbirliği endete vor nicht vielen Zuschauern 1:1 durch Tore in der 2. und der 91. Minute. Wir bezahlten für Sitzplätze Gegentribüne Mitte jeweils eine Türkische Lira (etwa 0,50 €)! Sehr lustig ... Nach dem Spiel suchten wir unter einigen Mühen und mit einigen Irrfahrten durch Ankara ein Hotel und fanden schließlich ein annehmbares etwas außerhalb ...

Heute Morgen ging es dann nach Ankara rein zum Atatürk-Mausoleum. Sehr interessant. Die Einlasskontrolle war aber lustig: Wir kamen mit dem Auto an, mussten die Autopapiere abgeben und durch eine Sicherheitsschleuse (nur Marcel und ich, nicht das Auto!). Hätten wir Sprengstoff oder sowas hineinschmuggeln wollen, hätten wir das ganze Auto vollpacken können, es hätte niemanden interessiert?! Sehr skurril. Das Mausoleum und der umgebende Komplex ist sehr interessant. Das Museum, das entgegen der Wikitravel-Angaben heute doch geöffnet war, ist sehr interessant, wenn auch - möglicherweise verständlich - ausgesprochen pro-türkisch. Massaker der Griechen werden erwähnt, von Armeniern fehlt dagegen jede Spur ...

Danach wollten wir per Autostadtrundfahrt zum Parlament, verfuhren uns aber und entschieden uns dann, relativ früh gen Istanbul aufzubrechen. Nach mehreren Pausen, da wir viel Zeit hatten, kamen wir gegen 1.15 Uhr am Flughafen an, parkten viel zu weit draußen und fuhren mit dem Shuttle zum Flughafen. Dort kam meine Ma sehr pünktlich an, wir holten sie ab, fuhren mit dem Shuttlebus zurück, luden Marcel am Taksim aus und fuhren ins Hotel. So, gute Nacht!

Samstag, 15. August 2009

Von Schlaglöchern und H1N1-Untersuchungen

So, gestern waren es drei Kreuze, die ich gemacht habe (ich bin evangelisch!), heute zwei. Aber der Reihe nach:

Deutschland hat in Aserbaidschan in einem gar nicht so klaren Spiel mit 2:0 gewonnen. Juchhe. Unsere VIP-Karten haben sich tatsächlich als VIP-Karten herausgestellt, wir saßen auf mit Stoff überzogenen Schalensitzen wenige Sitzreihen unter den Großkopferten des DFB: Zwanziger, MV, Rauball, Bruchhagen, Eilers, Bierhoff - sehr lustig. Auf dem Weg aus dem Stadion ist dann auch unser Minischterpresident Oettinger samt kleinem Sohn und Leibwächtern an uns vorbeigestürmt ... Danach mit dem Taxi ins Hotel und ins Bettchen.

Am nächsten Morgen (Donnerstag) spät aufgestanden, das Hotel auf den letzten Drücker gegen 11.50 Uhr verlassen, mit dem Hotelbus in die Innenstadt, von dort mit einem öffentlichen Bus zur U-Bahn-Haltestelle, mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, Gepäck eingestellt. In die Altstadt gefahren, dort üppig und sehr lecker zu Mittag gegessen, anschließend den Tag verbummelt. Keine Postkarten in Baku gefunden ... Mit der U-Bahn zurück zum Bahnhof, in den Schlafwagen, tatsächlich Zweierkabine, sehr chic ...

Am Freitag Morgen in Ağstafa angekommen, aus dem Bahnhof heraus in den Minibus zur Grenze gefallen, dort nach kurzer Diskussion Autoschlüssel zurückbekommen, Auto geholt (vier Dollar Parkplatzmiete - haha), überraschend schnell aus Aserbaidschan rausgekommen, auch einigermaßen schnell nach Georgien. Es ist halt sehr angenehm und sympathisch, wenn die Zöllner, besonders die georgischen, mit einem vor allem über Fußball reden wollen und einen zum Schluss in Georgien ausdrücklich willkommen heißen. Nach glücklicher Ankunft in Georgien drei Kreuze gemacht (siehe oben).

Wenige Kilometer gefahren bis Tiflis, dort gut angekommen, gleich nettes Hotel gefunden, eingecheckt. Lonely-Planet-Spaziergang durch Neu- und Altstadt gemacht, am Rande der Altstadt zu Abend gegessen. Von Georgien zwar nicht begeistert, aber Georgien ist sehr schön. Ein paar Kleinigkeiten sollten sie noch machen (1. Straßen, 2. Straßen, 3. Straßen, 4. in der U-Bahn die Stationen auch auf Englisch anschreiben), aber ansonsten wirklich sehr chic. Und die Altstadt von Tiflis, eieiei, sehr, sehr ansehnlich. Viele Ausländer. Tja, liebe Aserbaidschaner, die Georgier machen es euch vor, wie man Touristen anlockt.

Heute Morgen früh aufgestanden, aber bis zum Frühstück gebummelt. Wollten eigentlich die Südstrecke über Achaltsiche fahren, dann aber in Batumi über die Grenze. Sind über Achaltsiche gefahren, dann aber dort Vale/Posof über die Grenze: Auf georgischer Seite sind die letzten Kilometer bis zur Grenze reine Schlaglochpiste - richtig schlimm! Erste Delle im Auto (an der Felge des linken Vorderrades), sollte aber kein Problem sein. (Deshalb zwei Kreuze nach Grenzübertritt in die Türkei, weil hier das Auto wieder vernünftig versichert ist.) Grenzübertritt extrem problemlos und schnell, das einzig Lustige war die H1N1-(Schweinegrippe-)Kontrolle bei der türkischen Einreise ...

Danach ziemlich im Seich gefahren, notgedrungen, weil wir uns bei der Länge der Straßenführung ein wenig verschätzt haben. Deswegen erst sehr spät am Schwarzen Meer auf der Schnellstraße, Spiel in Trabzon verpasst. Allerdings in Trabzon zu Abend gegessen und danach noch eine Stunde weitergefahren. Sind jetzt in Giresun zwischen Trabzon und Samsun.

Morgen nach Ankara, übermorgen Abend nach Istanbul meine Mutter am Flughafen auflesen. So ist der Plan. Fotos später mal. Gute Nacht.

Mittwoch, 12. August 2009

Badengehen im Kaspischen Meer

Heute war ein schöner Ausschlaftag. Wir sind gegen 12.30 Uhr Ortszeit aufgestanden. Anstatt dem Gang unter die Dusche entschied ich mich zum Gang an den Strand. Nach einigem Überlegen, ob ich es denn wagen sollte, setzte ich meinen Fuß ins Wasser und war schon im kühlen Nass. Das Wasser war durchaus angenehm, in jedem Fall sauber, vielleicht sogar rein ... Marcel kam dann auch noch herunter, als ich schon fast wieder aus dem Wasser war. Auch wenn er nur ein wenig im Wasser ging und stand, sprang ich noch einmal in die (übrigens gar nicht einmal so niedrigen) Fluten. Doch, selbst hier in Sumqayit, wo Stalin diverse Fabriken bauen ließ, die Luft und Wasser vergifteten, kann man inzwischen schwimmen (falls ich in einer Woche noch lebe, dann doch durchaus empfehlenswert).

Unser Hotel, das also ganz schön, aber auch eine ganz schöne Abzockerbande ist (4,50 Manat fürs Bier an der Bar, das sind ungefähr 3,50 bis 4 Euro; und beim Geldwechsel hielt hier 1:1!), hat auch einen Pool mit Wasserrutschen, die ich anschließend genauer unter die Lupe nahm. Zwei der Rutschen haben einige Loopings, die beiden anderen sind aber richtige Eierquetschen: Die machen einen so schnell (weil sie so steil sind), dass man beim Aufprall aufs Wasser besser sein Gemächt in beide Hände nehmen sollte, wenn man nicht das Gefühl kriegen will, dass es abreißt ...

So, hier ist es jetzt gleich halb fünf, das Spiel geht hiesigerzeit um 21 Uhr los, gegen sechs wollen wir uns aufmachen in Richtung Stadion. Wir haben schon gesagt, für die Unannehmlichkeiten, die wir hier in Aserbaidschan erlebt haben, müsste Deutschland 5:0, 6:0 gewinnen. Nach dem heutigen Tag würde es ein 4:0 auch tun ...

Dienstag, 11. August 2009

Aserbaidschan - der Albtraum hat einen Namen

So, jetzt ist eigentlich alles wieder einigermaßen im Lot - einigermaßen! Wir sitzen hier am Kaspischen Meer in der Nähe des Strandes in Aserbaidschan und trinken ein Bier, und zwar ein Xirdalan ...

Der letzte Blogeintrag war wohl in Rize, seitdem ist Einiges (!!!) passiert, uns und dem Auto zum Glück nichts, außer dass wir im Moment getrennt sind.

Der Morgen in Rize war relativ ereignislos außer sehr starkem Regen, der aber bis zu unserer Abfahrt schon wieder halbwegs abgenommen hatte (und erst im Verlauf des Tages, dafür aber immer wieder, erneut erschien). Für die 120 km bis zur Grenze gilt das Gleiche. Danach fängt die Geschichte aber an:

Die türkische Ausreisegrenze in Sarp ist ein mittlerer Feld-, Wald- und Wiesenhinterhof, bei dem man nicht weiß, durch welche Einfahrt man als Pkw fahren soll. Nach der Auswahl einer Einfahrt ging eigentlich alles relativ glatt (Passkontrolle etc.), bis es zur Abschlusskontrolle kam. Hier stimmte offenkundig etwas nicht, was uns der mürrische Zöllner aber nur durch Handbewegungen zu verstehen geben konnte. Jedenfalls war das Auto nicht aus dem Pass ausgetragen worden, was hätte passieren müssen. Leider war an allen Grenzhäuschen, an denen wir vorbeifuhren, kein Hinweis, und insbesondere kein Verantwortlicher, der uns auf dieses Versäumnis hinwies. Also, mit einem Hilfsschaffner zu Fuß im strömenden Regen die ganze Schikanestraße zurücksprinten, wieder vor und anschließend wieder zurück, bis irgendwann aus unerfindlichen Gründen alle Türken zufrieden waren und wir die drei Meter bis zum georgischen Problemkreis in Angriff nehmen durften.

Hier musste zunächst eine Autoversicherung abgeschlossen werden, die gigantische etwa 1.500 Euro umfasst ... Bei den Grenzkontrollen im Kaukasus scheint es üblich zu sein, dass die Beifahrer durch die Fußgängerschleusen müssen, also war Marcel von mir getrennt, auch im Zoll, was übrigens mal der erste totale Quatsch ist. Der georgische Zoll erschien uns anfangs leicht paranoid, da er nicht nur der Erste war, der den Kofferraum geöffnet haben wollte, sondern auch unser Gepäck durchstöberte ... Naja, das sollte sich später als harmloses Gehabe herausstellen, jedenfalls kamen wir nach insgesamt zwei bis drei Stunden Gesamtaufenthalt an der Grenze glücklich über dieselbe.

Georgien - man soll es nicht glauben, aber die Georgier fahren noch schlimmer als die Türken: Überholt wird an Stellen, wo selbst Türken zurückzucken, praktisch überall. Zu überholen sind auf den keineswegs überall schlechten, aber genausowenig überall guten Straßen nicht nur Autos, sondern auch Kühe, Schweine, Truthähne, Pferde, Esel, Hunde und anderes Getier (und damit sind nicht die Autofahrer, sondern die Tiere gemeint), kurzum: In Georgien zu fahren erfordert in der Tat andere Kompetenzen als in Deutschland. Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir schließlich Gori, die Geburtsstadt Stalins. Hier fanden wir nach etwas Suchen das im Lonely Planet empfohlene Hotel Victoria in der Nähe der Stalinallee (ja, die heißt immer noch so). Leider sprach die Rezeptionistin nicht ein einziges Wort Englisch oder gar Deutsch, und da unsere Georgischkenntnisse ebenfalls nicht gerade prickelnd sind, kam erstmals ernsthaft das Ohne-Wörter-Buch zur Anwendung, was auch wesentlich den Verhandlungserfolg erleichterte. Trotz Kreditkartenhinweis galt "maschina kaputt", sodass wir Geld holen mussten, was im dritten Anlauf unter den gestrengen Augen von Väterchen Stalin auch gelang. Nach gutem und sehr günstigem Abendessen ging es schnurstracks ins Bett, da wir am nächsten Morgen pünktlich am Stalinmuseum sein wollten.

Was nützt nur alle Pünktlichkeit, wenn alle einem verschiedene Uhrzeiten nennen? Jedenfalls waren wir (wohl) eine Stunde falsch, sprich zu früh, und spazierten daher in Ruhe über die Stalinallee zum Stalinmuseum und warteten vor selbigem geduldig auf Einlass. Dieser wurde uns schließlich gewährt: Wir durften die heiligen Hallen besichtigen. Obwohl die Beschriftung nur auf Georgisch und Russisch vorliegt, gewinnt man wegen des üppigen Bild- und Ausstellungsmaterials doch einen Überblick über Stalins Leben, wenn auch die negativen Seiten höflich übergangen werden. Nach einem abschließenden Rundgang in Stalins Eisenbahnwaggon und einem letzten Blick auf sein Geburtshaus, das unser einem tempelartigen Gebäude Regenschutz findet, ging es auf gen Aserbaidschan.

Die Umgehungsstraße um Tiflis verdient zumindest auf zwei Kilometern allenfalls das Siegel der Extrem-Rüttelpiste (Steine in unregelmäßiger Weise auf getrockeneten Matsch ausgeschüttet, sodass bei Trockenheit ein Befahren der Schlaglochpiste nicht automatisch Achsbruch bedeutet), aber schließlich kamen wir zur Grenze, die auf georgische Seite extrem schnell und extrem freundlich (ohne jede Ironie!) vonstatten. Das "Good Luck" des georgischen Abschlusskontrolleurs hätte uns aber Warnung sein müssen.

Die neue aserbaidschanische Grenzstation ist in Bau. Solange fährt man über einen 200m-Feldweg in ein umzäuntes Gehege mit einigen Wellblechhütten, während der Beifahrer als Fußgänger außen herum die Grenzkontrolle über sich ergehen lässt. Ich fuhr also ohne Marcel in das Gehege hinein und sollte gleich einmal hinter dem Klo parken und dort stehen bleiben. Nach etlichen Minuten erbarmte sich einer der vielen Zöllner, Grenzer, Soldaten und Hilfsschaffner meiner und fragte auf Aserbaidschanisch oder Russisch, was ich denn hier wolle. Ich antwortete, dass wir zum Fußball nach Baku wollten, was teilweise eine sensationelle Neuigkeit war, was nicht gerade für den Informationsfluss innerhalb Aserbaidschans spricht. Schließlich geriet ich an einen wohl recht wohlgesonnenen Zöllnerhäuptling, dessen Großmutter irgendwas mit Deutschland zu tun hatte und der deshalb zwar nicht gut, aber doch halbwegs verständlich Deutsch konnte. Er erklärte mir nach kurzem Blick in die Fahrzeugpapiere mit drei anderen Zöllnern zusammen, dass wohl "gross Problem" bestünde.

Ich durfte in sein Kabuff und sollte mich dort erst einmal setzen, bevor die Kaution genannt wurde, die bei Einreise für das Auto zu hinterlegen sei und die von der Botschaft in Berlin auf ausdrückliche Anfrage als "klein" beschrieben wurde. "Klein" bedeutet in der Ansicht der aserbaidschanischen Zollbehörden für einen Kleinwagen (Ford Fiesta) 3.660 $, und das natürlich in bar. Hallo? Für vier Tage? Hakt's? Ich versuchte, ihm zu erläutern, was die Botschaft gesagt hatte, was er mit vielen Gesprächen auf dem Handy beantwortete. Auf einmal war ich nicht mehr so wichtig und mein Pass samt Fahrzeugpapieren weg.

Ich stand herum, saß herum, stand herum, wurde von einem Pause machenden anderen Zöllner gefragt, wie oft ich "make fucking" (natürlich mit entsprechender Handbewegung) und wieviel ich dafür bezahlen würde. Fußball war auf einmal ganz toll und es wurden völlig hanebüchene Ergebnistipps abgegeben, aber helfen konnte mir keiner. Zwei Stunden später eröffnete mir mein Zöllnerhäuptling in Anwesenheit es noch höheren Häuptlings und unter Hinzuziehung von Marcel durch die Einreisekontrolle zurück, dass "gross Problem" immer noch bestünde. Ich sprach zum geschätzt 219. Mal von der Botschaft und der "kleinen" Kaution und fing dann irgendwann auch an zu fragen, ob man das Problem denn nicht "irgendwie" lösen könne. Darauf reagierte er auch nicht, obwohl ich keine andere Erklärung für ein zweistündiges Weichkochen ohne Änderung der Sachlage habe als der Versuch, eine Bestechung zu erwirken, aber gut. Das Problem war zudem, dass wir zusammen vielleicht 500 € in bar hatten und auch in der nächsten Bank (die 20 Kilometer entfernt war) maximal noch einmal 500 $ pro Person bekommen hätten, die 3660 $ also keineswegs, selbst wenn wir gewollt hätten, hätten entrichten können.

Schließlich war er so "hilfsbereit", uns anzubieten, das Auto im Zollhof zu parken, wo es bewacht würde (inschallah, mal wieder), und uns auch an einen Bus nach Baku zu vermitteln. Nach abermaligen Debatten mit den Zöllnern, Grenzen, Militärs und Hilfsschaffnern konnte ich aus dem Gehege herausfahren auf den Zollplatz, sollte bei der Rückkehr ins Gehege, um meinen Autoschlüssel abzugeben (das einzig Logische an diesem Schwachsinn), meinen Pass vorzeigen, weil der Grenzer nicht wusste, was der Zöllner wollte, was sich aber dann aufklärte, und saß schließlich nach fünf Stunden erfolgreichen Grenzübertrittsversuchs mit Marcel in einem Bus nach Baku.

Dort kamen wir nach wenig Schlaf in enger und vollgestopfter Kabine gegen 7.00 Uhr morgens an und waren völlig gerädert. Das Essensangebot der wirklich durchgehend sehr freundlichen einfachen Aserbaidschaner (oder Georgier) lehnten wir dankend ab, nachdem wir gesehen hatten, wie sich sich die Speisen einverleibt hatten ...

Ein freundlicher junger Aserbaidschaner half uns mit dem Finden des richtigen Aussteigeortes und zeigte uns noch den Jungfrauenturm in Baku-Altstadt. Mit Gepäck liefern wir ein wenig herum, machten uns auf den Weg zum Bahnhof (natürlich mit Milizkontrolle unseres Gepäcks in der U-Bahn!) und kämpften uns durch zwei Horden drängelnder Aserbaidschaner bis zum Schalter vor, um unsere Rückfahrt mit dem Zug zu buchen. Danach ging es zum Stadion, es wurden im Semi-Schwarzmarkt VIP-Karten für das morgige Spiel gekauft. Anschließend ging es per Trolleybus in die Nähe unseres Hotels hier an der Nordküste der Abseron-Halbinsel, in dem offenkundig (nach leicht genervter Aussage der Rezeptionistin) ganze Scharen von deutschen Fußballtouris eingefallen sein müssen - war halt das günstigste im Internet buchbare Angebot in Baku und Umgebung ...

Das Hotel ist wirklich spitze, das müssen wir sagen, das Meer ist hier allerdings auch nicht gerade einladend, aber wir müssen das Ganze noch ein wenig genauer erkunden.

Wir bedauern es sehr, dass die aserbaidschanische Regierung es Ausländern so schwierig macht, ihr Land zu besuchen (hohe Visumgebühren, aberwitzige Kautionsforderungen für das Auto, während es Georgier und Türken auch mit einem einfachen Zusatzvermerk im Pass gebacken bekommen, den Autoimport zu kontrollieren). Nun harren wir der Dinge, die da morgen auf uns zukommen: Es wird wohl ein ausgedehntes Ausschlafen, danach ein Stadtbummel in Baku und danach ein hoffentlich erfolgreiches Auswärtsspiel der deutschen Männer-Nationalmannschaft werden. Mal sehen, wo unser Minischterpresident Oettinger so sitzt ...

Jetzt mal ein großer Batzen an Bildern des Tages:
Am 7. August ein alter Stinker auf im Neubau befindlicher zweispuriger Piste vor wunderschöner Lustschaft, am 8. August die Müllhalde am Steinstrand von Rize in der Nordosttürkei, am 9. August ein georgischer Monsterstinker vor uns auf schmaler Straße ebendort, am 10. August der Blick des heute noch über Gori wachenden Stalin und am heutigen 11. August der Blick von unserem Balkon auf den Strand mit vorgelagerter Müllhalde.

Samstag, 8. August 2009

Fast auf den Hund gefahren

Heute sind wir wieder einmal gut 600 Kilometer über fast ausnahmslos sehr gute und zweispurige Straßen gefahren und machen hier Station in einem Ort kurz hinter Rize an der Schwarzmeerküste, gerade noch in der Türkei (ca. eine Stunde von der Grenze zu Georgien entfernt).

Dass Fußgänger über die Straßen marschieren, teilweise sogar aufreizend lässig, ja, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Die gucken aber wenigstens, wo sie hinlaufen! Dies kann man von einem Hund in Samsun, der der Begegnung mit der Stoßstange unseres Autos nur dank meiner Vollbremsung und seines Ausweichens entgangen ist, nicht unbedingt behaupten. Der Hund steckte mir noch einige Kilometer in den Knochen ... Naja, aber sowas kann halt auch auf dem Weg von Jena nach Kahla passieren.

Entsprechend haben wir nach unserer Ankunft hier im Grand Hotel (ist nicht schlecht, kostet ca. 60 Euro für das Zimmer, ist aber keineswegs das Ritz) auf dem Weg zum Steinstrand (naja, eher zur Strandmüllhalde, leider) ebenfalls die Schnellstraße zu Fuß überquert - der Trampelpfad zeigte uns den Weg ...

Das Schwarze Meer ist hier leider wirklich nicht einladend: Große Steine am Strand, dazwischen aber jede Menge Müll, sodass uns sogar Ratten begegnet sind, das Wasser ist eine dreckige braune Brühe; einzig der Spaziergang zum Leuchtturm am hiesigen Hafen über die Mole war ganz ansehnlich. Dafür allerdings, und das muss man wirklich sagen, ist die Hügellandschaft, die sich unmittelbar hinter dem Meeresufer auftut, keinesfalls zu verachten. Ein so sattes Grün, ja, solche wunderschönen Landschaften, hatte ich zumindest nicht erwartet hier. Aber solche Reisen sind ja dazu da, derartige Vorurteile abzubauen.

Morgen geht es also, inschallah sozusagen, über die türkisch-georgische Grenze. Geplant ist ein kurzer Zwischenstopp ins Gori für das Stalin-Museum, vielleicht reicht es dann gegen Abend bis Tiflis.

Bilder der Tage gibt es später, da hier trotz kostenfreiem WLAN die Verbindung nicht so arg stabil ist, dass die großen Bilder hochgeladen werden können. Bis bald.

Freitag, 7. August 2009

Kurz vor Achilles' Grab

Nach knapp 600 Kilometern heutiger Fahrtstrecke sind wir gestern Abend gut in Osmancık etwa drei Viertel auf dem Weg von Istanbul nach Samsun angekommen. Wir haben hier ein schönes Motel gefunden und schön zu Abend gegessen.

Die Fahrt ging ganz gut los: Wir kamen gegen 12 Uhr problemlos aus dem Parkhaus heraus und fuhren in Richtung der Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke. Vor dieser gab es einen Stau, bevor wir für 30 türkische Lira (etwa 14 Euro) eine Art Kreditkarte kaufen durften, um mit dieser über die Brücke und auch später über die türkischen Autobahnen fahren zu dürfen. Die Brückenmaut an sich kostete nur etwa 2 Euro. Die Fahrt auf der Autobahn war relativ ereignislos (man stelle sich den Schwarzwald [!] mit ein paar Moscheen zwischendrin vor, dann kann man sich einen Teil der Gegend um die Autobahn herum ganz gut vorstellen ...), bevor es dann bei Gerede auf die Landstraße in Richtung Samsun ging. Der Straßenzustand wechselte zwischen zweispurige Beinaheautobahn und besserer Feldweg wild hin und her. Die Türken fahren noch henkiger als die Kroaten, aber wenn man sich anpasst, funktioniert das schon (toi, toi, toi!).

Es sind sehr viele deutsche, insbesondere baden-württembergische Autos unterwegs (Stuttgart, Ludwigsburg, Ulm, Villingen-Schwenningen ...). Allerdings beschleicht mich der Eindruck, dass die (ursprüngliche!) Heimat der Fahrer dieser Autos in der Regel nicht unbedingt im Ländle liegt.

Gestern hat es unterwegs mal kurz, aber heftig geregnet. Dann wurde gleich die Nebelschlussleuchte bei einigen der mitrollenden Autos angeschaltet ...

Mir ging es nicht ganz so gut, ich habe zum Abendessen nur eine Suppe und eine Süßigkeit gegessen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es heute, wenn ich mal wieder ordentlich geschlafen habe, wieder viel besser sein wird.

Achso, und was hat das alles mit Achilles zu tun? Hier in Osmancık soll dieser Sagenheld angeblich begraben sein. Naja, wir werden es heute Abend und morgen wohl eher nicht erkunden, sondern schnurstracks gen Samsun, Trabzon, Batumi fahren.

(Vereins-)Fußball in Istanbul

Schalalalalalalaaaaa - oh (irgendwas Unidentifizierbares)

Ich war ja schon beim WM-Qualifikationsspiel Türkei gegen Bosnien-Herzegowina im Oktober gewesen, aber das 6:0 (!) von Galatasaray gestern Abend gegen Maccabi Netanja war auch nicht so schlecht.

Wir waren (für deutsche Verhältnisse) früh (für türkische offenbar eher auf den letzten Drücker) am Stadion und wollten ordnungsgemäß unsere Eintrittskarten kaufen, ehe man uns mehr oder weniger verständlich mitteilte, dass das Spiel ausverkauft sei - tja, in Deutschland wäre nach einem 4:1 im Hinspiel nicht mehr jeder Fan ins Stadion gekommen, hier ist das offenkundig etwas anders ... Also kauften wir unsere Karten auf dem Schwarzmarkt für jeweils fünf Euro über Preis und bezahlten somit umgerechnet 22 statt 17 Euro für einen (formal) Sitzplatz hinter dem Tor. Der Platz war gut, und dass man in der Türkei auch auf Sitzplätzen ab und zu mal steht, war mir bekannt.

Die Fans in der gegenüberliegenden Kurve hatten zu Spielbeginn eine Choreographie (so heißt das, glaube ich, bei den Ultras) mit einer palästinensischen Flagge und einem "Go Home" auf Englisch und Hebräisch vorgeführt, die aber wohl nach Intervention des Stadionsprechers schnell wieder eingetütet wurde.

Schon nach einer Minute und ein paar Sekunden ging Galatasaray in Führung und gab das Heft nicht mehr aus der Hand, auch wenn es im Endeffekt vollends genügte, jeweils die erste Viertelstunde der beiden Halbzeiten einigermaßen Vollgas zu geben, um Netanja zu demütigen. Ein nie ungefährdeter 10:1-Sieg, wenn man beide Spiele zusammenrechnet, spricht ja dann auch eine deutliche Sprache. Mag sein, dass die Stimmung bei einem Stadtderby noch mal überschäumender ist, ja, aber die Aussagen des Reiseführers, dass man nach einem Spiel in Istanbul psychologische Betreuung brauche, kann ich nun zum zweiten Mal nicht wirklich nachvollziehen. Klar ist die Stimmung gut, und das im Wesentlichen ohne Alkohol! Aber sie ist durchaus vergleichbar mit der Stimmung, wenn in einem deutschen Stadion, und sei es nur das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena, richtig Dampf ist.

Nach dem Spiel machte ich den Fehler, an einer Garküche ein Brötchen zu kaufen, bei ich nicht sah, wann (bzw. ob überhaupt) das Fleisch vom Grill genommen worden war - entsprechend habe ich ein wenig mit Montezumas Rache zu kämpfen, aber das gibt sich schon wieder.

Heute geht es dann - es regnet übrigens gerade wie aus Kübeln - in Richtung Gerede (wo die Autobahn Istanbul-Ankara nach Süden abknickt), Samsun, Trabzon, Batumi, Tiflis, Baku. Der nächste Post* kommt also aus Asien. Bis dahin ...