Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 16. April 2022

Spazieren

... ist das heutige Thema dieses sehr ereignisreichen Tages, oh Mann, bin ich fertig ...

Die Zugfahrt gestern war ja schon ein Abenteuer gewesen, weil ich in Freiburg in einen verspäteten Zug einstieg, der sich noch weiter verspätete, aber in Frankfurt erreichte ich den Anschlusszug, allerdings nur deswegen, weil der auch Verspätung hatte. Am Frankfurter Flughafen gab es dann ein technisches Problem, sodass ich trotz des ursprünglich früheren Zuges am Ende später ankam als geplant ...

Schnurstracks ging es ins Sherry, und der Plan war, ein Bier, maximal zwei, zu trinken. Den Plan hatten wir allerdings - natürlich - ohne ein Paar gemacht, das wir aus gemeinsamen Abenden im Sherry kennen. Die und wir freuten uns, einander nach zwei Corona-Jahren wieder zu sehen, und am Ende gingen wir um halb eins oder so auseinander ...

Ein Döner mitsamt Ayran war dringend nötig (ich hatte nur in Freiburg ein Fleischkäsebrötchen gegessen), und so waren wir um eins oder so bei Nina zu Hause. Wir hatten beide Sorge, dass wir nach zwei Stunden Schlaf den Wecker überhören würden, also entschieden wir uns, die Nacht durchzumachen und schon früh, gegen 2.30 Uhr, zum Flughafen zu fahren.

Das Ganze befördert wurde dadurch, dass ich gegen Mitternacht eine E-Mail von Air France bekommen hatte, dass unser Flug nach Paris über eine Stunde Verspätung hätte, sodass wir den Anschluss nach Kopenhagen nicht mehr bekommen würden - na super, sachma ... Ein, eineinhalb Stunden später kam die Nachricht, dass man uns nunmehr - zum zweiten Mal - umgebucht hätte, und zwar auf einen Lufthansa-Flug direkt nach Kopenhagen. Wunderbar, so hatten wir zwar vier Stunden Aufenthalt in Kopenhagen, aber das war uns gerade recht ...

Wir checkten ein, bekamen unsere Bordkarte für den Flug Kopenhagen-Färöer nicht, gingen zum Check-in-Schalter, der Typ konnte uns auch nicht helfen, also gingen wir - es war jetzt so gegen vier Uhr - schon durch die Sicherheitskontrolle und vertrieben uns die Zeit am gegenüberliegenden Gate.

Der Flug nach Kopenhagen wurde einigermaßen pünktlich aufgerufen, wir flogen pünktlich ab, saßen getrennt, stiegen erst ganz am Schluss aus und marschierten in eine Burger-Bar. Burger zum Frühstück um halb neun mochten wir aber dann doch nicht, also zogen wir weiter und aßen in einer Smørrebrød-Kneipe Frühstück. Das war okay, und um 10 Uhr wurden die Karten umgetauscht, sodass wir noch ein Herings-Smørrebrød verspeisten, für teuer Geld, aber sehr lecker ...

Unser Flieger auf die Färöer war nun seinerseits verspätet, aber jetzt war irgendwie alles egal. Im Flieger pennte ich fast durchgehend (immerhin zwei Stunden), während Nina mit ihrer sehr unruhigen Sitznachbarin haderte, die ihr am Ende dann noch ein Gespräch ans Bein band ...

Eine Einreisekontrolle gab es nicht, dem Zoll waren wir wurscht, also sprintete ich durch alles durch und wollte schnell zur Autovermietung. Dort war ich als Zweiter an der Reihe, bekam recht zügig den Schlüssel zu unserem Suzuki in die Hand gedrückt, und dann ging die wilde Luzi durch die Färöer los.

In den ersten zwanzig Minuten verstand ich, wieso die Färinger so gerne spazierenfahren, denn wir hielten gefühlt alle drei Meter an, um die unglaublich fantastomanisch schöne Landschaft anzugucken. Ich hatte versäumt, meine Schuhe zu wechseln, und also lernte ich auf die harte Tour, dass Spazierengehen gelernt sein will, denn kaum lief ich mit meinen Turnschühchen auf Gras, lag ich auf einmal im Gras, weil ich ausgerutscht war - Held, ich.

Nun, das Hemd und Unterhemd war schmutzig, die Jeans "nur" nass, das Hemd wurde gewechselt, die Jeans nicht, aber die Schuhe definitiv, und so liefen wir dann halbwegs ausgerüstet vom Parkplatz zum Aussichtspunkt auf den Múlafossur-Wasserfall.

Wow, das Ding ist - es war gerade recht nass alles, sodass da viel Wasser im Spiel war - echt hübsch, weil das Wasser einzige zig Meter fällt, und das vor der wunderbar zerklüfteten grün-braunen färingischen Landschaft - sehr, sehr schick ...

Wir liefen - nun mit gutem Schuhwerk unfallfrei - einen Graspfad hoch und wieder zurück zum Auto. Danach durchquerten wir den, naja, eineinhalbspurigen Tunnel, bis zu dessen Bau das Kaff dort nur mit dem Hubschrauber (!) zu erreichen war, und fuhren in Richtung Hauptstadt.

Unterwegs bewunderten wir die ganzen Wasserfälle und -läufe, die hier in Dutzenden von den Bergen herunterlaufen, bis ich plötzlich unvermittelt auf der Bremse stand - vor uns auf der Straße standen Schafe. Joa, das passierte noch ein paar Mal, die Schafe laufen hier völlig frei durch die Gegend, und als Autofahrer musst du halt aufpassen, dass du nicht unfreiwillig ein Schaf schießt. Klappt bisher aber recht gut ...

Durch den ersten zahlungspflichtigen Tunnel ging es von der Flughafeninsel Vágar auf die Hauptstadtinsel Streymoy, und der Tunnel ist mit seiner blau-bunten Beleuchtung echt hübsch. Wir machten noch einen kurzen Abstecher in das größere Kaff Vestmanna (auf der Strecke wieder tolle und neue Ausblick!), ehe wir über eine landschaftliche schöne Strecke (die man vor lauter Wolken, in die wir fuhren, gelegentlich nicht wirklich sah, aber wenn man sie sah, war es toll!) nach Tórshavn, also in die Hauptstadt, fuhren.

Wir checkten kurz im - sehr schicken - Hotel ein, fuhren aber dann noch ein kleines Stück in den Südwesten der Insel Streymoy, hier kam plötzlich fast die Sonne mitsamt blauem Himmel heraus, bis wir müde und erschöpft zurück ins Hotel fuhren, auspackten und das Zimmer bezogen.

Ich duschte lange, dann ging es um 19.30 Uhr zum Abendessen. Es gab zur Vorspeise rohe Jakobsmuscheln (toll!) und Beef Tatar (echt nicht so toll, sagte Nina), danach tollen Kabeljau in einer tollen Sauce mit zweierlei Spargel und leckeren Pommes. Dazu verzehrte ich zwei verschiedene färingische Biere, mit denen ich noch schauen muss, ob die Anfreundung funktioniert, und am Schluss einen leckeren Moscow Mule (nachdem er endlich gekommen war), jetzt sind wir im Zimmer und pennen bald.

Während des Abendessens sah ich ständig Leute durch die Gegend laufen, die T-Shirts mit dem Aufdruck "Germany Handball" trugen. Ich googelte und fand heraus, dass Deutschland morgen auf den Färöern um die WM-Qualifikation spielt. Kaum hatte ich das herausgefunden, marschierten Oliver Roggisch und Andreas Wolff an uns vorbei, wir wohnen also in dem Hotel, in dem die deutsche Mannschaft wohnt.

Das spielt scheint aber ausverkauft zu sein (schade!), sodass ich schon wieder nicht die deutsche Mannschaft live sehe, aber irgendwann wird das doch hoffentlich mal klappen!

Davor geht es aber wahrscheinlich mit dem Auto über die Inseln (einschließlich Unterwasser-Kreisverkehr) und am Sonntag dann möglicherweise mit der Fähre auf die südlichste Insel der Färöer, aber gerade auf dieser Reise ändern sich unsere Pläne ständig, wieso sollte es da anders sein?

Fotos:

Kurz hinter dem Vágar-Streymoy-Tunnel

Noch in Vágar

Streymoy, landschaftliche schöne Route nach Tórshavn

Südwesten von Streymoy

Múlafossur-Wasserfall

Unser Flieger

Auf Vágar

Múlafossur-Wasserfall und Landschaft

Herings-Smørrebrød in Kopenhagen

Donnerstag, 14. April 2022

Den Wurzelweg hinauf

... war ich auch nicht gelaufen, obwohl das einer der drei möglichen Wege von der Bundesstraße hinunter zur Schattenmühle ist, und der einzige, der nicht durch die Lotenbachklamm führt.

Ich wollte gestern Mal wieder ein kleines Stück wandern, und da das Wetter wunderbar war, keine Gaststätteneinladungen ausstanden und ich auch sonst keine Ausrede fand, blieb mir nichts anderes übrig, als um 17.40 Uhr in den Bus zu steigen und - natürlich! - zum Abzweig Schluchsee rauszufahren.

Unterwegs zum Bus stellte ich fest, dass ich meine Mütze vergessen hatte, also lief ich nicht über den Galgenbuck und Tiefental, sondern durch den Wald, am alten Bahnwärterhaus vorbei und dann durchs Gebüsch, bis ich an der Bundesstraße oberhalb des Parkplatzes am oberen Einstieg der Lotenbachklamm herauskam.

Gegen 18.30 Uhr stieg ich in die Lotenbachklamm ein und war wieder einmal einigermaßen begeistert von den ganzen Wasserfällen, die dort hinunterrauschen. Ja, das ist kein Rheinfall, aber für so nah an der Heimat ist das schon ganz schick ...

Am unteren Ende der Klamm lief ich nicht etwa in Richtung Schattenmühle, sondern wollte links abbiegen und hoch zum Wurzelweg. Nur, nach links war kein Weg, sondern der Bach ... Ich fand aber nirgendwo eine Brücke, also stellte ich mein Schuhwerk mal wieder auf die Wasserdichtigkeitsprobe, und - wie erwartet - bestand es die Probe!

Die Probe des Aufstiegs über den Wurzelweg bestand ich fast nicht, denn ich musste alle paar Meter stehen bleiben und mich erholen, aber, Kinners, das ist echt steil dort!

Am Ende landete ich aber wohlbehalten in Gündelwangen (nachdem ich einen kleinen Bach noch zweimal überquert hatte), stieg aber nicht im Vorderdorf in den Bus, sondern lief bis zum Hirschen. Dort hatte ich so viel Zeit, dass ich noch in den Gegenbus in Richtung Neustadt einsteigen konnte, stieg aber in Holzschlag schon wieder aus und wartete dann auf den Bus nach Bonndorf, der mich wohlbehalten um viertel nach acht nach Hause brachte.

Die Dusche hatte ich mir redlich verdient, und dann ging es ins Bett.

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Nicht ganz so wohlbehalten wären wir am Sonntag Abend fast angekommen, aber die Aktion hatte ich beim Blogeintrag schon wieder verdrängt gehabt: Wir waren auf dem Heimweg vom Zürcher Flughafen gerade gemütlich zwischen Eggingen und Mauchen unterwegs, als Lydia vom Rücksitz auf einmal "Achtung" brüllte. Wenn Lydia brüllt, sollte man aufpassen, also stieg ich sofort auf die Bremse, noch bevor ich das Reh sah, das die Straße von links nach rechts - und da war kein Zebrastreifen! - überqueren wollte.

So eine Vollbremsung habe ich in meinem Autofahrerleben selten vollführen müssen, aber ich kam noch rechtzeitig vor dem Reh zu stehen, das dann mehr oder weniger gemütlich die Straße überquerte. Ey, ey, ey, ich weiß nicht, was gewesen wäre ohne den Brüller vom Rücksitz ... Aber ist ja nochmal alles gutgegangen ...

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Jetzt sitze ich im Zug nach Wiesbaden, denn morgen geht es - wer wüsste das unter den eifrigen Bloglesern nicht? - auf die Färöer. Ich habe eben versucht, uns einzuchecken, aber Air France will noch die Impfpässe sehen, sollen sie morgen beim Check-in kriegen. Nach Paris sitzen wir in der Reihe 2, was aber anscheinend die erste Reihe ist, nach Kopenhagen sitzen wir nicht zusammen, werden das aber auch überleben, und auf die Färöer sitzen wir dann auch wieder zusammen.

Planmäßige Ankunftszeit auf den Färöern ist um 13.40 Uhr (14.40 Uhr deutscher Zeit), dementsprechend früh müssen wir morgen aufstehen und zum Flughafen fahren, denn der Flieger nach Paris geht schon um 7.05 Uhr. In Paris sollte die kurze Zeit zum Umsteigen reichen, in Kopenhagen haben wir ausreichend Zeit, zumal wir nirgendwo in Pass- oder Sicherheitskontrollen müssen.

Vom Flughafen auf der Insel Vágar fahren wir wahrscheinlich erst einmal zu einem Wasserfall auf der Insel, bevor wir durch den ersten Tunnel in Richtung Hotel in Tórshavn fahren - und auf dem Weg gucken wir mal, wo wir so herumdüsen.

Die Sonne geht erst gegen 21 Uhr unter, sodass wir sogar noch ein paar Stunden Tageslicht (und wohl leider auch ein wenig Regen) haben, um uns die auf Bildern sehr vielversprechende färöische Landschaft anzugucken.

Ich bin gespannt ...

Fotos aus der Lotenbachklamm: 

Wurzelweg, hier mit Ästen und Stämmen

Wasserfall in der Lotenbachklamm I

Ein Fall für den Schwarzwaldverein

Wasserfall in der Lotenbachklamm II

Dienstag, 12. April 2022

Ein seltsames B&

 ... war unser "B&B" in Dublin, denn das zweite "B", das Breakfast (Frühstück), war nicht im Preis inbegriffen, aber am Ende war uns das fast wurscht, denn lecker war's ja, das Full Irish Breakfast (jetzt langt es aber erstmal für ein paar Tage damit ...).

Über das B&B, oder, vielmehr das "B&" müssen wir keine großen Worte verlieren, das war für den Komfort deutlich, aber ganz deutlich zu teuer, auch wenn die Stimmung im Pub am Samstag Abend ganz hervorragend war. Schade, dass Dublin bei den Übernachtungen so zulangt, zumal das Essen und Trinken ja nicht einmal völlig überteuert ist.

Sei's drum ...

Nachdem wir bis 10 Uhr aufs Frühstück gewartet hatten und von zwei Seiten die dringende Empfehlung gehört hatten, sehr früh am Flughafen zu sein, weil es sehr lange Schlangen gebe, entschieden wir uns, trotzdem kurz mal in die Stadt zu fahren.

Wir ließen Bus Bus sein und fuhren mit dem Uber, das sich als gewöhnliches Taxi entpuppte. Wir liefen über die Ha'Penny Bridge ins Temple-Bar-Viertel hinein und schauten uns dort ein bisschen um, aber so richtig fit war keine und keiner von uns ...

Ich jagte die Damen noch hoch zum Dublin Castle, weil ich mich wirklich nicht mehr erinnern konnte, dort gewesen zu sein (und ich glaube, ich war da wirklich nie), aber dann tranken wir Tee und Eiskaffee (ich!), ließen uns ein weiteres Uber kommen und zum B& zurückfahren.

Wir ließen uns unsere gefühlt acht Gepäckstücke und -stückchen geben, niemand bekam ein Trinkgeld und dann wurde ein weiteres Uber bestellt, das uns zum Flughafen brachte. Der Fahrer war sehr zuvorkommend, auch wenn die Taxi- und Busfahrer hier wie die gesengten Säue fahren.

Am Terminal 2, an dem Aer Lingus fliegt, war eine lange Schlange, aber es gab auch etliche Bag-Drop-Schalter. Ich kundschaftete kurz, holte die Damen dann mitsamt Gepäck und erzeugte am Automaten die Gepäckanhänger. Mit denen stiefelten wir drei Meter weiter zum Gepäckband, das Ding las die Gepäckanhänger ein, und schon war unser Gepäck auf dem Weg in den Bauch des Fliegers - das Ganze war in zehn Minuten erledigt, und es wären nur acht Minuten gewesen, wenn wir nicht zwei Minuten sinnlos in der Schlange gestanden hätten. (Das war jetzt das zweite Mal, dass ich sowas gebastelt habe, das erste Mal war in Frankfurt am Check-in für den Flug nach Kairo ...)

Ich bin allerdings schon einigermaßen erstaunt, dass so wenige Menschen sich trauen, da am Automaten einzuchecken, ich finde so etwas ja immer superpraktisch, aber okay, wenn weniger Leute das nutzen, bin ich schneller durch ...

Wir hatten jetzt natürlich viel zu viel Zeit, die wir mit Rumsitzen und Einkaufen verbrachten, irgendwann gingen wir durch die Sicherheitskontrolle, aßen noch eine Kleinigkeit, beim Boarding wurde es ein bisschen knapp, weil die Damen mich missverstanden und noch auf die Toilette wollten, als schon fast Final Call war (da ich aber immer ein Schisshas bin und noch ausreichend Puffer in allem drin ist, war's am Ende kein Problem).

Der Flug war entspannt und überpünktlich, wir kamen in Zürich am Satelliten an, ließen zwei Bahnen fahren, bei der Einreise war es schon gähnend leer (aber der Automat brauchte ewig, um mich einreisen zu lassen), unser Gepäck drehte schon Runden auf dem Laufband, der Zoll wollte nix von uns und meine Ma stand schon bereit, um uns zum Auto zu geleiten.

Durch die Nacht ging es in Richtung Grenze, über selbige und dann nach Bonndorf - wir trennten uns zügig, weil wir alle müde waren, aber aufgedreht waren wir irgendwie doch noch alle, denn meine Ma und ich saßen noch ein, zwei Stunden in der Küche und erzählten ...

Zur Feier der guten Heimkehr ging es gestern Abend in den ... nein, nicht in den Schnitzer, sondern in den Sonntag, und ... ich sage nur zwei Worte: auweia ...

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Übermorgen fahre ich auch schon wieder nach Wiesbaden, denn am Karfreitag geht es los auf die Färöer.

KLM hatte mir - ich wollte erstmals mit denen fliegen - am Freitag vor eineinhalb Wochen mitgeteilt, dass sie unseren Flug von Frankfurt nach Amsterdam gestrichen haben, sodass wir nicht mehr von Amsterdam nach Kopenhagen und von dort auf die Färöer hätten fliegen sollen.

Ich gab den Herrschaften ein Wochenende Zeit, um uns einen Ersatzflug zu buchen, und siehe da, am Sonntag kam die Information, dass wir nun - mit fünf Minuten Abweichung - von Frankfurt nach Paris fliegen, von dort nach Kopenhagen und schließlich auf die Färöer. In Paris haben wir zwar nur 45 Minuten zum Umsteigen, aber das sollte hoffentlich reichen, weil wir am gleichen Terminal sind und zudem weder durch eine Pass- noch durch eine Sicherheitskontrolle müssen.

Am Ostermontag geht es dann über Billund (Dänemark) und - diesmal aber hoffentlich wirklich - Amsterdam zurück nach Frankfurt. Die Zugverbindung in den Schwarzwald ist schlecht am Ostermontag, aber meine Ma hat sich bereiterklärt, mich in Rottweil abzuholen, was das Ziel ist, das ich am ehesten noch erreiche.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich echt gespannt bin auf die Färöer? Wie? Schon hundertmal? Okay, dann halt zum einhundertersten Mal: Ich bin echt gespannt auf die Färöer. Wir hatten in Irland echt Glück mit dem Wetter, vielleicht klappt das diesmal auch wieder, aber am Ende müssen wir es sowieso so nehmen, wie es kommt ...

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Jetzt auch die Fotos, die am Sonntag nicht wollten:

Cliffs of Moher vom Schiff I

Cliffs of Moher vom Schiff II

Ha'Penny Bridge in Dublin

Cliffs of Moher von Land

Jodelbahn am Zürcher Flughafen

Dublin Castle

Eine Schifffahrt, die ist lustig ...

Cliffs of Moher von Land

Kirche im Dublin Castle

Und noch einmal die Cliffs of Moher

Sonntag, 10. April 2022

Sonnenbrand in Irland

 ... habe ich mir gestern auf der Fähre vor den Cliffs of Moher geholt, aber wenn das Wetter schon so toll ist, muss man das auskosten - dafür kommt Dublin jetzt aus vielerlei Gründen ein bisschen knapp, aber in Dublin ist man ja schnell ...

Das Frühstück gestern in Doolin fand ich wieder ganz hervorragend mit Irish Breakfast inklusive Black Pudding, also einer Art Schwarzwurst, mit Würsten und Rührei, mit Pilzen und Speck und dem hier in Irland offenbar üblichen Kartoffelbrot. Danach ging es zu dem Parkplatz, zu ich vorgestern Abend eigentlich hingewollt hatte. Wir waren aber, weil ich die beiden Orte verwechselt hatte, aber geradeaus gefahren auf dem kleinen Sträßchen anstatt rechts abzubiegen, was wir gestern Morgen nachholten.

Ein sehr freundlicher älterer Herr war Parkplatzwächter, nahm uns auch fünf Euro pro Person Eintritt ab (Parken war frei, höhö), aber wenigstens waren wir so nur bei der Hälfte des Preises am Besucherzentrum. Praktischerweise war der Weg zu den Klippen hier auch kürzer, und wenn du dann an die Klippen kommst, ist das einfach unglaublich beeindruckend.

Unglaublich beeindruckend ist auch, dass einige Leute bewusst jenseits der mit Steinplatten abgesperrten Wege unterwegs sind, obwohl es Schilder gibt, die darauf hinweisen, dass die Klippen instabil sein können. Hm, wir blieben jedenfalls - dort, wo es möglich war - in ein bisschen Entfernung vom alteingetretenen Trampelpfad (es gibt aber Stellen, wo man gar nicht anders kann als da zu laufen, und das sorgt dann schon noch für ein bisschen Nervenkitzel).

Nachdem wir diesen Blick genossen hatten, kam ich mit dem Parkplatzwächter noch kurz ins Gespräch (soweit ich seinen heftigen irischen Akzent verstand), bevor wir in Richtung Doolin fuhren.

Wir hätten die Ausflugsfähre um 12 Uhr wahrscheinlich erreicht, aber es wäre knapp geworden, also ließen wir uns in einem Pub dort nieder und tranken ein Getränk, bevor wir die Fähre um 13 Uhr buchten und zum Fähranleger fuhren.

Wir drängelten uns unbeabsichtigterweise vor (eine größere Gruppe brach plötzlich auf zur anderen Fähre, was uns aber nicht klar war, und wir also hinterher, bis es uns klar wurde, und nun standen wir da vorne am Pier - sei's drum ...) und bestiegen als Erste die Fähre.

Joa, das war schon nochmal richtig schön, diese bis zu 200 Metern hohen Klippen auch von der Wasserseite zu sehen, die Sonne blendete auf dem Hinweg ein bisschen, aber als die Sonne hinter uns stand, war das auch wieder richtig atemberaubend toll - unbedingt hinfahren, und die 20-Kilometer-Klippenwanderung mache ich in diesem Leben auch noch einmal!

Wir aßen in dem Pub nun eine Kleinigkeit zu Mittag und fuhren dann in Richtung, erst über kleine Sträßchen, dann über die Autobahn.

Unterwegs machte ich den Damen den Vorschlag, dass ich sie gleich mit zum Flughafen nehme, weil ich nicht wusste, ob ich hier im B&B gut anhalten kann - und hier begann das Verhängnis. Das Abgeben des Autos funktionierte noch problemlos, dann ging es zum Bus. Erst diskutierte eine Frau einige Minuten mit dem Busfahrer, der ihr weder helfen konnte noch wollte, dann kamen wir an.

Die Bezahlung ging nur mit Münzen (die hatten wir noch), aber ich glaube, dass der Fahrer mir mitteilen wollte, dass die Gepäckfächer voll seien und er uns eigentlich nicht mitnehmen könne. Dieser Einwand wurde von mir ignoriert (sorry, war wirklich unabsichtlich, aber andererseits hätte ich den womöglich auch absichtlich ignoriert), aber dann standen wir mit unseren Koffern schön im Weg ...

Ich beorderte die Damen auf zwei freie Plätze, wuchtete unterwegs die Koffer noch auf andere Gepäckstücke drauf, ging öfter als nicht wie ein Schluck Wasser in der Kurve, und als wir - endlich - ausstiegen, war klar, dass wir heute mit dem Taxi bzw. Uber zum Flughafen fahren ...

Die Zimmer hier im B&B sind die mit Abstand teuersten auf der Reise, die mit Abstand kleinsten, aber auch die mit Abstand bezahlbarsten halbwegs ordentlichen Zimmer in Dublin, sodass wir das hier frau- und mannhaft ertragen.

Das Pub gestern unter uns war aber toll, wir aßen sehr lecker (unter anderem wirklich gutes Lamm), und auf einmal stand ein älterer Herr neben uns und wollte sich mit seiner Frau zu uns setzen. So richtig begeistert waren wir nicht, aber der Typ quatschte uns einfach über den Haufen, und das war das Beste, was uns passieren konnte ...

Das war ein richtig schöner Abend mit Geraldine und Jack, die Live-Band spielte so, dass man auch mal mitsingen konnte (Aerosole!), wir unterhielten uns über ihnen über seine Schwester, die seit 60 Jahren in Köln lebt und ihre Neffen in der Schweiz, wir sprachen über die Gott und die Welt, es war furchtbar laut - kurz, es war toll. Dass das Guinness in Strömen floss (jedenfalls in meinen Mund), das muss ich wahrscheinlich nicht betonen.

Ich schlief wie ein Toter und war heute Morgen topfit, klar ... Lydia und ich machten noch einen Spaziergang, jetzt geht es spät zum Frühstück, dann machen wir noch eine Stadtrundfahrt, aber danach geht es auch schon zum Flughafen.

Fotos jetzt nicht, weil auch das WLAN hier nicht so richtig will ...

Samstag, 9. April 2022

Ganz schön Scherereien

... hätte es (Achtung Wortspiel, höhö) gegeben, wenn ich am Lough Easky in den Ochsenbergen (Ox Mountains) knapp südlich von unserem Übernachtungsort, das Schaf mit seinem Lamm umgerammelt hätte. Das habe ich aber nicht gemacht (ich hatte schließlich eine Zeitlang die Polizei hinter mir ...), sodass alles in bester Ordnung war ...

Das Aufstehen heute Morgen war einigermaßen erträglich, und ich war um 8.35 Uhr fertig, sodass ich schonmal mein Zeug ins - vor der Tür stehende - Auto brachte und noch einen kurzen Spaziergang zum Meer machte.

Pünktlich um 8.45 Uhr kehrte ich zurück, nur um die beiden Damen schon beim Frühstück anzutreffen. Unser Hauswirt war erleichtert, jemanden zu haben, mit dem er Englisch sprechen konnte, und so konnten wir in aller Ruhe frühstücken. Die britischen oder irischen Gäste, die am Nebentisch frühstückten, versuchten sich beim Abgang an ihren deutschen Sprachkenntnissen: "Tschüss, bis bald" war durchaus zu verstehen ...

Danach ging es ein kurzes Stück - im zwischenzeitlich strömenden Regen - am Meer entlang, bis wir in Richtung der Ox Mountains fuhren. Hier war - relativ plötzlich - Heidelandschaft mit vielen Schafen zu bewundern (und zu fotografieren), und am Lough Easky fing es dann plötzlich an zu schneien - das tat der herrlichen Landschaft natürlich keinen Abbruch, das war dort richtig, richtig schön ...

Ich war trotzdem nicht unglücklich, als es von der sehr engen Straße durch die Ox Mountains wieder auf eine mehr oder weniger Hauptstraße ging, weil das schon manchmal haarig war, auf einer im Wesentlichen einspurigen Straße mit 20 km/h über die Kuppe zu tuckern und trotzdem zu denken, dass man zu schnell ist ...

Ein Stück ging es auch über wunderbare zweispurige Straßen, bis wir kurz vor Galway brutal im Stau standen. Den Parkplatz an den Docks, den ich eigentlich angesteuert hatte, ließ ich links liegen und fuhr stattdessen ins Parkhaus im Stadtzentrum. Von dort liefen wir in Richtung des Latin Quarter, und als wir dort ankamen, fing es gerade an zu hageln - na, vielen Dank auch!

Wir flüchteten uns in ein 1649 (oder so) gegründetes Pub und aßen dort zu Mittag: Es gab Gemüsesuppe, Meeresfrüchtesuppe und Rindfleischgulasch (Irish Stew), und zum dekadenten Abschluss schlug ich eine Portion Austern vor. Trotz anfänglicher Gegenwehr einer einzelnen Person schmeckten die Austern beiden Damen und mir sowieso, und am Ende meinte die zunächst abwehrende Dame, dass man, och, so ein paar Austern doch mal wieder essen könnte ... Siehstemal ...

Ein kurzer Stadtbummel in Galway folgte, ehe wir uns auch die eineinhalbstündige Fahrt zu den Cliffs of Moher aufmachten. Auch diese Fahrt war landschaftlich schön, aber wir sahen nicht ein, dass wir für einen kurzen Blick auf die Cliffs 30 Euro im Besucherzentrum zahlen sollten (zehn Euro pro Person). Also fuhren wir ein Stückchen weiter, bogen auf eine sehr enge Straße ab, parkten für drei Euro, liefen eine Viertelstunde (mitsamt Überklettern von einigen Absperrungen, aber das muss so - wirklich!) und hatten dann einen ebenfalls wunderbaren Blick auf die Klippen, ohne ein Vermögen gezahlt zu haben. Herrlich!

Vor lauter Glückseligkeit hatten wir (öhm, hatte ich ...) übersehen, dass wir eigentlich nur bis 18 Uhr hätten einchecken könnte. Ich schrieb kurz vor knapp eine zerknirscht klingende Mail an die Inhaber hier, aber als wir um 18.30 Uhr ankamen, war alles überhaupt gar kein Problem gewesen. (Nach uns kamen auch noch Gäste an, und wenn ich das alles durch die Zimmertüre - natürlich wollte ich nicht lauschen, aber so richtig dick ist die Tür auch nicht - richtig mitbekam, ist denen ihr Auto verreckt ...)

Der nächste und vorletzte Weg des heutigen Tages führte uns in eines der beiden nahegelegenen Pubs. Dort gab es Guinness und Weißwein (und später Pfirsichlikör und örtlichen Whiskey, ohjeohje), lecker Essen (Krabbenfleisch auf Brot, Fish & Chips, Steak), einen - zumindest ein bisschen - deutschsprachigen Kellner, der natürlich am Ende ein fettes Trinkgeld einsackte, und - juchhe - irische Live-Musik, was besonders eine meiner beiden Damen hocherfreute. (Die Hauswirtin hatte uns das schon - auf Englisch natürlich - angekündigt, sodass das trotzdem noch eine Überraschung für die Damen war ...)

Am Ende hatten wir es richtig krachen lassen, liefen die paar hundert Meter zurück ins B&B und morgen geht es um 8.30 Uhr mit einem Full Irish Breakfast weiter ... Hab ja so wenig gegessen heute, oh Mann!

Fotos:

Cliffs of Moher

In Galway

Nochmal Cliffs

Lough Easky

Burren

Blick auf Lough Easky und die Heide

Schaf mit Lamm auf Straße

Freitag, 8. April 2022

"Don't mention the war"

Dieser berühmte Satz ("Erwähnt den Krieg nicht") aus der John-Cleese-Serie "Fawlty Towers" spielt darauf an, dass der Inhaber des britischen Hotels, in dem die Serie spielt, bei der Ankunft deutscher Gäste seinen Angestellten einschärft, sie sollten bloß nicht den Zweiten Weltkrieg erwähnen, er selbst aber ständig aus Versehen tut.

Mein (scherzhafter) Hinweis heute an unsere (übrigens famose, soweit ich sie verstanden habe) Reiseführerin am Gobbins Path, dass sie den Krieg nicht erwähnen sollte, weil sie sich bei uns fast entschuldigte, dass sie eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg erzählte, in der die Deutschen fast naturgemäß nicht so gut wegkommen, sorgte für etwas hochgezogene Augenbrauen, die ich jetzt sicherheitshalber so interpretiere, dass die Briten überrascht waren, dass ich eine kulturelle Referenz auf John Cleese parat hatte, und keineswegs, dass ich wirklich wollte, dass sie den Krieg unter den Teppich kehren.

Sei's drum ...

Die Nacht heute war, öhm, kurz, aus diversen Gründen, denn um 8.45 Uhr wollten wir aufbrechen, damit wir sicher um 9.45 Uhr am Visitor Centre für den Gobbins Path waren. Natürlich waren wir, obwohl ich eine potenziell haarige Situation produzierte, weil ich die Gegenfahrbahn für die Rechtsabbiegerspur hielt (es kam niemand entgegen, zum Glück ...), viel zu früh am Visitor Centre und schauten uns dort zunächst die Ausstellung zu dem bereits 1902/03 erstmals angelegten Weg an.

Um 9.55 Uhr ging es mit der Sicherheitseinführung los, mir Dickschädel passten die Standardhelme (die wir wegen Steinschlaggefahr auf dem Klippenpfad tragen muss) natürlich nicht, sodass ein größeres Exemplar besorgt werden muss, was mir gerade so passte ...

Anschließend ging es fünf Minuten mit dem Bus zum Einstieg in den Klippenpfad, und wir waren gespannt, ob die Wanderung die 22 Euro Eintritt wert sein würde. Auflösung vorweg: Das waren sie.

Es ging direkt an den Klippen entlang, über etliche (2014 neu angelegte) Brücken (der Pfad war jahrzehntelang gesperrt, bis man ihn aus Tourismusankurbelungsgründen - gelungen! - wiedererschaffen hat), darunter die berühmte (!?) Tubular Bridge ("Rohrbrücke", Bilder siehe unten), die Gischt spritzte, Lydia wurde von der Gischt ganz schön nass, es ging durch eine Höhle, in der ich Held mir auf dem Hin- und Rückweg die Rübe anhaute (dem Helm sei Dank blieb ich unverletzt; das muss vom Schwefelgeruch gekommen sein). Kurz: Es war nicht unanstrengend, aber unglaublich schön und ein echtes Erlebnis.

Wir waren sehr froh, als wir - das Wetter hatte fast ununterbrochen mitgespielt - den steilen Anstieg wieder hochgekommen waren. Um Zeit zu sparen, nahmen wir unser Frühstück/Mittagessen im Besucherzentrum ein, und das irische Frühstück mit Kartoffelbrot, Spiegelei, Bohnen, Wurst und Speck schmeckte uns sehr, sehr gut ...

Während des Mittagessens bliesen wir den Giant's Causeway endgültig ab, und am Ende war das eine gute Entscheidung, weil wir so nur noch dreieinhalb Stunden hier in unser B&B an der Atlantikküste fahren mussten. Wir kamen - nach einigen Zwischenstopps, unter anderem an einem sehr schönen See gerade wieder in der Republik Irland; den Grenzübertritt merkt man wirklich kaum - kurz nach 18.30 Uhr hier in Easky an, bewunderten erstmal die wildromantische Brandung und den alten Burgturm hier am Strand, checkten dann bei der sehr, sehr freundlichen Hausherrin ein und liefen danach in Richtung des einzigen Pubs hier im Ort.

Obwohl draußen angeschrieben steht, dass es Essen geben würde, waren wir von der Hausherrin vorgewarnt worden, dass es im Pub nichts zu essen gebe. Wir hatten uns aber dagegen entschieden, in die nächste Ortschaft zu fahren, zumal wir im Pub das Essen des Pizzamannes direkt nebenan auch essen durften.

Also tranken wir lecker Guinness und zum Abschluss noch einen Whiskey, hatten Pizza verspeist (es gab sogar Pizza Hawaii und Döner-Pizza ...) und schlugen uns dann im Dunkeln über den Weg zum Strand am Fluss entlang durch (wir hatten ja eine Taschenlampe, ohne die wären wir aufgeschmissen gewesen ...).

Ein sehr schönes Kaff hier, dieses Easky, sehr freundliche Menschen, aber morgen (heute!) geht es schon weiter nach Galway und zu den Cliffs of Moher.

Fotos:

The Gobbins

Helm wichtig!

Easky mit Turm

Brücke auf dem Gobbins Path

An einem See kurz hinter der Grenze

Blick aufs Meer in Easky

Einstieg/Ausstieg beim Gobbins Path

Tubular Bridge von der Seite ...

... und frontal

Mittwoch, 6. April 2022

In vier Ländern in zwei Autos an einem Tag

 ... war ich, glaube ich, auch noch nie unterwegs, aber da ich heute mit dem Auto meiner Mutter von Bonndorf (Deutschland) nach Zürich (Schweiz) fuhr und dann mit dem Mietauto von Dublin (Irland) in unser Pub-Hotel hier in Nordirland (Vereinigtes Königreich) fuhr, habe ich diese besondere Leistung heute auch vollbracht. Juchhe!

Das Aufstehen heute Morgen war nicht wirklich vergnüglich, aber es war erträglich. Um 6.41 Uhr verließen wir die Wohnung, um 6.45 Uhr war Treffpunkt und auf ging es zum Zürcher Flughafen.

Es ist wirklich ungewohnt, an einem so öffentlichen Ort keine Maske mehr zu tragen, aber am Check-in trug vielleicht noch ein Drittel eine Maske (so wie in unserer Reisegruppe), und unabhängig davon ging der Check-in einigermaßen schnell, auch wenn ich mich immer wieder frage, wieso die Leute nicht auf die Hinweistafeln zum nächsten Check-in-Schalter schauen ...

Die Sicherheitskontrolle ging fix, auch wenn ein Flachmann im Gepäck die Aufmerksamkeit der Sicherheitsmenschen erregte, dann ging es durch die leere Ausreisekontrolle zum Gate. Auch die Dokumentenkontrolle wurde überstanden, die Swiss war sich nicht ganz einig, ob Masken im Flieger erforderlich sind oder nicht, denn am Gate wurde Ersteres behauptet, im Flieger sah das dann ganz anders aus.

Der Flug wurde in zwei Stunden und fünf Minuten erfolgreich hinter uns gebracht, die Einreise ging fix, nur das Gepäck ließ lange Zeit auf sich warten. Als wir das hatten, stellten wir uns beim Autovermieter in die nächste Schlange.

Nach endlicher Zeit kam ich dran, ich konnte das Auto buchen, wir wurden zum Shuttlebus verwiesen, und im Satellitenareal bekamen wir dann endlich den Schlüssel für das Auto (wir haben von Sixt ein Upgrade auf einen Renault Megane bekommen, sehr schick, vielen Dank!).

Durch unzählige Kreisverkehre ging es zunächst in eine Mittagessenkneipe, und der Burger und die Beef Nachos waren durchaus genießbar, auch wenn ich uns - wie fast immer - erstmal in den weniger attraktiven Barbereich lotste. Um 14.30 Uhr durften wir dann in den Restaurantteil umziehen, dort gab es das Essen, und um kurz nach 15 Uhr waren wir wieder unterwegs.

Wir entschieden uns, den Giants Causeway einen guten Giants Causeway sein zu lassen, und fuhren stattdessen - leider im Regen - am Carlingford Lough entlang. Bei Newry ging es dann wieder auf die Schnellstraße, ich verrechnete mich bei der Umrechnung von Meilen pro Stunde in Kilometer pro Stunde halt ganz gründlich (Mathematiker und so ...), aber ich hoffe, ich bin nicht geblitzt worden ...

In Belfast steckten wir im Feierabendverkehr fest, aber landeten am Ende so gegen 18.15 Uhr in unserem Pub/Hotel. Der Check-in war okay, die Zimmer sind auch in Ordnung, und wir trafen uns zügig im Pub. Bier wurde probiert, irgendwann auch eine Portion Fish & Chips zum Teilen, am Schluss auch Bushmills-Whiskey (die wollten uns sogar schottischen Whisky andrehen, nix gibt's!), und ganz zum Schluss saßen wir noch bei einem Pint bzw. Half-Pint zusammen, weil uns die Dritte im Bunde schon in Richtung Bett verlassen hatte ...

Auch hier in Nordirland gefällt es mir sehr gut, unsere Madame, die uns sogar eincheckte als auch bediente, ist superlieb, alles wunderbar ...

Morgen geht es zunächst zum Klippenpfad und dann doch noch zum Giants Causeway, ob wir uns dann in Sligo ewig aufhalten, schauen wir, aber wir lassen uns treiben, denn wir haben Urlaub ...

Unterwegs mit Regenbogen

Blick auf den Carlingford Lough im Regen

 

Dienstag, 5. April 2022

Feierabend

 ... habe ich jetzt gemacht vor der Irland-Reise, der Koffer ist gepackt (der Rucksack noch nicht), der Wecker gestellt (auf 5.30 Uhr, ätzend), morgen um 6.45 Uhr geht es an den Flughafen in Zürich. Der Flieger geht um 10.25 Uhr, um 11.50 Uhr Ortszeit sind wir in Dublin. Dort wird das Auto übernommen, und ich hoffe, dass wir so gegen 13 Uhr auf dem Weg nach Norden sind.

Um 16 Uhr sollten wir dann am Giants Causeway sein, ungefähr, dann werden die Basaltformationen ein bisschen bewundert (mal gucken, was wir fürs Parken zahlen müssen), und dann geht es eine gute Stunde zurück in ein kleines Kaff nordöstlich von Belfast. Dort wohnen wir irgendwo im nirgendwo, aber wir haben Zimmer und ein Pub, alles unter einem Dach (und ein Bestattungsinstitut ist auch noch daneben für alle Fälle ...), sodass wir den ersten Abend in Irland (in dem Fall in Nordirland) hoffentlich gut begießen werden.

Am Donnerstag geht es zum Gobbins Cliff Path und auf selbigem an den Klippen an der Irischen See entlang. Wanderschuhe haben wir eingepackt, das wird hoffentlich ein Erlebnis, da entlang zu wandern ... Anschließend geht es einmal quer über die Insel in Richtung Sligo (da werden wir uns vielleicht auch noch einmal umschauen) und danach noch ein Stückchen weiter in ein kleines Kaff, bei dem nicht einmal sicher ist, ob sich das "Easky" oder "Easkey" schreibt.

Auf alle Fälle haben wir da ein B&B auf der Straße zum Meer, und im Kaff gibt's ein Pub, und das werden wir heimsuchen. Viele Touristen werden da wahrscheinlich nicht sein zu dieser Zeit, sodass ich hoffe, dass das ein sehr irisches Erlebnis werden wird ...

Am Freitag fahren wir weiter nach Galway. Ursprünglich wollte ich dort übernachten, aber da die Hotels in den großen Städten so unfassbar teuer sind und wir auf alle Fälle in Dublin übernachten wollen, machten wir nur einen Zwischenstopp in Galway. Auf Fotos sieht das ganz schick aus, mal sehen, ob es das auch im Nieselregen noch tut.

Danach geht es weiter zu den Cliffs of Moher, und da entscheiden wir dann wahrscheinlich spontan, ob wir noch eine kleine (teure) Bootsfahrt machen oder ob wir den Blick nur von Land aus genießen. Wir schlafen in Doolin, da gibt es etliche B&Bs und - latürnich! - etliche Pubs.

Am Samstag schließlich geht es nach Dublin, wo ich die beiden Damen in unserer Unterkunft abladen werde (natürlich handelt es sich um ein B&B über einem Pub ...), danach das Auto zum Flughafen zurückbringe und anschließend mit dem Bus zurückkomme. Danach geht es in die Stadt, und ich habe noch keinen festen Plan, was wir uns so angucken wollen. In der Bibliothek im Trinity College war ich noch nicht, in der Jameson-Destillerie auch noch nicht, in der Guinness-Brauerei war ich zwar schon, aber das ist definitiv kein Hinderungsgrund, da nochmal hinzugehen, ich denke, wir werden uns da einfach ein bisschen durch Dublin treiben lassen und am Ende des Tages in unserem Pub noch ein Pint und/oder einen Whiskey trinken.

Am Sonntag haben wir noch einige Stunden in Dublin, wo wir uns bestimmt auch noch was anschauen werden, bevor es dann am Nachmittag zurück zum Flughafen geht. Um 17.45 Uhr geht der Flieger, um 21.05 Uhr kommen wir in Zürich an, da werden wir so gegen halb elf in Bonndorf sein, wenn alles gutgeht.

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage, aufs Linksfahren, auf das irische Wetter, und freue mich auf mein erstes Guinness (oder auch ein anderes Stout!).

Dienstag, 29. März 2022

Schnitzer, Hannover, Hamburg, Seychellen

Das ist doch mal eine Kombination!

Die Heimkehr vergangenen Montag wurde im Schnitzer bejubelt, auch hier wurde ein (maximal, allenfalls, vielleicht noch ein zweiter) Cuba Libre als Absacker verzehrt (war auch da lecker ...), danach ging es in die Heia, denn am Abend kam der Mann mit dem Hammer (der kam bei meiner Mutter schon unterwegs im Zug bzw. am Freiburger Hauptbahnhof, als ich mit den beiden Koffern unter dem Arm - hihi - losjägte und sie hinterhermarschierte ...). Schön war's!

Am Dienstag Abend fuhr ich wieder nach Hannover, und am Donnerstag Abend musste ich einfach einen kleinen Abendspaziergang machen, weil das ein intensiver Tag gewesen war. Joa, der Spaziergang wurde auch intensiv, denn es ging vom Büro kurz in meine Bude und dann an der Westseite des Maschsees entlang - herrlich! Da war ich - natürlich - noch nie unterwegs gewesen, das wird nicht so bleiben ...

Es ging weiter am Nordufer des Maschsees entlang und am Rathaus vorbei, in Richtung Aegidientorplatz, am dänischen Konsulat vorbei und dann in Richtung Stadtwald. Dort lief ich - es wurde jetzt dunkel - nah an der Autostraße entlang und stieg dann am Lister Platz hinab zur Stadtbahn. Irgendwie war aus dem Abendspaziergang eine 10-Kilometer-(Stadt-)Wanderung geworden, mir taten natürlich die Füße weh, aber das war dann wenigstens die erste Etappe in Richtung Lüneburger Heide, passt doch dann ...

Am Freitag Nachmittag machte ich nach einer intensiven Nach-Urlaubs-Woche einigermaßen früh Schluss und fuhr zum Fährefahren (Finkenwerder-Landungsbrücken während des Sonnenuntergangs), Elbtunnelspazieren (vor allem Aufzugfahren ...) und Fischbrötchenessen (Krabben und Matjes, dazu lecker Astra) in eine zufällig ausgewählte Stadt im Norden. Interessanterweise landete ich wieder einmal in Hamburg - sowas auch, und das, obwohl ich Hamburg ja eigentlich nicht so wirklich mag. Nicht mochte? Hm, mal sehen, was das in den nächsten Jahren so wird ... Spätestens für die Guernsey-Tour muss ich ja schon wieder nach Hamburg, ohje, ohje ...

Am Sonntag fuhr ich wieder in den Schwarzwald, nachdem ich am Wochenende noch Besuch in Hannover gehabt hatte, und heute buchten wir - endlich - den Flug auf die Seychellen über Christi Himmelfahrt. Juchhe, schon wieder!

Am 21. Mai geht es nachmittags von Zürich nach Wien. Dort haben wir sechs Stunden Aufenthalt, ehe es sechs Stunden oder so von Wien nach Addis Abeba in Äthiopien geht. Dort haben wir am Morgen des 22. Mai dreieinhalb Stunden Aufenthalt, ehe es noch einmal knapp vier Stunden auf die Seychellen geht. Dort kommen wir am Nachmittag an und müssen noch sehen, wie wir ins Hotel bzw. die Ferienwohnung kommen.

Am darauffolgenden Samstag geht es dann wieder zurück, über Addis Abeba nach Frankfurt (das ist, glaube ich, das erste Mal, dass ich in Frankfurt umsteige) und von dort nach Zürich. Wir sind dann am durchaus frühen Sonntagmorgen wieder im Schwarzwald, das wird gut ...


Hamburger Hafen

Krabbenbrötchen, Matjesbrötchen, Bierbrötchen

Dänisches Konsulat in Hannover

Sonnenuntergang im Hamburger Hafen

Maschsee und Rathaus

Nordufer des Maschsees

Alter Elbtunnel

Montag, 21. März 2022

Willkommen in Deutschland - nichts funktioniert

Joa, die Gepäckausgabe in Frankfurt verzögerte sich, weil auf einmal wieder - völlig überraschend - Menschen durch die Welt reisen, sodass wir den bequemen Zug für uns verpassten, jetzt in Mannheim umsteigen mussten und in Freiburg und Neustadt Rennerei haben - sehr ärgerlich, aber leider für Deutschland bzw. zumindest für den Frankfurter Flughafen nicht überraschend ... Okay, vielleicht ist das "nichts" in "nichts funktioniert" jetzt ein klitzekleines bisschen übertrieben, aber ohne Übertreibung erreicht man ja heutzutage keine Leser mehr ...

Der Tag gestern am Strand war noch einmal wunderbar, wir hatten gut gefrühstückt, dann ausgecheckt, durften aber Handtücher und All-inclusive-Armbändchen behalten, sodass wir uns wieder an den Strand begaben, nachdem wir unser Gepäck in die Aufbewahrung gegeben hatten ...

Einem Schwimm folgte das letzte Mittagsmahl in Amerika für einige Zeit, dann ging es um 15.15 Uhr in die Lobby zum Umziehen und Duschen. Ich werde nie verstehen, wieso sie an dieser Dusche einen wunderbaren Duschkopf mit verschiedenen Düsen haben, aber im Zimmer nur den schwachen Wasserdruck mit einem einfachen Duschkopf (aber wir wollen ja dankbar sein, dass es überhaupt einen abnehmbaren Duschkopf gab ...).

Am Ende wurde es ein bisschen hektisch, sodass ich trotz guter Belüftung in der Umkleide ein bisschen ins Schwitzen kam, doch wir waren pünktlich für den Bus fertig. Wir wurden zum Flughafen bugsiert, wissend, dass unser Flieger Verspätung haben würde, wurden an den anderen Wartenden vorbeischleust, weil ich mit kluger und intelligenter Reiseplanung unser E-Ticket, das die Dominikaner aus unerfindlichen Gründen auch für die Ausreise verlangen, vorzeigen konnte (ebenso wie die Covid-Zertifikate), sodass wir sehr schnell an der Sicherheitskontrolle waren.

Dort regte ich mich ein bisschen über das komplett unsinnige Schuheausziehen auf (mehr Menschen sind durch Bakterien gestorben, die sich beim Gang über diese unfassbar ekligen Teppiche zugezogen haben, als durch irgendwelche Schuhbomber etc. etc.) und dann ziemlich darüber, dass vor lauter Schuhewiederanziehen die Helden bei der Sicherheitskontrolle fast meinen Rechner vom Band schoben und auf den Boden fallen ließen. Ein lautes "atención, por favor" von meiner Seite war die Reaktion - Saftladen!

Definitiv kein Saftladen war die sehr praktische elektronische Ausreise, denn da kamen wir schnell durch - sehr schön! (Dadurch ging mir zwar ein Ausreisestempel flöten, aber ich vermute, den hätte ich auch beim Grenzer nicht gekriegt ...)

Nun kamen wir in der Bar am Flughafen zum Sitzen und tranken eine Anzahl von (teuren, aber leckeren) Cuba Libres ... Nachdem wir uns Mut für den Flug angetrunken hatten, ging es zum Gate, wo wir gut Platz hatten, ehe wir boardeten und noch eine Drogenkontrolle der dominikanischen DEA über uns ergehen lassen mussten ...

Wir saßen in der Mitte, aber als "boarding completed" war, setzte ich mich drei Reihen hinter meine Mutter, sodass wir beide ein bisschen mehr Luft hatten; die Dame auf dem Platz zwei neben mir fand das zwar, glaube ich, nicht so toll, dass sie die drei Plätze nicht für sich alleine hat, aber das Leben ist ja nun kein Ponyhof ...

Der Flug ging heute Nacht nur knapp unter neun Stunden, ich hatte über geraume Zeit die Augen zu und scheine sogar ein kleines bisschen gepennt zu haben, nachdem ich den vorletzten James-Bond-Film geguckt hatte. Das Essen war eher nicht so gut dieses Mal, aber was soll's ...

Als ich aufwachte, war es schon kurz nach acht Uhr deutscher Zeit, über Cornwall in Südwestengland ging es nach Frankfurt, wo wir trotz verspätetem Start nur wenig verspätet ankamen. Die Aussteigeprozedur nach Sitzreihen ging - natürlich - wie immer katastrophal in die Hose, weil sich erstens keine Sau dranhält, was die da ansagen, und weil zweitens die Hecktür auch offen war. Die Bundespolizei kontrollierte direkt an der Tür, dann ging es übers Flughafengelände zur Busankunft B Non-Schengen.

Die Einreise am Automaten klappte erstaunlich gut, aber dann begann das Warten auf Godot, äh, aufs Gepäck ... Anders als bei Beckett (Spoiler-Alarm!) kam das Gepäck nach (un)endlicher Zeit aber dann doch, der Zoll wollte nix von uns (wir hatten ja zum Glück auch nur Rum im Rahmen der zulässigen Höchstmenge dabei, ehrlich!), den Zug nach Mannheim erwischten wir und den nach Freiburg jetzt auch ...

Viel sollte - inschallah - nicht mehr schiefgehen, deswegen lade ich den Blogeintrag jetzt hoch, weil ich fürchte, dass ich heute Abend, wenn wir aus dem Schnitzer kommen, nichts, aber auch gar nichts mehr machen will (außer das Bett heimsuchen) ...

Ich freue mich jetzt so auf die Dusche und danach auf ein schönes Bierchen ...

Achso: Der Flugkapitän meinte nach dem Einsteigen so, dass er es verstehe, wenn wir das maskenlose Treiben in der Dominikanischen Republik genossen hätten, aber - leider, leider - müsste die Fluggesellschaft die Maskenpflicht im Flugzeug durchsetzen. So richtig Bock hatte der erkennbar auch nicht mehr auf das Gedöns ...

Sonntag, 20. März 2022

"Es su cumpleaños"

Ich weiß wirklich nicht, was ich mir dabei gedacht habe, dem Kellner heute Morgen auf die Nase zu binden, dass meine Mutter heute Geburtstag hat ... Vielleicht wollte ich eine Begründung für den ungewöhnlichen Wunsch, zum Frühstück Prosecco zu kriegen, liefern (am Ende wurden es drei Gläser pro Person, ohjeohje), keine Ahnung, aber ich befürchtete für heute Abend Schlimmes, mit mehrköpfiger Band und Trommeln und Gedöns. Zum Glück blieb dieser GAU aus, vielleicht auch, weil ich unserem Ober mit Festhalten der Arme davon abhielt, Verstärkung zu holen ...

Jedenfalls hatten wir, als wir vom Frühstück zurückkamen, auf dem Tisch auch noch eine Flasche Sekt stehen - wann sollen wir die denn trinken, sachma?

Der Tag heute war ein sehr geruhsamer, mit leckerem Frühstück und dann schönem, ruhigem Wasser am Strand, mit lecker Cuba Libre und lecker Bierchen, und mit allerlei Diskussionen, wo denn die nächsten Urlaube hingehen könnten ... Die Mongolei hat vor wenigen Tagen wieder aufgemacht, Ecuador verlangt jetzt auch nur noch Test oder Impfnachweis, bei Tadschikistan, den Komoren und Malawi wird noch ein PCR-Test verlangt, aber ich hoffe, das fällt auch alles bald, sodass ich einigermaßen zuversichtlich bin, die fünf Wochen Urlaub, die ich noch habe dieses Jahr, gewinnbringend verplanen zu können.

Am Ende des Tages, im Anschluss an den dritten Meeresschwimm, gingen wir - heute war mir kalt! - noch in den brühwarmen Pool (zum ersten Mal überhaupt), tranken in selbigem noch ein Bierchen und machten uns dann abendessenfein.

Zu Ehren meiner Mutter trank ich heute etliche Banana Mamas (con alcohol, claro), das Abendessen war auch lecker, aber nach der Las-Vegas-Show war jetzt die Luft raus.

Heute keine Fotos, weil Strandbilder nach einer gewissen Zeit langweilig sind, aber schön war's heute definitiv nochmal.

Morgen geht es am Nachmittag zurück zum Flughafen, morgen Abend geht der Flieger, am Montag Morgen sind wir in Frankfurt, am Montag Nachmittag in der Wohnung meiner Ma und am Montag Abend in der location, in der Urlaube korrekterweise enden: im Schnitzer ...

Gute Nacht!

Samstag, 19. März 2022

Schweiß, Tränen, Salzwasser und Cuba Libre

... das alles fand sich am Ende des heutigen Trips auf meinem T-Shirt, aber die Tränen waren Freudentränen, insofern alles allerbestens ...

Das Aufstehen heute Morgen um 4.30 Uhr war brutal, zumal ich meine Mutter, die gerade wieder fest eingeschlafen war, brutal weckte. Natürlich waren wir viel zu früh fertig, denn der Bus sollte uns erst um 6.20 Uhr abholen, aber mit ausreichend Trödeln und schon einmal Einschmieren und so klappte auch die Überbrückung der Zeit.

Allein, der Bus kam nicht - gestern war er pünktlich bzw. um eine Minute verspätet gekommen, und der Reiseführer hatte gemeint, wenn der Bus nach zehn Minuten nicht da sei, sollten wir ihn anrufen. Jetzt wollte ich den armen Kerl nicht als übereifriger Deutscher anrufen und gab auf die zehn Minuten nochmal fünf obendrauf ... Um 6.35 Uhr war ich wirklich drauf und dran, den Reiseleiter anzurufen, als der Bus angetuckert kam - keine Ahnung, ob der Guide oder der Busfahrer verschlafen haben, denn der Bus war noch fast leer, an zu spät kommenden Gästen kann es also fast nicht gelegen haben ...

Wir holten noch etliche Gäste ab bzw. gabelten sie unterwegs auf dem Standstreifen der Schnellstraße auf, dann ging es zum Frühstück in ein kleines Geschäft am Wegesrand. Die Bio-Schokolade wurde verzehrt, das Schinken-Käse-Sandwich konnte man den Hasen geben (gegessen haben wir es trotzdem), mit der Anti-Seekrankheitspille machen die da ein Vermögen, und eingekauft haben wir auch nichts - dann ging es schon weiter in Richtung Südküste der Bucht von Samaná.

Nach alles in allem zweistündiger Fahrt mit tollen Blicken auf die unglaublich grüne, hügelige bis gebirgige Landschaft und durch einige ärmere Dörfer kamen wir in Las Cañitas am Hafen an. Ein paar Schritte mussten wir zu Fuß aufs Schiff gehen, dann legte selbiges ab - es standen - wie sich herausstellte - zwei Stunden Buckelwal-Safari an.

Hinter uns saßen ostdeutsche Walbeobachtungsexperten, die ganz genau zu erkennen glaubten, wieso der Kapitän dieses oder jenes Manöver vollführte, wobei manche dieser Manöver dazu führten, dass wir ganz schön nass wurden, denn es ging kreuz und quer über die Bucht von Samaná, längs zu den Wellen, quer zu den Wellen, rums, spritz, kreisch, das war schon lustig, auch wenn es mehrfach Fehlalarm gab, weil wir alle natürlich nach Walen Ausschau hielten.

Wir fuhren weiträumig einmal um das Inselchen Cayo Levantado herum, als der Kapitän auf einmal Gas gab. Interessanterweise drückte die Fahrt mit den Wellen das Wasser von unten aufs Schiff, sodass meine Schuhe und meine Hose bätschnass waren, als wir nordwestlich des Cayo zu anderen Booten stießen.

"Menschen, die aufs Wasser starren" wäre einige weitere mögliche Überschrift des heutigen Blogeintrags gewesen, denn zunächst sahen wir nichts.

Dann aber! Da hinten! Große Freude, als wir ein Walchen aus größerer Entfernung sahen - wir ärgerten uns ein bisschen über einen anderen Bootskapitän, der uns erstens vor die Nase fuhr und zweitens den Walen arg auf die Pelle rückte (da waren die Walbeobachtungsexperten hinter mir und ich uns sogar einig), aber es folgte eine regelrechte Verfolgungsfahrt: die Wale voraus, wir hinterher ...

Wir näherten uns gefühlt immer weiter an, und ganz am Ende der Fahrt (auch hier gilt natürlich, dass die Kapitäne durchaus geschickt den Spannungsbogen aufbauen) zogen Frau Wal, Herr Wal und Wal-Kalb kaum fünfzehn Meter an uns vorbei zwischen zwei Schiffen durch.

Es ist unglaublich, diese majestätischen Tiere (Herr Wal hatte sicherlich zehn Meter Länge anzubieten, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr) aus nächster Nähe zu sehen - das war unfassbar schön, und wir waren hochzufrieden. Toll!

Nun ging es aber zum Mittagessen und zum Baden auf den soeben umrundeten Cayo Levantado. Die eine Hälfte der Insel gehört zu einem Hotel und ist im Privatbesitz (auf diesem Strand wurde - angeblich - die Bacardi-Werbung gedreht), die andere Hälfte ist öffentlicher Strand, und da war die Bude voll. Das Essen war in Ordnung, aber der Strand war richtig schön (unser Strand hier ist auch schön, aber dort ist es etwas weniger wellig, was meiner Ma noch ein bisschen besser gefiel) - das war schon schick dort. Wir tranken, öhm, zwei Cocktails (und hatten auf dem Schiff schon "Cola mit Vitaminen" bekommen, also Cuba Libre), sodass wir - genauso wie die anderen - schon ein bisschen angedüdelt aufs Schiff zurückkamen.

Jetzt ging die wilde Luzi los, denn der Kapitän fuhr mit Vollgas zurück - hatten sich die Leutchen auf der Hinfahrt noch mit Handtüchern und Ponchos geschützt, war jetzt alles wurscht, klatsch, bumm, bäng, das Salzwasser spritzte, der Cuba Libre (der auch jetzt wieder floss) wurde notfalls verschüttet, das war noch einmal ein richtiges Abenteuer ...

Dementsprechend völlig fertig waren wir (jetzt kam der Mann mit dem Doppelhammer vom frühen Aufstehen und von den Vitaminen), als wir im Bus saßen, und sehnten das heimatliche Hotel herbei.

Ich ging noch einmal hier ins Meer, dann gingen wir zum Abendessen, aber irgendwie ging es mir nicht so gut (war ich etwa doch noch nachträglich seekrank geworden, man weiß es nicht ...), sodass wir uns entschieden, heute früh Feierabend zu machen.

Morgen (für den werten Leser schon heute) ist ja auch noch ein Tag, und zwar ein besonderer, da wollen wir es uns richtig gutgehen lassen.

Am Sonntag Abend geht es wieder heim, aber die eineinhalb Tage werden noch genutzt zum Faulenzen.

Toll war's heute, richtig, richtig toll ...

Fotos aus aktuellem Anlass recht wallastig ...

Unser Schiff


Strand auf dem Cayo Leventado