Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 25. Februar 2022

Beim Hermann in der Kastanienallee

... bin ich heute feierlich versackt, aber das war halt auch eine richtig schön-versiffte St. Paulianer Kneipe mit Astra und Guinness, das war richtig schön.

Ich entschied mich heute spontan, schon gleich nach Hamburg zu fahren, buchte ein Hotel in St. Pauli (schick, aber schwülstig), aß Labskaus mit Blick auf den Hafen (schön), marschierte durch den Alten Elbtunnel, stieg in den Bus zur Fähre an der Argentinienbrücke, ließ mich zurück zu den Landungsbrücken schippern, fuhr mit der U-Bahn nach St. Pauli, lief über die Reeperbahn, war enttäuscht von der "Großen Freiheit" und vom Ergebnis des BVB, aber der Hermann und seine Truppe waren ganz cool, und morgen geht es nach Hamburg und dann nach Manchester.

Ich, fertig? Jupp!

Und der Spiegel an der Decke im Hotel ist auch cool ...

Hotel

Labskaus

Alter Elbtunnel

Tunnelmitte

Da fuhren mal Autos in den Fahrstuhl


Dienstag, 22. Februar 2022

Unterwegs nach Land 209

Nun, jetzt habe ich nachvollzogen, was ich - wenn ich konsequent gewesen wäre - schon vor acht Jahren hätte machen müssen, nämlich die "Unabhängigkeit" der "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk, die nach überwiegender Meinung der Völkerrechtler in der Ostukraine liegen, zu akzeptieren.

Denn schon 2014 hatte Südossetien diese beiden Staaten diplomatisch anerkannt, und da Südossetien von Russland diplomatisch anerkannt wird, hätte diese Kette dazu führen müssen, dass ich diese beiden Staaten auch in meine Liste aufnehme. Vielleicht war es der Wunsch, Europa "fertig" zu haben (da mir nach dem Besuch in Abchasien 2017 nur noch Südossetien fehlte), vielleicht war es die (Fehl-)Einschätzung, dass sich diese beiden Regime nicht stabilisieren, wahrscheinlich war es die Tatsache, dass die englischsprachige Wikipedia die beiden Staaten - anders als etwa Somaliland oder Kosovo oder auch Südossetien selbst - nicht auf ihrer Liste der souveränen Staaten führte, jedenfalls blieb ich bis heute bei dieser Verweigerungshaltung.

Seit der gestrigen Anerkennung durch Russland ist auch in der Wikipedia einiges in Bewegung gekommen, und auch wenn ich mir immer vorbehalten habe (größenwahnsinnig, wie ich bin), meine eigenen Entscheidungen zu treffen, hat die Entscheidung eines anderen Wikipedia-Nutzers, Donetsk und Luhansk in der englischen Schreibweise dort einzutragen, dazu beigetragen, dass ich jetzt statt nach Land 207 eben nach Land 209 strebe. (Dass die Anzahlen in besagtem Artikel danach von einem gewissen "EBB" aktualisiert wurden, ist reiner Zufall - der Typ hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Autoren dieses Blog zu tun - jetzt gucken alle im Zug so komisch, weil ich einen Hustenanfall gekriegt habe ...)

Ich habe die Erläuterungsseite "Wieso zähle ich [x] Länder?" in der Leiste rechts im Blog natürlich auch entsprechend schon aktualisiert, auch die Karte ist angepasst mit zwei - jetzt grauen - Punkten auf der ukrainisch-russischen Grenze, und jetzt gucken wir mal, wie lange ich diese 209 Länder zähle ...

In absehbarer Zeit habe ich - das kommt jetzt vielleicht ein bisschen überraschend - nicht vor, diese neuen Länder zu besuchen, aber irgendwann werde ich vielleicht eine Tour durch Donezk, Lugansk und Südossetien zu machen - meine Abchasienreise 2017 hat meinen Appetit auf russische Satellitenstaaten und deren lokale KGBs ja definitiv gesteigert ...

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Jetzt bin ich erst einmal auf dem Weg nach Berlin. Ich war ja schon lange nicht mehr in der Hauptstadt, und der erste Versuch gestern fiel sturmschädenbedingt ins Wasser, sodass ich erfolglos vom Hannoveraner Hauptbahnhof wieder nach Hause fuhr und früh ins Bett ging.

Heute ist der Plan, eine Currywurst zu verspeisen, wieder vom Hauptbahnhof am Kanzleramt vorbeizuwandern (erstmals unter dem neuen Hausherrn!), danach den Bundestag zu passieren und am Brandenburger Tor den Spaziergang zu beenden. Mal schauen, ob ich irgendwo noch ein Bierchen trinke ...

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Am Freitag habe ich mir jetzt Urlaub genommen, damit ich schon morgens in Richtung Hamburg fahren kann. Ich werde sicherlich wieder ein Fischbrötchen mampfen (oder zwei), ein bisschen Fähre fahren und danach ganz gemütlich zum Flughafen fahren. Die Norddeutsche, mit der ich bald auf die Färöer fliege, lacht immer, wenn ich versuche, ernsten Gesichts zu behaupten, dass ich Hamburg immer noch nicht mag, aber Hamburg ist immer noch ... hm, naja, halt nicht meine Lieblingsstadt. Und wird's auch nicht, ganz sicher! Aber Fischbrötchen und Fährefahren ist halt schon schön ...

Samstag, 19. Februar 2022

Ceterum censeo bracas esse emendas

Glücklicherweise kennen die Uli, der Klaus, der Winfried und der Erwin, also meine Lateinlehrer, meine Adresse in Hannover nicht, sonst kämen sie mit Fackeln und Mistgabeln angelaufen, um mich zu verprügeln für diese unerträgliche Verballhornung von Catos berühmten "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam" ... Nun ist es aber so, dass meine Mutter nicht bei jeder Gelegenheit ihrem Sohn mitgibt, dass Karthago zerstört werden möge, sondern, dass dieser noch Jeans kaufen müssen, also bracas esse emendas.

In der Regel sagt die Frau Mutter das (mindestens) dann, wenn der Sohn mal wieder eine Reise buchen will, und also war es heute wieder einmal so weit, denn der Sohn hatte vergleichsweise günstige Flüge fürs nächste Wochenende gefunden.

Nun geht es also am Freitag Abend von Hamburg mit Ryanair nach Manchester. Dort habe ich mir ein Hotel in Flughafennähe gesucht, weil nur die Nacht Aufenthalt in Manchester haben werde. Ich habe mir ein Pub in den Außenbezirken von Manchester ausgeguckt, in das ich mit der Straßenbahn für einen Spottpreis fahren kann - da wird es womöglich zu später Stunde ein English Breakfast geben, das ich mit einem Guinness herunterspüle. Danach geht es mit der Straßenbahn wieder heim und am Samstag Morgen wahrscheinlich zu Fuß (!) zwanzig Minuten zum Flughafen.

Da fliege ich dann von Manchester weiter nach Ronaldsway, dem Örtchen, auf dessen Gemarkung der Flughafen der Isle of Man liegt. Dort habe ich schon ein Auto gemietet, mit dem ich über das Inselchen düsen werde (natürlich auf der linken Straßenseite), um mir die Burg in Peel oder das Naturschutzgebiet am Point of Ayre im äußersten Norden anzuschauen. Vielleicht besteige ich auch den Snaefell, den höchsten Berg der Isle of Man (es ist ein bisschen früh im Jahr, sodass die Straßenbahn dort noch nicht hochfährt, sondern erst ab Ende März, aber man kann wohl an der Straße parken und dann einen Kilometer da hochwandern), von dessen Gipfel man - bei gutem Wetter, also sehe ich eher schwarz ... - einen Blick auf Irland, Schottland, England und Wales haben soll.

Übernachten werde ich in Douglas, der Inselhauptstadt, in einem schnuckeligen Hotelele, und etwas zu essen werde ich (mittags und) abends sicherlich auch kriegen, da habe ich mir schon ein Fischlokal ausgeguckt, aber Queenies, lokale Jakobsmuscheln, bekommt in fast jeder Kneipe auf der Isle of Man, und diesen geräucherten Fisch namens Kipper ebenfalls, da werde ich schon auf meine Kosten kommen ...

Am Sonntag Morgen geht es einigermaßen früh zurück nach Manchester und dann am Nachmittag zurück nach Hamburg (vielleicht reicht die Zeit für einen kleinen Bummel in Manchester), sodass ich am Sonntag Abend frisch durchgepustet in Hannover ankommen sollte.

Natürlich ist das mal wieder eine totale Verrücktheit, zumal es am Wochenende darauf ja schon nach Porto und am Wochenende darauf in die Dominikanische Republik geht, aber hey, jetzt muss man das ausnutzen, dass man so langsam wieder reisen kann ...

Apropos "reisen können": Für die Isle of Man benötigt man, um da halbwegs ungeschoren einreisen zu können, eine "Vaccination exemption", also eine Bestätigung, dass man geimpft ist und damit von den Quarantänebestimmungen ausgenommen ist; diese bekam ich heute 13 Minuten nach Hochladen meines (EU-!)Covid-Zertifikats, das scheint also noch akzeptiert zu werden (offiziell werden bis zu drei Arbeitstage für die Erteilung der Bestätigung veranschlagt ...).

Die Isle of Man gehört zwar zum Common Travel Area, also zu dem Gebiet, innerhalb dessen man großteils ohne Grenzkontrollen durch die Gegend fahren und fliegen kann, ist aber kein Bestandteil des Vereinigten Königreichs. (Zum Common Travel Area gehören neben dem Vereinigten Königreich und der Isle of Man auch die Republik Irland und die Kanalinseln.) Vielmehr hat die Isle of Man - ganz vergleichbar den Vogteien Guernsey und Jersey im Ärmelkanal - einen staatsrechtlich ganz eigentümlichen Status, indem sie innenpolitisch praktisch völlig eigenständig ist, außen- und verteidigungspolitisch aber vom Vereinigten Königreich vertreten wird.

Daher gibt es auf der Isle of Man auch eigene Corona-Einreisebestimmungen, und dementsprechend muss ich - neben der vaccination exemption - auf dieser Reise drei Einreiseanmeldungen ausfüllen, nämlich in England bei der Ankunft aus Hamburg, auf der Isle of Man bei der Ankunft aus England und dann noch einmal in England bei der Ankunft von der Isle of Man (weil ich keine zehn Tage nur im Common Travel Area war) - in Deutschland hingegen muss ich, ab morgen, praktischerweise keine Einreiseanmeldung mehr ausfüllen, weil das Vereinigte Königreich (und die Isle of Man) in Deutschland nicht mehr als Risikogebiete zählen.

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Fünf Reisen in den nächsten zwei Monaten, das ist ordentlich, aber auf Haiti werde ich wahrscheinlich verzichten. Grundsätzlich würde der geneigte Leser ja denken (und zwar völlig zu Recht!), dass eine Haiti-Schnapsidee nach der Man-Schnapsidee nur folgerichtig wäre, ich habe mir aber die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes noch einmal angeschaut, und die schreiben relativ eindringlich von möglichen "brutalen" Entführungen ...

Die Corona-"Reisewarnungen" habe ich ja nicht immer so ernstgenommen (und die Quittung dafür bekommen), und auch den Reisewarnungen für Abchasien und so war ich dadurch begegnet, dass ich besonders gut auf meinen Pass aufgepasst habe, aber so ganz grundsätzlich haben die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ja durchaus einen Zweck. Wenn es also um security geht (d.h. um Schutz vor vorsätzlich von Menschen erzeugten Gefahren, und nicht um safety, also um Schutz vor Naturereignissen oder nicht vorsätzlich erzeugten Gefahren), habe ich immer versucht, mich an die Reisewarnungen zu halten und daher blase ich Haiti ab, auch wenn es mich wahnsinnig gereizt hätte ... Aber wie immer gilt, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist, und ich komme hoffentlich mal nach Haiti.

Donnerstag, 17. Februar 2022

Mit Mühe durchgegangen

 ... ist die Kreditkartenzahlung für unsere Reise in die Dominikanische Republik über den 75. Geburtstag meiner Mutter, aber heute Nacht klappte es - nach zwei Tagen Warten. Juchhe! Land Nr. 144, ich komme (wenn coronamäßig nichts dazwischen kommt, toi, toi, toi)!!

Weder meine Mutter noch ich verreisen oft als Pauschalurlauber, aber in die Dominikanische Republik zur reinen Erholung kommt man wahrscheinlich als Pauschaltourist tatsächlich am besten, und so konnte man einem lokalen Bonndorfer Reisebüro ein bisschen den Rücken stärken, indem wir über dieses buchten.

Das Problem war, dass die Kreditkarte meiner Mutter quasi abgelehnt wurde, weil sie noch nicht so neumodischen Schnickschnack hat wie eine Handy-App, auf der sie (größere) Abbuchungen freigeben kann, und damit die Buchung nicht verfällt, habe ich jetzt mit meiner Kreditkarte gezahlt. Das klappte aber auch nicht alles sofort, weil der Reiseveranstalter anscheinend erst nachts einen Zahlungslauf macht, aber sei es, wie es sei: DomRep ist gebucht ...

So fliegen wir am 12. März ab Frankfurt und machen am Vorabend noch Zwischenstation in Wiesbaden, denn das Sherry macht ja auch im April zu, ehe wir dann morgens zum Flughafen fahren. Um 11 Uhr geht der Flieger, um 16.15 Uhr Ortszeit sind wir nach zehn Stunden Flug in Punta Cana und haben es dann nicht so wahnsinnig weit zu unserem Hotel nordwestlich des Flughafens.

Wir werden den ganz normalen DomRep-Wahnsinn mit All Inclusive am Strand machen, und das ist nach einem durchaus anstrengendem Winter auch völlig in Ordnung so.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon mal geschaut hätte, ob man einen Tagesausflug nach Haiti oder so machen kann, aber das ist alles recht zeitaufwändig und würde natürlich das Ziel des Urlaubs - die Erholung - ziemlich konterkarieren. Ganz ausschließen werde ich eine spontane Schnapsidee natürlich nicht, aber es reicht nicht, um Haiti orange zu machen ...

Am 20. März geht es dann - erst am Sonntag, weil wir den 19. März noch komplett im Urlaub haben wollten - zurück nach Frankfurt, wo wir am Morgen des 21. März ankommen. Das wird - toi, toi, toi - mein erster Aufenthalt außerhalb Europas seit dem 1. Januar 2020 und mein insgesamt elfter in Nordamerika - während der Zeit in der Dominikanischen Republik werde ich den 100. Tag in Nordamerika verbringen: So lange war ich dort also eigentlich auch noch nicht ...

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Am 6. April geht es mit einer weiteren Bonndorfer Wirtin und einer Freundin von ihr nach Dublin. Wir fliegen morgens in Zürich ab und werden uns ein Mietauto nehmen, denn am Abend werden wir in Bushmills in Nordirland übernachten. Am nächsten Morgen geht es zum wenige Kilometer entfernten Giant's Causeway, und es wie es danach weitergeht, muss ich in den nächsten Tagen erst einmal noch planen.

Wir bleiben aber wahrscheinlich eher im nördlichen Teil der irischen Insel und wollen am liebsten einen Abend in Galway und einen in Dublin machen, da bin ich selbst gespannt, wie der Reiseplan am Ende aussieht. Das wird auch schön, und sicherlich reich an Whiskey und Guinness.

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Über Christi Himmelfahrt und Pfingsten habe ich mir Urlaub eingetragen, und so werde ich mal sehen, wo ich in der Woche vom 21. bis 29. Mai bzw. vom 4. bis 12. Juni so in der Gegend herumstolpere. Ich werde noch nicht so bald buchen, weil ich hoffe, dass noch einige Länder wieder öffnen (bzw. ohne PCR-Test öffnen), und dann könnte es vielleicht nach Malawi oder nach Tadschikistan oder in die Mongolei gehen, aber das gucken wir dann mal ...

Die ersten Monate des Jahres 2022 sind - trotz des Wegfalls von Lissabon - recht reiseintensiv, und so langsam komme ich wieder auf den Geschmack ...

Montag, 14. Februar 2022

Von der Fähre gefallen, aber nicht nass geworden

... ist Uli, aber ich bin nicht sicher, ob das Nicht-Nasswerden eine gute Nachricht war, denn leider stürzte sie beim Verlassen der Fähre in Karaköy und schlug sich ziemlich heftig die Lippe auf. Ich hatte gerade geschaut, dass sie in dem Gedränge gut von Bord gekommen war, und mich wieder umgedreht, als etliche Menschen entsetzt hinter mich schauten - da drehte ich mich dann auch wieder um und beobachtete, wie viele hilfsbereite Passagiere ihr beim Aufstehen halfen. Auch das Fährpersonal tat sein Mögliches, selbst wenn der Notfallkoffer nicht so ganz taufrisch aussah und die Leutchen auch mit bloßen Fingern an den Mullbinden herumhantierten, aber die Menge Jod, die sie da drauf träufelten, zerlegte jeden Infektionsherd in drei Kilometern Umkreis. Wir liefen die nächste Apotheke an, bekamen dort die Adresse des Österreichischen Krankenhauses und marschierten dorthin.

Der Arzt dort zog sich wenigstens Handschuhe an, säuberte die Wunde weiter und kam am Ende zum Schluss, dass Nähen nicht notwendig sei. Eine Krankenschwester wurde noch zu Rate gezogen, die - das sah sehr nach Augenhöhe aus, wie die beiden da miteinander sprachen - mit dem Arzt diskutierte, aber am Ende blieb es dabei, dass Uli die Wunde erst einmal heilen lässt und dann weitersieht.

Die Behandlung kostete umgerechnet 22 Euro, und die verschriebene Salbe 1,50 Euro (!), für solche Kleinbeträge muss man die Auslandskrankenversicherung dann glücklicherweise nicht wirklich behelligen. Alles in allem sah das am Ende wohl schlimmer aus als es jetzt mit zwei Tagen Abstand erscheint, aber das Adrenalin fuhr mir schon in die Blutbahn, da will ich gar nicht wissen, wie es bei Uli aussah ...

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Der Samstag hatte wunderbar angefangen, jedenfalls für mich, während Uli kaum geschlafen hatte, weil irgendwo im Hotel anscheinend jemand so laut geschnarcht hatte. Wenn ich den Bösewicht in die Hände kriege, na warte!

Das Frühstück im Hotel war völlig in Ordnung, nicht übertrieben fantastomanisch, aber wir wurden gut satt. Wir verließen das Hotel und fuhren - latürnich! - erstmal mit der Fähre nach Europa (wir kamen an einer Apotheke vorbei, in der wir dann auf dem Heimweg Ohropax holten ...). Dort stiegen wir in die Straßenbahn ein und fuhren hoch nach Sultanahmet.

Der erste Stopp war die Hagia Sophia, und ich werde jetzt nicht zum 138. Mal von der Hagia Sophia schwärmen: Das muss man sich einfach selbst anschauen, das ist so schön, so beeindruckend, und ganz besonders das Farbenspiel von der Morgensonne im Innern der Hagia Sophia war sehr, sehr schön ...

Ich bedauere immer noch, dass man nicht mehr auf die Empore kommt, denn die Mosaike da oben sind natürlich etwas ganz Besonderes, aber dafür zahlt man halt keinen Eintritt in dieses Gebäude, das inzwischen wieder Moschee ist.

Aus der Hagia Sophie ging es in Richtung Blaue Moschee, in der die Schlange sehr viel länger war, aber das lag daran, dass der Eingang ziemlich verengt war: Die Blaue Moschee wird renoviert, und es gibt nur einen schmalen Eingang, und mit Schuheausziehen (und später -anziehen) geht das alles nicht so schnell voran. Nach endlicher Zeit aber kamen wir auch rein, und ich war einerseits etwas traurig, andererseits ein bisschen glücklich. Häh? Was redet der wieder?

Ich hatte ja im September mit meinem Ü70-Rudel den Zeitplan vermasselt, sodass wir nicht die Blaue Moschee hineinkamen. Jetzt sah ich, dass wir in der Blauen Moschee - selbst wenn wir reingekommen wären - nicht die ganze Pracht gesehen hätten, weil die Kuppel restauriert wurde und wird. Durch das Gerüst fehlt das luftige Gefühl, das ich in der Blauen Moschee so großartig finde, praktisch komplett, und von der Kuppel sieht man halt nicht wirklich viel, sodass die Damen im September selbst dann nicht viel mehr gesehen hätten, wenn sie einen kompetenteren Reiseführer gehabt hätten ...

Dementsprechend schnell waren wir wieder aus der Blauen Moschee herausspaziert. Es war 11 Uhr, und jeder Istanbul-mit-Rudel-Leser wird sich erinnern, was um 11 Uhr zu passieren hat: Frühschoppen! Dieses Ritual befolgten Uli und ich natürlich, und zwar stilecht bei Omar. Der Chef erkannte mich ebenfalls wieder und fragte, wo die anderen Damen seien; auch diesmal wollte er uns zu seinem Kumpel zum Gewürzekaufen schicken, auch diesmal tranken wir nur unser Bierchen ...

Wir liefen die eine Station nach Çemberlitaş und von dort in den Großen Basar hinein. Wir hielten uns eher links, denn ich wollte natürlich auch Uli den Blick vom Hof der Süleymaniye-Moschee zeigen. Das waren Ecken im Großen Basar, an denen ich auch noch nie war, die Händler waren wieder ein bisschen zurückhaltender, aber so richtig in Kauflaune waren wir nicht ...

Wir spazierten also weiter zur Süleymaniye-Moschee, genossen den Blick von dort oben auf Goldenes Horn und Bosporus, und liefen die steilen Treppen hinunter in Richtung Gewürzbasar.

Den Stand von meinem Schwäbisch Gmünder Spezi fand ich leider nicht mehr (auch weil der Istanbuler Schwabe definitiv nicht da war), aber wir landeten schlussendlich in einem Stand, der entweder der richtige war oder diesem zum Verwechseln ähnlich sah ... Dort machten wir einen mittelprächtigen Großeinkauf und hatten eine große und schwere Tasche dabei, die wir erst einmal ins Hotel bringen wollten.

Unterwegs verlief ich mich kurzfristig, nordete mich aber zügig wieder ein und führte Uli zum gestern schon geplanten Imbiss auf der Galatabrücke. Dort erwarben wir für je zwei Euro einen leckeren Fischdöner, den wir mit Blick auf Goldenes Horn und Bosporus verspeisten, denn die Fähre nach Kadiköy hatten wir - natürlich - schon wieder verpasst.

Die nächste Fähre aber war unsere, wir brachten die Gewürze und sonstigen Einkäufe ins Hotel, machten uns aber zügig wieder auf in Richtung Fährhafen, wobei wir auf der Dachterrasse dort einen Tee (oder Kaffee) trinken wollten. Dieses Etablissement ist gefühlt das einzige in Istanbul, in dem man diesen komischen HES-Code benötigt, und den hatte ich - schlau, wie ich bin - ausgedruckt im Hotelzimmer, wo er gut lag ...

Nun denn, sei's drum, wir entschieden uns, einen Tee in Europa zu trinken, und fuhren wieder Fähre ...

Beim Aussteigen in Karaköy passierte dann das Malheur, und zwei Stunden später verließen wir die Apotheke und liefen wieder hinunter nach Karaköy, nur um mit der Tünel-Bahn hoch auf die Istiklal zu fahren. Wir fielen in die Bar ein, in der ich mit meinen (Ex-)Kollegen vor zwei Jahren am Ankunftsabend versackt war, und auch wenn der Wirt ein bisschen unmotiviert erschien, sorgten wir dafür, dass ausreichend desinfizierender Alkohol beim Weg in Ulis Mund an der Wunde vorbeikam. Alkohol in Gin-Form, übrigens ...

Nachdem das erledigt war und es jetzt dann auch dunkel wurde, fuhren wir mit dem Tünel wieder nach Karaköy, stiegen in die Straßenbahn, fuhren noch einmal nach Sultanahmet, um uns Hagia Sophia und Blaue Moschee noch einmal im Dunkeln anzuschauen (auch sehr, sehr schön!), aber plötzlich war es dann auch schon wieder 20.30 Uhr, sodass wir schauten, dass wir wieder zum Hamsi kommen ...

Wir hatten beide Hunger auf Fleisch, was mich nicht davon abhielt, zur Vorspeise noch ein bisschen Fisch zu essen, aber als Hauptspeise gab es dann Hähnchenspieß für Uli und Mixed Grill für mich. Selbst das Lamm war in Ordnung, und wir waren satt. Der dazugehörige Raki (Bier wollten wir nicht mehr trinken) wurde auch verzehrt, aber wir kamen ohne weitere Unfälle gut im Hotel an ...

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Der Wecker gestern klingelte zur Unzeit, nämlich um 6 Uhr (also 4 Uhr deutscher Zeit, grässlich), wir kamen nicht ganz pünktlich weg, ich fand den Bus zum Flughafen nicht auf Anhieb, und am Flughafen war eine lange, ziemlich unkoordiniert erscheinende Schlange zur - ich werde nicht müde, das zu betonen - unsäglich dummen Einlasssicherheitskontrolle. Wäre ich ein böser Mensch, würde ich mir prompt diese Schlange aussuchen, um Schabernack zu treiben, aber auf mich hört ja keiner ...

Ein bisschen mulmig wurde mir, weil die Schlange sich inkonsistent fortbewegte und wir nur noch zwei Stunden bis zum Abflug hatten, aber irgendwann ging es dann doch schneller, wir kamen ins Gebäude, konnten einigermaßen zügig ausreisen, die (richtige) Sicherheitskontrolle ging dann schnell, sodass wir noch mit massig Zeit zum - völlig überfüllten - Bereich unseres Gates kamen.

Wir kamen im Bereich eines Imbisses zum Sitzen, ich kaufte mir ein Frühstück, damit wir das Recht erwarben, dort zu sitzen, aber diese Menschenmassen ist man einfach nicht mehr gewohnt. Und besonders lustig sind die Durchsagen, man möge - in diesem Gewusel! - 1,5 Meter Sicherheitsabstand halten ... "Wie denn?", fragt man sich, "wie denn?" 

Wir boardeten, und da ich Ulis Tasche auf meinem Koffer hatte, bekam ich nicht etwa eine Motzerei zu hören, dass ich zwei Handgepäckstücke hätte, sondern vielmehr das Angebot, die Sachen im Frachtraum zu verstauen. Da ich aber meinen Rechner auch im Koffer hatte und jetzt nicht umräumen wollte, lehnte ich das Angebot ab, was auch ohne Umstände akzeptiert wurde, und der Bus zum Flugzeug nahm uns mit ...

Wir kamen halbwegs pünktlich weg und waren eine Viertelstunde vorfristig in Stuttgart, an der Passkontrolle wurden wir auf Impfpass und Einreiseanmeldung kontrolliert (gut so!), und dann ging es ohne unnötige Verzögerung nach Bonndorf und in den Kranz.

Joa, da saßen wir dann eine Weile, hörten auf dem Heimweg noch Sirenengesänge aus dem Schnitzer, denen wir uns - anders als Odysseus - nicht widersetzen konnten, und breiten den Mantel des Schweigens über den (wunderbaren) Nachmittag.

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Sehr schön war es, trotz Unfall, aber zu kurz. Istanbul geht immer, gar keine Frage und egal, wie lang, aber wir hatten am Ende nur den Freitag Abend und einen vollen Tag, das war gerade genug, um ein paar der Hauptsehenswürdigkeiten anzukratzen. Ein, zwei Tage mehr sollten es schon sein, aber Flug und Hotel waren so bezahlbar, dass man das einfach jetzt so machen musste ...

Oh Istanbul, du schöne Stadt, du schöne Stadt am Meer,
ich mag dich so, manch einer sagt, ich liebte dich so sehr.
Oh Istanbul, du schöne Stadt, mein Herz, das wurd' so schwer,
weil ich schon wieder fahren musst', ich komm bald wieder her ...

Blick vom Hof der Süleymaniye

Erste Brücke bei Nacht

Hagia Sophia

Auf der Fähre

Hagia Sophia

Galataturm

Hagia Sophia bei Nacht

Freitag, 11. Februar 2022

Oh Istanbul

 ..., du schöne Stadt, du schöne Stadt am Meer ... Wie, hab ich schon zu oft gesungen? Hm, okay, na dann ...

Ich mag dich so, manch einer sagt, ich liebte dich so sehr ... Jaha, ist ja gut ...

Uli und ich fuhren heute Morgen um 8.30 Uhr in Richtung Stuttgart - ich hatte gestern noch einen Platz im Parkhaus gebucht, denn das war am Ende günstiger als die bisher geplante Variante mit Zubringer- und Abholfahrt durch unsere Mütter. Wir fuhren gemütlich und kamen um kurz nach 10 Uhr am Flughafen an. Die Einfahrt ins Parkhaus ging mit Vorzeigen des QR-Codes einigermaßen gut.

Wir stellten uns auf einen Parkplatz, fuhren mit dem Aufzug hinunter auf die Straßenebene, liefen ins Terminal und waren quasi sofort schon an unserer Sicherheitskontrolle. Ich brauchte ein bisschen, um meinen Boarding-QR-Code nochmal abzurufen, aber dann klappte auch das, die Sicherheitskontrolle wurde überstanden, und in der nächstbesten Bar wurde ein Frühschoppen-Bier (es war ja schon 10.30 Uhr, also fast 11 Uhr) verspeist (außerhalb war die Grenzkontrolle noch gar nicht eingerichtet ...).

Wir boardeten ein bisschen verspätet, und das Bodenpersonal von Pegasus sorgte noch zusätzlich für Verspätung: Weil wir online eingecheckt hatten, wurden wir zurückgewiesen, weil wir unseren Impfstatus noch nachweisen mussten. So weit, so doof. Noch doofer wurde es aber dadurch, dass die Impfstatuskontrolle dadurch erfolgte, dass wir gefragt wurden, ob wir geimpft seien (und ob wir diesen türkischen HES-Code hätten). Das bejahten wir (wahrheitsgemäß), aber keine alte Sau prüfte das ...

So etwas, liebe Freunde, ist großer Mist: Wenn ihr schon meint, die Impfpässe prüfen zu müssen, okay, aber dann prüft die bitte auch. So ist das alles richtig bekloppter Aktionismus, den kein Mensch braucht.

Entsprechend boardeten wir den Flieger als Letzte, die Stewardess half uns, unser Handgepäck zu verstauen, und der Flug nach Istanbul war so entspannt wie es sein soll ...

Die Einreise ging auch schnell (kein Grenzer wollte Impfpass oder HES-Code sehen), dann ging es zum Bus. Der fuhr uns - wohl weil voll - vor der Nase weg, aber der nächste Bus folgte ein paar Minuten später.

Eine gute Stunde fuhren wir - selbst mit dem "Express"-Bus -, aber wir kamen schließlich wohlbehalten in Kadiköy an. Das Hotel wurde aufgesucht, das Zimmer okkupiert, dann waren wir aber schon wieder weg, weil wir noch einmal Fähre fahren wollten.

Das klappte - nun, da wir beide jeweils eine Istanbulcard haben ... - ganz vorzüglich, und wir fuhren nach Karaköy und weiter nach Eminönü. Wir hatten unsere Rückfahre - latürnich - gerade verpasst, also liefen wir noch einmal kurz auf die Brücke übers Goldene Horn.

Der Ober, bei der mein Ü70-Rudel und ich im September gegessen hatten, erkannte mich - trotz Maske - sofort wieder, und wir sagten ihm, dass wir - "perhaps", also "vielleicht", mit in die Luft gestrecktem Finger! - morgen mal bei ihm vorbeischauen würden ...

Danach ging es wieder auf die Fähre und von dort schnurstracks in Richtung Hamsi.

Siehe da: Hamsi hatte wieder auf, juchhe! Der Chef war nicht da, aber trotzdem war es gerammelt voll, sodass wir nur drinnen einen Platz bekamen, aber hey, was soll's? Es wurden Mezze verspeist, als ob es kein Morgen bzw. keine Hauptspeise gäbe, gefüllte Weinblätter, Oktopus, keine Fischlein und Oliven mit Anchovis, dazu wurde Efes konsumiert, danach bestellten wir noch einen Seebarsch und eine Seebrasse, die ebenfalls vertilgt wurden, und den Abschluss machte die kleinste Flasche Raki.

Oh Mann, der Tee aufs Haus riss auch nichts heraus, wir wanderten in Richtung Hotel, und sind nun in sämtlichen Betten.

Ein wunderbarer erster Abend in Istanbul, morgen gucken wir mal, was wir machen - Blaue Moschee, Hagia Sophia, großer Basar, Hof der Süleymaniye-Moschee, Gewürzbasar, wir werden uns schon durch Istanbul durchschlagen.

Alles toll wie immer, auch wenn es auf der Fähre durchaus ein bisschen kühl war ...

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Anfang April geht es mit zwei Damen in Richtung Irland und Nordirland, da werde ich noch ausführlicher berichten, jetzt bin ich erstmal müde und muss ins Bett ...

Abfahrt in Eminönü

Unterwegs, das dürften die Karpaten gewesen sein ...

Sonntag, 6. Februar 2022

Vielleicht drei Schritte in Frankreich

 ... war ich gestern auf der Rheinbrücke Neuenburg-Chalampé, nachdem ich schon ungefähr 17 Kilometer in den Knochen hatte ... Die ehrenwörtliche Erklärung, die ich für die Einreise nach Frankreich brauche, hatte ich natürlich dabei - hust -, aber kontrolliert hat das eh keiner ...

Eine (lange) Etappe fehlte noch, um den Südwestschwarzwald zu umrunden, und diese Etappe wollte ich gestern auf mich nehmen.

Also fuhr ich mit dem Bus nach Neustadt, von dort mit der S-Bahn nach Freiburg und schließlich mit einem Regionalzug nach Kleinkems, wo ich am 18. Dezember - auf meiner letzten getrackten Tour - in den Zug gestiegen war. Diesmal konnte ich den Berg hinuntergehen und kam bald zum Rhein. Kurze Zeit später, zwischen Rheinkilometer 184 und 185 (natürlich wurden alle Rheinkilometer fotografisch dokumentiert), kam ich an den westlichsten Punkt meiner Wanderungen, denn bei 7° 30' 47" ö. L. war ich um gerade einmal 20 Gradsekunden, also wenige hundert Meter, weiter westlich als am 18. Dezember ...

Es ging auf einer wunderbar bewanderbaren, wenn auch trotz des fast ununterbrochenen Ausblicks auf den Rhein jetzt nicht so wahnsinnig spannenden Strecke in Richtung Norden - der erste Rheinkilometer war die Nr. 184 gewesen.

Nach dem Rheinkilometer 185 kam ich an einem Autobahnrastplatz vorbei, und die Tür vom Rastplatz zum Wanderweg war geöffnet, denn auf dem Rastplatz ist ein auch und gerade für Wanderer interessanter Myriameterstein. "Myriameter" ist die altertümliche Bezeichnung für 10.000 Meter, und dieser Stein bezeichnete 20 Kilometer Entfernung, also zwei Myriameter, von Basel. Man beachte, dass hier wohl 20 Kilometer zum Stadtzentrum von Basel gemeint waren, denn von der Grenze (und dem heutigen Rheinkilometer 170) war ich hier erst etwas über 15 Kilometer entfernt. So richtig gut durchschaubar ist diese Rheinkilometrierung wirklich nicht, zumal es da allerlei Sonderkonstellationen gibt.

Sei es, wie es sei, ich lief weiter, kam kurz darauf an einer Seilkrananlage zur Flussmessung entlang und blieb auf dem Rheinauenweg. Ich lief an einer Autobahnraststätte vorbei, die auf dem Wanderweg Werbung machte, dass man durchaus auch als Wanderer dort einkehren könne, denn da war ein Zugangsweg offen (das hatte ich so auch noch nie gesehen) und erreichte nach einigen Kilometern den "modernen" Myriameterstein (naja, eher das Myriameterschild) mit der 190 darauf: Ich war also 190 Rheinkilometer von der alten Rheinbrücke in Konstanz entfernt.

Kurz nach diesem Schild musste ich einen kleinen Umweg laufen, weil dort jetzt neuerdings ein Rheinhochwasserrückhaltebecken angelegt wurde, und um dieses musste ich herum latschen. Kurz hinter Rheinkilometer 194 unterquerte ich die Autobahnbrücke, und ich hatte aufgrund eines Eintrages in der Wikipedia ein bisschen die Hoffnung gehabt, dass es da doch eine Möglichkeit gebe, auch als Fußgänger die Brücke zu überqueren - allein, ich fand sie nicht ...

Also blieb ich auf deutscher Seite, machte dann nach 15 Kilometer oder so auf einem Baumstamm für ein paar Minuten Pause, kam fast nicht wieder in die Gänge (vielleicht war es doch keine optimale Idee, nach sechs Wochen mit keiner ernstzunehmenden Wanderung auf einen Schlag 18 Kilometer anzuvisieren, aber "vernünftig" konnte ich ja noch nie ...) und schleppte mich zur Rheinbrücke, über die ich am 20. August 2020 (!) erstmals französisches Gebiet erreicht hatte ...

Ich musste unter der Brücke durchlaufen und dann über einen Trampelpfad zur Straße hoch, lief bis ungefähr einen Meter hinter die (vorbildlich angezeigte) deutsch-französische Grenze, machte dort Fotos (unter den leicht spöttischen Blicken einer sehr freundlichen Französin, die ihr Fahrrad über die für Autos zur Zeit gesperrte Brücke schob) und lief wieder zurück zum deutschen Brückenkopf.

Hier war nun die Streckenführung meiner Wanderapp sehr abstrus, denn sie führte mich - weil angeblich der Fußgängerweg an der neu trassierten Bundesstraße noch nicht fertig war - noch ein Stück am Rhein entlang. Nun denn, auf, auf, marsch, marsch, ich kam bis zum Grenzstein 199 - und dann war Schicht im Schacht. Die Landesgartenschau findet 2022 in Neuenburg statt, und dementsprechend ist das zukünftige Landesgartenschaugelände noch abgesperrt - das hätte man dem Wanderer aber auch mal mitteilen können! Also lief ich zurück und wagte es doch entlang der Bundesstraße - und, oh Wunder, der kombinierte Fußgänger-Fahrrad-Weg war fertig!

Wenige Meter vor dem Bahnhof stieg meine Trackingapp dann mangels Akku aus, aber ich schaffte es in den früheren Zug nach Müllheim, wartete dort auf den Zug nach Freiburg, stieg in den Zug in Richtung Villingen um, geriet noch in eine 3G-Kontrolle (zum Glück hatte ich mein Wanderhandy mit dem Strom im Zug wieder ein wenig aufladen können, aber notfalls hätte ich auf dem Diensthandy auch noch den 3G-Ausweis gehabt), fuhr bis Unadingen (weil ich sonst in Neustadt ewig auf den Bus hätte warten müssen), stieg dort aus und in den Gegenzug um, stieg dann in Neustadt in den Bus ein und kam pünktlich zu Hause an.

Heute Morgen hatte ich ein bisschen Muskelkater, und ich fürchte, das wird morgen nicht besser werden, aber jetzt habe ich wenigstens das Zwischenziel der Südwestschwarzwaldumrundung erreicht. Zudem knackte ich gestern die 1.500-Kilometer-Marke für den Schwarzwald (dort sind es nach der 18,85-km-Wanderung gestern jetzt 1.517,32 Kilometer, während es insgesamt 1.591,42 Kilometer sind, wenn man die Wanderungen in Richtung Brocken, in Dänemark, in den Alpen, in den Vogesen und sonstwo noch dazurechnet).

Die Nordstrecke dieser Umrundung hatte mich im Sommer 2020 am Schluchsee vorbeigeführt, dazu kam die Strecke Feldberg-Bärental, über den Feldberg und den Notschrei ging es in Richtung Wiedener Eck und Belchen, über den Haldenhof und dann über die Rheinebene nach Müllheim und Neuenburg. In der anderen Richtung folgte ich der Steina von der Quelle bis zur Mündung in die Wutach, der Wutach bis zur Mündung in den Rhein und dann - meist auf deutscher Seite, aber wenn es die Quarantänevorschriften erlaubten, gerne auch auf schweizerischer Seite - durch beide Laufenburg, nach Bad Säckingen und Rheinfelden, ab der Wehrbrücke Augst/Wyhlen auf Gebiet der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt nach Basel, dort ums Rheinknie nach Huningue und Weil am Rhein und von dort Ende letzten und Anfang dieses Jahres zur Rheinbrücke in Neuenburg.

Insgesamt habe ich - in Fließrichtung - den Rhein ab Ruggell in Liechtenstein gesehen, bis zum Bodensee ging es, am Bodensee ging es entlang, dann praktisch den gesamten Hochrhein entlang (an zwei, drei Stellen habe ich ernsthafter abgekürzt, die hole ich vielleicht noch nach) und jetzt am Oberrhein auch von Basel (was so Rheinkilometer 166 oder so sein müsste) bis zum Kilometer 199. Mal sehen, ob ich noch ein Stück weiter nach Norden laufe oder mir ein neues Langstreckenziel suche, aber das entscheide ich mehr oder weniger spontan.

Mal sehen, ob ich die 2.000 Kilometer dieses Jahr vollmache.

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Nach dem corona(nachwehen)bedingten Reinfall mit der Portugalreise wollten Jessi, Christian und ich das nicht lange auf uns sitzen lassen, also schlichen wir die ganzen letzten Tage schon um Porto herum (die beiden fliegen Ende März noch auf die Azoren ...) und haben jetzt endlich gebucht: Am 4. März geht es von Frankfurt-Hahn nach Porto, wir haben ein Hotel in der Nähe der Innenstadt gebucht und kommen dort drei Nächte unter, bis es am 7. März wieder zurück zum Hahn geht. Meine Ma wurde überzeugt bzw. genötigt, auch mitzukommen, und so fliegen wir zu viert - das wird gut!

Wir haben uns für den 5. März ein Auto gemietet, denn wir fahren zur Fußgängerbrücke "516 Arouca". Das ist die längste Fußgängerbrücke der Welt oder jedenfalls in Europa, und wir gucken mal, wie wir uns da in 175 Höhe über der Schlucht des Paiva schlagen. Über das Ding wollte ich laufen, seit ich letztes Frühjahr einen Bericht über die Eröffnung sah, jetzt klappt es (hoffentlicht) schon recht zeitnah. 12 Euro Eintritt (bzw. 10 Euro für meine Ma als Seniorin) sind natürlich schon ein happiger Obulus für eine Brücke, aber andererseits musste man die halt auch erstmal bauen ...

Wir werden sicherlich den einen oder anderen Portwein in Porto süffeln, und die Francesinha in Porto geht auf mich - das wird sicher ganz lustig werden ...

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So, Fotos von gestern gibt es auch noch:


Ein Meter in Frankreich
Autobahnbrücke

19. (moderner) Myriameter

Altertümlicher Myriameterstein II (20 km von Basel)

Blick auf den Rhein

Sonntag, 30. Januar 2022

Nix gemütlich, nix Lissabon

Nun, eigentlich wäre ich dieses Wochenende mit Jessi und Christian in Lissabon gewesen, aber die beiden sind ohne mich geflogen und befinden sich gerade auf dem Heimflug.

Leider habe ich mir entweder auf dem Weg nach oder in Budapest das Coronavirus konsumiert, und trotz dreifacher Impfung ging es mir letzte und diese Woche nicht so richtig megatotal gut (und schon gar nicht war es gemütlich). Ich hab's überlebt, aber ich will gar nicht wissen, wie es mir ohne Impfung ergangen wäre - daher, liebe Leser: Impfen lassen! (Meiner Ma ging es gut, die hat sich glücklicherweise offenbar nicht angesteckt ...)

Nachdem ich mich am Dienstag freitesten ließ, bin ich die nächsten Tage ein bisschen in der Gegend herumgewandert, naja, eher spazieren gegangen, und einer der Spaziergänge führte mich auch nach Weizen. Vom dortigen Parkplatz am Wiizemersteg lief ich zunächst auf deutscher Seite bis zur Brücke über die Wutach beim Sportplatz in Grimmelshofen (mit Besuch beim Weiserstein, ab welchem die Flussmitte der Wutach die Grenze zur Schweiz markiert), dann hoch zum Seldengraben, dort über die Beinahe-Grenzbrücke (die Brücke ist komplett auf deutscher Seite, weil die Grenzsteine und damit die Grenze hier nicht exakt den Bachlauf abbilden), ein bisschen durch den Schweizer Wald und schließlich über den Wiizemersteg zurück nach Deutschland.

Staatsrechtlich nicht ganz so spektakulär waren die Wanderungen in Richtung Tiefental, wobei ich einmal nach rechts in den Wald einbog und durch selbigen in Richtung Boll lief (den Berg hoch ließ ich mich mit dem Linientaxi kutschieren, natürlich in der Bahncard 100 auch inklusive ...); die andere Strecke durch Tiefental runter zur Lotenbachklamm und von dort mit dem Bus zurück lief ich heute, das war auch schön ...

Durch den positiven PCR-Test, den ich jetzt hatte, kann ich in einige Länder (z. B. nach Kanada) auch ohne ansonsten notwendigen negativen PCR-Test einreisen, jedenfalls für eine gewisse Zeit; das müsste man doch irgendwie ausnutzen ...

Mit Jessi und Christian werde ich, so mein dringendes Gefühl, dieses Jahr noch einmal nach Portugal kommen, wir müssen mal sehen, wohin, ob nach Porto oder auf die Azoren, aber irgendwas kommt, da bin ich recht sicher.

Ich habe die Hoffnung, dass dieses Jahr wieder ein bisschen reisereicher wird, aber erst einmal freue ich mich auf in zwei Wochen in Istanbul - das wird auch schön ...

Weiserstein

Alpenblick vom Galgenbuck

Seldengraben im Winter

Im Schweizer Wald

Sonntag, 16. Januar 2022

Eine ganz gemütliche Heimreise

 ... habe ich heute in Angriff, und dass sie durch vier Länder führte, ist für mich ja eher eine Freude denn ein Ärgernis.

Ich hatte gestern Abend - und heute Nacht, als mich die Natur ins Bad trieb - noch ein bisschen Football geguckt (das geht bei DAZN in jedem beliebigen EWR-Land, das ist ja auch sehr praktisch), und auch darauf wird es zu schieben sein, dass ich nicht ganz wie ein junges Reh heute Morgen durch mein Zimmer (hätte fast "meine Wohnung" geschrieben, weil das Zimmer wirklich recht groß war) galoppierte.

Ich frühstückte in Ruhe und fuhr dann relativ früh, um 9 Uhr, zum Flughafen, weil ich ein bisschen Puffer haben wollte - natürlich war es wie immer, dass nämlich, wenn man Puffer einbaut, kein Puffer notwendig ist, weil am Umsteigepunkt der Flughafenbus auf mich wartete und an der Sicherheitskontrolle kaum Andrang war.

Ich lief wieder in die mir aus alten Tagen bestens bekannte Lounge und holte dort mein Getränkedefizit der vergangenen Tage ein wenig auf, bevor ich zum Gate lief, als schon das Boarding aufgerufen war, obwohl der Flieger verspätet war, weil er in Berlin nicht weggekommen war.

Ich hatte den Weg ein bisschen unterschätzt, doch erreichte ich das Gate noch problemlos (und wartete nach dem "Boarding" noch locker eine halbe Stunde, bis wir wirklich boarden konnten). Der Boarding-Mensch fragte, ob ich nach Frankreich oder in die Schweiz fliege (auch eine lustige Frage für ein Boarding, aber hier ergab sie Sinn), und wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich den französischen Sektor einreisen wollte.

Ich bestieg das Flugzeug als einer der Letzten, weil ich sowieso auf einem Gangplatz saß, hatte diesmal vorgesorgt und mir eine Serie heruntergeladen, die ich mir anguckte, und als ich das nächste Mal aus dem Fenster schaute, waren wir quasi schon in Basel.

Ich überstand die Impfpasskontrolle und verließ als einer von wenigen den Gepäckausgabebereich in Richtung des französischen Bereichs. Nun war ich also in Frankreich angekommen und musste sehen, wie ich nach Hause komme. Dazu bot es sich an, die Schweiz im Transit zu durchreisen (wäre ich direkt in die Schweiz eingereist, hätte ich womöglich einen Test gebraucht, so brauchte ich keinen), also lief ich in den Schweizer Sektor (wieder kein Zöllner da), fuhr zum Ankunftsbereich und bestieg den abfahrbereiten Bus, nachdem ich mir eine Fahrkarte zum Badischen Bahnhof gekauft hatte.

Das hatte den Vorteil, dass ich damit auch die Straßenbahn vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof nutzen konnte (sonst hätte ich nur den Regionalzug nehmen können), und das machte ich dann auch, zumal ich für die Fahrt zum Badischen Bahnhof nicht mehr zahlen müsste als die Fahrt zum Bahnhof SBB sowieso gekostet hätte.

Am Badischen Bahnhof stieg ich den Zug nach Freiburg, ging noch zum Coronatest, der trotz aller Bade- und Dampfbadgenüsse negativ ausfiel, und fuhr dann nach Titisee, nachdem mich der Schaffner noch am Bahnsteig sehr freundlich angesprochen hatte, weil ich nicht sicher war, ob ich den Zug nehme und in Titisee umsteige oder ob ich warte und den nach Neustadt durchgehenden Zug nehme.

Schließlich stieg ich aber doch ein, fuhr bis Titisee, fuhr von dort mit dem Bus nach Lenzkirch, spazierte dort noch im Kurpark herum, bis ich schließlich die letzte Etappe von Lenzkirch nach Bonndorf in Angriff nehmen konnte, auf der ich ab Ruhbühl oder so der einzige Fahrgast war.

Das war ein wunderbares Wochenende mit viel Entspannung im Wasser, ach, ist das herrlich, da im Wasser herumzuplanschen, wobei ich schon sagen muss, dass das Rudas-Bad auch deswegen so toll ist, weil man, wenn man da im Bad einpennt und wieder die Augen aufmacht, über sich das alte Gemäuer sieht und nicht die geweißelte Decke wie im Széchenyi.

Das Rudasbad bleibt also mein Lieblingsbad, und diese Budapest-Aktion könnte man genauso auch noch einmal wiederholen. Das war nämlich schön ...

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Auf der Karte oben ist Ecuador nicht mehr orange, dafür ist die Dominikanische Republik orange. Mal sehen, wie das mit Omikron sich weiterentwickelt, mal sehen, ob und wann wir buchen (wahrscheinlich eher kurzfristig und/oder mit flexibler Stonierbarkeit), aber über Mutters Geburtstag würde ich schon gerne mal wieder weiter weg ... Wir werden sehen.

Samstag, 15. Januar 2022

Faul und verfressen

 ..., aber nicht komplett unvernünftig war ich heute. Hört, hört!

Nach kurzer Nacht stand ich topfit (höhö) auf, duschte und ging zum akzeptablen, aber nicht feudalen Frühstück.

Danach fuhr ich zum Heldenplatz, guckte mich da noch einmal um und fuhr danach mit der mir so ans Herz gewachsenen Linie 105 zum Brückenkopf der Kettenbrücke, wo ich in die 16 hoch zur Burg umsteigen konnte.

Die Kettenbrücke wird derzeit generalüberholt und ist gesperrt, sodass der Bus einen Umweg über die Elisabethbrücke fährt, einen aber trotzdem dann - wie gewünscht - am Clark Ádám tér rauslässt. Auch die 16 kam bald, und so stieg ich an der Fischerbastei aus.

Es war ein bisschen was los, aber es war nicht die Hölle los, also lief ich über die Galerie und genoss die Ausblicke auf die Donau und das Parlament. Bei dem wunderbaren Wetter heute konnte man weit ins Budapester Umland sehen, und ich bezweifle, dass ich schon einmal so weit von dort oben geguckt habe - richtig schick!

Danach guckte ich, ob die deutsche Botschaft noch steht (tut sie, war aber trauerbeflaggt und ich habe keine Ahnung, wieso ...), und stieg wieder in den Bus hinunter zur Metrostation ein. Mit der Metro fuhr ich unter der Donau durch bis zum Astoria, lief an der Synagoge vorbei und fiel - ich hatte ja schon vor Urzeiten gefrühstückt - im Gettó Gulyás ein.

Es war, als ich kam, eigentümlich leer, was sich aber bald änderte, und das Essen - natürlich aß ich das Kalbspaprikasch mit Bandnudeltalern im Speckmantel - war wieder einmal vorzüglich, wenn auch verdächtig schnell da. Die Limonade - die brauchte ich dringend, weil ich den Tag über viel zu wenig trank, ich Held - war sehr lecker, das Bier auch, und der Ober verkaufte mir noch einen - ebenfalls sehr leckeren - Nachtisch ...

Die Rechnung war für einen anderen Tisch, aber das bemerkte ich und bezahlte am Ende das Richtige ...

Nun aber fuhr ich zurück ins Hotel, trödelte noch ein bisschen und schaute, dass ich so gegen 15 Uhr im Bad bin. Meine Auswahl war insofern begrenzt, als dass das Király-Bad seit März 2020 auf unbestimmte Zeit geschlossen ist, also wurde es das Széchenyi-Bad. An der dazugehörigen Haltestelle geriet ich in eine Fahrkartenkontrolle, überstand diese ebenso wie die Impfpasskontrolle am Eingang zum Bad, kaufte mir - die Schließfächer waren belegt - eine Kabine für drei Euro Aufschlag, aber das passte, und stiefelte nach erfolgreichem Umziehen ins Bad.

Ach Freunde, das ist alles herrlich (auch wenn heute recht viel los war): das warme Becken draußen an der frischen Luft mit dem strahlend blauen Himmel über dir, die Saunen unten, in denen ein bisschen (ein bisschen!) Zunder drauf ist, die Dampfbäder, die 35-Grad-, 38-Grad-, 40-Grad- und 20-Grad-Becken, so schön, da in der Gegend herumzuliegen und einfach nur gar nichts, aber auch überhaupt gar nichts zu machen, das ist herrlich.

"Leute begucken" ist einer der Zeitvertreibe meiner Mutter, und Leute begucken kann man gut, wenn man stoisch (nicht bewegen, damit die Wärmeschicht um den Körper nicht verwirbelt wird!) im 20-Grad-Becken sitzt und Männlein und Weiblein ankommen, den Zeh ins Wasser strecken, sich schütteln und dann entsetzt dich anschauen, wie du das aushalten kannst - herrlich.

Die 12 Grad gestern im Rudas waren echt saumäßig, aber 20 Grad geht für einige Minuten wirklich gut ...

Irgendwie waren schnell drei, dreieinhalb Stunden um, bis ich das Bad wieder verließ, zurück ins Hotel fuhr, mein Zeug ablegte und dann - nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Drogerie, um dringend benötigte Getränke zu kaufen - zur Margaretenbrücke fuhr.

Heute Abend war das Parlament und die Burg und die Fischerbastei und der Gellért auf seinem Berg beleuchtet, und dieser Blick von der Brücke ist einfach wunderschön - unbedingt mal nach Einbruch der Dunkelheit dorthin, das ist traumhaft schön!

Das Szimpla Kert hatte ich auf der bisherigen Tour noch nicht beglückt, sodass ich mit der Straßenbahn bis in die Nähe fuhr und dann durch eine Straße lief, in der ich noch nie war. Das Szimpla fand ich aber wieder, die kontrollieren da relativ streng den Impfpass, und ich fand das Szimpla jetzt im Winter so richtig gemütlich. Im Sommer brennt da die Luft, aber jetzt war es wirklich schön, entspannt, ich bekam ohne großes Gedrängle mein (leckeres) Stout, fand einen Sitzplatz - sehr schick, sehr schick ...

Ein Bier reichte mir aber, doch ein kleines Hüngerchen hatte ich schon noch (trotz Frühstück und zeitigem Mittagessen), also lief ich durch das jüdische Viertel (heute Morgen war ich noch an der inzwischen fertig renovierten Rumbach-Synagoge vorbeigelaufen, auch hübsch) in Richtung Oper und weiter zu einem Lángos-Laden, von dem ich glaube, dass er der Nachfolger des Ladens ist, bei dem ich 2019 Stammkunde war.

Der Teigfladen (recht klassisch mit Sauercreme und Käse) war sehr lecker und sehr gut bezahlbar, danach war ich satt, stolperte drei Meter weiter in den Bus und bin jetzt gut im Hotel gelandet.

Ich gucke noch ein wenig Football, aber dann geht es ins Bett, denn morgen muss ich nicht zu nachtschlafender Zeit, aber doch einigermaßen früh aufstehen, denn um kurz nach 12 Uhr geht mein Flieger zurück.

Das waren wunderbare eineinhalb Tage hier, ich habe nicht ein einziges Mal ungarisches Bargeld in den Händen gehalten, und das bleibt auch so, denn du kannst hier wirklich fast alles mit Kreditkarte bezahlen. Ich war zweimal baden, ganz herrlich, habe gut gegessen, doch, so ein Wochenende könnte man öfter mal machen, gerade bei einem so günstigen Flug ...

Fotos gibt's heute auch, aber wie üblich keines aus einem Bad.

Blick aufs Parlament von der Bastei

Im Szimpla

Rumbach-Synagoge

Budapest by night

Matthiaskirche

Maximale Verwirrung und 12 Grad

So spät (oder so früh) schreibe ich normalerweise nur Blog, wenn ich irgendwo in Amerika unterwegs bin, aber ich komme gerade aus dem Rudas-Bad, bin total erfrischt (vielleicht auch vom kalten Wind, der beim Warten auf den Bus über die Elisabethbrücke fegte) und will das heute Erlebte noch zu (digitalem) Papier bringen ...

Der Wecker klingelte heute Morgen so, als ob das ein Arbeitstag wäre, und ich stand auf, als ob das ein Arbeitstag wäre. Um kurz nach 8 Uhr war ich ausgehfertig, merkte aber erst dann, dass ich genauso gut auch erst den Bus um 9.40 Uhr hätte nehmen können. Da ich jetzt aber schon einmal fertig war, ging ich mit meiner Mutter um halb neun aus dem Haus und fuhr mit dem Bus nach Neustadt - der Busfahrer fragte mich beim Einsteigen, was so eine Bahncard 100 kosten würde; die Frage konnte ich ihm beantworten.

Von Neustadt ging es nach Freiburg, dort wurde ein Fleischkäsebrötchen verzehrt, von Freiburg mit dem Regionalexpress zum Badischen Bahnhof in Basel und von dort - das ist bei Nahverkehrszügen noch in der Bahncard 100 enthalten - zum Bahnhof SBB.

Dort kaufte ich mir für 6,10 Franken eine Fahrkarte zum EuroAirport, und so fuhren der Bus und ich erst durch Basel und dann über die zollfreie Straße zum Flughafen auf französischem Gebiet.

Ich erkundete den französischen Sektor (das steht wirklich so da!), weil ich von keinem Zöllner - da ist mitten im Flughafen eine Zollgrenze - aufgehalten wurde, begab mich dann aber wieder auf Schweizer (Zoll-)Seite, guckte mir die Aussichtsplattform an, die aber von öffentlicher Seite geschlossen war, und entschied mich, schon sehr früh durch die Sicherheitskontrolle zu gehen.

Das klappte ganz gut, und ich lief in Richtung Gate, als ich ein Schild zur "Lounge" sah und mir einfiel, dass ich ja noch so eine Lounge-Zugangskarte habe. Wunderbar war das, der Check-in klappte, auch wenn ich allerlei vorzeigen musste (Zugangskarte, Bordkarte, Impfzertifikat), aber dann kam ich in eine der schönsten Lounges, die ich je besucht habe, mit kleinem Teichlein und Palmen, ein paar Kleinigkeiten zu essen und - vor allem - dem freien Zugang zur Freiluft-Aussichtsterrasse.

Es war heute in der Sonne so warm, dass ich im kurzen Hemd draußen saß und die Flugzeuge beobachte, einschließlich des Wizzair-Fliegers, mit dem ich nach Budapest fliegen wollte.

Als der gelandet und angedockt war, verließ ich die Lounge, wartete bis fast zum Schluss, um durch die Impfpass- und Bordkartenkontrollen zu gehen, kam auf meinem Gangplatz zum Sitzen und verließ diesen bis Budapest nicht mehr.

Ein paar Damen - wohl Freundinnen einer Flugbegleiterin - waren ziemlich angeschäkert, die trugen keine Masken im Flieger, eine stürzte in Budapest dem Polizisten vor die Füße und lief anschließend schlangenförmige Linien vor mir her, bis ich sie endlich überholt hatte, aber ich werde die hoffentlich nur dieses eine Mal im Leben gesehen haben.

Ich kaufte mir eine Tageskarte, lief versehentlich in die Schlange zum Expressbus, wurde abgewiesen (den wollte ich nicht nehmen, und ich wusste, dass ich den mit der Tageskarte nicht nehmen darf, aber die Beschilderung war mal wieder nicht vorhanden ...), lief zum normalen Flughafenbus, sprang rein, Tür zu, Abfahrt.

An der Station Kőbánya-Kispest war Endstation, ich lief rüber zur Metro, verpasste die erste, aber die nächste kam wenige Minuten später. Mit der kam ich bis zum Nagyvárad tér, dort musste ich - die Metro wird immer noch etappenweise renoviert - in den Metro-Ersatzbus umsteigen, der mich schließlich zu meinem Hotel hier am Westbahnhof brachte.

Mein Hotel ist klasse, ich wurde vom Chef vom Dienst auf Deutsch begrüßt, ich habe ein schickes Zimmer, alles bestens.

Ich hielt mich aber nicht lange auf, denn ich hatte ein bisschen Hunger und lief zum Oktogon, um im Café Vian einzukehren. Der Kellnerin kam ich aus einer anderen Kneipe bekannt vor, keine Ahnung, ob sie recht hatte, ich erkannte sie jedenfalls nicht wieder, ich trank ein Bier und aß ein leckeres Rindfleisch-Nudeln-Gericht, zahlte, fuhr mit der Straßenbahn zurück zum Hotel, holte mein zweites Handy und lief dann wieder zum Metro-Ersatzbus, um zum Handballspiel zu fahren.

Diesmal musste ich nicht am Nagyvárad tér in die Metro umsteigen, weil der Bus verlängert wurde biss zur Metro-Endhaltestelle. So gut (ich musste nicht umsteigen), so verwirrend (siehe unten). An der nächsten Haltestelle Népliget stieg ich aus, wähnte mich gut in der Zeit und marschierte auf die Halle zu, als mir bedeutet wurde, ich müsste an dem "grünen Ding" noch ein Armbändchen holen.

Öhm? Ja, okay, ich weiß, dass viele Stadien auch in Deutschland die Impfpasskontrolle vorziehen und dann so Armbändchen verteilen, aber das hätte mir doch irgendwer irgendwann beim Kartenkauf mal sagen können! Denn dann hätte ich das zeitlich einplanen können. Nun, das "grüne Ding" war das - etliche hundert Meter entfernte - Stadion von Ferencváros, die Schlange war lang, bewegte sich aber, mein Impfpass wurde oberflächlich geprüft, ich erhielt mein Armbändchen - und einen Anschiss, weil ich falsch herum aus der Schlange herauswollte -, marschierte wieder in Richtung Halle, konnte dort unfallfrei eintreten und kam nach endlicher Zeit - und noch mit massig Puffer, so viel zur Eile - an meinen wunderbaren Platz Mitte des Spielfeldes.

Es wurden die üblichen Tanzeinlagen gefordert, dann kamen die Spieler und die Hymnen, und auch wenn nur 6.200 Zuschauer in der wohl etwa 20.000 Zuschauer fassenden Arena waren, war das ganz akzeptable Stimmung. Die Isländer machten Dauerradau, die Portugiesen waren leiser, hinter mir saßen zwei Ungarn, die richtig laut anfeuerten und so alle Umsitzenden zum Schmunzeln brachten, doch, das war sehr entspannt. Das Spiel selbst war spannender als erwartet, aber am Ende setzte sich Island mit 28:24 durch.

Das war mein erstes Handballspiel, und wenn die EHF und/oder die ungarischen Veranstalter das ein bisschen besser organisiert hätten mit diesen Armbändchen (meines zog ich mir beim Versuch, es abzumachen, natürlich immer weiter zu, sodass ich mir am Ende fast die Durchblutung in der Hand abschnürte - ich schaffe es gerade noch ins Zimmer, um mit meinem Nagelknipser das Ding zu entfernen ...), dann wäre das alles lobend erwähnt worden.

Definitiv nicht lobend erwähnt wird die Organisation der Rückfahrt, denn die Heerscharen von Menschen, die mit dem Metro-Ersatzbus gekommen waren, liefen zurück zur Metro-Ersatzbus-Haltestelle. Nur, es kam kein Bus. Irgendwann nach 20 Minuten erbarmte sich ein Polizist oder Straßenbahnfahrer, uns mitzuteilen, dass jetzt doch wieder die normale Linienführung (eine Station Metro, dann Ersatzbus) gelten würde, was vor dem Spiel kurzzeitig abgeschafft worden war.

Liebe Budapester, ich verstehe das mit den Ersatzbussen und Gedöns ja alles, auch wenn es ein bisschen mühsam ist, aber wenn ich das schon einrichtet und kommuniziert, dann haltet euch doch bitte daran und verwirrt die Leute nicht dadurch, dass ich das manchmal durchzieht und manchmal abweicht! Danke, weitermachen ...

Als dann endlich die Metro kam, ich die Station gefahren war, wieder in den Ersatzbus umgestiegen und am Westbahnhof im Hotel angekommen war, packte ich meine sieben Sachen und marschierte wieder zum Bus in die Gegenrichtung. Am Hotel Astoria stieg ich um und wurde direkt am Rudas-Bad aus dem Bus geschmissen.

Beim Einlass musste ich den Impfpass wieder zeigen, dann konnte ich mir die Karte kaufen, bekam sogar noch eine Kabine, zog mich um, lief in den türkischen Teil (in dem ich die ganze Nacht blieb) ... und genoss einfach nur ...

Ich machte wieder mein Zirkeltraining vom 28er- zum 30er- zum 33er- zum 36er- zum 42er-Becken, bleib dort ein paar Minuten, ging dann zum 12 Grad (!!!!!!!!!!!) kalten Kaltbecken, blieb da mit Müh und Not 15 oder 20 Sekunden im wirklich eiskalten Wasser und wärmte mich dann wieder im 28er-Becken auf, um das Zirkeltraining erneut zu beginnen.

Nach dem zweiten Zirkel blieb ich im 33er-Becken hängen (wie immer), pennte mehrfach fast ein, ersoff nie, joa, und irgendwann waren drei Stunden rum und die Uhr zeigte 2.30 Uhr ... Herrrrrrrrrlich! Unbedingt mal ausprobieren, ist richtig toll!

Ich duschte, zog mich an, verließ das Rudas, lief zur Bushaltestelle, fuhr zum Széna tér (wo ich noch nie gewesen war), stieg dort in die Straßenbahn um, stieg auf der Margaretenbrücke nicht aus, weil um kurz nach 3 Uhr das Parlament nicht mehr beleuchtet war (schade!), fuhr also bis zum Westbahnhof durch und bin jetzt im Hotel gelandet.

Morgen, nein, heute, gibt es bis 10.30 Uhr Frühstück, deswegen mache ich, dass ich ins Bett komme. Gute Nacht! Die Hälfte habe ich bestimmt vergessen, wird morgen, nein, heute, nachgereicht ...

Fotos:

Flieger, mein Flieger

Sie verlassen jetzt den französischen Sektor

Grenzzaun zwischen Schweizer und französischem Zollgebiet

Hymnen: Portugal

... und Island

Siebenmeter versenkt

Arena

Donnerstag, 13. Januar 2022

Zur Handball-WM 2007

 ... bin ich damals leider nicht gekommen, weil ein Sturm alle Bahnstrecken lahmlegte und ich auf die Schnelle auch keine Mitfahrgelegenheit bekam. So verpasste ich das Eröffnungsspiel der für die deutsche Herrenmannschaft so erfolgreichen WM, und weder vorher noch nachher habe ich ein Handballspiel besucht, obwohl ich das immer mal wieder vorhatte.

Heute Mittag telefonierte ich kurz mit einer ehemaligen Kollegin, ihres Zeichens sehr handballaffin, und sie erwähnte beiläufig, dass ja jetzt die Handball-EM in Ungarn (und in der Slowakei) stattfinde. Ich googelte natürlich gleich einmal, und tatsächlich ist morgen Abend ein Spiel in Budapest. Es ist zwar kein deutsches Spiel (Portugal-Island), aber immerhin EM, und die teuerste Karte kostet 23 Euro, das habe ich mir jetzt gegönnt.

Ich werde also - wenn nicht alle Stricke reißen - morgen gegen 17 Uhr in Budapest ankommen, mich zum Hotel durchschlagen, kurz einchecken, sofort wieder in die Gegenrichtung aufbrechen und dann hoffentlich um 20.30 Uhr pünktlich zum Spiel in der Arena sein. Lustig wird's, hoffe ich, wenn mir auch ein bisschen mulmig sein wird, in so einer vollbesetzten Halle zu Omikron-Zeiten ...

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Morgen also fahre ich um 8.40 Uhr hier in Bonndorf los und werde über Neustadt und Freiburg nach Basel zum Badischen Bahnhof fahren. Die Schweiz werde ich nur im Transit durchqueren, daher bräuchte ich selbst dann keinen Test und keine Anmeldung, wenn ich nicht seit Wochen im grenznahen Raum wohnen würde. Mit drei Bussen geht es - über die zollfreie Straße - zum auf französischem Gebiet gelegenen Flughafen Basel-Mulhouse, und um 15.10 Uhr oder so geht es dann mit Wizzair nach Budapest.

Nach dem Handballspiel fahre ich dann wieder zum Hotel (oder dorthin, wo ich mein Gepäck abgelegt habe, falls es bis zum Hotel nicht reicht), hole mein Badezeug und fahre zum Rudas-Bad in der Hoffnung, dass zu der Zeit, zu der ich da einmarschiert komme, nicht mehr so viel los ist.

In der Nacht wird es dann wieder ins Hotel gehen (vielleicht nach einem kleinen Abstecher ins Szimpla Kert?), und am Samstag schlafe ich erstmal aus ...

So ist der Plan, mal gucken, ob das alles so funktioniert...

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Spazierengegangen bin ich auch in den ersten beiden Wochen des Jahres, aber nur um Bonndorf herum, wobei das eine oder andere mehr oder weniger schöne Foto entstanden ist:

Blick vom Philosophenweg

Sonnenuntergang vom Galgenbuck

Samstag, 1. Januar 2022

Eine Lose-lose-Abzocke

 ... hat das Reisebüro, bei dem ich gestern meinen Flug nach Budapest für in zwei Wochen spontan gebucht habe, fabriziert, denn ich habe statt 34 Euro für den Flug jetzt 45 Euro bezahlt, aber die sehen mich als Kunden nie wieder. Herzlichen Glückwunsch, dass ihr für elf Euro jetzt einen oft verreisenden und zahlungskräftigen Fluggast verloren habt, ganz großes Kino!

Ich habe vor lauter Freude über den günstigen Flug nämlich wirklich nicht mehr gesehen, dass die mir jetzt doch wieder eine Flex-Option untergejubelt haben, was bei anderen Flügen natürlich richtig teuer werden kann. Hier waren es jetzt nur ein paar Euro Idiotensteuer, doch über solches Geschäftsgebaren rege ich mich nur noch wenige Minuten auf und ziehe meine Konsequenzen.

Sei es, wie es sei, jetzt fliege ich am Freitag in zwei Wochen von Basel nach Budapest und am Sonntag zurück. Ich habe mir ein schönes Hotel in der Nähe des Nyugati-Bahnhofs und damit des Oktogon gebucht und werde mich an mindestens einem Abend ins Rudas-Bad zum Nachtbad aufmachen, das wird herrlich ...

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Gestern sind meine Ma und ich dann wirklich an den Wiizemersteg gefahren. Ich habe noch geblödelt, dass hoffentlich kein anderer auf die Idee kommt, denn auf dem Wiizemersteg kann man nicht gut Abstand halten - aber natürlich gibt es keinen anderen Bescheuerten, der Mitternacht am Silvesterabend auf einer Grenzbrücke in die Schweiz verbringen will.

Ich hatte meiner Mutter mal so zwei unten offene Gläser geschenkt, die man auf ein Piccolofläschchen draufstöpseln kann, und die hatte hatte meine Ma gestern dabei. So standen wir nun mit (guter!) Taschenlampe, Teelichtern und diesen beiden Piccologläsern bewaffnet auf dem Wiizemersteg, und um Punkt 0 Uhr stießen wir - mit einem Bein in Deutschland und dem anderen Bein in der Schweiz - auf das neue Jahr an.

Nein, ich spinne nicht - neihein!

Danach ging es, ich hatte maximal zwei Schluck Piccolo getrunken und war fast beleidigt, dass wir nicht in eine Polizeikontrolle gerieten, zurück nach Bonndorf und noch auf ein Bier (öhm!) bis zur Sperrstunde um 1 Uhr (öhm!) in ein Bonndorfer Etablissement, um aufs neue Jahr anzustoßen.

Ein sehr gelungener Silvesterabend, wie ich fand, könnte man nächstes Jahr wiederholen - zumal wir auf dem Wiizemersteg einen fantastischen Sternenhimmel über uns hatten ...

In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr allen Lesern!


Blitzlichtgewitter auf dem Wiizemersteg

Meine Ma war wie immer hervorragend vorbereitet ...