Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 10. Mai 2024

"No lo puedo - sería un favor"

Jaha, ich hab dich ja verstanden, lieber Hotel-Shuttlebus-Fahrer, dass du uns (eigentlich) nicht zur Autovermietung bringen darfst, selbst wenn die auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel liegt, und dass das ein Gefallen wäre, den du uns - natürlich sehr gerne - tun würdest ... Jaha, ich habe doch meine Hand schon am Geldbeutel, keine Sorge!

So ungefähr erging es uns heute Morgen, nachdem wir uns vom Shuttlebus offiziell zum Flughafen hatten fahren lassen. Alle anderen Hotelgäste stiegen am Terminal 2 aus, während wir zum Terminal 1 weiterfahren wollten. Der Busfahrer unterzog uns einer peinlichen Befragung, mit welcher Fluggesellschaft wir fliegen wollten und ließ er von uns ab, als wir zugaben, dass wir zur Autovermietung wollten. Dort ließ er uns schließlich auch raus.

Unsere Autovermietung hat als einzige Firma der Welt am Flughafen von Panama-Stadt keine Vor-Ort-Vertretung, also versuchte ich, die Herrschaften telefonisch zu erreichen - das ging in die Grütze, weil da ein Callcenter dran ging und die Wartezeit mehrere (für mich sehr teure) Minuten dauern sollte. Die Herrschaften am Flughafen quatschten auch an mich ran, und als ich schon fast aufgeben wollte, sah ich den Shuttlebus des Hotels wieder zu uns kommen (der war nach der Abliefertour mit uns jetzt auf der Aufsammeltour), fragte ihn, ob er uns mitnimmt, und nach inoffiziell positiver Antwort beorderte ich meine Mutter zum Einstieg.

Den Herrschaften der Autovermietung wurde mitgeteilt, dass diese Regelung Mist ist, das wussten sie aber auch schon ohne mich, und wir erhielten einen sehr hübschen ostasiatischen SUV mit ein paar Schrammen, aber fahren tut er (bisher) tadellos.

Wir fuhren durch Panama, verfuhren uns ein bisschen, kamen versehentlich an dem Viadukt um die Altstadt heraus, fuhren auf selbigem, fuhren dann - wieder aus Versehen - über die Puente de las Américas, die erste ikonische Brücke über den Panamakanal, bestaunten die Baustelle auf der anderen Seite (da wird richtig was aus dem Boden gestampft!), erwischten die zweite Gelegenheit zur Fahrt in Richtung Gamboa/Colón (denn wir hatten uns entschieden, doch schon heute zum Panamakanal zu fahren, und nach der Kanal-Website zu schließen, war es sinnvoller, an die Atlantik-Schleuse zu fahren.

Wir überquerten die zweite ikonische Brücke und fuhren danach ein ganzes Stück durch den Urwald auf einer Straße, die zwischen gut ausgebaut und Schlaglochpiste chargierte, bis wir schließlich auf den Expressway in Richtung Colón kamen. In Colón verfuhren wir uns wieder, kamen aber am Ende wohlbehalten an den Agua-Clara-Schleusen heraus und parkten unser Autochen dort.

Wir zahlten den Eintritt von 10 Dollar pro Schnauz (für Touristen) und hatten Glück, denn das letzte Schiff des Vormittags war gerade in die obere Schleuse eingefahren, sodass die Schleusentore schließen konnten. Das war das vierte Mal, dass ich am Panama-Kanal war (an den Miraflores-Schleusen mit Uli 2013, an beiden Schleusen mit Jessi und Christian im Jahr 2019 und jetzt mit meiner Ma), und jedes Mal finde ich es unglaublich faszinierend, wie knapp diese riesigen Kutter in diese Schleusen hineinpassen.

Wir verfolgten - eine Zeitlang waren wir komplett allein auf der Aussichtsplattform - den Schleusungsprozess, guckten uns dann noch ein informatives Propaganda-Video an und verließen dann - nach Kauf einiger weniger Souvenirs - den Kanal.

Wir fuhren noch über die Puente Atlántico, die 2019 noch im Bau gewesen war, drehten an deren Ende um (man kommt von da nicht wirklich weiter, das ist am Ende - bisher - eine riesige Sackgasse), fuhren wieder zurück und dann in Richtung unseres Hotels. Wieder ging es über den Expressway, die Schlagloch-Piste und die zweite Brücke, dann ging es - die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde für panamaische Verhältnisse eingehalten - über die Panamericana in Richtung unseres Hotels, das wir gegen 15.30 Uhr erreichten.

Wir konnten recht zügig einchecken und aufs Zimmer, planten unseren morgigen Waschtag, gingen an die Poolbar, tranken dort mit Blick auf den Strand und das Meer ein Bierchen (niemalsnicht irgendwie mehr als eins!) und öhm, ein Piña-Coladachen, und gingen dann an die Rezeption, um den Inventurzettel für die Wäscherei zu holen, denn der befand sich nicht auf unserem Zimmer.

Nun, der andere Rezeptionist erklärte uns, dass die Großwaschmaschine nicht funktioniere und man deswegen nicht waschen lassen könne - öhm, ärgerlich, zumal die Check-in-Rezeptionistin davon kein Wort gesagt hatte ... Hm, aber irgendwie kriegen wir das mit der Wäsche hin - Deo wird großflächig angebracht werden, weiße Wäsche wird mit Seife ausgewaschen, dann passt das schon!

Nun, wir machten uns ausgehfertig fürs Abendessen, waren viiiiel zu gut (und zu warm ...) angezogen, aber vom Buffet wirklich ziemlich begeistert - die gebratenenen Ananasstücke haben es uns auch hier angetan, und die Dorade und der Schweinebraten war auch klasse. Das Dessertbüffet konnte definitiv auch etwas (es gab sogar Baumtomaten, die ich erstmals im ungesafteten Zustand sah und verspeiste), und nach dem üppigen Genuss des Büffets schafften wir es nun noch für einen Absacker in die Lobbybar.

Jetzt sind wir im Bett, das Internet hier ist sehr wacklig und funktioniert nur auf dem Balkon (der Ausblick aufs Meer vom Balkon ist übrigens grandios!), mal gucken, ob wir das hier alles gleich hochgeladen kriegen ...

Riesenkutter

Weiter geht's ...

Da waren wir ...

Es kommt schon der Nächste

Atlantikbrücke

Nur jeden zweiten Tag Nachfüllung im Zimmer??

Blick vom Balkon

Donnerstag, 9. Mai 2024

Ein verhextes Internet

... hatten wir heute am Flughafen in Panama, deswegen konnten wir kein Uber bestellen und mussten mit dem Shuttlebus des Hotels vorliebnehmen. Das war jetzt auch nicht schlimm, aber fast wären Mutter und Sohn sich deswegen in die Haare gekommen, am Ende jedoch fuhren wir in dem Eiskasten von Shuttlebus ins Hotel, checkten dort (langwierig) ein und sind jetzt nach ein paar Bierchen wieder versöhnt und friedlich ...

Der heutige Tag ist recht fix erzählt: Einigermaßen langem Ausschlafen folgte der Gang ins Meer (herrlich mit den Wellen!), dann der erneute Gang zu Don Willy (II), bei dem wir heute einen neuen Kellner hatten, der aber auch sehr gut war. Heute wurden frittierter Fisch, frittierte Garnelen und - natürlich - wieder conchas asadas verspeist, dazu gönnten wir uns Bier und danach ein Eis mitsamt Fruchtsaft.

Wir gingen noch einmal in die Bude, packten, hörten uns übers Bayern-Radio die Münchner Niederlage an (da ist man - trotz Halbzeit-Gedudel vom "FC Bayern, Stern der Scheiße, ja, du bist ein Drecksverein" ... wie, der Text ist anders? - einmal für die Bayern, da haben sie keinen Dusel mehr), aber kurz vor Schluss mussten wir dann runter, denn um 16 Uhr fuhren wir zum Flughafen.

In Santa Marianita wird touristisch sehr viel gebaut, ich hoffe wirklich, die kriegen die Balance hin zwischen Geldverdienen und dem Erhalt des sehr ursprünglichen Charmes dort, mit dem wunderbaren, fast menschenleeren Strand ...

Der Flughafen in Manta ist klein, aber fein, neu erbaut, und unser Check-in-Onkel war unglaublich freundlich, denn wir konnten unser Gepäck sogar einchecken. Im Flieger saßen wir neben einer älteren US-Amerikanerin, aber da der Flug alles andere als voll war, setzte sie sich um, sodass meine Ma und ich sehr bequem unterwegs waren.

Die Einreise ging sehr schnell, die Kofferausgabe und der Zoll nicht ganz, den unglücklichen Transfer ins Hotel habe ich schon beschrieben, aber die Feierabendbierchen waren gut, und jetzt sind wir schon fast im Bett - gute Nacht nach Deutschland!

Ein Foto gibt es heute, wieder vom Fressi ...



Mittwoch, 8. Mai 2024

Hasta mañana

Also bis morgen. So frei war ich heute, als ich mich aus unserer inzwischen Stammkneipe hier in Santa Marianita verabschiedete, denn abgesehen davon, dass der Laden Kreditkarte nimmt, ist das Essen unfassbar lecker, und die Säfte sind es auch ... Die Cocktails heute waren ein bisschen stark, aber auch die haben wir mittags um 12 Uhr mitgenommen (jeweils einen pro Person!), dann aß ich zum Nachtisch noch die wunderbaren conchas asadas, die kleinen Muschelchen mit toller Soße, die ich schon als Hauptgang bestellt hatte ...

Ich hatte gestern ein wenig viel Sonne abbekommen, also verzichteten wir heute auf den Strandspaziergang und blieben am Zimmer: meine Ma auf der Terrasse, ich im Zimmer ... So gegen 11 Uhr hatten wir dann aber endgültig Hunger, sodass wir die paar hundert Meter zum Don Willy II wackelten.

Wir probierten wieder eifrig Säfte aus - Naranjilla (Lulo), Brombeere, Baumtomate und Stachelannone, alle sehr lecker ... Dazu bestellten wir - hungrig wie wir waren, höhö - Oktopus-Ceviche, Knoblauch-Oktopus und eben die conchas asadas, die Muschelchen ...

Heute war das Lokal deutlich als belebter als gestern, es kamen Arbeiter vorbei und die Polizei, um dort zu essen, das bestätigte uns in unserer Auffassung, dass es dort gut ist ...

Nach dem Essen wurden ein Cuba Libre bzw. ein Pisco Sour vertilgt, ich war verfressen und aß noch einmal die Conchas und trank dazu ein Bier, am Ende nahmen wir noch zwei Bierchen to go mit, die wir jetzt heute Abend in der Bude verzehren, denn wir mussten uns "beeilen", weil ich den Champions-League-Auftritt des BVB verfolgen wollte.

Meine Ma las draußen in Ruhe ihr Buch, während ich Web-Radio hörte, und nach erfolgreichem Spiel und der Nachverfolgung der Berichterstattung ging ich kurz vor Sonnenuntergang ins Meer schwimmen. Ach, wie herrlich war das wieder, auch wenn mehr als eine Welle über mir zusammenbrach - und auch wenn mir plötzlich die Einsicht kam, dass das unser letzter Sonnenuntergang am ecuadorianischen Meer - jedenfalls für diese Reise - ist ... Das war dann nicht so herrlich.

Ich duschte, und jetzt sitzen wir ganz gemütlich bei unseren Bierchen im Zimmer, können morgen noch bis zum Aufbruch um 16 Uhr auf dem Zimmer bleiben und noch duschen, und dann fahren wir mit Stalin zum Flughafen, ehe um halb sieben unser Flieger nach Panama geht, wo wir um halb neun dann landen ...

Heute also ein weniger ergiebiger Bericht, aber der Sieg und vor allem der Finaleinzug des BVB wird trotzdem begossen, und dann freuen wir uns schon auf den Strand in Panama, den wir am Donnerstag erreichen ...

Hauptspeise

Nachtisch

Blick aus unserer Küche

Dienstag, 7. Mai 2024

Einen üppigen Brunch gegönnt

... haben wir uns heute, weil wir verfressen waren und zudem die Größe der Portionen unterschätzt haben. Dafür haben wir aufs Abendessen verzichtet und sitzen jetzt bei einem Gläschen chilenischem Rotwein (die Flasche gehört als Willkommensgeschenk zum Zimmer dazu) am Küchentisch unserer Ferienwohnung.

Wir schliefen sehr gut, was möglicherweise auch daran lag, dass wir hier getrennte Schlafzimmer haben und ich meine Ma nicht vollschnarchte (sie behauptet zwar immer, ich schnarche nicht, aber ich habe schon anderes gehört) ... Das Meeresrauschen war natürlich auch toll, und das, obwohl wir die Fenster zu hatten ...

Wir machten einen Strandspaziergang in Richtung des Örtchens Santa Marianita, da war ein guter Kilometer pro Strecke, und fragten uns, wo denn die ganzen Menschen seien, denn am Strand waren mehr Hunde als Menschen unterwegs. Der Minimarkt war meiner Meinung nach zu, und außerdem wollten wir irgendwie die Getränke nicht zurück ins Hotel schleppen, also ließen wir den Einkauf sein ... Allerdings war dort der westlichste Punkt Südamerikas, an dem ich jemals gewesen war - juchhe, neues Statistiknugget!

Auf dem Rückweg gingen wir in der Nähe unseres Hotels den Hang zur Straße hoch (auf Google Maps sind noch Bilder von 2015 zu sehen, auf denen es keinen Hang gibt, da muss das Meer ganz schön viel weggefressen haben ...) und dort in eine allseits gelobte Kneipe (unter anderem auch deswegen, weil man dort mit Kreditkarte zahlen kann, was uns bei unserer etwas angespannten Bargeldsituation sehr entgegenkommt). Wir hatten Hunger und ja seit gestern Mittag im Brew Pub nichts mehr gegessen, also bestellten wir - unwissend, was das sei - ein Tigrillo, ein Shrimps-Omelett und frittierte Calamares, also Tintenfisch ...

Dazu bestellte ich erstmal eine Cola und einen Saft von der Stachelannone (Guanábana). Bei der Bestellung meiner Ma hatte es ein Missverständnis gegeben, denn sie bekam nur das Tigrillo, nicht aber den im Frühstück enthaltenen Kaffee und Saft. Das bestellten wir nach, als das Essen kam, und bekamen eine Tasse heißes Wasser, Instantkaffee und Zucker auf den Tisch gestellt - jo, damit hätte ich in Südamerika jetzt auch nicht gerechnet ...

Das Essen war sehr lecker, auch wenn das Tigrillo - eine Kombination aus Kochbanane, Käse und Ei - sehr sättigend war und von uns wahrscheinlich kein zweites Mal verspeist wird. Das Shrimps-Omelett und die frittierten Calamares waren großartig, die werden womöglich ein zweites Mal verspeist heute oder morgen. Durch die Saftbar probierten wir uns auch durch, es wurde Baumtomate (Tamarillo) und Tamarinde probiert, und den Abschluss machte dann der weltweit beliebte Hopfensaft.

Die Bezahlung per Kreditkarte funktionierte nach Hinzuziehung des Elektronik-Experten auch problemlos, und wir wanderten in unsere Unterkunft.

Ich wollte gerne das Bargeld los sein, denn mit 500 Dollar am Strand entlangmarschieren, erscheint mir nirgendwo auf der Welt klug, also jagte ich die Chefin (wir nennen sie liebevoll "Lisbeth") aus dem Pool, auf dass sie das Geld entgegennehme. Aus irgendeinem Grund müssen wir keine Mehrwertsteuer zahlen, das nahm ich gerne mit, weil das die Bargeldsituation ein wenig entspannte ...

Überhaupt ist unsere Chefin hier eine ganz liebenswürdige Frau, die ist zwar Kanadierin (was heißt hier "zwar" - die Kanadier habe ich ja sowieso auch ins Herz geschlossen), aber die passt voll ins Bild, das wir von den wunderbaren Menschen hier in Ecuador bekommen haben - heute bot sie uns an, uns mal in die Stadt mitzunehmen, was wir aber dankend ablehnten, weil wir einfach faul sein wollten und wollen, wir können am Abreisetag auch länger im Zimmer bleiben und duschen (natürlich nehmen wir dafür dann Stalin wieder als unseren Fahrer, und der kriegt dann wieder sein üppiges Trinkgeld) - das ist natürlich alles wunderbar!

Nun aber ging es ans Meer zum Schwimmen - das Meer war hübsch wellig, was ich total genoss, auch wenn der Ein- und Ausstieg nicht ganz so ohne war, vor allem, wenn drei Meter vor dir die Eineinhalb-Meter-Welle dann doch ankündigt, dass sie jetzt brechen will. Mehr als einmal musste ich unter der Welle durchtauchen, weil sie mich sonst voll nassgemacht hätte, aber ich fand es wunderbar - nicht ganz so wunderbar fanden das meine Schultern, denn die sind ein bissel gerötet, nicht von den Wellen, sondern von der Äquatorialsonne - hat man ja nicht ahnen können ... (Achso, die Wetterangaben von Google für Ecuador kannst du den Hasen geben - hab ich das schonmal geschrieben? Jedenfalls war für heute den ganzen Tag Regen angesagt - Pustekuchen, es war heiter bis sonnig ...)

Den Nachmittag verbrachten am Pool bzw. auf der Terrasse bzw. in der (kühlen) Küche, und erst gegen 17.30 Uhr gingen wir noch einmal schwimmen - wirklich weniger wellig war es nicht, aber das tat der Badefreude keinen Abbruch ...

Auf das Abendessen verzichteten wir wegen vollgefressen, geduscht sind wir aber, und irgendwie geht es bestimmt demnächst ins Bettchen.

Das war ein wunderbarer Urlaubstag heute, tolles Meer, toller Strand, tolles Essen - so kann es weitergehen in den nächsten Tagen, hier und in Panama, bitteschön!  

Eine neue Statistik: Wenn ich mich nicht verzählt habe, ist Ecuador das 58. Land, in dem ich im Meer schwimmen war (Kopf unter Wasser im Ozean) - da fehlen auch noch ein paar ...

Strand nach links

Unsere Bude

Strand nach rechts

Zwei Hunde im Meer

Brunch

Pool im Hotel

Sonnenuntergang

... und danach

Montag, 6. Mai 2024

Verhäfelt, dann sehr gemütlich

..., so in etwa lässt sich der heutige Tag in Quito beschreiben ...

Wir schliefen heute aus, da mag der Canelazo gestern Abend auch ein bisschen dazu beigetragen haben, und frühstückten auch heute wieder ziemlich gut. Dass wir uns Zeit ließen, mag auch daran gelegen haben, dass es heute regnete (zum Glück waren wir gestern mit dem TelefériQo unterwegs!) ...

Gegen 10 Uhr checkten wir aus, stellten unser Zeug in die Abstellkammer und ließen uns vom Uber zum Museo Nacional fahren, das ab 10 Uhr offen haben sollte. Der Taxifahrer wünschte uns beim Aussteigen "good luck", und das war schon ein schlechtes Omen, denn wir standen vor verschlossenem Tor.

Das ging auch einer Engländerin so, mit der wir ins Gespräch kamen und die uns dann schließlich - wir planten um und wollten wieder in die Altstadt fahren - zur U-Bahn-Station am Parque Ejido liefen. Die U-Bahn von Quito ist erst 2022 in Betrieb genommen worden, und dementsprechend modern und gepflegt sah das Ding aus ...

Wir kauften am Schalter für jeweils 45 US-Cent zwei Fahrkarten, die als Bon mit QR-Code ausgegeben werden, liefen durch das Drehkreuz und hinunter zur U-Bahn. Die Bahn kam zügig, während Caroline - so hieß die Engländerin - und wir uns eifrig unterhielten. Wir fuhren zwei Stationen und kamen an der Station San Francisco an. Dort trennten wir uns wieder, meine Ma und ich schauten uns im nun wieder einsetzenden Nieselregen den Convento San Francisco von außen an, bis wir dann - auch im Nieselregen waren sehr viele Menschen unterwegs - wieder Reißaus nahmen und zum Theaterplatz fuhren.

Die dortige heladería war aber mit ihrem Softeis nicht nach unserem Geschmack, und die Brauereikneipe hatte irgendwie doch erst ab 13 Uhr offen, während wir um kurz nach 12 Uhr schon mit den Hufen scharrend davor standen ... Also setzten wir uns auf dem Theaterplatz auf solche Steinkugeln, ich hielt das nicht lange aus (ich stellte mich dann hin), aber meine Ma saß gut und um 13 Uhr liefen wir dann doch in die Brauereikneipe ein ...

Mit einem Wort: wunderbar! Die Barkeeper waren sehr freundlich und sprachen auch sehr gut Englisch, das Bier war lecker (ich hatte meiner Ma ein Chili-Passionsfrucht-Bier bestellt, das wurde in der zweiten Runde durch einen leckeren ecuadorianischen Cabernet Sauvignon ersetzt, während ich mich durch Stout, Porter und Pale Ale sof... trank) und das Essen war ebenfalls großartig - meine Ma hatte nur Appetit auf einen Käsekuchen mit Feigen, das war lecker, während ich - mit dann doch ein wenig Unterstützung meiner Ma - durch eine Fleischplatte aus Rindersteak, Hühnchen, Wurst und morcilla, also Blutwurst, mampfte - sehr, sehr lecker ...

(Achso, und der Verfasser der Speisekarte verdient einen Orden, ich habe nicht alles verstanden, aber das war so witzig geschrieben - ja, die Speisekarte war witzig geschrieben -, dass ich mehrfach laut lachte und die Bonmots meiner Ma übersetzte.)

Jo, und dann liefen wir gegen 15.30 Uhr aus dem Ding heraus und die paar Meter hoch zu unserem Hotel. Dort holten wir die Koffer und liefen ein paar Schritte die Straße hoch, denn sonntags ist hier eine erweiterte Fußgängerzone, und unsere Straße lag schon in der Fußgängerzone. Der Fahrer aber kam und kam nicht, was nicht so richtig ein Wunder war, denn ich hätte nicht gewusst, wo er die Avenida Guayaquil hätte überqueren können ...

Plötzlich winkte ein Mann - von ebendieser Avenida herkommend - mir zu, ich fragte, ob er Angel sei, denn unser Fahrer hieß so, er bejahte, und dann holte ich meine Ma und die Hausherrin, die oben mit ihr gewartet hatte, auf dass wir zu Fuß bis zum Uber laufen - sowas habe ich auch noch nicht erlebt.

Angel sprach fast nur Spanisch, aber mit vier Bier intus sprach ich dann auch deutlich flüssiger Spanisch als nüchtern, und so unterhielten wir uns fast die ganze Dreiviertelstunde der Fahrt zum Flughafen. Ein dickes Trinkgeld folgte, vor allem für die Abholung zu Fuß, aber auch für die gute Zeit, dann gingen wir in den Flughafen.

Am Baggage Drop-off war nichts los, wir konnten unser Gepäck sofort abgeben, an der Bordkartenkontrolle und der Sicherheitskontrolle war auch nichts, und so waren wir keine Viertelstunde nach Ankunft am Flughafen schon am Gate ...

Unser Gate verschob sich aber von A6 zu A5 zu A4, und irgendwann kam ein Mann und - so verstand ich ihn - bat uns darum, doch schon zum Gate A4 zu gehen. Ich ging erst einmal auf die Toilette, aber plötzlich rief meine Ma in die Toilette hinein, ich solle mich beeilen ... Hintergrund war, dass die die Gates A5 bis A7 von Inlandsabflügen auf Auslandsabflüge umstellen wollten, aber dazu musste eben der Bereich erstmal geräumt sein, und das hatte ich unabsichtlich verhindert ... Ich packte eilig meine Sachen zusammen und quetschte mich - um Entschuldigung bittend - durch den gerade noch offenen Durchgang ... Jo, passiert halt mal ...

Wir boardeten sehr entspannt, kamen vorfristig weg und landeten dementsprechend auch vorfristig in Manta. Unser Gepäck kam auch schnell, aber ich musste noch Geld holen, weil unser Hotel - als gefühlt einzige Institution in Ecuador - nur Bargeld nimmt (nein, die Besitzerin ist keine Deutsche, sondern Kanadierin ...). Der Automat am Flughafen wollte mir kein Geld ausspucken, aber unser Fahrer meinte, es sei kein Problem, unterwegs Geldautomaten zu finden ...

Jo, das stimmt schon, aber außer der Banco Guayaquil, die hiermit ausdrücklich gelobt wird, klappte das so gar nicht (obwohl horrende Gebühren aufgerufen wurden), aber irgendwann machte auch die Banco Guayaquil dicht, weil meine Hausbank offenbar ein Limit gesetzt hatte ...

Es ging nun - mit 500 Dollar in der Tasche - durch die Nacht über Straßen, die meiner Ma heute Nacht den Schlaf rauben könnten, denn obwohl unser Fahrer wunderbar fuhr und wusste, wo die Schlaglöcher waren, wussten wir das eben nicht - und einmal dachte ich, er wird zum Falschfahrer, aber auch da fuhr er richtig ...

Wir kamen hier in der Unterkunft an, trafen die sehr freundliche Besitzerin und sind jetzt auf dem Weg in getrennte Betten, denn ich hatte tatsächlich zwei Schlafzimmer gebucht. Mal gucken, wie das mit dem Meer und dem Essen und dem Wäschewaschen morgen und in den nächsten Tagen funktioniert - ich werde jedenfalls berichten ...

Fotos habe ich heute auch ein paar:

Moderne U-Bahn-Station in Quito

Convento San Francisco


Fleischteller im Andes Brew Pub

Sonntag, 5. Mai 2024

Die Vollendung einer Straftat verhindert

... haben wir heute, wobei, eigentlich war die Straftat möglicherweise schon vollendet ... Wir saßen ganz gemütlich - meine Mutter wollte ein Sánduche probieren, ein typisch ecuadorianisches Sandwich, und das hatte sie gestern ja in unserer Service-naja-Kneipe gesehen - in unserer Kneipe, als uns ein Mann auf Englisch ansprach, wie spät es sei ...

Ich bin fast ein bisschen stolz auf mich, dass quasi sofort meine Alarmglocken ansprangen und ich meiner Ma sagte, sie solle auf ihre Tasche aufpassen, denn der Kumpan von dem Typen hatte sich schon hinter ihren Stuhl geschlichen. So weit, so schlecht, die Typen schienen unverrichteter Dinge abzuziehen und die Gaststätte zu verlassen, als der Typ zu einem anderen Tisch ging, von dem gerade eine Frau aufgestanden war, um zur Toilette zu gehen ...

Der Typ quatschte an die andere Frau am Tisch heran und nahm mitten in unserem Sichtfeld die Kamera der anderen Frau an sich und stopfte sie unter seine Jackentasche. Als er sich umdrehte und sah, dass wir aufgestanden waren und auf ihn zeigten, war er noch so dreist, den Finger auf die Lippen zu legen, womöglich als Versuch, das als "Scherz" auszulegen ... Er sah aber schnell, dass er damit nicht durch kam, drehte sich wieder um und legte die Kamera wieder auf den Tisch.

Leider wusste ich nicht mehr, was "Dieb" auf Spanisch heißt, und bis ich dahinter kam, dass ich einfach nur in irgendeiner Sprache den Laden hätte zusammenbrüllen müssen, um ihn aufzuhalten, war die Zwei-Mann-Bande schon wieder weg ... Andererseits kam mir erst anschließend die Idee, dass so jemand ja durchaus ein Messer dabei haben und sich so "wehren" könnten. Hinterher jedenfalls kam noch Security und befragte uns, aber das half halt nichts mehr ...

Das Allerbeste war, dass die beiden Gringas (ich vermute, das waren US-Amerikanerinnen) ganz offenbar gar nicht gemerkt hatten, dass wir ihnen die Kamera gerettet hatten, denn obwohl sie sich dann nach dem allgemeinen Aufruhr neben uns setzten, kam da kein Wort des Dankes, und ich bin mir recht sicher, dass gerade Amis das gemacht hätten, wenn sie unsere gute Tat mitbekommen hätte ...

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Es ist ein bisschen schade, dass ich mich dieser unschönen Geschichte aufmache heute, denn es war ein ganz wunderbarer Tag in diesem ganz wunderbaren Urlaub in Ecuador. Wir waren auch heute wieder gegen 1 Uhr wach, zwangen uns aber, noch ein bisschen zu schlafen, und so standen wir dann gegen halb sieben auf. Das Frühstück war wieder lecker, diesmal aßen wir beide Rührei, und dann ließen wir uns trotz des einigermaßen unklaren Wetters zum TelefériQo, also zur Seilbahn hoch in die Hausberge von Quito, bringen ...

Das Uber an sich war recht günstig, nur mussten wir die "Parkgebühren" für unseren Uber bezahlen, das war dann am Ende der doppelte Preis, aber immer noch günstiger als die Rückfahrt, für die ich kein Uber buchen konnte, weil es an der Talstation kein freies WLAN gab. Das ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau, denn am Ende zahlten wir für zwei Taxifahrten zu je 20, 25 Minuten insgesamt 12 Dollar ...

Die Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn kostet für adultos 9 Dollar, für personas de tercera edad 6,50 Dollar, sodass wir für 15,50 Dollar hoch und runter kamen ...

Mit uns in der Gondel saßen drei Chinesinnen, aber eine Unterhaltung war nicht möglich, weil die kein Englisch sprachen und mein (nahezu, höhö) perfektes Chinesisch leider auch nicht verstanden - Saftladen!

Die Bergstation liegt auf etwa 3.950 Metern Höhe, und meiner Ma ging es ebenso gut wie mir. Ich hatte ja vor Quito mit seinen 2.850 Metern ein wenig Sorgen hinsichtlich meiner Mutter gehabt, aber die fühlt sich hier unten im Tal pudelwohl, und da oben in der Höhe auch, auch wenn sie nicht den Spaziergang ein bisschen in den Berg hinein mitmachen wollte.

Also setzte ich sie - unter Bewachung zweier ..., naja, Straßenhunde waren nicht, eher Berghunde - am Café an der Bergstation aus und lief - in völlig geeignetem Slipper-Schuhwerk - zunächst zum Aussichtspunkt "auf die Vulkane". Nun, es war heute Morgen etwas neblig, sodass man die Vulkane nicht sah (und auch die Aussicht auf Quito war nur bis zur halben Höhe der Seilbahn wirklich gut gewesen, danach wurde es auch da wolkig, und am Ende fuhren wir über den Wolken - herrlich!).

Ich spazierte hinter zwei deutschsprachigen Familien, die ihre armen kleinen Kinder da hochscheuchten, hinauf bis zu den wahrscheinlich höchstgelegenen Schaukeln der Welt auf - handygemessenen - 4.017 Metern Höhe und danach noch ein kurzes Stück weiter auf eine Aussichtsplattform auf 4.024 Metern.

Von da stieg ich ein kleines bisschen ab zu einem Rastplatz mit zwei Lamas, fotografierte noch ein bisschen und trottete dann zurück zu meiner Ma - natürlich alles im kurzärmligen Hemd (es war wirklich recht mild da oben) und - blöderweise - uneincremt, weil ich vor dem Frühstück das Eincremen auf nach dem Frühstück verschoben und es nach dem Frühstück vergessen hatte ...

Es ist aber alles halb so schlimm, weil es wirklich bewölkt war und die Sonne nicht soooo durchkam (und es war Morgen), alles bestens. Trotzdem fuhren wir recht bald wieder hinunter zur Talstation (diesmal in unserer Privatkabine) - und jetzt bekam meine Mutter Höhenangst, weil sie freie Sicht auf Quito im Tal hatte und keine Chinesinnen ihr die Sicht versperrten ...

Dass ich in der Gondel mal vorwärts, mal rückwärts saß, um Fotos zu machen, beruhigte sie auch nicht wirklich, aber am Ende kamen wir gut unten an. Alle Versuche, ein WLAN zu finden, scheiterten, also liefen wir in Richtung der Taxifahrer-Mafia, die dann für einen Dollar über dem ausgeschriebenen Preis uns in die Stadt, zum Parque Ejido, kutschieren sollte ...

Unterwegs fuhren wir plötzlich von der Schnellstraße ab, und ich realisierte erst in dem Moment so richtig, dass diesmal ja kein Uber unsere Fahrt mittrackte, aber der Fahrer wollte uns wirklich nicht hinterrücks meucheln, sondern nur eine Abkürzung fahren - sehr schnell jedenfalls kamen wir am gewünschten Ziel an, ich musste mich zwingen, beim Aussteigen zu zahlen (das ist beim Uber ja nicht nötig), und so liefen wir am Hilton vorbei in Richtung eines Künstlermarkts, als wir einen Supermarkt sahen ...

Die Preisgestaltung für die Sonnencremes hier in Ecuador im Allgemeinen und in dem Ding im Besonderen war irgendwie komisch, die Sonnencremes sind sehr, sehr teuer, am Ende kauften wir 20 Milliliter Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 70 (!!!) - 100 hätte es auch gegeben!!! - für, so glaubten wir, sieben Dollar ein ... Beim Bezahlen stellte sich heraus, dass da irgendwie 20 % Rabatt drauf waren, sodass wir nur fünf Dollar zahlte - und damit hatte sich die Einkaufsaktion auch schon wieder gelohnt, denn zurück zum Hotel und wieder zum Markt hätte mit dem Uber auch ungefähr so viel gekostet ...

In dem Künstlermarkt (die Künstler sitzen jedenfalls teilweise auch in China, glaube ich ...) kauften wir ein paar Souvenirs ein, waren aber sehr angetan, dass hier nicht wie manchen Basaren eine ganze Traube von Verkäufern hinter dir her rennt, sondern dass allenfalls recht vorsichtig auf das Angebot und die gute Qualität hingewiesen wurde ...

Danach ging es durch das Viertel Mariscal, das nachts wohl nicht wirklich sicher ist und heute kurz vor 12 Uhr auch nicht so ganz megatollrichtig einladend erschien, weil wir praktisch schon in der Nähe der deutschen Kneipe waren. An der Plaza Foch entschieden wir uns um und fuhren dann doch zu unserer Kneipe von gestern - bzw.: Wir wollten fahren. Reihenweise lehnten uns die Fahrer ab, und als sich endlich einer unserer erbarmte, sahen wir in der Nähe der Plaza Grande, dass die Verkehrssituation auch am Samstag katastrophal ist und deswegen keiner uns fahren wollte, gerade für 1,93 Dollar oder so ...

Nach endlicher Zeit kamen wir an, aßen recht lecker zu Mittag, die Service-Situation ist immer noch grenzwertig, aber sei's drum, sie erkannten uns jedenfalls wieder, und nach der Diebstahlverhinderungsaktion wollten wir mit dem Uber zum Hotel fahren.

Zu Fuß wären wir schneller (aber berghoch deutlich verschwitzter) gewesen, weil wir 20 Minuten auf einen Fahrer warteten und auch da immer wieder mal nach schon erfolgter Zusage doch wieder storniert wurden - am Ende kamen wir aber gut im Hotel an, machen jetzt wirklich Siesta und lassen uns gleich um 18 Uhr zu einem Restaurant mit angeblich recht schönem Ausblick auf Quito fahren, das uns unser Hausherr empfohlen hat ...

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Freunde der Sonne, war das genial da oben!

Das Uber brachte uns ein paar Höhenmeter den Berg auf der anderen Seite der Avenida Guayaquil hinauf, und schon in der Anfahrt hatten wir großartige Ausblicke.

Wir wussten nicht, auf welchen Namen reserviert worden war, aber irgendwie fanden die uns, wir fuhren mit dem Außenfahrstuhl hoch und bekamen gefühlt den besten Platz des Restaurants zugewiesen (ja, wir waren sehr früh für ecuadorianische Verhältnisse ...), mit Panaromablick auf Panecillo und Stadt ...

Wir waren auch deswegen so früh, damit wir das Panorama sowohl bei Tag als auch bei Nacht erleben konnten, und beide Ansichten waren fantastisch.

Ebenfalls großartig war das Essen zu mitteleuropäisch-gehobenen Preisen, nur reute mich das Mittagessen in dem Laden an der Plaza Grande, weil ich jetzt nicht mehr so viel Platz im Magen hatte (Ruhe da hinten!).

Natürlich bestellten wir eine Vorspeise (Pulpo für meine Ma, lecker, und eine ecuadorianische Kartoffelsuppe für mich, sehr üppig und seeehr sättigend), dann ein Hauptgericht (Riesen-Langostinos für meine Ma, Surf & Turf für mich) und latürnich noch eine Nachspeise (Feigen mit Käse für meine Ma und ein Schokoladenkuchen für mich). Dazu wurden nach Portwein als Aperitif und Bier zum Hauptgericht jeweils ein Canelazo, eine Art ecuadorianischer Glühwein mit 40- bis 70-prozentigem Zuckerrohr-Schnaps, verzehrt ...

Jo, das Uber zurück fuhr (jetzt war dort gerammelt voll auf der Straße, auf der bei unserer Ankunft noch gähnende Leere war), wir wurden von unseren Vermietern abgefangen, wir unterhielten uns noch ein wenig, sind jetzt aber auf dem Weg ins Bett ... Heute Nacht sind wir hoffentlich nicht um 1 Uhr ausgeschlafen!

Blick auf Quito aus der Gondelbahn

Wieso denke ich da an Reinhard Mey?

Blick auf die Gondelbahn und die Wolken

Nahaufnahme Gondelbahn

Da hinten sind die Vulkane

Schaukel auf über 4.000 Metern

Höchster Punkt der Reise

Lama-Rastplatz (Lamas rechts)

Nochmal Blick in Richtung Vulkane

Fahrt abwärts in den Nebel

Und noch ein Blick auf Quito

Hauptspeise

Panorama bei Tag (links der Panecillo)

Vorspeise (sorry für die Reihenfolge)

Panecillo bei Nacht

Blick in Richtung unseres Hotels bei Nacht

Canelazo

Samstag, 4. Mai 2024

Nicht veräppeln lassen vom 18. Jahrhundert

... darf man sich an der Mitad del Mundo, der "Mitte der Welt", denn obwohl da eine leuchtend gelbe Linie durch diese Touristenattraktion verläuft, die den Äquator markieren soll, ist der Äquator tatsächlich etwa 240 Meter weiter nördlich. Dass die Geodäten damals im 18. Jahrhundert mit ihren Mitteln dann doch so genau messen konnten, verdient natürlich allen Respekt, dass die ecuadorianische Regierung die Abweichung nicht einmal erläutert, natürlich nicht ...

Aber fangen wir mal am Anfang an: Wir waren gegen 4 Uhr auf, auch weil wir recht zeitig ins Bett gegangen waren. Wir trödelten vor uns hin und so gegen 7.30 Uhr gingen wir zum Frühstück - ich aß leckeres Rührei, meine Ma gekochte Eier, aber die waren nicht hartgekocht, sodass ich beim Abbeißen (meine Ma hatte mir eines ihrer Eier abgegeben) erstmal lecker Eigelb an meine Hand spritzte - ausnahmsweise ging die Sauerei diesmal nicht auf mein Hemd, das wäre heute recht unglücklich gewesen ...

Danach verließen wir unser wunderbares Hotelele und riefen uns ein Uber, das zügig angefahren kam. Sehr zügig ging es eine gute Dreiviertelstunde in Richtung Norden, wobei wir wunderbare Blicke auf die riesige Stadt Quito, aber auch auf die wunderbar grünen Anden hatten. Gegen 8.45 Uhr schmiss uns der Fahrer am Freizeitpark Mitad del Mundo raus, wir wurden von einer Fremdenführerin angesprochen, aber dann dankenswerterweise nach unserer Ablehnung auch schnell in Ruhe gelassen, bis wir merkten, dass das Ding erst um 9 Uhr öffnet.

Die Zeit nutzten wir und liefen erst über die Straße und dann an der Straße entlang bis in ein Wohnviertel, das uns nicht völlig geheuer war, gerade weil da viele Wachhunde auf den Grundstücken unterwegs waren. So richtig beeindrucken ließen wir uns davon aber nicht, denn mit dem GPS auf meinem Handy konnte (und wollte) ich den Äquator exakt bestimmen. Schließlich kamen wir auf dieser kleinen Nebenstraße (die Einheimischen machten den Eindruck, an den Anblick solcher bekloppter Gringos, die den exakten Äquator suchen, gewöhnt zu sein) auf 0° 0' 0" nördlicher/südlicher Breite und damit an den Äquator. Die beiden Wachhunde, die direkt auf dem Äquator lagen, wussten wahrscheinlich gar nicht, was sie da jeden Tag machen, wenn sie von der Nord- auf die Südhalbkugel und andersherum spazieren ... Banausen!

Nun gingen wir zurück zum Freizeitpark, überquerten wieder todesmutig die Straße, zahlten den Eintritt (fünf Dollar für den Erwachsenen, zweieinhalb Dollar für die Seniorin, was im Spanischen als tercera edad, also "drittes Alter" bezeichnet wird ...) und betraten das Touristendorf. (Beim Eintritt fragten sie noch, ob wir unsere Pässe dabei hätten, weil sie uns einen Touristenstempel in den Pass drücken wollten! Wir hatten die Pässe wirklich nicht dabei, aber da hätte ich mich auch mit Händen und Füßen dagegen gewehrt - Touristenstempel, pah!)

Auch hier waren die Menschen sehr, sehr freundlich (wenn auch natürlich geschäftstüchtig), natürlich machten wir Fotos von der vermeintlichen Äquatorlinie, hier waren wir einfach nur Touristen, das ist auch mal schön ... Nach ein bisschen Souvenirbummel (gekauft haben wir nix) nahmen wir einen Frühschoppen mit una cerveza grande, das waren dann 600 Milliliter (dazu wurde Cola und Wasser konsumiert), und damit hatten wir den Vormittag auch schön verbummelt.

Mit dem Uber - das klappte auch hier im Vorort von Quito ganz hervorragend - fuhren wir für 13 Dollar die Dreiviertelstunde hoch und runter zurück nach Quito und ließen uns in der Nähe der Plaza Grande herausschmeißen.

In der Fußgängerzone um die Plaza Grande, den Hauptplatz der Stadt, war die Hölle los - irgendwie ist heute wohl Feiertag gewesen (einige liefen auch mit Luftballons vom día mamá, was ich als Muttertag interpretiere, herum, auch wenn laut Google auch hier der Muttertag erst am zweiten Sonntag im Mai ist), jedenfalls war es gerammelt voll. Um den Präsidentenpalast herum sind Absperrungen, der Präsident hat ja den Ausnahmezustand verlängert und hat offenbar ein bissel Bammel vor dem Volk, nun denn ...

Wir liefen über die wunderschön grüne Plaza Grande, verzichteten (für heute) auf den Eintritt in die Metropolitankathedrale, guckten aus der erhöhten Position aber wieder auf den Platz zurück mitsamt der Unabhängigkeitsstatue und schauten dann, dass wir etwas zum Mittagessen kriegen.

Sagen wir so: Die Google-Bewertung spielte heute nicht die überragende Rolle in der Auswahl des Etablissements, wie sie es normalerweise tut, denn mein Magen mochte die Gewürze hier aus den vergangenen Tagen nicht ganz so gerne.

Wir setzten uns also in das erstbeste Restaurant mit erträglicher Bewertung, bestellten zwei verschiedene Craft-Biere und dann auch etwas zu essen. Meine Ma bekam Hähnchenschlegel mit Wedges, ich hatte hornado, eine Art Schweinebraten, dazu Kartoffelpfannküchlein namens llapingacho und geröstete Maiskörner sowie lecker Avocado und Pico de Gallo ... Ich fand's lecker ...

Nach dem Essen wurde es fast lächerlich komisch: Es war ein halbes Dutzend Bedingungen unterwegs, aber unsere Bedienung ward nicht mehr gesehen, und so wurden wir auch nicht gefragt, ob wir noch etwas bestellen wollten ... Nach sicherlich zwanzig Minuten kam unsere Bedienung wieder, grinste uns auch an, sodass ich dann vorsichtig den Finger hob, dass wir schon noch gerne etwas trinken würden ... Den Cappuccino und den Espresso bekamen wir, dann verließen wir die - sehr schön eingerichtete - Gaststätte und machten noch einen kurzen Spaziergang durch die immer noch gerammelt volle Fußgängerzone ...

Wir machten kurz Rast auf der Plaza Grande, sahen, wie ein Herr zehn Meter von der Polizei entfernt, laut Marihuana feilbot, guckten uns die Menschen an, die hier Eis und Getränke und was weiß ich noch alles verkauften, es war viel Polizei auf dem Platz (nachts sollte man in der Altstadt anscheinend etwas vorsichtig sein, aber auf der Plaza Grande ist anscheinend immer Polizei), es war wieder einmal das pralle Leben - das gefiel uns sehr gut ...

Irgendwie aber, es war jetzt 14 Uhr oder so, waren wir dann doch müde, sodass wir ein Uber bestellten, das seeeeeehr lange brauchte, weil die Anfahrtsstraße verstopft war, sodass wir den Abstand zu uns in Zehn-Meter-Schritten alle 30 Sekunden oder so maßen, die Fahrt kostete jetzt keine zwei Dollar, und ins Hotel fielen wir zur "Siesta" ein ... Die Siesta geht fließend in den Nachtschlaf über - hoffentlich haben wir den Schlafmangel und den Jetlag bald überwunden ...

In Manta werden wir vom Fahrer unseres Hotels abgeholt, der Taxifahrer heißt mit Vornamen "Stalin", das kann ja was werden ...

Achso, und als wir gestern ankamen, begrüßte uns die Seniorchefin des Hauses, die sich dann, als die Juniorchefin angekommen war, mit ihr in vernünftigem - also für mich viel zu schnellem Spanisch - austauschte. Dabei fiel das Wort gringos, das in Lateinamerika ja für nordamerikanische und europäische Ausländer aller Art verwendet wird, wir waren uns nicht sicher, ob sich das in dem Moment auf uns bezog, aber seitdem bezeichnen wir uns selbst mehr oder weniger ironisch als Gringos ...

Insgesamt gefällt uns beiden Ecuador und Quito richtig, richtig gut, und meine Ma ist glücklich, dass sie nicht vom Bus in die Metro und andersherum hechten muss, sondern dass wir ganz gemütlich alles mit dem Uber, das hier wirklich bezahlbar ist (auch wenn es sich natürlich auch läppert), erledigen ...

Fotos gibt es heute auch:

Wirklich auf dem Äquator

Angeblich auf dem Äquator

Im Touristendorf

Fahrt in Richtung Altstadt von Quito

Präsidentenpalast

Unabhängigkeitsdenkmal

Plaza Granda

Hornado

Jesuitenkirche


Freitag, 3. Mai 2024

Sehr freundliche Menschen

... haben wir hier in Ecuador bisher erlebt, und zwar angefangen bei der Grenzerin und dem Zöllner, über die Uber-Fahrerinnen und -Fahrer, unsere Hotel-Kompanie und auch in der (deutschen) Kneipe, in der wir Fußball geguckt und ansonsten versucht haben, angesichts unseres Schlafmangels nicht schon viiiiiel zu früh einzuschlafen (das ist uns wenigstens gelungen) ...

Die Nacht war außerordentlich bescheiden, weil wir beide vollgefressen waren wie Obelix in "Asterix erobert Rom" - naja, wahrscheinlich noch mehr, denn Obelix beschwerte sich ja über den fehlenden Nachtisch ... Dementsprechend waren wir beide gegen halb vier, vier wach - das heißt, wir hatten keinesfalls mehr als zwei, drei Stunden Schlaf. Wir machten uns fertig, gingen um 6 Uhr zum Frühstück, aßen aber kaum etwas, tranken dafür viiiiel Apfelsaft und fuhren dann mit dem 7-Uhr-Shuttle-Bus zum Terminal (zusammen mit vielen US-Amerikanern und/oder Kanadiern, die ebenfalls mit Copa flogen, aber mutmaßlich in Richtung Nordamerika).

Die Bordkartenkontrolle, Ausreise und Sicherheitskontrolle gingen sehr, sehr schnell, sodass wir viiiiel zu früh im Abflugbereich waren. Die Zeit vertrödelten wir größtenteils, nur ging ich - als ich einen Boarding-Menschen am Gate gesehen hatte - zu diesem, denn ich war fast sicher, dass wir sonst ausgerufen worden wären, um die Dokumentenkontrolle zu überstehen. So war ich also proaktiv unterwegs, unsere Bordkarten waren schon ausgedruckt, alles bestens ...

Der eineinhalbstündige Flug ging schnell vorbei, die Einreise ging auch recht schnell, der Zoll wollte nicht viel von uns, und schon waren wir in mein 160. Land eingereist - Ecuador olé, Ecuador olé, Ecuador oléééééééé!

Das Uber in die Stadt (45 Minuten Fahrt für 25 Dollar) kam auch einigermaßen fix (auch wenn wir immer außerhalb des Terminals stehen und damit gerade kein WLAN mehr haben), und zum - m. E. zweiten Mal nach Kasan 2018 - fuhr uns eine Frau. Die Dame sprach ein bisschen Englisch, ich radebrechte ein bisschen auf Spanisch, wir kamen schon zusammen, alles gut.

Auch der Check-in im Hotel erfolgte bei außerordentlich freundlichen Menschen; wir bekamen zwei verschiedene Zimmer zur Auswahl und entschieden uns für das von der Straße abgewandte, von dem aus wir sogar einen grandiosen Blick auf die Jungfrau-von-Quito-Statue auf dem Hausberg Panecillo haben (und eine Schule in unmittelbarer Nachbarschaft, auf der bei unserer Ankunft fleißig Fußball gespielt wurde).

Nach ein bisschen Auspacken bestellten wir ein Uber ins Vergnügungsviertel Mariscal. Ich peilte die "deutsche Kneipe" namens Cherusker an, und dort bekamen - nach einer Fahrt, die weniger als drei Euro kostete - wir leckeres Bier, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird. Als wir ankamen, war es noch einigermaßen leer, aber bis wir gingen, wurde es voll - wir tranken Kölschartiges, Schwarzbier und IPAs, allesamt gut, allesamt keine Allerweltsbiere ... Dazu verspeisten wir Pommes mit Guacamole und Pico de Gallo, und als ich mich zu fragen endlich getraut hatte, ob sie Leverkusens Spiel in Rom zeigen, wurde postwendend umgeschaltet.

Den Leverkusener Sieg feierten wir mit einem (großen) Absacker (vorher hatten wir kleine Biere getrunken), aber dann kam plötzlich ein Gast mit Hammer herein, und es stellte sich heraus - das war der Mann mit dem Hammer ...

Wir fuhren - wieder für keine drei Euro - zurück ins Hotel (der Fahrer erläuterte uns noch, dass die Schulen in Ecuador im Zwei-Schichten-System funktionieren - die einen Schüler haben morgens Unterricht, die anderen abends) und sind nun - es ist kurz vor 18 Uhr - auf dem Sprung ins Bettchen. Hoffentlich schlafen wir heute besser, damit wir morgen dann Quito und Umgebung erkunden können.

Es gefällt uns hier sehr, sehr gut - die Anden sind prominent im Stadtbild vertreten, wir waren beide überrascht, dass dieses Örtchen dann doch 2,7 Millionen Einwohner hat - die Fahrt vom Flughafen hierher war schon grandios: Die Straßen sind sehr ordentlich, insgesamt ist das hier alles ein Stückchen moderner als erwartet, die Straßen der Altstadt, die wir bisher gesehen haben, sind sehr toll, denn die Häuser sind teilweise schon richtig fantastisch schön renoviert - bestes Beispiel ist unser Hotel mit seiner 200 Jahre alten Bausubstanz, die man durchaus auch sieht (so ist eine Wand in unserem Zimmer komplett aus Lehmsteinen), aber auch alle Annehmlichkeiten bietet, sehr, sehr schick ...

An Fotos gibt es heute sogar fünf Stück:

Blick aus dem Taxi

Blick aus dem Hotelzimmerfenster auf Schule und Panecillo mit Jungfrauenstatue

Unser Hotelele

Comida y bebida ecuadoriana (oder so)

Deutsche Kneipe

Donnerstag, 2. Mai 2024

Zu verfressen, um Fotos zu machen

..., waren wir heute Abend, denn wir hatten richtig Hunger, und das Essen beim Rodizio-Mann kam so schnell, dass wir wirklich nicht mit dem Essen hinterherkamen ...

Die Abholung klappte vorzüglich, auch wenn der Freund erst nach Mitternacht von der Arbeit gekommen war, und deutlich vor 9 Uhr waren wir am Flughafen in Zürich. Bei der Bordkartenkontrolle legte ich - ich hatte zu wenig Zeit, um mich vorzubereiten, weil es so leer war - die falsche Bordkarte (von Madrid nach Panama) auf den Scanner, was aber durch Vorlage der korrekten Bordkarte zu beheben war.

Die Sicherheitskontrolle in Zürich war wie immer recht effizient (und freundlich!), auch wenn sie so effizient waren, dass sie trotzdem viel Zeit hatten und unsere Schuhe mit ihren Metallstäben drin durchleuchteten ...

Wir hatten irgendwie verpennt, Proviant mitzunehmen, aber die belegten Brötchen am Flughafen waren schweineteuer, sodass wir verzichteten. Wir waren gerade auf dem Weg zum Boarding, als ich eine E-Mail bekam, dass wir unser Gepäck hätten aufgeben können - ich spazierte also zum Gate, fragte, ob wir es auch am Gate abgeben können, das konnten wir, und erst nach der Abgabe des Gepäcks kam ich auf die Idee, dass die Umstiegszeit in Madrid nicht übertrieben lang war und wir also hoffen mussten, dass das Gepäck den Umstieg schafft (Spoiler: Tat es.).

Der Flug von Zürich nach Madrid ging schnell um, am Madrider Flughafen waren lange Wege zu gehen in einem ziemlich vollen und engen Terminal, aber am Ende kamen wir nach elektronischer Ausreise zum ebenfalls vollen Gate.

Wir boardeten spät, bekamen zur Belohnung aber einen freien Mittelplatz, und so in Business-Class-Besetzung lässt sich auch ein Zehn-Stunden-Flug gut ertragen. Vor und hinter uns waren Kinder, und der eine Bub hatte Alpträume, aber die Eltern versuchten wenigstens, die Kinder zu beruhigen, sodass ich keinen Grund für Einwendungen hatte.

Ich spielte wahrscheinlich sechs oder sieben Stunden ein Spiel namens "Mini Metro" - und selten war ich von einem Spiel so unmittelbar angefixt und fast süchtig - es geht darum, für verschiedene Städte ein Metro-Netz aufzubauen, ohne dass eine der zufällig entstehenden Haltestelle überfüllt wird. Klingt unspannend, ist aber unglaublich interessant, weil man so ganz viele verschiedene Ansätze verfolgen kann - sehr empfehlenswert!

Ein bisschen Serien guckte ich auch noch, und gefühlt schnell waren wir in Panama, wenn auch mit ein bisschen Verspätung, weil wir in Madrid verspätet losgekommen waren.

Die Einreise ging sehr fix, auch wenn der Typ mal wieder nach meinem Beruf fragte (wieso auch immer), das Gepäck war da, ein Hund aus dem Frachtraum bellte vor lauter Wiedersehensfreude die ganze Gepäckausgabe zusammen, die Zollkontrolle war langwierig und das WLAN nicht sehr beständig, aber am Ende fanden wir mit Geduld und Spucke unser Uber für die (kurze, aber teure) Fahrt zum Hotel.

Der Check-in hier war sehr langsam, aber als wir endlich dran waren, entschädigte die Rezeptionistin uns mit einem kostenfreien Frühstück; auch sonst war die sehr nett - geht doch!

Wir blieben wieder einmal nicht lange auf dem Zimmer, sondern riefen uns ein Uber, das uns in die Stadt fahren sollte. Das kam leider erst eine Viertelstunde später, aber in der angestrebten Abendessensgaststätte bekamen wir (selbstverständlich, wir waren mehr als zwei Stunden vor Schließung da) noch das volle Rodizio-Programm.

Ich holte mir Pulpo-Ceviche und ein bisschen Tomate/Mozzarella, aber dann wurde das Fleisch aufgetischt: Ich kann gar nicht richtig beschreiben, was da alles dabei (ein Foto habe ich doch gemacht), aber dazu wurden drei Bierchen und danach ein Espresso konsumiert ... Wir hatten nicht nach dem Preis gefragt, der war aber sehr akzeptabel (34 Dollar pro Person für das Rodizio plus Steuer und Getränke), nach einer Stunde waren wir pappsatt (nur für die himmlische Zimt-Ananas wurde das Ampelkärtchen noch einmal auf Grün gestellt) und bestellten das Uber zurück ...

Auch das kam glücklicherweise, es ging über die Mautstraße zurück zum Hotel und jetzt sind wir kurz vor dem Bett. Einziges wirkliches Manko hier im Hotel ist der fehlende abnehmbare Duschkopf, aber spätestens in vier Tagen bin ich ja im Meer, und dort - in Manta - wird dann sowieso gewaschen ...

Morgen geht es aber erstmal nach Quito, nach Ecuador, in mein 160. Land ...

Ein Foto habe ich gemacht vom Essen, verwackelt und nicht wirklich schön angerichtet, aber authentisch, höhö: