Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 18. März 2024

Rip-off Island aka Nevis

... so haben wir uns gestern gefühlt, "to rip off" heißt nämlich "abzocken" auf Englisch, und dass man während einer Stunde auf einer Insel eineinhalb Mal abgezockt werden soll, ist schon prächtig ...

Damit wir das aus dem Weg haben: Jessi und Christian wollten auf Nevis an einer Strandbar etwas trinken, guckten aber zum Glück noch in die Karte, denn die Cocktails hätten 20 Dollar, die Biere 8 Dollar gekostet, und zwar - wohlgemerkt - US-Dollar und nicht Ostkaribische! Währenddessen vagabundierte eine Tante am Strand entlang und versuchte, aus den Leutchen, die ihre Strandtasche auf die Liege gestellt hatten statt in den Sand, fünf Dollar abzuziehen, und als meine Ma sich beim Versuch, sich umzuziehen, am Ständer des Sonnenschirms festhalten wollte, versuchte es - in ihrer uncharmant-aggressiven Art - natürlich auch ... In der anschließen Diskussion log sie dann auch noch und meinte, meine Mutter hätte sich schon umgezogen gehabt, und meinte dann, wir wären schließlich auf einer Kreuzfahrt hergekommen und hätten das Geld - mag ja sein, dass wir auf einer Kreuzfahrt hergekommen sind, aber dass man uns deswegen abzocken muss und kann, ist ein Missverständnis, das auf den ostkaribischen Inseln offenbar doch etwas weiter verbreitet ist als gedacht. Schade, denn der Strand auf Nevis war großartig. Der Dame wünsche ich jedenfalls, dass ihre Mutter - soweit sie sie noch hat - nie einer solchen Person wie dieser Tochter begegnet ...

Wir waren gestern Morgen an Land gegangen und nach wenigen Metern Fußmarsch auf den ziemlich vollen Katamaran. Mit dem fuhren wir an der Südostküste von St. Kitts entlang bis zur - kein Scheiß - Shitten Bay, denn dort wollte wir schnorcheln. Das war ganz großartig, zumal die Sonne auch pünktlich herauskam (später mehr zur Sonne ...) - meine Taucherbrille war Mist, ständig strömte Wasser ein, aber wenn ich ein, zwei Mal mit dem Kopf nickte, spülte ich die Brille innen durch, dann konnte ich wieder gut sehen. Ich kann mir die Namen der Tiere keine drei Meter merken, aber neben vielen (kleinen) Fischen fande ich die Korallenfarne sehr interessant, weil die sich wirklich sehr hübsch in der Strömung bewegen.

Meine Ma war weniger begeistert, weil sie beim Einstieg von einem Crew-Mitglied gefragt wurde, ob sie schwimmen könne (wahrscheinlich haben die mit älteren Amerikanerinnen, die sich selbst überschätzen und dann fast ersaufen, schlechte Erfahrungen gemacht), aber das Crew-Mitglied machte das am Ende wieder gut, indem er meine Ma beim Ausstieg am Ende des Tour als "young lady" titulierte - Schelm!

Nach dem Schnorcheln ging es - bei Reggae-Musik und einem Bier in der Hand - hinüber nach Nevis, dort an den wunderschönen Strand zum Baden und danach - jetzt mit gesetztem Segel - zurück nach St. Kitts. In St. Kitts mussten wir am Eingang zum Hafen erstmals eine Foto-ID zeigen, aber die Passkopie auf dem Handy reicht wirklich aus, und schon bald darauf waren wir wieder an Bord. Wir aßen noch eine Kleinigkeit (auf dem Kutter hatte es Hähnchenschlegel und Nudelkuchen gegeben), tranken noch etwas an der Außenalster (ich schon meist Analkoholisches) und danach ging ich erstmal in die Sauna, denn ich hatte ganz gut Sonne getankt (andere nennen es "Sonnenbrand") und ich wollte zumindest mal das eiskalte Wasser dort zum Abkühlen nutzen.

Ich ging für eine Sekunde in die Sauna hinein, merkte, dass ich das lassen sollte, duschte entsprechend kalt und ging dann aufs Zimmer, duschte dort "richtig" - und ging dann um 17 Uhr ins Bett. Das war viel Hitze, viel Sonne gewesen, und vielleicht war das letzte Bier auch schlecht, jedenfalls schlief ich bis heute morgen fast durch, sodass der Blogeintrag auch erst verspätet kommt ...

Jetzt geht es zum Katamaranfahren mit Lobster Lunch hier in Antigua - aber erstmal zum Frühstück.

Ein Kutter

Strand auf Nevis

Bierkunde mit Nevis

Schnorchelwasser

... und -revier

Nevis aus der Ferne 

Sonntag, 17. März 2024

Bildungsurlaub

... war das heute auf unserem Seetag, weil wir zwei Vorträge angehört haben zu den noch kommenden vier Zielen - St. Kitts, Antigua, Sint Maarten und Tortola auf den britischen Jungferninseln. Oh Mann, es sind nur noch ein paar Tage, bis wir wieder zurück ins kühle Deutschland fliegen müssen - ich könnte gut noch ein, zwei Wöchlein auf diesem schönen Kutter bleiben ...

Das Abendessen war sehr lecker, und danach war Pool Party - ich Nonkonformist war natürlich zur White Night ganz in blau gekleidet, und blau war ich am Ende des Abe.., ach, lassen wir das ... Der geneigten Leserin und dem geneigten Leser wird es es genügen, wenn ich sage, dass ich am Ende "Country Roads" intensivst mitgesungen habe, bevor ich in der Tag-und-Nacht-Bar noch ein Pizzastück mampfte.

So ganz supergut ging es mir heute Morgen nicht, wahrscheinlich hatte ich das mit dem Ladykiller falsch verstanden, denn die Lady hätte fast mich gekillt (und nein, damit meine ich ausnahmsweise nicht meine Mutter!).

Jessi und Christian nahmen die frühen Aufgüsse heute mit, während meine Ma und ich verhältnismäßig spät frühstückten. Wir trafen uns dann um 11.30 Uhr zum Vortrag der recht liebgewonnenen Claudia, unserer Lektorin, auch wenn die immer die gleichen Klamotten zu tragen scheint. Heute berichtete sie über St. Kitts, Antigua, Sint Maarten und Tortol (Britische Jungferninseln), machte immer noch den gleichen Fehler, dass sie Commonwealth-Staat (Mitglied des Commonwealth, unabhängig davon, wer das Staatsoberhaupt ist) und Commonwealth Realm (Staat des Commonwealths, in dem Charles III. Monarch ist) gleichsetzte - der Commonwealth hat über 50 Mitgliedstaaten, während es nur 15 Commonwealth Realms gibt (und nach dieser Tour nur noch drei - Papua-Neuguinea, Tuvalu und das dritte vergesse ich immer und muss nachgucken: es sind die Salomonen -, die ich nicht besucht habe). Vier dieser Commonwealth Realms habe ich auf dieser Reise besucht bzw. werde ich auf dieser Reise besuchen, nämlich 1) St. Vincent und die Grenadinen, 2) St. Lucia, 3) St. Kitts und Nevis und 4) Antigua und Barbuda - mal sehen, wann ich dann mal alle besucht habe, weil gerade Tuvalu und die Salomonen nicht ganz so einfach zu erreichen sind, und auch Papua-Neuguinea ist kein Spazierflug nach England rüber ...

Danach gab es Mittagessen, das regionale Gericht schmeckte mir heute nicht gaaaaanz so gut (ich bin einfach kein Fan roter Bohnen), aber das war - zusammen mit dem Shot aus der Bar am Bug - zu ertragen. Um 14 Uhr gab es den Vortrag der Bord-Schauspielerin, die ihre Begeisterung für Antigua und die Schnorchelei für meinen Geschmack sehr gut herübergebracht hat, sodass ich mich noch mehr auf den Schnorchelausflug morgen in St. Kitts freue.

Der Kapitän hatte gestern Abend noch angesagt, dass wir heute zwar gegen 23 Uhr in Basseterre in St. Kitts anlegen, das Schiff aber erst gegen 6 oder 7 Uhr am nächsten Morgen verlassen können. Genau den Fall hatte ich befürchtet, aber da ich mich im Hoheitsgebiet von St. Kitts aufhalte und legal die (nicht vorhandene) Einreisekontrolle bereits überstanden haben werde (so argumentiere ich jedenfalls im Moment, aber vielleicht ändere ich da noch meine Meinung, weil der Präzedenzfall Malaysia nicht einhundertprozentig passt, weil es da eben die malaysische Einreisekontrolle noch auf singapurischem Gebiet gegeben hatte), dürfte ich den heutigen 16. März schon als Einreisedatum nach St. Kitts und Nevis zählen. Wie gesagt, das überlege ich mir noch ... (Dass ich mich aufgrund der behördlichen Anweisung, dass wir erst morgen an Land dürfen, nicht frei bewegen kann, könnte man ja durchaus als eine Art Einreisekontrolle ansehen ... Och menno!!)

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Nach reichlicher Überlegung - meine drei Reisekumpanen lachen immer, wenn ich damit anfange - und ein paar alkoholischen Getränken bin ich jetzt soweit, dass ich die Einreise doch erst auf den 17. März verorten würde, aber auch darüber schlafe ich nochmal ...

Jedenfalls ging es für mich noch an den Pool (wir rollten heute ganz schön, und da rollte natürlich das Poolwasser auch ganz hübsch, das war lustig ...) und für einen Aufguss in die Sauna, dann ging ich duschen, meine Ma und ich begannen den Abend an der Außenalster, wir aßen wieder lecker im Buffet-Restaurant, guckten uns danach die Musical-Show des Schiffs an, Jessi und ich tranken noch einen Absacker und jetzt bin ich auf dem Sprung ins Bett.

Fotos gibt es keine heute, weil wir auf See waren und vor weniger als einer Stunde in St. Kitts angekommen sind.

Freitag, 15. März 2024

Bananen sind keine Bananen, und andere Mafia-Geschichten

... kann ich nach heute von St. Lucia erzählen - alles in allem hat dieses Land weder meine Reisekumpanen noch mich überzeugt, und zwar ganz und gar nicht ...

Meine Ma und ich waren gestern - wenig überraschend nach dem ereignisreichen Tag - rechtschaffen müde und kamen erst gegen Mitternacht ins Bett.

Als ich heute Morgen aufwachte, waren wir schon in Castries, der Hauptstadt von St. Lucia, am Einparken - dafür wurde auch der direkt am Hafen gelegene kleine Flughafen zeitweilig gesperrt, weil die Mein Schiff 4 - so wie wahrscheinlich jedes moderne heutige Kreuzfahrtschiff - zu hoch ist und damit die Sicherheitshöhe reißt. Aber nach wenigen Minuten waren wir durch die Einflugschneise durchgefahren, der Flugbetrieb konnte weitergehen.

Wir frühstückten lecker, gingen von Bord (8.54 Uhr Betreten des 65. Landes von Jessi, 63. Landes von Christian, 89. Landes meiner Ma, meines 157. Landes und des gemeinsam mit Jessi und Christian bereisten 48. Landes) - und wurden von Taxifahrern über den Haufen gequatscht.

Die Herrschaften verlangten ziemliche Mondpreise, so weit, so normal. Ich ging aber bald in ein Geschäft und fragte nach der Bushaltestelle nach Soufrière, woraufhin mir eröffnet wurde, dass wir mit dem Taxi fahren sollten, weil ja nicht wüssten, wie wir in Soufrière wieder zurückkämen und überhaupt. Auf meine ziemlich entgeisterte Frage, ob die Menschen in St. Lucia so wenig hilfreich dem Ausländer gegenüber seien, sagte man mir, man müsse halt aufpassen, an wen man gerate - na, vielen Dank auch!

Es wäre so einfach gewesen, uns zu sagen, dass die Bushaltestelle zweihundert Meter die Straße hoch sei, dort war sie nämlich, und das war sogar angeschrieben.

Für 36 Ostkaribische Dollar, etwa zwölf Euro (zusammen, nicht pro Person - der Taxifahrer hatte für Hin- und Rückfahrt 180 US-Dollar aufgerufen!), fuhren wir von Castries in Richtung Soufrière, mit Karacho über enge und verwinkelte, von Haarnadelkurven gespickte Bergsträßchen, durch Urwald und am Meer entlang - und das alles bei Country Music (!!!!). Unterwegs stiegen eifrig Leute ein und aus, und so sagte ich dem Fahrer, dass er am Aussichtspunkt für die zwei Pitons, die Wahrzeichen St. Lucias, anhalten möge.

Er entgegnete, dass wir uns für sowas ein Taxi hätten bestellen müssen und fuhr weiter. Jetzt war ich endgültig bedient von dieser Taxi-Mafia, sein Schaffner wollte uns am Busbahnhof von Soufrière ein Taxi bestellen, woraufhin ich dann doch sauer wurde und ihm sagte, dass sein Land das erste sei, in dem man aus so einem Minibus nicht aussteigen könne, wo man wolle (Verkehrssicherheit vorausgesetzt, aber die hätte es da oben gegeben). Er erwiderte etwas in der Art, dass man aufgrund der anderen Fahrgäste nicht anhalten und auf die fotografierenden Touristen warten könne - davon, Freundchen, war überhaupt nicht die Rede gewesen, wir wollten wir ganz normale Kunden aussteigen. Er faselte etwas davon, dass wir von da oben nicht weitergekommen wären, aber das war - verdammt nochmal - nicht sein Problem.

Im Englischen gibt es den schönen Begriff "patronizing", der bedeutet, dass jemand etwas von oben herab erklärt, weil er denkt, das Gegenüber sei sowieso zu doof, das selbst zu wissen. Und dieses Verhalten hatte ich den ganzen Vormittag in St. Lucia von der Touristenmafia hier erlebt, das ging mir ganz gehörig auf den Senkel. Mag sein, dass es Touristen gibt, die doof sind, aber dann kann man doch nicht alle Touristen so behandeln, als ob sie doof wären, meine Güte!

In Soufrière gingen wir erst einmal in eine Bar, die Bier und WLAN hatte, und die Barkeeperin dort war das erste wirklich freundliche Gesicht in diesem Land. Dementsprechend konsumierten wir zwei Biere und meldeten uns zu Hause. Wir konnten nur bar bezahlen, aber das hatten sie auch deutlichst angeschrieben, das klappte auch alles, aber danach wollte ich noch Geld abheben, was vorbildlich klappte ...

Überhaupt nicht vorbildlich klappte das Buchen eines Taxis, denn der Taxifahrer wollte für die drei Kilometer hin und zurück zu den Schwefelbädern 80 US-Dollar haben (also 20 US-Dollar pro Person, was sowieso eine unglaubliche Unsitte hier ist, dass die Helden das pro Person angeben wollen, damit sie, wenn man nicht aufpasst, den ohnehin schon hohen Preis noch mal der Personenzahl abziehen können). Jetzt war es uns endgültig zu doof, sodass wir uns entschieden, zurück nach Castries zu fahren - wir erwischten am Busbahnhof (soviel zum "schwierigen" Finden der richtigen Abfahrtsstelle) den gleichen Minibus, mit dem wir schon hingefahren waren, wieder war das eine wilde Luzi, die da durch den Urwald fuhr, wieder machte uns das großen Spaß.

In Castries (das betont man übrigens auf dem "-stries") fuhren wir bis zum dortigen Busbahnhof mit und wanderten die wenigen hundert Meter zurück zum Schiff. Meine Ma wollte an einem Straßenstand noch Bananen einkaufen, ihr wurde gesagt, dass die Bananen keine Bananen seien und wir die Bananen da hinten - fuchtel, fuchtel - im Markt kaufen sollten, und jetzt war wirklich end-end-endgültig der Ofen für dieses komische Land hier aus. Sachma, seid's ihr alle nicht ganz sauber?!

Wenigstens das Boarding in den Kutter klappte, auch wenn ich trotz Ausziehen des Gürtels jetzt auf einmal immer noch piepste - es ist zum Heulen und liegt bestimmt auch an St. Lucia ... Wir gingen zum verspäteten Mittagessen, nahmen noch einen Drink an der Außenalster, ich ging ins Zimmer, ging noch kurz schwimmen im Innenpool, bevor ich mich mit Jessi und Christian für die Sauna traf.

Die Sauna hier ist sehr, sehr schick, mit echtem Panorama-Blick, heute auf den kleinen Flughafen und den Hafen von Castries, aber nach zwei Aufgüssen hatte ich genug, ging ins Zimmer und duschte, bevor ich jetzt diese Zeilen zusammengeklimpert habe.

Gleich geht es zum Abendessen, und um 23 Uhr legen wir ab für den morgigen Seetag (wobei wir um 23 Uhr morgen Abend in Basseterre auf St. Kitts ankommen). Hoffentlich wird St. Kitts besser als St. Lucia, denn um St. Lucia werde ich erstmal möglichst einen Bogen machen ... Saftladen!

Zumindest ein Piton vom Strand in Soufrière

Bier, trinkbar, in schöner Kneipe - sonst alles sonderbar hier ...

Per Minibus, per Anhalter und per pedes

... war ich heute unterwegs, Jessi und Christian waren im Dschungel wandern und meine Ma hat endlich wieder das Schiff verlassen - alles gut also ...

Gestern Abend waren wir noch bei einer Kabarettistin, die ich - ehrlich gesagt - ziemlich gut fand. Die Sprüche waren gelegentlich ähnlich ordinär wie die des Kreuzfahrtdirektors, aber bei der Kabarettistin durfte man - es war "Erwachsenenhumor" angesagt - so etwas in die Richtung erwarten. Die macht noch eine zweite Show, da kann es gut sein, dass ich da wieder einlaufe.

Heute Morgen dann verließ ich mit Jessi und Christian das Schiff und machte einen kleinen Stadtrundgang. Ich war schon ein Stückchen gelaufen, als Christian mir aus dem fahrenden Minibus zuwinkte - wirklich weit waren die beiden also noch nicht gekommen. Ich lief über den Fruchtmarkt, wurde von zwei Männern angesprochen, ob ich "something special" und - etwas später - ganz explizit "weed" haben wollte, also Gras, ich entschied mich dagegen und ging wieder aufs Schiff.

Meine Ma und ich frühstückten ganz gemütlich zusammen, mit Blick auf die unglaublich grüne Insel Dominica, bevor wir - gemeinsam! - das Schiff verließen. Ich freue mich sehr, dass meine Ma wieder einigermaßen fit ist - juchhe!

Nach einem kurzen Spaziergang gingen wir abermals aufs Schiff zurück, denn ich wollte meine Badetasche einpacken für den Fall, dass ich bei den Wasserfällen, zu denen ich wollte, tatsächlich mich abkühlen könnte.

Ich hatte auf den beiden Spaziergängen etwas gesehen, das wie eine Art Busbahnhof aussah, war es auch, allerdings nur für Busse in Richtung Norden. Da ich eher in Richtung Osten wollte, schickte einer der Fahrer mich ans andere Ende der Innenstadt, wo ich mit einigem Suchen den Minibus nach Trafalgar fand. Ein junger Dominicaner fragte mich, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass der Bus nach Trafalgar fährt, wo ich herkäme, und freute sich, dass ich öffentliche Verkehrsmittel benutze ...

Bald darauf ging die Fahrt mit dem Bus los, über kleine, steile Sträßchen hoch in die Berge der Insel, und mehr als einmal konnte ich kaum glauben, wie unglaublich grün diese Insel ist.

Der Busfahrer fuhr mich als letzten Fahrgast direkt vor den Eingang zu den Trafalgar-Wasserfällen (natürlich gegen etwas Gage) und gab mir noch auf den Weg, dass a) kein Minibus von da oben zurückführe und b) ich aufpassen solle auf den glitschigen Steinen.

Ich zahlte meine fünf Dollar Eintritt zum Trafalgar-Wasserfall, stiefelte vielleicht 500 Meter über Steintreppen durch den dichten Urwald und kriegte, als ich beim Aussichtspavillion ankam, den Mund vor Staunen nicht mehr zu: Die zwei Trafalgar-Wasserfälle heißen "Papa" (hoch, schmal) und "Mama" (etwas weniger hoch, breiter), und in dieser unglaublich grünen Vegetation war das ein echter Augenschmaus, jedenfalls so lange, bis ein ganze Horde von Amerikanern über den Pavillion hereinfiel. Der Spuk war glücklicherweise bald vorüber, auch die anderen waren weg und schließlich hatte ich den Blick ganz für mich alleine - großartig!

Ich machte Fotos, ich machte Selfies, ich machte sonstwas, dann lief ich zurück zum Eingang - mir begegneten zwei Mitpassagiere, die die acht steilen Kilometer zu Fuß hierhergelaufen waren - während er voller Tatendrang war, war sie kurz davor, die Scheidung einzureichen. Sie war aber ein wenig besänftigt, als ich ihr sagte, dass es sich lohnen würde.

Als ich das Gelände verließ, stand da tatsächlich kein Minibus, also lief ich in Richtung des Dorfs Trafalgar - zum Glück meist bergab. Unterwegs stärkte ich mich an einer Bar mit zwei Bier, und in Trafalgar-Dorf war dann etwas, was ich für eine Bushaltestelle hielt. Dort stand zwei Männer, einer mit Machete, aber die hauten bald ab, und es saß eine Zeugin Jehovas dort, die mir - ich hatte Zeit, und der Bus kam und kam nicht - ein Gespräch über - im wahrsten Sinne - Gott und die Welt ans Bein band.

Die Frau war sehr lieb, und irgendwann sprachen wir dann auch über Dominica und die Schönheit der Insel, als es plötzlich hupte: Schon auf dem Weg vom Wasserfall zur Bushaltestelle war mir ein älteres französisches Pärchen begegnet, die mich - er sprach ganz gut Englisch - fragten, wo ich hinwolle. Mein Ziel hatte nicht zu ihrem gepasst, also waren sie weitergefahren. Jetzt hatten sie aber gesehen, was sie sehen wollten, ich verabschiedete mich nach dem gefühlt einstündigen Gespräch von der Dame und stieg bei den Franzosen ins Auto.

An der Einmüdung zur Hauptstraße von Roseau hoch in den Berg wussten sie nicht, wo sie hinwollten, es stellte sich heraus, dass sie den Berg hoch wollten und ich den Berg runter, also dankte ich sehr herzlich und lief an der Straße entlang weiter in Richtung Roseau.

Ich war einen, vielleicht zwei Kilometer gelaufen, als es ein drittes Mal hupte - wieder die Franzosen ... Ich weiß nicht, was für einen Narren die an mir gefressen hatten, jedenfalls bedeuteten sie mir, erneut einzusteigen, sie würden mich nach Roseau bringen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, der Typ machte es wie ich in Südamerika und zeigte mit dem Scheibenwischer an, dass er abbiegen wollte, aber schließlich kamen wir unfallfrei in Roseau an, ich dankte erneut sehr herzlich und bewältigte auch die letzten Meter zum Schiff unfallfrei.

Zum dritten Mal an diesem Tag betrat ich das Schiff, holte meine Mutter zum nachmittäglichen Schwimm ab - und am Ende landeten wir in der Außenalster an Deck 14.

Joa, Jessis und Christians Meldung, dass noch ein Vortrag der Lektorin anstand, kam irgendwie plötzlich für uns, sodass ich den Vortrag live verfolgte, während meine Ma ihn während der Abendvorbereitungen über das Bordfernsehen schaute.

Der Vortrag über St. Lucia war wieder sehr informativ, danach ging es zum Abendessen, ich verzehrte typisch dominicanisches Roastbeef, und am Schluss ging es in die Bar. Jetzt aber sind wir müde, und es geht gleich ins Bett.

Jessi und Christian hatten ja eine Dschungelwanderung gebucht. Die wird nur den (bekloppten oder wanderfähigeren) Deutschen zugemutet, und die beiden waren begeistert, aber erschöpft von der Wanderung durch unwegsamen Dschungel. Das war also für alle Beteiligten ein gelungener Ausflugstag, würde ich sagen ...

Straßenbild in Roseau
Ein Kutter

Unterwegs in Dominica

Papa und Mama

Papa

Bierkunde

Unterhalb der Fälle

Mama

Mittwoch, 13. März 2024

Drei Seelenverkäufer

... haben wir heute okkupiert, nämlich zwei Kleinbusse/Maxitaxis und einen Kutter, der uns hinüber nach Young Island gebracht hat.

Der allererste Kutter des heutigen Tages war der Tenderkutter, der uns von unserem großen Kutter herüber nach Kingstown auf der Insel St. Vincent bugsierte. Davor hatten wir gefrühstückt, auch heute noch ohne Muttern (aber es wird), und danach den Fünfmaster bewundert, der hier ebenfalls auf Reede liegt.

Ziemlich pünktlich wurde unsere Ländergruppe ("Montenegro") aufgerufen, und wir gingen hinunter auf Deck 2, um durch die Tenderluke das Boot zu entern. Auf so ein Ding passen gut und gerne 200 Leute drauf, und so wurden wir - einen ziemlichen Spritzer gab es, aber keiner von uns dreien wurde getroffen - an Land gebracht. Um 9.23 Uhr hieß es "connected", um 9.25 Uhr hatten wir vincentischen Boden unter unseren Füßen.

Es ging ein paar Schritte durch Kingstown, die Hauptstadt dieses Landes, wir holten Geld (im ersten Versuch wurden beide Karten abgelehnt, bei einer anderen Bank "nur" meine Karte, aber bis auf den Bus konnte ich ohnehin alles mit Kreditkarte bezahlen, und die umgerechnet gut 100 Euro Bargeld kriegen wir nicht nur in St. Vincent, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Staaten und abhängiger Gebiete auf dieser Reise ausgegeben, die allesamt den Ostkaribischen Dollar als Währung haben) und liefen dann - durch das wuselige Treiben von Kingstown - in Richtung des Busbahnhofs.

Dort fragten wir herum, wurden zu einem roten Fahrzeug geschickt, wir waren die ersten Gäste, sodass Christian sich auf den Beifahrersitz setzen konnte, und nach einiger Zeit fuhren wir halb voll los.

Ich war mir nicht so ganz sicher, wo wir an der Indian Bay aussteigen sollten, aber irgendwann wurden wir - ich hatte dem Schaffner ja schon gesagt, dass wir dorthin wollte - aus dem Maxitaxi geworfen - gezahlt hatten wir am Ende zu dritt 10 EC-Dollar, umgerechnet etwas über 3 Euro, passt ...


Wir liefen ein Stück die Straße zurück an einen schmalen, aber schönen Strand, nur gab es dort keine Gaststätte. Ein Jogger schickte uns zu dem blauen Boot da hinten, da lagen auch einige Einheimische mit diesen Schwimmnudeln im Wasser, aber so richtig schöne Sitzgelegenheiten gab es nicht. Ein sehr freundlicher Herr schickte uns weiter, wir liefen den steilen Hügel hoch und wieder runter, wurden aber am dortigen - schönen - Strand sogleich von Liegenstuhlvermietern überfallen, sodass wir auch hier Reißaus nahmen.

Am Ende landeten wir in einer leeren, aber hübschen Bar, in der wir uns darüber beraten wollten, ob wir das Angebot eines Kutterkapitäns annehmen wollten, uns die paar hundert Meter auf die Young Island hinüberzukutschieren. Das Meer sah toll aus da drüben, und nach zwei, drei Bierchen hatten wir die Entscheidung getroffen, es zunächst mit dem offiziellen Young-Island-Shuttle zu versuchen (da brauchte man aber eine Reservierung fürs Resort), sodass wir für fünf US-Dollar pro Person für die Hin- und Rückfahrt zusammen (bezahlt werden musste nach der Hinfahrt, damit der Kapitän Sprit kaufen konnte, wir wären nämlich auf dem Hinweg fast mangels Treibstoff auf den 200 Meter breiten Kanal gestrandet; er kam dann aber wieder) hinüber zur Strandinsel fuhren.

Der Security-Typ war unfreundlich, ließ uns aber größtenteils gewähren (wenn sie nicht wollen, dass man irgendwohin geht, sollen sie halt ein Schild aufstellen, das kann ja nicht so schwer sein), Christian setzte sich in die Bar und genoss den Blick, während Jessi und ich ins wunderbare Wasser stiegen - ganz, ganz großartig, wenn auch nicht wirklich Badewanne.

Ich hatte auf dem Hinweg meinen Hut vom Kopf wehen lassen, der war ganz sandig, also machte ich aus der Not eine Tugend und ging mit Kappe schwimmen, so blieb meine Rübe wenigstens auch im Wasser geschützt, und die Kappe wurde sauber(er) ... Nach dem weiteren Konsum eines cocktailförmigen Kaltgetränks fuhren wir mit unserem Kutter (das war beim Ein- und Aussteigen ganz schön wackelig, aber wir kriegten das hin ...) zurück und wollten in Richtung Kingstown fahren.

Ein Maxitaxi in die Gegenrichtung hielt an und lud uns ein einzusteigen, was wir machten. Holla, die Waldfee - das war eine lustige Tour. Wir fuhren ein ganzes Stück in die falsche Richtung und lieferten die Leutchen in ihren Dörfern ab, ehe wir plötzlich und unerwartet drehten und - über die Landebahn des Flughafens!!! - zurück in Richtung Kingstown fuhren. Das Maxitaxi wurde voll, und der Fahrer ließ uns in der Nähe des Kreuzfahrtterminals raus (diesmal zahlten wir 12 EC-Dollar, nachdem mir der Schaffner auf meine 20 EC-Dollar erst nix, dann 5 EC$ und dann noch einmal 3 EC$ herausgegeben hatte, dieser Schlingel!) . Fast ohne Umweg ging es zurück zum Terminal, mit dem zweiten Schwung kamen wir auf ein Boot zurück zum Schiff (den Platz an Land weggeschnappt hatte uns übrigens die Costa Fortuna, denn auf die passen noch einmal fast 1.000 Passagiere mehr als auf unseren Kutter) und gingen zum (späten) Mittagessen, denn wir hatten Hunger.

Danach ging ich - endlich mal - in den Innenpool und in den Whirlpool. Während Letzterer recht angenehm ist, ist der Innenpool richtiggehend kühl (im Außenpool war ich noch nicht, da war mir zu viel los), und nach einem kurzen Rundgang über das Deck 14 landete ich schließlich in der Kabine.

Heute Abend legen wir um 19 Uhr, also in etwa zwei Stunden, ab, und morgen früh kommen wir um 7.30 Uhr dominicanischer Zeit (12.30 Uhr deutscher Zeit) in Dominica an. Jessi und Christian haben einen Wanderausflug gebucht, ich versuche vielleicht mal, mich auf eigene Faust (wie heute) zu einem Wasserfall durchzuschlagen, das gucken wir mal in Ruhe morgen ...

Blick aufs Tenderboot

Überfahrt nach Young Island

Fahrt über die Landebahn

Im Maxitaxi

Strand und Meer auf Young Island

Fünfmaster

Blick vom Balkon auf die Grenadinen

Heutige Bierkunde

Als arabische Prinzessin getarnt

... war ich heute in Bridgetown unterwegs, denn die Sonne brannte dermaßen, dass ich - gerade nach dem Bad im himmlischen Meer - der Sonnenschutzcreme nicht mehr einhundertprozentig traute. Also marschierte ich, wie einst in der Sächsischen Schweiz, mit Handtuchstola über Kopf und Armen vom Brandons Beach zurück zum Kreuzfahrtterminal. (Die Handtücher darf man auch offiziell vom Schiff mitnehmen, die kann man sogar direkt am Eingang zum Schiff - noch vor der Sicherheitskontrolle - wieder abgeben, auch das klappt vorzüglich bei der Mein-Schiff-Flotte; und nein, dieser Blog wird nicht von denen gesponsort ...)

Meiner Ma geht es heute nicht ganz so super, die hat sich am nassen Badeanzug unter den Klamotten an zwei Tagen in Folge ein bisschen erkältet, aber heute wurde sie vom treusorgenden Sohn mit Eiswürfeln und Tonic Water versorgt (wenn der Sohn nicht gerade am Strand weilte ...), sodass wir alle hoffen, dass sie morgen wieder fit ist fürs Tendern - denn morgen in St. Vincent können wir nicht anlegen am Kreuzfahrtterminal, sondern gehen vor Anker und fahren dann mit den Rettungs-/Tenderbooten hinüber in Jessis 63., Christians 61., Mutters 87. (hoffentlich!), mein 155. und Jessi/Christian/ich-gemeinsam 46. Land - juchhe! Dazu habe ich gestern Abend noch unser Tenderboot für 9 Uhr morgen gebucht (kostenfrei über die Schiffsapp), und unsere Reisegruppe hat das Kennwort "Montenegro" - passt, wird nämlich im Juli höchstwahrscheinlich unser 55. Land ...

Gestern Abend verspielten wir im Casino noch 35 der 37 Euro, die wir am Seetag (oder so) noch von den 2 x 20 Euro Einsatz übriggelassen hatten, zwischendurch sah es mal ganz okay aus, aber am Schluss war das ohnehin schon abgeschriebene Geld tatsächlich weg, passt schon ...

Heute Morgen hatten wir endlich mal wieder kein Programm, sondern frühstückten - zu dritt, leider - ganz gemütlich, ehe wir um 8.51 Uhr definitiv gemeinsam barbadischen Boden betraten und damit endgültig dieses Land als 45. Mitglied in die Familie der gemeinsam besuchten Staaten aufnehmen konnten. Danach liefen wir - Taxifahrer abwehrend ("It's very far, and we're already filled.") - in Richtung des schon im Vorfeld als hübsch und gestern von Jessi und Christian schon als definitiv besuchenswert eingestuften Brandons Beach. Unterwegs guckten wir uns mal einen - recht teuren - Supermarkt und eine hinsichtlich der Anzahl der Geschäfte sehr leere Mall in der Nähe des Cricket-Stadions Kensington Oval an, was alles nicht so richtig spektakulär war.

Nach zwei Kilometern durch die tropische Hitze kamen wir an den Brandons Beach und waren begeistert, absolut begeistert ... Wir liefen am Strand entlang zu einer schönen Kneipe, die Bar öffnete erst eine halbe Stunde später, aber wir konnten uns schon hinsetzen, und Jessi und ich gingen erst einmal in dieses tolle türkise Wasser schwimmen. Einen kleinen Punktabzug gibt es für die Steine/Korallen im Wasser, da habe ich mir einen Kratzer am Knöchel geholt, aber ich glaube, an der Fußamputation komme ich vorbei ... Als wir über die Steine drüber und im Tiefen waren, war es ganz außerordentlich wunderbar und herrlich ...

Nicht ganz wunderbar und herrlich war der Service in der Kneipe, denn obwohl mehr Personal als Kundschaft da war, dauerte Jessis Cocktail ewig - und mein auf dem Schiff schon liebgewonnener Stammcocktail namens BBC war aus ... Also wurde es - nach dem ersten Bier - ein Rumpusch, während Jessis zweiter Cocktail sehr schnell kam ... Am Ende verließen wir geraden Schrittes das Etablissement, die beiden normal, ich mit Handtuch-Kopftuch, wir staubten in der Mall noch das WLAN ab und liefen dann - Bürgersteige sind Mangelware, aber die Barbadier passen sehr auf die Ausländer auf und winken sie schon einmal über die Straße, die Erfahrung hatte ich ja schon letztes Jahr gemacht - in Richtung Hafen.

Dort mussten wir zuerst durch die Hafen-, dann durch die Schiffssicherheitskontrolle, meine blöde Gürtelschnalle piept immer, aber ohne Gürtel geht es halt auch nicht, und jetzt bin ich  geduscht, nachdem ich in sengender Hitze auf dem Balkon das Wiederhochziehen des heute getesteten Tender-/Rettungsbootes beobachtet hatte ...

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Nach der Siesta, die keine richtige Siesta für mich war, weil ich nicht schlafen wollte, weil ich dann immer so schwitze, trafen Jessi, Christian und ich uns zunächst zum landeskundlichen Vortrag zu St. Vincent und Dominica. Danach ging es zum Abendessen ins Buffetrestaurant - wieder einmal war das Essen sehr, sehr gut ... Ich ging kurz aufs Zimmer, dann trafen wir uns in der Theaterbar zum Drink vor der Crew-Show - das wurde alles ein bisschen eng, weil der Ober meinen Cocktail erst spät brachte, aber dank ein bisschen Druckbetankung waren wir noch sehr pünktlich zur Crew-Show.

Die künstlerischen Einlagen der Crew-Show waren durchaus schick, die Vorstellung der Offiziere und vor allem die Kabaretteinlage des Kreuzfahrtdirektors fand ich wortwörtlich grenzwertig - um den Kapitän wurde ein bisschen ein für meinen Geschmack großer Personenkult betrieben, und der Kreuzfahrtdirektor machte etliche gute und viele sehr schlüpfrige (manche davon auch ein bisschen arg plumpe) Sprüche, während er sich eine Frau im Publikum vornahm, die gar nicht mehr wusste, wie ihr geschieht. Wenn die gewusst hätte, dass sie in eine Kabarettveranstaltung gerät und man da in den ersten Reihen auch mal ein bisschen veräppelt wird, hätte sie sich nicht in die erste Reihe gesetzt ...

Nun denn, alles in allem ganz gut, danach ging es für einen ersten Absacker in die Außenalster und danach, als wir rausgeschmissen wurden, an eine schicke Bar unter Deck - jetzt bin ich gleich im Bett, meine Ma schläft sich hoffentlich gesund, morgen (heute) geht es nach St. Vincent - ein neues Land für alle Beteiligten, juchhe!

Brandons Beach

Arabische Prinzessin (mit freundlicher Genehmigung von Jessi)

Die heutige Konkurrenz

Offiziere


Dienstag, 12. März 2024

Wie ein Kreuzfahrt-Erstie

 ... laufe ich seit heute herum, denn heute habe ich mir endlich ein Mein-Schiff-Schlüsselband gekauft, an dem meine Bordkarte hängt. Damit fühle ich mich wohl, auch wenn ich auch bei der Arbeit so herumlaufe, aber das hier fühlt sich trotzdem anders an ...

Das Aufstehen heute Morgen war wieder ein wenig schwierig, denn die Sonne schien schon in die Kabine, als ich aufwachte. Wir duschten und gingen frühstücken - auch heute wurden Minutensteaks und Fisch und was weiß ich noch alles verdrückt, wie immer war das sehr lecker ...

Um 8.30 Uhr war unser Landausflug, und Jessi und Christian verließen praktisch mit uns das Schiff, um auf eigene Faust Bridgetown zu erkunden. Sie wanderten zwei Kilometer in Richtung Norden zum Brandons Beach und bekamen dort für akzeptables Geld einen Cocktail mit (beinahe!) inakzeptabel hohem Alkoholgehalt. Gebadet wurde nicht, aber allein waren sie trotzdem, weil kaum ein Kreuzfahrer sich auf den vermeintlich beschwerlichen Weg gemacht hatte - handgezählt kamen ihnen auf dem Heimweg ganze sechs andere offensichtliche Kreuzfahrer entgegen, unglaublich ...

Am Landausflug-Busterminal in Barbados war mehr los als in Martinique, vor allem, weil noch die bahamaische Jewel of the Seas und die niederländische Zaandam heute Morgen angelegt hatten, sodass die Passagiere von drei Schiffen verarztet werden mussten.

Die Amerikaner hinter uns waren etwas unorganisiert, weil die nicht einmal merkten, dass sie in einer hauptsächlich deutschsprachigen Schlange standen; unsere Schiffsbeauftragte hatte aber aufgepasst und schickte sie weiter. Die Busfahrt zum Katamaranhafen dauerte kaum fünf Minuten, wir mussten einen Haftungsausschluss unterschreiben (alles ein bisschen amerikanisiert hier), dann ging es - barfuß - auf den Katamaran.

Wir fahren ein paar Seemeilen - an unseren Schiffen vorbei - bis zu einem Strand, an dem wir Meeresschildkröten sehen können sollten. Das klappte - mit Anfüttern - auch recht gut, auch wenn wir nur eine oder zwei Schildkröten sahen, aber auch ein, zwei riesige Fische, die laut Kapitän "wie ein Hai aussehen, wie ein Hai schwimmen", aber keineswegs Haie seien. Der Kapitän war sowieso lustig, denn er meinte, dass an Bord geraucht werden dürfe, aber nur legales Zeug, das illegale Zeug solle man ihm geben, er kümmere sich dann um die "Entsorgung" ... Großes Gelächter.

Bei dem ersten Schnorchelausflug mussten wir so eine lächerliche Schnorchelweste anziehen, die auch durch die Beine gezogen wurde, was bei mir nicht ganz kleinem Menschen alles abklemmte, was man abklemmen konnte ... Furchtbar.

Danach ging es - bei wunderbarer Musik, Rumpunsch und Bier - wieder nach Norden, diesmal zum Paradise Beach. Dieser Strand ist wirklich paradiesisch, auch wenn da giftige Bäume wachsen. Wir konnten entweder über die Gangway aus dem Katamaran ins vier Meter tiefe Wasser steigen oder vom Katamaran direkt ins nicht ganz so kühle (sondern wunderbar temperierte), vor allem aber türkisfarbene Wasser springen. Bei mir nicht ganz kleinem Menschen wurde durchaus geguckt, was ich anstelle, aber nachdem ich den ersten Sprung eher mit - um in der Jugendsprache zu bleiben - Arschbombe absolviert hatte, sprang ich später grazil und pfeilgerade ins Wasser - höhö ... Jedenfalls hatte ich wie die Frau vor mir dem Crewmitglied, der den Ausstieg bewachte, mein Schnorchelzeug in die Hand gedrückt, um das nicht beim Sprung zu verlieren. Der guckte ein bisschen kariert, dass ich da auch runterhüpfen wollte, tat aber wie geheißen und warf mir dann das Schnorchelzeug wieder zu ... (Achso, beim zweiten Schnorchelgang interessierte keinen mehr, ob du diese Schnorchelweste trugst.)

Schildkröten gab es da keine, aber noch einmal viele hübsche Fischlein, das war wunderbar ... Ebenso wunderbar war die Heimfahrt, wieder mit Musik und Alkohol, diesmal unter Segeln, und als wir am Hafen ankamen, waren alle bedüdelt und glücklich - herrlich!

Es ging mit dem Bus zurück zum Schiff, kurz aufs Zimmer und dann sehr - wieder einmal - sehr leckeren Mittagessen. Heutiges landestypisches Gericht war ein Reisgericht mit Schweinefleisch, scharfer Wurst und allerlei Gemüse, und das wurde natürlich verdrückt (unter anderem). Nach dem Absacker auf der Außenalster war es für mich Zeit, ein Mittagsschläfchen zu halten, und irgendwann um 18 Uhr warf meine Ma mich aus dem Bett.

Es ging in die Bar, und dann zum Abendessen. Die Küche war heute ein wenig langsam, aber das lohnte sich, vor allem der Hirschrücken als Hauptgericht war ganz grandios! Jetzt sitzen wir an einer weiteren Bar und lassen den Abend ausklingen ...

Konkurrenzkutter

Unser Kutter, jetzt ordnungsgemäß mit Flagge

Auf dem Katamaran

Paradise Beach


Montag, 11. März 2024

Seetagsfreunde

 ... sind meine Mutter und ich, glaube ich, denn so schön der Landausflug heute zu den Leguanen und so schön der Badeaufenthalt im warmen Karibikwasser war, der Seetag gestern war richtig schön erholsam (und vor allem ist es so wunderbar, wenn das Meer so beständig an dir vorbeizieht ...).

Das Abendessen gestern Abend wurde nach einem Aperitif in der Bar im Hauptbedienrestaurant eingenommen. Dazu konnte ein Fünf-Gänge-Menü zusammengestellt werden, und bei mir lautete dieses Tafelspitz, Entenconsommé, Hummerravioli, Rib-eye-Steak und Mango Cheese Cake. Während die ersten drei Gänge im wahrsten Sinne des Wortes Versucherle waren (und Christian schon scherzte, dass wir nach dieser Fünf-Gänge-Vorspeise uns noch eine Pizza in der Tag-und-Nacht-Bar reintun müssten), war der Hauptgang ein ordentliches Stück Fleisch. Der Nachtisch ließ ein bisschen auf sich warten, kam aber auch noch ...

Im Casino wurden dann 2 x 20 Euro eingesetzt, zwischenzeitlich war Guthaben auf einen verbleibenden Euro heruntergefallen, aber in ebendem Spiel kam endlich ein Zero-Spiel. Am Ende wollten wir mit 37 Euro von dannen ziehen, aber der Automat, der die Gewinntickets ausspuckte, war leer, sodass erst die Aufsicht verständigt werden musste, die schließlich das Bargeld ausbezahlte.

Meine Mutter strich danach die Segel, wir drei Übriggebliebenen gingen noch einen Absacker trinken, aber dann fiel ich auch zügig ins Bett ...

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Heute Morgen klingelte der Wecker, denn wir wollten noch in Ruhe frühstücken. Als ich schließlich aufstand, waren Jessi und Christian schon fertig, meine Mutter sowieso, also machte ich auch, dass ich ins Bad kam. Wir frühstückten - wie so oft hier - mit Fisch und Minutensteaks und dem wunderbaren Brot, das die Backstube hier an Bord bäckt, ehe meine Mutter und ich noch einmal aufs Zimmer gingen, unsere sieben Sachen packten und - darauf achtend, dass wir nicht zu früh sind - zum Landausflugsammelpunkt wanderten. Eine Minute vor der Treffzeit waren wir da, es dauerte noch ein bisschen, bis unsere 20-Mann-Truppe aufgerufen wurde, dann marschierten wir aufs Deck 2 und verließen dort unseren Kutter, wobei wir - wie immer - per Strichcodeleser bzw. NFC-Lesegerät ausgecheckt (und später nach Rückkehr wieder eingecheckt) wurden ...

Wir wurden als Gruppe 14 zu unserem Bus geleitet, und dann ging es mit unserer Guidin etwa eine halbe Stunde einmal quer über die Insel. Madame bat um Entschuldigung, dass sie kein Deutsch sprach, aber ihr Englisch war absolut in Ordnung, um sie zu verstehen. Wir kamen durch Regen, und Jessis und Christian vormittägliche Versuche, Fort-de-France zu erkunden, wurden von den Regenschauern zweimal vereitelt, aber auf der Ostseite der Insel, an der Atlantikküste, war das Wetter besser.

Man merkt schon, dass man in Frankreich, also gewissermaßen in Europa ist - man kennt nicht nur die meisten Geschäftslogos, sondern auch die Straßenqualität ist sehr gut, und der öffentliche Personennahverkehr mit einem Bus, der wie eine Straßenbahn aussieht, scheint auch recht gut zu funktionieren.

In Le Robert parkte unser Bus am Hafen ein, und von dort ging es mit dem Schnellboot (Mütze festhalten!) bei schon recht gutem Wetter und tollen Blicken auf die grünen Hügel links und rechts in Richtung Îlet Chancel. Dort leben Leguane in freier Wildbahn, und freie Wildbahn heißt nun einmal "nicht Zoo", was wir feststellten, als sich keineswegs - wie vielleicht erhofft - Dutzende dieser Tiere schon in freudiger Erwartung auf uns zum Spalier aufgestellt hätten. Nein, wir mussten erst ein paar Meter durchs Wasser waten (meine kurze Jeans wurde ausgezogen - ich hatte Badehose drunter! - und ward nicht mehr gesehen ...) und dann über matschige Pfade ein paar Schritte gehen, bis wir oben im Baum (möglicherweise, ich bin bis jetzt nicht sicher, ob es nicht doch nur ein Blatt war ...) einen Leguan sahen ...

Auf dem Rückweg zum Bootsanleger sahen wir im Busch noch einen - dieser war deutlich erkennbar, wenn auch versteckt, aber auf dem Dach der Ruine des einstigen Lagerhauses lagen zwei grüne Exemplare, die eifrigst fotografiert wurden. Danach liefen wir noch ein bisschen auf die andere Seite zu wunderbaren alten Bäumen und Ruinen des Örtchens, das hier einst u.a. Zucker produziert hatte ...

Der zweite Teil des Ausfluges war ein Badeaufenthalt am Strand, die erste Destination war schon belegt (und lag im Wege des nahenden Regenschauers), sodass Madame die Kapitäne unserer beiden Boote zu einem Strand auf der Îlet Madame beorderte ... Dort war der Strand größer und konnte mehr Leute aufnehmen, und als wir da im Wasser planschten, wurde ein Rum-Bloody-Mary-Verschnitt - mit dem besten Rum der Welt, nämlich dem von Martinique; klar, das behauptet jede Insel hier von ihrem Rum - ausgeschenkt (stilecht mit einem Tablett im Wasser, das aus einem alten Rettungsring gemacht war) und dazu Wassermelone verteilt - herrlich!

Nach dem Planschen zogen wir uns an, telefonierten noch mit der Heimat (geht ja in der EU völlig problemlos und kostenfrei) und fuhren dann mit dem Bötchen zurück nach Le Robert und mit dem Bus zurück zum Kutter.

Die Zugangskontrolle überstanden wir gut, die Sicherheitskontrolle konnten wir umgehen, weil sowieso im Schiff kontrolliert wird, das klappte auch alles wunderbar (und wir bewunderten die Plaketten, die die Mein Schiff 4 in jedem neuen Hafen wohl erhält, so einen Sammelfimmel finde ich persönlich ja so gar nicht nachvollziehbar ...), und schon trafen wir uns mit Jessi und Christian zum Mittagessen. Ich entdeckte das Tagesgericht, das immer an die Küche des jeweiligen Gastlandes angelehnt ist, und heute gab es also kreolische Küche mit Fischfilet mit Bohnen, Kochbananen und Reis - sehr lecker!

Ein Getränk wurde auf Deck 14 an der "Außenalster" verdrückt, ehe meine Mutter ins Bett und Jessi, Christian und ich in die Stadt aufbrachen. Den viertelstündigen Fußweg in die Stadt überstanden wir gut, in Fort-de-France war heute am Sonntag völlig tote Hose, wir passierten aber die Schœlcher-Bibliothek, die einst 1889 für die Weltausstellung in Paris gebaut worden und dann nach Martinique verschifft worden war, und kamen an der Kathedrale vorbei.

Eine einzige Kneipe mit Plastikstühlen war offen, das Bier war teuer, aber lokal, aber Christian hatte einen Premium-Blick auf einen Obdachlosen, der den Mülleimer durchwühlte und sich die gewonnene Flüssigkeit dann in die Haare schmierte, sodass ich völliges Verständnis hatte, dass er für einen schnellen Aufbruch plädierte. Auf einem anderen Weg als dem Hinweg ging es am Hôtel de ville, also dem Rathaus, vorbei zurück zum Fährhafen, diesmal wusste ich, wie die Sicherheitskontrolle funktioniert, und so landeten wir wieder auf dem Schiff. Ich holte mir noch etwas zu trinken, aber verbringe jetzt den Nachmittag auch Blog schreibend in der Kabine …

Zum Abendessen gab es dann nach Wolfsbarsch-Carpaccio, Lauchcremesuppe und gebackenen Miesmuscheln (herrlich!) Saltimbocca ... Den Nachtisch bildete Birne Helene und die eine oder andere Blutige Maria aka Bloody Mary ...

Den Livemusik-Abend verpassten wir auf dem heute Abend relativ stark rollenden Schiff wegen Zuspätkommens, aber den Spruch des Abends machte ein Herr im schon recht vollen Aufzug mit Blick auf seine herannahende Gemahlin:

"Das Gewicht kommt jetzt."

Auweia und gute Nacht!

Montagne Pelée während der Vorbeifahrt heute Morgen

Blick von der Außenalster auf die Bucht

Le Robert auf der Atlantikseite

Leguane auf Dach

Baum mit Luftwurzeln

Ruinen des Kerkers

Badestrand

Schœlcher-Bibliothek

Klassiker, sorry ...

Kathedrale

Straße in Fort-de-France

Rathaus

So'n Kutter

Samstag, 9. März 2024

Ein Stück Fisch pro Mahlzeit

... gedenke ich auf dieser Reise zu verspeisen, das jedenfalls ist eines meiner neuen Ziele, und heute Morgen hat das sogar beim Frühstück sehr gut geklappt.

Ich habe tatsächlich gestern Abend noch das Ablegen auf dem Ausguck verbracht, und da waren keine zehn Leute, das scheint für viele Menschen nicht so spannend zu sein wie für mich, verstehe ich gar nicht ...

Danach holte ich mir - es war ja erst 23 Uhr oder so, denn wir waren pünktlich um 22 Uhr abgefahren - ein Pizzateilchen in der 23-Stunden-Bar, dann ging ich in die Kabine, in der meine Mutter schon schlief.

Gegen halb fünf trieb mich das Alter aus dem Bett, und als ich da so auf der Toilette saß, merkte ich dann doch, dass das Schiff ein bisschen rollte (Bewegung um die Längsachse) und stampfte (Bewegung um die Querachse) - Christian sagte mir am nächsten Morgen, dass er so eine Bewegung des Schiffes noch nicht erlebt habe, aber das ist alles völlig problemlos auszuhalten ...

Bei Sonnenaufgang standen meine Ma und ich jedenfalls auf dem Balkon (da ist es natürlich wirklich schick, einen Balkon zu haben!) und guckten uns das Farbenspiel der aufgehenden Sonne an; Jessi und Christian - wir haben die Trennwand am Balkan umgeklappt - stießen zu uns, und zusammen guckten wir uns den Feuerball namens Sonne im Aufgang an (nachdem Christian und ich beide zwischenzeitlich gedacht hatten, dass da hinten ein Schiff von der tiefstehenden Sonne feuerrot erleuchtet würde) ...

Wir rechneten die Sichtweise aus und diskutierten über den Bogenwinkel der auf eine Scheibe projizierten Erdkugel, dann gingen wir duschen und zum Frühstück.

Die beiden waren deutlich vor uns beim Gosch auf dem Außendeck, wir kamen zwanzig Minuten später, weil wir uns Zeit gelassen hatten, denn uns war nicht klar gewesen, dass die beiden auf uns warteten, aber verhungert und verdurstet sind sie nun auch wieder nicht ...

Es gab Sekt und Orangensaft und Rührei und Minutensteak und Makrele und Lachs zum Frühstück, ganz großartig, und das auf unter freiem Himmel - herrlich!

Danach machten wir einen kleinen Schiffsrundgang, guckten uns das Theater an, liefen zum Heck und zum Bug über zum Teil menschenleere Wege (am Bug darf man nachts keine leuchtenden Geräte haben, weil das die Sicht der Brücke stören würde), machten zwischendurch an der Bar im Inneren des Schiffs Rast, und hörten uns dann den Vortrag der Lektorin zu Martinique an. Dieser Vortrag war großartig, und daher entschieden wir uns, nach dem Mittagessen auch noch zu ihrem Vortrag zu Barbados zu kommen.

Zum Mittagessen gab es erst einmal - natürlich - wieder Fisch, ein bisschen Nudeln, das Essen hier ist halt schon recht deutsch (aber sehr lecker!), ich trank aus einem Bierglas Weißwein, weil ich das Glas schon in der Hand hatte, als ich mich umentschied, es war ein völlig entspannter Tag, denn auch der zweite Vortrag zu Barbados war sehr, sehr gut ...

Meine Ma zog sich danach ein bisschen zurück, Jessi, Christian und ich gingen noch einmal in die Außenbar, versackten dort auch wieder ein bisschen, aber jetzt sind wir - es ist kurz vor 17 Uhr - auf den Zimmern und machen ein wenig Siesta.

Gleich geht es unter die Dusche, vielleicht spiele ich im Casino noch ein bisschen Roulette (Christian hat heute 10 Euro verspielt, das ist ja noch erträglich ...), vielleicht trinken wir noch einen Aperitif und dann wollen wir mal ins Bedienrestaurant zum Abendessen.

Ich habe inzwischen herausgefunden, wie ich das Internet auch auf dem Rechner laufen lassen kann, aber das zieht natürlich brutal Daten (und meine 25 GB müssen für zwei Wochen halten ...), sodass ich zumindest mit dem Rechner nur sparsam online gehen werden ...

Unser Kutter ist mit ungefähr 30 km/h, also etwa 16 Knoten, unterwegs - der Kapitän und der Kreuzfahrtdirektor machen jeden Tag einige mehr oder weniger launige Ansagen über Lautsprecher, das kann man sich mal anhören, auch wenn es nicht sooooo lustig ist wie von den beiden Herrschaften gemeint ...

Auf dem Schiff ist es - natürlich - durchaus windig, gerade auf dem Ausguck, auf den wir heute Morgen noch gestiegen sind. In der Nähe des Theaters steht ein Tischkicker, und da haben Jessi und Christian einerseits und meine Ma und ich andererseits uns heute schon wilde Spiele geliefert - ich glaube, das wird nicht zum letzten Mal passiert sein (auch wenn ich dabei immer so ins Schwitzen komme ...).

Morgen früh kommen wir um 7.30 Uhr (12.30 Uhr deutscher Zeit) in Fort de France (Martinique, das 44+2. gemeinsame Land von Jessi, Christian und mir) an, um 8.30 Uhr ist Treffpunkt zum Ausflug zu den Leguanen, an dem meine Ma und ich teilnehmen, während Jessi und Christian an Bord bleiben. Ich bin sehr gespannt auf unseren ersten Landausflug, aber der erste Seetag und der erste volle Tag an Bord war schon einmal ein voller Erfolg ...

Ich bin schon gespannt auf das Abendessen. 

Sonnenaufgang vom Balkon

Außenpool

Blick von unten auf die Brücke

Da oben ist der blaue Balkon, von dem zig Meter auf uns herunterschaut ...

Modell der Mein Schiff 4