Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Mittwoch, 13. März 2024

Drei Seelenverkäufer

... haben wir heute okkupiert, nämlich zwei Kleinbusse/Maxitaxis und einen Kutter, der uns hinüber nach Young Island gebracht hat.

Der allererste Kutter des heutigen Tages war der Tenderkutter, der uns von unserem großen Kutter herüber nach Kingstown auf der Insel St. Vincent bugsierte. Davor hatten wir gefrühstückt, auch heute noch ohne Muttern (aber es wird), und danach den Fünfmaster bewundert, der hier ebenfalls auf Reede liegt.

Ziemlich pünktlich wurde unsere Ländergruppe ("Montenegro") aufgerufen, und wir gingen hinunter auf Deck 2, um durch die Tenderluke das Boot zu entern. Auf so ein Ding passen gut und gerne 200 Leute drauf, und so wurden wir - einen ziemlichen Spritzer gab es, aber keiner von uns dreien wurde getroffen - an Land gebracht. Um 9.23 Uhr hieß es "connected", um 9.25 Uhr hatten wir vincentischen Boden unter unseren Füßen.

Es ging ein paar Schritte durch Kingstown, die Hauptstadt dieses Landes, wir holten Geld (im ersten Versuch wurden beide Karten abgelehnt, bei einer anderen Bank "nur" meine Karte, aber bis auf den Bus konnte ich ohnehin alles mit Kreditkarte bezahlen, und die umgerechnet gut 100 Euro Bargeld kriegen wir nicht nur in St. Vincent, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Staaten und abhängiger Gebiete auf dieser Reise ausgegeben, die allesamt den Ostkaribischen Dollar als Währung haben) und liefen dann - durch das wuselige Treiben von Kingstown - in Richtung des Busbahnhofs.

Dort fragten wir herum, wurden zu einem roten Fahrzeug geschickt, wir waren die ersten Gäste, sodass Christian sich auf den Beifahrersitz setzen konnte, und nach einiger Zeit fuhren wir halb voll los.

Ich war mir nicht so ganz sicher, wo wir an der Indian Bay aussteigen sollten, aber irgendwann wurden wir - ich hatte dem Schaffner ja schon gesagt, dass wir dorthin wollte - aus dem Maxitaxi geworfen - gezahlt hatten wir am Ende zu dritt 10 EC-Dollar, umgerechnet etwas über 3 Euro, passt ...


Wir liefen ein Stück die Straße zurück an einen schmalen, aber schönen Strand, nur gab es dort keine Gaststätte. Ein Jogger schickte uns zu dem blauen Boot da hinten, da lagen auch einige Einheimische mit diesen Schwimmnudeln im Wasser, aber so richtig schöne Sitzgelegenheiten gab es nicht. Ein sehr freundlicher Herr schickte uns weiter, wir liefen den steilen Hügel hoch und wieder runter, wurden aber am dortigen - schönen - Strand sogleich von Liegenstuhlvermietern überfallen, sodass wir auch hier Reißaus nahmen.

Am Ende landeten wir in einer leeren, aber hübschen Bar, in der wir uns darüber beraten wollten, ob wir das Angebot eines Kutterkapitäns annehmen wollten, uns die paar hundert Meter auf die Young Island hinüberzukutschieren. Das Meer sah toll aus da drüben, und nach zwei, drei Bierchen hatten wir die Entscheidung getroffen, es zunächst mit dem offiziellen Young-Island-Shuttle zu versuchen (da brauchte man aber eine Reservierung fürs Resort), sodass wir für fünf US-Dollar pro Person für die Hin- und Rückfahrt zusammen (bezahlt werden musste nach der Hinfahrt, damit der Kapitän Sprit kaufen konnte, wir wären nämlich auf dem Hinweg fast mangels Treibstoff auf den 200 Meter breiten Kanal gestrandet; er kam dann aber wieder) hinüber zur Strandinsel fuhren.

Der Security-Typ war unfreundlich, ließ uns aber größtenteils gewähren (wenn sie nicht wollen, dass man irgendwohin geht, sollen sie halt ein Schild aufstellen, das kann ja nicht so schwer sein), Christian setzte sich in die Bar und genoss den Blick, während Jessi und ich ins wunderbare Wasser stiegen - ganz, ganz großartig, wenn auch nicht wirklich Badewanne.

Ich hatte auf dem Hinweg meinen Hut vom Kopf wehen lassen, der war ganz sandig, also machte ich aus der Not eine Tugend und ging mit Kappe schwimmen, so blieb meine Rübe wenigstens auch im Wasser geschützt, und die Kappe wurde sauber(er) ... Nach dem weiteren Konsum eines cocktailförmigen Kaltgetränks fuhren wir mit unserem Kutter (das war beim Ein- und Aussteigen ganz schön wackelig, aber wir kriegten das hin ...) zurück und wollten in Richtung Kingstown fahren.

Ein Maxitaxi in die Gegenrichtung hielt an und lud uns ein einzusteigen, was wir machten. Holla, die Waldfee - das war eine lustige Tour. Wir fuhren ein ganzes Stück in die falsche Richtung und lieferten die Leutchen in ihren Dörfern ab, ehe wir plötzlich und unerwartet drehten und - über die Landebahn des Flughafens!!! - zurück in Richtung Kingstown fuhren. Das Maxitaxi wurde voll, und der Fahrer ließ uns in der Nähe des Kreuzfahrtterminals raus (diesmal zahlten wir 12 EC-Dollar, nachdem mir der Schaffner auf meine 20 EC-Dollar erst nix, dann 5 EC$ und dann noch einmal 3 EC$ herausgegeben hatte, dieser Schlingel!) . Fast ohne Umweg ging es zurück zum Terminal, mit dem zweiten Schwung kamen wir auf ein Boot zurück zum Schiff (den Platz an Land weggeschnappt hatte uns übrigens die Costa Fortuna, denn auf die passen noch einmal fast 1.000 Passagiere mehr als auf unseren Kutter) und gingen zum (späten) Mittagessen, denn wir hatten Hunger.

Danach ging ich - endlich mal - in den Innenpool und in den Whirlpool. Während Letzterer recht angenehm ist, ist der Innenpool richtiggehend kühl (im Außenpool war ich noch nicht, da war mir zu viel los), und nach einem kurzen Rundgang über das Deck 14 landete ich schließlich in der Kabine.

Heute Abend legen wir um 19 Uhr, also in etwa zwei Stunden, ab, und morgen früh kommen wir um 7.30 Uhr dominicanischer Zeit (12.30 Uhr deutscher Zeit) in Dominica an. Jessi und Christian haben einen Wanderausflug gebucht, ich versuche vielleicht mal, mich auf eigene Faust (wie heute) zu einem Wasserfall durchzuschlagen, das gucken wir mal in Ruhe morgen ...

Blick aufs Tenderboot

Überfahrt nach Young Island

Fahrt über die Landebahn

Im Maxitaxi

Strand und Meer auf Young Island

Fünfmaster

Blick vom Balkon auf die Grenadinen

Heutige Bierkunde

Als arabische Prinzessin getarnt

... war ich heute in Bridgetown unterwegs, denn die Sonne brannte dermaßen, dass ich - gerade nach dem Bad im himmlischen Meer - der Sonnenschutzcreme nicht mehr einhundertprozentig traute. Also marschierte ich, wie einst in der Sächsischen Schweiz, mit Handtuchstola über Kopf und Armen vom Brandons Beach zurück zum Kreuzfahrtterminal. (Die Handtücher darf man auch offiziell vom Schiff mitnehmen, die kann man sogar direkt am Eingang zum Schiff - noch vor der Sicherheitskontrolle - wieder abgeben, auch das klappt vorzüglich bei der Mein-Schiff-Flotte; und nein, dieser Blog wird nicht von denen gesponsort ...)

Meiner Ma geht es heute nicht ganz so super, die hat sich am nassen Badeanzug unter den Klamotten an zwei Tagen in Folge ein bisschen erkältet, aber heute wurde sie vom treusorgenden Sohn mit Eiswürfeln und Tonic Water versorgt (wenn der Sohn nicht gerade am Strand weilte ...), sodass wir alle hoffen, dass sie morgen wieder fit ist fürs Tendern - denn morgen in St. Vincent können wir nicht anlegen am Kreuzfahrtterminal, sondern gehen vor Anker und fahren dann mit den Rettungs-/Tenderbooten hinüber in Jessis 63., Christians 61., Mutters 87. (hoffentlich!), mein 155. und Jessi/Christian/ich-gemeinsam 46. Land - juchhe! Dazu habe ich gestern Abend noch unser Tenderboot für 9 Uhr morgen gebucht (kostenfrei über die Schiffsapp), und unsere Reisegruppe hat das Kennwort "Montenegro" - passt, wird nämlich im Juli höchstwahrscheinlich unser 55. Land ...

Gestern Abend verspielten wir im Casino noch 35 der 37 Euro, die wir am Seetag (oder so) noch von den 2 x 20 Euro Einsatz übriggelassen hatten, zwischendurch sah es mal ganz okay aus, aber am Schluss war das ohnehin schon abgeschriebene Geld tatsächlich weg, passt schon ...

Heute Morgen hatten wir endlich mal wieder kein Programm, sondern frühstückten - zu dritt, leider - ganz gemütlich, ehe wir um 8.51 Uhr definitiv gemeinsam barbadischen Boden betraten und damit endgültig dieses Land als 45. Mitglied in die Familie der gemeinsam besuchten Staaten aufnehmen konnten. Danach liefen wir - Taxifahrer abwehrend ("It's very far, and we're already filled.") - in Richtung des schon im Vorfeld als hübsch und gestern von Jessi und Christian schon als definitiv besuchenswert eingestuften Brandons Beach. Unterwegs guckten wir uns mal einen - recht teuren - Supermarkt und eine hinsichtlich der Anzahl der Geschäfte sehr leere Mall in der Nähe des Cricket-Stadions Kensington Oval an, was alles nicht so richtig spektakulär war.

Nach zwei Kilometern durch die tropische Hitze kamen wir an den Brandons Beach und waren begeistert, absolut begeistert ... Wir liefen am Strand entlang zu einer schönen Kneipe, die Bar öffnete erst eine halbe Stunde später, aber wir konnten uns schon hinsetzen, und Jessi und ich gingen erst einmal in dieses tolle türkise Wasser schwimmen. Einen kleinen Punktabzug gibt es für die Steine/Korallen im Wasser, da habe ich mir einen Kratzer am Knöchel geholt, aber ich glaube, an der Fußamputation komme ich vorbei ... Als wir über die Steine drüber und im Tiefen waren, war es ganz außerordentlich wunderbar und herrlich ...

Nicht ganz wunderbar und herrlich war der Service in der Kneipe, denn obwohl mehr Personal als Kundschaft da war, dauerte Jessis Cocktail ewig - und mein auf dem Schiff schon liebgewonnener Stammcocktail namens BBC war aus ... Also wurde es - nach dem ersten Bier - ein Rumpusch, während Jessis zweiter Cocktail sehr schnell kam ... Am Ende verließen wir geraden Schrittes das Etablissement, die beiden normal, ich mit Handtuch-Kopftuch, wir staubten in der Mall noch das WLAN ab und liefen dann - Bürgersteige sind Mangelware, aber die Barbadier passen sehr auf die Ausländer auf und winken sie schon einmal über die Straße, die Erfahrung hatte ich ja schon letztes Jahr gemacht - in Richtung Hafen.

Dort mussten wir zuerst durch die Hafen-, dann durch die Schiffssicherheitskontrolle, meine blöde Gürtelschnalle piept immer, aber ohne Gürtel geht es halt auch nicht, und jetzt bin ich  geduscht, nachdem ich in sengender Hitze auf dem Balkon das Wiederhochziehen des heute getesteten Tender-/Rettungsbootes beobachtet hatte ...

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Nach der Siesta, die keine richtige Siesta für mich war, weil ich nicht schlafen wollte, weil ich dann immer so schwitze, trafen Jessi, Christian und ich uns zunächst zum landeskundlichen Vortrag zu St. Vincent und Dominica. Danach ging es zum Abendessen ins Buffetrestaurant - wieder einmal war das Essen sehr, sehr gut ... Ich ging kurz aufs Zimmer, dann trafen wir uns in der Theaterbar zum Drink vor der Crew-Show - das wurde alles ein bisschen eng, weil der Ober meinen Cocktail erst spät brachte, aber dank ein bisschen Druckbetankung waren wir noch sehr pünktlich zur Crew-Show.

Die künstlerischen Einlagen der Crew-Show waren durchaus schick, die Vorstellung der Offiziere und vor allem die Kabaretteinlage des Kreuzfahrtdirektors fand ich wortwörtlich grenzwertig - um den Kapitän wurde ein bisschen ein für meinen Geschmack großer Personenkult betrieben, und der Kreuzfahrtdirektor machte etliche gute und viele sehr schlüpfrige (manche davon auch ein bisschen arg plumpe) Sprüche, während er sich eine Frau im Publikum vornahm, die gar nicht mehr wusste, wie ihr geschieht. Wenn die gewusst hätte, dass sie in eine Kabarettveranstaltung gerät und man da in den ersten Reihen auch mal ein bisschen veräppelt wird, hätte sie sich nicht in die erste Reihe gesetzt ...

Nun denn, alles in allem ganz gut, danach ging es für einen ersten Absacker in die Außenalster und danach, als wir rausgeschmissen wurden, an eine schicke Bar unter Deck - jetzt bin ich gleich im Bett, meine Ma schläft sich hoffentlich gesund, morgen (heute) geht es nach St. Vincent - ein neues Land für alle Beteiligten, juchhe!

Brandons Beach

Arabische Prinzessin (mit freundlicher Genehmigung von Jessi)

Die heutige Konkurrenz

Offiziere


Dienstag, 12. März 2024

Wie ein Kreuzfahrt-Erstie

 ... laufe ich seit heute herum, denn heute habe ich mir endlich ein Mein-Schiff-Schlüsselband gekauft, an dem meine Bordkarte hängt. Damit fühle ich mich wohl, auch wenn ich auch bei der Arbeit so herumlaufe, aber das hier fühlt sich trotzdem anders an ...

Das Aufstehen heute Morgen war wieder ein wenig schwierig, denn die Sonne schien schon in die Kabine, als ich aufwachte. Wir duschten und gingen frühstücken - auch heute wurden Minutensteaks und Fisch und was weiß ich noch alles verdrückt, wie immer war das sehr lecker ...

Um 8.30 Uhr war unser Landausflug, und Jessi und Christian verließen praktisch mit uns das Schiff, um auf eigene Faust Bridgetown zu erkunden. Sie wanderten zwei Kilometer in Richtung Norden zum Brandons Beach und bekamen dort für akzeptables Geld einen Cocktail mit (beinahe!) inakzeptabel hohem Alkoholgehalt. Gebadet wurde nicht, aber allein waren sie trotzdem, weil kaum ein Kreuzfahrer sich auf den vermeintlich beschwerlichen Weg gemacht hatte - handgezählt kamen ihnen auf dem Heimweg ganze sechs andere offensichtliche Kreuzfahrer entgegen, unglaublich ...

Am Landausflug-Busterminal in Barbados war mehr los als in Martinique, vor allem, weil noch die bahamaische Jewel of the Seas und die niederländische Zaandam heute Morgen angelegt hatten, sodass die Passagiere von drei Schiffen verarztet werden mussten.

Die Amerikaner hinter uns waren etwas unorganisiert, weil die nicht einmal merkten, dass sie in einer hauptsächlich deutschsprachigen Schlange standen; unsere Schiffsbeauftragte hatte aber aufgepasst und schickte sie weiter. Die Busfahrt zum Katamaranhafen dauerte kaum fünf Minuten, wir mussten einen Haftungsausschluss unterschreiben (alles ein bisschen amerikanisiert hier), dann ging es - barfuß - auf den Katamaran.

Wir fahren ein paar Seemeilen - an unseren Schiffen vorbei - bis zu einem Strand, an dem wir Meeresschildkröten sehen können sollten. Das klappte - mit Anfüttern - auch recht gut, auch wenn wir nur eine oder zwei Schildkröten sahen, aber auch ein, zwei riesige Fische, die laut Kapitän "wie ein Hai aussehen, wie ein Hai schwimmen", aber keineswegs Haie seien. Der Kapitän war sowieso lustig, denn er meinte, dass an Bord geraucht werden dürfe, aber nur legales Zeug, das illegale Zeug solle man ihm geben, er kümmere sich dann um die "Entsorgung" ... Großes Gelächter.

Bei dem ersten Schnorchelausflug mussten wir so eine lächerliche Schnorchelweste anziehen, die auch durch die Beine gezogen wurde, was bei mir nicht ganz kleinem Menschen alles abklemmte, was man abklemmen konnte ... Furchtbar.

Danach ging es - bei wunderbarer Musik, Rumpunsch und Bier - wieder nach Norden, diesmal zum Paradise Beach. Dieser Strand ist wirklich paradiesisch, auch wenn da giftige Bäume wachsen. Wir konnten entweder über die Gangway aus dem Katamaran ins vier Meter tiefe Wasser steigen oder vom Katamaran direkt ins nicht ganz so kühle (sondern wunderbar temperierte), vor allem aber türkisfarbene Wasser springen. Bei mir nicht ganz kleinem Menschen wurde durchaus geguckt, was ich anstelle, aber nachdem ich den ersten Sprung eher mit - um in der Jugendsprache zu bleiben - Arschbombe absolviert hatte, sprang ich später grazil und pfeilgerade ins Wasser - höhö ... Jedenfalls hatte ich wie die Frau vor mir dem Crewmitglied, der den Ausstieg bewachte, mein Schnorchelzeug in die Hand gedrückt, um das nicht beim Sprung zu verlieren. Der guckte ein bisschen kariert, dass ich da auch runterhüpfen wollte, tat aber wie geheißen und warf mir dann das Schnorchelzeug wieder zu ... (Achso, beim zweiten Schnorchelgang interessierte keinen mehr, ob du diese Schnorchelweste trugst.)

Schildkröten gab es da keine, aber noch einmal viele hübsche Fischlein, das war wunderbar ... Ebenso wunderbar war die Heimfahrt, wieder mit Musik und Alkohol, diesmal unter Segeln, und als wir am Hafen ankamen, waren alle bedüdelt und glücklich - herrlich!

Es ging mit dem Bus zurück zum Schiff, kurz aufs Zimmer und dann sehr - wieder einmal - sehr leckeren Mittagessen. Heutiges landestypisches Gericht war ein Reisgericht mit Schweinefleisch, scharfer Wurst und allerlei Gemüse, und das wurde natürlich verdrückt (unter anderem). Nach dem Absacker auf der Außenalster war es für mich Zeit, ein Mittagsschläfchen zu halten, und irgendwann um 18 Uhr warf meine Ma mich aus dem Bett.

Es ging in die Bar, und dann zum Abendessen. Die Küche war heute ein wenig langsam, aber das lohnte sich, vor allem der Hirschrücken als Hauptgericht war ganz grandios! Jetzt sitzen wir an einer weiteren Bar und lassen den Abend ausklingen ...

Konkurrenzkutter

Unser Kutter, jetzt ordnungsgemäß mit Flagge

Auf dem Katamaran

Paradise Beach


Montag, 11. März 2024

Seetagsfreunde

 ... sind meine Mutter und ich, glaube ich, denn so schön der Landausflug heute zu den Leguanen und so schön der Badeaufenthalt im warmen Karibikwasser war, der Seetag gestern war richtig schön erholsam (und vor allem ist es so wunderbar, wenn das Meer so beständig an dir vorbeizieht ...).

Das Abendessen gestern Abend wurde nach einem Aperitif in der Bar im Hauptbedienrestaurant eingenommen. Dazu konnte ein Fünf-Gänge-Menü zusammengestellt werden, und bei mir lautete dieses Tafelspitz, Entenconsommé, Hummerravioli, Rib-eye-Steak und Mango Cheese Cake. Während die ersten drei Gänge im wahrsten Sinne des Wortes Versucherle waren (und Christian schon scherzte, dass wir nach dieser Fünf-Gänge-Vorspeise uns noch eine Pizza in der Tag-und-Nacht-Bar reintun müssten), war der Hauptgang ein ordentliches Stück Fleisch. Der Nachtisch ließ ein bisschen auf sich warten, kam aber auch noch ...

Im Casino wurden dann 2 x 20 Euro eingesetzt, zwischenzeitlich war Guthaben auf einen verbleibenden Euro heruntergefallen, aber in ebendem Spiel kam endlich ein Zero-Spiel. Am Ende wollten wir mit 37 Euro von dannen ziehen, aber der Automat, der die Gewinntickets ausspuckte, war leer, sodass erst die Aufsicht verständigt werden musste, die schließlich das Bargeld ausbezahlte.

Meine Mutter strich danach die Segel, wir drei Übriggebliebenen gingen noch einen Absacker trinken, aber dann fiel ich auch zügig ins Bett ...

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Heute Morgen klingelte der Wecker, denn wir wollten noch in Ruhe frühstücken. Als ich schließlich aufstand, waren Jessi und Christian schon fertig, meine Mutter sowieso, also machte ich auch, dass ich ins Bad kam. Wir frühstückten - wie so oft hier - mit Fisch und Minutensteaks und dem wunderbaren Brot, das die Backstube hier an Bord bäckt, ehe meine Mutter und ich noch einmal aufs Zimmer gingen, unsere sieben Sachen packten und - darauf achtend, dass wir nicht zu früh sind - zum Landausflugsammelpunkt wanderten. Eine Minute vor der Treffzeit waren wir da, es dauerte noch ein bisschen, bis unsere 20-Mann-Truppe aufgerufen wurde, dann marschierten wir aufs Deck 2 und verließen dort unseren Kutter, wobei wir - wie immer - per Strichcodeleser bzw. NFC-Lesegerät ausgecheckt (und später nach Rückkehr wieder eingecheckt) wurden ...

Wir wurden als Gruppe 14 zu unserem Bus geleitet, und dann ging es mit unserer Guidin etwa eine halbe Stunde einmal quer über die Insel. Madame bat um Entschuldigung, dass sie kein Deutsch sprach, aber ihr Englisch war absolut in Ordnung, um sie zu verstehen. Wir kamen durch Regen, und Jessis und Christian vormittägliche Versuche, Fort-de-France zu erkunden, wurden von den Regenschauern zweimal vereitelt, aber auf der Ostseite der Insel, an der Atlantikküste, war das Wetter besser.

Man merkt schon, dass man in Frankreich, also gewissermaßen in Europa ist - man kennt nicht nur die meisten Geschäftslogos, sondern auch die Straßenqualität ist sehr gut, und der öffentliche Personennahverkehr mit einem Bus, der wie eine Straßenbahn aussieht, scheint auch recht gut zu funktionieren.

In Le Robert parkte unser Bus am Hafen ein, und von dort ging es mit dem Schnellboot (Mütze festhalten!) bei schon recht gutem Wetter und tollen Blicken auf die grünen Hügel links und rechts in Richtung Îlet Chancel. Dort leben Leguane in freier Wildbahn, und freie Wildbahn heißt nun einmal "nicht Zoo", was wir feststellten, als sich keineswegs - wie vielleicht erhofft - Dutzende dieser Tiere schon in freudiger Erwartung auf uns zum Spalier aufgestellt hätten. Nein, wir mussten erst ein paar Meter durchs Wasser waten (meine kurze Jeans wurde ausgezogen - ich hatte Badehose drunter! - und ward nicht mehr gesehen ...) und dann über matschige Pfade ein paar Schritte gehen, bis wir oben im Baum (möglicherweise, ich bin bis jetzt nicht sicher, ob es nicht doch nur ein Blatt war ...) einen Leguan sahen ...

Auf dem Rückweg zum Bootsanleger sahen wir im Busch noch einen - dieser war deutlich erkennbar, wenn auch versteckt, aber auf dem Dach der Ruine des einstigen Lagerhauses lagen zwei grüne Exemplare, die eifrigst fotografiert wurden. Danach liefen wir noch ein bisschen auf die andere Seite zu wunderbaren alten Bäumen und Ruinen des Örtchens, das hier einst u.a. Zucker produziert hatte ...

Der zweite Teil des Ausfluges war ein Badeaufenthalt am Strand, die erste Destination war schon belegt (und lag im Wege des nahenden Regenschauers), sodass Madame die Kapitäne unserer beiden Boote zu einem Strand auf der Îlet Madame beorderte ... Dort war der Strand größer und konnte mehr Leute aufnehmen, und als wir da im Wasser planschten, wurde ein Rum-Bloody-Mary-Verschnitt - mit dem besten Rum der Welt, nämlich dem von Martinique; klar, das behauptet jede Insel hier von ihrem Rum - ausgeschenkt (stilecht mit einem Tablett im Wasser, das aus einem alten Rettungsring gemacht war) und dazu Wassermelone verteilt - herrlich!

Nach dem Planschen zogen wir uns an, telefonierten noch mit der Heimat (geht ja in der EU völlig problemlos und kostenfrei) und fuhren dann mit dem Bötchen zurück nach Le Robert und mit dem Bus zurück zum Kutter.

Die Zugangskontrolle überstanden wir gut, die Sicherheitskontrolle konnten wir umgehen, weil sowieso im Schiff kontrolliert wird, das klappte auch alles wunderbar (und wir bewunderten die Plaketten, die die Mein Schiff 4 in jedem neuen Hafen wohl erhält, so einen Sammelfimmel finde ich persönlich ja so gar nicht nachvollziehbar ...), und schon trafen wir uns mit Jessi und Christian zum Mittagessen. Ich entdeckte das Tagesgericht, das immer an die Küche des jeweiligen Gastlandes angelehnt ist, und heute gab es also kreolische Küche mit Fischfilet mit Bohnen, Kochbananen und Reis - sehr lecker!

Ein Getränk wurde auf Deck 14 an der "Außenalster" verdrückt, ehe meine Mutter ins Bett und Jessi, Christian und ich in die Stadt aufbrachen. Den viertelstündigen Fußweg in die Stadt überstanden wir gut, in Fort-de-France war heute am Sonntag völlig tote Hose, wir passierten aber die Schœlcher-Bibliothek, die einst 1889 für die Weltausstellung in Paris gebaut worden und dann nach Martinique verschifft worden war, und kamen an der Kathedrale vorbei.

Eine einzige Kneipe mit Plastikstühlen war offen, das Bier war teuer, aber lokal, aber Christian hatte einen Premium-Blick auf einen Obdachlosen, der den Mülleimer durchwühlte und sich die gewonnene Flüssigkeit dann in die Haare schmierte, sodass ich völliges Verständnis hatte, dass er für einen schnellen Aufbruch plädierte. Auf einem anderen Weg als dem Hinweg ging es am Hôtel de ville, also dem Rathaus, vorbei zurück zum Fährhafen, diesmal wusste ich, wie die Sicherheitskontrolle funktioniert, und so landeten wir wieder auf dem Schiff. Ich holte mir noch etwas zu trinken, aber verbringe jetzt den Nachmittag auch Blog schreibend in der Kabine …

Zum Abendessen gab es dann nach Wolfsbarsch-Carpaccio, Lauchcremesuppe und gebackenen Miesmuscheln (herrlich!) Saltimbocca ... Den Nachtisch bildete Birne Helene und die eine oder andere Blutige Maria aka Bloody Mary ...

Den Livemusik-Abend verpassten wir auf dem heute Abend relativ stark rollenden Schiff wegen Zuspätkommens, aber den Spruch des Abends machte ein Herr im schon recht vollen Aufzug mit Blick auf seine herannahende Gemahlin:

"Das Gewicht kommt jetzt."

Auweia und gute Nacht!

Montagne Pelée während der Vorbeifahrt heute Morgen

Blick von der Außenalster auf die Bucht

Le Robert auf der Atlantikseite

Leguane auf Dach

Baum mit Luftwurzeln

Ruinen des Kerkers

Badestrand

Schœlcher-Bibliothek

Klassiker, sorry ...

Kathedrale

Straße in Fort-de-France

Rathaus

So'n Kutter

Samstag, 9. März 2024

Ein Stück Fisch pro Mahlzeit

... gedenke ich auf dieser Reise zu verspeisen, das jedenfalls ist eines meiner neuen Ziele, und heute Morgen hat das sogar beim Frühstück sehr gut geklappt.

Ich habe tatsächlich gestern Abend noch das Ablegen auf dem Ausguck verbracht, und da waren keine zehn Leute, das scheint für viele Menschen nicht so spannend zu sein wie für mich, verstehe ich gar nicht ...

Danach holte ich mir - es war ja erst 23 Uhr oder so, denn wir waren pünktlich um 22 Uhr abgefahren - ein Pizzateilchen in der 23-Stunden-Bar, dann ging ich in die Kabine, in der meine Mutter schon schlief.

Gegen halb fünf trieb mich das Alter aus dem Bett, und als ich da so auf der Toilette saß, merkte ich dann doch, dass das Schiff ein bisschen rollte (Bewegung um die Längsachse) und stampfte (Bewegung um die Querachse) - Christian sagte mir am nächsten Morgen, dass er so eine Bewegung des Schiffes noch nicht erlebt habe, aber das ist alles völlig problemlos auszuhalten ...

Bei Sonnenaufgang standen meine Ma und ich jedenfalls auf dem Balkon (da ist es natürlich wirklich schick, einen Balkon zu haben!) und guckten uns das Farbenspiel der aufgehenden Sonne an; Jessi und Christian - wir haben die Trennwand am Balkan umgeklappt - stießen zu uns, und zusammen guckten wir uns den Feuerball namens Sonne im Aufgang an (nachdem Christian und ich beide zwischenzeitlich gedacht hatten, dass da hinten ein Schiff von der tiefstehenden Sonne feuerrot erleuchtet würde) ...

Wir rechneten die Sichtweise aus und diskutierten über den Bogenwinkel der auf eine Scheibe projizierten Erdkugel, dann gingen wir duschen und zum Frühstück.

Die beiden waren deutlich vor uns beim Gosch auf dem Außendeck, wir kamen zwanzig Minuten später, weil wir uns Zeit gelassen hatten, denn uns war nicht klar gewesen, dass die beiden auf uns warteten, aber verhungert und verdurstet sind sie nun auch wieder nicht ...

Es gab Sekt und Orangensaft und Rührei und Minutensteak und Makrele und Lachs zum Frühstück, ganz großartig, und das auf unter freiem Himmel - herrlich!

Danach machten wir einen kleinen Schiffsrundgang, guckten uns das Theater an, liefen zum Heck und zum Bug über zum Teil menschenleere Wege (am Bug darf man nachts keine leuchtenden Geräte haben, weil das die Sicht der Brücke stören würde), machten zwischendurch an der Bar im Inneren des Schiffs Rast, und hörten uns dann den Vortrag der Lektorin zu Martinique an. Dieser Vortrag war großartig, und daher entschieden wir uns, nach dem Mittagessen auch noch zu ihrem Vortrag zu Barbados zu kommen.

Zum Mittagessen gab es erst einmal - natürlich - wieder Fisch, ein bisschen Nudeln, das Essen hier ist halt schon recht deutsch (aber sehr lecker!), ich trank aus einem Bierglas Weißwein, weil ich das Glas schon in der Hand hatte, als ich mich umentschied, es war ein völlig entspannter Tag, denn auch der zweite Vortrag zu Barbados war sehr, sehr gut ...

Meine Ma zog sich danach ein bisschen zurück, Jessi, Christian und ich gingen noch einmal in die Außenbar, versackten dort auch wieder ein bisschen, aber jetzt sind wir - es ist kurz vor 17 Uhr - auf den Zimmern und machen ein wenig Siesta.

Gleich geht es unter die Dusche, vielleicht spiele ich im Casino noch ein bisschen Roulette (Christian hat heute 10 Euro verspielt, das ist ja noch erträglich ...), vielleicht trinken wir noch einen Aperitif und dann wollen wir mal ins Bedienrestaurant zum Abendessen.

Ich habe inzwischen herausgefunden, wie ich das Internet auch auf dem Rechner laufen lassen kann, aber das zieht natürlich brutal Daten (und meine 25 GB müssen für zwei Wochen halten ...), sodass ich zumindest mit dem Rechner nur sparsam online gehen werden ...

Unser Kutter ist mit ungefähr 30 km/h, also etwa 16 Knoten, unterwegs - der Kapitän und der Kreuzfahrtdirektor machen jeden Tag einige mehr oder weniger launige Ansagen über Lautsprecher, das kann man sich mal anhören, auch wenn es nicht sooooo lustig ist wie von den beiden Herrschaften gemeint ...

Auf dem Schiff ist es - natürlich - durchaus windig, gerade auf dem Ausguck, auf den wir heute Morgen noch gestiegen sind. In der Nähe des Theaters steht ein Tischkicker, und da haben Jessi und Christian einerseits und meine Ma und ich andererseits uns heute schon wilde Spiele geliefert - ich glaube, das wird nicht zum letzten Mal passiert sein (auch wenn ich dabei immer so ins Schwitzen komme ...).

Morgen früh kommen wir um 7.30 Uhr (12.30 Uhr deutscher Zeit) in Fort de France (Martinique, das 44+2. gemeinsame Land von Jessi, Christian und mir) an, um 8.30 Uhr ist Treffpunkt zum Ausflug zu den Leguanen, an dem meine Ma und ich teilnehmen, während Jessi und Christian an Bord bleiben. Ich bin sehr gespannt auf unseren ersten Landausflug, aber der erste Seetag und der erste volle Tag an Bord war schon einmal ein voller Erfolg ...

Ich bin schon gespannt auf das Abendessen. 

Sonnenaufgang vom Balkon

Außenpool

Blick von unten auf die Brücke

Da oben ist der blaue Balkon, von dem zig Meter auf uns herunterschaut ...

Modell der Mein Schiff 4

Barbenheimer

... habe ich heute im Flieger geguckt, wie so oft, wenn ich einigermaßen aktuelle Filme im Flieger gucke, und ich muss sagen, dass ich finde, dass beide Filme zurecht hochgelobt werden ...

Das Aufstehen heute Morgen (gestern Morgen, aber ich bleibe dabei, dass ich den Blogpost zwar mitten in der deutschen Nacht, aber idealerweise am karibischen Abend online stelle) war grausam, und dass meine Ma plötzlich an meinem Bett stand und brüllflüsterte, dass mein Wecker nicht hörbar heruntergegangen sei, war auch nicht wirklich empfehlenswert.

Wir standen auf, checkten gegen 4.30 Uhr aus und waren viel zu früh am vereinbarten Parkplatz.

Jessi und Christian tauchten pünktlich auf, und im Konvoi fuhren wir zum Terminal C. Wir hatten uns gestern Abend noch besprochen, dass Jessi und meine Ma versuchen würden, mit den Pässen von uns vieren schon einmal das Gepäck offzudroppen, während Christian und ich die Autos bei Christians Arbeitsstätte abgeben würden.

Christian und ich fuhren also, nachdem wir die Damen (und die Koffer) aus den Autos geschmissen hatten, in Richtung Wiesbaden zurück und waren viel zu früh dran. Jessi konnte die Abholung um fast eine Stunde vorverlegen, der Taxifahrer kam sehr pünktlich und fuhr uns zum Frankfurter Flughafen. Es muss meiner geistigen Umnachtung zuzuschreiben sein, dass ich - wirklich - völlig vergaß, ihm ein Trinkgeld zu geben - sorry!

Die Damen hatten bereits erfolgreich alle Koffer offgedroppt, sodass wir - ein bisschen schlau wollte ich ja wirken - durch die Ausreise am Terminal 1C gingen, obwohl wir vom Terminal 1B abflogen. Das aber hatte den Vorteil, dass die Ausreise völlig leer war. Der Weg war nicht ganz kurz, aber dafür war auch die (Transit-)Sicherheitskontrolle dermaßen gähnend leer (wir hatten fast ein schlechtes Gewissen, dass wir die Herrschaften dort aus dem Schlaf wecken), dass wir schon deutlichst mehr als zwei Stunden vor Abflug durch alles durch waren (die Sicherheitsfachtante fragte zwar, wohin und mit welcher Gesellschaft wir fliegen würden, war aber mit "DomRep" und "Condor" als Antwort zufrieden ...). Alle Sorgen von lieben Freunden ob unseres Fluges waren also unnötig - trotzdem danke!

Wir setzten uns ans Gate, und zu unserer großen Überraschung kamen auch die allerallermeisten der Mitreisenden an Land - naja, bei den leeren Sicherheitskontrollen war es vielleicht doch kein Wunder ...

Der Flug war - der Flieger war wunderbar kühl, und das Essen war lecker - sehr angenehm, ich schlief zwar überhaupt nicht, guckte aber eben zwei Filme, hörte Musik und verfolgte ansonsten den Flug auf der Weltkarte.

Um 9.59 Uhr Ortszeit in Frankfurt (also 4.59 Uhr dominikanischer Zeit) waren wir gestartet, um 14.27 Uhr landeten wir - sanft - nach also 9 Stunden und 28 Minuten Flug, und um 14.43 Uhr hatten Jessi, Christian und ich unser gemeinsames 44. Land betreten. Das Betreten des Erdbodens galt tatsächlich schon als Betreten des neuen Landes, weil wir durch keine Einreisekontrolle mussten, sondern sofort zu den Bussen verfrachtet wurden, die uns zum Kreuzfahrtterminal brachten.

Das Prozedere war selbst für einen Idioten wie mich leicht zu durchschauen, wir wurden beim Check-in fotografiert, mussten auf dem Schiff durch eine rechft oberflächliche Sicherheitskontrolle und durften dann an Bord.

Die Balkonkabine ist wunderbar, die Sichtbehinderung durch die Rettungsboote ist geringer als vermutet, alles bestens also!

Es ging direkt zur Außenalster, dort wurden Biere und Cocktails verzehrt, auch eine Kleinigkeit zu essen, danach ging es zur obligatorischen (kurzen) Sicherheitseinweisung und danach direkt zum Abendessen.

Das Essen vom Gosch und vom Buffetrestaurants Anckelmannsplatz war hervorragend lecker, ich futterte mich durch Matjes-Schwarzbrot und Lachsbrötchen, durch Heilbutt und Krabben durch, trank dazu ein Weinchen (oder zwei), grandios, super, fantastisch ...

Den Abend ließen wir - wieder - an der Außenalster ausklingen, ich verzehrte wieder ein paar Cocktails (der BBC - Baileys, Banane, Colada - hat es mir sehr angetan, aber am Ende musste eine Fanta dran glauben), jetzt sitzen wir hier in der Kabine, und vielleicht verfolge ich die Abfahrt vom Ausguck, das gucken wir noch mal ...

Das Internet klappt noch nicht ganz so gut wie gewünscht, aber das kriegen wir hoffentlich auch noch gebacken ...

Fotos:

Unser Streifenhörnchen

Da simmer (noch)

La Romana bei Nacht

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Donnerstag, 7. März 2024

Plan B²

... wurde es am Ende des Tages, denn der Reisegruppe war es schlussendlich lieber, wenn wir alle vier gleichzeitig unser Gepäck loswerden ...

Jetzt treffen wir uns also morgen früh, in wenigen Stunden, am Parkplatz vor dem Flughafen, bringen unser Gepäck an den Flughafen, Jessi und meine Ma werden das Gepäck behüten bzw. schon off-zu-droppen versuchen (das geht laut Fluggesellschaft, wenn alle Pässe vorliegen), während Christian und ich die Autos nach Wiesbaden zurückbringen und dann mit dem Taxi zurück zum Flughafen fahren ...

Es gab in diesen Tagen schon allerlei besorgte Rückfragen, wie wir denn jetzt in den Urlaub kämen, aber im Moment bin ich noch recht zuversichtlich, dass das alles klappt, vor allem, weil ich uns heute sogar schon einchecken konnte. Wir sitzen in der 3-4-3-Belegung des A330 im Mittelblock schön aufgereiht, das wird gut werden, denke ich ...

Der Arbeitstag heute war noch einmal recht intensiv, insgesamt aber kurz, denn um kurz vor 15 Uhr waren wir schon unterwegs. Bis auf einen kleinen Stau noch im Nordbadischen kamen wir recht gut voran und waren ziemlich genau um 18.30 Uhr im Hotel.

Die anvisierte Kneipe war wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht verfügbar, also wurde auch hier Plan B verfolgt und die hiesige Bahnhofsgaststätte angepeilt, in der wir mit Nina, meiner Ex-Kollegin aus Wiesbadener Zeiten, recht gut aßen und tranken ...

Jetzt geht es ins Bett, denn um 3.30 Uhr klingelt der Wecker ...

Gute Nacht!

Dienstag, 5. März 2024

Plan B bis Z

... mussten wir seit gestern schmieden, seit Claus Weselsky und sein - ich suche jetzt einen Ausdruck, den meine Verachtung ausreichend deutlich macht, ohne beleidigend zu werden und das Streikrecht als solches schlechtzureden ... - sabotierender Zerstörertrupp angekündigt haben, sich mal wieder wie kleine Kinder zu benehmen, weil die Deutsche Bahn ihnen nicht den ganzen Kuchen gibt, den sie aber - aufstampf! - unbedingt - aufstampf! - haben wollen ...

Unsere Anreise am Donnerstag nach Wiesbaden und am Freitag Morgen mit der S-Bahn zum Flughafen wie Jessis und Christians Anreise mit dem ICE am frühen Freitag Morgen, also mussten wir gestern gucken, wie wir es planen ...

Kein Wunder, dass wir in Deutschland die Klimaziele kaum einhalten, wenn eines der unbestritten klimafreundlichsten Verkehrsmittel die Bahn aufgrund der Unzuverlässigkeit ihrer (fahrenden) Angestellten gegen ein Auto eingetauscht werden muss, aber es bleibt uns halt nicht anderes übrig, zumal wir ja irgendwann auch mal heimkommen wollen nach unserer Rückkehr und nicht in einem "Wellenstreik" hängen bleiben wollen ...

Nun fahren meine Ma und ich am Donnerstag Spätnachmittag/Abend in Richtung Frankfurter Flughafen und versuchen, unser Gepäck beim Vorabend-Check-in der Fluggesellschaft abzuladen. Normalerweise sollte das funktionieren, laut Homepage der Fluggesellschaft, wenn auch gegen (erträglichen) Obolus, aber Jessi erzählte, dass das aus irgendwelchen Gründen bei ihren Freunden letztes Jahr nicht geklappt hätte ...

Nun haben wir aber zwei Koffer dabei, und Jessi und Christian auch, sodass wir uns entscheiden mussten, welche Art von Taxi wir bestellen. Wir haben daher jetzt folgendes Entscheidungsschema gebastelt - und ich muss ja sagen, diese Improvisiererei hat mir gestern trotz des Ärgers über die GDL-Bande fast noch Spaß gemacht.

IF Vorabend-Check-in klappt THEN
    BEGIN
    • Meine Ma und ich fahren am Donnerstag Abend nach Wiesbaden.
    • Jessi und Christian fahren am Freitag Morgen mit dem Auto direkt zu Christians Arbeitsstätte in Wiesbaden.
    • Meine Ma und ich fahren - dann ohne Gepäck - auch zu Christians Arbeitsstätte.
    • Wir parken beide Autos dort.
    • Wir fahren mit dem Kombi-Taxi um 6.45 Uhr zum Flughafen, mit zwei Gepäckstücken (Jessis und Christians) und zu viert, denn das Gepäck von meiner Ma und mir ist ja schon eingecheckt.
    END
ELSE //(Vorabend-Check-in klappt nicht) THEN
    BEGIN
    • Jessi und Christian fahren am Freitag Morgen mit dem Auto zu einem Autobahnparkplatz kurz vor dem Flughafen.
    • Meine Ma und ich fahren ebenfalls zu diesem Autobahnparkplatz.
    • Wir treffen uns um 5.15 Uhr dort.
    • Wir fahren gemeinsam zum Flughafen, laden das Gepäck aus und meine Mutter bewacht unser aller Gepäck.
    • Jessi und Christian fahren mit ihrem, ich mit Mutters Auto zu Christians Arbeitsstätte.
    • Wir parken beide Autos dort.
    • Wir fahren mit dem Kombi-Taxi um 6.45 Uhr zum Flughafen, ohne Gepäck und zu dritt, denn das Gepäck und meine Ma sind ja schon am Flughafen.
    END IF

Wir haben uns schon abgesprochen, dass wir uns nach der Sicherheitskontrolle abklatschen (oder heißt das inzwischen "high-fiven"?) und nach der Passkontrolle jubelnd in den Armen liegen, jedenfalls werden wir - allesamt nicht katholisch - drei Kreuze machen, wenn wir am Gate und im Flieger sitzen.

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Der Sonntag war ein wirklich richtig, richtig schöner Tag - erst mit dem wunderbaren Strandspaziergang in Cuxhaven und dann noch mit dem sehr schönen Versacken in Hamburg bei einem sehr lustigen Kellner, das hat wirklich Spaß gemacht ... Und ich war auch um 20 Uhr wieder in Hannover, trotz der später als geplanten Abfahrt in Hamburg, sowas werde ich öfter machen, glaube ich ...

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So, meine Damen und Herren, das war der 1300. Blogeintrag in den letzten knapp 15 Jahren (genauer seit dem 25. Juli 2009, also 14 Jahre, sieben Monate und neun Tage). Das macht dann ungefähr 89 Blogeinträge pro Jahr oder einen alle gut vier Tage ...

Joa, in den nächsten 28 Tagen (Karibik und Kaukasus/Baltikum) und auch in den nächsten 70 Tagen (zusätzlich noch Ecuador/Panama) wird es wahrscheinlich öfter als jeden vierten Tag einen Blog-Eintrag geben ...

Jetzt sitze ich im Zug nach Freiburg und hoffe, die Bahn hoch in den Schwarzwald zu erwischen, und dann berichte ich am Donnerstag wieder von unserem Check-in-Versuch ...

Sonntag, 3. März 2024

Früh ausgeschlafen auf die Jagd nach Austern

... bin ich heute gegangen, aber ob ich die Austern noch kriege, ist in diesen Minuten noch nicht ganz klar ...

Ich habe gestern Morgen tatsächlich keine Verrücktheit mehr begangen, sondern bin in Hannover ausgestiegen. Mir war es zu blöd, noch mindestens eine halbe Stunde bis zum Öffnen der Frühstücksbuffet-Lokale zu warten, also fuhr ich in die Markthalle und verspeiste - öhm - insgesamt vier halbe Brötchen, die waren allesamt sehr lecker ...

Danach fuhr ich heim und ging ins Bett. Gegen 16, 17 Uhr wachte ich auf, guckte Sportschau, bestellte mir noch eine leckere Pizza und ging dann wieder früh, so gegen 21 Uhr, ins Bett ...

Dementsprechend war ich heute Morgen früh wach - und entschied mich gegen einen faulen Sonntag. Ich hatte unbändige - gnihihi - Lust auf Strand und Meer, und in Cuxhaven war ich noch nie, und so fiel die Wahl schlussendlich auf die nördlichste Stadt Niedersachsens, auch weil sie recht gut zu erreichen war: Auf dem Hinweg musste ich nach dem Hannoverer Hauptbahnhof nur in Bremerhaven-Lehe umsteigen, aber der Umstieg hatte es in sich ...

Der Regionalexpress war bis Bremen ein bisschen verspätet, aber weil in Bremen ein langer fahrplanmäßiger Halt war, war er ab Bremen wieder pünktlich. Leider standen wir kurz vor Bremerhaven Hbf länger, aber der Regionalexpress nach Cuxhaven wurde nicht explizit als wartend bestätigt. Also entschied ich mich, bis Lehe (wie ursprünglich geplant) sitzen zu bleiben - auf dem kurzen Stück von Bremerhaven Hbf nach Bremerhaven-Lehe würde der uns nicht überholen.

Die Anzeige in der Bahn-App klappte mal so gar nicht, sodass ich schließlich nicht wusste, ob ich den Zug doch schon verpasst hatte, aber am Ende stellte sich alles als gut heraus (wie so oft im Leben ...). Ich kam mit ein bisschen Verspätung in Cuxhaven an, aber das war völlig wurscht, weil ich zum Strand sowieso Bus fahren musste.

Unterwegs entschied ich mich - auf Betreiben einer einzelnen Dame in Wiesbaden - dagegen, zum Schickimicki-Jürgen (a.k.a. Gosch) zu gehen und stieg schon in der Nähe des östlichen Strandendes aus. Die erste Strandbar dort war ziemlich voll und ziemlich windig, also marschierte ich ein Stückchen in Richtung Duhnen (wo der Gosch ist ...) und genoss den wunderbaren Blick auf Strand und Watt. Es waren wahnsinnig viele Hunde mit ihren Frauchens und Herrchens unterwegs (die machten es im Watt wenigstens richtig und liefen barfu..., äh, barpfots - die Menschen waren mit Gummistiefeln unterwegs ...).

Ich hätte ja furchtbar gerne den Strandeintritt bezahlt (was für eine Unsitte), aber da war einfach kein Gästebetreuer ansprechbar, dem ich meinen Obulus hätte abdrücken können (ob ich da mit Karte hätte bezahlen können, s. Kelmis, Geldautomat, Tür zu), sei mal dahingestellt ...

Auf der Flucht vor den Gästebetreuern (die Söhne einer Familie liefen mit größter Freund durch das Watt unmittelbar vor dem Strand, in dem man so schön einsinkt, dass davor sogar gewarnt wird - und die Wattwanderzeiten sind angeschrieben, aber extremst konservativ ...) stolperte ich am Beach House vorbei (normalerweise erwähne ich Lokale namentlich nur ab dem zweiten Besuch, aber hier mache ich mal eine Ausnahme): Ich war begeistert vom Blick aufs Meer, vom Wein und vom Essen, von der Freundlichkeit des jungen Personals - grandios!

Nur Austern hatten sie dort nicht, und die wollte ich beim Schickimicki-Jürgen zu mir nehmen; also lief ich weiter in Richtung Duhnen. Den Gosch betrat ich mich mit großer Vorfreude, die umso bitterer enttäuscht wurde: Austern waren schon alle ...

Die einzelne Dame in Wiesbaden frohlockte ob der Unfähigkeit des Schmickiicki-Jürgen oder so (sorry, hab schon zwei Glas Wein getrunken ...), aber wir werden noch sehen, ob sie Grund zum schlussendlichen Frohlocken hat. In Cuxhaven-Duhnen bekam ich jedenfalls keine Austern mehr, aber jetzt bin ich unterwegs nach Hamburg-Harburg, und da habe ich so lange Aufenthalt, dass ich genauso gut nach Hamburg zum Hauptbahnhof fahren und gucken kann, ob der Gosch da Austern hat ...

Und darüber werde ich unter dem Strich berichten, denn der Akku meines Rechners macht gleich schlapp, und in den niedersächsischen Regionalbahnen sind die Steckdosen rar (aber dafür die Haltankündigungs-Jingles furchtbar, da denke ich jedes Mal, mein Rechner gibt trotz Stummmodus eine besonders laute Systemmeldung ab) ...

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In Harburg kam ich pünktlich an und fand auch rechtzeitig den Weg zum Metronom zum Hauptbahnhof, und selbst den Gosch im Hauptbahnhof fand ich zügig. Die Zeit war sowieso knapp, aber ich setzte mich an einen Tisch und bestellte drei Austern, ein Matjesbrötchen (es war ja fast schon Abendessenszeit) und einen weiteren Wein ...

Naja, was soll ich sagen - Kay war schuld, denn der Ober schwatzte mir außerordentlich willigem Opfer noch einen Schnaps auf: Es sollte ein dunkler Kräuter sein, aber das, was aus der Flasche kam, war klar, aber wenigstens war "die Flasche dunkel", und mit dem Kalauer hatte er mich ... Ich nahm noch ein Aalrauchmatjesbrötchen, das himmlisch war, und noch ein zweites, trank noch ein Schwarzbier, und genoss den Tag, der in Cuxhaven schon so wunderbar gewesen war, einfach noch ein bisschen weiter - ganz großartig und wunderbar!

Ich erwischte gerade so den ICE eine Stunde später und werde nun in Hannover glücklich und erschöpft ins Bett fallen, denn das war ein wunderbarer, wirklich wunderbarer Tag (und, ja, ich habe ganz vielleicht ein klitzekleines bisschen einen sitzen ...).

Fotos will die werte Leserin und der werte Leser? Fotos sollen sie und er kriegen:

Strand in Cuxhaven I

Das Watt

Fischteller im Beach House

Strand in Cuxhaven II

Cuxhaven Skyline

Austern beim Gosch

Aalrauchbrötchen, olé

Samstag, 2. März 2024

Einen Ruf zu verteidigen

... habe ich schließlich, also musste ich mal wieder eine völlig verrückte Aktion rauslassen. Manche Menschen, denen ich von meinem heutigen Plan erzählt habe, schütteln wahrscheinlich immer noch mit dem Kopf, aber immerhin bin ich jetzt (im Moment ist es 5.19 Uhr) auf dem Weg nach Hannover und begehe (wahrscheinlich) keine weitere Verrückheit ...

Was hat er jetzt schon wieder angestellt?

Nun, ich fuhr heute einigermaßen früh mit dem Bus nach Neustadt und weiter (mit vielen Fußball-Fans, das hat der SC mal recht gut gemacht heute Abend!) nach Freiburg. Dort stieg ich in den ICE nach Köln, und von dort wollte ich nach Aachen mit kleinen Abstechern nach Vaals in den Niederlanden und Kelmis in Belgien.

Wir wurden allerdings schon in Offenburg durch einen Notfalleinsatz am Gleis (nicht an unserem Zug!) ausgebremst. Wir luden eine gute Stunde Verspätung auf, die für 23.48 Uhr anvisierte Ankunft in den Niederlanden konnte ich schon früh vergessen, aber mit 83 Minuten Verspätung ging es weiter ...

In Karlsruhe stürmte eine Horde pubertierender Gymnasialschüler ins Ruheabteil, einer fragte - sehr freundlich, das muss ich sagen -, ob er sich an meinen Vierer setzen dürfte, aber mit der Ruhe war es vorbei ... Gegen Frankfurt und erst recht gegen Nordrhein-Westfalen hin wurden die Kinners auch immer unruhiger, man warf sich die Getränkekartons zu, mach irgendwelche Snapchat-Videos, und obwohl ich meine Musik so laut auf den Ohren hatte, dass ich am Montag fast zum Ohrenarzt sollte, verstand ich jedes Wort ... Aus unerfindlichen Gründen war ich heute altersmilde unterwegs und guckte nur ab und zu kritisch, was dann auch zu einer wenige Sekunden dauernden Lautstärkereduzierung führte - manchmal ... Achso, und die Lehrerinnen waren so jung, dass ich sie kaum von den Schülerinnen unterscheiden konnte ...

Kurz hinter Mannheim standen wir schon wieder, und die arme Zugchefin wusste gar nicht, was los war. Es stellte sich heraus, dass der Lokführer wohl meinte, er sei gegen einen Gegenstand gefahren, und er erst einmal schauen musste, ob es Beschädigungen gab ... Offensichtlich hatte er zu viel von dem Zeug geraucht, das auch der Claus, sein Gewerkschaftschef, raucht, jedenfalls ging es - natürlich mit noch mehr Verspätung - weiter ...

Hatte es zunächst noch so ausgesehen, als ob ich wenigstens den Anschluss in Köln um 22.48 Uhr kriegen würde, kam schon die nächste Hiobsbotschaft: Wir müssten in Siegburg/Bonn anhalten, weil der Lokführer seine Arbeitszeit sonst überschreiten würde - klar ... Allein, der Fahrdienstleiter wusste von nix, denn in Siegburg/Bonn wurden wir aufs Durchgangsgleis geleitet, da konnte kein Lokführer (und auch sonst niemand) ein- oder aussteigen ... Nach einiger Verwirrung ging es weiter zum Flughafen Köln/Bonn, und da wurde der Lokführer dann gewechselt. Jetzt wusste es knapp mit der Verbindung in Köln, und natürlich standen wir in Köln noch vor dem Gleis, damit uns mein Anschluss auch ja überholen konnte - so eine Katastrophe habe ich schon lange nicht mehr erlebt ...

Ich fuhr schließlich mit dem Regionalexpress um 23.15 Uhr in Köln ab und hatte keinen Puffer mehr - auch so hätte ich nur acht Minuten in den Niederlanden und acht in Kelmis in Belgien, und Geld holen wollte ich in Kelmis eigentlich auch noch ...

Nun denn, in Aachen erwischte ich den Bus in Richtung Vaals locker und konnte mir davor sogar noch etwas zu trinken kaufen. Der Bus hatte aber auch ein, zwei Minuten Verspätung, sodass ich schon eine Station vor der Endhaltestelle ausstieg, zum mir bekannten richtigen Grenzstein lief, den fotografierte und dabei um 1.05 Uhr für einige Sekunden niederländischen Boden betrat. Ich lief zügig zurück nach Deutschland und runter zur nächsten Bushaltestelle. Ich hatte noch zwei Minuten und lief noch einmal in Richtung Niederlande - da entdeckte ich - auf einer Mauer! - eine Grenzplakette, die ich an dieser Stelle schon mindestens einmal (erfolglos) gesucht hatte - und jetzt war ich in Hektik und im Dunkel erfolgreich ... Juchhe!!

Ich fuhr mit dem Bus um 1.11 Uhr zurück in Richtung Stadt, mit dem ich gekommen war, blieb so lange wie möglich in dem Bus (es war nicht eiskalt, aber auch nicht mild in Aachen) und stieg dann in den Nachtbus nach Kelmis ein. Den Grenzübertritt merkte man natürlich nicht wirklich, in der Stadtmitte von Kelmis stieg ich als letzter Fahrgast aus, wohl wissend, dass ich acht Minuten zum Geldholen hatte. Der Geldautomat, den ich auserkoren hatte, war in Wirklichkeit so ein Bezahlautomat, also lief ich schnellen Schrittes in Richtung des zweiten auf Google angezeigten Geldautomaten, aber da war die Tür verschlossen, sodass ich - wollte ich den Rückbus nicht verpassen - mich unverrichteter Dinge auf den Rückweg begeben musste.

Ich erwischte den Rückbus einigermaßen problemlos, der Pseudo-Sicherheitsmensch da drin guckte ziemlich kariert, als ich schon wieder einstieg - und wenige Minuten später waren wir wieder in Deutschland. In Aachen-Schanz verließ ich den Bus und begab mich zum Gleis, von dem ich um 2.57 Uhr oder so mit dem Regionalexpress in Richtung Düsseldorf fuhr.

In dem Züglein war die Hölle los, weil die ganzen besoffenen und bekifften Partygänger sich auskurierten - manche mussten sehr laut Musik hören, ein anderer seine Schuhe auf den Sitz ablegen, ganz grandios, das alles - und das Gespräch über die Gras-Konsum-Gewohnheiten, das die beiden hinter mir unüberhörbar führten, sollte vor dem 1. April (oder wann immer das Gesetz in Kraft tritt) auch kein Polizist mitkriegen ...

Ich entschied mich, nicht am Düsseldorfer Hauptbahnhof umzusteigen, sondern am Flughafen, was klappte, aber auch nur, weil ich eine sehr lange Umsteigezeit hatte, denn mir war nicht bewusst, dass S-Bahnhof und ICE-Bahnhof so weit räumlich auseinanderliegen, dass man da mit einem SkyTrain fahren muss ... Nachdem ich den gefunden hatte, fuhr ich mit dem, ohne zu wissen, dass man dafür eine Fahrkarte benötigt - glücklicherweise genügt aber eine einschlägige Nahverkehrsfahrkarte wie das Deutschlandticket, und das habe ich ja dabeigehabt.

Der ICE hatte schon Verspätung aufgeladen wegen eines - die Suizidanten verfolgten mich diese Nacht - Notfalleinsatzes am Gleis ... Nun sitze ich in diesem ICE, der nach Hannover durchfährt, und ich gedenke, in Hannover lecker zu frühstücken, vorzugsweise in Buffetform, aber wenn ich da zu lange warten muss, notfalls auch in Brötchenform in der Markthalle.

Das gilt natürlich nur, wenn ich nicht einschlafe und womöglich erst in Berlin aufwache, denn dann kann es passieren, dass ich nach Frankfurt an der Oder fahre und Polen auch noch mitnehme.

Zwischenzeitlich war ich auf dem Trip, entweder nach Westerland zum Gosch oder nach Erfurt zur Bratwurst zu fahren, aber diese Pläne ließ ich fahren, nicht zuletzt, weil ich dann in Düsseldorf noch mehr Aufenthalt gehabt hätte ...

So komme ich dann hoffentlich so um 10 Uhr oder so ins Bett, und dann genieße ich ein faules Wochenende ...

Fotos von der Schnapsidee gibt es auch schon einmal, und wenn ich noch was ganz Verrücktes mache, berichte ich davon morgen:

Grenzstein in Vaals, von niederländischer Seite aufgenommen

Grenzplakette (das heißt nicht "DIN", sondern "D | N")

Deutsche Haltestelle im deutschsprachigen Kelmis, Belgien