Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Dienstag, 16. Mai 2023

The BND is the German CIA

So jedenfalls erklärte ich es dem Typen, der sich in meinen Versuch, eine Wasserflasche am Busbahnhof in St. George's zu kaufen, einmischte, denn als ich auf die Frage der Verkäuferin, ob ich für business hier sei, nicht sofort antwortete, vermutete der Typ gleich, ich sei vom FBI oder von der CIA ... Das konnte ich so nicht stehen lassen, und weil die Wahrheit oft die beste Tarnung ist (höhö), sagte ich ihm, ich sei vom BND, der deutschen CIA. Er war höchst interessiert, fragte nochmal nach, ich sprach ihm "BND" noch einmal vor, dann war er zufrieden ...

Auch heute Morgen war ich wieder früh auf, so kurz vor sechs Uhr, ein bisschen Jetlag ist also noch vorhanden, aber das wird schon besser ... Ich stand auf, ging an den Strand und ging ins Wasser - herrlich, immer wieder, herrlich!

Ich duschte und zog mir Hemd und kurze Hosen an (ja, ich, kurze Hosen!) und ging in Richtung Frühstück. Ich holte mir von einer sehr freundlichen Managerin hier das Okay ab, dass ich so in die Stadt kann (und habe dann am Ende in St. George's auch etliche Grenader in kurzen Hosen gesehen), ließ auf ihr Anraten meinen Pass auch im Zimmer und genoss zunächst einmal mein Frühstück: Auch heute gab es The Local mit Saltfish und Bakes (die sind mit Kokosnuss gebacken, das hatte ich gestern vergessen) mit Muskatnuss-Gelee ...

Ich lief vielleicht zehn Minuten bis an die Hauptstraße, vorbei an diversen chinesischen Einrichtungen der grenadisch-chinesischen Zusammenarbeit (von der mein Taxifahrer vorgestern nicht so richtig viel hielt ...) und stand kaum da, als mich schon ein Minibus anhupte. Ich nickte dem Schaffner zu, der machte die Tür auf und ich stieg ein (zwischendurch wollte mein Nebenmann raus, also stieg ich auch aus und rammte beim Wiedereinsteigen - natürlich - meinen Schädel an die Karosserie) ...

Es ging - mit Gehupe, mit Überholen der anderen Minibusse, die natürlich bei nächster Gelegenheit zurücküberholten, mit teilweise schnellen Kurvenfahrten - in Richtung St. George's und kurz vor dem Minibusbahnhof stieg ich am höchsten Punkt der Route aus, damit ich da nicht hochlatschen musste. Ich zahlte drei Ostkaribische Dollar (etwa einen Euro - auf der Heimfahrt musste ich 3,50 XCD zahlen, keine Ahnung, wieso, vielleicht, weil ich da am Minibusbahnhof selbst eingestiegen war; normalerweise bescheißen die Minibusfahrer da nicht), stieg aus, verlor fast meinen Zimmerschlüssel (den ich dann gut in die Beintasche steckte) und hatte einen Blick auf die steilen Straßen von St. George's ...

Ich guckte mir die Kirchen da oben an, lief dann hinunter zum Fischmarkt, der aber nichts Besonderes war, lief am Busbahnhof vorbei in Richtung Hafen - und merkte dann, dass da ein Tunnel war ... Ich fürchtete schon, außenherum (über diverse Treppen) laufen zu müssen, als ich sah, dass Leute durch den Tunnel durchgehen - also machte ich das auch. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn sich Autos und Menschen einen Tunnel teilen, zumal es keinen Gehsteig oder so etwas gibt, aber das klappt ganz gut, weil hier halt grundsätzlich keine Autofahrer einen Fußgänger über den Haufen fährt.

Über den Parkplatz des Finanzministeriums ging es an die Carenage, die Caldera des einstigen Vulkans und heutiger Hafen. Dort, meine Damen und Herren, ist es sehr, sehr schön: Die buntbemalten Schiffe in diesem pittoresken Hafen, um den herum sich die Hügel mit ebenso bunten Häusern und viel Grün erheben, das macht schon was her, das muss ich sagen.

Auf den Taxifahrer und das Wassertaxi (100 Euro für eine halbe Stunde Fahrt!) verzichtete ich, aber die Statue zur Erinnerung an die Hilfe der Grenader für ein brennendes italienisches Schiff guckte ich mir an, ehe ich in Richtung des hochgelobten Restaurants auf einer Terrasse auf der Carenage marschierte.

Um zwanzig vor elf vor mir das irgendwie noch ein bisschen früh, also lief ich die steile Straße hoch zum Fort George - der kurze, aber schweißtreibende Aufstieg auf der Straße lohnt sich wegen des Blicks auf die Carenage, das Fort selbst ist geschlossen und wohl auch nicht so ansehnlich, sodass ich wieder nach unten marschierte und noch einmal den Tunnel durchquerte, weil das so viel Spaß machte ...

Ich landete nun doch in der Kneipe, trank erstmal (ich hatte natürlich wieder viel zu wenig getrunken) mein Hydrationsprogramm aus Wasser, Cola und Bier, bei Cola und Bier blieb ich dann weiterhin, aß einen Fisch des Tages, der sich als - sehr leckerer - Gelbflossenthun(fisch) herausstellte, gönnte mir danach noch einen (teuren) Blaubeer-Käsekuchen und einen (vergleichsweise günstigen) grenadischen Rum und war so euphorisch, dass ich ein bissel arg viel Trinkgeld gab, aber was soll's?

Nach zwei Stunden Schlemmerei bei wunderbarem Blick auf den Hafen und die Hügel und überhaupt lief ich - natürlich wieder durch den Tunnel - zum Busbahnhof, kaufte mein Wasser unter BND-Tarnung, überzeugte den Fahrer und den Schaffner, dass ich in diesem Bus mit der Nr. 2 mitfahren will (die verstanden mein Ziel falsch und wollte mich zu einer anderen Linie bugsieren), setzte mich hinein, eine Mutter mit kleiner Tochter setzte sich neben mich, wir verstanden uns gut, und nach wenigen Minuten Wartezeit ging es dann los.

Als wir in die Nähe meiner Unterkunft kamen, machte ich es wie die Grenader und klopfte an die Karosserie; das Gefährt stoppte, ich zahlte und zahlte nach und lief dann wieder die paar hundert Meter in Richtung meiner Unterkunft.

Ein Auto kam vorbei und bot mir an, mich mitzunehmen, aber ich jetzt war ich eh schon verschwitzt und wollte die paar Meter noch laufen, sodass ich dankend ablehnte und, als das Auto zurückkam, noch einmal winkte ... Sehr freundlich, diese Grenader!

Ich lief direkt in meine Bude, zog mich um und genoss den Rest des Nachmittages auf meiner Terrasse bzw. im Meer, als die Sonne gerade unterging ...

Nach dem guten Mittagessen verzichte ich heute wieder aufs Abendessen, aber ich kann ausschließen, dass ich diese Nacht verhungern werde.

Heute gehe ich also wieder früh ins Bett, wahrscheinlich bleibe ich morgen noch einmal gemütlich am Strand, aber es ist nicht ganz auszuschließen, dass ich noch eine kleine Ausfahrt in die andere Richtung der Hauptstraße, nach Grenville mache (meine Managerin hat mir die Inselrundfahrt - also einmal um die Insel herum - heute ausgeredet, weil sie meinte, ich bräuchte da zu lange; war am Ende auch nicht verkehrt so ...).

Fotos von St. George's:

Blick auf die Hügel in der Nähe meines Hotels

Anglikanische Kirche

Sendall-Tunnel

Da steht's ja!

Carenage I

Carenage II

Grenadische Flagge

Blick auf die Carenage vom Hügel oben

Blick aufs Kreuzfahrtterminal

Lecker Rum

Montag, 15. Mai 2023

Das Muttertagsmenü und einen Cornerstone

..., also, einen Cocktail namens "Grundstein", habe ich heute Mittag gemütlich genossen, so gemütlich, dass ich heute Abend aufs Abendessen verzichtet habe und mich aufs Frühstück freue.

Wenn es hier an diesem wunderbaren Hotel eine Sache zu kritisieren gibt, dann die, dass die Betten schon wahnsinnig hart sind - nun mag ich es ja eigentlich, wenn die Betten nicht zu weich sind, aber hier ist es ein kleines bisschen zu viel des Guten ... Dass ich nicht ganz so gut geschlafen habe, wird auch noch am Jetlag und an der Tatsache gelegen haben, dass ich gestern viel zu wenig (Nichtalkoholisches) getrunken habe - mal sehen, ob ich das heute besser gemacht habe ...

Ich war also gegen halb sechs endgültig wach, versuchte auch nicht mehr, irgendwie einzuschlafen, und war gegen 6 Uhr schon am Strand. Ich machte einen kleinen Spaziergang entlang des bogenförmigen Strandes und setzte mich dann schon gleich einmal auf meinen Stuhl am Strand - der ist jetzt quasi für mich reserviert, da traut sich auch kein anderer drauf ...

Ich ging schwimmen, wechselte die Badehose und ging zum Frühstück, das es wohl ab 8 Uhr gibt - ich bestellte das lokale Frühstück (das heißt wirklich so, also, klar, auf Englisch: "the local"), das aus Saltfish (also gesalzenem Fisch), Bakes (im Wesentlichen Brötchen), Papaya (saumäßig gut) und Muskatnussgelee besteht. Ja, so habe ich auch erstmal geguckt, aber das schmeckt wirklich lecker, gerade auf den Bakes drauf ...

So gestärkt verzog ich mich wieder in meine Bude, wanderte zwischen dieser und dem Strand hin und her, genoss es so richtig, einfach mal nichts zu tun und keinen Plan zu haben.

So gegen 12.30 Uhr kam ich aus dem Wasser, wechselte abermals die Badehose und ging zum Mittagessen. Ich bekam das Muttertagsmenü in die Hand gedrückt, das es sogar zu einem einigermaßen akzeptablen Preis gab, und bestellte also aus diesem Fischsuppe zur Vorspeise (sehr lecker, auch wenn da auch ein guter Teil Lambi, also Seeschnecke, drin war), Kingfish-Piccata als Hauptgericht (auch wenn das keine Piccata in dem Sinne waren, wie ich sie kenne, und zudem mit Kapern obendrauf, was ich ja mag), auch das war erstens eine Monsterportion und zweitens soooooo lecker, und mit ein bisschen Abstand gab es den Schokoladenkuchen, der inzwischen in aller Welt "Death by chocolate" heißt, also "Tod durch Schokolade". Lecker war der hier auch.

Das obligatorische Bier (den Ruf als Biertrinker habe ich auch hier schon weg ...) wurde am Schluss durch den Cornerstone-Cocktail, bestehend aus Crème de banana, Bailey's und Grand Marnier, ersetzt - joa, und dann war ich erstmal gut bedient, weil ich dann doch zweieinhalb Stunden da geschlemmt hatte ...

Es ging wieder an den Strand und nach einer ausreichenden Karenz ging ich schwimmen - herrlich! Wieder pendelte ich zwischen Strand und Zimmer, blieb am Strand sitzen, bis es dunkel war, ging dann ins Zimmer, duschte und schreibe jetzt diese Zeilen, ehe ich gleich früh ins Bett gehe ...

Ein herrlicher Tag, ganz entspannt, ganz wunderbar, mit tollem, leckerem, lokalem Essen - so stelle ich mir Urlaub vor ...

Am Morgen in meiner Bucht

Baum im Wasser

Blick auf meine Hotelanlage

Unten rechts wohne ich ...

Da fällt schon nix runter

Frühstück mit Saltfish


Sonntag, 14. Mai 2023

Even fantasticer

... fand ich, dass es hier im Hotel einen abnehmbaren Duschkopf gibt, und das sprach ich aus im völligen Bewusstsein, dass ich eine falsche Steigerungsform verwende (das englische Wort "fantastic" hat mehr als zwei Silben und deswegen heißt "fantastischer" dann "more fantastic"). Die Chefin hier schmunzelte auch wie gewünscht, und die Fackeln und Mistgabeln sollen Darko, Charles, Jeannette und Beatrix - meine Englischlehrer - schön stecken lassen ...

Das Aufstehen heute Morgen um 4 Uhr ging sogar einigermaßen gut - es war ja schon 10 Uhr in Deutschland und ich war gestern nicht zu spät ins Bett gekommen. Ich duschte und war pünktlich fertig. Ich verließ das Zimmer, als auch die Mitfahrerin aus Zimmer 2 aus ihrem Schlafgemach kam - das Taxi kam ein bisschen verspätet, aber das war völlig wurscht, weil wir völlig ausreichend Zeit hatten.

Die Fahrerin erläuterte mir - die Mitfahrerin und sie kannten sich, weil sie offenbar öfter miteinander unterwegs sind vom und zum Flughafen -, dass die Regierung von Trinidad und Tobago in Port of Spain offenbar viele Sozialwohnungen gebaut hat, in denen die Miete 100 Trinidad-und-Tobago-Dollar, also ungefähr 14 Euro, im Monat kostet - gleichzeitig gibt es aber in Port of Spain auch veritable Hochhäuser, die Einkommensverteilung scheint also wirklich sehr unterschiedlich zu sein ... (Achso, die Fahrerin guckte während des Stop-and-go kurz vor dem Flughafen auf ihrem Handy Tiktok-Videos ...)

Die Mitfahrerin hatte kein T&T-Bargeld mehr, sodass ich erst einmal auslegte und schon einmal zum Gate ging, während sie eincheckte.

Ich hatte online eingecheckt, konnte mit der Handy-Bordkarte aber nicht durch zur Sicherheitskontrolle, weil ... keine Ahnung, weil das halt nicht ginge - kompletter Bullshit, aber es blieb mir nichts übrig, als zu den Self-Service-Schaltern zurückzulatschen und mir da den Wisch zu holen (wenigstens ging das dann schnell, als ich mich an die - langsame - Verarbeitungsgeschwindigkeit der Automaten angepasst hatte) ...

Dann durfte ich durch, ging - mit Schuheausziehen (mehr Leute sind durch Bakterien wegen Schuheausziehen gestorben als durch Schuhbomber, der regelmäßige Leser kennt meine Litanei ...) -  durch die superschnelle Sicherheitskontrolle und war jetzt eineinhalb Stunden vor Abflug viel zu früh ...

Ich ging in die Lounge (meine Bank streicht mir zum 31. Mai die kostenfreie Lounge-Nutzung, ich fürchte, da muss ich mein Sonderkündigungsrecht ausüben ...), frühstückte dort und ging dann - vermeintlich pünktlich - zum Boarding zu Gate.

Dort traf ich Vernice (meine Mitfahrerin) wieder, es stellte sich heraus, dass sie nach Barbados fliegt, um ihre Heimat Dominica weiterzufliegen, sie hatte mich schon gesucht (sorry!), wir klärten das mit der Aufteilung der Taxifahrt sehr freundschaftlich, und ich setzte mich ans Gate.

Irgendwie bezog ich die Ansage der Boardingtante noch nicht auf mich, aber irgendwann konnten da nicht mehr nur Business-Class-Passagiere gemeint gewesen sein, als schon zwanzig Leute durchgingen, also stellte ich mich auch an.

Der erste Bus war gerade zum Flugzeug gefahren, aber hinter mir waren noch viele Leute, ich bekam zur Belohnung für geduldiges Warten erstmal ein "unable to board" ("kann nicht einsteigen"), aber das lag daran - das hatte ich mir schon gedacht -, dass ich keinem Check-in-Menschen begegnet war, der mir meine Ausreisekarte hätte abnehmen können. Die Boardingtante nahm die Karte an sich, dann konnte ich ein den Bus einsteigen.

Es ging einmal außenherum zu unserer Turboprop-Maschine, wir stiegen hinten ein (der Ausgang vorne ist nur Notausgang ...), ich hatte eine ganze Reihe für mich allein, denn der Flieger war recht leer. Als wir rollten, grinste ich wie ein Honigkuchenpferd ob der Aussicht, jetzt gleich in mein 150. Land zu kommen, das fand die Flugbegleiterin, die uns zugewandt saß, glaube ich, ein bisschen schräg, aber sie ließ mich trotzdem in Ruhe.

Nach 28 Minuten Flugzeit landeten wir um 8.05 Uhr auf Grenada. Es dauerte ein bisschen, bis wir aussteigen konnten, aber dann ging die Einreise einigermaßen fix. Die Grenzerin begrüßte mich ausdrücklich, das finde ich immer schön - der Zoll ging auch fix, und mein über das Hotel bestellter Fahrer stand schon da und begrüßte mich.

Es ging eine halbe Stunde durch die hügelige Landschaft von Grenada, der Fahrer, Antony, war ein wunderbarer Reiseführer, der mir nicht nur erläuterte, dass die Stimmung gegenüber der hiesigen Monarchie - Charles III. ist ja auch hier König - nicht ganz so ablehnend wie etwa auf den Bahamas oder in Jamaika, sondern auch, dass die Studenten hier in der Karibik ganz munter das Land zum Studium wechseln - wer etwa Medizin studieren will, komme hierher nach Grenada, aber wer Jurist werden wolle, gehe nach Barbados, und angehende Ingenieure werden auf Trinidad ausgebildet. (Nein, Katze, du kriegst nix! Hier mauzt gerade eine Katze um mich herum ...)

Gegen, ich weiß nicht mehr genau, 9 Uhr kamen wir - ich hatte unterwegs noch Geld am Automaten geholt, die Beschriftung war sogar auf Deutsch - am Hotel an. Schon der erste Blick war fantastisch, ich konnte schon einchecken, die sehr freundliche Chefin begleitete mich aufs Zimmer - abnehmbarer Duschkopf, großes Zimmer, großes Bad, Meerblick - wunderbar, wunderbar, wunderbar!

Ich machte es mir gemütlich, applizierte Sonnencreme (hatte ich mal erwähnt, wie eklig das jedes Mal ist?), auf dass ich nicht noch ekligeren Sonnenbrand bekäme, und begab mich an den Strand. Naja, was soll ich sagen? Traumhaft schön - wunderbarer Sand, wunderbare Palmen, wunderbares Meer in dieser kleinen, geschützten Bucht hier auf der Atlantikseite.

Ich ging schwimmen, setzte mich an den Strand, ging zum Mittagessen (wunderbare Fish & Chips mit einheimischem Fisch), ging wieder in meine Bude, ging an den Strand - und guckte noch Eurovision Song Contest, oder, wie Stefan Raab einmal so schön formuliert hat: die Europameisterschaft im Singen.

Zum Abendessen gab es dann Lambi, das ist die einheimische Seeschnecke, mit einer Tomatensauce und Reis - das war sehr lecker, auch wenn der Geschmack und Konsistenz der Seeschnecke etwas gewöhnungsbedürftig sind. Als Nachtisch gab es flambierte Banane, das war auch sehr gut, aber da war noch soviel Likör drin, dass ich auf den eigentlich angedachten Cocktail verzichtet habe und smart, wie ich nunmal bin, den Rückzug ins Zimmer angetreten habe.

(Eins noch von gestern von Port of Spain: Auf dem Weg zu meiner Abendessenkneipe habe ich auf der Straße so ziemlich das erste Mal in meinem Leben eine richtige Ratte gesehen ... Die war gut genährt, aber ausreichend weit entfernt von der Kneipe, als dass ich mir da Sorgen gemacht hätte ...)

Fotos werden die nächsten Tage vielleicht ein bisschen langweilig, denn außer am Montag, wenn ich eine kleine Inselrundfahrt ins Auge gefasst habe, werden das meist nur Strandfotos werden - schlecht fühle ich mich deswegen aber nicht ...

Strandpanorama

Strand

Samstag, 13. Mai 2023

"The gate is closing"

Blogeintrag für den 12. Mai 2023

Das sah heute Morgen nicht so ganz optimal aus ("Der Flugsteig schließt jetzt"), als ich da - zwar nicht rennend, aber doch zügig gehend - zum Gate in Amsterdam kam, aber selbstverständlich wartete man auf mich, weil ich ja für die Verspätung, die ich aus dem Flug von Frankfurt nach Amsterdam mitgenommen hatte, nichts konnte. Und selbst nach mir kamen noch ein paar Leute angetrabt.

Da war ich aber längst ins Gespräch mit einer sehr sympathischen Niederländerin vertieft, die zunächst neben mir saß, dann aber - vor lauter Vorfreude, ihren Freund, den sie in Sint Maarten besuchen wollte, wiederzusehen - ein bisschen schlafen wollte und die Flugbegleiterinnen fragte, ob sie sich auf einen der freien Zweiersitze setzen könnte. Das konnte sie - nach dem Start -, und das hatte den Vorteil, dass ich zumindest für den großen Flug auch nicht so beengt saß.

Ich hatte am Morgen fast noch für 40 Euro Aufpreis mir einen Fensterplatz ergattern wollen, dann aber doch davon abgelassen, so hatte ich 40 Euro gespart und trotzdem vergleichsweise viel Platz, wunderbar.

In Wiesbaden werden seit Corona auch schon um 22 Uhr die Bürgersteine hochgeklappt, denn wir fanden keine Gaststätte mehr, die uns aufnehmen wollte. Der Spätshop um die Ecke hatte aber noch offen, und da wurden Bier, Cola und Chips gekauft, auf dass wir sie in Ninas Wohnung vernichten. Wir quatschten noch bis Mitternacht, der Wecker um 3.30 Uhr war dementsprechend brutal, aber ich kam pünktlich zum Bus, pünktlich zur S-Bahn und pünktlich ans Terminal 2.

Die Smartway-Buchung wäre zumindest heute Morgen nicht notwendig gewesen, weil die Sicherheitskontrolle recht leer war, als ich ankam, aber der Smartway-Kontrolleur freute sich richtig, dass da jemand kam und musste erstmal seine App starten. Bei der Berechtigungsprüfung ging irgendetwas schief, sodass ich am Ende eine E-Mail bekam, wieso ich die Dienstleistung denn reserviert und dann nicht genutzt hätte - ich antwortete, dass das ein Fehler sei, weil ich sie genutzt hätte ...

Die Sicherheitskontrolleure waren nicht so wirklich gut gelaunt, aber mein Zeug lief alles ohne Probleme durch, beim Boarding musste noch mein Reisepass kontrolliert werden (für den Flug nach Trinidad), aber dann durfte ich auch in den Flieger steigen.

Wir standen und standen (in Frankfurt), weil in Amsterdam schlechtes Wetter war und deshalb weniger Landeslots verfügbar waren, aber im Landeanflug kam die Ansage, dass mein Flieger wartete, ich mich aber beeilen solle ... Das tat ich, ich durfte durch die Prioritätenpasskontrolle, wurde bei der Grenzerin (in den Niederlanden ist die Passkontrolle wohl Aufgabe einer Einheit der Armee!) schnell ausgereist und kam dann noch halbwegs pünktlich am Gate an.,

Der Flug mit KLM war - das muss ich wirklich sagen - sehr, sehr angenehm, das Essen war hervorragend, die Flugbegleiterinnen waren sehr freundlich, und kostenfreies WLAN (kostenfrei hieß hier langsam, für WhatsApp reichte es, für mehr nicht, da hätte ich dann was zahlen müssen), und so guckte ich unter anderem Everything Everywhere All At Once (da hatte ich schon drauf gehofft, dass der verfügbar war) und futterte mich sonst durch die Essensangebote durch.

Nach neun Stunden sehr entspannten Fluges kamen wir in Sint Maarten an, der Flieger leerte sich und füllte sich wieder mit Reisenden nach Amsterdam, diesmal war es nicht ganz so bequem, aber für eineinhalb Stunden Flug reichte auch das.

Wir waren schon fast an der Startbahn, als wir doch noch einmal drehten und zurück zum Gate fuhren, Sekunden später überlegten die Zuständigen sich das aber doch anders, sodass wir abermals drehten und wenige Sekunden danach schon starteten und abhoben.

Die Einreise nach Trinidad und Tobago war langwierig (Einreise und Zoll sind ziemlich bürokratisch hier), aber wenigstens brauchte ich außer der völlig sinnfreien Einreise- und Zollkarte, die ich schon im Flieger bekommen hatte, nichts mehr sonst ...

Der Taxifahrer begleitete mich erst zum Geldautomaten, dann fuhr er völlig im Seich herum, sodass ich ihm dann zwischendrin sagte, dass er jetzt endgültig in die falsche Richtung fährt, daraufhin drehten wir um, und ich kam endlich an meinem Hotel an.

Die Besitzerin hier ist sehr freundlich und sehr umtriebig, sie hat mir schon ein Taxi für morgen früh organisiert, das nicht nur deswegen sehr viel billiger ist als das Flughafentaxi, weil ich es mir mit einem anderen Gast des Hotels teilen kann, sondern auch, weil die Flughafentaxifahrer halt einfach eine semi-kriminelle Mafiabande sind - aber wo sind sie das nicht?

Insgesamt bin ich von Port of Spain auf den ersten Blick sehr angetan, die Berge als Hintergrund sind toll, die Straßen sind breit und gut, ich war eben noch in einem sehr schönen Lokal essen (Fisch süß-sauer, auch sehr, sehr lecker), so im Moment finde ich es ein bisschen schade, dass ich nicht länger in Port of Spain bin, aber ich hoffe, diesen Gedanken werde ich morgen in Grenada am Strand schnell abschütteln.

Mein 149. Land ist das jetzt, morgen kommt das 150. - ich bin sehr gespannt.

Jetzt bin ich aber fast 24 Stunden wach und entsprechend müde, gute Nacht!

Donnerstag, 11. Mai 2023

This is the (smart) way

Mal gucken, was das morgen am Frankfurter Flughafen wird: Seit März kann man sich für die Sicherheitskontrolle einen Zeitslot reservieren, und während der zehn Minuten vor und nach der Zielzeit kommt man durch diese spezielle "Smartway"-Schleuse dann zu seiner Sicherheitskontrolle. Für morgen habe ich als Zielzeit 5.45 Uhr angesetzt, also sollte ich von 5.35 Uhr bis 5.55 Uhr dort durch die Schleuse können. Wenn das alles klappt, ist das sehr gut, vor allem, weil das - jedenfalls im Moment - kostenlos ist, und die Schlangen am Terminal 2 (von dort fliege ich nach Amsterdam) können ja recht lang sein.

Im Moment bin ich auf dem Weg nach Wiesbaden, wo ich bei der Tel-Aviv-Ex-Kollegin übernachte - morgen um 4.28 Uhr geht der Bus zum Hauptbahnhof und von dort die S-Bahn zum Flughafen. Ich hoffe, ich bin pünktlich um 5.13 Uhr am Flughafen, denn ich muss noch vom Terminal 1 mit dem Shuttlebus zum Terminal 2 - die SkyLine ist mal wieder im Umbau.

Um 7 Uhr geht es dann von Frankfurt nach Amsterdam, dort komme ich planmäßig um 8.10 Uhr an. In den Niederlanden bin ich, glaube ich, noch nie aus dem Schengen-Raum ausgereist, das wird morgen also eine Premiere; durch die Sicherheitskontrolle muss ich zum Glück nicht (jedenfalls normalerweise nicht), und um 9.35 Uhr geht es dann in Richtung Sint Maarten, wo wir um 12.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr deutscher Zeit), also nach neun Stunden Flug ankommen. Eineinhalb Stunden dauert das Ent- und Beladen der Fluggäste, bis wir um 14.05 Uhr (20.05 Uhr deutscher Zeit) weiterfliegen. Um 15.40 Uhr (21.40 Uhr deutscher Zeit), eineinhalb Stunden später, landen wir am Flughafen von Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, meinem 149. Land.

Ich muss schauen, ob ich mit dem Bus oder mit dem Taxi in die Stadt fahre, das entscheide ich, glaube ich spontan.

Lange in Port of Spain werde ich mich nicht aufhalten, denn am Samstagmorgen geht es ja schon nach Grenada zur Feier meines 150. Landes.

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Bei meiner Heimfahrt am Montag standen wir natürlich vor Freiburg noch ein bisschen, weil die Gleise da irgendwie immer überbelegt sind. Der Anschluss nach Neustadt sollte um 19.50 Uhr (statt planmäßig um 19.40 Uhr) fahren, und als wir um 19.35 Uhr dann endlich in Freiburg eintrudelten, bewegte ich mich zügig, aber nicht im Vollsprint zum Gleis 7. Über die andere Unterführung musste ich zum Gleis 8 und wurde bei meiner Ankunft dort schon von einem Zugführer gefragt, wo ich hinwolle. Ich stieg in den Zug nach Villingen ein, und um 19.42 Uhr fuhr der (schon!) los - das ist dann natürlich auch mal wieder suboptimale Kommunikation seitens der Bahn, aber was will man schon erwarten?

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Nicht ganz so ruckzuck abgeschlossen wie für Zagreb war die Buchung, die Jessi, Christian und ich am Dienstag gebastelt haben, aber von Idee bis Buchung des Hotels waren es da auch nur 175 Minuten: Um 18.13 Uhr brachte ich - ich saß im "Sonntag" und hatte möglicherweise schon ein alkoholfreies stilles Wasser konsumiert - die Idee auf, über Pfingsten nach Irland zu fliegen. Die erste Idee war vom Flughafen Hahn am 27. Mai abends nach London zu fliegen, dort durchzumachen, am 28. Mai morgens von London nach Kerry zu fliegen und am 29. Mai mittags von Kerry direkt zurück zum Hahn.

Während ich einen Anschiss meiner Ma kassierte, dass ich in der Kneipe am Handy hing anstatt mit den Damen zu kommunizieren, verweigerte Jessi um 19.08 Uhr die Mitwirkung, weil sie keine Lust hatte, die Nacht in London durchzumachen und dann völlig übermüdet in Irland im Linksverkehr durch die Gegend zu fahren. SAD!

Sechs Minuten später, um 19.14 Uhr, brachte Christian die Idee auf, dass wir einfach schon am Freitag, dem 26. Mai, mittags vom Hahn direkt nach Kerry und am Pfingstmontag, dem 29. Mai, ebenso direkt wieder von Kerry zum Hahn zurückfliegen. Um 19.17 Uhr wollte ich noch einmal drüber schlafen, um 19.29 Uhr hatte ich drüber geschlafen, und um 19.59 Uhr (verzögert durch das Abendessen bei Jessi und Christian) war der Flug gebucht. Um 20.29 Uhr war das Auto klargemacht und um 21.08 Uhr - inzwischen war ich wieder zuhause - wurde auch die Unterkunft gebucht - wir haben jetzt eines von vier Häusern am Ende der Welt, aber mit - auf den Bildern - wunderbarem Meerblick, das Anwesen hat insgesamt 1.500 m², WLAN haben wir sogar auch, und das wird unsere Basis für Ausflüge durch County Kerry und County Cork.

Natürlich bin ich heilfroh, dass Jessi gegen diese Durchmach-und-dann-nur-ein-Tag-in-Irland-Aktion ihr Veto eingelegt hat, denn so haben wir zwei volle und zwei halbe Tage in Südwestirland, wo es etliche schöne Hügelchen mit entsprechenden Pässen gibt - das wird hoffentlich toll, vor allem, falls das Wetter mitspielen sollte, aber das können wir sowieso nicht ändern.

Nächster Blogeintrag kommt voraussichtlich erst am frühen Samstagmorgen (dem Freitagabend in Trinidad) ...

Montag, 8. Mai 2023

Einmal quer durch Deutschland

... fahre ich gerade, und obwohl ich mit der Bahn fahre (jedenfalls seit Flensburg), sieht es so aus, als käme ich heute noch an ... (Im Moment der Veröffentlichung bin ich zwischen Offenburg und Freiburg.)

Das Aufstehen heute Morgen war mühsam, obwohl ich einigermaßen früh ins Bett bin. Ich duschte, packte, belud das Auto, hinterließ das Häuschen in ordentlichem Zustand (meiner Mutter wird gerade angst und bange) und war um 6.10 Uhr unterwegs. Ziemlich pünktlich gegen 6.30 Uhr kam ich an der Fährstation an, die Kennzeichenerfassung funktionierte jedenfalls bei mir nicht (wenn die Kamera das technisch überhaupt kann), aber das war nicht schlimm, denn mit der eingegebenen Reservierungsnummer bekam ich meine Spur zugewiesen (Nr. 4) und stellte mich dort an.

Die Fähre kam erst um 6.50 Uhr an, ich vermutete, dass die Abfahrt nicht pünktlich sein würde, aber obwohl wir erst um 6.55 Uhr die Fähre befahren durften, kamen wir doch um genau 7 Uhr weg. Da stand ich natürlich schon an Deck und winkte Fünen zum Abschied zu.

Es ging an der Insel Lyø vorbei, der nächsten einstmals traumatischen Erinnerung, aber dann war ich auch mit der Verarbeitung fertig, und gegen 7.50 Uhr kamen wir in Fynshav auf der Insel Alsen an. Das Verlassen der Fähre klappte auch wunderbar, und genau 8.29 Uhr war ich wieder in Deutschland. Ich gab noch meine leeren Pfandflaschen ab (das Bier hatte ich - absichtlich - in Dänemark im Kühlschrank gelassen) und tankte, dann war ich schon vor 9 Uhr bei der Autovermietung. Dort klappte auch alles wunderbar, sodass ich schon den Bus um 9.11 Uhr zum Bahnhof erwischte.

Ich hatte jetzt viel Zeit und nutzte diese, um meine neue Bahncard 100 zu erstehen. Der Mitarbeiter im Reisezentrum meinte dann, jetzt könnte er den Laden für heute schließen, denn der Tagesumsatz sei erreicht - gern geschehen, junger Mann!

Um 10.15 Uhr fuhr der Regionalexpress in Richtung Hamburg ab, war immer wieder ein paar Minuten verspätet, aber den ICE in Neumünster erreichte ich am Ende doch völlig problemlos. Die Abfahrt verzögerte sich erst einmal um ein paar Minuten, aber dann ging es einigermaßen pünktlich durch Deutschland.

Ich erzeugte eine Präsentation der Neuseeland-Reise, und bis Frankfurt hatte ich meine aktuelle Serie dann auch schon fast zu Ende geguckt. In Baden-Württemberg klappte dann natürlich nicht mehr so arg viel, sodass ich jetzt den angepeilten Anschluss nach Neustadt sicher verpasse und mich auch sonst sputen muss, den nächsten Zug - dann aber sogar hoch nach Rötenbach - zu erwischen ...

Da dieser Abend wahrscheinlich in der Bonndorfer Gastronomie enden wird, wollte ich schon einmal die Reise blogtechnisch möglichst abgeschlossen haben.

Diese paar Tage in Dänemark waren - trotz der unglücklichen Reisepartner-Situation im Vorfeld - wirklich ganz wunderbar, dass ich wirklich in der Ostsee baden würden (ja, geschätzte 1,4 Sekunden, aber trotzdem!), hätte ich definitiv nicht gedacht, und mit dem Wetter hatte ich zumindest gestern richtig Glück - das war ganz toll. Aber auch der (regnerische) Samstag war mit dem Ausflug nach Ærø sehr, sehr schön.

Gut gegessen habe ich jeden Abend, und die Bierchen in der Bude waren auch gut, auch wenn es schon schöner ist, wenn man sein Tagwerk verbracht hat und zum Essen ein Bier trinken kann, weil man eben nicht mehr noch ein Stück fahren muss. Fisch am Meer ist natürlich ein Muss, und das war auch lecker, aber dieses Omelette gestern war auch wirklich gut, selbst wenn die zweite Portion nicht unbedingt hätte vollständig sein müssen.

Meine Vermieter habe ich jetzt gar nicht kennengelernt, aber das war jetzt nicht schlimm. Die Dänen, mit denen ich Kontakt hatte, waren sehr freundlich (in Ærøskøbing hat einer sogar auf Dänisch an mich herangeredet, ich hatte außer "skål" aber nicht viel verstanden, also hielt ich ihm mein Bier hin, und er stieß mit seinem Schnaps an - passte also), und Englisch spricht gefühlt jeder.

Doch, das hat mir gefallen in Dänemark, auch wenn natürlich alles (außer der Fährfahrt) sauteuer ist, aber das ist halt quasi Skandinavien, das weiß man im Vorfeld.

Fotos gibt es auch noch von gestern Abend und heute Morgen, aber dann ist es auch mal genug von dem Steg ...

Sonnenuntergang ...

... und Sonnenaufgang

Abschied von Fünen

Sonntag, 7. Mai 2023

Der erste Tag des Sommers

... war das heute gefühlt nicht nur für Dänemark, sondern auch für mich. Ja, in Zentralasien war es warm und gutes Wetter, aber das war nicht Europa und das zählt irgendwie nicht. Und in Israel war definitiv noch kein Sommer gewesen, aber als ich heute Morgen aufwachte und blauen Himmel erhaschte, der immer mehr wurde, bis schließlich keine einzige Wolke mehr am Himmel zu erkennen war, als ich heute im kurzärmligen Hemd durch die Städte getigert bin, ohne zu frieren, das fühlte sich wie Sommer an.

Auch heute schlief ich aus, auch heute zog ich mir die Badehose an, um mich mal auf den Steg zu wagen, auch heute ging ich zurück - erstmal ... Dann packte es mich aber doch, ich legte die Brille und das Badetuch auf die Veranda, marschierte zum Ende des Stegs, stieg ins Wasser, tauchte einmal komplett unter ... - und machte, dass ich wieder an Land kam und unter die Dusche. Ich muss aber gestehen, dass es gar nicht sooooooo kalt war wie gedacht, immer noch saumäßig, aber nicht so brutal. Schwimmbewegungen hat man trotzdem keine von mir gesehen, das muss bei acht Grad (plus, immerhin!) auch nicht sein ... (Jaha, bei minus acht Grad "Wasser"-Temperatur könnte ich nicht schwimmen, ich weiheiß!)

Nach der Dusche zog ich mich an und setzte mich erstmal auf die Veranda (da sitze ich jetzt gerade zum Blogschreiben nach dem Fußball auch wieder, so im Unterhemd ist es aber dann trotz Sonne doch ein bissel frisch, mal sehen, wie lange ich das aushalte ...). Dort gefiel es mir, dort blieb ich erstmal sitzen, beobachtete Enten und Schwäne hier in meinem kleinen Ostseereich und genoss, wie der Himmel immer blauer wurde ...

So richtig ganz warm war es heute Morgen aber noch nicht, also entschied ich mich doch zu einer kleinen Inselrundfahrt. Ich fuhr in Richtung Nyborg, dem Ort, an dem die Brücke nach Seeland Fünen verlässt und kam dabei - wie gestern Abend - nicht nur am Schloss Egeskov, sondern auch am Schloss Brahetrolleborg vorbei. Letzteres ist - egal, ob man von Osten oder von Westen kommt - sehr beeindruckend anzusehen, von Westen sieht man das Schloss selbst, von Osten das Verwaltungsgebäude, und auch das ist überraschend hübsch anzugucken ...

Es ging durch verwunschene Wälder, offene Agrarflächen, immer mal wieder konnte man einen Blick aufs Meer erhaschen, und ganz definitiv konnte ich das in Nyborg. Ich guckte mir die Stadt an sich gar nicht großartig an, sondern fuhr direkt an den Strand, und der war sehr schick, gerade mit der Brücke im Hintergrund.

Direkt am Ufer sind hier sehr häufig Steine, die den unmittelbaren Einstieg nicht ganz so einfach machen, aber für den einfachen Zugang haben die Dänen Stege erfunden und gebaut, die hier gefühlt alle paar Meter ins Meer ragen. Dort trauten sich auch ein paar Dänen ins Wasser, teilweise sogar komplett unbekleidet, aber zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass die es auch nicht stundenlang - oder auch nur mehrere Minuten lang - im Wasser aushielten ...

Weiter ging es, in Richtung Kerteminde, einer angeblich auch schönen Kleinstadt im Nordosten Fünens. Joa, schön ist es dort, aber ich hätte Ærøskøbing gerne noch einmal heute - bei Sonnenschein - gesehen, denn das war gestern im Regen für mich beeindruckender als Kerteminde heute in der Sonne.

Das ändert nichts daran, dass das Meer um Kerteminde herum mit seiner - bei Sonne - türkisen Farbe wunderschön ist, und der Nordstrand ist infrastrukturell auch sehr gut ausgebaut, da gibt es nicht nur Stege mit Wasserzugang für Menschen, die gehen können, sondern auch solche für Rollstuhlfahrer - ganz großartig!

Von Kerteminde nun aber fuhr ich nach Odense, gefühlt die einzige wirklich größere Stadt auf Fünen, was man auch daran merkte, dass ich hier erstmals ernsthaft einen Parkplatz suchen musste. Die öffentlichen Parkplätze sind aber sonntags kostenfrei (glaube ich ...), und nach einigem Suchen stellte ich mich auf einen solchen Platz.

Ein kurzer Stadtbummel folgte - strahlendblauer Himmel allenthalben -, zum Rathaus und zur St.-Knud-Kirche, dann durch einen kleinen (wunderschönen) Park an der Hans-Christian-Andersen-Statue vorbei, aber jetzt hatte ich dann doch Hunger und wollte mir eine Fünener oder jedenfalls dänische Spezialität einverleiben: Æggekage.

Übersetzt heißt Æggekage nichts anderes als Omelett, aber hier macht man das mit Tomate, Bacon und Schweineschwarte (achso, und Senf und Rote Bete), und wenn ich da schonmal ein All-you-can-eat-Restaurant erwische, das das im Angebot hat, dann nehme ich auch noch eine zweite Portion. Das Ganze fand ich einer recht gemütlichen Gaststätte in einem Park im Süden Odenses statt, es war gerade eine Hochzeit oder Taufe, aber ein Plätzchen bekam ich noch, so ganz richtig mit mir umzugehen (sprachlich) wussten sie nicht, weil ich erst ständig auf Dänisch angesprochen wurde, aber die Leutchen dort waren wirklich sehr, sehr freundlich und sprachen dann auch Englisch mit mir ...

Nach zwei leckeren Portionen also war ich pickepackesatt und fuhr auf direktem Wege zurück in meine Bude. Meine Vermieter habe ich bis jetzt nicht getroffen, aber ich lasse das noch ausstehende Geld jetzt auf dem Tisch liegen und mache mich morgen in aller Frühe vom Acker.

Morgen also geht um 5 Uhr der Wecker, um spätestens 6.10 Uhr will ich hier aufbrechen, damit ich um 6.30 Uhr an der Fähre bin, die um 7 Uhr fährt. Um 7.50 Uhr bin ich planmäßig in Fynshav (Fünenshaff), und von dort brauche noch eine knappe Stunde nach Flensburg. Ich muss noch tanken und die Pfandflaschen wegbringen, dann gebe ich hoffentlich um kurz nach 9 Uhr mein Auto ab und fahre dann mit dem Bus zum Bahnhof; von da soll es mit dem Regionalexpress nach Neumünster gehen und von dort dann mit dem ICE nach Freiburg. Wenn alles glatt geht, bin ich um kurz vor acht in Neustadt, ansonsten halt vielleicht um zwanzig vor neun in Rötenbach - irgendwie ankommen werde ich morgen hoffentlich.

Zu tun habe ich morgen im Zug auch: Uli hat darum gebeten, dass sie wieder so eine Präsentation unserer Reise bekommt, und da ich die Powerpoint-Version unserer für 2020 geplanten Reise verschlampt habe, mache ich jetzt halt eine neue ...

Fotos:

Schloss Brahetrolleborg

... und dessen Verwaltungsgebäude

Strand in Nyborg mit Blick auf die Brücke nach Seeland

Kirche in Kerteminde

Nordstrand Kerteminde

St.-Knud-Kirche in Odense

Rathaus von Odense

St.-Albani-Kirche

Hans Christian Andersen vor Sankt Knud

Park in Odense I

Park in Odense II

Æggekage

Samstag, 6. Mai 2023

Ein Hühnchen mit Ærø zu rupfen

... hatte ich seit gut 24 Jahren, denn damals, im Frühjahr 1999, war ich zum Abschluss eines (durch die EU geförderten) Projekts meiner Schule mit einigen Schülern meiner Schule und aus dem europäischen Ausland (unter anderem aus den Niederlanden und Österreich) auf der Ostsee segeln. Mir ging es während der Reise nicht wirklich gut, jedermann (einschließlich mir) missdeutete das als Heimweh (und das bei einem Sechzehnjährigen, wie peinlich!), aber ich wollte nicht heim zu Mama und Papa, sondern ich wollte vor allem meine Ruhe haben, und das war halt in der beengten Umgebung des Segelboots mit unserer Sechs- oder Acht-Mann-Kajüte nicht möglich. Ein Zwischenstopp auf der Reise war Marstal auf der Insel Ærø in der Dänischen Südsee, und auch wenn ich heute nicht nach Marstal kommen würde (sondern "nur" nach Ærøskøbing), wollte ich die Gelegenheit nutzen, das damalige Trauma aufzuarbeiten und meinen Frieden mit Ærø zu machen.

Ich schlief - es geschehen noch Zeichen und Wunder in einem meiner Urlaube dieses Jahr - einfach mal aus. Das hieß zwar immer noch, dass ich gegen halb neun wach war, aber ich blieb einfach noch ein bisschen liegen und kuschelte in meinem Schlafzimmer mit Blick aufs Meer. Schöööön!

Ein Blick hinaus zeigte, dass das Wasser heute Morgen nicht mehr ganz so hochstand, und in einem Anfall von Wahnsinn zog ich mir die Badehose an und die Flipflops und ging die paar Meter zum Meer. Ich bekam auf WhatsApp etliche Kommentare zu dem Bild vom Steg, wo ein Stückchen zwischen Steg und Ufer zu fehlen scheint, aber da sind Steine im (flachen) Wasser, sodass man von da gut auf den Steg steigen kann. Bei den paar Schritten über die Steine merkte ich aber schon, dass das Wasser a...llerwertestenkalt war, und als ich auf dem Steg stand, pfiff mir die Wind um die Ohren und durchs Handtuch (das ich mir um meinen nackten Oberkörper geschlungen hatte), dass ich von jedweder weiteren Ausübung der Schnapsidee absah und mich schleunigst in mein Strandhaus zurückzog.

Ich ging erst einmal warm duschen, sang dabei ein altes dänisches Volkslied namens "Mimimi" und pflegte danach meine halb erfrorenen Füße.

Als ich fertig war, guckte ich mal auf die Karte und sah, dass von Svendborg aus eine Fähre nach Ærøskøbing führe, allerdings schon in einer knappen Stunde. Ich hatte die Strecke unterschätzt, denn das Navi zeigte eine halbe Stunde Fahrtzeit an, also packte ich meine sechs Sachen (die siebte Sache, die Flasche Wasser, vergaß ich ...) und fuhr nach Svendborg.

Der Parkplatz, den ich in Svendborg angepeilt hatte, war voll, also fuhr ich ein Stück weiter und bog - schon nach der Autoschlange für die Fähre nach Ærøskøbing (ich wollte als Fußgänger mitfahren) - auf einen anderen Parkplatz ein. Dort checkte ich mit der Kreditkarte ein, die ersten zwei Stunden waren kostenfrei, danach musste ich nur bis 14 Uhr bezahlen, sodass ich am Ende mit weniger als zwei Euro Parkgebühren davon kam.

Ich lief schnellen Schrittes (ich wusste nicht, bis wann Fußgänger auf die 11.05-Uhr-Fähre drauf können) zum Schiff, buchte am Automaten meine Fahrkarte und wurde eingelassen. Ich begab mich - natürlich - direkt an Deck und verbrachte fast die ganze Fahrt dort oben (eine kleine Ausnahme machte ich, um das Passwort fürs Schiffs-WLAN zu suchen und zu finden).

Es war windig, es war frisch, aber mit Hut und Kapuze und Anorak war das alles gut zu überstehen (und trotz bewölkten Himmels habe ich gut Farbe im Gesicht). Die Abfahrt in Svendborg war toll, weil man dort einen schönen Blick auf etliche Fachwerkhäuser hatte, danach ging es an mehreren kleinen Inselchen vorbei, und 75 Minuten später kamen wir schon in Ærøskøbing an.

Viele Rapsfelder gibt es hier auf den dänischen Inseln, das hatte ich schon 1999 festgestellt, und da zu einer guten Traumabewältigung eine gewisse Stärkung gehört, ging ich erst einmal zu Mittag essen. Ich fiel in die heimische Räucherei (røgeri) ein und aß erstmal zwei Fischfrikadellen mit Kartoffelsalat (der dänische Ausdruck für Kartoffelsalat ist praktischerweise kartoffelsalat, ich spreche Dänisch!); dazu trank ich ein Bier, weil ich definitiv wieder nüchtern war, als ich das Auto wieder anspannte.

Danach lief ich durch das - zurecht so beschriebene - malerische Kleinstädtchen mit dem Kopfsteinpflaster und den bunten Häuschen, in denen unzählige Bars und Kneipen, kleine Lädelchen und sicherlich auch das eine oder andere Wohnzimmer waren. Ich lief eine Runde, stellte fest, dass die nächste Fähre erst in einer knappen Stunde führe, ging kurz einkaufen (ich brauchte Shampoo und Zahnpaste und dringend etwas zu trinken) und ging danach noch einmal eine größere Runde, bei der ich auch - zwischen zwei Häusern hindurch - an den Strandweg kam. So ein Häuschen da, mit größerem Garten und direktem Blick aufs Meer, würde ich auch nehmen - sehr, sehr schön!

Für die Rückflug buchte ich mir wieder die Karte am Automaten (7,50 Euro pro Strecke, das ist gerade für das sonst sehr teure Dänemark wirklich ziemlich günstig), ging an Bord und verzog mich jetzt aber - zum Aufwärmen nach dem ganzen Durchgepustetwerden - unter Deck. Ach nein, halt, für einen kurzen Blick auf Ærøskøbing war ich noch einmal kurz an Deck gewesen.

Ærøskøbing hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen, das Ærø-Trauma kann ich jetzt offiziell für beendet erklären (wenn es das nicht ohnehin schon lange war ...), vielleicht komme ich sogar mal wieder ...

In Svendborg ging ich als einer der Letzten von Bord, machte noch einen kleinen Spaziergang durch das ebenfalls sehr schöne Städtchen (schon moderner als Ærøskøbing, mit Glasfassaden von Banken, aber in der Innenstadt eben auch schöne Fachwerk- und Backsteinbauten) und lief dann zurück zum Auto.

Ich überlegte, ob ich in Svendborg schon zu Abend esse, aber das war ein bisschen früh, also fuhr ich zurück in Richtung Faaborg, machte aber einen kleinen Umweg zum Schloss Egeskov. Mein Navi sagte mir an, dass das schon zu sei, ich wollte aber ohnehin nicht rein (auch weil die es mit dem Eintritt meines Erachtens ein bisschen übertreiben, die wollen 260 Kronen Eintritt, umgerechnet 34 Euro), aber ein Foto vom Tor hin zum Schloss wollte ich machen. Der Parkplatz war schon ziemlich leer, ich lief die paar Meter zurück, machte das Bild und fuhr danach endgültig zu nach Faaborg.

Meine anvisierte Gaststätte war zu, also guckte ich nochmal auf Google Maps, fand jetzt hier in Faaborg auch eine røgeri, haderte ein bisschen, weil das nach kalter Küche aussah, was da auf den Bildern war, entschied mich dann für eine klassische Kompromisslösung und bestellte zu meiner Räuchereiplatte aus Makrele, Lachs, Hering und Garnelen mit Kartoffelsalat noch Pommes dazu, damit hatte ich lecker (wirklich sehr leckeren!) Fisch und noch dazu etwas Warmes im Magen.

Jetzt aber - es war erst 18 Uhr, 18.30 Uhr oder so - fuhr ich zurück in meine Bude, sitze jetzt hier, schreibe Blog, trinke Flens und genieße meinen Urlaub, das alles mit Blick aufs Meer - es ist ganz wunderbar (auch wenn mir die Gräten vom Kopfsteinpflaster wieder ein bisschen wehtun).

Das gegenläufige Schiff (mit dem fuhr ich zurück)

Ærøskøbing

Ærøskøbing: Bibliothek

Ærøskøbing

Ærøskøbing: Strandweg

Ærøskøbing: Häuschen am Strandweg

Das Schiff hat schon das Maul auf, um die Autos zu fressen

Kirche in Svendborg

Platz in Svendborg

Blick auf Schloss Egeskov

Hafen in Faaborg


Freitag, 5. Mai 2023

Kevin allein im Haus

Ich verrate jetzt den Leserinnen und Lesern etwas: "Isch 'eiße gar nichte Kevin", um mal eine Erinnerung an eine Kaffeereklame zu wecken. "Eine Auto" - das war ja der eigentliche Inhalt der berühmten Werbung - habe ich dagegen, zwar nur leihweise, aber dazu gleich mehr ... (Boah, da ist jetzt - wirklich aus Versehen - ja direkt eine doppelte kulturhistorische Komponente aus den frühen 1990er-Jahren in diese Blogeinleitung gekommen, ich glaube es ja nicht!) 

Allein im Haus bin ich aber hier an der Westküste der dänischen Insel Fünen, das war zwar nur Plan D, aber so ist es jetzt gekommen. Ursprünglich wollte ich ja mit einer Kollegin hierher kommen, doch die hatte "rechtzeitig" vor der Reise, am Mittwoch, nicht nur Husten und Schnupfen, sondern auch zwei Striche auf dem Corona-Test. Kurzentschlossen wurde Plan B ins Auge gefasst: Meine Mutter sollte am Donnerstag anreisen - entweder tagsüber direkt in Richtung Hannover oder ich wäre ihr abends nach Würzburg entgegengefahren. Meine Mutter nahm sich Bedenkzeit und sagte mir dann am Donnerstagmorgen ab.

Spontan as spontan can - da fällt dem langjährigen Leser sofort die Tel-Aviv-Reise ein, also fragte ich die damalige Begleitung, ob sie spontan mitkommen könnte. Madame schien auch interessiert, aber ihre Chefin machte ich einen Strich durch die Rechnung - Plan C war also auch kaputt.

Jetzt hatte ich dann, ehrlich gesagt, auch keine Lust mehr, noch jemanden zu rekrutieren, und entschied mich, alleine hierher nach Dänemark zu fahren. Nun habe isch ja gar keine Auto mehr, also standen entweder Zug nach Odense und dann ÖPNV hier auf Fünen oder aber ein Mietauto zur Auswahl. Ich entschied mich zwecks Flexibilität für das Mietauto, buchte das - ein bisschen zu spät, aber immerhin - in Flensburg und ging dann gestern Abend mit einem Kollegen noch sehr lecker beim Italiener direkt um die Ecke essen. Das war schon so'n bisschen Urlaubsgefühl - vom Feeling her ...

Heute Morgen ging es dann früh mit der Straßenbahn in die Stadt, ich erwischte einen früheren ICE als angepeilt (das war auch gut so, sonst hätte ich nämlich in Hamburg den Regionalexpress nach Flensburg verpasst), fuhr bis Hamburg, wechselte dort in den RE und landete um kurz vor 12 Uhr in Flensburg. Ich fuhr mit dem Bus drei Stationen und lief dann zum Büro des Autovermieters.

Eine starke halbe Stunde später hatte ich meinen schwarzen Fiat 500 auf der Straße und fuhr erst einmal einkaufen - Wasser, Bier, Spezi, ein paar Bananen und Chips wurden erstanden, dann ging es in die Stadt an die Förde, denn ich wollte noch in Deutschland ein Fischbrötchen (naja, okay, zwei) essen ...

In "Ben's Fischhütte", grammatikalisch korrekt also in Bens Fischhütte (nein, ich bin kein Klugscheißer!), gab es ein Matjes- und ein Backfischbrötchen, das Backfischbrötchen war sehr lecker, das Matjesbrötchen war auch gut, aber da mag ich das in St. Pauli noch ein Stückchen lieber. Mit Ablauf der Parkzeit war ich vom Parkplatz schon runter (naja, die eine Linksabbiegerin, die gefühlt fünf Minuten vor mir stand und sich nicht traute, mal eine der Lücken zu nutzen, die sogar ich genutzt hätte - am Ende bog sie doch rechts ab -, hielt mich auf ...) und in Richtung Dänemark unterwegs.

Auch die dänischen Politiker machen mit ihrer Wir-verengen-mal-die-Fahrspuren-und-gucken-allen-ins-Auto-winken-sie-aber-dann-doch-durch-Politik Europa und das Schengener Abkommen kaputt, aber wenigstens gehört in Dänemark so ein bisschen Europafeindlichkeit in der Politik (leider) zum guten Ton, während unsere Politiker ja immer wieder (zurecht) die Bedeutung Europas hervorheben, aber bei den Grenzkontrollen Europa doch wieder untergraben.

Nun war ich aber in Dänemark, fuhr nach einmaligem Verfahren - mein Navi wollte mich auf die Fähre lenken, das mache ich doch erst am Montag, Mann! - auf die Autobahn und fuhr über Kolding bis in Richtung Odense. Dort verließ ich die Autobahn und fuhr über Landsträßchen (ich war mit meinen 80 km/h ein Verkehrshindernis, aber schneller darf man hier halt nicht fahren, was die Dänen und manche Deutsche nicht interessiert) hier bis zu meinem Strandhäuschen.

An der Straße ist das Wohnhaus der Besitzerfamilie, da klingelte ich, es war aber keiner da, also fuhr ich (traumhafter Blick aufs Meer!) hinunter zum Strandhaus selbst und parkte erstmal. Ich drückte die Türklinke des Strandhauses herunter - und siehe da, die Tür war offen. Da lag auch ein Begrüßungszettel, sodass ich hier jetzt schonmal gut untergekommen bin.

Der Wind blies heute den ganzen Tag ganz schön (das stellte ich schon fest, als ich in Flensburg aus dem Zug ausstieg), und auch hier ist es recht windig, aber das Durchpusten ist ja sowieso eins meiner Lieblingswetter ... Von der Bude habe ich zehn Schritte zum Meer (wobei der Steg aufgrund der Flut mehr oder weniger unter Wasser steht, aber ich hatte ohnehin nicht wirklich vor zu schwimmen ...), hier ist alles, was man braucht - einschließlich WLAN -, so ein bisschen erinnert mich das hier von der Ausstattung an das Haus damals auf den Bahamas (auch da war ja anreisetechnisch alles ein bisschen verhäfelt gewesen), ich glaube, hier fühle ich mich wohl ...

Jetzt aber geht es erst einmal nach Faaborg in den Hafen, da habe ich eine Kneipe aufgetan und gucke mal, was die Sternschnuppe (Scholle mit Garnelen) dort so kann ... Und wenn ich dann heimkomme, trinke ich ein Flens!

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Nun sitze ich hier im Warmen (ich wollte den Blog draußen auf der wunderschönen Veranda zu Ende schreiben, aber da ist es doch kühl, wenn man da so sitzt), habe das kühle Flens vor mir stehen und kann berichten, dass die Sternschuppe (sogar mit ein bisschen Lachs und Rogen) durchaus lecker war, aber mich jetzt andererseits auch nicht so umgehauen hat, dass ich für den Rest meines Lebens nur noch in der Gaststätte essen wollte.

Die Speisekarte gab es auf Deutsch,  aber der Ober sprach kein Deutsch, sodass wir am Ende doch Englisch sprachen, ich trank eine Fanta (0,6 Liter!), weil ich mit dem Auto da war (deswegen hatte ich ja Flens für das Häuschen eingekauft), und machte mich dann nach dem Essen gleich wieder hierher in die Hütte (die in Wirklichkeit ein wunderbares kleines Häuschen ist), denn irgendwie hat mich die dann zwar recht entspannte, aber doch lange Anreise und die Seeluft ein bisschen müde gemacht. Die Sonne geht hier um kurz nach neun unter, bis dahin werde ich bestimmt noch ein bisschen draußen herumstehen, aber dann geht es, denke ich, heute früh ins Bettchen ...

Nord-Ostsee-Kanal

In Flensburg

Strand vor meiner Hütte

... und im Panorama

Dienstag, 2. Mai 2023

Spontano u Zagreb

Okay, das versteht man auch ohne Google-Übersetzung aus dem Kroatischen, aber lassen wir uns das noch einmal rekapitulieren: Um 12.20 Uhr schrieb Christian mit Screenshot eines Fluges von Karlsruhe nach Zagreb und zurück im Juni und fragte, ob meine Ma und ich mit wollten. Um 12.35 Uhr schrieb ich zurück, dass meine Ma nicht wolle, weil sie erstmal genug von Städtetouren dieses Jahr habe, aber dass ich mitkommen würde ... Um 12.46 Uhr hatte ich den Flug bezahlt, um 12.49 Uhr wurde er bestätigt und um 12.58 Uhr war auch das Hotel in Zagreb gebucht. Das waren also 38 Minuten zwischen Idee und Finalisierung, das reicht in puncto Spontaneität fast an Tel Aviv 2016 heran ...

So also fliegen wir drei am 16. Juni um 21 Uhr von Karlsruhe/Baden-Baden ab und landen um 22.30 Uhr in Zagreb. Einreisekontrollen gibt es seit dem Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum nicht mehr, sodass wir hoffentlich noch gut vor Mitternacht am Hotel sind (Ubers gibt es in Zagreb nämlich auch ...).

Am Samstag, dem 17. Juni, machen wir Zagreb unsicher, aber nicht zu lange, denn am Sonntag geht es um 6.25 Uhr schon wieder zurück nach Karlsruhe, wo wir um 8 Uhr ankommen.

Das wird also eine kurze Stippvisite in der kroatischen Hauptstadt, aber zumindest länger als der kurze Aufenthalt, den Marcel und ich 2009 auf unserer Balkantournee absolviert hatten.

Ich bin sehr gespannt auf Zagreb!

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Sehr gespannt bin ich aber auch auf Amerikanisch-Samoa, denn das ist jetzt auch gebucht - ganz in trockenen Tüchern ist das noch nicht, weil die Kreditkartenzahlung heute Nacht noch funktionieren muss, aber zumindest eine Buchungsbestätigung habe ich schon einmal ... Das war interessant in den letzten Tagen, als ich mitten in der Nacht - am samoanischen Arbeitstag - E-Mails vom Manager der Fluggesellschaft bekam und ihm an meinem Tag - mitten in seiner Nacht - antwortete.

Jetzt aber fliegen wir also am 1. August um 8 Uhr in Samoa los (es ist noch nicht ganz klar, ob vom Flughafen Faleolo im Westen der Hauptstadtinsel oder vom Flughafen Fagali'i nahe an Apia, aber beide Flughafen gingen, denke ich ...) und landen um 8.30 Uhr in Amerikanisch-Samoa, allerdings am 31. Juli. Wir überschreiten während des Fluges die Datumsgrenze in Richtung Osten und "gewinnen" somit einen Tag, kommen also dreiundzwanzigeinhalb Stunden vor unserem Abflug an. Höhö. Höhöhöhö ... 

Am Nachmittag des 31. Juli geht es um 16 Uhr in Pago Pago wieder los. Wir haben also alles in allem siebeneinhalb Stunden brutto in Amerikanisch-Samoa, das wird ein teurer Tagesausflug, aber wer kann schon sagen, dass er schonmal die Datumsgrenze überquert hat?

In den siebeneinhalb Stunden gucken wir mal, was wir machen - ich habe da eine Barfuß-Bar im Auge, das ist ein Stückchen Fahrt, aber das könnte ja gerade Sinn der Sache sein, damit man ein bisschen was von Amerikanisch-Samoa sieht.

Um 16 Uhr also geht es dann wieder zurück und wir landen um 16.30 Uhr, jetzt natürlich wieder am 1. August, vom Flughafen geht es zurück ins Hotel und am 2. August nach Brisbane 

Die Flugbuchung für die Neuseeland-Ozeanien-Tour ist damit aus meiner Sicht abgeschlossen; in Amerikanisch-Samoa werde ich den östlichsten Punkt (in Reiserichtung) in meinem Leben erreichen, so weit östlich, dass er schon wieder auf der Westhalbkugel ist. Dass wir schon auf dem Weg nach Samoa den 180. Längengrad überqueren, hatte ich womöglich auch noch gar nicht erwähnt - jetzt fehlt nur noch eine echte Weltumrundung, denn dann ergibt diese Westlichster-östlichster-Punkt-Statistik auch keinen Sinn mehr ...

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Im Moment bin ich unterwegs nach Hannover, zum ersten Mal seit Wochen. Morgen und übermorgen arbeite ich tatsächlich wieder einmal im Büro, und am Freitag geht es mit einer Kollegin nach Dänemark. Das wird wahrscheinlich keine solche wahnsinnige Sightseeingtour, auch wenn es auf der Insel Fünen sicherlich das eine oder schöne Örtchen gibt. Vielmehr werden wir, glaube ich, eher auf der Veranda unseres Häuschens sitzen, mit Blick aufs Meer und unseren eigenen Steg, also ganz entschleunigt und eher so, wie normale Menschen sich Urlaub vorstellen ...

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War noch was? Wie? Israel? Achso, ja, stimmt ...

Der obligatorische erste Satz eines Israel-Fazits ist "Es war toll". Also: Es war toll. Ja, okay, die Anreise war ein bisschen nervenaufreibend, gerade an der Ausreisekontrolle in Basel (ich habe den Freunden am EuroAirport und auch denen von der Bahn zwei verhältnismäßig deutliche E-Mails geschrieben, in der Mail die Bahn kommt auch das Wort "Kundenverarsche" vor, denn das ist einfach eine in der Sache korrekte Beschreibung der Situation), aber zum Glück war der Flieger ja verspätet. Ein bisschen anstrengend war es auch, mit Nachtdurchmachen und so, aber Sofia und die "Piano-Bar" hat meiner Ma in den eineinhalb Stunden, die wir in der Stadt waren, gefallen.

Dass ich mich vom Taxifahrer ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) habe abzocken lassen, war dementsprechend vielleicht auch der Müdigkeit geschuldet, aber als wir am Strand im Manta Ray saßen und frühstückten, da war alle Müdigkeit wie weggeflogen, denn das war nicht nur sehr lecker, sondern auch wunderschön ...

Als wir dann endlich einchecken konnten, unser Gepäck los waren und meine Mutter ein bisschen geschlafen hatte, machten wir ja doch noch eine kleine Wanderung durch die Gassen von Jaffa und aßen auch noch ziemlich gut zu Abend, so gut, dass wir am Sonntag Abend fast noch einmal ins Ramesses gegangen wären.

Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von Tel Aviv, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir wetterbedingt nicht schwimmen gehen konnten, war Jerusalem - natürlich - auch eine sehr, sehr schöne Alternative. Die Zugfahrt hoch nach Jerusalem war ein bisschen vogelwild, aber der neue Hauptbahnhof ist beeindruckend, und die Altstadt sowieso.

Mein Falafel und Schawarma hielten mich den ganzen Morgen satt, die Westmauer ist immer wieder beeindruckend, und den Tempelberg fand ich auch sehr, sehr besonders, gerade weil es da oben so unerwartet ruhig war.

Das frühe Abendessen bei Molly Bloom's war auch in Ordnung, gerade mit den begeisterten Tel Aviver Liverpool-Fans, aber irgendwie waren wir beide Abende jeweils sehr früh im Bett ... Woran das wohl liegen mag?

Dass wir am Montag so eine entspannte Abflugzeit hatten, war eine ganz neue Erfahrung (normalerweise muss ich in Tel Aviv gefühlt immer zu nachtschlafender Zeit aufstehen, um zum Flughafen zu kommen), die Organisation am Flughafen finde ich immer wieder faszinierend, und der Heimflug war am Ende auch gut.

Alles gut also, aber drei Hinweise möchte ich den zahlreichen israelischen Tourismuslobbyisten, die sicherlich meinen Blog lesen, an die Hand geben, so als Jammern auf hohem Niveau:

  • Beschildert den Eingang zum Tempelberg besser - ja, mag sein, dass ihr es - aus religiösen oder aus Sicherheitsgründen - nicht so toll findet, dass Touristen da hoch wollen, aber entweder verbietet ihr es komplett oder ihr macht das so, dass die Touristen den Zugang auch leicht finden.
  • Verbessert die Verbindung vom Terminal 3 zum Terminal 1 am Flughafen, denn ein Bus jede Viertelstunde, in dem der Fahrer auch nur Hebräisch spricht, ist ein bisschen arg wenig.
  • Diese Rav-Kav-Karte ist ja gut und schön, aber noch besser wäre es, wenn man den öffentlichen Personennahverkehr auch einfach mit kontaktloser Kreditkartenbezahlung nutzen könnte und nicht a) eine solche Karte sich erst besorgen muss und b) sich nicht vorher entscheiden muss, was für eine Fahrkarte (Einzelfahrkarte oder Tageskarte, 15 km in Tel Aviv, 75 km bis Jerusalem, ganzes Land, mit oder ohne Zug) man wohl brauchen wird. Guckt nicht nach Deutschland, Gott bewahre, was den ÖPNV angeht, guckt nach England, wie die das machen: Da gibt es das Äquivalent zur Rav-Kav-Karte (die heißt etwa in London Oyster Card), aber da kann man auch mit Kreditkarte zahlen und bekommt trotzdem die Deckelungen auf dem Niveau einer Tageskarte, wenn man doch ein bisschen mehr fährt als gedacht - das ist für mich der Goldstandard im öffentlichen Nahverkehr, das sollte es überall geben.
Ich kann es kaum erwarten, bis ich - hoffentlich komme ich wieder in meinen üblichen Rhythmus von mindestens einem Israel-Aufenthalt alle zwei Jahre hinein - erneut ins Heilige Land komme, denn auch wenn ich den Tempelberg jetzt gesehen habe, gibt es noch so viel zu sehen, und schön schwimmen können soll man in Tel Aviv und im Toten und im Roten Meer auch, hab ich mir sagen lassen, jedenfalls dann, wenn nicht so viel Wind ist ...

Nächster Blogeintrag wahrscheinlich aus Dänemark oder bald darauf ...

Montag, 1. Mai 2023

Polizeiliche Maßnahmen

... waren heute im Angebot, denn im Flieger von Tel Aviv hatten ein oder zwei Leute offenbar nichts Besseres zu tun als zu rauchen. Ich hatte davon gar nichts mitbekommen, bis der Pilot durchsagte, dass wir nach der Landung erstmal sitzen bleiben sollen, damit die Polizei ihre Arbeit tun könne. Nach mehrfacher Aufforderung klappte das natürlich, die Polizei fuhr vor, bestieg leichtfüßig (höhö) den Flieger und sackte die (mutmaßlichen) Ordnungswidrigkeitsbegeher ein.

Danach durften wir aussteigen, stiegen in den Bus ein, der fuhr aber nicht los, obwohl der Busfahrer ständig die Türöffnung betätigte, irgendetwas mit dem Luftfilter (!) stimmte wohl nicht. Das Ende vom Lied war, dass die Besatzung sich zu Fuß davon machte und für uns zwei Ersatzbusse vorfuhren. Willkommen in Deutschland, nichts funktioniert - aber die Überschrift hatte ich ja, glaube ich, schon einmal ...

Das Aufstehen heute Morgen ging einigermaßen, meine Mutter und ich kamen im Bad gut aneinander vorbei, und so standen wir - jetzt bepackt mit unserem Handgepäck - um kurz nach halb acht an unserer schon wohlbekannten Bushaltestelle. Die Nummer 54 kam und brachte uns wieder zum Bahnhof HaHagana, wo wir wieder durch die - schmerzfreie - Sicherheitskontrolle gingen und zu unserem Gleis marschierten.

Wieder waren die Züge ein bisschen verspätet, aber diesmal bekamen wir problemlos Sitzplätze im Zug. Nach wenigen Minuten stiegen wir aus und begaben uns zur Shuttle-Bus-Station, denn Ryanair fliegt ab dem Terminal 1 des Tel Aviver Flughafens, und die Bahnstation ist am Terminal 3. Das erste Shuttle fuhr uns gerade vor der Nase weg, ein zweiter Bus kam Minuten später.

Der Busfahrer fragte irgendetwas - ausschließlich auf Hebräisch, was am wichtigsten internationalen Flughafen Israels vielleicht auch nicht ganz so optimal ist - andererseits, in Deutschland wäre das wahrscheinlich auch nicht anders - also, natürlich wären die Aussagen hier nur auf Deutsch, nicht auf Hebräisch ...

Jedenfalls fuhr der Bus mit uns zum Terminal 1, wo wir ausstiegen und in die israelische Check-in-Kontrolle geschickt wurden. Ich hatte eine E-Mail von Ryanair bekommen, die uns zum Ausdrucken der Bordkarte riet (einen Tag vor Abflug immer sehr sinnvoll), aber da wir die Bordkarte elektronisch bekommen hatten, entschied ich mich, es einfach darauf ankommen zu lassen.

Mit Mutter im Schlepptau sind die Fragen der Sicherheitsfachtanten in aller Regel harmlos, und so war es auch heute. Auf den Aufklebern auf dem Pass stehen zwar keine Zahlen mehr, aber ich hatte den dringenden Verdacht, dass wir als unverdächtig eingestuft wurden. Ob wir eine Bordkarte hätten, wurden wir auch gefragt, ich zeigte mein Handy vor, aber die Frau wollte die eigentliche Bordkarte nicht einmal sehen, sondern war mit der Antwort "ja" auch zufrieden.

Es ging durch die Bordkartenkontrolle, dann schon durch die Ausreisekontrolle (alles elektronisch) und dann - wie erwartet - durch die Sicherheitskontrolle für die vermeintlich Harmlosen. Wieder waren wir drei Stunden vorher da gewesen, wieder hatten wir jetzt zwei Stunden Zeit, weil das alles schnell und völlig problemlos durchgelaufen war.

Es folgte ein Frühstück bei McDonald's (koscher, und die haben so eine Art Köfte-Schawarma da im Angebot, das musste natürlich gleich probiert werden), danach gab es Eis von einem Stand, bei dem der Kassierer auch nicht so richtig gut Englisch sprach, aber sei's drum, eine israelische Kundin half mir weiter und "übersetzte" ... Lecker war das Eis aber auf alle Fälle ...

Das Boarding begann schon sehr früh, mit der elektronischen Bordkarte ging natürlich alles problemlos, ich werde Menschen, die sich beim Boarding vordrängeln, glaube ich, nie verstehen, aber irgendwann kamen wir auch gut an Bord. Meine Ma und ich waren wieder getrennt, aber wir saßen beide mit freien B-Sitz, es war also alles ganz entspannt, und ich guckte meine Serie bis fast zu Ende, nachdem ich den letzten Blick auf die israelische Küstenliste genossen hatte.

Achso, ganz am Schluss kam ein Typ mit sehr viel Gepäck an Bord, und ich meine, den Flugbegleiter sehr überrascht gewesen zu haben, weil der Mensch irgendwie keine richtige Bordkarte hatte - wie er denn durch die Kontrollen gekommen sei, wurde er gefragt ... Dass sowas ausgerechnet in Israel passiert, fand ich recht ..., öhm, interessant ... Insgesamt kamen wir - die französischen Fluglotsen streiken mal wieder und deswegen war auch über Deutschland der Flugverkehr eingeschränkt - verspätet weg und entsprechend verspätet an, dann war das Malheur mit dem Bus, sodass ich schon Sorge hatte, dass unser Bus zum Bahnhof ohne uns fährt, aber zum Glück ging die Einreisekontrolle ziemlich schnell, sodass wir in Ruhe Jessi und Christian begrüßen konnten, die ja - ohne auf dem Schirm zu haben, dass wir heute aus Israel ankommen - mal die Fahrt zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden mit dem Deutschlandticket auskundschaften wollten ...

Mit dem Bus ging es nach Rastatt (bis gestern hätte ich selbst mit der Bahncard 100 da noch bezahlen müssen, seit heute gilt die BC100 ja auch als Deutschlandticket) und von dort jetzt in Richtung Basel. In Basel steigen wir am Badischen Bahnhof um in den Interregioexpress nach Erzingen, und von dort mit dem Auto nach Bonndorf ... Vielleicht hat die Bonndorfer Gastronomie noch offen, wir werden sehen ...

Fotos gibbet heute keine ...