Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Plötzlich lag eine Frau im Gang

Der jungen Frau geht es (wieder) gut, aber es war ein ziemlich belämmerndes Gefühl, als ich aus meinem Halbschlaf aufschreckte, weil jemand gegen meinen Fuß trat. Ich wollte mich schon aufraffen, die Person anzumeckern, als die Frau sich schon von selbst im Gang längs machte - und dabei sehr unsanft und noch Stunden später sichtbar auf die Nase fiel. Ich bin den Flugbegleitern sehr dankbar, dass sie wussten, was zu tun ist, denn wir Passagiere saßen erstmal ziemlich starr um die Szenerie herum und machten allesamt genau gar nichts ...

Der Flugbegleiter tätschelte ihr ein paar Mal nicht ganz saft auf den Kopf oder ins Gesicht, dann kam die Frau wieder zu sich - das war wohl einfach ein Kreislaufkollaps gewesen, aber einer, der sich gewaschen hatte. Kurz vor der Landung sah ich sie - sie saß zwei oder drei Reihen schräg vor mir -, als sie sich im Handy-Selfie-Vorschaubild mal ihre Nase anschaute - da war ganz schön viel rot ... Aber sonst ging es ihr offenbar gut.

Am Gate in Berlin saß ein Mann, den ich von irgendwoher kannte - meine erste Eingebung "Boxer" erwies sich als richtig, als mir gerade eben im Bus in Dubai der Name des Sportlers einfiel: Arthur Abraham war das, der mit seiner Frau in die Emirate flog. Der war aber am Kollaps der jungen Frau unschuldig, glaube ich ...

Wir starteten um 23.07 Uhr in Berlin und landeten um 8.38 Uhr Ortszeit (6.38 Uhr deutscher Zeit) in Dubai. Ich entschied mich, doch mal kurz in die Stadt zu fahren, aber dazu musste ich einreisen: Als wir nach längerem Fußmarsch an die Einreisekontrolle kamen, wurden alle - jedenfalls verstanden das alle - Passagiere an die SmartGate-Kontrolle, also an die elektronische Einreise, geschickt. Erst kurz vor dem Gerät wurde den Erstlingen (ich war zwar schon in Dubai gewesen, aber das war 2013 und daher war ich nie für dieses Smartgate registriert) gesagt, dass sie doch durch die persönliche Einreisekontrolle müssten - das ist Mist, Freunde, das kann und muss man besser kommunizieren! (Und ich hatte doch keine Zeit!)

Am Fahrkartenautomaten vor mir trödelten die Herrschaften auch rum, aber dann war ich dran, kaufte für 1,50 Euro meine Fahrkarte und fuhr mit der Metro mit einmaligem Umsteigen zum Gold-Souk. Den Gold-Souk fand ich nicht, dafür aber den Creek, also den Meeresarm, an dem Dubai liegt - ich sah allerdings kein Wasser, weil ein Dhau am anderen lag und das ganze Areal auch abgesperrt war. Trotzdem machte ich schnell kehrt, denn ich musste zum Terminal 2, das etwas abgelegener ist (und insbesondere ohne Metrostation und nur mit dem Bus zu erreichen). Ich wusste nicht, wie schnell und gut und pünktlich ich das schaffe, außerdem war mir heiß (mit meinem Rucksack) und zudem hieß es, dass das Terminal nicht ganz so modern sei und längere Schlangen habe.

Die Wahrheit liegt natürlich auf dem Platz, auch dieses Terminal ist wunderbar, auch wenn es das vermeintliche Billigflieger-Terminal ist, aber vorher wollten mir zwei Leute vom Busunternehmen verklickern, dass ich meine Metro-Fahrkarte nur einmal und nicht im Bus benutzen könne. Freunde, ich hatte die drei Minuten vorher in der Metro aufgetoppt, das ging natürlich, und erst als der Busfahrer meine Karte gegen den Kartenleser hielt und der nicht meckerte, glaubten die beiden mir - mehr oder weniger ... Sachma, Leute, da muss ich euch eure Ticketstruktur beibringen, oder wie?

Die Fahrt zum Flughafen war wunderbar, ich sah mehr vom "richtigen", nicht so glitzernden Dubai, das mag ich ja insgesamt sehr, und hier in Dubai ganz besonders, das war nämlich 2013 auch schon sehr interessant, mit dem Bus zu fahren. Die Ausreise und Sicherheitskontrolle war gähnend leer, diesmal klappte die Smartgate-Ausreisekontrolle, die Anweiserin sprach sogar ein bisschen Deutsch ("Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen"), sehr schön! (Und dass man Leute mit einem gefälschten deutschen Pass damit aus dem Konzept bringt und das Ganze damit auch eine Sicherheitsmaßnahme ist, braucht man ja gar nicht zu erwähnen ...)

Jetzt sitze ich hier nach einem leckeren, scharfen, teuren Asia-Hähnchen-Baguette und einer Cola (das kleine Bier kostet 10, das große 15 Euro, das war mir dann doch des Guten zu viel) und warte auf das Boarden - achso, die Steckdosen hier in der Kneipe gehen aber nicht, das ist ärgerlich, deswegen tippe ich schnell, bevor der Akku des Rechners schlappmacht ...

Den zweiten Teil des Blogs gibt es dann nach Ankunft in Dhaka, ich glaube, das mit dem Livebloggen mache ich jetzt ab und zu mal, das ist nämlich schön - und dann ist der erste Blogteil schon einmal für die Nachwelt gesichert, auch wenn ich verschüttgehe. Höhö ...

Ich war wirklich in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Wie, das sind gar keine Dhaus? Mir doch wurscht!

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Das Boarding klappte recht gut, auch wenn ich es immer hasse, wenn sie den Final Call machen, wenn noch 100 Man anstehen. Von den 100 Mann waren 90 Bangladescher, und von denen mussten 30 nachzahlen, weil ihr Handgepäck zu schwer war. Ich ließ es gar nicht darauf ankommen, grinste den Kontrolleur nur schief an mit meinem Rucksackchen und lief zu, ohne meinen Rucksack auf die Waage zu stellen - er grinste zurück, klappte ...

Am Gate wurde noch kontrolliert, ob ich auch ein Rückflugticket habe (weil ich nur dann ein Visum bei Anreise bekommen würde), das hatte ich natürlich dabei - sogar ausgedruckt, weil mehrfach irgendwo stand, dass man das ausgedruckt haben soll. Dann war alles in Ordnung und ich konnte boarden.

Auf meinem Fensterplatz saß einer, der am Gang sitzen sollte; ich überlegte hin und her, ob ich ihm den Fensterplatz überlassen sollte, zumal der Mittelplatz frei blieb, aber am Ende pennte ich, sodass sich die Sache zunächst erledigt hatte. Blöderweise kam die Purserin kurz darauf und drückte mir so einen Einreisezählzettel in die Hand, den füllte ich erstmal aus, dann schlief ich nicht mehr ...

Es ging über den Indischen Ozean und Indien, die Leute im Flieger - sowohl die Flugbegleiter als auch die Mitreisenden, auch wenn die ein bisschen unruhig waren für meine deutschen Augen - waren echt lieb, und um 20.31 Uhr Ortszeit erreichten wir bangladeschischen Luftraum. Unterwegs gab es übrigens - das hatte ich wohl so gebucht, was weiß denn ich  - für mich auch eine Mahlzeit, einen Murgh Kashmiri, Reis mit Hühnchen, überraschend lecker. Aber danach war ich dann so vollgefressen, dass ich heute Abend in Dhaka nichts mehr esse.

Wir landeten um 20.54 Uhr und wir standen noch nicht richtig - und natürlich waren die Anschnallzeichen noch an -, als der gesamte Flieger aufstand, naja, der gesamte Flieger außer mir. Die Köfferchen wurden schon herausgeholt, die Flugbegleiter versuchten gar nicht, die Bande zu mäßigen, aber dafür ging es dann, als die Türen geöffnet wurden, erstaunlich schnell, den Flieger zu räumen ...

Ich umkurvte viele Menschen, weil ich möglichst vorne in der Schlange fürs Visum sein wollte, aber bei der Einreise war gähnende Leere. Ein anderer Deutscher, der auch gestern Abend in Berlin eingecheckt hatte und also genauso flog wie ich, war etwas schneller bei den Polizisten, nachdem wir beide den dick und fett "Visa on arrival" beschrifteten Schalter übersehen hatten.

Ich ließ ihm dann auch den Vortritt, konnte aber dadurch schon vor ihm das Visum bezahlen, sodass ich am Ende mein Visum schon vor ihm hatte und auch nicht mehr in der Einreisekontrolle hätte stehen müssen, da hatte ich aber eh nur eine Minute "verschwendet". Der Zoll war auch harmlos, und dann war ich um 21.20 Uhr, nur 26 Minuten nach Landung - wie ich gerade sehe -, in mein 161. Land eingereist. Das ging wirklich gut los ...

Auch die Abholung funktionierte bestens, der Head of Protocol oder wie der sich schimpfte, stand schon am Ausgang, er erkannte mich auf Anhieb (so viele Westler kommen im Moment wohl nicht hierher ...), der Fahrer wurde gerufen und kam schnell, und dann ging es auf das Gewimmel, das sich Verkehr in Dhaka schimpft.

Eins vorweg: Der Fahrer fuhr wunderbar, der wird für die Rückfahrt wieder gebucht. Aber, Freunde der Sonne, da fahren Lkws, Autos, CNGs (Tuktuks), Fahrradrikschas, Motorräder kreuz und quer, wirklich kreuz und quer, durch die Gegend, es wird gehupt, was das Zeug hält, Fußgänger queren auch noch die Straße, ich bin ja wirklich Verkehr gewohnt, aber ich dachte einige Male: "Ach du Scheiße!" Unfälle gab's aber keine, und nach kurzer Zeit waren wir im Hotel ... (Achso, die Schnellstraße, auf der nur Autos fahren dürfen, ist ganz wunderbar! Aber danach kommt man wieder ins Getümmel, und ohje ...)

Hier ist eine Bullenhitze, halt noch schwüler als in Dubai, aber mein Zimmer, das völlig in Ordnung ist (und für das ich keine 30 Euro pro Nacht zahle!), ist schön kühl, es gibt einen abnehmbaren Duschkopf - was will ich denn mehr?

Meinen Fahrer sollte ich an der Rezeption in bar bezahlen, das reichte aber noch morgen, sagte der Rezeptionist, aber ich wollte das aus der Welt haben (und meinen guten Willen zeigen, weil ich ja einen Plan für Samstag hatte), also machte ich noch einen kleinen Spaziergang, um zu gucken, ob ich einen Geldautomaten finde.

"Ohje", denkt der Leser womöglich, wenn er ähnlich vorurteilsbehaftet ist wie der Autor, Geld abheben in einer zwar schon belebten, aber nicht der Hauptstraße, bei einer Feld-Wald-und-Wiesen-Bank in einem Schwellenland, "das wird nicht gutgehen". Pustekuchen, ich konnte für etwa 80 Euro Geld abheben, das klappte auf Anhieb, ich zahlte noch nicht einmal Gebühren - davon können sich die São Tomés und Príncipes und Türkeien (ist das der Plural von "Türkei"?) und Kroatiens und Albaniens der Welt sich mal eine gehörige Scheibe abschneiden.

Ansonsten ist es hier halt schon staubig, laut, hektisch, aber ich wusste ja einigermaßen, was auf mich zukommt, und irgendwie bin ich sehr, sehr angetan von Bangladesch, das muss ich sagen. Ja, klar, das wird auf absehbare Zeit vielleicht keine Stadt sein, in der man über Übertourismus jammert, aber die Menschen hier sind wirklich sehr, sehr freundlich - vielleicht etwas neugierig auf den verrückten Westler, der gerade in diesen etwas unruhigen Zeiten in ihr Land kommt, aber eben umso erfreuter, dass der eine oder andere kommt.

Ich zahlte meine Abholung beim Rezeptionisten, der war fast erschüttert, dass ich mich, um gleich zu bezahlen, im Dunkeln nach draußen gewagt hatte, aber ich wollte ja gerne den Fahrer für Samstag buchen, und da mein Flug erst um 18.50 Uhr geht und ich erst um 15 Uhr weg will vom Hotel, wollte ich auch gerne versuchen, einen Late Check-out herauszuschlagen, sodass ich um 14.30 Uhr noch duschen und dann frisch die Reise zum Flughafen antreten könnte.

Das war überhaupt kein Problem, er war fast ein bisschen beleidigt, als ich nach dem Preis fragte, jo, so ist das alles doch eine Win-win-Situation, der Fahrer kriegt steuerfrei sein Geld, der Rezeptionist seine fette Provision, und ich einen wunderbaren Transfer und das gute Gefühl, frisch geduscht zum Flughafen zu fahren ... (Ich habe natürlich für diese Aktion ein Hemd und ein Unterhemd zu wenig dabei, und meine Hose wird, wenn ich sie am Sonntag im Schwarzwald ausziehe, vor Dreck und Schweiß stehen, aber das ist halt der Preis, wenn man mit Rucksack eine Interkontinentalreise macht ... Und das heutige Hemd ziehe ich morgen - ohne Unterhemd - nochmal an, dann habe ich das auch wieder raus ...)

Jetzt sitze ich im Café des Hotels, trinke meinen zweiten Granatapfelsaft und freue mich gleich auf die Dusche, bevor ich ins Bett gehe ...

Das war natürlich eine nicht ganz unanstrengende Reise, aber ich muss wirklich sagen, ich bin bisher sehr positiv überrascht von Bangladesch ...

Morgen geht es nach Old Dhaka, mal sehen, ob im CNG/Tuktuk oder zu Fuß, schwitzen werde ich so oder so, wir werden sehen ...

Schnappschüsse aus dem Taxi I

Schnappschüsse aus dem Taxi II

Schnappschüsse aus dem Flieger I (Dubai)

Schnappschüsse aus dem Flieger II (Dubai)

Schnappschüsse aus dem Taxi III


Mittwoch, 30. Oktober 2024

Mindestens zweifach bekloppt

... war die Begründung, wieso ich für meinen Flug von Berlin nach Dubai zum Check-in dackeln musste.

Mein Reisebüro hat das grundsätzliche Versprechen, für die bei ihnen gebuchten Flüge einzuchecken; für den zweiten Flug von Dubai nach Dhaka klappte das von Anfang an nicht (daher machte ich das selbst), und heute Nacht bekam ich eine Mail, dass ich für den ersten Flug zwar eingecheckt sei, aber meine Bordkarte nicht ausgedruckt werden könne, sodass ich doch an den Check-in-Schalter müsse. Schöner Mist, da brachte meine wunderbare vorab gebuchte Sicherheitskontrollzugangszeit nix, weil bis dahin der Check-in noch nicht erfolgen sein würde ...

Es stellte sich heraus, dass meine Buchung tatsächlich eine quasi durchgängige ist, und die Condor-Leute meinten, dass sie meine Dokumente für Bangladesch prüfen müssten (ich bin ziemlich sicher, dass ich der erste Fluggast war, der mit einer durchgehenden Buchung mit denen nach Bangladesch fliegt ...). Das war erstens bekloppt, weil ich die Bordkarte für den (vermeintlich kritischen) Flug Dubai-Dhaka schon online hatte besorgen können, und zweitens, weil ich überhaupt nichts in der Hand hatte (außer meinem Reisepass, joa), was beweisen würde, dass ich ein Visum für Bangladesch habe, weil ich selbiges Visum ja erst in Dhaka bei Ankunft erwerben will und werde.

Wenigstens waren die Leutchen am Check-in freundlich, und die Sicherheitskontrolle war auch sehr leer, die Ausreise ging fix (nachdem ein Haufen Britinnen an mir vorbeigelatscht war, aber die müssen ja dank Brexit in die Ausreisekontrolle beim Grenzer, während ich in die elektronische Ausreise konnte), und jetzt sitze ich bei einem Alpenbier (in Berlin!) im fast gähnend leeren Non-Schengen-Bereich und warte aufs Boarding in etwa einer Stunde. (Das wird dann auch der letzte Flug vom BER heute sein; insgesamt ist der Flughafen hier wirklich hübsch - ich fliege ja erstmals hier ab ...) 

Mein Rucksack, bei dem man sehr hätte drücken müssen, um dessen Ausdehnung auf der einen Seite unter 10 cm zu drücken, ging anstandslos durch beim Check-in, sodass ich jetzt sehr zuversichtlich bin, gut boarden zu können. (Eine Interkontinentalreise nur mit Rucksack habe ich auch noch nicht gemacht, glaube ich ...)

Nun denn, um 22.50 Uhr geht es jedenfalls mit Condor nach Dubai; dort komme ich morgen früh um 9 Uhr Ortszeit (6 Uhr deutscher Zeit) an. Mal sehen, ob ich einreise und kurz mal an den Creek oder so fahre (das Online-Buchen der Fahrkarte klappt nicht so richtig), denn um 12.55 Uhr soll ich schon wieder zurück sein am Gate: Mein flydubai-Flug verlässt planmäßig um 13.55 Uhr (10.55 Uhr deutscher Zeit) das Gate und kommt um 20.40 Uhr bangladeschischer Ortszeit (15.40 Uhr deutscher Zeit) in Dhaka an. Ich bin hoffnungsvoll, dass das mit der Abholung durch das Hotel klappt (die kostet mehr als die Hälfte des Zimmerpreises pro Nacht - also 18 Euro ...), sodass ich dann hoffentlich so gegen 22, 23 Uhr Ortszeit (17, 18 Uhr deutscher Zeit) im Hotel bin. Die bangladeschische Einreise soll dauern, zumal ich mir ja noch das Visum kaufen muss (den einen Dollar, der mir noch zum Visumpreis von 51 Dollar fehlte - ich könnte auch in Euro bezahlen, aber Dollar hatte ich noch halbwegs übrig, sodass die erstmal verbraucht werden ... - hatte mir meine Mutter vor ein paar Tagen besorgt, weil ich nicht sicher war, ob die bei der Einreise wechseln können/wollen), aber irgendwann werden sie mich hoffentlich mein 161. Land reinlassen.

Der nächste Blogeintrag kommt dann wahrscheinlich aus Dubai oder - noch wahrscheinlicher - final aus Dhaka, aber das wird erst morgen entschieden.

Jetzt wünsche ich mir erstmal einen guten Flug nach Dubai, ich werde mich morgen verfluchen, dass ich meinen Anorak aus Deutschland wirklich mitgenommen habe, weil ich den in der Hitze in der Gegend herumschleppen muss, aber vielleicht brauche ich den in Zürich am Sonntag ja wieder ...

Sonntag, 20. Oktober 2024

Für norddeutsche Verhältnisse angegrinst

... hat mich der Flensburger Busfahrer, als er mich gestern Morgen wieder eingesammelt hat, zehn Minuten, nachdem ich in Kruså in Dänemark aus dem Bus ausgestiegen war ... Ich konnte also ganz eindeutig erkennen, dass sich sein Mundwinkel um mindestens einen Millimeter nach oben bewegt hatte, als er sah, dass ich tatsächlich vorhatte, wieder in sein Gefährt einzusteigen. Hab ich ihm also am frühen (naja, nicht mehr ganz so frühen) Morgen eine Freude gemacht, sehr gerne!

Ich hatte mit meinem Chef vereinbart, dass ich am Freitag nur einen halben Tag arbeite, und also machte ich mich schon um kurz nach zwölf Uhr auf den Weg zum Hauptbahnhof in Hannover. Die Zugfahrt ging natürlich in die Hose, weil in Hamm die Lok eines Güterzuges brannte und wir umgeleitet wurden, sodass ich später als geplant in Dortmund ankam.

Am Freitag folgte ich dem Schweizer Kumpel, weil er sich deutlich besser in Dortmund auskennt als ich, und er führte mich in die Gastronomie am Markt. Ich kam mir - ohne BVB-Trikot, nur mit Schal - richtig underdressed vor, denn 80 % der Kundschaft und 100 % der Bedienungen trugen ein solches.

Ich bestellte eine Dortmunder Spezialität, einen Salzkuchen, ein würziges (viel Kümmel) Brötchen, und machte mich fast zum Brot, weil ich nicht sicher war, ob die drei Zutaten allesamt oder nur einzeln auf dem Brötchen sein soll. Am Ende bestellte ich einen solchen Salzkuchen mit Schwartenmagen - war lecker, das nächste Mal probiere ich das Ding mit Mett. Die Hauptspeise in Form eines Westfälischen Schnitzels war auch sehr genießbar, und dazu wurde Bier konsumiert.

Vom Stadtgarten aus ging es in Richtung Stadion, die Straßenbahnen waren voll, aber zahlreich (auch wenn nicht so angezeigt), sodass wir zwar getrennt wurden, ich aber zwei Minuten später mit der nächsten Bahn hinterherkam.

Durch die Menschenmassen ging es - unter Konsum eines Bieres noch außerhalb des Stadions, mit dem man aber problemlos ins Stadion kam - auf die Süd. Und ja, es ist atemberaubend! Erst einmal war ich von der steilen Tribüne des Atems beraubt, aber dann auch von Blick und Stimmung. Das "You'll never walk alone" in Mainz ist ja schon auch schick, aber in Dortmund auf der Südtribüne, das ist schon noch einmal eine ganz andere Nummer.

Die ersten zwanzig Spielminuten gehörten zum Intensivsten, was ich in meinem Leben erlebt habe, der Gesang, die Enge, die Idiotie mancher Fans, bei einer Videoüberprüfung, die zu deinen Gunsten ausgeht, "Ihr macht unseren Sport kaputt" zu singen (wenigstens ist es konsequent ...), das war hochspannend ...

Der BVB war besser, aber nicht wirklich zwingend, sodass es die ganze Zeit spannend blieb. Ich klopfte meinem Kumpel bei beiden Tore auf den Kopf - sorry! Und am Ende war alles gut, denn der BVB hatte gewonnen, hervorragend.

Wir machten einen längeren Fußmarsch, fuhren dann mit der zweiten (deutlich leereren) Straßenbahn zurück zum Stadtgarten, fielen noch in eine Kneipe ein (in deren Toilette es streng roch, und ich hatte ein bisschen arg viel Bier erwischt, ich musste mich sehr zusammenreißen) und dann marschierte ich zu meinem ICE nach Hannover, der um 0.33 Uhr abfahren sollte.

Den Zug erwischte ich, ich hatte auch gut Platz, ich penne ein, wir kamen mit einer Stunde Verspätung an, weil es wohl einen Notfall gegeben hatte, den ich gar nicht mitbekam, aber mit der Stunde Verspätung war mir fast recht, denn es hätte so oder so nicht mehr zur kurzen Heimfahrt gelangt, und so musste ich nur wenige Minuten am Hauptbahnhof totschlagen.

Natürlich fuhren auch etliche St.-Pauli-Fans mit zurück nach Hamburg, aber auch im Metronom war es nicht übertrieben voll. In Hamburg erwischte ich auch noch fast entspannt die Regionalbahn nach Flensburg (auch wenn die auf dem falschen Gleis stand und das erst sehr spät korrigiert wurde), und in Flensburg erwischte ich völlig problemlos den Bus nach Dänemark.

An der deutsch-dänischen Grenze kontrollieren die Dänen, der Busfahrer wurde auch befragt, aber da ich der einzige Fahrgast war und schlimmstenfalls müde, aber in jedem Fall harmlos aussah (und weißer Hautfarbe bin), durfte der Bus passieren.

Ich stieg aus dem Bus aus, stand ein bisschen in der Gegend herum, der Bus wurde von einem der Linie 1 zu einem der Linie 7, war aber ansonsten der Gleiche, und nach exakt 11 Minuten und 15 Sekunden fuhren wir wieder am Grenzstein vorbei, sodass ich wieder in Deutschland war.

Auf der Rückfahrt musste ich am ZOB von Flensburg umsteigen, kam aber pünktlich zur Bahn, die stand auch schon da, fuhr aber wegen verspäteter Bereitstellung trotzdem zu spät los, und so verpasste ich in Neumünster um wenige Minuten meinen ICE nach Freiburg. Unterwegs hatte ich diesmal den Nord-Ostsee-Kanal gesehen (den hatte ich auf der Hinfahrt verpennt, obwohl ich Rampe hoch und Schleife runter wahrgenommen hatte), und so fuhr ich jetzt nach Hamburg durch.

Am Dammtor stieg ich aus, nahm den Bus zur Reeperbahn, lief in Richtung Landungsbrücken und nahm mir an meiner Stamm-Fischbude zwei Fischbrötchen mit. Über Altona machte ich mich zurück zum Bahnhof Dammtor und verspeiste da mein Backfisch- und mein Matjesbrötchen.

Der Zug war einigermaßen leer, ich hatte meine Ruhe, schlief öfter mal ein, biss mir während eines Traums offenbar auf die Zunge (aua!) und wurde um 21.15 Uhr freundlicherweise von meiner Ma in Freiburg eingesackt, was mir zweieinhalb Stunden Gegurke mit Ersatzbus und S-Bahn ersparte.

Jo, und heute Mittag gab es dann um 12 Uhr Frühstück - schön war's. Heja BVB, hej Danmark, ein bisschen ärgere ich mich nur, dass ich nicht doch bis Basel durchgefahren bin - an einem Tag in Dänemark und in der Schweiz gewesen zu sein (über Land), wäre schon schick gewesen ...

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Sehr viel weniger schick ist das Geschäftsgebaren von Air China.

Ich hatte ja vor Monaten unseren Flug über Weihnachten nach Macau gebucht, aber gestern bekam ich eine Mail von meinem Reisebüro, dass Air China den Flug nicht nur storniert hätte, sondern auch keine Alternative angeboten hätte. Daher bliebe nur die Stornierung.

Ich schrieb nochmal mit dem Reisebüro, bekam aber noch immer keine befriedigende Antwort, also blieb mir jetzt wenig anderes übrig als der Zurückerstattung des Fluges zuzustimmen (und ich hoffe, die Kohle kommt dann auch bald!). Zum Glück habe ich die Hotels in Macau und Shanghai stornierbar gebucht, aber das Ganze ist maximal ärgerlich.

Air China bekam auch eine geharnischte Mail von mir, denn auch wenn ich schon ein paar Mal umgebucht wurde, in Europa und den USA, so habe ich praktisch immer - jedenfalls von größeren Fluggesellschaften wie Air China es auch ist - eine vernünftige Alternative angeboten bekommen. Dass Air China das - jedenfalls nach Auskunft des Reisebüros, dem ich da allerdings auch nicht so hundertprozentig traue - nicht hinbekommt, sorgt dafür, dass ich auch Air China in Zukunft meiden werden - so ein Saftladen!

Ich bin jetzt jedenfalls gespannt, wo wir jetzt Weihnachten landen - die Vereinigten Arabischen Emirate stehen hoch im Kurs, vielleicht auch Tunesien, vielleicht die Kanaren, das gucken wir in den nächsten Tagen, denn billiger wird's natürlich wahrscheinlich nicht mehr ...

Und irgendwann komme ich schon noch einmal nach Hongkong und Macau, wobei es ja auch nur noch 23 bzw. 25 Jahre sind, bis die komplett in China einverleibt werden dürfen und dann wahrscheinlich auch ihren ISO-Sonderstatus verlieren ... Dann bin ich 65 bzw. 67, also hoffentlich noch voll reisefähig - aber trotzdem, die beiden Gebiete würde ich schon gerne vorher noch besuchen ...

Dänische Einreisekontrolle - Blick aus Dänemark

Beweisfoto

Heja BVB!

Dienstag, 15. Oktober 2024

"Verrückt"

Das war irgendwie die Reaktion von jedem, dem ich von meiner spontanen Buchung am Sonntag erzählt habe. Während ich Fußball oder so schaute, guckte ich mal mehr als Spaß an der Freud als ernsthaft nach Flügen nach Istanbul an dem Wochenende vom 30. November, an dem ich eigentlich nach Dänemark wollte (die Reise ziehe ich jetzt fast sicher auf diesen Samstag vor). Und siehe da, ich fand eine Verbindung für 127 Euro von Basel nach Budapest und von dort über Istanbul (!) nach Hannover (die Woche nach dem Wochenende ist Weihnachtsfeier, da wollte ich in Hannover sein).

Ich tüftelte noch ein wenig herum, buchte die Flüge getrennt und zahle jetzt weniger als 104 Euro für drei Flüge einer wieder einmal bestimmt sehr schönen Tour: Am 30. November, dem Samstag, fahre ich gemütlich mit dem Zug in Richtung Basel (meine Ma bringt mich nach Erzingen oder Waldshut) und fliege um 12.40 Uhr ab. Basel mit Non-Schengen-Flügen will und werde ich meiden, aber Budapest ich ja ein Schengen-Flug, da sollte - hoffentlich! - nicht viel schiefgehen.

Um 14.20 Uhr lande ich planmäßig in Budapest und fahre gemütlich mit Bus und U-Bahn in die Stadt. Vielleicht gucke ich mir den Heldenplatz mal wieder an, vielleicht auch das Parlament, das angedachte Treffen mit einem Ex-Kollegen fällt ins Wasser, weil der an dem Wochenende in Bratislava ist, also werde ich wahrscheinlich gemütlich im jüdischen Viertel in einer meiner Stammkneipen zu Abend essen und dann um 22 Uhr ins Rudas-Bad einmarschieren, zum traditionellen Nachtbaden.

Um 3 Uhr muss ich dort raus (hoffentlich kann ich im 33-Grad-Becken ein wenig pennen) und fahre dann gemütlich zum Flughafen (eine 24-Stunden-Fahrt für sechs Euro wird also langen), denn um 6.45 Uhr schon geht mein Flieger zum europäischen Flughafen von Istanbul. Dort lande ich - mit zwei Stunden Zeitverschiebung - um 11 Uhr und fahre mit der Metro in Richtung Eminönü. Dort werde ich die Fähre besteigen und ein bisschen über den Bosporus schippern - das wird großartig!

Am Ende aussteigen werde ich natürlich in Kadıköy und dort - wieder in einer meiner Stammkneipen - gemütlich zu Abend essen, bevor es mit der Metro zum asiatischen Flughafen Sabiha Gökçen geht. Von dort fliege ich um 22.20 Uhr nach Hannover und komme dort - zwei Stunden Zeitverschiebung zurück - um 23.45 Uhr am Sonntag Abend an. (Wenn es gut läuft, komme ich dann sogar mit S- und Straßenbahn nach Hause, notfalls nehme ich vom Hauptbahnhof ein Uber.)

Natürlich ist das alles Wahnsinn, aber ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr doch noch nach Budapest und nach Istanbul komme. Klar, das sind jeweils nur ein paar Stunden, aber das reicht zum Nachtbaden in Budapest und zum Fährefahren in Istanbul, das reicht doch ...

Die Türkei werde ich mit dieser Reise seit 2014 (!) jedes Jahr mindestens einmal besucht haben, und in Budapest war ich seit 2021 auch jedes Jahr ...

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Ich habe neulich ganz vergessen, von Bremen und vom Fußball zu erzählen. Das ist aber weniger überraschend als es zunächst scheint, denn ich hatte - um ehrlich zu sein - schon vor dem Spiel so gehörig einen sitzen, dass ich die nächtliche Heimfahrt in den Schwarzwald brauchte, um auszunüchtern ...

Ich traf mich am Samstag Morgen mit einem Kumpel, und gemeinsam fuhren wir nach Bremen. Dabei halfen wir einer spanischen Reisegruppe noch, den richtigen Ausstieg an der Estación central, also am Hauptbahnhof in Bremen, zu erwischen, dann wanderten wir ein wenig durch Bremen ... Das wunderschöne Schnoorviertel kannte ich noch nicht, die engen Gasse dort sind wunderbar, und dort verdrückte ich auch gleich einmal zwei Fischbrötchen. Nach einem Spaziergang zurück durch die Böttcherstraße kamen wir wieder am Markt mit Rathaus und Roland und Bremer Stadtmusikanten raus und tranken erst einmal zwei leckere Bierchen bei bestem Wetter ...

Nun begann der Marsch in Richtung Stadion, auf dem wir uns mehrfach durch Zufuhr von Hopfenkaltschalen stärken mussten. Die Stimmung war den ganzen Tag über wunderbar, da machten die (vielen) Freiburger in der Stadt ebenso gut mit wie die Bremer. Am Stadion gingen wir noch ins Fanprojekt, das mir sehr gut gefiel.

Der Einlass ins Stadion ging fast schief, weil ich am Drehkreuz zu langsam war bzw. beim Scannen der Karte zu weit weg, aber ich wurde trotzdem reingelassen, das war wunderbar. Ich war schon so fertig, dass der Kumpel und dessen Kumpel, die die Karten besorgt hatten, mich weiter mit Bier versorgen mussten (da werde ich mich bei Gelegenheit revanchieren), dafür durfte ich den Freiburger Sieg feiern, auch wenn wir das Tor auf der gegenüberliegenden Stadionseite gar nicht so richtig bekamen (W, das soll am Alkohol gelegen haben? I wo!) ...

Nach dem Spiel brauchten wir dringend etwas zu essen, gesagt, getan, danach ging es mit der Straßenbahn zurück zum Hauptbahnhof, wo ich mein Gepäck eingeschlossen hatte. Ich machte mich auf und fuhr über Köln Hbf und Köln-Deutz nach Freiburg durch, wo meine Mutter mich freundlicherweise um 6.30 Uhr morgens abholte, weil ich sonst den ersten Anschluss hoch in den Schwarzwald knapp verpasst hätte.

Das war ein wunderbarer Ausflug ins sehr, sehr freundliche Bremen, das Weserstadion hatte mir sowieso noch gefehlt, und der Freiburger Sieg setzte dem Ganzen die Krone auf ...

Sonntag, 13. Oktober 2024

Jetzt buch doch endlich!

Das ist zwar kein Zitat, aber so ein bisschen kam es mir vor, als meine Ma und ich am Donnerstag in der Gastronomie meines Heimatortes saßen und ich ihr Bilder von einer Unterkunft auf den Komoren gezeigt hatte.

Ich muss zwar noch ein paar Sachen im beruflichen Umfeld abklären, aber ansonsten bin ich einigermaßen hoffnungsfroh, dass wir das über ihren Geburtstag im März durchziehen können. Gebucht ist die Unterkunft - direkt am Meer, in einer kleinen Bucht, einfach, aber mit abnehmbarem Duschkopf (wichtig!) und nicht ganz billig - für den Zeitraum 16. bis 22. März, sodass man am 15. März abends in Zürich abflöge und am 23. März morgens wieder dort ankäme ...

Stornieren könnte man das Ganze allerdings noch, denn Flüge habe ich bisher keine gebucht, da will ich mal die nächsten Monaten abwarten, weil die Flüge aktuell noch recht teuer sind. Dann aber könnte es über Mailand und Addis Abeba oder aber über Amsterdam und Nairobi (das sind die beiden "üblichen" Routen auf die Komoren) nach Moroni gehen. Das komorische Visum bekommt man bei Einreise für 30 Euro, daran wird das Ganze jedenfalls aller Voraussicht nach nicht scheitern ...

Mal sehen, was das wird, aber nach ein bisschen Zögern habe ich die Komoren auf der Karte oben jetzt auch schon hellgrün gemacht, was "gebucht" bedeutet ...

Die Komoren würden dann - nach Bangladesch - mein 162. Land und der 18. der 22 Staaten der Arabischen Liga, den ich besuche. (Da fehlten dann nur noch Dschibuti sowie Jemen, Somalia und Libyen, wobei die letzten drei Länder aber wirklich gefährlich sind ...)

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Letzten Sonntag war ich mit meiner Ma zu einem Geburtstag in der Schweiz eingeladen, und auch am Donnerstag - vor dem Buchungsaufenthalt in der Gaststätte - waren wir kurz im Nachbarland, diesmal an meinem geliebten Wiizemersteg ...

Die Zwei-Wochen-Serie hält jetzt schon fast zwei Jahre, und ich bin zuversichtlich, dass ich die Zwei-Jahres-Marke am 24. Dezember tatsächlich erreiche, wenn wir in Macau einreisen.

Am Freitag Abend bin ich in Dortmund im Stadion, das erste Mal auf der Südtribüne, da bin ich schon sehr gespannt, wie das wird. Den Heimweg in den Schwarzwald mache ich - das wird zunehmend wahrscheinlich - womöglich über Dänemark, sodass ich am Samstag Morgen um 0.33 Uhr in Dortmund abführe, mit Umsteigen in Hannover, Hamburg und Flensburg in den Bus nach Krusau in Dänemark stiege, von dort wieder nach Flensburg und Neumünster zurückführe, dort in den ICE nach Freiburg einstiege und von dort mit der S-Bahn hoch nach Neustadt käme. Am Samstag Abend würde meine Ma mich dann dort abholen, könnte klappen - und dann hätte ich doch etwas früher als gedacht alle deutschen Nachbarländer besucht. Klingt doch gut, oder?

Freitag, 4. Oktober 2024

In Hamburg abgeholt

... habe ich am Mittwoch Abend Freunde, weil deren Zug nach Hannover Verspätung hatte - so konnten wir in Hamburg gemütlich zu Abend essen und dann gemeinsam - und satt! - zurück nach Hannover fahren. Mittwoch und heute Abend habe ich mit den beiden bzw. mit meiner Ex-Kollegin jeweils das Bordbistro unsicher gemacht, denn - ich musste gestern (ja, am Feiertag, aber alles ordnungsgemäß angemeldet!) und heute arbeiten - ich hatte nicht so viel Zeit für die beiden und wollte dann doch möglichst viel Zeit mit den beiden verbringen - da bot sich für die Erste-Klasse-Urlaubsfahrer und mich Zweite-Klasse-Pöbel das Bordbistro als Treffpunkt einfach an ...

Jetzt sitze ich im ICE zurück nach Hannover; es soll heute früh ins Bett gehen, die Arbeitswoche war anstrengend, das Wochenende wird anstrengend, denn erst geht es morgen zum Fußball nach Bremen (auf geht's, Freiburg, kämpfen und siegen!) und danach gleich in den Zug in Richtung Köln/Freiburg/Neustadt, denn am Sonntag sind meine Ma und ich zu einer Geburtstagsfeier in der Schweiz eingeladen.

Am Sonntag Morgen komme ich einigermaßen früh in Neustadt an, werde von meiner Ma abgeholt, schlafe noch zwei Stündchen und dann geht es mit dem Auto in den Kanton Thurgau.

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Gestern haben die Premierminister des Vereinigtes Königreichs und von Mauritius bekanntgegeben, dass das Vereinigte Königreich die Chagos-Inseln, die das Britische Territorium im Indischen Ozean (BIOT) bilden, an Mauritius abtreten werden. Damit wird die Zahl der abhängigen Gebiete, die ich betrachte, von 50 auf 49 sinken - das ist gut, denn ins BIOT wäre ich sonst nur sehr schwerlich gekommen, weil das ausschließlich britischen bzw. US-amerikanischen Militärinteressen dient, und in Mauritius war ich ja schon ...

Ebenfalls vor wenigen Tagen hat der albanische Premierminister bekanntgegeben, dass er plant, mit dem Bektaschi-Orden, einem sufistischen Derwischorden, ein ähnliches Arrangement einzugehen wie Mussolinis Italien dereinst mit dem Papst - nämlich einen unabhängigen, religiösen Staat zu gründen und völkerrechtlich anzuerkennen. Wir werden sehen, wie dieses Projekt gedeiht, das zunächst im Widerspruch zur albanischen Verfassung zu stehen scheint, aber klar ist, dass, wenn dieser "Souveräne Staat des Bektaschi-Ordens" tatsächlich entsteht und international anerkannt wird, noch mindestens eine Reise nach Tirana ansteht - und dann reisen wir plötzlich nach Land 207 (+49) ...

Aber weder der Vertrag zum BIOT ist formal abgeschlossen noch die albanische Verfassung geändert, also bleiben wir erst einmal bei 206+50. Sage nur bloß keiner, dass dieser Blog nicht über die neuesten Entwicklungen bei souveränen Staaten und abhängigen Gebieten informiert!

Sonntag, 29. September 2024

"In der Schweiz könnten die Straßen nicht besser sein"

Heute mal wieder als Fast-live-Blog ...

Man merkt, so ein bisschen Traumabewältigung war auf dieser Tour bei meiner Mutter und mir dabei, auch wenn der zitierte Satz von Christian stammt. Die Fahrt heute in Richtung Tirana war nämlich ganz wunderbar, denn die Hauptstraßen sind in der Regel ziemlich neu und bestens asphaltiert.

In der Nacht hatte es ziemlich gewittert, sogar die Sicherung haute es heraus, während ich im Bad war, aber am Morgen war der Blick auf Korfu dann aufgrund der klaren Luft ganz herausragend. Wir machten uns fertig und brachen gegen 7.30 Uhr auf.

Wieder ging es auf unsere Einbahnstraße von Strandpromenade, wieder ging es in die richtige Richtung - das betone ich so, weil Google Maps uns bei der Anreise falsch herum in die Einbahnstraße geschickt hatte, aber das fiel uns glücklicherweise auf, sodass wir nach einem längeren Umweg dann richtigherum in die Einbahnstraße eingefahren waren. Insgesamt ist Maps hier in Albanien nicht immer so richtig ganz voll zuverlässig ...

Wir fuhren um die Bucht von Saranda herum und dann auf die Schnellstraße, die gelegentlich zur veritablen Autobahn wurde, in Richtung Fier, Durrës und schließlich Tirana. Unterwegs machte ich aus dem Auto heraus ein paar hübsche Bilder von der albanischen Berglandschaft, und als in wir Richtung Tirana kamen, hatten wir so viel Zeit, dass wir noch einmal kurz in die Stadt hineinfuhren.

Die Einfallsstraße nach Tirana war nicht mehr "mein Tirana", das ich von 2004 und 2009 kannte, denn die Straßen waren sehr gut, und auf beiden Straßenseiten waren moderne Verkaufstellen, von Mercedes bis hin zu Möbeln. Die Fahrerfahrung, die Christian in Tirana machen durfte, entsprach dann aber doch zu einem ziemlich großen Teil noch meinen Erwartungen, denn die Tiranaer fahren immer noch wie die Bekloppten. Aber auch passt jeder auf, naja, fast jeder, denn wir haben heute in Tirana tatsächlich vergleichsweise viele Unfälle gesehen.

Apropos Unfallgefahr: Mitten in der Autobahnausfahrt stand (stand!) ein Hochzeitskorso und wartete wohl noch auf Nachzügler, mit schick gekleideten Leuten, die gewissermaßen mitten auf der Straße standen - unfassbar!

Kurz vor dem Flughafen standen wir länger im Stau, gaben das Auto auf einem völlig chaotischen Mietwagenrückgabeflughafen ab und liefen zum Flughafen. Jessi und Christian mussten und meine Ma und ich müssen noch an den Check-in-Schalter, denn so modern Albanien geworden ist, mobile Bordkarten werden hier am Flughafen nicht akzeptiert - auch das ist wirklich unglaublich, aber leider wahr.

Weil wir unsere ausgedruckte Bordkarte aber auch erst zweieinhalb Stunden vor Abflug abholen können, gingen Jessi und Christian schon durch die Sicherheits- und Passkontrolle, denn sie werden (jedenfalls planmäßig) schon abgeflogen sein, bevor unser Schalter überhaupt öffnet.

Achja, gestern standen wir unter einem Olivenbaum und probierten mal eine Olive vom Baum: Jo, das Ding ist so bitter, wie sie alle sagen ... Pfui Deibel, ich esse in Zukunft wieder die aus dem Glas ...

Das war des Blogposts erster Teil, der zweite folgt, wenn wir (hoffentlich) im letzten Interregioexpress des Tages von Basel nach Erzingen sitzen, kurz bevor wir unser Auto wieder in Empfang nehmen.

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Joa, die Grenzkontrolleure der Schweiz (und Frankreichs!) könnten aber definitiv besser sein, es ist immer wieder eine Katastrophe in Basel ...

Die Ausgabe der gedruckten Bordkarte klappte problemlos und ging einigermaßen schnell, aber die komplett absurde (und völlig beschissene) Pointe des Ganzen ist, dass alle Gerätschaften am Flughafen in Tirana dafür eingerichtet sind, mobile Bordkarten zu scannen - und auf das Papierdokument kam auch kein Stempel drauf. Das ist einfach nur und ausschließlich Bürokratieerzeugung, und das wirft wirklich kein gutes Licht auf Albanien, so beeindruckt wir von der Entwicklung des Landes in den letzten 15 bis 20 Jahren waren und sind.

Das Beste ist ja, dass nach der Sicherheitskontrolle (die ebenfalls insofern absurd ist, als dass man an jedem anderen Flughafen sein Köfferchen in diese Wannen packen muss und es hier nicht darf!) eine elektronische Ausreisekontrolle stattfindet, die wunderbar und schnell funktioniert. Auch der Gate-Bereich ist grundsätzlich ziemlich modern, wenn auch ein kleines bisschen unterdimensioniert - deswegen verstehe ich dieses Bordkarten-Ausgedrucke noch viel weniger ...

Wir kamen mit größerer Verspätung los, hatten ziemlichen Gegenwind und kamen mit einer halben Stunde Verspätung am Gate an. Das wäre noch alles machbar gewesen, wenn am Baseler Flughafen die elektronische Einreisekontrolle oder zumindest mehr als drei Spuren geöffnet gewesen wäre - denn nach (zum Glück!) uns kam noch ein Flieger aus Prishtina an.

Es ist mir unbegreiflich, wieso ausgerechnet am Basler Flughafen, der ja den Vorteil hat, zwei Grenzpolizeien (die französische und die schweizerische) kontrollieren lassen zu können, die Organisation der Grenzkontrolle deutlich schlechter funktioniert als an den Flughäfen, an denen nur eine Grenzpolizei zuständig ist. So verpassten wir den Bus, den wir hätten erreichen müssen, um den Anschluss nach Erzingen am Badischen Bahnhof zu erreichen. So eine Scheiße, ganz ehrlich! Bitte, liebe Leserinnen und Leser, lasst die Finger vom Basler Flughafen, jedenfalls wenn man dort aus- oder einreisen müsste - die können es halt ganz einfach nicht.

Nun haben wir (bzw. hat meine Ma) ja sehr liebe Nachbarn, und die kontaktierten wir in unserer Not. Wir kommen wenigstens noch nach Waldshut, dort holen die beiden uns ab und kutschieren uns dann zu unserem Auto in Erzingen, auf dass wir dann im Konvoi nach Hause fahren. Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Schnitzer-Wirtsleute!

Unterwegs in Albanien I
Unterwegs in Albanien II

Samstag, 28. September 2024

Eine schlechte Straße in Albanien gefunden

... haben wir heute, aber da mussten wir uns wirklich anstrengen ...

Heute Morgen gingen Jessi, meine Ma und ich schwimmen, während Christian unsere Sachen bewachte und ein paar Fotos schoss. Nach dem Duschen und dem Frühstück in unserer gestrigen Frühstücksgaststätte ging es in Richtung Süden.

Wir machten eine kleine Stadtrundfahrt in Ksamil, dem Haupttouristenort hier an der albanischen Südküste, befanden "unser" Saranda aber für mindestens genauso so schön und fuhren noch ein bisschen weiter in den Süden nach Butrint. Dort war die Hölle los, sodass wir keinen Parkplatz bekamen und dementsprechend auch nicht das dortige Weltkulturerbe anschauen konnten.

Machte nichts, wir fuhren zurück und dann ein wenig durch die albanischen Berge, tankten unterwegs - Kreditkartenzahlung war zwar angeschrieben, aber das Kreditkartengerät wollte nicht so wie wir - und fuhren dann auf die Parallelstraße zu der Straße, auf der wir gestern in Richtung Gjirokastra gefahren waren.

Kurz hinter Delvina wurde die Straßensituation aber - ganz im Gegensatz zum Rest der hier befahrenen Straßen, die waren nämlich völlig akzeptabel bis wunderbar - relativ schlagartig ziemlich schlecht. Nach wenigen hundert Meter drehten wir und fuhren ganz gemütlich zurück nach Saranda.

Dort aßen wir in einer Pizzeria wunderbare Pizza - alles andere war aus, die machen in den kommenden Tagen zu -, machten einen kleinen Spaziergang an der Strandpromenade, ich brach nach der Hälfte ab und lief zurück ins Zimmer, in dem meine Ma und ich uns auf einen letzten Strandgang vorbereiteten. Jessi und Christian kamen, wir gingen ans Meer, schwammen (eine herrliche Abkühlung) und saßen dann gemütlich oben auf dem Balkon, mit leckerem Salat und Bier und Fanta.

Morgen geht es zurück nach Tirana und dann für Jessi und Christian über Belgrad nach Frankfurt, für meine Ma und mich nach Basel, und am Montag beginnt wieder der Ernst des Lebens ...

Ein paar Fotos gibt's auch von heute, aber das war heute eher ein Spazierfahren- und Schwimmtag ...

Blumen unterwegs

Berglandschaft mit Olivenbäumen

Die letzte schlechte Straße Albaniens

Kurz vor Butrint

Freitag, 27. September 2024

Sehr lecker riecht es

... selbst auf dem Balkon unserer Ferienwohnung, denn Jessi und Christian sind am Kochen. Die Hilfe meiner Mutter wird nicht benötigt, ich habe Küchenbetretungsverbot (außer zum Bierholen), und ich freue mich schon sehr auf das (frühe) Abendessen ...

Heute war (und ist) ein wunderbarer Tag, wir haben sehr großes Glück mit dem Wetter, die Wolken am Himmel kann man an ein bis zwei Händen abzählen, und heute Morgen stachen meine Ma und ich sogar in See. Naja, okay, wir wackelten über den Kiesstrand und begaben uns dann ins Adriatische Meer - meine Ma fand es warm, ich fand es jedenfalls nicht kalt, sodass wir beide sehr zufrieden und auch gut erfrischt aus dem Wasser kamen.

Danach wurde geduscht, und wir gingen in einen nahegelegenen Laden zum Frühstück, das wir in Omelette-Form einnahmen. Christian holte das Auto, wir stiegen zu, und dann ging es zunächst in Richtung des Blue Eye.

Das Blue Eye ist die Quelle des Flusses Bistricë, und das Ganze ist aufgrund der Klarheit des Wassers eine sehr große Touristenattraktion. Das sieht man an der sehr großen Parkinfrastruktur, auch wenn die Abwicklung noch immer etwas behelfsmäßig ist, aber Parkgebühren (drei Euro für drei Stunden) nehmen sie wie die Großen.

Wir liefen ein paar Meter bis zum Eingang, mussten dort 50 Cent Eintritt bezahlen und schauten erst einmal auf den Stausee. Meine Ma nahm das Züglein, das zum Blue Eye fuhr, während Jessi, Christian und ich an der Uferstraße zu Fuß liefen.

Nach einem Spaziergang von, keine Ahnung, zwanzig Minuten landeten wir am Blue Eye - meine Ma kam zeitgleich mit dem Züglein an, sodass wir gemeinsam dieses wirklich unglaublich und kristallklare Wasser bewundern konnten. Schick!

Zurück fuhren wir alle mit dem Züglein und machten uns dann - niemand wollte unseren Parkschein sehen, den ich extra erkämpft hatte - auf in Richtung Gjirokastra.

Meine Ma ist definitiv mit Albanien versöhnt, nicht nur wegen des leckeren Essens gestern Abend und des Meers, sondern auch, weil die Straßen inzwischen zwischen völlig in Ordnung und wunderbar wechseln. Unterwegs hielten wir kurz an einer Tankstelle, mussten bar bezahlen, weil das Kreditkartengerät nicht funktionierte, aber dann ging es weiter in die "steinerne Stadt".

Wir parkten direkt unterhalb der Burg - wahrscheinlich nicht im Halteverbot, da standen aber auch genug andere Autos, und außerdem ließen wir meine Ma als Bewacherin im Auto (die wollte das Kopfsteinpflaster nicht mehr hochlatschen) ...

Wir drückten vier Euro Eintritt pro Person ab, genossen - nach ein paar Treppenstufen und dem Klettern aufs Dach der Burg - den Blick auf die Altstadt von Gjirokastra, ich bekam feuchte Hände, weil da oben nix abgesperrt war und es ein paar Meter vertikal nach unten ging.

Auch auf die andere Seite der Burg marschierten wir, ein Auto kam uns auf dem Burggelände entgegen, um das zu fotografieren, verletzte ich das - ohnehin völlig missachtete - Fotografierverbot, wir guckten uns noch die Bühne und den (sehr hübschen) Uhrturm an, danach ging es wieder - über sehr schöne Bergsträßchen mit tollen Ausblicken - in Richtung Adriaküste.

Wir kauften in Saranda noch fürs Abendessen ein, und jetzt sitzen meine Ma und ich auf dem Balkon und erzählen, während Jessi und Christian am Kochen sind - uns geht es wunderbar!

Brücke zum Blue Eye

Blue Eye

Züglein zum Blue Eye

Burg von Gjirokastra

Bild mit feuchten Händen geschossen

Auto im Kanonengang der Burg

Blick auf die Altstadt von Gjirokastra

Uhrturm auf der Burg

Abenddämmerung gestern Abend

Donnerstag, 26. September 2024

"Dry or you die"

Der Ober brachte heute Abend tatsächlich einen trockenen Weißwein für Jessi, Christians "Drohung" zeigte also offenbar Wirkung ... (Weniger Wirkung zeigte sie beim Versuch, Fassbier, Espresso, Tiramisu und Seezunge zu bestellen - irgendwie war da heute viel kaputt, aber das Essen, das wir bestellen konnten, war sehr lecker - und die Kartenzahlmaschine funktionierte auch!)

Der Flug gestern Abend von Stuttgart nach Belgrad war ein bisschen verspätet, kam aber recht pünktlich an, trotzdem war das Umsteigen ein bisschen hektisch, weil die "Last Call" anzeigten, während wir noch auf dem Weg zum Flieger waren - wir waren dann auch als Letzte im Bus, aber der stand noch eine ganze Weile, dann gingen die Türen zu und wir fuhren zu einer Turboprop-Maschine.

Mit der ging es - mit maximal 450 km/h - nach Albanien, die Einreise ging an der elektronischen Einreise sehr fix, und auch der Fußweg zum Hotel war erträglich, selbst für meine Ma. Wir kamen wenige Sekunden vor Jessi und Christian an (deren Flieger war verspätet gewesen), konnten einchecken, bekamen aber an der Lobbybar nichts mehr zu trinken. In der Minibar waren nur zwei Bier, sodass Jessi und Christian losstiefelten an die Tankstelle und dort Bier einkauften.

Naja, sagen wir, wir trennten uns um 3 Uhr, der Wecker klingelte um 7 Uhr und mir ging es nicht so richtig gut ... Wir gingen frühstücken, ich brauchte Frischluft, eine Ibuprofen tat Wunder - und die Dusche auch -, Jessi und Christian holten das Mietauto, und schon ging es auf die wilde Jagd.

Naja, so wild war die Jagd nicht, denn die Straßen in Albanien sind inzwischen richtig, richtig gut. Bei der Auffahrt auf die Autobahn nach Durrës war zwar die Schranke zu, und es saß eine Dame im Häuschen, aber die eröffnete uns, dass die Autobahn - noch - kostenfrei sei, dann ging die Schranke hoch, und wir fuhren auf die (wunderbare) Autobahn ... Meine Ma war fast fassungslos, wie gut die Straßen sind!

Unser erstes Ziel war Berat mit seiner Burg. Wir parkten unterhalb der Burg, der Einweiser kriegte einen Euro, die Burg selbst kostete keinen Eintritt, meine Mutter wurde nach dem Aufstieg auf eigenen Wunsch auf einer Bank platziert, und Jessi, Christian und ich machten eine mittelgroße Burgrunde.

Die unebene Treppe war definitiv für ältere und behinderte Menschen nichts, obwohl die so beschildert war. Da oben war es wirklich schön, weil wir auch tolle Ausblicke auf die umliegende Ebene und die Stadt Berat hatten.

Weiter ging es in Richtung Vlora und von dort an der teilweise wunderschönen Küstenstraße (die aber öfter auch ins Landesinnere mit sehr ansehnlichen Berglandschaften führt) entlang in Richtung Saranda.

Google Maps kann man in Saranda den Hasen geben, erst wurden wir verkehrt herum in eine Einbahnstraße gelotst, das umfuhren wir, dann wurden wir in einen engen Hotelparkplatz gelotst, mussten auf einem Bierdeckel wenden (Super-Christian, olé!), das klappte nur, weil die Stoßstange des geparktes Autos zwischen das Rad und unseren Kotflügel passte - Millimeter waren entscheidend!

Wir fanden nach der Rettung einen guten Parkplatz, aber suchten dann nach unserem Apartment. Das klappte erst im x-ten Ansatz bei einer, öhm, nicht wahnsinnig hilfreichen "Assistentin" der Vermieterin, aber jetzt haben wir ein wunderbares Apartment mit Blick auf Strand und Meer, es ist herrlich!

Wir kauften Getränke und Chips ein, marschierten dann aber zur Feier des Tages in die nahegelegene Kneipe, dort aßen wir sehr gut (auch wenn wir nicht alles bekamen, und das, was wir bekamen, kam wild durcheinander), jetzt sitzen wir mit Bierchen - und einer Fanta für mich - auf dem Balkon und gehen womöglich bald ins Bett ...

Morgen geht es zum Blue Eye, einem angeblich kristallklaren See, und wahrscheinlich nach Gjirokastra - aber erst einmal wollen zumindest meine Ma und ich ins Meer schwimmen gehen ...

Berat

Orthodoxe Kirche

Blick auf Berat

Unterwegs in Albanien I

Unterwegs in Albanien II

Blick vom Balkon auf Strand und Meer

Burg von Berat

Minarett auf der Burg von Berat

Mittwoch, 25. September 2024

Mit dem Deutschlandticket zum Flughafen

... fahren wir heute, und bisher klappt das sogar überraschend gut (ich will es nicht beschreien, deshalb lade ich den Blog erst hoch, nachdem wir wirklich gut am Stuttgarter Flughafen angekommen sind). Am frühen Nachmittag wurde ich vom Chef nach Albanien gejagt, also fuhren meine Ma und ich nach Erzingen und von dort - durch die Schweiz! - nach Singen. Dort erwischten wir problemlos den IC nach Stuttgart, und da der fürs Deutschlandticket freigegeben ist, darf auch meine Mutter mit dem fahren, nachdem ich ihr Anfang des Monats für den September ein solches Deutschlandticket gekauft hatte.

In eineinhalb Stunden kommen wir in Böblingen an und steigen dort in den Schienenersatzbus zum Flughafen um, sodass wir knapp zwei Stunden vor Abflug ankommen müssten. Um 21 Uhr geht der Flieger nach Belgrad, den sollten wir erwischen, um dann nach Umstieg dort heute Nacht in Tirana anzukommen.

Morgen geht es dann nach hoffentlich gutem Frühstück mit dem Mietauto über Durrës und Vlora auf der Küstenstraße in Richtung Saranda. Mal gucken, ob wir noch einen kleinen Abstecher nach Berat einlegen, dann wird die Fahrt aber womöglich fast ein bisschen lang ... Das entscheiden wir spontan, denke ich - überhaupt wird das hoffentlich wirklich ein Erholungsurlaub, denn der Winter wird lang ...

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Wir sind tatsächlich mit ganz wenig Verspätung in Böblingen angekommen und am Flughafen mit dem Schienenersatz-Expressbus sogar überpünktlich.

Die Sicherheitskontrolle ging einigermaßen zügig, aber hinter der Sicherheitskontrolle ist hier in Stuttgart alles recht eng. Zwei Flüge wurden nebeneinander abgewickelt (was immer wieder beknackt ist, weil sich da eine Menschentraube bildet), unsere Ausreise (Belgrad ist ja nicht im Schengen-Raum) dauerte auch ewig, auch wenn ich meine Ma vorschickte mit dem Gepäck und ich uns noch je ein Bierchen und etwas zu futtern kaufte.

Der Grenzer erkannte sogar, dass einige Minute vor mir schon eine andere Person mit meinem Nachnamen durchgegangen war, aber als ich sagte, dass das meine Ma war, war er zufrieden. 

Jetzt sind wir hier im Gate-Bereich und warten auf das Boarding.

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Im Zug waren drei Lehrerinnen im Ruhestand miteinander ins Gespräch gekommen, und die erzählten über den Gang hinweg so laut irgendwelchen Mist, dass das ganze Großraumabteil von Zeit zu Zeit ob ihrer Ansichten mit den Augen rollte. So etwas bitte nicht machen!

Alles in allem war das aber eine völlig entspannte Anreise, und das mit der Bahn!

Wir freuen uns jetzt sehr und sind sehr gespannt auf Albanien, das meine Ma ja erstmals wieder seit 20, ich erstmals wieder seit 15 Jahren (ach Herrje, das war ja die erste Reise dieses Blogs!) besuchen.

Nächster Blog morgen aus Albanien!

Samstag, 21. September 2024

Von Berlin nach Zürich mit Umsteigen in Bangladesch

So hat Christian meine Reiseplanung für das lange Wochenende am Reformationstag zusammengefasst, und bevor jemand auf die Idee kommt, mir mitzuteilen, dass das eine völlig bescheuerte Vorgehensweise ist, will ich mitteilen, dass ich das selbst weiß ...

Ich war die letzten Wochen und Monate um Reisen herumscharwenzelt, um Burkina Faso und Mali, um Burundi und die Komoren und auch um Bangladesch und Myanmar. Am Ende war es jetzt die vergleichsweise optimale Flugverbindung (und die Tatsache, dass die Betreiber der Visum-Webseite für Burkina Faso nicht in der Lage sind, mich ein Einfach-Einreisevisum beantragen zu lassen), dass ich Bangladesch gebucht habe.

Am 29. Oktober fahre ich aus dem Schwarzwald nach Hannover und arbeite am 30. Oktober dort. Abends geht es nach Berlin, und um 22.50 Uhr fliege ich mit Condor (!) nach Dubai. Dort komme ich am 31. Oktober um 8.10 Uhr Ortszeit (5.10 Uhr deutscher Zeit) nach 6 Stunden und 20 Minuten Flugzeit an. In Dubai habe ich fünfeinhalb Stunden Aufenthalt - vielleicht fahre ich wirklich mal an den Creek oder ans Meer, das entscheide ich spontan.

Um 13.55 Uhr (10.55 Uhr deutscher Zeit) geht es schon wieder weiter nach Dhaka, und dort komme ich nach weniger als fünf Stunden Flug um 20.40 Uhr Ortszeit (15.40 Uhr deutscher Zeit) auch an. Ich hoffe, dass das Hotel mir einen Hoteltransfer organisiert, sonst muss ich mich halt selbst ins Getümmel werfen.

Zurück geht es am 2. November um 19 Uhr (14 Uhr deutscher Zeit) mit Zwischenladungen in Dubai und Istanbul Sabiha Gökçen. In Dubai lande ich um 0.30 Uhr am 3. November (21.30 Uhr deutscher Zeit am 2. November) und fliege um 5 Uhr (2 Uhr deutscher Zeit) weiter, in Istanbul lande ich um 9.05 Uhr (7.05 Uhr deutscher Zeit) und hebe um 11.55 Uhr (9.55 Uhr deutscher Zeit) wieder ab. In Zürich lande ich schließlich um 13.10 Uhr und werde von meiner Mutter abgeholt - danke schon einmal!

Der Flugpreis für dieses lange Wochenende ist völlig absurd, da will ich am liebsten gar nicht drüber reden, aber so langsam muss ich mir die Länder halt auf diese Weise zusammensuchen, das wird in der Zukunft nicht wirklich besser werden. Dafür ist das wirklich sehr gut aussehende Drei-Sterne-Hotel in Dhaka sehr, sehr günstig (30 Euro die Nacht), das gleicht den Flugpreis dann fast schon ein bisschen aus. Ein Visum verlangen die Bangladescher auch von mir, aber das kriege ich bei Einreise als "visa on arrival" und muss dafür 51 Dollar (oder 51 Euro) abdrücken.

Alles in allem wird das ein teures Wochenende, aber da das Auswärtige Amt derzeit sowieso vom Besuch abrät, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn ich nur zwei Tage dort bin (soviel zu "abenteuerfreudig, aber nicht lebensmüde"). Und wenn ich an so Aktionen wie nach London zum Football oder nach Israel denke, dann ist das im Vergleich auch nicht billig gewesen - und jeweils kein neues Land.

Sei's jetzt drum, ich bin sehr gespannt darauf, das Gewusel in der größten Stadt Bangladeschs zu erleben, der Rikscha-Kapitale der Welt ... Das wird sehr interessant!

So also wird Bangladesch mein 161. Land - und dann fehlen nur noch 45. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es wird hoffentlich noch lange nicht verhungern ...

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Am 13. September war ich wieder einmal kurz am Wiizemersteg, dadurch ist die Zwei-Wochen-Uhr neu gestartet worden und ich musste nicht vor dem anstehenden Albanien-Urlaub noch einmal in die Schweiz ...

Jo, Albanien ist jetzt im sehr, sagen wir, kurzweiligen September ein bisschen plötzlich gekommen, aber meine Ma und ich freuen uns schon sehr auf ein paar Tage am Strand mit Jessi und Christian. Am Mittwoch fahren wir mit dem Deutschland-Ticket, das ich meiner Ma für den September besorgt habe, nach Stuttgart und fliegen über Belgrad nach Tirana. Dort kommen wir am frühen Donnerstagmorgen an ...

Mit dem Mietauto geht es in den Süden Albaniens, dort haben wir eine Ferienwohnung - das wird auch ganz hübsch, glaube ich ... Am Sonntag, dem 29. September geht es dann aber schon wieder mit dem Auto zurück nach Tirana, und meine Ma und ich fliegen direkt nach Basel. Die Freunde von der Fluggesellschaft haben uns unsere Flugzeiten ein wenig nach hinten verlegt, sodass wir in Basel einigermaßen zügig zum Bus aufbrechen sollten, um noch nach Erzingen zu kommen, wo wir am Mittwoch unser Auto abstellen wollen.

Ich werde - wie immer - berichten ...

Dienstag, 10. September 2024

Zerquetscht in Düsseldorf

... werden irgendwann einmal mal Menschen werden, denn die Einlasssituation am Stadion in Düsseldorf ist - jedenfalls, wenn man mit der Stadtbahn kommt - katastrophal. Es ist schon schlimm genug, dass eineinhalb Stunden vor dem Spiel nur jede Viertelstunde eine Bahn in Richtung Stadion fährt, die natürlich gerammelt voll ist (und am Ende drängeln sie eine Sekunde vor Türöffnung alle zur Tür, dass ich mal einen Brüller loslassen musste ...). Es ist völlig lächerlich, dass mehr als eine Stunde nach Spielende noch Menschenmassen darauf warten, dass die Straßenbahnen sie abtransportieren können (dass dann noch eine Bahn mit Bremsschaden liegen bleibt, ist unglücklich, passt aber natürlich ins Bild). Aber es ist richtiggehend gefährlich, dass nach Ankunft einer Bahn ein einziger (enger) Zugang zum Stadion offen ist, an dem sich alles drängt und staut - unglaublich. Danach, wenn man diesen vorsätzlichen Engpass überwunden hat, ist jede Menge Platz - vielleicht bin ich einfach zu blöd, das hochintelligente System zu verstehen, aber eins weiß ich: So eine schlechte Transportsituation habe ich beim Fußball schon lange nicht mehr erlebt, und in Europa schon gar nicht ...

Ich war am Freitag Abend sehr früh ins Bett gegangen, weil ich kaputt von der Woche war und mir das Wochenende vorher vielleicht auch noch in den Knochen steckte. Dementsprechend früh war ich am Samstag wach - ich entschied mich, schon einmal zum Bahnhof zu fahren, und wenn ich schon so früh dran war, konnte ich auch gleich nach Venlo fahren, dann würde meine Zwei-Wochen-Uhr wieder neu starten.

Gesagt, getan - ich stieg in den ICE in Richtung Düsseldorf, verließ denselben aber bereits wieder in Hamm, um in den Regionalexpress nach Venlo einzusteigen. Ich bekam, wie schon neulich eingeübt, einen Sitzplatz, den ich die ganze Fahrt nicht wieder hergab. Nach der Einreise in die Niederlande um 14.01 Uhr sah ich, dass in Venlo schon am Bahnhof ein Riesenandrang war, sodass ich zunächst sitzenblieb und einfach zurückfahren wollte ...

Irgendwann dachte ich dann doch, dass es doch schön wäre, wenn ich zumindest mal die Gräten auf niederländischem Boden hätte, also stieg ich kurz aus, aber an einer Tür, an der ein paar Leute standen ... Da das blöd ausgesehen hätte, einfach nur den Fuß rauszustellen, lief ich auf dem Bahnsteig zur nächsten Tür und kam gerade noch in Zug zurück, bevor mir dieser fast vor der Nase weggefahren wäre. Natürlich war in der Zwischenzeit mein schöner Platz weg, aber ich bekam noch einen Sitzplatz, sodass ich am Schluss problemlos wieder in Düsseldorf eintrudelte.

Ich war zum frühen Abendessen bei einem sehr guten Chinesen verabredet, und nach einem Absacker ging es in der Sardinenbüchse von Stadtbahn zum Stadion. Die Beschilderung im Stadion ist auch Mist - also bitte nicht nach Düsseldorf gehen, wenn man entspannt zum Fußball möchte!

Das Spiel war am Ende natürlich grandios, die Stimmung war auch nicht schlecht, auch wenn das in Stuttgart - aber das war auch EM - ein ganzes Stück besser war. Nach dem Spiel blieb ich extralange im Stadion sitzen, weil ich jede Menge Zeit hatte, aber das half alles nix, weil die Düsseldorfer Verkehrsbetriebe das alles nicht gebacken bekamen. Irgendwann lief ich an einem Nebeneingang raus und zäumte das Pferd von hinten auf ... Nachdem ich das Schauspiel von einer Fußgängerbrücke eine gute Stunde begutachtet hatte, lief ich ich an der stadionabgewandten Seite der Haltestelle einfach die Treppe herunter und konnte sofort in die nächste Bahn einsteigen (mit Sitzplatz), auch sehr clever gemacht das alles ...

Ich nahm schon einen früheren Zug nach Köln, setzte mich dort auf einem abgelegenen Gleis auf eine Bank und surfte ein bisschen sinnlos im Internet. Auf dem Gleis eins weiter saßen ein Mann  mit Deutschland-Malerhut und zwei Schwarze auf einer Bank und unterhielten sich prächtig - nicht alle Menschen sind Deutschland-Malerhüten sind offenbar Nazis ...

In einem nicht vollen Zug ging es nach Frankfurt (mitten in der Nacht), in einem ziemlich leeren Zug dann nach Freiburg, und die einzigen Schlafminuten wurden durch die Schaffnerin beendet - Fahrkartenkontrolle (die erste am ganzen Tag!). Mist war's ... Von Freiburg fuhr ich fast nahtlos hinauf in den Schwarzwald und mit dem ersten Bus des Tages nach Bonndorf.

Nach leckerem Frühstück bei Muttern ging es ins Bett, um 19 Uhr war ich zum Football wach, aber dann ging es auch gleich wieder ins Bett ...


Hymnen

Choreo

Dienstag, 3. September 2024

So bekloppt schön

... war die völlig verrückte Tour am Wochenende, das glaubt einem ja keiner, weil es natürlich sehr anstrengend klingt (und war), aber dieses Glücksgefühl - gepaart mit ziemlich/völliger (?) Erschöpfung - das war schon großartig.

Die ganze Zeit wollte ich erwähnen, dass Nina nicht nur zum ersten Mal in ihrem Leben in Luxemburg war (reisen Sie mit dem Autor, dann erleben Sie was!), sondern dass es auch der erste Tag war, an dem sie in fünf Ländern war (Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Niederlande) - ich kriege sie alle angefixt (wobei das bei ihr nicht mehr wirklich nötig war) ...

Die Auswertung der Zeitstempel ergibt folgende Verteilung der Länder:
  • Deutschland: 17 Stunden, 40 Minuten
  • Schweiz: 2 Stunden, 48 Minuten
  • Belgien: 2 Stunden, 14 Minuten
  • Luxemburg: 34 Minuten
  • Liechtenstein: 13 Minuten
  • Polen: 12 Minuten
  • Niederlande: 7 Minuten
  • Österreich: 6 Minuten
  • Frankreich: 3 Minuten
  • Tschechien: 2 Minuten
  • Italien: 1 Minute
Jo, Deutschland ist halt lang und breit ...

Der nördlichste Punkt der Reise war am Bahnhof in Cottbus, der südlichste beim Start am Splügenpass in Italien, der westlichste Punkt war am Autobahndreieck bei Neufchâteau in Belgien und der östlichste Punkt bei Görlitz gegen Ende der Tour.

Google behauptet, dass die Gesamtstrecke 1.160 Kilometer mit dem Zug und 625 Kilometer mit dem Auto war (wobei die Anreise zum Splügenpass und die Rückfahrt von Neugersdorf da nicht enthalten sind), das ist schon recht ordentlich ...

Am liebsten wäre mir natürlich gewesen, wenn ich um 23.55 Uhr im Vollsprint vom Bahnhof in Ebersbach in Richtung Tschechien gerast wäre, um dann mit einem beherzten Hechtsprung eine Sekunde vor Mitternacht tschechisches Gebiet zu erreichen, aber auch so war das ja knapp genug und trotzdem sehr, sehr schön ...

Ich bastle eifrig weiter an Touren, nach der 15-Länder-Tour mit der Studienfreundin und zweien ihrer Kinder habe ich noch etwas im Auge, das wären dann 16 Länder (plus Bosnien-Herzegowina), aber da wäre dann ein (sogar zeitlich passender Flug) von Kattowitz nach Eindhoven im Angebot ... Spinnerei? Ja, klar!

So, ein paar Fotos gibt es auch, auch wenn die keinen Schönheitspreis gewinnen werden, fürchte ich (und durcheinander sind sie auch noch, seufz ...):

Deutsch-tschechischer Grenzstein an der Spree

Liechtensteinisch-österreichische Grenze

Start am Splügenpass

Einreise Österreich

Schweizerisch-deutsche Grenze

Über die Mosel nach Luxemburg

Kurzauftritt in Frankreich

Danach nach Belgien

... und in die Niederlande

Da waren wir womöglich schon in Polen

Und das Grande Finale ...

Frühschoppen in Berlin auf dem Rückweg

Ha, ich hatte die französischen drei Minuten Luxemburg zugeschlagen, das muss natürlich korrigiert werden ...

Sonntag, 1. September 2024

Jede Menge Endorphine

... habe ich gestern Abend ausgeschüttet, als ich da auf meinem Bänkchen in Ebersbach saß, der Hund dann auch mal irgendwann ruhig war und ich das Ziel des Tages erreicht hatte. (Da kam noch eine Gruppe Tschechinnen an mir vorbei, die alle ein Stühlchen mit sich herumtrugen und wohl von einer Feier in Deutschland zurück nach Tschechien liefen - das Schengener Abkommen ist halt schon was Tolles!)

Nach einer halben Stunde oder so brach ich dann auch auf, denn ich wollte ja noch zu mindestens einer Spreequelle wandern. Ich überquerte - jetzt war der 1. September und also meteorologischer Herbst - abermals die deutsch-tschechische Grenze und wanderte über großteils einigermaßen beleuchtete Sträßchen von Jiříkov (Georgswalde) in Richtung Neugersdorf.

Es war gar nicht mal so ganz warm gestern Abend, sodass ich - wenn ich während der Wanderung mal ein Päuschen in einer Bushaltestelle machte -  allenfalls von der Wanderung, aber nicht von der Witterung schwitzte.

Hinter der Tankstelle überquerte ich die tschechisch-deutsche Grenze bzw. lief auf dem Grenzweg bis zur Spree und danach durchs Wohngebiet zur Spreequelle, die ich im Dunkeln kaum fand. Insgesamt war das selbst für mich, der ich mich für einigermaßen unerschrocken halte, alles in allem etwas gruselig - ich hatte zwei Handys mit Taschenlampenfunktion dabei, sonst wäre es wirklich schwierig geworden ...

Die Spreequelle im Dunkeln ist nicht so richtig beeindruckend, aber im Hellen sieht der Pavillon ganz bestimmt ansehnlicher aus. Ich setzte mich jedenfalls dort auf eine Bank, blieb eine Dreiviertelstunde oder so (ich hatte ja wirklich viiiiiel Zeit) und brach dann so gegen 3 Uhr auf zum Bahnhof.

Der Weg da in Neugersdorf ist ja richtig gruselig, weil man gefühlt in den Wald reinlatscht, die Straße wird Kopfsteinpflaster, aber irgendwann sieht man hinter dem Lost Place Bahnhof die beleuchteten Bahnanlagen und dann weiß man, man ist richtig ...

Am Bahnhof verbrachte ich auch wieder ein, eineinhalb Stunden und dann kam endlich der fast pünktliche Regionalexpress nach Dresden. Ich fuhr durch bis Dresden Hbf, kaufte dort Speis und Trank ein, das ich verzehrte und setzte mich dann in den tschechischen IC nach Berlin.

Der wollte nicht so richtig, sodass wir aufgrund eines technischen Problems am Zug verspätet loskamen und ich in Berlin den ursprünglich geplanten und auch den Plan B verpasste. Plan C beinhaltete einen Frühschoppen mit Currywurst und Bier, und dann fuhr ich mit dem ICE nach Hannover, mit der Stadtbahn nach Hause und ging nach kurzem Zwischenstopp im Bad zum Zähneputzen (dringendst notwendig) ins Bett.

Vor zwei Stunden bin ich aufgewacht, habe mir zu Essen bestellt, ein bisschen Nachrichten geschaut und gedenke, jetzt wieder ins Bett zu gehen.

Fotos und Fazit und viel Statistik morgen oder so (und hier in Hannover bellt auch ein Hund) ...